Jump to content

Segnen verboten?


Seraph
 Share

Recommended Posts

Hallo,

 

in einem nicht christlich orientierten Forum, in dem ich mitschreibe, erläutert mir grade eine Konvertitin, daß sie im Konversionsunterricht gelernt habe, man dürfe "andere Leute nicht segnen". Gibts hierfür einen Beleg im Katechismus? Ich war bisher der Ansicht, daß im Prinzip jeder Christ (jeder Mensch?) einen Segenswunsch aussprechen könne - spontan fiel mir der abendliche Segen im Kloster vor dem Zubettgehen ein.

 

Danke & Gruß

Renata :lol:

Link to comment
Share on other sites

Hallo,

 

in einem nicht christlich orientierten Forum, in dem ich mitschreibe, erläutert mir grade eine Konvertitin, daß sie im Konversionsunterricht gelernt habe, man dürfe "andere Leute nicht segnen". Gibts hierfür einen Beleg im Katechismus? Ich war bisher der Ansicht, daß im Prinzip jeder Christ (jeder Mensch?) einen Segenswunsch aussprechen könne - spontan fiel mir der abendliche Segen im Kloster vor dem Zubettgehen ein.

 

Danke & Gruß

Renata :lol:

Auf welche wirren Gedanken die Menschen doch kommen können!

 

Wir sollen den Menschen nicht nur ein Segen sein- sondern das Zusprechen der Liebe und Gnade Gottes im "Segen" (benedicere bedeutet ja ursprünglich: Gutes- zusagen) ist eine geistliche Wohltat.

 

Segnen wir einander fleissig, denn ich wüßte nichts was Schreckliches daran sein könnte, dem anderen Gutes zu wünschen und zuzusprechen.

 

Mit herzlichem Segensgruß

Peter

Link to comment
Share on other sites

Und aus dem Katechismus über Segen:

 

1078 Segnen ist eine göttliche Handlung, die Leben schenkt und im Vater ihren Ursprung hat. Sein Segen [bene–dictio, eu–logia] ist zugleich Wort und Gabe. Auf den Menschen bezogen bedeutet das Wort „Segen“ Anbetung und Selbstübergabe an den Schöpfer in der Danksagung (Vgl. dazu auch 2626, 2637 – 2638).

 

1079 Vom Anfang bis zum Ende der Zeiten ist das ganze Werk Gottes Segen. Vom liturgischen Gedicht der ersten Schöpfung bis zu den Lobgesängen im himmlischen Jerusalem verkünden die inspirierten Autoren den Heilsplan als eine unermeßliche göttliche Segnung.

 

1080 Von Anfang an segnet Gott die Lebewesen, insbesondere Mann und Frau. Der Bund mit No-ach und allen lebenden Wesen erneuert diesen Fruchtbarkeitssegen trotz der Sünde des Menschen, durch die der Erdboden „verflucht“ ist. Von Abraham an durchdringt der göttliche Segen die auf den Tod zulaufende Geschichte der Menschen, um sie wieder zum Leben, zu ihrem Ursprung auf-steigen zu lassen. Durch den Glauben Abrahams, des „Vaters der Glaubenden“, der den Segen ent-gegennimmt, wird die Heilsgeschichte eingeleitet.

 

1081 Die göttlichen Segnungen zeigen sich in erstaunlichen, Rettung bringenden Ereignissen: in der Geburt Isaaks, dem Auszug aus Ägypten (Pascha und Exodus), der Übergabe des verheißenen Landes, der Erwählung Davids, der Gegenwart Gottes im Tempel, im läuternden Exil und in der Rückkehr eines „kleinen Restes“. Das Gesetz, die Propheten und die Psalmen, die die Liturgie des auserwählten Volkes durchweben, erinnern an die göttlichen Segnungen und antworten darauf in Lobpreis und Danksagung.

Link to comment
Share on other sites

Ich könnte mir allenfalls vorstellen, daß sie damit den Unterschied zwischen einem "priesterlichen" Segen und einem "nichtpriesterlichen" meint... ein Laie, der einem Gottesdienst vorsteht, ist z.B. gehalten, nicht mit den Worten "es segne Euch der allmächtige Gott - der Vater..." das Kreuz mit offener Hand über die versammelte Gemeinde zu zeichnen, sondern zu sagen "es segne uns der allmächtige Gott..." und das Kreuzzeichen wie alleanderen auch über sich selbst zu machen. Aber das gilt meines Wissens nur für die Liturgie.

Link to comment
Share on other sites

Ich könnte mir allenfalls vorstellen, daß sie damit den Unterschied zwischen einem "priesterlichen" Segen und einem "nichtpriesterlichen" meint... ein Laie, der einem Gottesdienst vorsteht, ist z.B. gehalten, nicht mit den Worten "es segne Euch der allmächtige Gott - der Vater..." das Kreuz mit offener Hand über die versammelte Gemeinde zu zeichnen, sondern zu sagen "es segne uns der allmächtige Gott..." und das Kreuzzeichen wie alleanderen auch über sich selbst zu machen. Aber das gilt meines Wissens nur für die Liturgie.

so wie sion es sagt, müsste es stimmen.

 

der eucharistische segen bleibt auch einem geweihten haupt vorbehalten, oder irre ich mich da?

Link to comment
Share on other sites

Ich segne im Gottesdienst diejenigen Kinder, die nicht zur Kommunion gehen dürfen, ich habe bei der Taufe mein Patenkind mit dem Kreuzzeichen gesegnet.... natürlich darf man andere segnen.

In welchem Zusammenhang kam diese Aussage?

Link to comment
Share on other sites

Ich könnte mir allenfalls vorstellen, daß sie damit den Unterschied zwischen einem "priesterlichen" Segen und einem "nichtpriesterlichen" meint... ein Laie, der einem Gottesdienst vorsteht, ist z.B. gehalten, nicht mit den Worten "es segne Euch der allmächtige Gott - der Vater..." das Kreuz mit offener Hand über die versammelte Gemeinde zu zeichnen, sondern zu sagen "es segne uns der allmächtige Gott..." und das Kreuzzeichen wie alleanderen auch über sich selbst zu machen. Aber das gilt meines Wissens nur für die Liturgie.

so wie sion es sagt, müsste es stimmen.

 

der eucharistische segen bleibt auch einem geweihten haupt vorbehalten, oder irre ich mich da?

Der Eucharistische Segen darf ab Diakon gespendet werden. Ansonsten ist der Hintergrund der von Sion beschriebenen Praxis, daß mit der Weihe der Auftrag erteilt wird, auch vollmächtig den Segen Gottes zuzusprechen. Also nicht Kraft meiner Wassersuppe, sondern weil Gott den Amtsträger für seinen Segen in Dienst nimmt. Von Natur aus kann man eine Vollmacht zum Segnen auch bei Eltern gegenüber den Kindern sehen. Allerdings würde ich hier in der Praxis normalerweise die gleiche Form des Segnens für sinnvoll halten, wie sie jedem zukommt, nämlich das Segnen im fürbittenden Sinn. Hierfür gilt das, was heute immer wieder behauptet und eingefordert wird: jeder darf und soll segnen und für den Anderen vor Gott eintreten.

 

Also nochmal kurz: der Geweihte spricht amtlich den Segen Gottes zu, der Laie erbittet den Segen fürbittweise. Man soll hin und her das eine tun und das andere schätzen.

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...