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Können Nonnen Ärzte werden?


karolin
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So hatte mich letzens jemand gefragt. Ich wusste keine sichere Antwort und hab im Netz auch nichts gefunden.

 

Die Bildungsorden studieren ja eher Theologie, Sprachen, Geschichte, Philosophie etc.

 

Die aktiven Orden werden dann doch eher Krankenschwester als Arzt.

 

Daher meine Frage:

Welcher Orden erlaubt das Studieren?

Und gibt es welche, bei denen Medizin darunter fällt?

 

Grüße

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Meines Wissens gab es bei den Missionsbenediktinerinnen in Tutzing Ärztinnen, die in den Missionsgebieten arbeiteten.

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In Mallersdorf (Diözese Regensburg) ist eine Kongregation der Armen Franziskanerinnen, die Krankenpflege betreiben und auch Ärztinnen ausbilden. Meine Schulfreundin ist dort Ärztin geworden und arbeit seit 20 Jahren in Südafrika.

 

Orden wirken eher im Bereich Anbetung und Bildung, alles Tätige ist eher das Feld der Kongregationen. Aber gibt Ausnahmen...

Edited by rembetiko
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In Mallersdorf (Diözese Regensburg) ist ein Orden der Armen Franziskanerinnen, die Krankenpflege betreiben und auch Ärztinnen ausbilden. Meine Schulfreundin ist dort Ärztin geworden und arbeit seit 20 Jahren in Südafrika.

Was ist unter Ärztinnen ausbilden zu verstehen? Ich mein, sowas muß ja irgendwie staatlich anerkannt sein - sind dann da die Nonnen alle Physiologen, Anatomen und Biochemiker?

Ist dann deine Freundin auch Nonne?

 

Grüße Karo

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Ich denke, dass das heißt, dass der Orden für die Ausbildung der Schwestern aufkommt. Je nach Intention der Orden oder Kongregationen ist das auch ein entsprechendes Hochschulstudium. Wenn man Ärztin werden und ins Kloster gehen will, darf man sich nicht einer solchen Gemeinschaft zuwenden, die ihren Schwerpunkt in der Erziehung (also Kindergarten und Schulen) sieht wie z.B. die Zisterzienserinnen oder Maria-Ward-Schwestern.

 

Es gibt in den Missionsstationen aber auch Ärzte(Ärztinnen), die nicht zur klösterlichen Gemeinschaft gehören, für deren Ausbildung hat aber auch der Orden nicht gezahlt.

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Das heißt Arzt und im Orden sein ist immer irgendwie mit Ausübung des Berufes in Schwellenländern verbunden?

In einem zb. Kirchlichen Krankenhaus würde man also keine Schwester oder Bruder vorfinden, der nicht Krankenpfleger sondern Arzt ist?

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Dr. Ruth Pfau ist erst nach dem Staatsexamen in den Orden eingetreten.

 

(M.W. gibt es Ordensgemeinschaften, die ihre Schwestern "auf Ärztin studieren lassen". :lol: Kenne aber deren Namen nicht. - Z.B. hat Dr. Lea Ackermann nach dem Eintritt promoviert, allerdings nicht in Medizin.)

Edited by lara
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Was ist unter Ärztinnen ausbilden zu verstehen? Ich mein, sowas muß ja irgendwie staatlich anerkannt sein - sind dann da die Nonnen alle Physiologen, Anatomen und Biochemiker?

Ist dann deine Freundin auch Nonne?

 

Hallo Karolin,

meine Schulkameradin ist Klosterfrau, ja, und bekam von ihrer Gemeinschaft die Ausbildung zur Ärztin finanziert. Sie war in München beim Studieren die einzige Medizinstudentin in "Pinguintracht" und deshalb dort bekannt wie ein bunter Hund. Während dieser Zeit lebte sie in einem Kloster bei älteren Schwestern in München. Sie bekam dann nach dem Examen die normale Approbation als Ärztin, d.h. sie hätte auch hier in Deutschland praktizieren können. Aber sie ging im Auftrag ihrer Gemeinschaft in ein Krankenhaus in Südafrika.

 

Aber vielleicht zum Unterschied: Nonnen widmen sich der Anbetung und besonderer Arbeiten, die zur Kontemplation (=Anbetung) passen. DAs sind i.A. Stickereien (Altargewänder), Hostienbacken, Herstellen von Reliquienbehältnissen, evtl. auch etwas Künstlerisches (Wachsarbeiten und Ikonenmalerei), Gärtnerei.

 

Schwestern, die in der Krankenpflege oder als Bierbrauerinnen (jaja, das gibts) oder im Kindergarten oder Sozialpflege tätig sind, sind keine Nonnen, sondern Kongregationsangehörige. Sie haben gekürzte Gebetszeiten und sehen ihren Schwerpunkt in der Arbeit, die sie verrichten. Außerdem gehört zum Gelübde einer Nonne, dass sie verspricht, bis zu ihrem Lebensende in ein und demselben Kloster zu bleiben (im Großen und Ganzen), während eine Kongragationsschwester überall dort hingeht, wo eben Arbeit ist (in Absprache mit ihren Oberinnen).

 

Äußerlich können sie in etwa so aussehen wie Nonnen, also Kopfschleier und schwarzes, weißes oder graues Kleid.

Auch sonst verspricht die Kongragationsschwester Armut, Keuschheit und Gehorsam wie die Nonne.

 

Aber vielleicht noch eines: Es ist m. E. ein guter Weg, wenn man zuert sein Studium z.B. als Ärztin macht und dann einer Gemeinschaft beitritt. Man kann ja während des Studiums schon mal bei Gemeinschaften schnuppern und und sich die Tätigkeitsfelder ansehen. Ein Eintritt ist ja sowas wie eine Eheschließung.

Edited by rembetiko
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Dr. Ruth Pfau ist erst nach dem Staatsexamen in den Orden eingetreten.

Eine wirklich bemerkenswerte Frau, btw. !

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Eine Frage (etwas OT): bist du sicher, dass die von dir geschilderte Unterscheidung für alle Gemeinschaften gilt? Der letzte Orden (kirchenrechtlich gesehen) waren m.W. die Jesuiten. Später wurden nur noch Kongregationen gegründet (oft für Krankenpflege, was mit dem Auseinanderfallen der Großfamilie durch die Industrialisierung sehr notwendig war).

 

Die Stabilitas loci (also die Bindung an das Kloster, in das man eingetreten ist) gehört doch (wie "ora et labora") zur Regel des heiligen Benedikt. In Mallersdorf sind meiner Kenntnis nach Franziskanerinnen (oder eben eine Gemeinschaft, die sich stark an franziskanische Ideale anlehnt).

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Mallersdorf ist eine Kongreagtion, die die Regeln des 3. Ordens des Hl. Franziskus angenommen hat, aber eben eine Kongregation (ich glaube, Kongregationen lehnen sich in ihren Regeln immer einem Orden an).

 

Bei Bettelorden, das sind Dominikaner und Franziskaner, kommt als Besonderheit hinzu, dass sie zwar Orden sind, aber ohne stabilitas loci für die Männer (weil die ja betteln gingen), für den weiblichen Zweig hingegen gilt sie schon. Clara v. Assisi kam nach ihrem Eintritt in San Damiano nicht mehr heraus!

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Mallersdorf ist eine Kongreagtion, die die Regeln des 3. Ordens des Hl. Franziskus angenommen hat, aber eben eine Kongregation (ich glaube, Kongregationen lehnen sich in ihren Regeln immer einem Orden an).

 

Bei Bettelorden, das sind Dominikaner und Franziskaner, kommt als Besonderheit hinzu, dass sie zwar Orden sind, aber ohne stabilitas loci für die Männer (weil die ja betteln gingen), für den weiblichen Zweig hingegen gilt sie schon. Clara v. Assisi kam nach ihrem Eintritt in San Damiano nicht mehr heraus!

Meines Wissens gibt es nur zweierlei Ordensregeln (im Prinzip): die von Benedikt und die der Bettelorden, alle anderen Orden und Kongregationen leben nach einer dieser beiden Regeln (wobei bei den Jesuiten noch der besondere Gehorsam gegenüber dem Papst dazukommt, was z.B. im Kulturkampf besondere Erschwernisse brachte).

 

Da (um die Kurve zum Thema wieder wenigstens etwas zu bekommen) waren Orden und Kongregationen, die sich der Krankenpflege widmeten im Vorteil: wären sie verboten worden, wäre die Krankenpflege zusammengebrochen, also blieben sie erlaubt.

Edited by Elima
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Ja, ich denke auch, alle Ordensregeln gehören entweder der benediktinischen oder der Bettelorden-Tradition an, mit so jeweiligen Besonderheiten.

 

Und was Nonnen angeht: Die werden i. A. keine Ärztinnen, dagegen Kongregationsschwestern schon.

 

Ich meine auch, einmal gehört zu haben, dass Ordensschwestern im Kulturkampf sich schnell noch eine weltliche Aufgabe suchten, um nicht aufgelöst zu werden. Schnell eine kleine Schule angegliedert...

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Ja, ich denke auch, alle Ordensregeln gehören entweder der benediktinischen oder der Bettelorden-Tradition an, mit so jeweiligen Besonderheiten.

Nö, Leute, so einfach ist das nicht.

 

Kartäuser...? Karmeliten...? Regularkanoniker...?

 

Paßt alles nicht in Euer Schema.

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Welcher Orden erlaubt das Studieren?

Und gibt es welche, bei denen Medizin darunter fällt?

eigentlich jeder Orden, der nicht strenge Klausur hält (was den Besuch der Uni verunmöglicht).

 

Ich kenne Nonnen die Ärztinnen sind in diversen Benediktinerklöstern.

Soweit ein Orden das benötigt, wird er die Ausbildung fördern, auch nach dem Ordenseintritt.

 

Ich rate aber jedem dringend, die Ausbildung/Studium erst fertigzumachen, mindestens ein Jahr im Beruf zu arbeiten, und erst dann einzutreten.

Keinesfalls nach dem Abi ins Kloster.

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Ich kenne Nonnen die Ärztinnen sind in diversen Benediktinerklöstern.

Soweit ein Orden das benötigt, wird er die Ausbildung fördern, auch nach dem Ordenseintritt.

Nonnen? in Benediktinerklöstern? :lol::)

 

Die benediktinischen Ärztinnen (auch Zahnärztinnen), die ich kenne bzw. von denen ich weiß, sind allesamt nach dem Studium eingetreten.

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Nö, Leute, so einfach ist das nicht.

 

Kartäuser...? Karmeliten...? Regularkanoniker...?

 

Paßt alles nicht in Euer Schema.

Ich glaube doch. Die Zisterzienser und Karthäuser sind eine Reformbewegung des Benediktinerordens. Quelle auf die schnelle

 

Karmeliten: Deren Bewegung geht auf eine Laiengemeinschaft ohne kanonische Regeln zurück. Als sie aber im 13. Jh. eine Regel bekamen, war es im Großen eine abgeänderte Regel der Humiliaten, eines Zweiges der franziskanischen Familie, aufgepeppt mit Wüstenvätern.

 

So daneben ist das Schema nicht...

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