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Aquaristik - Tierschutz


Hedda
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Aus aktuellem Anlass eine Frage:

 

Unter Aquarienbetreibern scheint es Usus zu sein, dass kranke Fische in der Toilette heruntergespült werden.

 

a ) Ist das unter Tierschutzaspekten in Ordnung?

b ) Macht ihr das auch so oder habt ihr bessere Alternativen?

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Unter Aquarienbetreibern scheint es Usus zu sein, dass kranke Fische in der Toilette heruntergespült werden.

Wie bitte???????????????????? :lol::lol::D

 

a ) Ist das unter Tierschutzaspekten in Ordnung?

b ) Macht ihr das auch so oder habt ihr bessere Alternativen?

zu a ) Nicht in Ordnung!!!

zu b ) Ich habe gut reden, ich habe kein Aquarium ... B)

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Kantholz und Blumenkasten, Mülltonne, Wald oder Omas Garten hielte ich für angemessen - und auch das nur, wenn der Tierarzt nicht helfen kann.

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Besser wäre, auch wenn es sich brutal anhört: Einfach den Kopf abschneiden. Dann sind sofort die Nerven durchtrennt und der Fisch spürt nichts.

 

WC und auch Einfrieren sind keine guten Methoden.

 

Spreche hier allerdings nicht als Aquarianer, bloß als Biologie-Student.

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zu a) Mit Tierschutz hat das wohl wenig zu tun, wenn das Tier auf natürlichem Wege und unter artgerechter Haltung gestorben ist. Eher mit Respekt vor etwas, das gelebt hat.

Klo ist also nicht in Ordnung.

 

b ) Andere Möglichkeit: Vergraben oder in nahegelegenen Teich bringen.

 

 

hups:

sehe, ich hab mich verlesen, es ging um kranke:

 

Auch da: Klo ist nicht in Ordnung

1. Tierarzt aufsuchen. Wer sich einen Fisch hält, hat auch die Verantwortung für das Tier.

2. Wenn gar nichts mehr geht: im Wasser sterben lassen, wer es sich zutraut: kopf ab.

Edited by karolin
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Besser wäre, auch wenn es sich brutal anhört: Einfach den Kopf abschneiden. Dann sind sofort die Nerven durchtrennt und der Fisch spürt nichts.

Da Flo gerade vom Kantholz spricht: Man kann den Fisch auch erst durch einen Schlag betäuben, falls man es sich sonst nicht zutraut. Angler machen das ähnlich. Alternativ kann man auch den Tierarzt um ein Betäubungsmittel bitten.

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zu a) Mit Tierschutz hat das wohl wenig zu tun, wenn das Tier auf natürlichem Wege und unter artgerechter Haltung gestorben ist. Eher mit Respekt vor etwas, das gelebt hat.

Klo ist also nicht in Ordnung.

Es hat mit Tierschutz zu tun, weil offenbar kranke, aber noch lebende Fische runtergespült werden. Oder, Hedda?

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zu a) Mit Tierschutz hat das wohl wenig zu tun, wenn das Tier auf natürlichem Wege und unter artgerechter Haltung gestorben ist. Eher mit Respekt vor etwas, das gelebt hat.

Klo ist also nicht in Ordnung.

 

b ) Andere Möglichkeit: Vergraben oder in nahegelegenen Teich bringen.

Es geht wohl weniger um die Beerdigung, sondern mehr darum, wie man einen kranken, aber noch nicht toten Fisch erlösen (bei der Klo-Methode wohl eher entsorgen) kann.

 

So hab ich Hedda zumindest verstanden.

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Genauer gesagt:

 

1. Bei groesseren Fischen

- Fisch betaeuben (Schlag auf den Kopf, Fisch gut festhalten)

- Herzstich mit einem scharfen und spitzen Messer auf der Kopf-unterseite in Höhe der Kiemenboegen bis zum Rueckrat einstechen (blutet nicht sehr stark).

 

Diese Methode funktioniert bis hinunter zur Guppy-Groesse !

 

2. Bei kleinen Fischen

- Fisch betaeuben (Schleudern mit dem Kescher geht)

- Mit einem scharfen Messer (scharfe Schere geht auch) das Rueckrat mit einem Rutsch durchtrennen oder mit einem Rutsch den Kopf abschneiden.

 

Funktioniert nur bei kleinen Fischen. Bei groesseren kann es sein, dass Ihr am Rueckrat stecken bleibt. Dann muesst Ihr saebeln und das ist nicht witzig fuer den Fisch. Im Anglergeschaeft gibt es einen sog. Aalstecher, ist eine kleine Guillotine.

 

Quelle

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Und was passiert, wenn der Zierfisch sich nach dem Runterspuelen in die Toilette wieder erholt, und in einem Gewaesser landet? Und sich dort vermehrt, und einheimische Arten unterdrueckt? Noch schlimmer ist es, wenn man den vermeintlich kranken Fisch in einem Teich oder Bach aussetzt.

 

Bei einer guten Klaeranlage ist dies nicht sehr wahrscheinlich, aber wer weiss, wie gut die wirklich sind. Ich wuerde also zumindest sicherstellen, dass der Fisch tot ist (oder mit Sicherheit stirbt), bevor ich ihn runterspuele oder sonstwie entsorge.

 

Vergraben im Garten ist auch nicht immer ideal. Einer unserer Nachbarn hat letzte Woche eine richtig schoen dicke Klapperschlange erledigt (sie war 1.30m lang und ungefaehr 5cm Durchmesser in der Mitte), und sie dann in einem Loch im Garten vergraben. Leider haben seine beiden Hunde die Schlange mehrmals wieder ausgegraben, und mit der Leiche gespielt. Schliesslich und endlich ist er in seinen Wald gegangen (die Hunde sind im eingezaeunten Teil seines Grundstuecks, darueber hinaus gehoeren ihm noch zig Hektar Wald), und wollte sie dort einfach ins Weite werfen. Leider ist die Schlange dabei in einer Baumkrone haengengeblieben. Jetzt hat er also eine halbverrottete Schlangenleiche, die an einem Ast haengt, und vor sich hin stinkt. Zumindest kommen die Hunde nicht mehr an sie dran. Wir haben uns beinahe totgelacht als er die Story erzaehlt hat - zum Glueck hat er ein gutes Humorgefuehl.

 

Gruesse,

Ralph

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Einen kranken, also noch lebenden Fisch runter zu spülen, ist wirklich harter Tobak. Nicht nachahmenswert.

 

Allerdings zwei Anmerkungen:

 

- Bei der Frage, ob ich mit dem Fisch zum Tierarzt gehe, käme es mir darauf an, was das für ein Fisch ist. Ein junger und "exotischer" Fisch wahrscheinlich ja, bei einem altersschwachen Guppy oder Goldfisch würde ich wohl "selbst tätig werden". Ich hatte das mal mit einer knapp 2-jährigen Ratte, die sehr schnell Tumore entwickelt hat; da bin ich nicht zum Tierarzt gegangen... B)

 

- Die "Entsorgung" des Kadavers dürfte abhängig sein von der Beziehung, die man zum Fisch hatte. Bei einer engen Beziehung (oder wenn gar Kinder im Spiel sind), kann es schon würdevoller sein; ich halte aber nichts von regelrechten "Tier-Friedhöfen". Wenn einer von 50 Guppies dahingeht, wäre für mich die Alternative "Klo" oder "Abfall".

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Wundert mich nicht, daß manche Leute keine Zeit für Kinder haben, bei so großen anderen Problemen. Grüße, KAM.

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Und was passiert, wenn der Zierfisch sich nach dem Runterspuelen in die Toilette wieder erholt, und in einem Gewaesser landet?  Und sich dort vermehrt, und einheimische Arten unterdrueckt?  Noch schlimmer ist es, wenn man den vermeintlich kranken Fisch in einem Teich oder Bach aussetzt. 

 

Bei einer guten Klaeranlage ist dies nicht sehr wahrscheinlich, aber wer weiss, wie gut die wirklich sind.  Ich wuerde also zumindest sicherstellen, dass der Fisch tot ist (oder mit Sicherheit stirbt), bevor ich ihn runterspuele oder sonstwie entsorge.

Er schafft es mit ziemlicher Sicherheit nicht mal bis zur Kläranlage. Der Wasserdruck in den Rohren, die Wassertemperatur, die Schadstoffe im Abwasser, hungrige Ratten... sind alles Garanten für einen qualvollen Tod. Und wenn er tatsächlich bis zur Kläranlage überleben sollte: Ein normale deutsche Kläranlage übersteht kein Fisch. Schon der Filter am Anfang dürfte Sushi aus ihm machen.

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Wundert mich nicht, daß manche Leute keine Zeit für Kinder haben, bei so großen anderen Problemen. Grüße, KAM.

Das ist sogar ein ausgesprochenes Kinderthema, da Kinder nach dem Film "Rettet Nemo" versucht haben sollen, die Aquarienbewohner ihrer Eltern durch die Toilette in die Freiheit zu entlassen.

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Wundert mich nicht, daß manche Leute keine Zeit für Kinder haben, bei so großen anderen Problemen. Grüße, KAM.

B) Bei einem geordneten Problemmanagement ist es möglich Kindererziehung und Aquaristikproblematik unter einen Hut zu brignen, Kam.

 

 

Es schließt sich nämlich gleich die Kindererziehungsfrage an:

 

Läßt mein sein Kind mit solchen Problemen allein, oder nimmt man ihm die Entscheidung über das Fischetöten samt des Tötungsaktes und der Beerdigung ab.

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Wundert mich nicht, daß manche Leute keine Zeit für Kinder haben, bei so großen anderen Problemen. Grüße, KAM.

B) Bei einem geordneten Problemmanagement ist es möglich Kindererziehung und Aquaristikproblematik unter einen Hut zu brignen, Kam.

 

 

Es schließt sich nämlich gleich die Kindererziehungsfrage an:

 

Läßt mein sein Kind mit solchen Problemen allein, oder nimmt man ihm die Entscheidung über das Fischetöten samt des Tötungsaktes und der Beerdigung ab.

Wir erziehen die Kinder noch selbst, ich weiß, das ist altmodisch, eigentlich unverantwortlich und wird bestimmt bald verboten. Mangels Aquarium war mir diese Problemkonstellation allerdings unbekannt, was sagst du eigentlich dem KInd, wenn es fragt, ob der Fisch jetzt in den HImmel kommt? Grüße, KAM.

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was sagst du eigentlich dem KInd, wenn es fragt, ob der Fisch jetzt in den HImmel kommt? Grüße, KAM.

Ich sage ihm, dass der Fisch nicht katholisch getauft war, und dass es daher nicht sicher ist, ob er im Himmel aufgenommen wird. Dann weise ich weiter auf die begründete Hoffnung hin, dass sich der allmächtige Gott aus seiner erbarmenden Gnade auch einem ungetauften Fisch annehmen wird, so dieser guten Willens war und von der katholischen Heilsbotschaft nicht genügend unterrichtet wurde, um eine freie Entscheidung für den Glauben treffen zu können.

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Genauer gesagt:

 

1. Bei groesseren Fischen

- Fisch betaeuben (Schlag auf den Kopf, Fisch gut festhalten)

- Herzstich mit einem scharfen und spitzen Messer auf der Kopf-unterseite in Höhe der Kiemenboegen bis zum Rueckrat einstechen (blutet nicht sehr stark).

 

Diese Methode funktioniert bis hinunter zur Guppy-Groesse !

 

2. Bei kleinen Fischen

- Fisch betaeuben (Schleudern mit dem Kescher geht)

- Mit einem scharfen Messer (scharfe Schere geht auch) das Rueckrat mit einem Rutsch durchtrennen oder mit einem Rutsch den Kopf abschneiden.

 

Funktioniert nur bei kleinen Fischen. Bei groesseren kann es sein, dass Ihr am Rueckrat stecken bleibt. Dann muesst Ihr saebeln und das ist nicht witzig fuer den Fisch. Im Anglergeschaeft gibt es einen sog. Aalstecher, ist eine kleine Guillotine.

 

Quelle

Danke Tirunesh und den anderen vernüftigen Antworten.

 

Das Problem hat sich erledigt.

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was sagst du eigentlich dem KInd, wenn es fragt, ob der Fisch jetzt in den HImmel kommt? Grüße, KAM.

Ich sage ihm, dass der Fisch nicht katholisch getauft war, und dass es daher nicht sicher ist, ob er im Himmel aufgenommen wird. Dann weise ich weiter auf die begründete Hoffnung hin, dass sich der allmächtige Gott aus seiner erbarmenden Gnade auch einem ungetauften Fisch annehmen wird, so dieser guten Willens war und von der katholischen Heilsbotschaft nicht genügend unterrichtet wurde, um eine freie Entscheidung für den Glauben treffen zu können.

So ähnlich hab ich mir das auch vorgestellt. B)

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Schlimm kranke Fische, die sich erkennbar nur noch quälen und doch nicht sterben können, kann man auch einschläfern:

 

(Vorbemerkung: Am besten Latexhandschuhe vorher anziehen und schauen, daß nicht aus Versehen Nelkenöl ins Aquarium oder sonstwohin kommt)

 

1. (Trink-)Glas mit Aquariumwasser vorbereiten.

 

2. Fisch aus dem Aquarium rausfangen (gar nicht so einfach, auch Fische merken manchmal ziemlich viel ...)

 

3. Fisch ins Glas.

 

3a. Abschied nehmen vom Fisch.

 

4. Nelkenöl - wir kennen das vom Zahnarzt als sanftes Betäubungsmittel - (einige Tropfen nach Gefühl) dazugeben.

 

5. Warten, bis der Fisch betäubt ist.

 

6. Weiteres Nelkenöl dazugeben. Wenn sich die Kiemen nicht mehr bewegen, ist der Fisch tot.

 

7. Fisch entsorgen.

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Wir haben uns beinahe totgelacht

Ralph,

 

Deine Beiträge sind oft gefährlich für meine Gesundheit - ich habe mich gerade ziemlich verschluckt vor Lachen beim Lesen. Du schreibst immer so schön anschaulich :-)))

 

So, aber nun ernsthaft: Danke! ich les' Dich immer wieder gern :-)

 

schade, daß wir so weit weg wohnen ...

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Und was passiert, wenn der Zierfisch sich nach dem Runterspuelen in die Toilette wieder erholt, und in einem Gewaesser landet?

das ist in Deutschland hier kein Problem, weil hier Aquarianer praktisch nur Warmwasserfische halten, die im Winter immer erfrieren.

 

Einzige mir bekannte Ausnahme: In der Eifel (Warmwasserquellen!) wurden stabile Populationen von dort wildlebenden Platys entdeckt, die mit Sicherheit irgendwann von Aquarianern mit Hilfe der Spültaste in die Freiheit entlassen wurden.

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Einzige mir bekannte Ausnahme: In der Eifel (Warmwasserquellen!) wurden stabile Populationen von dort wildlebenden Platys entdeckt, die mit Sicherheit irgendwann von Aquarianern mit Hilfe der Spültaste in die Freiheit entlassen wurden.

Die wurden wohl eher direkt dort ausgesetzt.

 

Es ist wirklich so gut wie unmöglich, dass ein Fisch den Ritt durch die Kanalisation überlebt, und auch in der Eifel wird man wohl Kläranlagen kennen.

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Das ist sogar ein ausgesprochenes Kinderthema, da Kinder nach dem Film "Rettet Nemo" versucht haben sollen, die Aquarienbewohner ihrer Eltern durch die Toilette in die Freiheit zu entlassen.

das größere Problem nach dem Film war wohl, daß ziemlich viele Menschen dann Nemo-Fische halten wollten.

 

und meiner Meinung nach stellt ein Seewasseraquarium schon höhere Ansprüche an den Aquarianer - ich würde mir das momentan noch nicht zutrauen. Schließlich sollen sich die Fischlein wohlfühlen bei mir - sonst könnte ich mir ja auch gleich 'ne DVD für den Fernseher kaufen, wo dann das Meerwasserriff und - später dann für's Einschlafen - auch noch so'n künstliches Kaminfeuer drauf ist.

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