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Josefs Traum


Gabriele
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18 Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

19 Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

 

Wie mag es da Josef gegangen sein, was mag er gedacht haben?

Ein rechtschaffener Mann, der sich mit einer jungen Frau verlobte, eine Familie gründen wollte, Zukunftspläne schmiedete, als Handwerker in der Gesellschaft und als Familienvater vor Gott leben wollte.

Und der dann feststellen muß, dass seine Verlobte schwanger ist - aber nicht von ihm.

Seine Pläne durchkreuzt, seine Lebensträume in Scherben, wer könnte da nicht nachvollziehen, wenn er mit Wut und Bitterkeit reagiert hätte?

Aber er will Maria nicht bloßstellen, er will die Sache in aller Stille regeln.

 

20 Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

21 Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

22 Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:

23 Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, / einen Sohn wird sie gebären, / und man wird ihm den Namen Immanuel geben, / das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

 

Josef hat einen Traum, ein Engel gibt ihm die Erklärung für Marias Schwangerschaft.

Es klingt wie eine Einladung, wie ein Ruf in einen anderen Lebensplan, nicht den den er sich ausgemalt hat, sondern in einen, den ein Anderer für ihn bereithält.

 

Eine ungewöhnliche Berufung, eigentlich eine verrückte Geschichte.

Wer kann solches schon glauben? Ein Kind, nicht von Josef oder einem anderen Mann gezeugt, und dennoch ein Kind, für das er Verantwortung übernehmen, dem er Vater sein soll.

 

Eine im doppelten Wortsinne ver-rückte Geschichte:

Herausgerückt aus allem, was wir kennen und für normal halten.

Muß nicht auch Josef bei dieser Geschichte ver-rückt werden? Muß nicht auch er alles, was er bisher kannte und für normal hielt, seine Pläne und Träume verlassen, sich an einen ganz anderen Punkt rücken lassen?

 

24 Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

25 Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.

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Liebe Gabriele!

 

Schön, dass Du einen Thread über den hl. Josef eröffnest. Für die Vorbereitung auf Weihnachten gut geeignet. Von Josef schreibt die Schrift, dass er ein "Gerechter" war. Und wenn wir sehen, wie Josef die Prüfungen (die von Dir erwähnte Schwangerschaft Mariens, die Flucht nach Ägypten) bestanden hat dann sehen wir, dass es kein leichter Weg war, den Josef zu gehen hatte.

 

Auch im Hinblick auf die sogenannten "Träume" möchte ich kurz Stellung nehme. In der Bibel wird an mehreren Stellen (z.B. beim ägyptischen Josef, bei den drei Weisen aus dem Morgenland) erwähnt, dass sie "im Traum" Zeichen erhalten haben. Ich habe Deutungen dieser Stellen gelesen, die das nicht nur als Traum- Zeichen sehen, sondern als eine Art Vision werten. Aber wie auch immer: Josef war bereit, die Zeichen Gottes anzunehmen und darnach zu handeln. Auch bei der Flucht nach Ägypten überließ sich Josef nicht endlosen Überlegungen, wie beschwerlich das alles sei, dass dies unzumutbar sei- sondern er folgte den Weisungen Gottes. Das ist wahrlich eine vorbildhafte Hingabe an Gott- vor allem auch dort, wo die Pläne Gottes nicht sofort verständlich sind. Das kann auch für unser Glaubensleben eine wertvolle Anregung sein.

 

Herzliche Adventsegensgrüße, Peter

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