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Was alles ist Gottes Wort?


Bongo
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Soweit ich mich erinnere, wird nach bestimmten Lesungen aus der Bibel immer abgeschlossen mit "Gottes Wort".

 

Wer kann mich aufklären, welche Texte der Bibel Gottes Wort sein sollen?

 

Gruß, Bongo

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Zitat von Lichtlein am 20:59 - 5.Januar.2003

Alle Texte der Bibel sind Gottes Wort.

 

Wenn Du provozieren willst - sag's gleich! Dann verschiebe ich in die Arena.

 

Lucia.

 

 

Nein, ich will nicht provozieren, wieso unterstellst Du mir das?

 

Gruß, Bongo

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Hallo Lichtlein,

 

mit Deiner Antwort kann ich nichts anfangen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das auch die Ansicht der kath. Kirche ist, was Du mir da so naßforsch entgegengeschleudert hast.

 

Gruß, Bongo

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Bongolein,

auch wenn Du's nicht wahrhaben willst; das ist die offizielle Lehre der kath. Kirche. Besorg' Dir doch "Dei Verbum" aus dem 2. Vat. Konzil - gibt's im Internet zum runterladen - dann kanst Du's selber überprüfen.

 

Hier ein Absatz daraus:

 

  • 9. Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander Anteil. Demselben göttlichen Quell entspringend, fließen beide gewissermaßen in eins zusammen und streben demselben Ziel zu. Denn die Heilige Schrift ist Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde. Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten. So ergibt sich, daß die Kirche ihre Gewißheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sollen beide mit gleicher Liebe und Achtung angenommen und verehrt werden.

 

Lucia

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Guest Juergen


Zitat von Bongo am 20:27 - 5.Januar.2003

Soweit ich mich erinnere, wird nach bestimmten Lesungen aus der Bibel immer abgeschlossen mit "Gottes Wort".

 

Wer kann mich aufklären, welche Texte der Bibel Gottes Wort sein sollen?


Im lateinischen wird nach jeder Lesung und nach dem Evangelium jeweils Wort Gottes (Verbum Domini) gesagt.

 

Im Deutschen heißt es nach jeder Lesung Wort Gottes bzw. Wort des lebendigen Gottes; nach dem Evangelium: Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Wenn ein Lektor nach dem Lesen der Lesung(en) etwas anderes sagt z.B. Soweit die Worte der Lesung, was nichts anderes bedeutet wie Zitat Ende, dann hat der Lektor wohl nicht verstanden, was er bei seinem Dienst eigentlich tut.

 

(Teilweise wird auch bei lat. Messen nach dem Evangelium gesagt: Evangelium Domini nostri Jesu Christi. Dies ist aber nicht die offizielle Version)

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Ich verstehe Bongo's Frage als was ganz anderes:

 

Wenn zum Beispiel in der Bibel steht, dass die Frau in der Kirche zu schweigen habe, dann nehmen wir das heute nicht mehr in dem Sinne als Gottes Wort, als dass man dies woertlich befolgen solle.

 

So ergibt sich also die Frage, wie man verschiedene Aussagen in der Bibel einschaetzt. Find ich ne gute Frage

 

Max

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Dei verbum erscheint mir da deutlich genug.

 

Also, Lichtlein: halt dein Mündlein!

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>> Find ich ne gute Frage << (Max)

 

Find' ich auch.

 

Weshalb plädiert die Kirche beispielsweise nicht lauthals dafür, praktizierende Homosexuelle zu steinigen? Ist die heutige Haltung der Kirche nicht ein klarer Verstoß gegen Gottes Wort?

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Zitat von Ute am 20:58 - 6.Januar.2003

Dei verbum erscheint mir da deutlich genug.

 

Also, Lichtlein: halt dein Mündlein!


Nee, Süße, von Dir laß' ich mir den Mund nicht verbieten.

 

was hab' ich denn oben gesagt?

 

    • 20:59 - 5.Januar.2003
       
      Alle Texte der Bibel sind Gottes Wort.

 

Das hab' ich gesagt.

 

Aber Bongo wollt's mir ja nicht glauben.

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Zitat von Max am 20:52 - 6.Januar.2003

So ergibt sich also die Frage, wie man verschiedene Aussagen in der Bibel einschaetzt.

Grundsätzlich:

 

Die Bibel ist "Gottes Wort in Menschenwort", heißt, daß die Bibel einfach aus (in christlicher Terminologie gesprochen) "Glaubenszeugnissen" besteht. Menschen erzählen von den Erfahrungen, die sie mit Gott gemacht haben, was sie auf dem Weg mit Gott, auf dem Weg der Nachfolge erfahren und erlebt haben.

 

Interessant ist natürlich die Frage, was jetzt da zeitbedingt ist, was da vielleicht auch "Nur-Menschliches" drin ist - um auf Dein Beispiel zurückzukommen: Da könnte man fragen, ob der gute Paulus vielleicht 'n bißchen "frauen-kritisch" eingestellt war.

 

Daß es da zu verschiedenen Auffassungen kommt (ich habe in meiner Kindheit durchaus Christen erlebt, die die Anweisung von Paulus, eine Frau solle keine Männerkleider anziehen, in ein Hosenverbot für Frauen übersetzten), liegt in der Natur der Sache.

 

Deshalb gibt es die Theologen zum Forschen, die Tradition zum Nachschauen (wir sind schließlich nicht die ersten Christen) und das Lehramt zum Bremsen (das sehe ich durchaus nicht negativ, in ein Auto ohne Bremsen würde ich nur ungern einsteigen ...). Das Lehramt ist außerdem für Grenzziehungen zuständig (z. B. für die Entscheidung, was da überhaupt alles in die Bibel reingehört, mußte ja auch irgendwann mal festgelegt werden).

 

Und dann gibt es nach unserer christlichen Auffassung noch den Geist Gottes, den Heiligen Geist, der dafür sorgt, daß wir uns nicht allzusehr in Sackgassen verrennen.

 

Das "reine Wort" Gottes aus der Bibel herauszudestillieren, ist sicher nicht möglich. Interessant finde ich die Rekonstruktionsversuche der Spruchquellen, die hinter den Evangelien stehen könnten, schon - nur die Diskussion, was jetzt Jesus wirklich gesagt haben soll, bringt m. E. nix. Wir waren nicht dabei, Vdeo hat auch niemand mitgedreht, wir haben nur die Zeugnisse von Menschen.

 

Das Interessanteste an der ganzen Geschichte für mich ist allerdings: Was bedeuten diese alten Glaubenszeugnisse für mich, für mein praktisches Leben?

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Zitat von Juergen am 17:58 - 6.Januar.2003

Im Deutschen heißt es nach jeder Lesung
Wort Gottes
bzw.
Wort des lebendigen Gottes

kleine Ergänzung (zitiert nach "Gotteslob", Nr. 355): "Wo nach der Lesung ein Zuruf der Gemeinde üblich ist, fügt der Lektor an: 'Wort des lebendigen Gottes'.."

 

Ist also eine Möglichkeit, aber keine Vorschrift.

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Zitat von Lichtlein am 23:01 - 6.Januar.2003

 

was hab' ich denn oben gesagt?

 

    • 20:59 - 5.Januar.2003

       

      Alle Texte der Bibel sind Gottes Wort.

 

Das hab' ich gesagt.

 

Aber Bongo wollt's mir ja nicht glauben.


 

Hallo Lucia,

 

darum ging's aber nicht. Ich denk "Petrus" hat die Sache gut beantwortet.

 

Also ich muss das doch loswerden: Du scheinst Dich sehr fuer das Wahre und Richtige einzusetzen, und Toleranz heisst fuer Dich, Unrecht zu tolerieren.

 

Die Gefahr ist nur, dass Du da zuweit gehst und im Versuch Unrecht hart zu bekaempfen, selbst Unrecht tust. Wie Deine Antwort an Bongo.

 

Hier sind viele die die Kirche kennenlernen wollen und deshalb dumme Fragen stellen. Wenn man dafuer gleich zurechtgewiesen wird, gibt man die Kirche als Moeglichkeit eben gleich wieder auf. Und soll's das sein?

 

Max

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Zitat von Petrus am 23:21 - 6.Januar.2003

Und dann gibt es nach unserer christlichen Auffassung noch den Geist Gottes, den Heiligen Geist, der dafür sorgt, daß wir uns nicht allzusehr in Sackgassen verrennen.

 

Nun gibt es ja ganz "irdische" Errungenschaften, wie die Erfindungen und Entdeckungen, die uns heute das Leben so erleichtern und anderen erst ermöglichen. Hat hier ein anderer "Geist" Pate gestanden?

 

Wenn diese Frage verneint wird, weil dies mit Religion nicht zu tun hat, dann sind aber die "Eingebungen" des Geistes Gottes oder eines Heiligen Geistes, was immer das auch sein soll, ebenfalls abzulehnen.

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Zitat von pedrino am 11:06 - 7.Januar.2003


Zitat von Petrus am 23:21 - 6.Januar.2003

Und dann gibt es nach unserer christlichen Auffassung noch den Geist Gottes, den Heiligen Geist, der dafür sorgt, daß wir uns nicht allzusehr in Sackgassen verrennen.

 

Nun gibt es ja ganz "irdische" Errungenschaften, wie die Erfindungen und Entdeckungen, die uns heute das Leben so erleichtern und anderen erst ermöglichen. Hat hier ein anderer "Geist" Pate gestanden?

Nein, warum sollte ein anderer "Geist" als der Heilige dafür verantwortlich sein?

 


Wenn diese Frage verneint wird, weil dies mit Religion nicht zu tun hat, dann sind aber die "Eingebungen" des Geistes Gottes oder eines Heiligen Geistes, was immer das auch sein soll, ebenfalls abzulehnen.

Hä? Ich habe diese Frage verneint. Und wieso willst Du jetzt die Erfindungen ablehnen?

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Zitat von Max am 10:43 - 7.Januar.2003

 

Hallo Lucia,

 

darum ging's aber nicht. Ich denk "Petrus" hat die Sache gut beantwortet.

 

Also ich muss das doch loswerden: Du scheinst Dich sehr fuer das Wahre und Richtige einzusetzen, und Toleranz heisst fuer Dich, Unrecht zu tolerieren.

 

Die Gefahr ist nur, dass Du da zuweit gehst und im Versuch Unrecht hart zu bekaempfen, selbst Unrecht tust. Wie Deine Antwort an Bongo.


Hallo Max,

bist Du Bongo? Weißt Du genau, worum es ihm ging?

Du kannst nur vermuten - wie ich auch. Da Bongo hier schon einiges an (z. T. ungerechtfertigter) Kirchenschelte abgelassen hat, habe ich vorsichtshalber nachgefragt, ob er es auf eine Provokation abgesehen hat.

 

Da dem (hoffentlich auch wieterhin!) nicht so ist, bitte ich um Entschuldigung, falls Ihr meine Antwort als zu schroff empfunden habt.

 

@Bongo: Entschuldige bitte!

 

Gruß,

Lucia

 

@Petrus: Danke für Deine ausführliche Antwort - soviel Zeit hatte ich nicht.

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Zitat von Lichtlein am 11:24 - 7.Januar.2003

>>Nun gibt es ja ganz "irdische" Errungenschaften, wie die Erfindungen und Entdeckungen, die uns heute das Leben so erleichtern und anderen erst ermöglichen. Hat hier ein anderer "Geist" Pate gestanden?<<(pedrino)

 

Nein, warum sollte ein anderer "Geist" als der Heilige dafür verantwortlich sein?

 

Es ist mir neu, das sich die Erfindung der katholischen Kirche, hier der "Heilige Geist", um nicht katholische Angelegenheiten kümmert.

 

Der Heilige Geist:

 

http://bibel.evangeliumszentrum.at/bs/arch...iligerGeist.htm

 

1. Der Heilige Geist ist eine Person

Die Bibel lehrt, daß der Heilige Geist nicht bloß eine Kraft oder ein Einfluß ist, sondern eine Person. Das kann man aus Folgendem schließen:

 

Er hat die Eigenschaften einer Person:

Intellekt (1Kor 2,10-13)

Wille (1Kor 12,11)

Gefühle (Eph 4,30; Jak 4,5)

Er handelt als Person. Er

redet (1Tim 4,1),

lehrt (Joh 14,26),

bezeugt (Joh 15,26),

überführt (Joh 16,8),

befiehlt (Apg 8,29),

verbietet (Apg 16,7),

verhindert (Apg 16,6),

leitet (Röm 8,14),

hilft beim Beten (Röm 8,26),

tut Wunder (Apg 8,39).

 

2. Der Heilige Geist ist Gott

Außerdem lehrt die Bibel, daß der Heilige Geist Gott ist, denn

 

aus dem Geist geboren = aus Gott geboren (Joh 3,8; Joh 1,13),

den Geist belügen = Gott belügen (Apg 5,3-4),

Tempel des Geistes = Tempel Gottes (1Kor 3,16-17),

der Geist spricht = Gott spricht (Vgl. Jer 31,31-34 und Hebr 10,15-17),

er hat Macht, die nur Gott hat (Lk 1,35; Röm 15,19),

er ist allwissend, da er die Gedanken des allwissenden Gottes kennt (1Kor 2,10-11),

er ist allgegenwärtig (Ps 139,7-10),

er ist ewig (Hebr 9,14).

Daß der Heilige Geist Gott ist, heißt aber nicht, daß er austauschbar mit dem Vater oder dem Sohn ist. Er hat eine bestimmte Rolle in der Dreieinigkeit, und diese bringt mit sich, daß er sich nicht anbeten läßt sondern Gebet und Anbetung auf den Vater und den Sohn hin lenkt (siehe unten "Das Ziel des Heiligen Geistes&quot. Christen haben Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater und mit Jesus Christus (1Jo 1,3), aber nicht mit dem Heiligen Geist, sondern vielmehr durch den Heiligen Geist.

 

 

3. Das Ziel des Heiligen Geistes

Jesu Ausführungen über den Heiligen Geist in Joh 14-16 zeigen sehr deutlich, daß es das Ziel des Heiligen Geistes ist, auf Jesus Christus hinzuzeigen, ihn zu verherrlichen, groß zu machen, ins Rampenlicht zu stellen. In seinem Wirken geht es nicht um ihn selbst sondern um Jesus Christus, denn er

 

ist auf Jesu Bitte hin und in seinem Namen gesandt (Joh 14,6.26),

bringt in Erinnerung, was Jesus die Jünger gelehrt hat (Joh 14,26),

zeugt von Jesus (Joh 15,26),

redet nicht aus sich selbst (Joh 16,13),

verherrlicht Jesus (Joh 16,14),

nimmt von dem, was Jesus gehört, und offenbart es den Jüngern (Joh 16,14).

Somit kann man sagen, daß dort, wo der Heilige Geist am Wirken ist, der Blick nicht auf Menschen gelenkt wird, auch nicht auf den Heiligen Geist, sondern auf Jesus Christus.

 

 

4. Das Wirken des Heiligen Geistes

Ich werde an dieser Stelle nicht auf sein Wirken im Alten Testament eingehen, sondern mich auf sein Wirken seit Pfingsten beschränken:

 

4.1. Sein Wirken an Sündern allgemein

Er öffnet den Menschen die Augen über ihre Sünde des Unglaubens, über Gottes Gerechtigkeit in Jesus Christus und über sein Gericht über den Herrscher dieser Welt (Joh 16,8-11).

Er zieht Menschen zu Jesus Christus (Offb 22,17).

4.2. Sein Wirken bei der Errettung

Der Heilige Geist bewirkt bei einem Menschen, der sich im Glauben Jesus Christus anvertraut, die Wesenserneuerung und Erweckung zum geistlichem Leben, die in der Bibel auch als Neu- oder Wiedergeburt bezeichnet wird (Joh 3,3; Tit 3,5). Dazu gehört auch das Abwaschen der Sünden, sodaß er vor Gott rein und gerecht dasteht (1Kor 6,11).

Der Heilige Geist nimmt bei der Neugeburt Wohnung im Gläubigen und zieht nie wieder aus (Joh 14,16-17).  

Durch ihn sind zu Pfingsten die Jünger zu einem Leib getauft worden. Sie sind alle mit dem Heiligen Geist getränkt (1Kor 12,13). Diese Taufe im Heiligen Geist erfährt jeder Gläubige bei seiner Neugeburt. Dadurch wird er sowohl mit Christus, dem Haupt, als auch mit den anderen Gliedern an seinem Leib vereinigt.

Weil es so wichtig ist, sei noch einmal hervorgehoben: Die notwendige und hinreichende Bedingung für den Empfang des Heiligen Geistes ist Gehorsam (Apg 5,32) zum Glauben (Joh 7,39; Gal 3,2). Man kann es auch so ausdrücken: Wenn ein Mensch das Evangelium von Jesus Christus hört und Gottes Aufforderung zur Umkehr und zum Glauben gehorcht, wird er geistlich neugeboren und empfängt den Heiligen Geist, der bleibend in ihm Wohnung nimmt.

 

Nach Pfingsten wird niemand aufgefordert, um den Heiligen Geist zu beten. Entweder ein Mensch hat ihn - wenn er Kind Gottes ist - oder er wird zur Umkehr und zum Glauben an Jesus Christus aufgefordert. Wenn er gehorcht, bekommt er den Heiligen Geist und ein neues Leben aus Gott.

 

Ein Mensch kann nicht zu schlecht, d.h. zu sündig sein für den Heiligen Geist, höchstens zu ungläubig, denn durch den Glauben will er ihn ja von den Sünden (und seien sie noch so schlimm) abwaschen und ihm die Gerechtigkeit Jesu zusprechen, der für seine Sünden bezahlt hat. Und dann beginnt seine Arbeit, das Leben des Menschen zu bessern, d.h. es Jesus ähnlich zu machen.

 

4.3. Sein Wirken in den Gläubigen

Die Grundlage seiner Arbeit an den Gläubigen ist, daß er bei ihnen "eingezogen" ist und nun von innen heraus wirkt. Was er für sie ist und tut, wird durch folgende Bezeichnungen ausgedrückt:

 

Siegel (2Kor 1,21-22): Sie sind als Gottes Eigentum versiegelt. Er steht hinter ihnen und beschützt sie.

Salbung (1Jo 2,20.27): Sie sind von Gott abgesondert (d.h. aus der Welt herausgenommen) und zu einem besonderen Zweck bzw. Dienst für ihn bestimmt und ausgerüstet.

Pfand/Anzahlung (2Kor 1,21-22): Sie sind auf Hoffnung hin erlöst. Sie erleben einen Teil von Gottes Rettung schon jetzt, aber die vollkommene Rettung kommt erst. Gott hat ihnen in Form des Heiligen Geistes ein Pfand gegeben, eine Anzahlung, damit sie gewiß sein können, daß er sein Versprechen, ihnen ewiges Leben in seiner Herrlichkeit zu geben, einlösen wird.

Helfer/Beistand (Joh 14,16.26)

Mit der Bezeichnung "Helfer" bzw. "Beistand" wird sein Wirken in den Gläubigen zusammengefasst. Dadurch befähigt er die Kinder Gottes zu einem Leben, das Gott gefällt. Dieses Wirken an den Gläubigen äußert sich in vielfältiger Weise:

 

Er lehrt sie alles, erinnert sie an alles, was Jesus gesagt hat (Joh 14,26), rückt ihn ins Zentrum (Joh 15,26; 16,14) und leitet sie in die ganze Wahrheit und verkündigt ihnen Zukünftiges (Joh 16,13).

Er führt und befähigt sie zur wirksamen Verkündigung des Evangeliums (Apg 1,8).

Er bewirkt Freimütigkeit, um im Auftrag Gottes zu reden (Apg 4,31).

Er gibt der Gemeinde Wachstum (Apg 9,31).

Er vermittelt den Gläubigen die Liebe Gottes (Röm 5,5).

Er leitet die Kinder Gottes (Röm 8,14).

Er vermittelt ihnen die Gewißheit, daß sie Gottes Kinder sind. Durch ihn treten sie in eine vertrauliche Beziehung mit dem Vater im Himmel (Röm 8,15-16).

Er hilft ihnen in ihrer Schwachheit aus, besonders beim Beten (Röm 8,26).  

Er zeigt ihnen, was ihnen von Gott geschenkt ist (1Kor 2,12).

Er bewirkt die Umgestaltung der Gläubigen in das Vorbild Jesu, indem er ihren Blick auf ihn lenkt (2Kor 3,18).

Er bringt gute, Gott wohlgefällige Frucht hervor, wenn ihm die Gläubigen Raum zum Wirken geben (Gal 5,22): Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Selbstdisziplin.

Er bringt Gottes Wort wirksam zur Anwendung (Eph 6,17).

Er überwindet die Furcht und gibt die notwendige Kraft, Liebe und Selbstdisziplin, um Jesus zu verkündigen und für ihn zu leiden (2Tim 1,6-8).

Er teilt nach seinem Gutdünken Gaben an die Gläubigen aus, damit sie befähigt sind, ihre Glaubensgeschwister aufzuerbauen, d.h. sie in ihrem geistlichen Wachstum zu fördern (1Kor 12,11; Eph 4,12).

4.4. Die Geistesgaben

Wir haben im Neuen Testament 4 Abschnitte zu den Gaben:

Röm 12,6-8; 1Kor 12-14; Eph 4,7-16; 1Petr 4,10-11

 

Diese Abschnitte dürfen nicht als vollständige Aufzählung oder gar Definition verstanden werden. Vielmehr werden jeweils in den Zusammenhang passende, bestimmte Gaben aufgezählt, aber nicht beschrieben. Die meisten Details finden wir in 1Kor 12-14, und zwar vor allem über die Sprachenrede und die Weissagung. Es geht dort hauptsächlich um den falschen, nämlich egoistisch-kindischen Umgang mit den Gaben, besonders um den Mißbrauch des Sprachenredens.

 

Ohne hier im Detail auf die Gaben einzugehen, möchte ich etwas sehr Wesentliches herausgreifen: Christen erhalten Gaben

 

von Gott,

durch den Heiligen Geist,

nach dem Willen des Heiligen Geistes,

zum Dienst für Gott,

zur Erbauung der anderen,

nicht aber

 

durch Manipulation oder Gruppendynamik,

nach ihrem eigenen Willen,

um sich selbst zu verwirklichen,

um die Sensationsgier von Menschen zu befriedigen.

Die Gaben in den Vordergrund zu stellen, zeugt von Unreife. Paulus zeigt einen weit besseren Weg (1Kor 12,31): Ein Leben der Selbstverleugnung und Liebe nach dem Vorbild Jesu, im Glauben an ihn und in der Hoffnung auf ihn. Wer so lebt und sich Gott zum Dienst zur Verfügung stellt, dem wird der Heilige Geist genau die Gaben geben, die er dazu braucht.

 

 

5. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist

Es gibt im Neuen Testament zwei positive und zwei negative Aufforderungen im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist:

 

Wandelt im Geist (Gal 5,16).

Werdet erfüllt mit dem Heiligen Geist (Eph 5,18).

Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes (Eph 4,30).

Dämpft/löscht nicht den Geist (1Thes 5,19).

Diese Aufforderungen hängen in folgender Weise zusammen: In welchem Ausmaß der Heilige Geist die oben aufgezählten Dinge in einem Gläubigen wirkt, hängt auch sehr davon ab, wie weit dieser ihm Raum in seinem Leben gibt. Gibt er ihm viel Raum, ist er also mit dem Heiligen Geist erfüllt, so kann dieser die Frucht des Geistes zum Gedeihen bringen (Gal 5,22). Dem Heiligen Geist Wirkungsraum zu geben, nennt die Bibel auch "im Geist wandeln" (Gal 5,16).

 

Betrübt, beleidigt der Gläubige statt dessen den Heiligen Geist, indem er seine Stimme ignoriert, kein Interesse an dem zeigt, worauf er ihn hinweist, das gering schätzt, was dem Geist heilig ist und dem nachgeht, was der Geist verabscheut, dann hemmt und dämpft er ihn in seinem Wirken. Das alte, gottlose Wesen wuchert dann wie Unkraut in einem ungepflegten Garten, aus dem man den Gärtner vertrieben hat.

 

Ein Vergleich hilft vielleicht weiter: Eine Schwangere trägt werdendes Leben in sich. Sie kann dessen Wachstum fördern oder hemmen. Normalerweise nehmen werdende Mütter Rücksicht auf ihr Baby. Sie schonen sich um seinetwillen, meiden Dinge, die sie gerne tun würden und tun Dinge, die sonst meiden würden, um dem Baby die besten Voraussetzungen zur Entwicklung zu geben.

Ähnlich ist es mit einem Gläubigen, der seit seiner Neugeburt geistliches Leben in sich trägt. Dieses kann man mit einem Embryo vergleichen, denn noch ist es verborgen. Eines Tages, wenn Jesus Christus erscheinen wird, wird es sichtbar und herrlich hervortreten (Kol 3,3-4). Diesen Tag sehnt er herbei, wie eine Hochschwangere den Tag der Geburt (Röm 8,22-23). Der Heilige Geist ist derjenige, der dieses Leben fördern, die Frucht zum Gedeihen bringen will, so wie in der Natur alles dazu angelegt und vorprogrammiert ist, daß der Embryo wächst. Doch wenn man der Natur durch traumatische Einwirkungen, Gifte, Unterernährung, usw. entgegenwirkt, hemmt man das Wachstum. Ebenso hemmt ein Christ sein geistliches Wachstum, wenn er demjenigen entgegenwirkt, der es vorantreibt.

 

Beim Erfüllt-Werden mit dem Heiligen Geist geht es also darum, im Bewußtsein des innewohnenden Heiligen Geistes zu leben. Es gilt, sensibel zu werden in Bezug auf seine leise Stimme, ihn bei seiner Arbeit zu fördern und mitzuarbeiten, statt ihn - mehr oder weniger bewußt - zu verletzen und an seiner Arbeit zu hindern.

 

Keinesfalls darf Erfüllt-Werden mit dem Heiligen Geist so verstanden werden, daß man mehr von ihm bekommt - so als müßte (von außen) mehr Heiliger Geist hineinkommen, wie man mehr Wasser in ein Glas füllt. Vielmehr bedeutet es, dass der Heilige Geist die Führung übernehmen und die ganze Persönlichkeit durchdringen kann.

 

Eph 5,18-21 gibt weiteren Aufschluß über das Erfüllt-Werden mit dem Heiligen Geist. Dort steht, die Christen sollen nicht mit Wein voll werden, sondern mit dem Heiligen Geist, und zwar auf folgende Art und Weise (in Anlehnung an die Konstruktion im griechischen Urtext):

 

zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redend und dem Herrn mit dem Herzen singend und spielend,

allezeit für alles dem Gott und Vater im Namen des Herrn Jesus Christus danksagend,

sich einander unterordnend in der Furcht Christi ...

Das könnte sowohl bedeuten, daß dies die Auswirkungen der Geistesfülle sind als auch der Weg dazu. Ich glaube, beides ist richtig. Die Christen werden aufgefordert, sich füllen zu lassen. Einerseits heißt dies, daß sie etwas dazu beitragen müssen, andererseits, daß sie sich nicht selbst füllen, sondern gefüllt werden. Der Geist wird die Christen erfüllen - er wartet nur darauf, daß sie ihn lassen - wenn diese

 

ihre Gedanken und ihr Herz mit Lobgesang und Dank für Gott füllen (Eph 5,19-20) statt sich ständig zu bedauern und zu beschweren,

in Demut und Unterordnung dort für Gott leben, wo er sie hingestellt hat, statt für ihre Emanzipation zu kämpfen oder andere zu unterdrücken (Eph 5,21 - 6,9).

Aufgrund anderer Bibelstellen kann man noch ergänzen: Der Geist wird sie erfüllen, wenn sie

 

die Kommunikation mit Gott durch Gebet pflegen (Eph 6,18),

Gottes Wort viel Platz im Leben einräumen (Eph 6,17; Kol 3,16),

die Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern pflegen. Der Heilige Geist hat ja allen Gaben gegeben, damit sie einander im Glauben auferbauen (1Kor 14,12).

Wenn sie ihm auf diese Weise Raum in ihrem Leben geben, wird er ihnen Freude, Liebe und Kraft geben, um in all diesen Dingen überströmend zu sein.

 

Nach 1Kor 6,12 soll sich ein Kind Gottes nicht mehr fragen, was ist mir erlaubt und was verboten, sondern vielmehr,

 

was ist nützlich, damit der Heilige Geist ungehindert wirken kann,

was soll ich meiden, damit ich nicht wieder in die Gefangenschaft der Sünde zurückfalle.

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Hallo pedrino,

 

ich finde es etwas verwirrend, wenn Du einerseits den Heiligen Geist als "Erfindung der katholischen Kirche" bezeichnest und andererseits dann einen Text aus dem evangelikal-freikirchlichen Bereich bringst.

 

Übrigens: Statt "copy&paste" hätte mir ein Link durchaus genügt. Klicken kann ich selber :-)

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Zitat von pedrino am 12:11 - 7.Januar.2003

 

 

Es ist mir neu, das sich die Erfindung der katholischen Kirche, hier der "Heilige Geist", um nicht katholische Angelegenheiten kümmert.


Wow, pedrino, Danke!

 

Das ist ja eine tolle Zusammenstellung, die Du lieferst.

 

Aber was ist "nicht-katholisch"? Wie Platon/Carlos immer so schön zitiert, heißt "katholisch" (kat' holos ges) "für die ganze Welt" bzw. "allumfassend". Als "nicht katholisch" bleibt eigentlich nur noch das NICHTS.

 

Gruß,

Lucia

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Guest Corinna

Es ist mir überhaupt neu, dass der Heilige Geist von der katholischen Kirche "erfunden" worden ist. Wann und bei welcher Gelegenheit war denn das, pedrino?

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>Aber was ist "nicht-katholisch"? Wie Platon/Carlos immer so schön zitiert, heißt "katholisch" (kat' holos ges) "für die ganze Welt" bzw. "allumfassend". Als "nicht katholisch" bleibt eigentlich nur noch das NICHTS.< (Lucia)

 

Da siehst mal, dass jeder Blödsinn originär katholisch ist! ;-)

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Zitat von Ute am 15:02 - 7.Januar.2003

 

 

Da siehst mal, dass jeder Blödsinn originär katholisch ist! ;-)

Also auch Deine postings, Holdeste!

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Aber nein, du Lichtlein der Welt, dass ich das noch mal erlebe, dass DU MEINE Postings als KATHOLISCH bezeichnest!

 

Da nehme mich doch glatt der HeiGei auf seine Schwingen ..........

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Zitat von Ute am 16:01 - 7.Januar.2003

 

Da nehme mich doch glatt der HeiGei auf seine Schwingen ..........

Das wünsch' ich Dir auch!

 

(Ansonsten: Ironie kommt nicht von "to iron"=bügeln ...)

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