Jump to content

Vom Tod


Martin
 Share

Recommended Posts

Und er sagte:

Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen.

Aber wie werdet ihr es finden, wenn ihr es  nicht im Herzen des Lebens sucht ?

Die Eule, deren Nachtaugen am Tag blind sind, kann das Mysterium des Lichts nicht entschleiern.

Wenn ihr wirklich den Geist des Todes schauen wollt,

öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens.

Denn Leben und Tod sind eins, so wie der Fluß und das Meer eins sind.

In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche liegt euer stilles Wissen um das Jenseits;

Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.

Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.

Eure Angst vor dem Tod ist nichts als das Zittern des Hirten, wenn er vor dem König steht,

der ihm zur Ehre die Hand auflegen wird.

Freut sich der Hirte unter seinem Zittern nicht, daß er das Zeichen des Königs tragen wird ?

Doch gewahrt er sein Zittern nicht viel mehr ?

Denn was heißt sterben anders, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen ?

Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes,

als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien,

damit er emporsteigt und sich entfaltet und ungehindert Gott suchen kann ?

 

Nur wenn ihr vom Fluß der Stille trinkt, werdet ihr wirklich singen.

Und wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann werdet ihr anfangen zu steigen.

Und wenn die Erde eure Glieder fordert, dann werdet ihr wahrhaft tanzen.

 

Khalil Gibran

Link to comment
Share on other sites

Sicher, und wer nie geboren wurde, der wird auch nie sterben. Deshalb sind wir "alle" Auserwählte, die wissen, was Leben ist und die wissen, was der Tod ist!!

Denn auf diesem Wissen ist jeder Glaube begründet!!

Ja, ja, Leben und Tod sind sich gleich!!

Auf diesen Gedanken muss man erst einmal kommen!!

 

Leute, so einfach ist das mit Sicherheit nicht!!

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Martin am 21:11 - 15.April.2001


 

Hallo Martin,

 

dies ist wieder ein Versuch, Sterbenden den Abschied vom Leben zu erleichtern.

 

Ich weiß bloß nicht, ob Menschen, die spüren, dass ihre Lebensuhr abgelaufen ist, überhaupt einer Erleichterung bedürfen.

 

Kann es nicht sein, dass man sich sogar nach dem Tod sehnt, wie jemand, der hundemüde ins Bett fällt und nur noch schlafen möchte?

 

Gruß Pedrino

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Gnom am 23:49 - 15.April.2001

Sicher, und wer nie geboren wurde, der wird auch nie sterben. Deshalb sind wir "alle" Auserwählte, die wissen, was Leben ist und die wissen, was der Tod ist!!

Denn auf diesem Wissen ist jeder Glaube begründet!!

Ja, ja, Leben und Tod sind sich gleich!!

Auf diesen Gedanken muss man erst einmal kommen!!

 

Leute, so einfach ist das mit Sicherheit nicht!!


 

 

Hallo Gnom,

 

wer sagt, daß es einfach ist ?

 

Die Frage lautet: "Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen ?" Alle Fragesteller kennen es nicht. Sie wissen auch nicht, wo sie anfangen sollen zu suchen.

 

Herzliche Grüße

Martin

Link to comment
Share on other sites

>> Die Frage lautet: "Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen ?" Alle Fragesteller kennen es nicht. Sie wissen auch nicht, wo sie anfangen sollen zu suchen. << (Martin)

 

Was jedoch niemanden daran hindert, großartige Sprüche zu klopfen.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Martin am 14:12 - 16.April.2001

Schreib mal was konstruktives, Cano, du kannst das
;)

 

Aber nicht an einem Tag, an dem eine Welt für mich zusammengebrochen ist. (Katharina hat ihren Abschied bekanntgegeben)

.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von pedrino am 10:50 - 16.April.2001

 

 

dies ist wieder ein Versuch, Sterbenden den Abschied vom Leben zu erleichtern.

 

Ich weiß bloß nicht, ob Menschen, die spüren, dass ihre Lebensuhr abgelaufen ist, überhaupt einer Erleichterung bedürfen.


 

 

Hallo Pedrino,

 

einem aktuell Sterbenden, wirst Du mit den zitierten Worten wohl kaum den Abschied erleichtern können. Zumindest nicht, wenn er sie nicht schon zuvor verinnerlicht hat.

 

Allein der Gedanke an den Tod, der für viele Menschen bedrohlich erschient, kann durch so schöne Worte seine Bedrohung verliehren und dadurch das Leben erleichtern.

 

Wenn man so schöne Zeilen liest, wie Martin sie hier ins Forum gestellt hatte, sollte man sich allerdings klar darüber sein, dass in den wenigsten Fällen der Tod so harmonisch und friedvoll daherkommt wie hier beschrieben.

 

Dazu gehört ein körperlicher und geistiger Verfall und vielleicht sogar Schmerzen, die keinerlei Gedanken mehr zulassen. Der reelle Tod ist in den meisten Fällen wesentlich häßlicher als der poetische. Daher kann ich auch ehrlich sagen, dass ich das Geheimnis des reellen Todes gar nicht so gerne kennen lernen möchte.

 

Viele Grüße

Heidi

Link to comment
Share on other sites

Liebe Heidi,

 

"Der reelle Tod ist in den meisten Fällen wesentlich häßlicher als der poetische".

 

"einem aktuell Sterbenden, wirst Du mit den zitierten Worten wohl kaum den Abschied erleichtern können. Zumindest nicht, wenn er sie nicht schon zuvor verinnerlicht hat. "

 

Wenn wir unser Leben ohne Angst vor dem Sterben leben möchten, sollten wir den Tod nicht ignorieren, sondern eine annehmende Einstellung verinnerlichen. Gibt es einen anderen Weg als den Glauben an Gott ?

 

Herzliche Grüße

Martin

Link to comment
Share on other sites

<Zitat von Martin<

 

Und er sagte:

Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen.

Aber wie werdet ihr es finden, wenn ihr es  nicht im Herzen des Lebens sucht ?

Die Eule, deren Nachtaugen am Tag blind sind, kann das Mysterium des Lichts nicht entschleiern.

Wenn ihr wirklich den Geist des Todes schauen wollt,

öffnet eure Herzen weit dem Körper des Lebens.

Denn Leben und Tod sind eins, so wie der Fluß und das Meer eins sind.

In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche liegt euer stilles Wissen um das Jenseits;

Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.

Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.

Eure Angst vor dem Tod ist nichts als das Zittern des Hirten, wenn er vor dem König steht,

der ihm zur Ehre die Hand auflegen wird.

Freut sich der Hirte unter seinem Zittern nicht, daß er das Zeichen des Königs tragen wird ?

Doch gewahrt er sein Zittern nicht viel mehr ?

Denn was heißt sterben anders, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen ?

Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes,

als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien,

damit er emporsteigt und sich entfaltet und ungehindert Gott suchen kann ?

 

Nur wenn ihr vom Fluß der Stille trinkt, werdet ihr wirklich singen.

Und wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann werdet ihr anfangen zu steigen.

Und wenn die Erde eure Glieder fordert, dann werdet ihr wahrhaft tanzen.

 

Khalil Gibran

 

 

aus aktuellem Anlass wieder hervorgeholt.

 

Hat mir sehr gut gefallen,Martin

 

lieben Gruss

Moni

Link to comment
Share on other sites

>Nur ein Hinweis dazu, wie man mit dem eigenen Sterben umgehen kann, wenn man es kann...< (sstemmildt)

 

Wer hat das denn von sich geschrieben?

Link to comment
Share on other sites

Gedanken zum Tod und Sterben:

 

 

Das Sterben zu bewältigen ist noch keine Antwort auf den Tod.

 

Wer stirbt denn schon natürlich? Ist ein Unfall natürlich? Krankheit, Aids und vieles andere – was ist eigentlich natürlich? Letztlich ist auch diese Redeweise – ‘der Tod ist etwas Natürliches’ – eine Form von Verdrängung und Verharmlosung.

 

Tod und Vergebung

Wenn man sich mit Literatur zum Thema Tod beschäftigt, dann wird fast überall der Tod in irgendeiner Weise mit der Frage der Schuld verbunden.

 

Die fernöstlichen Religionen sind durch und durch bestimmt vom Karma-Gedanken, d.h. der Tod läutet immer wieder eine neue Runde von Wiedergeburten ein. Mit dem Tod wird jeweils Bilanz gezogen: auf der einen Seite die Schuld, auf der anderen Seite die sittliche Bewährung

 

Das führt zu einem weiteren Gesichtspunkt, der Frage nach der Gerechtigkeit. Max Horkheimer hat diese formuliert: „Ich fürchte, daß es Gott nicht gebe“, sagt er und beschreibt diese Furcht: „Zu fürchten, daß es Gott nicht gebe, heißt nämlich zu fürchten, daß es keine Gerechtigkeit gibt. Daß der Mörder über sein Opfer triumphiert, daß die letzten Hoffnungen auf eine übermenschliche Instanz kein Ziel erreichen und daß die Nacht, die kein menschliches Licht erhellt, auch von keinem göttlichen durchdrungen wird.“

 

In diesem Leben bleiben viele Rechnungen offen. Die Frage ist, ob es dennoch Gerechtigkeit gibt, ob Opfern und Tätern irgendwann dennoch Gerechtigkeit widerfahren wird.

 

Der Tod konfrontiert uns mit diesen Fragen nach Lebensbilanz, nach Schuld, dem Nicht-wieder-gut-zu-machenden und nach der Gerechtigkeit.

 

 

Liebe und Tod

 

Der Tod wird vor allem dort als etwas Schreckliches erlebt, wo geliebt wird, weil der Tod immer auch Abbruch von Beziehung bedeutet. Das zeigt sich in dem Wunsch, auf der anderen Seite die zu treffen, die man hier geliebt hat und die einen geliebt haben.

 

Man kann auch genau entgegengesetzt formulieren: Der Tod ist im Leben, wenn Beziehung zerbrochen ist.

Das findet sich wieder in dieser Formulierung: „Der ist für mich gestorben.” D.h., hier ist Beziehung zerbrochen und dann tritt der Tod ein, “für mich gestorben”.

 

Tod und Vergänglichkeit sind Folgen einer zerbrochenen Gottesbeziehung. Man kann nicht leben ohne den, der selber das Leben und damit unser Lebenselement ist.

Link to comment
Share on other sites

Guest Corinna

Erich, das ist nicht auf Deinem Mist gewachsen. Warum nennst Du nicht die Quelle? Gefällst Du Dir in der Rolle des Plagiators oder möchtest Du totschweigen, dass Du Deine Weisheiten aus eher obskuren Fundi-Quellen beziehst?

 

M. Haizmann: "Warum Tod geschwiegen wird".

 

http://www.smd.org/literatur/download/tr_spez_Haizmann.pdf

 

 

 

(Geändert von Corinna um 12:02 - 6.August.2002)

Link to comment
Share on other sites

Ach Corinna, alter Drache,

 

mal wieder Gelegenheit gefunden Feuer zu spucken?

 

Den von Dir zitierten Quelltext hab ich hier schon mal angegeben. Hätte es wieder getan, wenn ich sie parat gehabt hätte.

 

Gruß

Erich

Geh hin und schnaube weiter recht schön

Link to comment
Share on other sites

Liebe Moni,

 

4:46 Uhr!

 

So früh, oder so spät?

 

 

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

PS: Der Text ist sehr poetisch. Tröstlich. Christlich.

Link to comment
Share on other sites

Und wieder mal hervorgeholt,weil mir das Eingangsposting soo gut gefällt.

Für mich ist dieser Text sehr tröstlich.

Link to comment
Share on other sites

Es gibt keinen Tod für den, der ihn nicht zu fürchten braucht.

 

habe ich mal irgendwo gelesen - trifft es für mich. wir leben nicht in dem sinne wie leben hier verstanden wird,  wir lernen und werden wieder lernen.

 

tod als schwelle zum licht, zur teilhabe an allem, umfassend, gewaltig schön und voll friede und annahme durch das was ist und immer sein wird - nicht urteil sondern zeigen um zu verstehen und zu lernen. denen wieder begegnen, die schon dort sind und durchdringende, voll annehmende liebe, ein JA zu dir -  wie und was du bist.

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...