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rokmah

Kneifende Priesteranwärter

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rokmah

Liebe Leute, gestern habe ich im Paulinus (Wochenzeitung im Bistum Trier) folgenden Leserbrief gelesen, den ich hier abdrucke. Was denkt ihr darüber? Zunächst einmal weiss ich nicht, an wen er sich richtet. Spricht er die Zulassungsbedingungen an? Oder wirft er denen, die den Weg zur Priesterweihe verlassen, Charakter- und Willensschwäche vor? Was denkt ihr darüber?

 

Priester werden

statt bürgerlich leben

 

Acht Trierer Seminaristen werden Priester - das ist eine schöne Nachricht, aber acht Kandidaten sind zur Bewältigung des Priestermangels absolut nicht ausreichend!

 

Ich finde es immer wieder traurig und beschämend, dass so viele diplomierte Theologen am Ende ihrer Ausbildung "kneifen" und lieber als Pastoralreferent oder Lehrer ein recht bürgerliches Leben mit Frau, Kind und geregelten Dienstzeiten führen anstatt in der radikalen Nachfolge Christi im Priesteramt zu stellen. Oder ist das heute zuviel verlangt? Bei aller Wertschätzung der Laiendienste: Wie soll die Kirche so eine Zukunft haben?

 

Hier wäre Ursachenforschung erforderlich! Manchmal habe ich den Eindruck, selbst die Bischöfe haben sich mit dieser Situation abgefunden.

 

Günter Britz, Schmelz

 

(Leserbrief im Paulinus vom 22.1.2006)

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ramhol

Anstatt Menschen, die im Theologiestudium und als Pastoralreferenten ihrer Berufung folgen Feigheit vorzuwerden, sollte Herr Britz selber Theologie studieren und versuchen, Priester zu werden... oder besser auch nicht.

 

Ursachenforschung zu fordern ist gut, da sollte es nicht bei Forderungen bleiben. Solche platten Vorwürfe helfen aber nicht.

 

Im übrigen: ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal in einer Gemeindemesse in den Fürbitten um Berufungen gebetet haben. Vielleicht geht den meisten diese Dimension des Priesteramts (Berufung) vollkommen ab, man entscheidet sich ja nicht Priester zu werden wie man sich dazu entscheidet Bäcker oder Friseur zu werden.

 

Ursachenforschung (und notfalls Korrekturen bei Ausbildung etc.) sind das eine, Gebet um Berufung das andere. Nur mit beidem kann es gehen.

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soames
Anstatt Menschen, die im Theologiestudium und als Pastoralreferenten ihrer Berufung folgen Feigheit vorzuwerden, sollte Herr Britz selber Theologie studieren und versuchen, Priester zu werden... oder besser auch nicht.

 

Ursachenforschung zu fordern ist gut, da sollte es nicht bei Forderungen bleiben. Solche platten Vorwürfe helfen aber nicht.

 

Im übrigen: ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal in einer Gemeindemesse in den Fürbitten um Berufungen gebetet haben. Vielleicht geht den meisten diese Dimension des Priesteramts (Berufung) vollkommen ab, man entscheidet sich ja nicht Priester zu werden wie man sich dazu entscheidet Bäcker oder Friseur zu werden.

 

Ursachenforschung (und notfalls Korrekturen bei Ausbildung etc.) sind das eine, Gebet um Berufung das andere. Nur mit beidem kann es gehen.

In unserer kleinen Gemeinde gibt es oft Fürbitte für Priester- und Ordensberufungen. Und es gibt immer wieder welche, auch wenn wir nur wenige Gemeindeglieder sind "arbeiten" wir immerhin mehr als eigenbedarfsdeckend. B) Trotzdem reicht es fürs Bistum nicht ganz. :lol:

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laura
Im übrigen: ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal in einer Gemeindemesse in den Fürbitten um Berufungen gebetet haben. Vielleicht geht den meisten diese Dimension des Priesteramts (Berufung) vollkommen ab, man entscheidet sich ja nicht Priester zu werden wie man sich dazu entscheidet Bäcker oder Friseur zu werden.

 

Heute abend in der Vorabendmesse ...

 

Laura

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Mariamante
Liebe Leute, gestern habe ich im Paulinus (Wochenzeitung im Bistum Trier) folgenden Leserbrief gelesen, den ich hier abdrucke. Was denkt ihr darüber? Zunächst einmal weiss ich nicht, an wen er sich richtet. Spricht er die Zulassungsbedingungen an? Oder wirft er denen, die den Weg zur Priesterweihe verlassen, Charakter- und Willensschwäche vor? Was denkt ihr darüber?
So wie es dem Leserbrief zu entnehmen ist, wirft der Schreiber einigen vor, dass sie die radikale Nachfolge und Hingabe im Priestertum nicht ausüben (z.B. die Ehelosigkeit um Christi willen annehmen) sondern lieber als Pastoralreferant oder Leherer ein Leben mit Frau und Kindern führen und ein in den Augen des Schreibers "angenehmes" Leben haben (wollen). Zuerst einmal ist die Kritik am Kritiker sicher berechtigt, welchen Weg er selbst geht. Aber auch wenn diese Rückfrage berechtigt ist, kann man das Anliegen des Leserbriefschreiber nachvollziehen:

 

In den wohlhabenderen Ländern gibt es einen tw. schmerzlich empfundenen Priestermangel- aber tw. scheint den Leserbriefschreiber eine gewisse Gleichgültigkeit zu stören. Wenn dann noch die Aussage kommt: "Priestermangel ist gut, weil so die Laienaufgaben aufgewertet werden und die Laien mehr Aufgaben wahrnehmen"-dann kann ich verstehen, dass sich die Sorgen um die Zukunft der Kirchen in den Ländern, wo es weniger Priesternachwuchs gibt vermehren.

 

Hier wäre Ursachenforschung erforderlich! Manchmal habe ich den Eindruck, selbst die Bischöfe haben sich mit dieser Situation abgefunden.
Die Ursachenforschung könnte zu folgenden Ergebnissen kommen:

1.Glaubenskrise 2.Hingabekrise 3. Identitätskrise von Priestern (das Priesterbild mancher sieht eher nach einem Sozialarbeiter aus- und warum sollte man nach einem solchen Weg streben, wo man als Sozialarbeiter sich einfacher engagieren kann).

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OneAndOnlySon
[...] als Pastoralreferent oder Lehrer ein recht bürgerliches Leben mit Frau, Kind und geregelten Dienstzeiten führen anstatt in der radikalen Nachfolge Christi im Priesteramt zu stellen. [...]

Günter Britz, Schmelz

 

(Leserbrief im Paulinus vom 22.1.2006)

 

Wie sagte Papst Johannes XXIII. so schön: "Man kann mit dem Hirtenstab in der Hand heilig werden. Aber ebenso mit einem Besen."

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wolfgang E.
Wenn dann noch die Aussage kommt: "Priestermangel ist gut, weil so die Laienaufgaben aufgewertet werden und die Laien mehr Aufgaben wahrnehmen"-.......

Woher nimmst Du diese Aussage. Sie ist ein glatte unfreundliche Unterstellung, die im Text keine Deckung findet.

 

Es muß wunderbar sein, sich selber einen Popanz aufzbauen (ihn Wien würden wir sagen einen Watschenmann) der nichts anderes repräsentiert, als die eigenen Aversionen und Vorurteile und auf den man nach Belieben losschlagen kann.

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Mariamante

Wenn dann noch die Aussage kommt: "Priestermangel ist gut, weil so die Laienaufgaben aufgewertet werden und die Laien mehr Aufgaben wahrnehmen"-.......

Woher nimmst Du diese Aussage. Sie ist ein glatte unfreundliche Unterstellung, die im Text keine Deckung findet.

 

Es muß wunderbar sein, sich selber einen Popanz aufzbauen (ihn Wien würden wir sagen einen Watschenmann) der nichts anderes repräsentiert, als die eigenen Aversionen und Vorurteile und auf den man nach Belieben losschlagen kann.

 

Lieber Wolfgang- leider habe ich die Quelle nicht zur Hand. Aber die Aussage, dass manche den Priestermangel als Chance zur Aufwertung der Laien sehen ist dir vielleicht schon mal unter gekommen?

 

Die "Wir sind Kirche" Gruppe äußert z.B.

 

Verstehen Sie den Priestermangel als Chance für ein neues Bewusstsein der Mit- und Selbstverantwortung in den Gemeinden!

Quelle:

http://www.wir-sind-kirche.de/wsk/aktuell/...fener_brief.htm

 

 

und hier als Gegenpart:

 

Hier geht es nicht um eine Wende zurück, sondern um die klare Er-kenntnis der sakramentalen Natur der Kirche, die ausschließt, daß ein Priester in seinem Wirken durch Laien ersetzt werden könne - bis hin zu der völlig in die Irre führenden Maxime, daß der Priestermangel eine ,,Chance" für die Laien sei. Zu welchem ungeheuren Vertust an Glauben, kirchlicher Einheit und nicht zuletzt Priesterberufen das führt, ist uns ja in den letzten Jahrzehnten in den Niederlanden und der Schweiz deutlich demonstriert worden.

 

Quelle:

http://www.st-peter.de/laien1.htm

 

Da es zum Thema dazu gehört habe ich mir die Freiheit genommen, das hier einzubringen. Wenn es in deine Augen ein Popanz oder ein Strohmann oder eine Ablenkung vom Thema ist, kannst du das gerne weiter ausbauen.Ich für meinen Teil kann die Sorgen und Bedenken auch des Leserbriefschreibers nachfühlen - denn der Priestermangel ist mancherorts sehr spürbar- und Nachwuchsprobleme gibt es nicht nur bei manchen Orden. Ein Mitgrund liegt wohl auch darin, dass die öffentlichen Medien (und nicht nur jene) die Hochschätzung des Priesterstandes nicht gerade fördern. Nicht jeder fühlt sich berufen einen Stand zu wählen, bei dem er auf der einen Seite durch die Medien und auf der andere Seite durch Gläubige auf seinem Weg mit Hindernissen rechnen muss, da diese das katholische Priestertum wenig schätzen.(So weit zum Thema "Ursachenforschung")

Edited by Mariamante

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OneAndOnlySon
Nicht jeder fühlt sich berufen einen Stand zu wählen, bei dem er auf der einen Seite durch die Medien und auf der andere Seite durch Gläubige auf seinem Weg mit Hindernissen rechnen muss, da diese das katholische Priestertum wenig schätzen.(So weit zum Thema "Ursachenforschung")

 

Also ob diese (von denen ich nicht weiß, ob es sie überhaupt gibt, aber du scheinst sie ja zu kennen), die auf ihre (gefühlte) Berufung zum Priesteramt verzichten, weil das kein Job mit Blütenweiss-Superstar--Sozialarbeiter-Mix-Image ist, dann habe ich doch so meine Bedenken, ob diese denn wohl geeignet wären. Wenn es jemand nötig hat, von jedem (von der Oma über den Polizeibeamten bis zur Blödzeitung) mit Hochwürden angeredet zu werden, dann sucht der vielleicht (!) etwas anderes, als Christusnachfolge. Wie gesagt, sind mir solche Fälle aber nicht bekannt.

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Gabriele
Die Ursachenforschung könnte zu folgenden Ergebnissen kommen:

1.Glaubenskrise 2.Hingabekrise 3. Identitätskrise von Priestern (das Priesterbild mancher sieht eher nach einem Sozialarbeiter aus- und warum sollte man nach einem solchen Weg streben, wo man als Sozialarbeiter sich einfacher engagieren kann).

Wenn das Priesterbild mancher Katholiken (und Bischöfen) die Ursache dafür ist, dass jemand erkennt: "Das übersteigt meine Kräfte, das kann ich nicht leisten" dann kann ich darin weniger eine "Identitätskrise von Priestern" (die lieber den einfacheren Weg des Sozialarbeiters gehen wollen) sehen, als vielmehr eine gesunde Selbsteinschätzung.

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ramhol

Wenn dann noch die Aussage kommt: "Priestermangel ist gut, weil so die Laienaufgaben aufgewertet werden und die Laien mehr Aufgaben wahrnehmen"-.......

Woher nimmst Du diese Aussage. Sie ist ein glatte unfreundliche Unterstellung, die im Text keine Deckung findet.

 

Es muß wunderbar sein, sich selber einen Popanz aufzbauen (ihn Wien würden wir sagen einen Watschenmann) der nichts anderes repräsentiert, als die eigenen Aversionen und Vorurteile und auf den man nach Belieben losschlagen kann.

 

Lieber Wolfgang- leider habe ich die Quelle nicht zur Hand. Aber die Aussage, dass manche den Priestermangel als Chance zur Aufwertung der Laien sehen ist dir vielleicht schon mal unter gekommen?

 

Die "Wir sind Kirche" Gruppe äußert z.B.

 

Verstehen Sie den Priestermangel als Chance für ein neues Bewusstsein der Mit- und Selbstverantwortung in den Gemeinden!

Quelle:

http://www.wir-sind-kirche.de/wsk/aktuell/...fener_brief.htm

 

 

und hier als Gegenpart:

 

Hier geht es nicht um eine Wende zurück, sondern um die klare Er-kenntnis der sakramentalen Natur der Kirche, die ausschließt, daß ein Priester in seinem Wirken durch Laien ersetzt werden könne - bis hin zu der völlig in die Irre führenden Maxime, daß der Priestermangel eine ,,Chance" für die Laien sei. Zu welchem ungeheuren Vertust an Glauben, kirchlicher Einheit und nicht zuletzt Priesterberufen das führt, ist uns ja in den letzten Jahrzehnten in den Niederlanden und der Schweiz deutlich demonstriert worden.

 

Quelle:

http://www.st-peter.de/laien1.htm

 

Da es zum Thema dazu gehört habe ich mir die Freiheit genommen, das hier einzubringen. Wenn es in deine Augen ein Popanz oder ein Strohmann oder eine Ablenkung vom Thema ist, kannst du das gerne weiter ausbauen.Ich für meinen Teil kann die Sorgen und Bedenken auch des Leserbriefschreibers nachfühlen - denn der Priestermangel ist mancherorts sehr spürbar- und Nachwuchsprobleme gibt es nicht nur bei manchen Orden. Ein Mitgrund liegt wohl auch darin, dass die öffentlichen Medien (und nicht nur jene) die Hochschätzung des Priesterstandes nicht gerade fördern. Nicht jeder fühlt sich berufen einen Stand zu wählen, bei dem er auf der einen Seite durch die Medien und auf der andere Seite durch Gläubige auf seinem Weg mit Hindernissen rechnen muss, da diese das katholische Priestertum wenig schätzen.(So weit zum Thema "Ursachenforschung")

 

Mir scheint manchmal "WsK" und dergleichen werden von den Fundis größer geredet, als sie tatsächlich sind... Deshalb sind das in gewisser Weise schon Strohfeuer. Ich kenne niemanden in meinem gemeindlichen und universitären Umfeld (und da ist das ganze Spektrum dabei), der sich ernsthaft über Priestermangel freut.

 

Ansonsten schließe ich mich OneAndOnlySon an.

Edited by ramhol

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ramhol

Soll ich auch mal ein Strohfeuer anzünden:

 

Was mich immer so ärgert ist diese Selbstherrlichkeit, mit der manche Katholiken ihre Priester und Bischöfe beurteilen. Grundsätzlich heben sie das Priesteramt auf einen so hohen Thron, und dann urteilen Sie über Bischöfe und Priester so selbstgerecht und arrogant: "Dyba ist der beste Bischof gewesen, Lehmann ist ein schlechter Bischof... Dieser Pfarrer ist ein wahrer Gottesmann, jener Pfarrer wäre besser Sozialarbeiter geworden".

 

Und da wundert man sich, dass junge Männer Angst haben, ihrer Berufung zu folgen?

 

 

PS.

Die, die am meisten von der Würde des geweihten Hauptes sprechen sind meistens die ersten, die den Stab über jene brechen, wenn sie irgendeinem Ideal nicht entsprechen.

Edited by ramhol

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Franciscus non papa
Soll ich auch mal ein Strohfeuer anzünden:

 

Was mich immer so ärgert ist diese Selbstherrlichkeit, mit der manche Katholiken ihre Priester und Bischöfe beurteilen. Grundsätzlich heben sie das Priesteramt auf einen so hohen Thron, und dann urteilen Sie über Bischöfe und Priester so selbstgerecht und arrogant: "Dyba ist der beste Bischof gewesen, Lehmann ist ein schlechter Bischof... Dieser Pfarrer ist ein wahrer Gottesmann, jener Pfarrer wäre besser Sozialarbeiter geworden".

 

Und da wundert man sich, dass junge Männer Angst haben, ihrer Berufung zu folgen?

 

 

PS.

Die, die am meisten von der Würde des geweihten Hauptes sprechen sind meistens die ersten, die den Stab über jene brechen, wenn sie irgendeinem Ideal nicht entsprechen.

 

 

*unterschreib*

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MartinO

Hallo Peter,

 

Nicht jeder fühlt sich berufen einen Stand zu wählen, bei dem er auf der einen Seite durch die Medien und auf der andere Seite durch Gläubige auf seinem Weg mit Hindernissen rechnen muss, da diese das katholische Priestertum wenig schätzen.(So weit zum Thema "Ursachenforschung")

 

also, von mangelnder Wertschätzung durch die Gläubigen weiß ich nichts. Außerdem: Hat die Kirche nicht immer gefordert, dass nur ein Berufener Priester werden soll?

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Franciscus non papa

 

Die Ursachenforschung könnte zu folgenden Ergebnissen kommen:

1.Glaubenskrise 2.Hingabekrise 3. Identitätskrise von Priestern (das Priesterbild mancher sieht eher nach einem Sozialarbeiter aus- und warum sollte man nach einem solchen Weg streben, wo man als Sozialarbeiter sich einfacher engagieren kann).

Wenn das Priesterbild mancher Katholiken (und Bischöfen) die Ursache dafür ist, dass jemand erkennt: "Das übersteigt meine Kräfte, das kann ich nicht leisten" dann kann ich darin weniger eine "Identitätskrise von Priestern" (die lieber den einfacheren Weg des Sozialarbeiters gehen wollen) sehen, als vielmehr eine gesunde Selbsteinschätzung.

 

 

 

genau so sehe ich das auch.

 

gerade konservative kreise heben den priester oder bischof geradezu in heiligmäßige zonen hinauf. und dann wundern sie sich, wenn jemand sich diesem anspruch nicht gewachsen fühlt.

 

im übrigen: auch ein mensch, der sich zum pastoralen dienst gerufen fühlt, ist ein mensch mit einem persönlichen leben. und da gibt es eben auch andere dinge, die einem solchen menschen wichtig sein mögen, zu denen er sich berufen fühlt: das kann auch partnerschaft und familie sein...

 

um es mal etwas auf die spitze zu treiben: sollte man mich zum papst wählen und ich diesen dienst annehmen, dann würde ich immer noch nicht darauf verzichten wollen, musik zu machen, und zwar eben nicht nur musik im stillen kämmerlein, sondern auch und gerade im gottesdienst.... und da tun sich dann unüberbrückbare gegensätze auf: ich würde am ostersonntag eben nicht zelebrieren wollen - sondern den chor dirigieren wollen - von mir aus könntet ihr den urbi et orbi schon haben.... ich hoffe, es ist verständlich, was ich damit meine.

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Gallowglas
Ich finde es immer wieder traurig und beschämend, dass so viele diplomierte Theologen am Ende ihrer Ausbildung "kneifen" und lieber als Pastoralreferent oder Lehrer ein recht bürgerliches Leben mit Frau, Kind und geregelten Dienstzeiten führen anstatt in der radikalen Nachfolge Christi im Priesteramt zu stellen. Oder ist das heute zuviel verlangt?

 

Vielleicht wundern sich diplomierte Theologen auch einfach, wie wenig die Strucktur und die Lehren der Kirche mit der Bibel gemeinsam haben und werden gerade DESWEGEN nicht Pfarrer ?

(Zölibat & co sind bekanntlich nicht nur nicht biblisch, in der Bibel wird sogar vor denjenigen, die die Ehelosigkeit propagieren ausdrücklich gewarnt ...

 

"1Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, 2verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. 3Sie gebieten, nicht zu heiraten und Speisen zu meiden, die Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung empfangen werden von den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. 4Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; 5denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet. " 1. Tim 4)

Edited by Gallowglas

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Nursianer

Als erstes fällt mir da noch ein: 8 Priesterweihen dieses Jahr? In Deutschland gibt es Diözesen, bei denen würden die Sektkorken knallen. Im Bistum Trier kommen auf einen Priester 1490 Katholiken (www.catholic-hierarchy.org). Für einen brasilianischen oder philippinischen Bischof wären das paradiesische Zustände.

 

Aber als zweites fällt mir natürlich auch ein: Die Berufungspastoral in Deutschland könnte besser sein. Und da ist so ein aufrüttelnder Brief - auch wenn er inhaltlich überzogen erscheint - allemal gut um zu verhindern, dass man sich ob der verhältnismäßig guten Zahl wieder zurücklehnt.

Bei der Förderung der Berufungen ist eines von Bedeutung: Ein junger Priester sagte neulich zu mir das Problem der Berufspastoral sei, dass das katholische Wesen in den meisten Pfarreien nicht mehr ganzheitlich herüberkomme, und dass daher nur noch wenige die volle Bandbreite kennen würde und ergo nicht in der Lage seien zu beurteilen, ob sie dafür berufen sein könnten. Wie soll jemand, der von eucharistischer Anbetung, dem Brauchtum im Jahreskreis und diesen ganzen Dingen nichts mehr weiß, der bloß das Jugendgottesdienst"formular" kennt, für sich eine Entscheidung für den Priesterberuf treffen können? Der arme Kerl weiß ja gar nicht mehr, was auf ihn zukommt!

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Gert
Anstatt Menschen, die im Theologiestudium und als Pastoralreferenten ihrer Berufung folgen Feigheit vorzuwerden, sollte Herr Britz selber Theologie studieren und versuchen, Priester zu werden... oder besser auch nicht.

 

Ursachenforschung zu fordern ist gut, da sollte es nicht bei Forderungen bleiben. Solche platten Vorwürfe helfen aber nicht.

 

Im übrigen: ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal in einer Gemeindemesse in den Fürbitten um Berufungen gebetet haben. Vielleicht geht den meisten diese Dimension des Priesteramts (Berufung) vollkommen ab, man entscheidet sich ja nicht Priester zu werden wie man sich dazu entscheidet Bäcker oder Friseur zu werden.

 

Ursachenforschung (und notfalls Korrekturen bei Ausbildung etc.) sind das eine, Gebet um Berufung das andere. Nur mit beidem kann es gehen.

 

Also ich kann sehr, sehr gut nachvollziehen, dass man nicht katholischer Priester werden will, sondern Pastoralreferent oder Lehrer für katholische Theologie wird.

 

Der Grund ist klar: die Anforderungen an das Amt sind zu "hoch":

 

WER will denn noch heute sicher sagen können, dass er EIN LEBEN LANG ALLEIN, ALLEIN, ALLEIN, ALLEIN, ALLEIN, ALLEIN, ALLEIN, ALLEIN,ALLEIN,..................................................................

........bleibesein will............................................................................

.................und am ENDE EINSAM, EINSAM, EINSAM, EINSAM, EINSAM ist.............................................................................

...............

 

 

"Es ist nicht gut allein zu sein."

 

 

 

Persönlich würde ich jedem Priesteranwärter eher von solch einer Lebensentscheidung abraten, da der Mensch sich im Laufe des Lebens verändert.

 

So nehme ich stark an, dass sehr viele Priester im Laufe ihres Lebens "für eine gewisse Zeit" bzw. "ein Leben lang", ein Doppelleben führen. Sie haben eine Freundin bzw. einen Freund.

 

ein paar Punkte entfernt, damit es den Bildschrim nicht sprengt

Edited by hansjo

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wolfgang E.
Und konservative Bischöfe werden in den Medien dementsprechend negativ behandelt.

 

Ja und diese Tatsache, gemeinsam mit dem Faktum dass einige Bischöfe bei der Mehrheit des ihnen anvetrauten Gottesvolkes absolut keinen Anklang fanden, wurde leider vom Vatikan als besomderes Gütezeichen gesehen. Dies haben wir in Österreich in einigen Fällen schmerzlich erlebt. Aber nach viel zu langer Zeit hat man auch dort eingesehen dass das Volk ein gutes Sensorium hat.

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rembetiko
Ich finde es immer wieder traurig und beschämend, dass so viele diplomierte Theologen am Ende ihrer Ausbildung "kneifen" und lieber als Pastoralreferent oder Lehrer ein recht bürgerliches Leben mit Frau, Kind und geregelten Dienstzeiten führen anstatt in der radikalen Nachfolge Christi im Priesteramt zu stellen. Oder ist das heute zuviel verlangt? Bei aller Wertschätzung der Laiendienste: Wie soll die Kirche so eine Zukunft haben?

 

Ich finde, diese Unterscheidung "Weg des Priesters=schwerer Weg", "Weg des Laien=bequemer Weg" ist schon ein bisschen einfach daher gesagt.

 

Ich habe mich neulich mit einem Religionslehrer unterhalten: Leute, der Mann unterrichtet am Gym, und hats wirklich sehr sehr schwer. Als Reli-Lehrer wird man von Heranwachsenden kaum ernst genommen und braucht schon ein wirklich dickes Fell. Viele sind auch mit einem Päckchen an Depressionen "gesegnet".

 

Ein Argument für den Zölibat ist ja, dass es entlastend für einen Priester wäre, wenn er sich nicht auch noch nach Feierabend mit Frau und Kindern abgeben muss.

 

Wenn ich das Argument ernst nehme, muss ich doch sagen, das Leben als zölibatärer Priester ist der bequemere Weg?

 

Und das Alleinsein: Don Camillo unterhält sich doch mit Jesus immer ganz gut?! :ph34r:

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Thofrock
Liebe Leute, gestern habe ich im Paulinus (Wochenzeitung im Bistum Trier) folgenden Leserbrief gelesen, den ich hier abdrucke. Was denkt ihr darüber? Zunächst einmal weiss ich nicht, an wen er sich richtet. Spricht er die Zulassungsbedingungen an? Oder wirft er denen, die den Weg zur Priesterweihe verlassen, Charakter- und Willensschwäche vor? Was denkt ihr darüber?

 

Priester werden

statt bürgerlich leben

 

Acht Trierer Seminaristen werden Priester - das ist eine schöne Nachricht, aber acht Kandidaten sind zur Bewältigung des Priestermangels absolut nicht ausreichend!

 

Ich finde es immer wieder traurig und beschämend, dass so viele diplomierte Theologen am Ende ihrer Ausbildung "kneifen" und lieber als Pastoralreferent oder Lehrer ein recht bürgerliches Leben mit Frau, Kind und geregelten Dienstzeiten führen anstatt in der radikalen Nachfolge Christi im Priesteramt zu stellen. Oder ist das heute zuviel verlangt? Bei aller Wertschätzung der Laiendienste: Wie soll die Kirche so eine Zukunft haben?

 

Hier wäre Ursachenforschung erforderlich! Manchmal habe ich den Eindruck, selbst die Bischöfe haben sich mit dieser Situation abgefunden.

 

Günter Britz, Schmelz

 

(Leserbrief im Paulinus vom 22.1.2006)

 

Angebot und Nachfrage hat ja bekanntlich stets mit der Ware und den Bedingungen ihres Erwerbs zu tun.

Auch bei der Besetzung von Priesterämtern wäre es sehr leicht, die Nachfrage nach Priesterweihe deutlich zu erhöhen, wenn man die Bedingungen runterschrauben würde. Der Beruf ist, auch in Zeiten von über 10 % Arbeitslosen, offenbar zu unattraktiv. Es wäre also sinnvoll, zu untersuchen, warum das so ist. Und da drängen sich ja Lösungen geradezu auf:

 

Weg mit dem katholischen Arbeitsrecht, unter dem Arbeitsverhältnisse eine Farce sind, wenn man es auf die Spitze treibt.

Bei Anwendung unseres gesetzlichen Arbeitsrechtes würde man gleich ein Dutzend Fliegen mit einer Klappe schlagen. Man könnte Priestern nicht mehr die Frauen verbieten, hätte die Chance Frauen in den Beruf des Priesters zu lassen, bekäme Regularien über Arbeitszeiten, hätte bessere Absicherung bei freier Meinungsäußerung des Priesters und Vieles mehr.

Zudem wäre die extreme Abhängigkeit zum Vorgesetzten stark reduziert. Ein Priester müßte nicht mehr gegen seine eigene Überzeugung jeden Unfug nachplappern, ohne befürchten zu müssen denuziert zu werden.

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Sokrates

Ich habe die Streitereien gelöscht, und auch das Posting, dessen Fähigkeit, Unfrieden zu stiften ich heute Nacht übersehen hatte, weshalb ich nur die drei offensichtlichen Schwallereien gelöscht und das eine stehen gelassen hatte. Mea Culpa.

 

Ob hier Verwarnungen angebracht sind, werde iuch mit den Kollegen diskutieren.

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Martin

selbst editiert, das passt nicht mehr

Edited by Martin

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Mecky

Das mit dem "vor dem Ruf Gottes kneifen" gibt es seit dem Propheten Jona. Und auch manch anderer Prophet empfand seine Berufung eher als Last.

 

Gerade deswegen sollte man sich sicher sein, wenn man sich zum Priester oder Diakon weihen lässt. Die Situation der Ruf-Prüfung ist keine ganz leichte - es sei denn, man ist sich ich gnadenloser Selbstüberschätzung ganz sicher, dass das, was man gerade so empfindet, wirklich gleich der Ruf Gottes ist. Ich habe leider schon gesehen, wie sich dies dann nach ein paar Jahren aktiven Priesterdienstes auswirkt. Einer meiner Kommilitonen von PAK(PriesterAmtsKandidat)-Zeiten ist heute in schwerer psychiartrischer Behandlung in einer geschlossenen Einrichtung.

 

Auf vielen Priesteramtskandidaten liegt eine ziemlich fiese Last: Es gibt nämlich außer dem Ruf Gottes noch das Interesse von Menschen, oftmals selbst Priester, oft Verwandte oder Gemeindemitglieder. Die haben ein Interesse daran, dass der Bursche dem Erhalt des Klerus dienen soll. Dass er gefälligst zu Ende führe, was er zu studieren begann. Dass er die katholische Fahne hochhebe. Eltern, Gemeinden, Pfarrer, manchmal sogar Freunde knallen dem armen PAK ihre Erwartungen mit Elan um die Ohren. Sie ermutigen aus kirchenegoistischen Gründen. Dies aber ist nicht der Ruf Gottes, sondern der Wille von Egoisten. Und beides auseinander zu halten, ist insbesondere für junge Leute nicht leicht. Insbesondere, wenn die Erwartungen einem schon von Erziehung her (in Familie und bei Ministranten) eingeblasen wurden.

 

Ein beliebter Spruch war damals: Wer im ersten Seminarsjahr die Soutane trägt, schiebt im letzten den Kinderwagen. So kann man sich irren. Aber noch viel, viel schlimmer ist, wenn er den Kinderwagen erst 10 Jahre nach der Weihe schiebt.

Mancher war womöglich wirklich berufen. Zum Mönch. Zum Beter. Zum Theologen. Zum Verkündiger. Aber eben nicht zum Priester.

 

Diesen Prozess der Selbstprüfung (der nun mal ergebnisoffen ist) als ein "Kneifen" zu bezeichnen bedeutet, den egoistischen Interessen den Vorzug vor dem Ruf Gottes zu geben. Wer so was schreibt, hat wohl selbst noch nie den Ruf Gottes wirklich gehört und hat keine Ahnung, wie aufwendig die Unterscheidung der verschiedenen Geister ist.

Und es sind oft die Gleichen, die sich erst über das "Kneifen" mockieren und dann übergangslos über "abtrünnige" Priester herziehen - ohne zu erkennen, dass das eine wohl mit dem anderen zu tun haben könnte.

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Einsteinchen
Ich habe die Streitereien gelöscht, und auch das Posting, dessen Fähigkeit, Unfrieden zu stiften ich heute Nacht übersehen hatte, weshalb ich nur die drei offensichtlichen Schwallereien gelöscht und das eine stehen gelassen hatte. Mea Culpa.

 

Ob hier Verwarnungen angebracht sind, werde iuch mit den Kollegen diskutieren.

 

Kann später wieder gelöscht werden. Aber soweit ich es sah, gab es einen massiven Angriff eines Users mit einem häßlichen Wort. Der andere User hat sich zivilisiert verteidigt. Wenn jetzt alle verwarnt werden, wäre das ungerecht.

 

Wieso ist das sooooo schlimm, wenn einmal die Fetzen fliegen? Nur, weil es F&A ist? Ich kann das einfach nicht nachvollziehen. In der Arena darf man und woanders nicht, und das wird mit dem Makel der Verwarnung geahndet. Wobei mehrere solcher Unwichtigikeiten dann die Verbannung vom Forum zur Folge hat.

 

Für mich stimmt da einfach was nicht.

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