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Keine Lebensversicherung nach Psychotherapie?


asia

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Hallo,

wir hatten gestern in unserer Teamsitzung das Statement, dass man nach einer kassenfinanzierten Psychotherapie evtl. keine Lebensversicherung mehr abschliessen darf. Ist das wirklich so? Ich weiß, dass Leute schon nicht verbeamtet wurden deswegen, aber keine LV abschließen? Weiß jemand was Genaues?

Grüße Asia

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Einer guten Bekannte von mir, die einen psychosomatischen Kuraufenthalt aufgrund familiärer Probleme absolviert hat, wurden auch Berufsunfähigkeitsversicherung und Krankenzusatzversicherung aus diesem Grund verweigert.

 

Ich habe auch den starken Verdacht, dass die Versicherungsunternehmen diese "Risikogruppen" bewusst ausschliessen. Möglicherweise sprechen da die Statistiken eine deutliche Sprache.

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Einer guten Bekannte von mir, die einen psychosomatischen Kuraufenthalt aufgrund familiärer Probleme absolviert hat, wurden auch Berufsunfähigkeitsversicherung und Krankenzusatzversicherung aus diesem Grund verweigert.

 

Ich habe auch den starken Verdacht, dass die Versicherungsunternehmen diese "Risikogruppen" bewusst ausschliessen. Möglicherweise sprechen da die Statistiken eine deutliche Sprache.

Danke für die Info.

Weißt du auch, ob das generell so ist oder ob das von der Versicherung abhängt?

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Also in dem Fall meiner Bekannten klang es so, als wenn es "generell" wäre, weil die unabhängige Maklerin bei mehreren Unternehmen versucht hat eine Police abschliessen zu können.

 

Ich persönlich wurde es dennoch bei der Versicherung einmal versuchen, bei denen man schon mehrere Dinge versichert hat. Mehr als ein Nein kann ja nicht kommen...

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Hallo,

wir hatten gestern in unserer Teamsitzung das Statement, dass man nach einer kassenfinanzierten Psychotherapie evtl. keine Lebensversicherung mehr abschliessen darf. Ist das wirklich so? Ich weiß, dass Leute schon nicht verbeamtet wurden deswegen, aber keine LV abschließen? Weiß jemand was Genaues?

Grüße Asia

 

 

Hat die Versicherung näheren Einblick in die Krankenkassen-Daten?

 

Eine Freundin von mir hat sich einmal bei einer privaten Zusatz-Krankenversicherung beworben, mußte dort natürlich angeben, wo sie derzeit krankenversichert war, und bekam eine Absage mit der Begründung, sie habe eine zu gravierende psychischer Erkrankung. De facto hat sie überhaupt keine psychische Erkrankung, hat aber einmal eine Psychotherapie gemacht und - was ja ärgerlicherweise bei gesetzlichen Kassen der Fall ist - die Diagnose nicht selber in der Hand gehabt.

 

Vermutlich war das der Fall, was ich ständig auf Arztrechnungen erlebe: Es wird alles an Diagnosen draufgeschrieben, was nur theoretisch möglich wäre, nur um sicherzugehen, daß die Kasse auch zahlt. Soviel ich weiß, müssen Psychotherapien auch mit relativ gravierenden Erkrankungen "legitimiert" werden, damit die Kassen sie bezahlen, eine mögliche "Suizidgefahr" ist sicher nie verkehrt. B)

 

Ich würde mir die Unterlagen der Therapie und die Rechnungen von der KK anfordern und überprüfen, ob die stimmig sind oder nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, daß jede Indikation für eine Psychotherapie als Ausschluß für eine Lebensversicherung gilt.

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Versicherungen, die das so handhaben sollte man boykottieren, weil sie entweder teurer sind, oder ihre Produkte nichts taugen.

 

Man kann nämlich davon ausgehen daß Menschen, die ihre psychischen Probleme erkennen und behandeln lassen, ein wesentlich geringeres Risiko darstellen, ein Versicherungsfall zu werden.

Ein Versicherer, der das nicht kapiert, sollte Streichhölzer gegen Feuer versicher, aber sonst nichts.

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Beutelschneider

Auf keinen Fall sollte man aber bei den Angaben zu seinem Gesundheitszustand irgendwelche Angaben weglassen. Sonst kann es passieren, dass die Versicherung im Ernstfall nicht zu zahlen braucht.

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Versicherungen, die das so handhaben sollte man boykottieren, weil sie entweder teurer sind, oder ihre Produkte nichts taugen.

 

Man kann nämlich davon ausgehen daß Menschen, die ihre psychischen Probleme erkennen und behandeln lassen, ein wesentlich geringeres Risiko darstellen, ein Versicherungsfall zu werden.

Ein Versicherer, der das nicht kapiert, sollte Streichhölzer gegen Feuer versicher, aber sonst nichts.

Nee, so funktioniert das leider nicht, Frank.

 

Viele psychische Probleme sind nicht oder nur schwer heilbar. Eine Psychotherapie ist daher kein Indiz für einen stattgefundenen Heilungsprozess sondern ein Indiz für ein möglicherweise immer noch bestehendes Problem.

 

Und da das eigentlich alle Versicherer so handhaben, wird Du wohl alle boykottieren müssen... B)

 

In Deutschland ist in einer LV - entgegen dem üblichen Hollywood-Klischee - der Suizid durchaus mit enthalten, die Versicherung hat (wenn es auch da einige zus. Bestimmungen gibt) also auch im Falle einer Selbsttötung zu zahlen.

 

Und Versicherer nehmen ohne zusätzliche Angaben den worst case an. Im Zweifelsfall können mehr Details, dem man dem Versicherer zur Vefügung stellt, durchaus helfen. Wer z.B. eine Schwangerschaftsdepression gehabt hat, sollte das angeben, diejenige Person ist ja meist nicht wirklich suizidgefährdet. Bei schweren chronischen Depression kann das schon wieder anders aussehen.

 

Bei eine privaten Zusatzkrankenversicherung ist das ähnlich, bei einer BU sogar extrem. Da wird alles mit in Betracht gezogen, was irgendwie Relevanz haben könnte (und das ist bei einer BU eine ganze Menge).

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Danke an alle!

Muss wohl für alle Versicherer verschieden sein, also für den konkreten Fall geprüft werden.

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So, ich buddel aus gegebenem Anlass dieses Thema mal aus...

 

Im Endeffekt heißt das also, daß man die Wahl hat zwischen Pest und Cholera: entweder man macht keine Therapie (falls es nicht so gravierend ist, daß man eine machen MUSS) und kann sich dann versichern, oder man macht die Therapie, kann dann aber BU, LV, Verbeamtung, Privatversicherung und ähnliche Späße abschminken?

 

Oder gibts noch irgendne andere Möglichkeit?

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Im Endeffekt heißt das also, daß man die Wahl hat zwischen Pest und Cholera: entweder man macht keine Therapie (falls es nicht so gravierend ist, daß man eine machen MUSS) und kann sich dann versichern, oder man macht die Therapie, kann dann aber BU, LV, Verbeamtung, Privatversicherung und ähnliche Späße abschminken?

Ich glaube nicht, dass das wirklich eine Wahl ist.

Wer vor Absolvierung einer Psychotherapie im Ernst über Versicherungen nachdenkt, kann diese ja sofort abschließen.

 

Und wenn er danach darüber nachdenkt, hat sich das Thema ohnehin erledigt.

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Wenn man die dann schon abschließen KANN, sicher.

 

Also gilt immernoch: wenn Therapie, dann keine Absicherung möglich. Sag ich doch. Pest oder Cholera.

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Wenn man die dann schon abschließen KANN, sicher.

 

Also gilt immernoch: wenn Therapie, dann keine Absicherung möglich. Sag ich doch. Pest oder Cholera.

Drei Möglichkeiten:

 

-Du schließt die Versicherung vor der Therapie ab.

-Du zahlst die Therapie privat, sie ist damit nicht in deiner Krankenkassenhistorie hinterlegt.

-Du machst die Therapie über eine Krankenkasse und versicherst dich dann erst nach fünf Jahren. In der Regel musst du nur Heilbehandlungen angeben, die in den letzten fünf Jahren stattgefunden haben.

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Wo steht es denn, dass man nach einer Psychotherapie nicht mehr verbeamtet werden kann B)

 

Das stimmt meiner Meinung nach nicht ... nur, wenn eine wirklich diagnostizierbare psychische Erkrankung vorliegt. Bei der normalen "Depri-Selbstfindungstherapie" (Klingt böser, als es es gemeint it), dürfte das kein Problem sein.

Wobei ich das dem Gesundheitsamt einfach nicht erzählen würde ...

 

Laura

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Die Kasse zahlt aber nur, wenns wirklich was diagnostizierbares ist...

 

Hab gelesen, daß man auch trotz der 5-Jahres-Frist Dinge wie Rückenprobleme oder Psychotherapien angeben muss, die vorher waren...und zwar von verschiedenen Seiten: Patienten, Therapeuten, Versicherungsmenschen...

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Die Kasse zahlt aber nur, wenns wirklich was diagnostizierbares ist...

 

Und was diagnostizierbar ist und ob sowas voliegt, entscheidet der (Haus)Arzt... Nach laras Vorschlag (gar nichts zu sagen) kommt für mich an zweiter Stelle die Lösung, den Hausarzt zu bitten, in seinem Bericht jegliche Gefahr für die Zukunft auzuschließen.

 

Meint

 

Domingo

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Klar...aber auch ne leichte Depression ohne suizidale Neigung kann zur Ablehnung durch die BU führen und tut dies meist auch...

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Klar...aber auch ne leichte Depression ohne suizidale Neigung kann zur Ablehnung durch die BU führen und tut dies meist auch...

 

Ist mir gerade passiert - ich hatte einmal eine Depression mit ganz klarem Auslöser, die nach wenigen Tagen weg war ... und als Lehrerin mit Depression hast Du bei der Berufsunfähigkeit keine Chance.

 

Laura

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Also muß man, wenn man eine Therapie in Anspruch nehmen muss, in den sauren Apfel beißen und auf ne BU notfalls verzichten...

 

Also für Versicherungen, die man noch nicht hat, aber zukünftig abschließen wollte, ist eine Therapie Gift, für ne Verbeamtung auch nicht gerade förderlich...Was man noch nicht abgesichert hat, kann man dann also vergessen.

 

Wie siehts denn beim Thema Auswandern aus? Das aufnehmende Land will ja meist auch ne Art Gesundheitszeugnis...spielt da so etwas auch eine Rolle? Denke da jetzt speziell an USA und Kanada... innerhalb der EU ist sowas ja egal.

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Klar...aber auch ne leichte Depression ohne suizidale Neigung kann zur Ablehnung durch die BU führen und tut dies meist auch...

 

Ist mir gerade passiert - ich hatte einmal eine Depression mit ganz klarem Auslöser, die nach wenigen Tagen weg war ... und als Lehrerin mit Depression hast Du bei der Berufsunfähigkeit keine Chance.

 

Laura

 

 

 

Da hatte ich "Glück", als ich meine Depressionen bekam, war ich schon 15 Jahre auf Lebenszeit verbeamtet.

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Es gibt aber sicher auch Versicherer, die gerade auf solche Nischen spezialisiert sind, und höheres Risiko (natürlich gegen angemessene Prämien) gern versichern. Denn auch bei vorbelasteten Versicherungsnehmern tritt der Versicherungsfall ja nur bei einem bestimmten Prozentsatz ein.

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Ich verstehe das nicht ganz: Wenn jemand Selbstmord begeht, dann zahlt die Versicherung doch sowieso nicht, oder bin ich da falsch informiert? Und auf andere Weise durch eine psychische Störung zu Tode zu kommen, ist ja nicht so ganz einfach.

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Ich verstehe das nicht ganz: Wenn jemand Selbstmord begeht, dann zahlt die Versicherung doch sowieso nicht, oder bin ich da falsch informiert?

Das hinge vom jeweiligen Vertrag ab. Nimmt man Fernsehkrimis als Indikator, hast Du jedenfalls Recht.

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Bei ner LV kommts drauf an, in Europa ist Suizid wohl nicht generell ausgeschlossen. Bei BU ist das Problem, das die meisten wohl wegen psychischer Probleme oder Rückenproblemen berufsunfähig werden, deshalb sind die da sehr knickerig.

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