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Gibt es immer einen Schuldigen?


Karin39

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Das hier im Forum wohl meistgenannte Wort ist „Schuld“.

 

Wer hat Schuld, wenn er nichts vom rechten Glauben gehört hat, kann er dann in den Himmel kommen?

 

Was muss ich tun, um Schuld zu büßen, damit Gott mir verzeiht?

 

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um die Gnade zu erlangen, Gott zu gefallen, ein guter Christ zu sein, nicht in die Hölle zu kommen… das kann endlos so weitergehen. Ein ewiger Wust an Bedingungen, Regeln, Gesetzen, schlimmer als jede Reinigungsvorschrift im Alten Testament, weil die ja noch einen realen Hintergrund wie Hygiene beim Leben in der Wüste hatten.

 

Ist das Leben überhaupt an eine WENN – DANN Bedingung zu knüpfen? Gibt es immer einen Schuldigen? Jemanden dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann? Denn den muss es ja bei dieser Grundhaltung geben.

 

Und daraus resultiert ja auch die Unsicherheit der Christen, die sich dann streiten, welche Bedingung richtig ist und zum richtigen Ergebniss führt. Wir können nämlich keine Experimente machen wie in der Physik: These aufstellen, Experiment starten, Ergebnis mit These vergleichen, These überarbeiten, neue These aufstellen, usw… Es ist noch kein Mensch zurückgekommen und hat erzählt, was Gott denn am Ende zu seinem Leben gesagt hat. Und wer würde für ein Experiment schon sein ewiges Leben aufs Spiel setzen ;-)

 

Ich glaube, dass Gott, den wir ja als liebenden, verzeihenden Gott kennen, überhaupt nicht in dieses Schema passt. Deshalb knirscht es ja im Theologiegebälk wenn die Frage gestellt wird: Wie kann ein liebender Gott die Ungerechtigkeit in der Welt, Krankheiten und Naturkatastrophen zu lassen oder schickt sie sogar?

 

Dieses Modell für die Vorgänge in der Welt basieren immer noch auf den uralten Vorstellungen, dass man die Götter besänftigen kann, indem man Opfer bringt.

 

Und funktioniert das? Nein!

 

Also ist doch in dieser Denkweise der Wurm drin, oder?

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Stimmt - uns sind die Sündenböcke abhanden gekommen. Deshalb sind wir auch immer so mies gelaunt und machen uns krude Illusionen über Gott. Warum lässt er das nur zu B)

 

Aber Moment: Als Katholik habe ich doch den Sündenbock Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt.

 

Übrigens: Das Wort "Schuld" wird in diesem Forum nicht häufiger genannt als in einem BMW-Fahrer-Forum

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Stimmt - uns sind die Sündenböcke abhanden gekommen. Deshalb sind wir auch immer so mies gelaunt und machen uns krude Illusionen über Gott. Warum lässt er das nur zu :lol:

 

Aber Moment: Als Katholik habe ich doch den Sündenbock Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt.

 

Übrigens: Das Wort "Schuld" wird in diesem Forum nicht häufiger genannt als in einem BMW-Fahrer-Forum

 

 

Aber könnten wir nicht auch ohne Sündenbock auskommen, wenn wir akzeptieren, dass sich Gott nicht bestechen läßt? Dass weder wir als Menschen uns die Liebe Gottes durch Opfer erkaufen können, noch Gott an einer von den Menschen durch Regelwerk bewiesenen "Liebe" interessiert ist?

 

Vielleicht hat sich Jesus nicht für uns "geopfert", um uns von unserer Sünde zu befreien, sondern er hat gelebt als Mensch und ist gestorben wie ein Mensch, damit wir wissen: Gott ist immer bei uns, er kennt das Leben und herrscht nicht wie Zeus vom Olymp herunter.

 

 

 

 

Auch übrigens: Ich glaube kaum, dass es bei BMW-Fahrern um Schuld geht, da geht es sicher mehr um Fahrspaß, Kolbenwellen, Öldruck und noch mehr so Männerkram B)

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Hallo Karin. Zuerst herzlich willkommen,

Das hier im Forum wohl meistgenannte Wort ist „Schuld".

Das glaube ich nicht. Da gibt es viele andere Worte wie Gott, Liebe, Barmherzigkeit die ebenso oft genannt werden.

 

Wer hat Schuld, wenn er nichts vom rechten Glauben gehört hat, kann er dann in den Himmel kommen?
Gott kennt die Herzen der Menschen, ihre Absichten und Entscheidungen- keiner kommt "unverschuldet" wohin auch immer.

 

Was muss ich tun, um Schuld zu büßen, damit Gott mir verzeiht?
"Kehrt um und glaubt an das Evangelium".

 

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um die Gnade zu erlangen, Gott zu gefallen, ein guter Christ zu sein, nicht in die Hölle zu kommen… das kann endlos so weitergehen.
Die objektive Erlösung anzunehmen und nach bestem Wissen und Gewissen zu leben- ist das so kompliziert?

 

Ein ewiger Wust an Bedingungen, Regeln, Gesetzen, schlimmer als jede Reinigungsvorschrift im Alten Testament, weil die ja noch einen realen Hintergrund wie Hygiene beim Leben in der Wüste hatten.
Das ist doch nur für die Theologen so- für jene die einfach bleiben: Gott und die Menschen aus ganzem Herzen lieben, die Gebote halten. Paßt.
Ist das Leben überhaupt an eine WENN – DANN Bedingung zu knüpfen? Gibt es immer einen Schuldigen? Jemanden dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann? Denn den muss es ja bei dieser Grundhaltung geben
Mach dir darüber nicht zu viele Sorgen. Dass Menschen jemand brauchen, dem sie Schuld zuschieben können zeigt sich im Buch Genesis in der Antwort Adams:"Die Frau, die du mir gabst, sie hat mich verführt". Großartig- in einem Satz wird der Frau und indirekt Gott Schuld zugeschoben.

 

Und daraus resultiert ja auch die Unsicherheit der Christen, die sich dann streiten, welche Bedingung richtig ist und zum richtigen Ergebniss führt. Wir können nämlich keine Experimente machen wie in der Physik: These aufstellen, Experiment starten, Ergebnis mit These vergleichen, These überarbeiten, neue These aufstellen, usw… Es ist noch kein Mensch zurückgekommen und hat erzählt, was Gott denn am Ende zu seinem Leben gesagt hat. Und wer würde für ein Experiment schon sein ewiges Leben aufs Spiel setzen ;-)
An den Früchten kann man schon einiges erkennen.

 

Ich glaube, dass Gott, den wir ja als liebenden, verzeihenden Gott kennen, überhaupt nicht in dieses Schema passt. Deshalb knirscht es ja im Theologiegebälk wenn die Frage gestellt wird: Wie kann ein liebender Gott die Ungerechtigkeit in der Welt, Krankheiten und Naturkatastrophen zu lassen oder schickt sie sogar?
Alle Fragen werden wir sicher nicht klären können. Daher brauchen wir als Gläubige ja Glauben und Vertrauen.

 

Dieses Modell für die Vorgänge in der Welt basieren immer noch auf den uralten Vorstellungen, dass man die Götter besänftigen kann, indem man Opfer bringt.
Es geht doch darum, dass wir uns ändern, uns bekehren - oder nicht? Auch Gebet und Opfer sollen beitragen, dass wir uns selbst ändern.

 

Und funktioniert das? Nein!
Seit tausenden von Jahren gibt es Seife- und - sind die Menschen nicht mehr schmutzig? Nein. Man muss die Seife anwenden. Man muss auch in Bezug auf den Glauben die Gebrauchsanweisung anwenden.
Also ist doch in dieser Denkweise der Wurm drin, oder?
Eher in unserem Verhalten, wenn wir Wasser predigen und Wein trinken- oder wenn wir die Bibel auswendig kennen, aber nicht nach ihren Weisungen handlen etc.pp.
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Danke fürs Hallo!

 

Die objektive Erlösung anzunehmen und nach bestem Wissen und Gewissen zu leben- ist das so kompliziert?

 

Ja, es ist kompliziert. Ich hab noch keinen Schalter gefunden, den ich von "nicht ok" auf "ok" umlegen kann. Leider.

 

Das ist doch nur für die Theologen so- für jene die einfach bleiben: Gott und die Menschen aus ganzem Herzen lieben, die Gebote halten. Paßt.

 

Aber sind es nicht die Theologen, die die Gebrauchsanweisung schreiben? Gibt es eine für Laien, die zum Beispiel das Gebot, jeden Sonntag die Messe zu besuchen, aus Vereinfachungsgründen nicht enthält?

 

Alle Fragen werden wir sicher nicht klären können. Daher brauchen wir als Gläubige ja Glauben und Vertrauen.

 

Gut, heißt das dann: Befass dich nicht mit dem was die Theologen konstruieren, es reicht an Gott zu glauben und ihm zu Vertrauen? Wenn ich dahin käme, wäre mir wahrscheinlich leichter!

 

Irgendwie ist aber in meinen Kopf gemeißelt: Wenn du vom Weg des Glaubens (den die Kirche definiert) abweichst, bist du des Teufels!

 

Leben ist eine verdammt riskante Sache!

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Ja, es ist kompliziert. Ich hab noch keinen Schalter gefunden, den ich von "nicht ok" auf "ok" umlegen kann. Leider.
Wenn alles so einfach im Sinne von "mühelos" würden wir´s nicht wertschätzen.

 

Aber sind es nicht die Theologen, die die Gebrauchsanweisung schreiben? Gibt es eine für Laien, die zum Beispiel das Gebot, jeden Sonntag die Messe zu besuchen, aus Vereinfachungsgründen nicht enthält?
Verkürzungsbemühungen sind m.E. nicht der schmale Weg der zum ewigen Leben führt. Im übrigen ist die Gewissensbildung sehr wichtig. Ich halte die discretio spiritualis ( Unterscheidung der Geister) für sehr wichtig- damit wir mit Gottes Hilfe erkennen was wir jetzt und wie zu tun haben.

 

Gut, heißt das dann: Befass dich nicht mit dem was die Theologen konstruieren, es reicht an Gott zu glauben und ihm zu Vertrauen? Wenn ich dahin käme, wäre mir wahrscheinlich leichter!
Es heißt, Gott zu bitten, dass er uns dort erleuchtet und unsere Fragen klärt, wo wir wirkliche Probleme haben.

 

Irgendwie ist aber in meinen Kopf gemeißelt: Wenn du vom Weg des Glaubens (den die Kirche definiert) abweichst, bist du des Teufels!
Das ist zu vereinfachend gesehen. Wichtig scheint mir die inneren Voraussetzungen schaffen, damit wir auf die das hören, was Gott uns sagen will... sicher auch durch die Kiche.
Leben ist eine verdammt riskante Sache!
Vielleicht ist es eher zutreffend zu sagen: Das Leben ist uns gegeben, damit wir uns entscheiden?
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Wichtig scheint mir die inneren Voraussetzungen schaffen, damit wir auf die das hören, was Gott uns sagen will... sicher auch durch die Kiche.

 

Aber nicht nur?

 

Ich hab mich immer für einen freien, aufgeklärten Menschen gehalten, der sich nicht manipulieren läßt. Als ich aber durch meine Scheidung extrem vom "Pfad der Tugend" abgewichen bin, hat mich meine erzkonservative Erziehung mit dem Holzhammer wieder eingeholt. Ich suche jetzt in den Trümmern nach der Zuversicht, dass ich trotzdem angenommen bin. Glaube und Vertrauen sind wie Liebe keine Dinge, die man im Laden kaufen kann... Aber sie fehlen mir schrecklich.

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Wichtig scheint mir die inneren Voraussetzungen schaffen, damit wir auf die das hören, was Gott uns sagen will... sicher auch durch die Kiche.

 

Aber nicht nur?

 

Ich hab mich immer für einen freien, aufgeklärten Menschen gehalten, der sich nicht manipulieren läßt. Als ich aber durch meine Scheidung extrem vom "Pfad der Tugend" abgewichen bin, hat mich meine erzkonservative Erziehung mit dem Holzhammer wieder eingeholt. Ich suche jetzt in den Trümmern nach der Zuversicht, dass ich trotzdem angenommen bin. Glaube und Vertrauen sind wie Liebe keine Dinge, die man im Laden kaufen kann... Aber sie fehlen mir schrecklich.

 

Ahhhhhh - die pöhse Kehrseite der Medaille "zu viel Selbstvertrauen" - der ständige Selbstzweifel bis zur Verzweiflung.

 

Okidoki - stelle mer uns mal janz kurz vor wir lernen da jemanden im Internet kennen. Ist janz nett, et is klar man wird nie miteinander Kaffeetrinken gehen aber es entwickelt sich über regen Gedankenaustausch doch ein recht intensives persönliches Verhältnis.

Aber wie das nunmal so ist - plötzlich kommt ein längerer Urlaub in einem entlegenen Dorf im tiefsten Bayern wo es überhaupt keine Möglichkeit gibt ins Internet zu gehen. Schwuppdich bricht der Kontakt ab.

 

Frage - was passiert nach dem Urlaub?

 

Wenn es eine wirklich gute Netzfreundschaft ist, dann wird es kein Rumgezicke geben - da genügen drei Worte und die Beziehung lebt wieder.

Was sich natürlich sofort auf diese Beziehung auswirkt, das sind die Sachen, die man sich selber angetan hat. Denn wenn man einmal sein eigenes Herz verwundet hat oder hartnäckig beginnt zu zweifeln beendet man vielleicht doch einmal die Beziehung. Aber das geht dann nicht vom Gegenüber aus.

 

(Natürlich humpelt die Analogie mal wieder, weil es eine Beziehung Mensch - Mensch ist. Aber trotzdem finde ich das Bild geeignet um "auf Spur" zu kommen)

Edited by Kulti
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Aber nicht nur?
Gott wirkt durch die Kirche- aber läßt sich nicht einsperren.

 

Ich hab mich immer für einen freien, aufgeklärten Menschen gehalten, der sich nicht manipulieren läßt.
Dafür halten sich viele: Aber allein durch die Werbung etc. werden wir auf die eine oder andere Weise manipuliert. Es wirkt paradox aber ist eine Erfahrung vieler Glaubenden: Gott dienen heißt frei werden.

 

Als ich aber durch meine Scheidung extrem vom "Pfad der Tugend" abgewichen bin, hat mich meine erzkonservative Erziehung mit dem Holzhammer wieder eingeholt.

Jesus kam nicht für die Gerechten sondern um die Sünder zu heilen- also für uns alle und besonders für jene, die es schwer haben oder sich schwer tun.

 

Ich suche jetzt in den Trümmern nach der Zuversicht, dass ich trotzdem angenommen bin. Glaube und Vertrauen sind wie Liebe keine Dinge, die man im Laden kaufen kann... Aber sie fehlen mir schrecklich.

 

P. Peter Lüftenegger schrieb vor Jahren, dass Gott alte Gebäude zusammenbrechen läßt, um neue und bessere entstehen zu lassen. Solltest du also vor Trümmern stehen, ist das die beste Voraussetzung, dass Gott etwas Neues, Wunderbares aus Deinem Leben machen kann.Diese Zuversicht wünsche ich dir von Herzen. Das innige Gebet kann uns helfen, Zuversicht zu gewinnen.

Edited by Mariamante
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"keiner kommt "..verschuldet".

Fürchtet euch nicht.

 

Liebe Karin39.

 

"Wer hat Schuld, wenn er nichts vom rechten Glauben gehört hat, kann er dann in den Himmel kommen?

Was muss ich tun, um Schuld zu büßen, damit Gott mir verzeiht?"

 

 

Das ist doch seit Jesus Dank Gottes Vorbei.

 

Wenn Du nach einem fragst,

ich antworte Dir auch:

 

Zu 1.: Ja.

 

Zu 2.: Frage die, denen Du Schuld angetan hast, was sie von Dir erwarten als Buße?

(Aber vergib dir vorher selbst ...)

 

gruss

peter

Edited by pmn
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In dem sehr empfehlenswerten Film "wie im Himmel" beginnt die Frau des evangelischen Pfarrers allmählich, sich aus den traditionellen Schuldfesseln zu lösen und aufzublühen. Ihr Mann sagt ihr, sie solle Gott bitten, dass er ihr ihren Unglauben vergibt. Darauf sagt sie in etwa: "Es gibt keine Sünde, die haben Männer wie du nur erfunden, um die Menschen zu unterjochen. Gott vergibt nicht, weil er gar nicht erst verdammt. "

 

Und das glaube ich auch: Gott ist bedingungslose Liebe, und die sieht weder Sünde, noch verdammt sie, noch muss sie vergeben. Das ist alles nur menschliche Erfindung. Jesus ist gekommen, um dies den Menschen zu sagen (z.B. Gleichnis von den verlorenen Söhnen). Doch die Männer der Religion, die ihn erst ans Kreuz gebracht haben, haben ihn leider posthum wieder "eingefangen".

 

Gott ist Liebe, und vor der Liebe braucht man eben gerade nicht Angst zu haben. Lass dir nichts Gegenteiliges einreden. Wer das versucht, aus dem spricht keine wirkliche Liebe, sondern letztlich Angst.

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. Darauf sagt sie in etwa: "Es gibt keine Sünde, die haben Männer wie du nur erfunden, um die Menschen zu unterjochen. Gott vergibt nicht, weil er gar nicht erst verdammt. "
Da ist ja schon wieder eine Schuldzuweisung! Diesmal sind es die Männer! Es ist doch verkehrt zu behaupten es gäbe keine Sünde, wenn man die Verbrechen aller Art realistisch zur Kenntnis nimmt.

 

Und das glaube ich auch: Gott ist bedingungslose Liebe, und die sieht weder Sünde, noch verdammt sie, noch muss sie vergeben.
Das ist wohl eine falsche Einschätzung. Denk nur mal an das Vater- Unser. "Vergib uns uns so wie wir vergeben". Wenn es keine Schuld und Sünde gäbe, dann könnten wir das diese Stelle streichen.
Das ist alles nur menschliche Erfindung.
Also lehrlich: Was du hier schreibst halte ich für eine menschliche Erfindung. Dass es Schuld gibt ist ein Faktum. Aber das Wunderbare ist, dass es bei Gott eine so große Vergebung gibt, dass selbst noch Schuld und Sünden zu Gnadenbrücken werden können.
Jesus ist gekommen, um dies den Menschen zu sagen (z.B. Gleichnis von den verlorenen Söhnen). Doch die Männer der Religion, die ihn erst ans Kreuz gebracht haben, haben ihn leider posthum wieder "eingefangen".
Wenn man wissen will was Jesus sagen wollte, sollte man sich die Evangelien durchlesen- und zwar nicht nur ausschnittweise.

 

Gott ist Liebe, und vor der Liebe braucht man eben gerade nicht Angst zu haben.
Da kann ich Dir zustimmen. Allerdings ist die Liebe Gottes keine Einschlafdroge sondern fordert uns auch heraus. Wir sollten allerdings sehen: Gegenüber den schwachen, hilsbedürftigen Menschen die guten Willens sind zeigt sich Gottes Zärtlichkeit und Barmherzigkeit auf wunderbare Weise- und heilt damit die Wunden der Seele. Aber wo Stolz, Bosheit, Selbstgerechtigkeit waren, da sprach Jesus sehr ernste Worte. Edited by Mariamante
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[korintenkackermodus]

Schuld ist vielleicht auch nicht das glücklichste Wort. Meines Erachtens geht es nicht darum festzustellen, dass ein "Vergehen" passiert ist sondern es geht allgemein darum festzustellen dass Dinge passieren können. [dreistebehauptung]Wenn die Beziehung zu Gott scheitert dann immer von Seite des Menschen aus. Also es ist quasi denkbar dass die Liebe Gottes einseitig ist.[/dreistebehauptung] Das bedeutet aber nicht dass der Mensch Schuld auf sich geladen hat - sondern es bedeutet ganz einfach, dass der Mensch oder etwas im Menschen die Trennung verursacht hat.[/korintenkackermodus]

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Schuld ist vielleicht auch nicht das glücklichste Wort. Meines Erachtens geht es nicht darum festzustellen, dass ein "Vergehen" passiert ist sondern es geht allgemein darum festzustellen dass Dinge passieren können.
Es gibt ja auch den Begriff Sünde. Dass der Mensch durch Verbrechen aller Art Schuld auf sich lädt, dürfte klar sein. Bei Sünde (die z.B. auch darin bestehen kann, dass wir Gutes unterlassen, uns nicht bemühen, zu Gott eine Beziehung aufzubauen etc.) ist das nicht so offensichtlich.

 

Wenn die Beziehung zu Gott scheitert dann immer von Seite des Menschen aus. Also es ist quasi denkbar dass die Liebe Gottes einseitig ist.
Trefflich erkannt. Gottes Liebe wirbt auf vielfache Weise - aber es ist der Liebe nun mal eigen, dass sie unter Zwang sich nicht entwickeln kann. Die Freiheit der Entscheidung die wir haben bringt es mit sich, dass wir uns auch gründlich bis abgründig gegen die Liebe, gegen Gott entscheiden können.

 

Das bedeutet aber nicht dass der Mensch Schuld auf sich geladen hat - sondern es bedeutet ganz einfach, dass der Mensch oder etwas im Menschen die Trennung verursacht hat.
Es ist eine uralte Erfahrung, dass es die bösen Taten sind, die von der Erkenntnis Gottes trennen. Hier möchte ich an ein Beispiel aus dem Leben von Charles de Foucauld erinnern, der vor seiner Bekehrung ein sehr ausgelassenes Leben führte. Auf seinem Weg vom Atheisten hin zum Glauben wollte er mal mit einem Priester über den Glauben und vieles, was er davon nicht verstand diskutieren. Der Priester aber lud ihn ein zu beichten. Charles war offenbar schon so weit, und beichtete. Nach der Sündenvergebung durch das Sakrament der Buße sagte der Pfarrer: "So, jetzt können wir diskutieren." Da meinte Charles: Nicht notwendig, jetzt ist mir vieles klar.

 

Auch dieses Beispiel sagt mir, dass es unsere Sünden sind, die den Blick auf Gott verstellen und uns unfähig machen, Gottes Liebe anzunehmen und tiefer in den Glauben hinein zu gelangen.Die Sünde in ihren vielfältigen Variationen (von Verbrechen wie Mord bis Ehebruch, Unkeuschheit bis Stolz) ist wie ein Schleier oder Nebel, so dass wir Gott und die geistlichen Werte kaum mehr ausmachen können.

 

NS: Ich möchte allerdings nicht unterlassen festzustellen, dass Menschen auch durch schwere seelische Verletzungen (z.B. durch die eigenen Eltern, den Vater, durch Menschen die sich Christen nennen aber unchristlich handelten) im Glauben und in der Beziehung zu Gott schweren Schaden erleiden können, so dass sie die Liebe Gottes nicht mehr sehen und verstehen.

Edited by Mariamante
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[korintenkackermodus]

Schuld ist vielleicht auch nicht das glücklichste Wort. Meines Erachtens geht es nicht darum festzustellen, dass ein "Vergehen" passiert ist sondern es geht allgemein darum festzustellen dass Dinge passieren können. [dreistebehauptung]Wenn die Beziehung zu Gott scheitert dann immer von Seite des Menschen aus. Also es ist quasi denkbar dass die Liebe Gottes einseitig ist.[/dreistebehauptung] Das bedeutet aber nicht dass der Mensch Schuld auf sich geladen hat - sondern es bedeutet ganz einfach, dass der Mensch oder etwas im Menschen die Trennung verursacht hat.[/korintenkackermodus]

 

Lieber Kulti,

 

Du sagst Lesenswertes!

 

 

Lieben Gruss

Peter

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Schuld ist vielleicht auch nicht das glücklichste Wort. Meines Erachtens geht es nicht darum festzustellen, dass ein "Vergehen" passiert ist sondern es geht allgemein darum festzustellen dass Dinge passieren können.
Es gibt ja auch den Begriff Sünde. Dass der Mensch durch Verbrechen aller Art Schuld auf sich lädt, dürfte klar sein. Bei Sünde (die z.B. auch darin bestehen kann, dass wir Gutes unterlassen, uns nicht bemühen, zu Gott eine Beziehung aufzubauen etc.) ist das nicht so offensichtlich.

 

Wenn die Beziehung zu Gott scheitert dann immer von Seite des Menschen aus. Also es ist quasi denkbar dass die Liebe Gottes einseitig ist.
Trefflich erkannt. Gottes Liebe wirbt auf vielfache Weise - aber es ist der Liebe nun mal eigen, dass sie unter Zwang sich nicht entwickeln kann. Die Freiheit der Entscheidung die wir haben bringt es mit sich, dass wir uns auch gründlich bis abgründig gegen die Liebe, gegen Gott entscheiden können.

 

Das bedeutet aber nicht dass der Mensch Schuld auf sich geladen hat - sondern es bedeutet ganz einfach, dass der Mensch oder etwas im Menschen die Trennung verursacht hat.
Es ist eine uralte Erfahrung, dass es die bösen Taten sind, die von der Erkenntnis Gottes trennen. Hier möchte ich an ein Beispiel aus dem Leben von Charles de Foucauld erinnern, der vor seiner Bekehrung ein sehr ausgelassenes Leben führte. Auf seinem Weg vom Atheisten hin zum Glauben wollte er mal mit einem Priester über den Glauben und vieles, was er davon nicht verstand diskutieren. Der Priester aber lud ihn ein zu beichten. Charles war offenbar schon so weit, und beichtete. Nach der Sündenvergebung durch das Sakrament der Buße sagte der Pfarrer: "So, jetzt können wir diskutieren." Da meinte Charles: Nicht notwendig, jetzt ist mir vieles klar.

 

Auch dieses Beispiel sagt mir, dass es unsere Sünden sind, die den Blick auf Gott verstellen und uns unfähig machen, Gottes Liebe anzunehmen und tiefer in den Glauben hinein zu gelangen.Die Sünde in ihren vielfältigen Variationen (von Verbrechen wie Mord bis Ehebruch, Unkeuschheit bis Stolz) ist wie ein Schleier oder Nebel, so dass wir Gott und die geistlichen Werte kaum mehr ausmachen können.

 

NS: Ich möchte allerdings nicht unterlassen festzustellen, dass Menschen auch durch schwere seelische Verletzungen (z.B. durch die eigenen Eltern, den Vater, durch Menschen die sich Christen nennen aber unchristlich handelten) im Glauben und in der Beziehung zu Gott schweren Schaden erleiden können, so dass sie die Liebe Gottes nicht mehr sehen und verstehen.

 

Ja, das kann ich so stehen lassen. Allerdings wäre ich vorsichtig mit der Anwendung der Begriffe Sünde und Schuld bei Nichtexperten - wäre ja schlecht wenn bei meinem Gegenüber sofort der Gedanke entsteht "Ich bin doch kein Verbrecher" oder "Ja dann isses wohl ganz aus". Hoffnung zerstören oder Trotz aufbauen sind schlechte Methoden um jemanden zur "Umkehr" (oder Hinwendung?) zu bewegen.

 

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass die Verhinderung der Gotteserkenntnis auch dadurch kommt, dass die Gewichtung einer Sache im Leben nicht stimmt.

 

Auch hier ein Beispiel. "Er sitzt nur noch vor dem Computer und raunzt mich an, wenn ich mit ihm reden möchte" (Zitat einer Bekannten). Auch soetwas zerstört eine Beziehung.

 

Analog könnte man sagen "Er kommt vor lauter Börsenspekulationen nicht mehr zu der Ruhe, die für das Gebet notwendig ist".

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Ich suche jetzt in den Trümmern nach der Zuversicht, dass ich trotzdem angenommen bin. Glaube und Vertrauen sind wie Liebe keine Dinge, die man im Laden kaufen kann... Aber sie fehlen mir schrecklich.

 

Hallo Karin - in den Trümmern kannst Du nichts finden. Räum sie weg.

 

Eigentlich hat sie schon jemand für Dich weggeräumt...

 

Du BIST angenommen - danach brauchst Du gar nicht zu suchen, schon gar nicht in Trümmern. Wer in den Trümmern sucht, wird höchstens die Erinnerung an das finden, was zerbrochen ist. Das tut nur weh.

 

Du kannst Dir nicht verdienen, daß Gott Dich annimmt. Das hat er Dir schon geschenkt. Aber Du kannst dieses Geschenk annehmen - und weitergehen. Es gibt ein Leben jenseits des Trümmerhaufens...

 

Nur so ein paar ungeordnete Gedanken (eigentlich habe ich gerade gar keine Zeit, hier zu schreiben).

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Ja, das kann ich so stehen lassen. Allerdings wäre ich vorsichtig mit der Anwendung der Begriffe Sünde und Schuld bei Nichtexperten - wäre ja schlecht wenn bei meinem Gegenüber sofort der Gedanke entsteht "Ich bin doch kein Verbrecher" oder "Ja dann isses wohl ganz aus". Hoffnung zerstören oder Trotz aufbauen sind schlechte Methoden um jemanden zur "Umkehr" (oder Hinwendung?) zu bewegen.

 

Wichtig ist für jeden Menschen in welcher Situation immer zu wissen, dass Gott uns liebt und es keine Not gibt, für die Gott keinen Ausweg hätte. Für Gott ist jeder einzigartig und gleichsam wichtig. Und ich glaube Jesus würde sagen: "Wenn es möglich wäre mein Leben nochmals hinzugeben- ich würde es für dich genau so hingeben wie für jeden anderen". Und ich bin überzeugt, dass Jesus seine Hingabe auch für jeden von uns lebte. Gerade der verwundete Mensch braucht diese Hoffnung und das Wissen, dass die Liebe Gottes gerade für jene kam, die ihrer am meisten bedürftig sind.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass die Verhinderung der Gotteserkenntnis auch dadurch kommt, dass die Gewichtung einer Sache im Leben nicht stimmt.

 

Auch hier ein Beispiel. "Er sitzt nur noch vor dem Computer und raunzt mich an, wenn ich mit ihm reden möchte" (Zitat einer Bekannten). Auch soetwas zerstört eine Beziehung.

 

Analog könnte man sagen "Er kommt vor lauter Börsenspekulationen nicht mehr zu der Ruhe, die für das Gebet notwendig ist".

Danke für das Beispiel.
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