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Da hängt der Jesus am Kreuz..


Susa

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Hallo liebe Leute!

 

Im Dekalog heißt es doch, wir sollen uns kein Bildniss von Gott machen.

Wie passt das denn mit den ganzen Jesusdarstellungen zusammen?

In jeder Kirche sieht man ja Jesusfiguren.

...gilt das nur für Gott, den Vater?? :huh:

 

Oder versteh ich da was grundsätzlich falsch?

 

Wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte!

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Hallo Susa

Ich hab bestimmt nicht viel Plan, aber Dein Gedanke, es wird fast immer Jesus dargestellt finde ich durchaus richtig.

Und wie will man Gott darstellen?

Von Jesus kann man sich vielleicht noch ein Bild machen. er war ein Mensch. Vom heiligen Geist heißt es. dass er wie Feuerzungen über die versammelten Menschen kam. Aber vom Vater? Wie will man das Säuseln des Windes oder den brennenden Dornbusch da interpretieren. Und alle Drei sind Eins. Alle Versuche sind (für mich) klägliche Versuche, die nicht wirklich erfüllt werden können.

Außerdem denke ich, das Kreuz mit Korpus wurde geschaffen, um das große Leid, das Christus auf sich genommen hat den Menschen näher zu bringen.

Wir Menschen sind oft so abgestumpft. Auch wenn viele jetzt empört sind. Aber wie wertvoll nehmen wir ein Menschenleben? Wer hat schon was gegen einen guten Krimi? (Beim Menschen machen = Porno sind wir viel moralischer)

Ich denke, nur so eine drastishe Darstellung wie das Kreuz mit Korpus läßt für uns die Tragweite dieses unfassbaren Opfers im Ansatz erfassen. Und das war auch schon bei unseren Vorfahren so.

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Hallo Antonie,

 

mein Problem ist nicht, dass Jesus im Vergleich zu den anderen beiden zu oft dargestellt wird, sondern, dass überhaupt Gott dargestellt wird, in welcher Form auch immer.

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Die Angelika

hallo

 

meines ERachtens geht es nicht um ein grundsätzliches Bilderverbot, sondern darum, sich keine fixen Bilder und Vorstellungen von Gott zu machen. Es geht um das BEwusstsein dafür, dass das Gottesbild nicht Gott selbst ist.

Würde man dieses VErbot so absolut nehmen, wie du es zu nehmen scheinst, dann dürften wir nicht einmal über Gott sprechen. Denn da haben wir es mit Sprachbildern zu tun.

 

alles Liebe

 

Angelika

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Wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte!

mach ich :huh:

 

In Ex 20, 4 heißt es:

Du sollst dir kein Schnitzbild machen, kein Bild von dem, was oben im Himmel oder unten auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist! Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und sie nicht anbeten! Ich meine auf das Fettgedruckte kommt es an, denn sonst leidet Gott an Alzheimer, weil er nur ein paar Kapitel weiter befiehlt er:

 

Ex 25,18 Dazu mache zwei goldene Kerubfiguren!

 

Nun ist ein Kerub doch ein „Bild von dem, was oben im Himmel ist“ also was er in Ex 20,4 noch herzustellen verboten haben soll.

 

Und ähnliches gilt auch für die Schlange:

 

Num 21,8 Und der Herr antwortete Mose: "Fertige dir das Bild einer Giftschlange an und befestige sie an einer Stange! Wer gebissen wird und sie anschaut, soll am Leben bleiben."

 

 

Ich gehe nun ein Schritt weiter und behaupte, dass seit Jesus Christus gilt:

 

Du sollst dir von Gott ein Bild machen, und diese Bild ist Jesus Christus.“

 

Die Bibel schreibt in: Joh 10, 30 Ich und der Vater sind eins."

 

Joh 14,8 Philippus sagte zu ihm: "Herr, zeige uns den Vater! Das genügt uns." Jesus erwiderte ihm: "Solange schon bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du nur sagen: Zeige uns den Vater?

 

Und Athanasius schreibt:

Aber wie hätte das geschehen können, wenn nicht das Bild Gottes, unser Heiland Jesus Christus, selbst zu uns gekommen wäre? Denn es war nicht möglich mittels der Menschen, da sie selbst nach dem Bilde erschaffen worden sind; aber auch nicht mittels der Engel, denn sie sind selbst auch keine Bilder. Deshalb erschien das Wort Gottes mittels seiner selbst, damit es als das Bild des Vaters den nach dem Bilde erschaffenen Menschen wieder erschaffen konnte.

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hallo

 

meines ERachtens geht es nicht um ein grundsätzliches Bilderverbot, sondern darum, sich keine fixen Bilder und Vorstellungen von Gott zu machen. Es geht um das BEwusstsein dafür, dass das Gottesbild nicht Gott selbst ist.

Würde man dieses VErbot so absolut nehmen, wie du es zu nehmen scheinst, dann dürften wir nicht einmal über Gott sprechen. Denn da haben wir es mit Sprachbildern zu tun.

 

alles Liebe

 

Angelika

 

 

Danke für die Erklärung, jetzt kann ich das besser nachvollziehen, ich hatte das mit den Bildern wohl zu wörtlich genommen.

 

Ist damit dann auch gemeint, dass wir Gott eh nicht erfassen können und uns deswegen gar nicht drum bemühen brauchen?

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Wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte!

mach ich :lol:

 

In Ex 20, 4 heißt es:

Du sollst dir kein Schnitzbild machen, kein Bild von dem, was oben im Himmel oder unten auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist! Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und sie nicht anbeten! Ich meine auf das Fettgedruckte kommt es an, denn sonst leidet Gott an Alzheimer, weil er nur ein paar Kapitel weiter befiehlt er:

 

Ex 25,18 Dazu mache zwei goldene Kerubfiguren!

 

Nun ist ein Kerub doch ein „Bild von dem, was oben im Himmel ist“ also was er in Ex 20,4 noch herzustellen verboten haben soll.

 

Und ähnliches gilt auch für die Schlange:

 

Num 21,8 Und der Herr antwortete Mose: "Fertige dir das Bild einer Giftschlange an und befestige sie an einer Stange! Wer gebissen wird und sie anschaut, soll am Leben bleiben."

 

 

Ich gehe nun ein Schritt weiter und behaupte, dass seit Jesus Christus gilt:

 

Du sollst dir von Gott ein Bild machen, und diese Bild ist Jesus Christus.“

 

Die Bibel schreibt in: Joh 10, 30 Ich und der Vater sind eins."

 

Joh 14,8 Philippus sagte zu ihm: "Herr, zeige uns den Vater! Das genügt uns." Jesus erwiderte ihm: "Solange schon bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du nur sagen: Zeige uns den Vater?

 

Und Athanasius schreibt:

Aber wie hätte das geschehen können, wenn nicht das Bild Gottes, unser Heiland Jesus Christus, selbst zu uns gekommen wäre? Denn es war nicht möglich mittels der Menschen, da sie selbst nach dem Bilde erschaffen worden sind; aber auch nicht mittels der Engel, denn sie sind selbst auch keine Bilder. Deshalb erschien das Wort Gottes mittels seiner selbst, damit es als das Bild des Vaters den nach dem Bilde erschaffenen Menschen wieder erschaffen konnte.

 

 

 

Okay, soweit verstehe ich das.

 

Jesus ist das Bild von Gott für uns.

 

Aber wieso knien die Katholiken vor dem Kreuz mit Jesus dran nieder und sind davor so ehrfürchtig?

 

Also das ist ja trotz allem nur die Holzfigur.

 

Ehrlich gesagt frage ich mich, ob da jeder den Unterschied versteht.

 

:huh:

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OneAndOnlySon
Okay, soweit verstehe ich das.

 

Jesus ist das Bild von Gott für uns.

 

Aber wieso knien die Katholiken vor dem Kreuz mit Jesus dran nieder und sind davor so ehrfürchtig?

 

Also das ist ja trotz allem nur die Holzfigur.

 

Ehrlich gesagt frage ich mich, ob da jeder den Unterschied versteht.

 

:huh:

 

Ob jemand den Unterschied versteht, kann man ganz leicht feststellen. Wenn du jemanden siehst, die Ehrfürchtig vor einen Kreuz kniet und derjenige kniet sich ebenso auch vor andere Kreuze, dann hat er den Unterschied verstanden. Dann hat er nämlich erkannt, dass das Kruzifix nur ein Bild ist, dass im die Anbetung dessen, den er Verehrt (Jesus Christus) erleichtert, indem es ihm einen Fixpunkt gibt.

 

Würde der jenige nur ein einziges Kreuz anbeten und alle anderen Kruzifixe ablehnen, hätte er wohl nicht verstanden.

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Okay, soweit verstehe ich das.

 

Jesus ist das Bild von Gott für uns.

 

Aber wieso knien die Katholiken vor dem Kreuz mit Jesus dran nieder und sind davor so ehrfürchtig?

 

Also das ist ja trotz allem nur die Holzfigur.

 

Ehrlich gesagt frage ich mich, ob da jeder den Unterschied versteht.

 

Das ist eine wichtige Frage der Spiritualität. Wir lesen in der Bibel von Jesus am Kreuz. Wir sehen darin Gottes Liebe zu uns Menschen. So sollen auch wir einander lieben. Und nicht nur einander. Daran erinnert uns das Kruzifix.

 

Das ist auch eine wichtige Frage der Spiritualitätsgeschichte. Gibt es denn nur "das" Kreuz? Oder gibt es viele Kreuzesdarstellungen? Drücken sich darin unterschiedliche Spiritualitäten aus? Was hat das mit den Menschen und ihrer Zeit zu tun? Was bedeutete das Kreuz für den hl. Franziskus? Welchen Zugang fand der hl. Bonaventura zum Kreuz?

 

Heute sagt uns das Kreuz: Deus est Caritas.

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Hi!

 

Ich denke auch, dass es soweit ok sein dürfte, Jesus am Kreuz darzustellen. Man muss nur zwei Dinge beachten: Wie er ganz genau aussah, können wir heute nur noch erahnen (denke mal, auf den meisten Bildern ist er auch viel zu eropäisch dargestellt) und wir müssen eben aufpassen, dass das Cruzifix nicht vom Symbol zum Objekt der Anbetung wird. Das kann leider unter Umständen schnell gehen.

Darum finde ich auch das Kreuz ohne Leib oft sehr passend: zum einen ist dann diese Gefahr noch ein wenig mehr gebannt, zum anderen drückt es aus, dass das Kreuz nicht das letzte Wort war; er ist auferstanden :huh:

Aber sicher ist auch ein Kreuz mit Leib soweit nicht tragisch...

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Hallo liebe Leute!

 

Im Dekalog heißt es doch, wir sollen uns kein Bildniss von Gott machen.

Wie passt das denn mit den ganzen Jesusdarstellungen zusammen?

In jeder Kirche sieht man ja Jesusfiguren.

...gilt das nur für Gott, den Vater?? :huh:

 

Oder versteh ich da was grundsätzlich falsch?

 

Wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte!

ja, Wenn es im Dekalog heißt, Du sollst Dir von Gott kein Bild machen, dann gilt das nur für den göttlichen Geist. Denn Gott in seinem Urwesen kann kein geschaffenes Wesen schauen und leben.

 

Der derselbe göttliche Geist ist ja in Jesus zu uns gekommen, um seinen Geschöpfen ein schaubarer Gott sein, den wir ansehen, ohne zu sterben.

 

Statt den sterbenden Jesus wäre es viel besser, den auferstandenen Jesus zu schauen

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Die Angelika

hallo Susa

 

Danke für die Erklärung, jetzt kann ich das besser nachvollziehen, ich hatte das mit den Bildern wohl zu wörtlich genommen.

 

Ist damit dann auch gemeint, dass wir Gott eh nicht erfassen können und uns deswegen gar nicht drum bemühen brauchen?

 

damit ist wohl auch gemeint, dass wir Gott hier nicht ganz erfassen können, nicht aber, dass wir uns deswegen gar nicht bemühren brauchen, ihn zu verstehen. Es geht nur darum, dass wir uns immer bewusst sein sollen, dass wir auf dem Weg zu Gott sind, und nicht schon am Ziel. Am Ziel werden wir ihn ganz erfassen können

 

alles Liebe

 

Angelika

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wolfgang E.
hallo Susa

 

Danke für die Erklärung, jetzt kann ich das besser nachvollziehen, ich hatte das mit den Bildern wohl zu wörtlich genommen.

 

Ist damit dann auch gemeint, dass wir Gott eh nicht erfassen können und uns deswegen gar nicht drum bemühen brauchen?

 

damit ist wohl auch gemeint, dass wir Gott hier nicht ganz erfassen können, nicht aber, dass wir uns deswegen gar nicht bemühren brauchen, ihn zu verstehen. Es geht nur darum, dass wir uns immer bewusst sein sollen, dass wir auf dem Weg zu Gott sind, und nicht schon am Ziel. Am Ziel werden wir ihn ganz erfassen können

 

alles Liebe

 

Angelika

 

 

Ich habe gerade in der im Enststehen begriffen Diplomarbeit meiner Frau folgede Sätze gefunden, die den Prolog zu einem mittelalterlichen Heilsspiegel bilden:

 

Hanc cognitionem posunt litterati habere ex scripturis

Rudes autem erudiri debent in libris laicorum, id est in picturas.

Die Gebildeten können ihr Wissen aus den Büchern haben, während die Ungebildeten sich aus den Büchern der Laien, das sind die Bilder unterrichten müssen.

Im wesentlichen geht diese Meinung und damit die (amtlich festgelegte) Berechtigung Bilder zu machen, auf Gregor den Großen (+ 604) zurück. Er unterscheidet zwischen Verehrung von Bildern und ihrem didaktischen Wert (ähnlich wie später auch Thomas v. Aquin (+1274) und Bonaventura (+ 1274)). Gregor der Große meint weiter, das das Bild die Schrift in besonderer Weise ergänzt, "denn was für den Lesenden die Schrift ist, das ist für die Augen der ungebildeten das Bild, denn auf ihm sehen sogar die Ungebildeten, was sie nachahmen müssen, auf ihm lesen die Lesens Unkundigen."

 

Die Wurzel hat diese Meinung Gregor des Grossen inder altchristlich griechischen Einstellung zum Bild.

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Im Mittelatler hat man auch von der bilica pauporum gesprochen. Die Bibel der Armen sind die Bilder.

Walter

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Vielen Dank für eure Antworten!

 

Ein Missverständnis weniger!

 

:huh:

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