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Was ist Berufung, wie ist sie zu finden?


OneAndOnlySon

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OneAndOnlySon

Bei der ganzen Debatte stellt sich für mich langsam die Frage, was denn eigentlich Berufung ist.

 

Ist Berufung nur etwas rein subjektives, ein Gefühl des Einzelnen?

Wenn ja, wie äußert sich das? Ist es schon Berufung, wenn ich das Gefühl habe, diese oder jenes besonders gern machen zu wollen oder erst dann, wenn ich glaube durch äußere "Zeichen" dahin gebracht zu werden? Kann man Berufung bei einem anderen sehen/fühlen/riechen?

 

Nehmen wir mich mal als praktisches Beispiel:

Als sich ein guter Bekannter von mir auf die Diakonenweihe vorbereitet hat, hatte ich das starke Gefühl, dass das genau mein Weg sei. Ich habe das Gefühl immernoch und es wäre mein Wunsch einmal Diakon im Zivilberuf zu sein. Meine persönlichen Fähigkeiten und Begabungen weisen jedoch in eine andere Richtung und ich denke, dass ich nur wenig für das Diakonenamt geeignet bin.

Was denkt ihr: Bin ich berufen? Beruft Gott Menschen, denen er nicht auch de Befähigung zu ihrer Berufung gibt?

 

 

Diese Fragen finde ich so wichtig und interessant, dass ich mich berufen fühlte, sie aus den "Verheirateten Priestern" herauszulösen.

Gabriele

Edited by Gabriele
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Bei der ganzen Debatte stellt sich für mich langsam die Frage, was denn eigentlich Berufung ist.

 

Ist Berufung nur etwas rein subjektives, ein Gefühl des Einzelnen?

Wenn ja, wie äußert sich das? Ist es schon Berufung, wenn ich das Gefühl habe, diese oder jenes besonders gern machen zu wollen oder erst dann, wenn ich glaube durch äußere "Zeichen" dahin gebracht zu werden? Kann man Berufung bei einem anderen sehen/fühlen/riechen?

 

Nehmen wir mich mal als praktisches Beispiel:

Als sich ein guter Bekannter von mir auf die Diakonenweihe vorbereitet hat, hatte ich das starke Gefühl, dass das genau mein Weg sei. Ich habe das Gefühl immernoch und es wäre mein Wunsch einmal Diakon im Zivilberuf zu sein. Meine persönlichen Fähigkeiten und Begabungen weisen jedoch in eine andere Richtung und ich denke, dass ich nur wenig für das Diakonenamt geeignet bin.

Was denkt ihr: Bin ich berufen? Beruft Gott Menschen, denen er nicht auch de Befähigung zu ihrer Berufung gibt?

 

Wer von Gott berufen ist hat die Befähigung um diese Berufung zu leben, dies ist für mich klar auch wenn ich dieses niemanden beweisen kann.

 

Wie erkennt der Mensch, dass er berufen ist:

Es gib nicht nur ein sondern viele Kriterien, wie wir Menschen glauben oder meinen können, dass wir berufen sind.

Geht ein Mensch den Weg seiner Berufung, wird seine innere Unruhe immer mehr in Sicherheit und Gelassenheit sich verwandeln.

Berufung zeigt sich auch daran, dass Hindernisse überwunden werden.

Berufen ist, wer bereit ist sich immer wieder neu an Jesus Christus ausrichtet, ein Leben lang und nicht nur bis zur Weihe.

Berufen ist, wer eine Erfahrung Gottes gemacht hat.

Berufung wird auch einem von außen zugesprochen oder bestätigt.

Berufen sind wir Menschen alle, jeder zu etwas anderem.

Dies muss genügen, ich will noch in den Godi gehen.

 

Walter

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Was denkt ihr: Bin ich berufen? Beruft Gott Menschen, denen er nicht auch de Befähigung zu ihrer Berufung gibt?

mach den Test und bewerbe Dich. Wirst Du angenommen und stehst die Ausbildung durch, dann wird der Herr Dich dann sicherlich nach Deinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen. Laß Dich überraschen :lol: Versicherungen bekommst Du woanders :huh:

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Was denkt ihr: Bin ich berufen? Beruft Gott Menschen, denen er nicht auch de Befähigung zu ihrer Berufung gibt?

mach den Test und bewerbe Dich. Wirst Du angenommen und stehst die Ausbildung durch, dann wird der Herr Dich dann sicherlich nach Deinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen. Laß Dich überraschen :lol: Versicherungen bekommst Du woanders :huh:

Der Praxistest als ultimative Antwort auf die Frage, ob die Berufung echt ist?

 

Ich weiß nicht so recht. Ich fürchte, da gehen auch Berufungen unter, die gleichwohl echte Berufungen sind. Diese Meinung wird auch hier vertreten.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Der Praxistest als ultimative Antwort auf die Frage, ob die Berufung echt ist?

 

gibt es einen besseren Test?? Ist wie bei der Ehe - wenn beide ja sagen, dann ist alles ok :huh:

Ich fürchte, da gehen auch Berufungen unter, die gleichwohl echte Berufungen sind.

da stimme ich Dir zu - aber das Leben ist halt mal hart und ungerecht. :lol:

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gibt es einen besseren Test??
ja.

 

 

 

Deine Berufung ist dann echt, wenn Du versuchst, ernsthaft vor dieser Berufung davonzulaufen.

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Es ist ganz einfach und gleichzeitig ganz kompliziert. Klassisch gehören drei Dinge dazu: Neigung, Eignung und Annahme durch die Kirche.

 

Die Neigung ist klar, niemand macht sich auf so einen Weg, wenn es ihn nícht dahin zieht. Jedenfalls irgendwie und ruhig auch mit Zweifeln bezüglich der anderen Punkte. Ein bißchen Panik zwischendurch steht da nicht entgegen, braucht aber etwas Begleitung.

 

Bei der Eignung ist es schon etwas komplizierter. Es gibt formale Anforderungen (Ausbildung, Gesundheit) und Kriterien, die die Person betreffen. Hier kann man nur auf erfahrene Verantwortliche in den Diözesen und Orden hoffen, die nicht nach persönlichem Geschmack abwimmeln.

 

Das Letzte greift dann in die Annahme durch die Kirche hinein. Der Bischof wird normalerweise den annehmen, der ihm von seinem verantwortlichen Theologenreferenten empfohlen wird und den ablehnen, vor dem er aus gleichem Mund gewarnt wird. Auch hier können echte Berufungen durchaus hinten runterfallen. In diesen Bereich fallen aber auch die grundsätzlichen Voraussetzungen, die im Verheiratete-Priester-Thread besprochen werden, also z.B. der Zölibat.

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Das Letzte greift dann in die Annahme durch die Kirche hinein.

 

?

Hm, habe in der Eile wohl zu kryptisch geschrieben. :huh:

 

Ich wollte ausdrücken, daß die Einschätzung der Eignung und die Annahme durch die Kirche nicht streng zu trennen sind. Wenn beispielsweise ein Theologenreferent einen kandidaten als "Frömmler" einschätzt, dessen Religiosität ihm einseitig geprägt erscheint, wird dies i.d.R. Auswirkungen auf die Entscheidung des Bischofs über die Zulassung zur Weihe haben. Dabei kann so eine Einschätzung im einen Fall die Kirche vor schrägen und belasteten Typen im geistlichen Amt schützen und im andern Fall möglicherweise die Folge einer Einseitigkeit beim Theologenreferenten sein, wodurch evtl. eine echte Berufung nicht wirksam wird. Wie auch immer der Einzelfall aussieht, eine Berufung zur persönlichen Nachfolge in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam der Kirche gegenüber kann u.U. auch ohne Annahme durch eine kirchliche Instanz gelebt werden. Eine Berufung, die mit einem kirchlichen Amt und der Eingliederung in die Gemeinschaft eines Ordens oder Diözesanklerus verbunden ist, kann es ohne Annahme durch die Kirche, der die Verwaltung der Sakramente und der Ämter zukommt, nicht geben. Amt ist immer Dienst an der Einheit, auch wenn im konkreten Leben Mißbrauch und Fehlentscheidung nicht auszuschließen sind.

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Franciscus non papa

nun kennt aber der bischof seine weihekandidaten auch persönlich. insofern ist er in seiner einschätzung ja nicht nur auf die informationen anderer angewiesen.

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nun kennt aber der bischof seine weihekandidaten auch persönlich. insofern ist er in seiner einschätzung ja nicht nur auf die informationen anderer angewiesen.

Die persönliche Kenntnis wächst natürlich von Skrutinium zu Skrutinium. Wenn es einer zum Weihekandidaten geschafft hat, also die Admissio bekommen hat, stehen die Chancen, daß sich der Bischof ein eigenes Bild gemacht hat, sicher schon besser, als wenn jemand relativ früh beurteilt wird. Dennoch bleibt der Bischof auch später auf das Urteil anderer angewiesen. Das drückt sich übrigens auch im Weiheritus aus. "Weißt du, ob sie würdig sind? - Das Volk und die Verantwortlichen wurden befragt, und ich bezeuge, daß sie für würdig gehalten werden."

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Franciscus non papa

nun kennt aber der bischof seine weihekandidaten auch persönlich. insofern ist er in seiner einschätzung ja nicht nur auf die informationen anderer angewiesen.

Die persönliche Kenntnis wächst natürlich von Skrutinium zu Skrutinium. Wenn es einer zum Weihekandidaten geschafft hat, also die Admissio bekommen hat, stehen die Chancen, daß sich der Bischof ein eigenes Bild gemacht hat, sicher schon besser, als wenn jemand relativ früh beurteilt wird. Dennoch bleibt der Bischof auch später auf das Urteil anderer angewiesen. Das drückt sich übrigens auch im Weiheritus aus. "Weißt du, ob sie würdig sind? - Das Volk und die Verantwortlichen wurden befragt, und ich bezeuge, daß sie für würdig gehalten werden."

 

 

aber tomtom,

 

sicher ist das bild des bischofs auch immer mitgeprägt von seinen informationen.... aber heutzutage haben wir ja nicht einen ansturm auf die spriesterseminare. und bei den drei hanseln, die sich da bewerben führen meiner kenntnis nach die bischöfe schon sehr früh persönliche gespräche mit den bewerbern - früher mag das sicher oft anders gewesen sein.

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Schön und gut, aber du hast geschrieben, man könne berufen sein, aber trotzdem nicht von Gott auserwählt.

Von wem wird man denn berufen? Ich dachte immer von Gott? Was also ist der Unterschied zwischen "berufen" und "auserwählt durch Gott"?

 

Werner

alle sind wir berufen durch das allgemeine Priestertum, schliesslich sind wir Gottes heiliges Volk. Der Ausdruck allgemeines Priestertum sagt etwas über die Heiligkeit in Differenz zu anderen, nicht heiligen Völkern. Mit keinem Wort wird eine kultische, auf den Tempel bezogene Tätigkeit dieser Priesterschaft erwähnt. Denn es kommt auf den Status an, nicht auf eine Tätigkeit. Dieser Status ist von Gott herbeigeführt. Das Wort "Priestertum" weist in diesen Zusammenhang auf eine durchgehende kollektive Metapher für das ganze Volk. Im Alten Testament ist überall im Kontext selbstverständlich vorausgesetzt, daß es innerhalb dieses Volkes dann Hohepriester und Priester gibt, die von Aaron oder Levi abstammen.

 

Quellenangabe für Wolfgang: Widerworte. Wieviel Modernisierung verträgt die Religion? von Klaus Berger. Exilkatholik wider Willen :huh:

 

Du irrst, die Quellenangabe ist nicht ein Hobby von mir um Dir lästig zu fallen, sondern sie ist zum rechtlichen Schutz des Forums notwendig

Edited by wolfgang E.
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1 Petrus 2,9: Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum ........

Das bezieht sich nach dem Kontext wohl auf alle Erlösten. Anders ist es sicher beim Satz: Viele sind berufen, wenige aber auserwählt. (Mt 22,14)

 

Dabei stimmt das griech. Wort für "auserwählt" an beiden Stellen überein. Das giech. Wort für "auserwählt" ist m. E. das, wovon das Wort "Klerus" abgeleitet ist.

Edited by Elima
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Die Angelika

lieber Walter

 

Wer von Gott berufen ist hat die Befähigung um diese Berufung zu leben, dies ist für mich klar auch wenn ich dieses niemanden beweisen kann.

 

was heißt "Berufung leben"?

Was heißt "Befähigung, um diese Berufung zu leben"?

 

Könnte es sein, dass Gott manchmal Menschen auch zum Scheitern beruft, um an ihnen zu zeigen, wie man im Scheitern und Gescheitert-Sein (über-)leben kann, über dieses Leben hier hinaus?

 

Ich glaube, wir sind berufen zu leben und uns dem zu stellen, was auf uns zukommt. Er hilft uns dabei schon irgendwie...

 

alles Liebe

 

Angelika

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lieber Walter

 

 

Wer von Gott berufen ist hat die Befähigung um diese Berufung zu leben, dies ist für mich klar auch wenn ich dieses niemanden beweisen kann.

 

was heißt "Berufung leben"?

Was heißt "Befähigung, um diese Berufung zu leben"?

 

Könnte es sein, dass Gott manchmal Menschen auch zum Scheitern beruft, um an ihnen zu zeigen, wie man im Scheitern und Gescheitert-Sein (über-)leben kann, über dieses Leben hier hinaus?

 

Ich glaube, wir sind berufen zu leben und uns dem zu stellen, was auf uns zukommt. Er hilft uns dabei schon irgendwie...

 

alles Liebe

 

Angelika

Liebe Angelika,

 

es sind zwar alle berufen, aber nicht alle sind auserwählt. Ich bin mit Dir darüber einer Meinung, das ein Scheitern zur Auserwählung ist kein Versagen darstellt, sondern ein Hinweis von Gott, das ER uns an ander Stelle braucht. Schliesslich wurde auch für die mobile Bundeslade auch ein heiliges Zelt mit kostbaren Stoffen und Edelmetallen gebraucht. Die beteiligten Arbeiter verrichten somit auch einen heiligen Dienst am Herrn.

 

Damit möchte ich sagen, daß jeder Christ von uns eine Befähigung von Gott erhalten hat und somit IHM auf vielffältige Weise dient.

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lieber Walter

 

 

Wer von Gott berufen ist hat die Befähigung um diese Berufung zu leben, dies ist für mich klar auch wenn ich dieses niemanden beweisen kann.

 

was heißt "Berufung leben"?

Was heißt "Befähigung, um diese Berufung zu leben"?

 

Könnte es sein, dass Gott manchmal Menschen auch zum Scheitern beruft, um an ihnen zu zeigen, wie man im Scheitern und Gescheitert-Sein (über-)leben kann, über dieses Leben hier hinaus?

 

Ich glaube, wir sind berufen zu leben und uns dem zu stellen, was auf uns zukommt. Er hilft uns dabei schon irgendwie...

 

alles Liebe

 

Angelika

 

Hallo Angelika,

 

Berufung leben meint nichts anderes als seinen Weg zu gehen, zu dem Gott einem berufen hat und zu dem ein Mensch sich berufen fühlt. dieses tut der Mensch in seiner Schwachheit, dem Scheitern und Neubeginn. Berufung leben meint einmal mehr aufzustehen als man hingegefallen ist.

Befähigung meint, dass der Mensch, der seine Berufung lebt, in sich die Kraft hat durch Gottes Hilfe einmal mehr aufzustehen.

Ein Beispiel: Von einem Priester wird erwartet, dass er singen kann. Viele Priester können weder mitsingen noch ein Lied anstimmen. Wenn der Priester dieses akzeptieren kann, das er nicht singen kann, dann wird es ihm nicht zur Last werden die ihn erdrückt. das Gleiche gilt für das Predigen, Menschen führen usw.

Paulus hat einmal geschrieben, ich formuliere frei: Ich rühme mich meiner Schwachheit, den in meiner Schwachheit erweist sich Gottes Gnade. In seiner Begrenzung wusste Paulus sich von der Liebe Gottes getragen, deswegen konnte er seine Berufung leben.

 

Walter

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aber tomtom,

 

sicher ist das bild des bischofs auch immer mitgeprägt von seinen informationen.... aber heutzutage haben wir ja nicht einen ansturm auf die spriesterseminare. und bei den drei hanseln, die sich da bewerben führen meiner kenntnis nach die bischöfe schon sehr früh persönliche gespräche mit den bewerbern - früher mag das sicher oft anders gewesen sein.

Da wird es sicher auch eine gewisse Bandbreite geben. Natürlich gibt es ein Gespräch vor der Aufnahme ins Priesterseminar. Auch ist der Kontakt in Diözesen, die ihr Seminar und die Fakultät am Sitz des Bischofs haben, anders, als dort, wo die Seminaristen weiter entfernt studieren. Insgesamt ist mein Eindruck aber doch der oben beschriebene. Die verantwortlichen Ausbildungsleiter kennen ihre Leute i.d.R. recht gut, die Bischöfe eher oberflächlich.

 

Der größte Teil der in Frage kommenden Kandidaten, die abgelehnt werden, dürfte übrigens nie bis zum Bischof kommen, sondern wird vorher vom Verantwortlichen ausgesiebt, wenn nicht schon im Bereich Berufungspastoral abgewimmelt. Das ist ohne Wertung zu verstehen, denn genau diese Aufgabe haben diese Instanzen ja unter anderem: eine Vorauswahl zu treffen und Bewerbern, die offensichtlich ungeeignet sind, nicht erst falsche Hoffnungen zu machen.

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Es ist ganz einfach und gleichzeitig ganz kompliziert. Klassisch gehören drei Dinge dazu: Neigung, Eignung und Annahme durch die Kirche.

 

Die Neigung ist klar, niemand macht sich auf so einen Weg, wenn es ihn nícht dahin zieht. Jedenfalls irgendwie und ruhig auch mit Zweifeln bezüglich der anderen Punkte. Ein bißchen Panik zwischendurch steht da nicht entgegen, braucht aber etwas Begleitung.

 

Bei der Eignung ist es schon etwas komplizierter. Es gibt formale Anforderungen (Ausbildung, Gesundheit) und Kriterien, die die Person betreffen. Hier kann man nur auf erfahrene Verantwortliche in den Diözesen und Orden hoffen, die nicht nach persönlichem Geschmack abwimmeln.

 

Das Letzte greift dann in die Annahme durch die Kirche hinein. Der Bischof wird normalerweise den annehmen, der ihm von seinem verantwortlichen Theologenreferenten empfohlen wird und den ablehnen, vor dem er aus gleichem Mund gewarnt wird. Auch hier können echte Berufungen durchaus hinten runterfallen. In diesen Bereich fallen aber auch die grundsätzlichen Voraussetzungen, die im Verheiratete-Priester-Thread besprochen werden, also z.B. der Zölibat.

 

Ich frage mich gerade, ob diese Kriterien hinreichend sind.

Was ist mit jemand, den die Kirche für geeignet hält und auch annimmt, der sich aber nach Jahren im Priesterseminar oder im Kloster doch gegen den geistlichen Weg entscheidet?

Was ist mit jemandem, der ausprobiert, aber eine seelische Vereltzung durch den Weg erleidet, der die Eignung zerstört (so etwas gibt es, keine Konstruktion)?

 

Ich kann Berufung natürlich nicht im Labor ausprobieren und ich muss die Fähigkeiten haben, einen bestimmten Weg zu gehen, aber letztlich weiß ich im Vorhinein nie sicher, ob mein Weg der von Gott bestimmte ist.

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Die Angelika

hallo

 

Berufung leben meint nichts anderes als seinen Weg zu gehen, zu dem Gott einem berufen hat und zu dem ein Mensch sich berufen fühlt. dieses tut der Mensch in seiner Schwachheit, dem Scheitern und Neubeginn. Berufung leben meint einmal mehr aufzustehen als man hingegefallen ist.

Befähigung meint, dass der Mensch, der seine Berufung lebt, in sich die Kraft hat durch Gottes Hilfe einmal mehr aufzustehen.

 

ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich glaube, dass es Menschen geben kann, deren Berufung das Scheitern bzw das Gescheitert-Sein ist.

Deinem letzten Satz in diesem von mir zitierten Absatz kann ich nicht zustimmen. Ich denke, dass es auch möglich sein kann, dass ein Mensch einmal nicht mehr die Kraft hat aufzustehen und dennoch seine BErufung lebt, weil diese darin besteht, dass er selbst im Gefallensein und Liegenbleiben, in einer absoluten KRaftlosigkeit um seine Geborgenheit in Gott weiß und diese auch 'ausstrahlt'.

Es ist sowas wie ein "Scheiterhaufenfeuer", in dem das eigene Ich absolut ausgebrannt wird und nichts mehr vom Ich aufsteht, sondern im Brennen, VErbrennen nur noch das Pfingstfeuer ist. Ich kann ds nicht so einfach in Worte fassen, ich meine das, was ich hier einmal verdichtet habe

 

alles Liebe

 

Angelika

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Gerlinde Blosche

lieber Walter

 

 

Wer von Gott berufen ist hat die Befähigung um diese Berufung zu leben, dies ist für mich klar auch wenn ich dieses niemanden beweisen kann.

 

was heißt "Berufung leben"?

Was heißt "Befähigung, um diese Berufung zu leben"?

 

Könnte es sein, dass Gott manchmal Menschen auch zum Scheitern beruft, um an ihnen zu zeigen, wie man im Scheitern und Gescheitert-Sein (über-)leben kann, über dieses Leben hier hinaus?

 

Ich glaube, wir sind berufen zu leben und uns dem zu stellen, was auf uns zukommt. Er hilft uns dabei schon irgendwie...

 

alles Liebe

 

Angelika

 

Hallo Angelika,

 

Berufung leben meint nichts anderes als seinen Weg zu gehen, zu dem Gott einem berufen hat und zu dem ein Mensch sich berufen fühlt. dieses tut der Mensch in seiner Schwachheit, dem Scheitern und Neubeginn. Berufung leben meint einmal mehr aufzustehen als man hingegefallen ist.

Befähigung meint, dass der Mensch, der seine Berufung lebt, in sich die Kraft hat durch Gottes Hilfe einmal mehr aufzustehen.

Ein Beispiel: Von einem Priester wird erwartet, dass er singen kann. Viele Priester können weder mitsingen noch ein Lied anstimmen. Wenn der Priester dieses akzeptieren kann, das er nicht singen kann, dann wird es ihm nicht zur Last werden die ihn erdrückt. das Gleiche gilt für das Predigen, Menschen führen usw.

Paulus hat einmal geschrieben, ich formuliere frei: Ich rühme mich meiner Schwachheit, den in meiner Schwachheit erweist sich Gottes Gnade. In seiner Begrenzung wusste Paulus sich von der Liebe Gottes getragen, deswegen konnte er seine Berufung leben.

 

Walter

Lieber Walter,

ich finde Du hast das sehr einleuchtend erklärt. Auch Petrus , auf dem Christus seine Kirche "baute", musste auf dem Weg seiner Berufung sich immer wieder von seiner Schwachheit abwenden und auf die Stimme Jesu hören.

Liebe Grüße

Gerlinde

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Touch-me-Flo

Für mich ist Berufung etwas wunderbares. Es ist eine innere Stimme, man könnte sagen die Stimme des Herzens. Mit dieser stimme ruft uns Gott. RUF ist schon Bestandteil des wortes Berufung, jemand ruft uns oder wir rufen jemanden. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen Berufung ist sehr vielfaltig. Man kann Berufung durch ein Ereignis, eine Begegnung, durch das Gebet uvm. erfahren. Das wichtige ist, dass man sich auf diese Berufung einlässt, auch wenn sie steinig zu sein scheint. Beim Seminaristentreffen auf dem WJT sagte Papst Benedikt zu den Seminaristen: "Habt keine Angst euch auf Gott einzulassen, er nimmt euch nichts weg, er gibt euch umso viel mehr." Das sind doch beeindruckende Worte von einem Mann der fast 80 Jahre alt ist und seit über 50 Jahren Priester ist. Seine Worte zeugen doch von einer lebendigen Berufung, die im widerfahren sein muss. Es zeugt von einem tiefen Glauben. Es ist eine Botschaft für alle sich auf ihre Berufung einzulassen und ihr zu folgen auch wenn sie nicht immer leicht ist.

 

 

Als kleiner Nachtrag von meinem Post. Ich hab ne tolle Seite über die Berufung gefunden.

 

http://www.erzabtei.de/html/berufung.htm

Edited by Touch-me-Flo
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Gerlinde Blosche
hallo

 

Berufung leben meint nichts anderes als seinen Weg zu gehen, zu dem Gott einem berufen hat und zu dem ein Mensch sich berufen fühlt. dieses tut der Mensch in seiner Schwachheit, dem Scheitern und Neubeginn. Berufung leben meint einmal mehr aufzustehen als man hingegefallen ist.

Befähigung meint, dass der Mensch, der seine Berufung lebt, in sich die Kraft hat durch Gottes Hilfe einmal mehr aufzustehen.

 

ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich glaube, dass es Menschen geben kann, deren Berufung das Scheitern bzw das Gescheitert-Sein ist.

Deinem letzten Satz in diesem von mir zitierten Absatz kann ich nicht zustimmen. Ich denke, dass es auch möglich sein kann, dass ein Mensch einmal nicht mehr die Kraft hat aufzustehen und dennoch seine BErufung lebt, weil diese darin besteht, dass er selbst im Gefallensein und Liegenbleiben, in einer absoluten KRaftlosigkeit um seine Geborgenheit in Gott weiß und diese auch 'ausstrahlt'.

Es ist sowas wie ein "Scheiterhaufenfeuer", in dem das eigene Ich absolut ausgebrannt wird und nichts mehr vom Ich aufsteht, sondern im Brennen, VErbrennen nur noch das Pfingstfeuer ist. Ich kann ds nicht so einfach in Worte fassen, ich meine das, was ich hier einmal verdichtet habe

 

alles Liebe

 

Angelika

Liebe Angelika,

Dein ausdrucksvolles Gedicht ist eigentlich zu schade, um es zu kommentieren.

Aber ich versuche es trotzdem, weil es , die in die Tiefe gehende, innere Erfahrung eines Menschen , der seinen Weg mit Gott sucht und findet, so wunderbar aufzeigt.

Ich glaube sicher dass sich Viele, die ihr Leben mit Gott gestalten, darin wiederfinden.

Herzlichen Dank dafür

und alles Liebe ebenfalls

Gerlinde

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hallo

 

Berufung leben meint nichts anderes als seinen Weg zu gehen, zu dem Gott einem berufen hat und zu dem ein Mensch sich berufen fühlt. dieses tut der Mensch in seiner Schwachheit, dem Scheitern und Neubeginn. Berufung leben meint einmal mehr aufzustehen als man hingegefallen ist.

Befähigung meint, dass der Mensch, der seine Berufung lebt, in sich die Kraft hat durch Gottes Hilfe einmal mehr aufzustehen.

 

ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich glaube, dass es Menschen geben kann, deren Berufung das Scheitern bzw das Gescheitert-Sein ist.

Deinem letzten Satz in diesem von mir zitierten Absatz kann ich nicht zustimmen. Ich denke, dass es auch möglich sein kann, dass ein Mensch einmal nicht mehr die Kraft hat aufzustehen und dennoch seine BErufung lebt, weil diese darin besteht, dass er selbst im Gefallensein und Liegenbleiben, in einer absoluten KRaftlosigkeit um seine Geborgenheit in Gott weiß und diese auch 'ausstrahlt'.

Es ist sowas wie ein "Scheiterhaufenfeuer", in dem das eigene Ich absolut ausgebrannt wird und nichts mehr vom Ich aufsteht, sondern im Brennen, VErbrennen nur noch das Pfingstfeuer ist. Ich kann ds nicht so einfach in Worte fassen, ich meine das, was ich hier einmal verdichtet habe

 

alles Liebe

 

Angelika

 

hallo Angelika,

 

dieses was du beschreibst ist für mich dieses genau nocheinmal mehr aufstehen als der oder die Berufene gefallen ist.

Im Scheitern sich nocheinmal an Gott wenden bedeutet für mich die Berufung leben. Mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen, in deine Hände empfehle ich meinen Geist.

 

Dein Gedicht ist gut, liebe Angelika.

 

Walter

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