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Berger und der Vorwurf der Häresie


Gabriele

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Berger brachte den Berufungsthread auf Abwege, deshalb habe ich ihn samt dem Vorwurf der Häresie herausgenommen.

Gabriele

 

Quellenangabe für Wolfgang: Widerworte. Wieviel Modernisierung verträgt die Religion? von Klaus Berger. Exilkatholik wider Willen :huh:

Hm. An Klaus Berger dachte ich kürzlich beim Thema "Verheirateter wird katholischer Priester", jetzt ist er also hier im Thread über Berufung.

Wozu ist eigentlich Klaus Berger berufen? Zum Exilkatholiken wider Willen?

 

Und zu Bergers Text:

Denn es kommt auf den Status an, nicht auf eine Tätigkeit.

Das allgemeine Priestertum ist also reiner Status?

Tätigkeiten sind dann den berufenen Priestern vorbehalten?

Bezieht sich Berger an dieser Stelle übrigens ausschließlich auf das AT?

Können seine Darstellungen damit so ohne weiteres auf das Christentum und speziell auf das katholische Priestertum übertragen werden?

Edited by Gabriele
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Wozu ist eigentlich Klaus Berger berufen? Zum Exilkatholiken wider Willen?

Und wieso eigentlich "wider Willen"? Wer hat ihn denn gezwungen? Ah ja, seine Frau wahrscheinlich. Oder war es die bessere Karriereaussicht?

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Wozu ist eigentlich Klaus Berger berufen? Zum Exilkatholiken wider Willen?

Und wieso eigentlich "wider Willen"? Wer hat ihn denn gezwungen? Ah ja, seine Frau wahrscheinlich. Oder war es die bessere Karriereaussicht?

Die Tatsache, das man ihn aufgrund eines Häresievorwurfs und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden liess. Das kann man auch als Berufsverbot werden.

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Wozu ist eigentlich Klaus Berger berufen? Zum Exilkatholiken wider Willen?
Und wieso eigentlich "wider Willen"? Wer hat ihn denn gezwungen? Ah ja, seine Frau wahrscheinlich. Oder war es die bessere Karriereaussicht?
Die Tatsache, das man ihn aufgrund eines Häresievorwurfs und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden liess. Das kann man auch als Berufsverbot werden.

Wie schrieb ein gewisser Tomlo jüngst:

wenn Du behauptest, das Lehramt liege falsch und man kann damit fehl gehen, dann bist Du häretisch. So einfach ist das.

Bei Berger soll das plötzlich nicht mehr gelten? Sonst befürwortest Du immer, wenn Häretiker die Kirche verlassen. Jetzt bedauerst Du plötzlich. Das ist reichlich inkonsequent.

Edited by Sokrates
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Wozu ist eigentlich Klaus Berger berufen? Zum Exilkatholiken wider Willen?
Und wieso eigentlich "wider Willen"? Wer hat ihn denn gezwungen? Ah ja, seine Frau wahrscheinlich. Oder war es die bessere Karriereaussicht?
Die Tatsache, das man ihn aufgrund eines Häresievorwurfs und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden liess. Das kann man auch als Berufsverbot werden.

Wie schrieb ein gewisser Tomlo jüngst:

wenn Du behauptest, das Lehramt liege falsch und man kann damit fehl gehen, dann bist Du häretisch. So einfach ist das.

Bei Berger soll das plötzlich nicht mehr gelten? Sonst befürwortest Du immer, wenn Häretiker die Kirche verlassen. Jetzt bedauerst Du plötzlich. Das ist reichlich inkonsequent.

Das was ein Berger schrieb, ist schon längst keine Häresie mehr. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. :huh:

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Das was ein Berger schrieb, ist schon längst keine Häresie mehr. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. :huh:

1. Wer hat bei Berger Häresie festgestellt?

2. Wie kann das, was zu Bergers Studententage Häresie war, jetzt keine mehr sein?

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Das was ein Berger schrieb, ist schon längst keine Häresie mehr. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. :huh:

1. Wer hat bei Berger Häresie festgestellt?

2. Wie kann das, was zu Bergers Studententage Häresie war, jetzt keine mehr sein?

Die Berger durfte aufgrund eines Häresievorwurfs der katholisch-theologischen Fakultät in München und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden. Er habe nämlich in seiner Dissertation gegen die damalige offizielle Lehre behauptet, Jesus habe nicht das jüdische Gesetz aufgehoben. Mittlerweile wurde diese anstössige Exegese 1991 in den Weltkatechismus übernommen und Berger rehabilitiert.

Quelle Wikipedia

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Das was ein Berger schrieb, ist schon längst keine Häresie mehr. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. :huh:

1. Wer hat bei Berger Häresie festgestellt?

2. Wie kann das, was zu Bergers Studententage Häresie war, jetzt keine mehr sein?

Die Berger durfte aufgrund eines Häresievorwurfs der katholisch-theologischen Fakultät in München und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden.

Er war also, da die von tomtom erwähnte "Annahme der Kirche" fehlte, nicht zum Priesteramt berufen.

Er habe nämlich in seiner Dissertation gegen die damalige offizielle Lehre behauptet, Jesus habe nicht das jüdische Gesetz aufgehoben. Mittlerweile wurde diese anstössige Exegese 1991 in den Weltkatechismus übernommen und Berger rehabilitiert.

Quelle Wikipedia

Hm. Mal Häresie und "Gefahr für das Christentum", mal Inthalt des Weltkatechismus. Ist die kirchliche Lehre etwa zeitgeisthörig?

Lag da etwa das Lehramt falsch zu Bergers Studentenzeiten?

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wolfgang E.

 

 

Das was ein Berger schrieb, ist schon längst keine Häresie mehr. Das ist der kleine, aber feine Unterschied. :huh:

1. Wer hat bei Berger Häresie festgestellt?

2. Wie kann das, was zu Bergers Studententage Häresie war, jetzt keine mehr sein?

Die Berger durfte aufgrund eines Häresievorwurfs der katholisch-theologischen Fakultät in München und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden.

Er war also, da die von tomtom erwähnte "Annahme der Kirche" fehlte, nicht zum Priesteramt berufen.

Er habe nämlich in seiner Dissertation gegen die damalige offizielle Lehre behauptet, Jesus habe nicht das jüdische Gesetz aufgehoben. Mittlerweile wurde diese anstössige Exegese 1991 in den Weltkatechismus übernommen und Berger rehabilitiert.

Quelle Wikipedia

Hm. Mal Häresie und "Gefahr für das Christentum", mal Inthalt des Weltkatechismus. Ist die kirchliche Lehre etwa zeitgeisthörig?

Lag da etwa das Lehramt falsch zu Bergers Studentenzeiten?

Das mit der Häresie und der Gefahr für das Christentum ist, wie bei Wiki nachzulesen, Bergers eigen Angabe in einem Leserbrief. Da Berger im Zusammenhang mit seiner Konfessionszugehörigkeit eine recht selektive Wahrheitswahrnehmung hat, (das kann man hier nachlesen ist Vorsicht geboten.

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Ich denke, die plausibelste Erklärung ist, Berger hatte schlicht Probleme mit dem Zölibat. Der scheinbare Häresievorwurf klingt äußerst halbseiden.

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Die Berger durfte aufgrund eines Häresievorwurfs der katholisch-theologischen Fakultät in München und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden. Er habe nämlich in seiner Dissertation gegen die damalige offizielle Lehre behauptet, Jesus habe nicht das jüdische Gesetz aufgehoben. Mittlerweile wurde diese anstössige Exegese 1991 in den Weltkatechismus übernommen und Berger rehabilitiert.

Quelle Wikipedia

 

 

Das ist die Selbstdarstellung Bergers, an der erhebliche Zweifel anzubringen sind. Wer ihm diese Behauptungen abkauft, hat keine Ahnung vom akademischen Betrieb.

Wo und bei wem hat Berger seine Dissertation geschrieben? Welcher Gutachter hat sie bemängelt? Ob eine Dissertation angenommen wird oder nicht, ist eine Sache der Fakultät. Wenn seine Dissertation bemängelt wird (von Häresie ist da nicht die Rede), muss er sie verbessern oder darauf verzichten, sich künftig Doktor schimpfen zu dürfen. Darüber befindet nicht die "kirchliche Obrigkeit", die über die Zulassung zum Priesteramt (oder zuerst mal die Aufnahme ins Priesterseminar) entscheidet.

 

Dass Jesus das Gesetz erfüllt und nicht aufgehoben hat, war zudem auch bei Katholiken im Jahr 1967/68 nichts Neues und schon gar keine Häresie mehr.

Edited by Alice
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Dass Jesus das Gesetz erfüllt und nicht aufgehoben hat, war zudem auch bei Katholiken im Jahr 1967/68 nichts Neues und schon gar keine Häresie mehr.

 

Ich war vorhin auch erstaunt, meiner Erinnerung nach haben wir das auch auf dem Gymnasium so gelernt (vor 1959). Vielleicht war mein Religionslehrer auch besonders progressiv (das ist mir aber sonst nicht aufgefallen, etwa im Vergleich mit dem, was wir beim Studium gelernt haben), aber dass er uns etwas beigebracht hätte, was als Haeresie galt, halte ich für unmöglich (es war ein Priester, um Einwänden von bestimmten Foranten zuvorzukommen).

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ch war vorhin auch erstaunt, meiner Erinnerung nach haben wir das auch auf dem Gymnasium so gelernt (vor 1959).

 

Eben. Sogar mein ganz und gar nicht häresieverdächtiger Religionslehrer (auch Priester) sprach vor 1967 von der "Erfüllung des Gesetzes". Kardinal Lustiger - 1941 konvertiert - erzählt gleichfalls, dass er, als er katholisch werden wollte, in Jesus Christus das Gesetz "erfüllt" sah.

 

Ausserdem müsste der sich selbst als Exilkatholik bezeichnende Berger wissen, dass irgendwelche angeblichen "Häresien" (war das "Gesetz erfüllt" überhaupt je eine Häresie?) nicht dadurch offiziell zur katholischen Lehre erhoben werden, dass sie irgendwann plötzlich in einem Weltkatechismus stehen.

Edited by Alice
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Die Berger durfte aufgrund eines Häresievorwurfs der katholisch-theologischen Fakultät in München und der "Gefahr für das Christentum", die von ihm ausgehe, nicht katholischer Priester werden. Er habe nämlich in seiner Dissertation gegen die damalige offizielle Lehre behauptet, Jesus habe nicht das jüdische Gesetz aufgehoben. Mittlerweile wurde diese anstössige Exegese 1991 in den Weltkatechismus übernommen und Berger rehabilitiert.

Quelle Wikipedia

 

 

Das ist die Selbstdarstellung Bergers, an der erhebliche Zweifel anzubringen sind. Wer ihm diese Behauptungen abkauft, hat keine Ahnung vom akademischen Betrieb.

Wo und bei wem hat Berger seine Dissertation geschrieben? Welcher Gutachter hat sie bemängelt? Ob eine Dissertation angenommen wird oder nicht, ist eine Sache der Fakultät. Wenn seine Dissertation bemängelt wird (von Häresie ist da nicht die Rede), muss er sie verbessern oder darauf verzichten, sich künftig Doktor schimpfen zu dürfen. Darüber befindet nicht die "kirchliche Obrigkeit", die über die Zulassung zum Priesteramt (oder zuerst mal die Aufnahme ins Priesterseminar) entscheidet.

 

Dass Jesus das Gesetz erfüllt und nicht aufgehoben hat, war zudem auch bei Katholiken im Jahr 1967/68 nichts Neues und schon gar keine Häresie mehr.

hat sich die theologische Fakultät über den Vorwurf von Berger geäußert?

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hat sich die theologische Fakultät über den Vorwurf von Berger geäußert?

 

Warum sollte sie sich zu einer derart fadenscheinigen Behauptung äußern? Die alten Klamotten aus dem Archiv suchen? Das wäre zuviel der Ehre für Berger!

 

Berger soll sich glaubhaftere Geschichten ausdenken, ganz einfach.

Edited by Alice
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hat sich die theologische Fakultät über den Vorwurf von Berger geäußert?

 

Warum sollte sie sich zu einer derart fadenscheinigen Behauptung äußern? Die alten Klamotten aus dem Archiv suchen? Das wäre zuviel der Ehre für Berger!

 

Berger soll sich glaubhaftere Geschichten ausdenken, ganz einfach.

Das wäre aber falsch, denn Berger könnte mit dieser Geschichte noch Jahrzehnte hausieren gehen und ohne den Beweis einer Gegendarstellung würde man ihm diese Geschichte abkaufen.

 

Und Berger ist nicht jemand irgendwer, sondern ein Professor an der theologischen Fakultät in Heidelberg und nicht irgendein Windikus mit Doktortitel. Aus diesen Grunde wäre schon eine Aufklärung über die damaligen Verhältnisse vonnöten.

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Das wäre aber falsch, denn Berger könnte mit dieser Geschichte noch Jahrzehnte hausieren gehen und ohne den Beweis einer Gegendarstellung würde man ihm diese Geschichte abkaufen.

 

Sind ja nicht alle so leichtgläubig wie Du und fallen erstmal auf seinen Singsang herein, nur weil er zeitweise Deinem Traditionalistenaffen Zucker gegeben hat. Die katholisch-theologische Fakultät in München wird Herr Berger sicher überleben.

 

Und Berger ist nicht jemand irgendwer, sondern ein Professor an der theologischen Fakultät in Heidelberg und nicht irgendein Windikus mit Doktortitel. Aus diesen Grunde wäre schon eine Aufklärung über die damaligen Verhältnisse vonnöten.

 

Doch, genau das ist er in meinen Augen. Ein Windikus mit Doktortitel (dachte ich mir schon, als ich vor mehreren Jahren eines seiner Bücher las). Wer hat ihn denn "bekannt" gemacht, wer hat ihn denn auf den Thron gehoben wenn nicht Evangelikale einerseits und katholische Tradis andererseits!

Edited by Alice
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Sind ja nicht alle so leichtgläubig wie Du und fallen erstmal auf seinen Singsang herein, nur weil er zeitweise Deinem Traditionalistenaffen Zucker gegeben hat. Die katholisch-theologische Fakultät in München wird Herr Berger sicher überleben.

Das ist doch keine Antwort. Sag mal, ist Dir eine Laus über die Leber gelaufen, dass Du muffelig auf Berger reagierst?

 

Doch, genau das ist er in meinen Augen. Ein Windikus mit Doktortitel (dachte ich mir schon, als ich vor mehreren Jahren eines seiner Bücher las). Wer hat ihn denn "bekannt" gemacht, wer hat ihn denn auf den Thron gehoben wenn nicht Evangelikale einerseits und katholische Tradis andererseits!

 

Nun, die theologische Fakultät Heidelberg denkt darüber anders als Du.

Edited by tomlo
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Ist er jetzt im Ruhestand?

 

Das war er schon, als er seine katholisch-evangelisch-Geschichte platzen ließ, wenn ich mich recht erinnere.

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Ist er jetzt im Ruhestand?

 

Das war er schon, als er seine katholisch-evangelisch-Geschichte platzen ließ, wenn ich mich recht erinnere.

Er war noch nicht emeritiert, war aber im letzten Semester vor seiner Emeritierung, als er sich zu seinem "Katholischsein im Herzen" bekannte.

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Vielleicht hat Berger seine Meinung in den letzten Jahr(zehnt)en auch geändert. Sein Jesus-Buch hat m.E. nicht sehr viel Evangelisches an sich. Gerade ein Neutestamentler kann sich nicht rausreden, sein Fach wäre konfessionsunabhängig. Oder? :huh:

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hat sich die theologische Fakultät über den Vorwurf von Berger geäußert?

Ich habe mal in dem alten Thread über Berger gekramt und folgendes gefunden:

 

Seine Dissertation bei dem katholischen Münchner Neutestamentler Otto Kuss darüber, wie Jesus das jüdische Gesetz verstand, wurde als Irrlehre abgelehnt, dann aber, nach Anfügung eines Kapitels, summa cum laude, also mit höchstem Lob, angenommen.

Von Petrus hier zitiert und zwar aus dieser Quelle.

 

Ehrlich gesagt, verstehe ich gar nichts mehr.

Häresie?

Summa cum laude?

Und dazwischen steht ein angefügtes Kapitel?

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wolfgang E.

 

hat sich die theologische Fakultät über den Vorwurf von Berger geäußert?

Ich habe mal in dem alten Thread über Berger gekramt und folgendes gefunden:

 

Seine Dissertation bei dem katholischen Münchner Neutestamentler Otto Kuss darüber, wie Jesus das jüdische Gesetz verstand, wurde als Irrlehre abgelehnt, dann aber, nach Anfügung eines Kapitels, summa cum laude, also mit höchstem Lob, angenommen.

Von Petrus hier zitiert und zwar aus dieser Quelle.

 

Ehrlich gesagt, verstehe ich gar nichts mehr.

Häresie?

Summa cum laude?

Und dazwischen steht ein angefügtes Kapitel?

 

 

Hier noch eine Wertung aus der "Zeit" vom 14.11.2005 (http://www.zeit.de/online/2005/46/berger/berger_haupttext?page=3)

Es bleibt als allererstes das tiefe Staunen darüber, wie wenig Berger sich wenigstens durch das Aufdecken seiner großen Lebenslüge und seiner vielen einzelnen Unwahrheiten zu irgendeiner Form der Zurückhaltung oder gar zu einem „Bußschweigen“ veranlassen lässt. Fast jeder andere Mensch würde angesichts eines solchen Abgrunds von Unglaubwürdigkeit vor Scham im Boden versinken. Nun aber sieht man: Berger ist 1968 (auch, vielleicht nur) deshalb in die evangelische Kirche übergetreten, weil dies an der Hamburger theologischen Fakultät, an der er sich habilitieren wollte, zwingende Habilitationsvoraussetzung war. Als er endlich in Heidelberg seine Urkunde über die Verbeamtung auf Lebenszeit in der Hand hat, begab er sich – so man seinen Darstellungen noch Glauben schenken darf – alsbald nach seinen eigenen Worten zu jenem Beichtvater, mit dem er sein geheimes Arrangement trifft: Er blieb Katholik – zahlt aber zur Wahrung seiner Professur, also zur Tarnung weiter evangelische Kirchensteuer. Nun aber, da seine Pensionierung naht, glaubt er, sich auf beklemmende Weise „ehrlich“ machen zu können – und erzählt alle jene abenteuerlichen Dinge, die ihn in lauter tiefe Unehrlichkeiten ziehen.
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