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Glaube und Gemeinschaft


fides quaerens intellectum

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Bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Warum?
Ja. Gott selbst ist "Gemeinschaft" (dreifaltig) und bildet Gemeinschaft (Ehe, Kirche). Wie will man die Liebe die uns Jesus ans Herz legt leben ohne Gemeinschaft? Wie will man das Zeugnis von Jesus weitergeben ohne Gemeinschaft?
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Da gibt es wohl einige Begründungen:

 

1. Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ...Gen.2, 18

 

2. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst Mk 12. 31

 

3. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Mt 18,20

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Gerlinde Blosche
Bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Warum?
Ja. Gott selbst ist "Gemeinschaft" (dreifaltig) und bildet Gemeinschaft (Ehe, Kirche). Wie will man die Liebe die uns Jesus ans Herz legt leben ohne Gemeinschaft? Wie will man das Zeugnis von Jesus weitergeben ohne Gemeinschaft?

Lieber Mariamante,

Ich stimme Dir im Grunde zu. Glaube bedarf der Gemeinschaft mit Gott und auch der menschlichen Gemeinschaft um den Glauben zu "leben". Aber es gibt auch Phasen im Leben mancher Menschen, in denen sie die menschliche Gemeinschaft verlassen wie die "Einsiedler" und trotzdem mit Gott verbunden bleiben. Auch Jesus ging in die Wüste um mit Gott einmal allein zu sein.

Freundliche Grüße

Gerlinde

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Was bedeutet dann in Gemeinschaft gelebter Glaube?

Gemeinschaftlich gefeierte Eucharistie und gemeinschaftlich gelebte Diakonie.

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Lieber Mariamante,

Ich stimme Dir im Grunde zu. Glaube bedarf der Gemeinschaft mit Gott und auch der menschlichen Gemeinschaft um den Glauben zu "leben". Aber es gibt auch Phasen im Leben mancher Menschen, in denen sie die menschliche Gemeinschaft verlassen wie die "Einsiedler" und trotzdem mit Gott verbunden bleiben. Auch Jesus ging in die Wüste um mit Gott einmal allein zu sein.

Freundliche Grüße

Gerlinde

Liebe Gerlinde. Gottes Segen. Selbstverständlich ist für die gläubige Seele Einkehr, Einsiedlertum und die Stille suchen eine andere Form der Gemeinschaft mit Gott. Nicht nur Jesus hat sich in die Wüste zurück gezogen - verbrachte die Nacht allein betend auf einem Berg - viele Menschen die eine tiefe Gemeinschaft mit Gott suchten haben sich (wie z.B. Nikolaus von der Flüe) "zurückgezogen" um zu finden: Gemeinschaft mit Gott.
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fides quaerens intellectum

Vielleicht sollte ich etwas praezisieren, wie ich die Frage meine. Dass sich der Glaube im Leben bemerkbar macht (oder machen sollte), ist klar - aber bedarf auch das "Glaubensleben" der Gemeinschaft? Platt gefragt: Warum gemeinsam beten? Laesst sich der Glaube in der Gemeinschaft "anders" (er-)leben als allein? Warum? Inwiefern? Ist das "besser"? Muss Glaube in der Kirche stattfinden? ... Ein ganzer Haufen Fragen ...

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Bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Warum?

Ich denke ja. Das Einsiedlerleben lässt sich in den allermeisten Fällen nicht durchhalten. Die Konsequenz hieraus ist im Prinzip der Kartäuserorden. Soviel Einsiedelei wie möglich, soviel Gemeinschaft wie nötig.

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Vielleicht sollte ich etwas praezisieren, wie ich die Frage meine. Dass sich der Glaube im Leben bemerkbar macht (oder machen sollte), ist klar - aber bedarf auch das "Glaubensleben" der Gemeinschaft? Platt gefragt: Warum gemeinsam beten? Laesst sich der Glaube in der Gemeinschaft "anders" (er-)leben als allein? Warum? Inwiefern? Ist das "besser"? Muss Glaube in der Kirche stattfinden? ... Ein ganzer Haufen Fragen ...
Jesus hat Apostel und Jünger berufen. Gemeinsam mit ihnen verkündete er das Reich Gottes. Jesus lehrte die Jünger nicht beten: "Vater mein" sondern "Vater unser". Auch das zeigt, dass der christlliche Glaube in der Gemeinschaft gelebt wird und dass das gemeinsame Gebet viel bewirkt. Jesus selbst weist an einer Stelle in Evangelium darauf hin wenn er sagt: "Was zwei oder drei in meinem Namen erbitten wird ihnen der himmlische Vater gewähren". Und an einer anderen Stelle: "Wo zwei oder drei versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen". Da Glaube in Gemeinschaft gelebt wird ist es mir persönlich sehr verständlich, warum Glaube in der Gemeinschaft der Kirche "stattfindet". Wir sind der mystische Leib Christi - auch das ist eine Bezeichnung für "Kirche".
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Bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Warum?

 

Ist doch logisch, schließlich müssen die "Heiligeren" unter den Gläubigen permanent kontrollieren, ob die anderen auch das Richtige glauben.

Wäre ziemlich schlecht für den "Glauben", wenn sich jeder seine eigenen Gedanken machen würde ...

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fides quaerens intellectum

Mir ist klar, dass sich das "Glauben in Gemeinschaft" biblisch begruenden laesst. Aber warum bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Waere die Konsequenz wirklich ein Einsiedlerleben? Wie gesagt, dass es sich - in welcher Weise auch immer - in der Haltung zum Leben, zur Welt niederschlaegt, wenn man glaubt, ist offensichtlich. Aber warum muss/sollte sich das "Glaubensleben" in Gemeinschaft bzw in der Kirche abspielen?

 

Kontrolle, Gallowglas - die Frage waere andersherum, ob man mit einer "Privatreligion", die man sich zusammenbastelt, sehr weit kommt.

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Kontrolle, Gallowglas - die Frage waere andersherum, ob man mit einer "Privatreligion", die man sich zusammenbastelt, sehr weit kommt.

Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...

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Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...
Man kann nicht alle Atheisten über einen Kamm scheren- das im Voraus. Aber extremer Atheismus (denken wir mal an Stalin) führt am weitesten bergab.Marx hat den Slogan geprägt: Religion ist Opium für das Volk. Damit hat er den Menschen das Gewissen herausgeschnitten. Und ein Mensch ohne Gewissen kennt keine Verantwortung vor Gott. Ich, euer Führer Stalin, kenne die Religion gut, war ich doch, wie ihr wisst, einst im Priesterseminar in Georgien. Aber ich habe mir von Marx und Lenin das Gewissen herausschneiden lassen.

Josef Stalin (Iossif Wissarinowitsch Dschugaschwili, 1879-1953), sowjetischer Politiker

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Mir ist klar, dass sich das "Glauben in Gemeinschaft" biblisch begruenden laesst. Aber warum bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Waere die Konsequenz wirklich ein Einsiedlerleben? Wie gesagt, dass es sich - in welcher Weise auch immer - in der Haltung zum Leben, zur Welt niederschlaegt, wenn man glaubt, ist offensichtlich. Aber warum muss/sollte sich das "Glaubensleben" in Gemeinschaft bzw in der Kirche abspielen?

 

Kontrolle, Gallowglas - die Frage waere andersherum, ob man mit einer "Privatreligion", die man sich zusammenbastelt, sehr weit kommt.

 

Hmmmmm - hier hilft vielleicht mal wieder die Analogie Glaube = Beziehung. Durch die Gemeinschaft mit Menschen lässt sich immer etwas über die Natur von Beziehungen lernen. Ich denke viele Aha-Effekte kommen auch dadurch dass ein Mensch etwas sagt, was andere stutzig macht und sie dazu bewegt nochmal "einzukehren".

 

Warum sollte/muss sich das Glaubensleben innerhalb der Kirche abspielen?

1. Na ja - wäre schon unpraktisch wenn man sich erst als Christ "outen" muss und darauf warten müsste dass sich andere ebenfalls als Christen "outen" um Menschen zu finden mit denen sich die Gemeinschaft mit Gott erleben lässt. Dann lieber eine Institution die mir wie das Lagerfeuer in der Wüste sagt: "Hier sind Menschen".

2. Glauben heisst nunmal auch zweifeln - da hilft schonmal die emotionale Stärkung durch andere Menschen, die einfach Gewissheit ausstrahlen.

3. Ist es sicherlich ein Weg des heiligen Geistes sich über andere Menschen mitzuteilen.

 

Zum Thema Privatreligion - ich denke mal dass jeder Mensch irgendwie seine Privatreligion hat - diese Privatreligionen innerhalb einer Religionsgemeinschaft unterscheiden sich dann in etwa so, wie sich der Hamburger vom Schwaben unterscheidet :huh:

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Kontrolle, Gallowglas - die Frage waere andersherum, ob man mit einer "Privatreligion", die man sich zusammenbastelt, sehr weit kommt.

Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...

 

Na ja, eigentlich tauscht man einen Satz von Sorgen gegen einen anderen Satz von Sorgen. Grammatikalisch macht mir die ganze Angelegenheit Kopfschmerzen, die aktiven Formulierungen implizieren dass Glaube etwas ausgesuchtes aus einem Warenhaus ist, das beliebig bei Bedarf aus der Garage geholt werden kann.

 

Ja - so kann der Glaube wahrgenommen werden, aber es ist ganz schön unromantisch :huh:

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Hallo Fides,

 

 

Bedarf der Glaube der Gemeinschaft? Warum?

Nicht der Glaube bedarf der Gemeinschaft, sondern wer glaubt der hält für wahr daß er in Gemeinschaft mit GOTT dem VATER, mit JESUS CHRISTUS dem MENSCHENSOHN, und mit den Menschen den Kindern GOTTES lebt.

 

Denn er hält für wahr, daß GOTT der VATER der Menschen ist und die Menschen Kinder GOTTES sind und einander Geschwister.

 

Verwandte bilden naturgemäß immer eine Gemeinschaft.

 

 

Gruß

josef

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Ich glaube auch, dass es nur vorübergehend möglich ist, "alleine zu glauben". Sicher geht das einige Jahre, und manchmal ist das sogar notwendig (um sich oder seinen Glauben wieder zu finden). Aber dann verkümmert er, wenn er immer wieder nur von den eigenen Gedanken gespeist wird, wenn keinerlei Impulse von aussen kommen.

 

Selbst wenn Du ein Buch liest, partizipierst Du in gewisser Weise an "Gemeinschaft", nämlich den in Schriftworte gebrachten Gedanken anderer über ihren Glauben. Deshalb ist es wohl sinnvoll, dass man sich irgendwo in einer selbst gewählten Nähe oder Distanz zur Glaubensgemeinde aufstellt und teilnimmt - und diese Nähe oder Distanz sein Leben lang stets variiert.

 

Meine "Variation" derzeit: Mir war das Gemeindeleben in den mir bekannten römisch-katholischen Kirchen zu kalt geworden - beim Friedensgruss schaut man den anderen kaum an, nach dem Gottesdienst gehen alle sofort auseinander, die Gemeinden werden zu riesigen Seelsorge-Verwaltungseinheiten: Das ist für mich keine Community mnehr gewesen, wohin man auch schaut. Ich habe mein aus früheren Jahren gewohntes aktives Gemeindeleben in der benachbarten alt-katholischen Pfarrgemeinde wiedergefunden, die Nähe (zum Glauben und zu den Menschen), die ich in meiner jetzigen Lebensphase brauche.

Edited by Aarlon
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Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...

Man kann nicht alle Atheisten über einen Kamm scheren- das im Voraus. Aber extremer Atheismus (denken wir mal an Stalin) führt am weitesten bergab.Marx hat den Slogan geprägt: Religion ist Opium für das Volk. Damit hat er den Menschen das Gewissen herausgeschnitten. Und ein Mensch ohne Gewissen kennt keine Verantwortung vor Gott. Ich, euer Führer Stalin, kenne die Religion gut, war ich doch, wie ihr wisst, einst im Priesterseminar in Georgien. Aber ich habe mir von Marx und Lenin das Gewissen herausschneiden lassen.

Josef Stalin (Iossif Wissarinowitsch Dschugaschwili, 1879-1953), sowjetischer Politiker

Das (fett) ist falsch.

Diesen Slogan hat Lenin geprägt.

Marx hat gesagt "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks."

Das klingt deutlich anders als bei Lenin.

 

Werner

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Mir ist klar, dass sich das "Glauben in Gemeinschaft" biblisch begruenden laesst. Aber warum bedarf der Glaube der Gemeinschaft? (...)Aber warum muss/sollte sich das "Glaubensleben" in Gemeinschaft bzw in der Kirche abspielen?

 

Kontrolle, Gallowglas - die Frage waere andersherum, ob man mit einer "Privatreligion", die man sich zusammenbastelt, sehr weit kommt.

Weil Glauben heißt: Auf jemandes Wort vertrauen.

Es braucht also mindestens einen, der ein Vertrauen forderndes Wort sagt, und einen anderen, der diesem Wort Vertrauen schenkt. Man kann nur "jemandem" glauben. Und wenn ich mit denen, die gleich mir vertrauen, nicht gerne beisammen bin, dann stimmt irgendwas nicht.

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Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...

Man kann nicht alle Atheisten über einen Kamm scheren- das im Voraus. Aber extremer Atheismus (denken wir mal an Stalin) führt am weitesten bergab.Marx hat den Slogan geprägt: Religion ist Opium für das Volk. Damit hat er den Menschen das Gewissen herausgeschnitten. Und ein Mensch ohne Gewissen kennt keine Verantwortung vor Gott. Ich, euer Führer Stalin, kenne die Religion gut, war ich doch, wie ihr wisst, einst im Priesterseminar in Georgien. Aber ich habe mir von Marx und Lenin das Gewissen herausschneiden lassen.

Josef Stalin (Iossif Wissarinowitsch Dschugaschwili, 1879-1953), sowjetischer Politiker

Das (fett) ist falsch.

Diesen Slogan hat Lenin geprägt.

Marx hat gesagt "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks."

Das klingt deutlich anders als bei Lenin.

 

Werner

Danke für den Hinweis. Ich habe das Zitat so geschrieben, wie ich es gefunden habe. So wird es hier zitiert:

 

http://www.horst-koch.de/joomla_new/index....&Itemid=107

 

 

 

http://www.moeff.de/zitatesammlung/zitate_ueber_freiheit.htm

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Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...

Man kann nicht alle Atheisten über einen Kamm scheren- das im Voraus. Aber extremer Atheismus (denken wir mal an Stalin) führt am weitesten bergab.Marx hat den Slogan geprägt: Religion ist Opium für das Volk. Damit hat er den Menschen das Gewissen herausgeschnitten. Und ein Mensch ohne Gewissen kennt keine Verantwortung vor Gott. Ich, euer Führer Stalin, kenne die Religion gut, war ich doch, wie ihr wisst, einst im Priesterseminar in Georgien. Aber ich habe mir von Marx und Lenin das Gewissen herausschneiden lassen.

Josef Stalin (Iossif Wissarinowitsch Dschugaschwili, 1879-1953), sowjetischer Politiker

Das (fett) ist falsch.

Diesen Slogan hat Lenin geprägt.

Marx hat gesagt "Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks."

Das klingt deutlich anders als bei Lenin.

 

Werner

Danke für den Hinweis. Ich habe das Zitat so geschrieben, wie ich es gefunden habe. So wird es hier zitiert:

 

http://www.horst-koch.de/joomla_new/index....&Itemid=107

 

 

 

http://www.moeff.de/zitatesammlung/zitate_ueber_freiheit.htm

Dann hat Stalin falsch zitiert. Naja, das war sicher nicht einer seiner größten Fehler :huh:

 

Werner

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fides quaerens intellectum
Weil Glauben heißt: Auf jemandes Wort vertrauen.

Es braucht also mindestens einen, der ein Vertrauen forderndes Wort sagt, und einen anderen, der diesem Wort Vertrauen schenkt. Man kann nur "jemandem" glauben. Und wenn ich mit denen, die gleich mir vertrauen, nicht gerne beisammen bin, dann stimmt irgendwas nicht.

Kann man wirklich nur "jemandem" glauben? Kann man nicht auch "an" etwas (oder jemanden) glauben?

 

Dein naechster Gedanke: Man teilt ein Vertrauen. Reicht das aus, um Gemeinschaft zu stiften? Etwas Verbindendes hat es sicher. Aber ich kann Dir nicht zustimmen, dass ich mit denen, die gleich mir vertrauen, automatisch gern beisammen sein muss. Das sicher nicht.

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fides quaerens intellectum
Ich glaube auch, dass es nur vorübergehend möglich ist, "alleine zu glauben". Sicher geht das einige Jahre, und manchmal ist das sogar notwendig (um sich oder seinen Glauben wieder zu finden). Aber dann verkümmert er, wenn er immer wieder nur von den eigenen Gedanken gespeist wird, wenn keinerlei Impulse von aussen kommen.

Was mir dazu einfaellt: Glauben bedeutet ja auch ganz zentral Empfangen. Glaubend also kreise ich eben nicht um mich selbst und schliesse mich in mir ein. Im Gegenteil. Ich wende mich von mir weg, auf Gott hin. So gesehen konstituiert Glaube "Gemeinschaft".

 

Selbst wenn Du ein Buch liest, partizipierst Du in gewisser Weise an "Gemeinschaft", nämlich den in Schriftworte gebrachten Gedanken anderer über ihren Glauben. Deshalb ist es wohl sinnvoll, dass man sich irgendwo in einer selbst gewählten Nähe oder Distanz zur Glaubensgemeinde aufstellt und teilnimmt - und diese Nähe oder Distanz sein Leben lang stets variiert.

Nur wie kommt dann die Gemeinschaft mit anderen Menschen rein? Ja, ich stimme Dir zu, schon im Lesen eines Buches partizipiere ich an "Gemeinschaft". Aber ist das sozusagen ein "notwendiger" Schritt?

 

Meine "Variation" derzeit: Mir war das Gemeindeleben in den mir bekannten römisch-katholischen Kirchen zu kalt geworden - beim Friedensgruss schaut man den anderen kaum an, nach dem Gottesdienst gehen alle sofort auseinander, die Gemeinden werden zu riesigen Seelsorge-Verwaltungseinheiten: Das ist für mich keine Community mnehr gewesen, wohin man auch schaut. Ich habe mein aus früheren Jahren gewohntes aktives Gemeindeleben in der benachbarten alt-katholischen Pfarrgemeinde wiedergefunden, die Nähe (zum Glauben und zu den Menschen), die ich in meiner jetzigen Lebensphase brauche.

 

Ich kann fuer mich ganz sicher sagen, dass ich die "Gemeinschaft" im Glauben als sehr positiv empfinde, in verschiedenster Form. Aber ich verstehe eigentlich nicht ganz, warum - deshalb stelle ich so seltsame Fragen ...

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Am "weitesten" kommt man ohne Religion ... Privatreligion ist schonmal wesentlich weniger einschränkend, als organisierte ...

Man kann nicht alle Atheisten über einen Kamm scheren- das im Voraus. Aber extremer Atheismus (denken wir mal an Stalin) führt am weitesten bergab.Marx hat den Slogan geprägt: Religion ist Opium für das Volk. Damit hat er den Menschen das Gewissen herausgeschnitten. Und ein Mensch ohne Gewissen kennt keine Verantwortung vor Gott. Ich, euer Führer Stalin, kenne die Religion gut, war ich doch, wie ihr wisst, einst im Priesterseminar in Georgien. Aber ich habe mir von Marx und Lenin das Gewissen herausschneiden lassen.

Josef Stalin (Iossif Wissarinowitsch Dschugaschwili, 1879-1953), sowjetischer Politiker

Tut mir leid, aber das kann ich beides nicht nachvollziehen. Gallowglas: Warum sollte man ohne Religion am "weitesten" kommen? Mariamante: Warum sollte Atheismus bedeuten, sich von seinem Gewissen zu verabschieden?

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