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Tag der offenen Moschee am 3. Oktober 2007


Noora

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Tag der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober 2007

 

http://islam.de/9155.php

 

„Moscheen – Brücken für eine gemeinsame Zukunft“ - Nach 11 Jahren laden die Verbände erstmalig gemeinsam zum TOM ein - Programm der Auftaktveranstaltung zum Ramadan

 

(...)

 

Der Tag der offenen Moschee fällt auf den Tag der Deutschen Einheit und soll das Selbstverständnis der Muslime als Teil der deutschen Einheit und ihre Verbundenheit mit der Gesamtbevölkerung zum Ausdruck bringen.

 

(...)

 

 

Text gekürzt wegen Copyright

 

Werner

Edited by Werner001
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Würde es lieber einen Tag für christliche Kirchen in islamischen Ländern geben, die deutschen Muslime sollten ihren Heimatländern klarmachen, dass die Religionsfreiheit eine unantastbare Menschenwürde ist und auch in diesen Ländern der Bau von Kirchen erlaubt wird.

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Würde es lieber einen Tag für christliche Kirchen in islamischen Ländern geben, die deutschen Muslime sollten ihren Heimatländern klarmachen, dass die Religionsfreiheit eine unantastbare Menschenwürde ist und auch in diesen Ländern der Bau von Kirchen erlaubt wird.

 

Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Allein schon seiner Stilblüten wegen ist er eine Perle, aber inhaltlich steht er dem in nichts nach. Deutsche (!) Muslime sollen ihren Heimatländern (!) klarmachen, dass dort der Bau von Kirchen erlaubt wird? Ich nehme Abstand davon, diese Forderung zu bewerten, dringlicher erscheint mir jedenfalls, dass die Baden-Württemberger ihren Seminaristen klarmachen sollen, dass diese nicht soviel Unsinn schwätzen (beinahe hätt ich gesagt: Messwein saufen) sollen.

 

Ich begrüße jedenfalls das Signal, das mit einem Tag der offenen Tür am Nationalfeiertag einhergeht, meine Skepsis hinsichtlich der Vereinbarkeit des Islam mit unserer Staatsordnung bleibt jedoch.

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Würde es lieber einen Tag für christliche Kirchen in islamischen Ländern geben, die deutschen Muslime sollten ihren Heimatländern klarmachen, dass die Religionsfreiheit eine unantastbare Menschenwürde ist und auch in diesen Ländern der Bau von Kirchen erlaubt wird.

 

Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Allein schon seiner Stilblüten wegen ist er eine Perle, aber inhaltlich steht er dem in nichts nach. Deutsche (!) Muslime sollen ihren Heimatländern (!) klarmachen, dass dort der Bau von Kirchen erlaubt wird? Ich nehme Abstand davon, diese Forderung zu bewerten, dringlicher erscheint mir jedenfalls, dass die Baden-Württemberger ihren Seminaristen klarmachen sollen, dass diese nicht soviel Unsinn schwätzen (beinahe hätt ich gesagt: Messwein saufen) sollen.

 

Ich begrüße jedenfalls das Signal, das mit einem Tag der offenen Tür am Nationalfeiertag einhergeht, meine Skepsis hinsichtlich der Vereinbarkeit des Islam mit unserer Staatsordnung bleibt jedoch.

 

Du Clown,

 

Es gibt genügend deutsche Muslime, die noch das Land, aus dem ihre Vorfahren kommen als ihr Heimatland bezeichnen.

Du kannst ja dem guten Herr Oettinger mal meine Mailadresse geben, vielleicht schreibt er mir, dass ich keinen Unsinn mehr schwätzen soll, aber ich glaube unserem Ministerpräsidenten geht dies an seinen 4 Buchstaben vorbei.

Edited by Touch-me-Flo
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Franciscus non papa

meine weise großmutter pflegte zu sagen: jeder hat das recht, sich so viel zu blamieren, wie er nur kann.

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In meinem Heimatland gibt es jede Menge christliche Kirchen :angry:

 

Aber auch in den Herkunftsländern vieler deutscher Muslime - was natürlich im Laufe der Diskussion um Integration und Assimilation gern übersehen wird.

 

http://derstandard.at/?url=/?id=3038908%26...%26_pid=7612202

 

Das erste markante Gebäude - weder in einer Seitengasse noch im Industriegebiet versteckt, nicht besonders klein, und zentral gelegen - , das mir in Rabat auffiel, war eine katholische Kirche.

 

Gegenbeispiele indes gibt es auch reichlich.....

 

http://www.alleanzacattolica.org/acs/acs_g...cs_inhalt.htm#A

 

Im Moment scheint mir indes eher, ich müsse hier in meinem Heimatland (nachweislich haust meine Familie hier seit 1652, das Vorher verliert sich in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges) beweisen, daß ich die Grundgesetze achte.

Ich lebe hier, ich achte und schätze die Verfassung dieses Landes - aber warum muß ich mich ständig dafür rechtfertigen, was Regierungen anderer Länder tun? Verlange ich von jedem Katholiken Rechtfertigung für die Politik des Vatikan?

 

 

die Religionsfreiheit eine unantastbare Menschenwürde ist

Schade nur, daß die Würde so mancher Menschen, die diese Religionsfreiheit in diesem unserem Lande in Anspruch nehmen, so manches Mal recht heftig angetastet wird.

 

 

 

Der obige Text ist eine Einladung - wer mag, kann sie annehmen.

 

Edit: mußte was ergänzen - ansonsten gäbe es unzulässige Rückschlüsse auf mein Alter...

Edited by Noora
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Ich begrüße jedenfalls das Signal, das mit einem Tag der offenen Tür am Nationalfeiertag einhergeht, meine Skepsis hinsichtlich der Vereinbarkeit des Islam mit unserer Staatsordnung bleibt jedoch.

Ich unterschreibe.

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Zunächsteinmal möchte ich sagen, daß ich die Einrichtung des Tag der Mosche sehr begrüße.

 

Ich war bis jetzt leider nur in alten, verlassenen Moschen, oder "leeren" Gebetshäusern; in denen ich mit niemandem ins Gespräch kommen konnte, habe aber auch schon seit 3 Jahren vor, an solch einem Tag teilzunehmen. (leider werde ich es dieses Jahr schon wieder nicht schaffen... grr.)

 

Ich finde die Reaktion von manch einem nicht richtig - diesen Tag gleich mit etwas anderem aufzuwiegen.

Ich hätte einen "Tag der Kirchen in muslim. Ländern" nicht lieber als den Tag der Mosche, sondern - sehr gerne dazu.

 

Es wird sehr viel über Muslime gemotzt. Manchmal zu Recht, oft auch zu Unrecht. Bei all den Konflikten, sollte man die Gemeinden hervorheben, die sich damit auseinandersetzen, wie sie sich der Gesellschaft hin öffnen. Oft wird das Abschotten der Muslime bemängelt - den Tag der Mosche sehe ich als einen Schritt in die richtige Richtung.

 

+++++++++

Das Kapitel Kirchen in Muslim. Ländern ist ein anderer Topf. Ich erlaube mir einen weiteren Thread zu öffnen. Neuerdings schweifen die Themen in F&A sehr schnell vom Ausgangsthema ab; das finde ich sehr schade.

 

++++++++

 

War jemand schon mal bei so einem Tag und möchte berichten?

Noora, hast du dich schonmal beteiligt?

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Ich war schon einmal bei einem "Tag der offenen Moschee". Es fand allerdings keine Diskussion statt, eher eine Moscheeführung, bei der uns erklärt wurde, warum es welche Einrichtungen gibt (z.B. zwei Kanzeln, wobei von der einen (prächtiger geschmückten) aus dem Koran rezitiert wird, von der anderen die Predigt gehalten; dies, weil der Koran für die Moslems Wort Gottes ist, die Predigt dagegen Privatmeinung des Hodschas)

Man erfährt sicher einiges über moslemische Frömmigkeitsformen; über das Thema Islam und Politik bzw. Islam und Islamismus wird man dagegen wohl kaum mehr erfahren.

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Nein, beteiligt habe ich mich bisher nicht, karolin. Das liegt daran, daß die Moscheen meist besitmmten Nationalitäten zuzuordnen sind. So gestalten die türkischen Muslime den Tag in ihrer Moschee, die Marokkaner in ihrer und so weiter.... so ist es für mich immerhin interessant, jedes Jahr andere Moscheen zu besuchen.

Andererseits werde ich gelegentlich von nichtmuslimischen Besuchern angesprochen, was auch immer wieder zu schönen Gesprächen führt.

 

Man erfährt sicher einiges über moslemische Frömmigkeitsformen; über das Thema Islam und Politik bzw. Islam und Islamismus wird man dagegen wohl kaum mehr erfahren.

 

Hast du eines der Themen schonmal angesprochen?

Ich könnte mir vorstellen, daß sich interessierte und interessante Gesprächspartner finden lassen - außerhalb des vorgesehenen Programms.

Und mit Sicherheit erfährt man ein wenig über die jeweilige Landesküche! :angry:

(In diesem Jahr vielleicht auch über spezielle Gerichte, die zum Fastenbrechen zubereitet werden, und wie das Fastenbrechen selbst abläuft)

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Islam: "Tag der offenen Moschee" verzeichnet Besucherrekord

 

Rund 100.000 Menschen sind am "Tag der offenen Moschee" in die muslimischen Gotteshäuser in Deutschland geströmt - mehr als jemals zuvor.

 

Beim bundesweiten "Tag der offenen Moschee" haben die Veranstalter einen Besucherrekord verzeichnet. Rund 100.000 Menschen nahmen am Tag der Einheit an den Führungen teil oder sahen sich die Ausstellungen, Büchermärkte und Folklore-Darbietungen an, wie der Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland (KRM), Bekir Alboga, sagte. "Es gab viele gute Gespräche", erklärte auch Ögütlü Seyfi vom Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ). Vorurteile seien abgebaut worden. Am Aktionstag unter dem Motto "Moscheen - Brücken für eine gemeinsame Zukunft" waren deutschlandweit etwa 2000 muslimische Gotteshäuser geöffnet.

 

Weiter unter:

 

http://www.zeit.de/news/artikel/2007/10/04/2392892.xml

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Nein, beteiligt habe ich mich bisher nicht, karolin. Das liegt daran, daß die Moscheen meist besitmmten Nationalitäten zuzuordnen sind.

Und darin sehe ich das große Problem der Integration des Islam in Deutschland und den anderen EU-Ländern. Der Islam hat dermaßen flache Hierarchien, daß er nicht als Ganzes für Verfassungstreue verantwortlich gemacht werden kann. Besonders auffällig ist das bei dem Kölner Großmoscheenbau: ich hätte nichts gegen eine große und repräsentative Moschee einzuwenden, wenn nicht der Träger dieses Projektes eine türkische staatliche Organisation wäre. Dadurch erwirbt sich praktisch ein anderer Staat in meinem Staat Territorium und kann versuchen, auf das gesellschaftliche und legislative Leben der BRD Einfluß zu nehmen und das gestehe ich viellleicht der EU zu, aber nicht einem anderen Staat, der noch nichtmal Mitglied ist.

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die Religionsfreiheit eine unantastbare Menschenwürde
nö. das geht anders. bitte nicht einfach Worte aneinanderreihen. sonst gibt das keinen Sinn.

 

Mit Sinn geht das bei uns so:

 

"Die Würde des Menschen ist unantastbar.

 

Sie zu achten

 

und zu schützen,

 

ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

 

(GG 1)

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Und darin sehe ich das große Problem der Integration des Islam in Deutschland und den anderen EU-Ländern. Der Islam hat dermaßen flache Hierarchien, daß er nicht als Ganzes für Verfassungstreue verantwortlich gemacht werden kann. Besonders auffällig ist das bei dem Kölner Großmoscheenbau: ich hätte nichts gegen eine große und repräsentative Moschee einzuwenden, wenn nicht der Träger dieses Projektes eine türkische staatliche Organisation wäre. Dadurch erwirbt sich praktisch ein anderer Staat in meinem Staat Territorium und kann versuchen, auf das gesellschaftliche und legislative Leben der BRD Einfluß zu nehmen [...}

 

Das sehe ich in großen Zügen ähnlich. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn es in jeder dt. Großstadt eine großzügige, schön gebaute Moschee gäbe und diese von allen Muslimen der Stadt genutzt wird. Jede Gemeinde kann diese dann zu einer anderen Uhrzeit / Wochentag zum Gebet nutzen. Schiiten, Sunniten Marokaner, Iraner.....

Was ich absolut nicht gut heißen kann, wenn, wie zb in Frankfurt, wo jetzt drei Moscheen in einem Stadtteil stehen sollen. Das hat absolut nichts mit Integration zu tun, eher mit "feindlicher Übernahme"

 

Sollte jetzt das Argument kommen, die Gruppierungen verstehen sich ja untereinander nichteinmal, sondern feinden sich meist an - bleibt mir zu sagen, dann wirds aber Zeit, daß sich verstanden wird.

Ebenso die Frage der kulturellen Identität spielt absolut keine Rolle. Entweder der Islam ist eine Weltreligion, dann können auch alle Nationen gemeinsam beten, oder die Identitätsfrage muß ganz woanders ansetzen, nämlich was der Islam überhaupt ist.

 

Nicht, daß es jetzt heißt, ich verlange von dem Islam etwas, was nicht durchführbar ist: Auf kath. Seite ist es schon lange üblich, daß sich ausländische Gemeinden ein Kirchenhaus teilen. Auch gemeinsame ev. und kath Nutzung ist an vielen Stellen durchaus üblich. Ebenso selbstverständlich ist der gemeinsame Gottesdienst mit Christen aus allen Nationen.

 

Das sollte im Islam auch möglich sein. Und eine, ggf höchstens zwei größere Moscheebauten sollten da reichen und nicht 350 Hinterhofräume.

 

Grüße

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Na, ich meine, eine Moschee pro Glaubensrichtung wäre vertretbar, oder?

Die umstrittene Moschee in Frankfurt-Hausen soll eine shiitische werden. Eine "Simultanmoschee" stelle ich mir allerdings kaum machbar vor.

 

 

Was allerdings die Moscheevereine angeht: es wäre wirklich an der Zeit, die "Kleinstaaterei" aufzugeben. Der Islam ist nicht an bestimmte Nationalitäten gebunden, ein Muslim ist nicht besser oder schlechter, weil er einer bestimmten Nation angehört. Im Gegenteil steht dieses Denken in krasem Widerspruch zum Islam.

Mal davon abgesehen, daß ein Moscheeverein mehr finanzielle Möglichkeiten hat, je mehr Mitglieder er hat. Und damit könnte man sehr viel mehr tun als nur ein Gebäude zu bauen bzw. zu kaufen.

Darüber hinaus wäre es für die Identitätsbildung deutscher Muslime (gleich welcher Herkunft) mehr als gut...... und vielleicht wäre auch die Verfassungstreue von Muslimen in den nächsten Jahrzehnten kein Thema mehr.

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Wie gesagt, ich habe auch nichts gegen 2 Moscheen pro Großstadt. Wobei mich interessiert, was spricht gegen eine Moschee für beide Konfessionen?

Gut, zum Teil werden die Gründe nicht viel anders sein als bei ev und kath. und man will eben "sein eigenes Haus"

Ein weiteres "Problem" ist, daß es in der kath Kirche mit Ewigem Licht, Sakramentshaus, Kreuzweg, Weihwasser einige Dinge geben muß, die es in der ev. Kirche nicht gibt. Da ist man dann auf deren guten Willen angewiesen oder muß Notlösungen finden.

 

Gibt es soetwas zwischen den muslimischen Konfessionen auch, daß die einen was haben, oder brauchen, was es bei den anderen nicht gibt?

 

Was allerdings die Moscheevereine angeht: es wäre wirklich an der Zeit, die "Kleinstaaterei" aufzugeben.

 

Ist soetwas in deiner Gemeinde Thema? Wie sieht es mit dem Dialog innerhalb der Muslimischen gemeinden aus?

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Gut, zum Teil werden die Gründe nicht viel anders sein als bei ev und kath. und man will eben "sein eigenes Haus"

 

Eben.

 

Unzählige Städte in meiner Gegend sind mit grottenhässlichen, katholischen Neubau-Kirchen bestraft, weil die Katholiken offenbar unbedingt ihr eigenes Haus brauchen und man auch in einem noch so kleinen Ort nicht in der Lage ist, sich eine gemeinsame (schöne, alte) Kirche zu teilen. Warum sollten die Moslems weniger anspruchsvoll sein?

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Gut, zum Teil werden die Gründe nicht viel anders sein als bei ev und kath. und man will eben "sein eigenes Haus"

 

Eben.

 

Unzählige Städte in meiner Gegend sind mit grottenhässlichen, katholischen Neubau-Kirchen bestraft, weil die Katholiken offenbar unbedingt ihr eigenes Haus brauchen und man auch in einem noch so kleinen Ort nicht in der Lage ist, sich eine gemeinsame (schöne, alte) Kirche zu teilen. Warum sollten die Moslems weniger anspruchsvoll sein?

 

 

Ich bezweifle auch, dass bei einer baurechtlichen Prüfung im Lichte der Religionsfreiheit es möglich ist, einen Moscheebau abzulehnen, weil eine andere muslimische Glaubensrichtung in der Nähe ja schon eine Moschee hat.

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Gut, zum Teil werden die Gründe nicht viel anders sein als bei ev und kath. und man will eben "sein eigenes Haus"
Eben.

 

Unzählige Städte in meiner Gegend sind mit grottenhässlichen, katholischen Neubau-Kirchen bestraft, weil die Katholiken offenbar unbedingt ihr eigenes Haus brauchen und man auch in einem noch so kleinen Ort nicht in der Lage ist, sich eine gemeinsame (schöne, alte) Kirche zu teilen. Warum sollten die Moslems weniger anspruchsvoll sein?

Naja, die Gründe, wieso das sogar einigermaßen Sinn macht, habe ich ja in einem separaten Themenstrang schon aufgeführt.

 

Was verstehst Du denn unter einem Neubau? Alles, was nach dem Krieg entstand?

 

In neuerer Zeit kommt es eigentlich eher zu Kirchenschließungen in beiden großen Konfessionen.

 

Aussage eines Mitarbeiters des Kirchenkreises Aachen:

"Die rheinische Kirche wird sich bis 2030 von einem Drittel der Gebäude und Kirchen trennen müssen."

Das ist erheblich, wenn man berücksichtigt, daß die EKiR in einer Diaspora-Situation ist, d.h. die Kirchen sowieso schon weit weniger zahlreich sind als die rk.

 

Beispiel:

Herzogenrath-Merkstein: 5x rk., 1x ev.

Herzogenrath-Kohlscheid: 5x rk, 0,5x ev. (nur Gemeindezentrum mit vorgelagertem Turm, aus Spenden finanziert!)

Herzogenrath-Straß: 1x rk., 0x ev.

Herzogenrath: 2x rk., 1x ev.

 

ca. 13 (Die genau Anzahl ist wegen Doppelnennungen von GdGs und Einzelpfarren nicht ganz sicher) rk. Kirchen stehen also 3 ev. Kirchen, wovon die eine nur ein Gemeindezentrum ist, entgegen.

Weiter nördlich, in der Kartoffelsahara, sieht es noch ungünstiger aus.

Jede Ansammlung von mind. 2 Höfen hat eine eigene rk. Kirche, während eine ev. Kirche teilweise 10 Ortschaften versorgt.

 

In der gesamten Eifel hat die EKiR 7 Kirchen:

- Zweifall

- Roetgen

- Monschau

- Hellenthal

- Roggendorf

- Gemünd

- Schleiden

und eine Handvoll Gemeindezentren, die alle jeweils zig Orte versorgen.

 

Ich sehe nicht, wie eines dieser Gebäude verzichtbar sein sollte, geschweige denn jedes Dritte, insbesondere, wo diese 7 Kirchen auch noch Baudenkmäler sind, deren Verlust eine Schande wäre.

Verkauf und Rückanmietung wäre wohl eher ein Schildbürgerstreich...

Ich sehe auch nicht, wie in den urbanen Gegenden entsprechend mehr Kirchen und sonst. Gebäude entbehrbar sein sollten, als daß das den Nichtabbau in der Fläche ausgleichen könnte.

Vor allem führ ein Abbau in einer solchen Situation ja auch zwangsläufig zu einem schlechteren Angebot, insbesondere für Jugendliche, was sich in einer nochmals verstärkter Abwanderung von Gläubigen und/oder zahlenden Mitgliedern auswirken dürfte.

 

Die kath. Kirche hingegen könnte hier locker jede 2. Kirche entbehren.

 

Und in anderen Landstrichen sieht es umgekehrt genauso aus.

 

Sollte es in dieser Situation tatsächlich irgendwo noch Kirchenneubauten geben, fände ich das allerdings sehr befremdlich...

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