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Allerheiligen


Mariamante

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Mit dem Beginn des Novembermonat feiert die Kirche das Fest Allerheiligen.

 

In der Schrift lesen wir:

 

Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung“ (1 Thess 4,3). Das "Programm" für diese Heiligkeit wird uns in besonderer Weise in der Bergpredigt, in den Seligpreisungen nahe gelegt. Wir sehen unsere Berufung und Jesus gibt uns die Wegweiser. Wenn ein anderes Wort der Schrift sagt, dass "Gott allein heilig sei" dann dürfen wir bedenken: Die Heiligkeit besteht nicht in der Erfüllung dieses Programms allein oder im Ausführen bestimmter Taten, sondern in besonderer Weise darin, dass wir ein Leben tief vereint mit Gott führen. Es ist die Gnade Gottes, die wir in unserem Leben wirksam werden lassen, wenn wir heilig werden wollen. Gott als die große Wirklichkeit unseres Lebens ausstrahlen lassen aus unseren Gedanken, Worten und Werken- darauf kommt es vor allem an. Darum trifft es ein russisches Sprichwort im Kern das lautet: "Im Heiligen geht Gott noch einmal über die Erde."

 

Am heutigen Tag denkt die Kirche an alle jene, die dieses Ziel erreicht haben, die zur Fülle des (ewigen) Lebens gelangt sind, das in der Vereinigung mit Gott und im seligen Leben mit Gott besteht. Danken wir jenen Menschen, die uns in treuer Liebeshingabe an Gott und die Menschen voran gegangen sind, und die uns durch ihr Leben ein Licht sind. In diesen Menschen strahlt etwas vom Himmel, von unserer ewigen Heimat bei Gott auf. Die Freude über unsere Berufung soll nicht nur diesen Tag erhellen - sondern unser christliches und geistliches Leben in dem Sinn prägen, dass wir uns vom Heiligen Geist berühren, ergreifen und verwandeln lassen, damit wir Gott "in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen, alle Tage unseres Lebens".

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

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Ich leide zwar nicht unter Escriva- Allergie, finde in dem Zusammenhang aber den Hinweis auf den von mir sehr geschätzten Franz von Sales angemessen...

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Ich leide zwar nicht unter Escriva- Allergie, finde in dem Zusammenhang aber den Hinweis auf den von mir sehr geschätzten Franz von Sales angemessen...
Danke für den Hinweis auf den hl. Franz von Sales, den ich auch sehr schätze. In seiner "Philothea" versucht er- für die damalige Zeit nicht selbstverständlich- den Menschen nahe zu bringen, dass wir als Christen in jedem Stand zur Heiligkeit berufen sind- nicht nur die Priester. Ein Wort des hl. Franz von Sales passt auch zu jenen Heiligen die wir heute feiern- die nicht durch außergewöhnliche Aktionen aufgefallen sind: "Wir sollen nicht das Außergewöhnliche suchen/ tun, sondern das Gewöhnliche außergewöhnlich gut tun". Die treue Pflichterfüllung im Alltag in der Liebe zu Gott und den Menschen ist der "gewöhnliche" Weg der Heiligung.
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Die treue Pflichterfüllung im Alltag in der Liebe zu Gott und den Menschen ist der "gewöhnliche" Weg der Heiligung.

 

Oder auch mal bei Bedarf Ungehorsam.

Extreme Haltungen lassen mich sonst an das Sprichwort denken: Nullum magnum ingenium sine mixtura dementiae fuit.

 

 

Gruss

 

Alba

 

Zitierfunktion repariert

bearbeitet von MartinO
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Die treue Pflichterfüllung im Alltag in der Liebe zu Gott und den Menschen ist der "gewöhnliche" Weg der Heiligung.

 

Oder auch mal bei Bedarf Ungehorsam.

Extreme Haltungen lassen mich sonst an das Sprichwort denken: Nullum magnum ingenium sine mixtura dementiae fuit.

Gruss

Alba

"Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen" sagt uns ein Wort der Schrift. Manchmal muss man (wie z.B. der kürzlich selig gesprochene Franz Jägerstätter zeigen kann) gegenüber Menschen "ungehorsam" sein, um Gott treu zu bleiben. Der obige Spruch: Kein großer Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn beinhaltet natürlich auch eine Gefahr. Menschen, die Außergewöhnliches leisten oder besondere Charismen haben, gelten anderen leicht als wahnsinnig. Hier sollte man vorsichtig sein. Bei aller notwendigen Nüchternheit und Unterscheidung der Geister wurden außergewöhnliche Menschen von Mitmenschen verkannt, und als Narren verschrien. bearbeitet von Mariamante
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Ein Wort des hl. Franz von Sales passt auch zu jenen Heiligen die wir heute feiern- die nicht durch außergewöhnliche Aktionen aufgefallen sind: "Wir sollen nicht das Außergewöhnliche suchen/ tun, sondern das Gewöhnliche außergewöhnlich gut tun". Die treue Pflichterfüllung im Alltag in der Liebe zu Gott und den Menschen ist der "gewöhnliche" Weg der Heiligung.

 

Dass dies hier als Weg der Heiligung beschrieben wird, freut mich sehr, erstaunt mich aber auch ein bisschen. An dieser Stelle wurde eine solche treue Pflichterfüllung als "Gebrauchsspiritualität für den Alltag" verspottet.

Dabei ist eben das der Ort, an dem die Meisten von uns hingestellt sind: Der Alltag mit seinen ganz gewöhnlichen Anforderungen und Pflichten bietet selten den Rahmen für Außergewöhnliches. Wer darauf wartet, bei einer außergewöhnlichen Aktion auffallen zu können, verpaßt für gewöhnlich seine gottgegebene Bestimmung und damit auch seine eigene Heiligung.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Dass dies hier als Weg der Heiligung beschrieben wird, freut mich sehr, erstaunt mich aber auch ein bisschen. An dieser Stelle wurde eine solche treue Pflichterfüllung als "Gebrauchsspiritualität für den Alltag" verspottet.

Dabei ist eben das der Ort, an dem die Meisten von uns hingestellt sind: Der Alltag mit seinen ganz gewöhnlichen Anforderungen und Pflichten bietet selten den Rahmen für Außergewöhnliches. Wer darauf wartet, bei einer außergewöhnlichen Aktion auffallen zu können, verpaßt für gewöhnlich seine gottgegebene Bestimmung und damit auch seine eigene Heiligung.

 

Liebe Grüße, Gabriele

Dass der Ort wo wir stehen sozusagen die "Tür zum Himmel" ist, hast du schön ausgedrückt. Franz von Sales meint auch mal es wäre eine falsche Frömmigkeit davon zu träumen, in fernen Landen als Martyrer zu sterben, aber die Standesplichten zu verabsäumen.
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Habe heute in der Predigt eine Geschichte gehört, die ich ganz interessant finde.

Ob es stimmt, kann ich nicht beurteilen. Pfarrer und Messdiener waren be ihrem Ausflug auf einer WQeinprobe. Der Winzer erzählte ganz stolz, dass im Sommer (2008, wohlgemerkt), eine Statue des hl. Urban, seines Zeichens Patron der Winzer, eingeweiht wurde mit allem Pipapo.

Ein, zwei Wochen später gab es dann Unwetter ( Hagel), und die komplette Lese war dahin, viele Weinstöcke auch zerstört.

Irgendjemand hat dann der Staue ein Schild um den Hals gehängt auf dem stand: Versager.

 

Sollte diese Geschichte der Wahrheit entsprechen, so finde ich es äußerst interessant das im 21. Jahrhundert jemand einem Heiligen die Schuld an Unwetter gibt. Letztlich wissen wir ach so aufgeklärten Menschen ja, wie es zu Hagel kommt.

 

Aber es sagt mir auch, dass die Heiligen eine wichtige Funktion erfüllen, die fest verankert ist.

An der Weinlese hängen Existenzen. Die Winzer in dem Ort sind nicht die einzigen, die dieses Jahr heftigst durch Unwetter gebeutelt wurden. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dann eine Warum- Frage entsteht. Kann es irgendwie gut oder gerecht sein, dass Ernte , Lebensmittel und Existenzen bedroht, teilwiese vernichtet werden?

Da gibt es sicher auch Verzweiflung.

Und so kindisch es auch klingen /anmuten mag, einem längst toten Heiligen die shuld zu geben, immerhin gibt es da jemandem, an den man sich wenden kann- auch wenn es erst mal nur mit Anklage ist. Und wer auch immer es war, er/sie hat genug Energie aufgebracht, um zum Weinberg zu gehen und einer statue ein schild umzuhängen. Das ist ja auch in gewisses Risiko. Da versinkt jemand nicht in Verzweiflung, sondern jemand hat genug Energie, um das zu machen,. das ist eigentlich ein gutes Zeichen, denn aus dieser Energie kann- später- auch etwas entstehen, das allen zugute kommt.

Es ist wichtig, das man in Angst, verzwiflung Trauer... nicht alleine ist, es kann auch wichtig sein, jemanden zu haben, dem man die Schukld geben kann- solange es nur für eine geiwsse Zeit ist.

Und die Heiligen können diese Funktion haben. da sie ganz normale Menschen waren, sind sie den Menschen sehr nahe, man kann zu ihnen sprechen wie zu normalen Menschen, man kann sie Versager nenne. Ich denke, dass einigen Menschen Gott dafür zu weit weg odr zu hoch zu fern, zu... ist. Das aber auch das Bewusstsein existiert. Das, was ich dewm Heiligen sage, sage ich Gott.

 

Heilige sind "welche von uns". In ihrem ganz normalen Mensch-sein zeigen sie uns, das Gott uns nahe ist, das wir Gott nahe sein können. und das es Menschen gibt, gab und geben wird, die mit allen Zweifeln, Ängsten, Nöten, auch allen Fragen, die Realität Gottes im Leben bezeigt und bezeugt haben. es ist gut, das zu wissen, es ist gut, das anzuerkennen, es ist gut, das zu feiern.

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

Und gerade dieser Heilige beweist uns wie großartig die kirchliche Regelung ist, dass wir Heilige nicht verehren müssen.

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

 

Ja nee is klar - "Gesegnet sei der Schmerz"

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

 

Ja nee is klar - "Gesegnet sei der Schmerz"

 

Na ja.

Gestern hab ich meinen Vater begraben.

Und heute darf ich schon ein Fest feiern, bei dem er mitgemeint ist.

Und an seinem offenen Grab hat Versöhnung zwischen zwei ewig lang zerstrittenen Familienmitgliedern stattgefunden. Einfach so.

 

Dagegen kann der selige Kaiser Karl mit seiner von Krampfadern genesenen Klosterschwester nicht an.

"Gesegnet sei der Schmerz", das gibt's schon. Aber das ist was anderes als frömmelnder Masochismus. Und gierigen Eifer braucht's dafür auch nicht.

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Mich beeindruckt immer wieder die kleine Therese von Lisieux - auch wenn ihr Schreibstil den ganzen Schwulst des ausgehenden 19. Jahrhunders wieder aufleben lässt. Sie steht an der Schwelle des 20. Jahrhunderts. Der Atheismus entfaltet sein großtuerisches nietzesches Gehabe, die Kirche reagiert mit panischen Maßnahmen und boshafter Ablehnung und versucht, sich vor neuen Denkweisen mit rigiden Strukturmaßnahmen zu schützen.

 

Um so mehr bin ich von der Therese beeindruckt.

 

Ein wenig aus ihren Gedanken zeigt so vieles:

 

"Ich erfreute mich damals eines so lebendigen, so klaren Glaubens, dass der Gedanke an den Himmel mein ganzes Glück ausmachte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es Gottlose gäbe, die keinen Glauben haben. Ich meinte, sie sprächen gegen ihre bessere Erkenntnis, wenn sie die Existenz des Himmel leugneten."

 

So spricht sie über sich - und trifft damit wohl das, was auch viele andere so erlebt haben. Und dann kommt das ganze Elend der Glaubenslosigkeit auch über sie, und zwar (fast schon symbolisch) in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag 1896. In dieser Nacht bricht bei ihr die Lungentuberkulose aus. Erstickungsanfälle.

Jetzt bräuchte man doch genau diesen Glauben, den sie soeben geschildert hat. Dann könnte man das eigene Schicksal samt dem Tod freudig annehmen und getrost darauf warten, in das schon immer ersehnte Paradies einzugehen. Aber Pustekuchen!

 

Sie schreibt weiter ...

 

"In den [eigentlich] so fröhlichen Tagen der Osterzeit ließ Jesus mich fühlen, dass es tatsächlich Seelen gibt, die den Glauben nicht haben, die durch den Missbrauch der Gnaden diesen kostbaren Schatz verlieren."

 

Und wer denkt, dass sie mit diesen Seelen irgendjemand anderes meint, irgend einen verruchten Atheisten, irgend einen nachlässigen Zweifler, irgendeinen Kirchenfeind, der ist im Irrtum. Sie spricht von sich selbst. Die Heilige steht vor ihrem eigenen Klein- und Unglauben, vor dem Scheitern ihrer wichtigsten und "süßesten" Glaubensbilder. Gerade jetzt, wo sich der Glaube helfend bewähren müsste, verlässt er die Heilige.

 

Und die Ehrlichkeit, mit der sie das ausspricht, und ihre eigene Lebensdeutung halte ich für wegweisend. Nicht durch obskure Wunder, noch durch Verherrlichung oder auch nur Bagattellisierung ihres Leidens wird sie zur großen Heiligen. Nein, nicht einmal durch ihre bisherige Frömmigkeit. Sondern durch ihren Kampf um Glauben, um Deutung und um die große Liebe ihres Lebens: Jesus.

 

"Er [Jesus] ließ zu, dass dichteste Finsternisse in meine Seele eindrangen und der mir so süße Gedanke an den Hmmel bloß noch ein Anlass zu Kampf und Qual war...

Diese Prüfung sollte nicht nur ein paar Tage, ein paar Wochen dauern, sie sollte erst zu der vom Lieben Gott bestimmten Stunde erlöschen."

 

Und dann wird es erst richtig dramatisch, wenn sie schreibt:

 

"diese Stunde ist noch nicht gekommen.

...

Man muss durch diesen dunklen Tunnel gewandert sein, um zu wissen, wie finster er ist."

 

Wie lächerlich wirken dagegen die strukturellen Maßnahmen und Verurteilungen, die in dieser Zeit kirchenüblich sind. Was kann schon ein Syllabus, was kann schon ein Antimodernisteneid einem Menschen geben im Vergleich zu dem Durchleiden dieses Gefühls der Gottverlassenheit und des Glaubensscheiterns?

Im Leben und Leiden der heiligen Therese wird eine ganz neue Lehre verkündet, eine die eine Vollmacht hat, die sich nicht aus Wundern, Stigmatisierungen oder Treue zur Vergangenheit herleitet. Es ist die Vollmacht der Nachvollziehbarkeit. Sie wird zum Licht für all jene, die Ähnliches durchmachen. Sie wird zum Licht, nicht zur Geißel. Und das Licht trägt seine Autorität in sich selbst, denn allein das Licht kann den Weg erleuchten.

 

Hinter der Nacht des Nicht-mehr-glauben-Könnens entdeckt sie in einem aufwändigen Leidensprozess einen geheimnisvollen Himmel. Nicht mehr den Himmel der Kitschbilder ihrer Kindheit, sondern eher ein Geheimnis, von dem man nicht mit vollmundiger Sicherheit sagen kann, ob es ein dunkles oder helles Geheimnis ist.

Wer ist Jesus? Vielfach vergleicht sie ihn mit einem Prinzen, der eine kleine Puppe hat. Die Puppe steht für sie selbst. Und manchmal scheint der Prinz die Puppe einfach in die Ecke zu werfen und sich tage- und wochenlang nicht mehr um sie zu scheren. Wie oft schreibt sie in ihrer "Geschichte einer Seele" von diesem Gefühl. Und sie deutet es als Prüfung. Und sie will ihre Liebe zu Jesus bezeugen. Sie erhebt nicht den Anspruch, dass Jesus dauernd mit seiner schönen Puppe spiele und sie liebkose. Wahre Liebe muss es aushalten, auch mal in der Ecke zu liegen, ohne an der Liebe des Prinzen zu verzweifeln und ohne von der eigenen Liebe wütend und enttäuscht abzulassen.

 

"Ich eile zu meinem Jesus und sage ihm, ich sei bereit, bis zum letzten Blutstropfen dafür Zeugnis abzulegen, dass es einen Himmel gibt. Ich sage ihm, ich sei froh, diesen schönen Himmel nicht auf Erden zu genießen, ..."

 

Und der letzte Blutstropfen wird wohl nicht "auf dem Feld der Ehre" vergossen, sondern er spuckt sich aus ihrer malträtierten, tuberkulosezerfressenen Lunge. Bis zum Letzten will sie, deren Glaube löchrig geworden ist, von ihrem Glauben (wohl eher einem Hintergrundsglauben) an den Himmel Zeugnis geben.

Und dies nicht, um die bösen Atheisten zu deprimieren oder sie zu widerlegen oder ihnen Vorwürfe zu machen. Im Gegenteil: Ihr Verständnis für die Ungläubigen ist ja von nun an existenzieller Bestandteil ihrer Person.

 

Sie sagt, dass sie diesen Glauben an den Himmel bezeugen will, damit "Er [Jesus] ihn [diesen Glauben] den armen Ungläubigen für die Ewigkeit erschließe."

 

Ihre Mission hat nichts zu tun mit der Missionierung Amerikas. Es geht nicht darum, Menschen zu einem Bekenntnis zu bringen. Ihre Mission ist pure Sorge. Sie hat die Leere des Lebens ohne Glauben am eigenen Leibe kennen gelernt - und das wünscht sie keinem anderen. Ihre Mission ist der Schutz anderer Menschen vor solch einer furchtbaren Erfahrung.

 

Und damit wird sie - ihrer schwülstigen Diktion zum Trotze - zu einer ausgesprochen lebensnahen Heiligen der modernen Welt.

 

Sie hat diesen Weg wirklich buchstäblich "bis zum letzten Blutstropfen" durchgehalten. Bevor sie am 30. September 1897 stirbt, sind ihre letzten Worte: "Ich liebe dich."

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

Und gerade dieser Heilige beweist uns wie großartig die kirchliche Regelung ist, dass wir Heilige nicht verehren müssen.

 

Wie meinst du das?

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

Und gerade dieser Heilige beweist uns wie großartig die kirchliche Regelung ist, dass wir Heilige nicht verehren müssen.

 

Wie meinst du das?

So wie ich es da geschrieben habe: Die Kirche schreibt nicht vor einen bestimmten Menchen zu verehren, nur weil heiliggesprochen worden ist.

 

Und da Josemaria Escriva für zu Recht sehr umstritten ist, ist das für mich eine grosse Erleichterung.

bearbeitet von wolfgang E.
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So wie ich es da geschrieben habe: Die Kirche schreibt nicht vor einen bestimmten Menchen zu verehren, nur weil heiliggesprochen worden ist.

 

Oh. das wusste ich nicht. Das ist eine gute Nachricht! Danke! Ich hatte ja schon sehr ernsthaft erwogen, entschieden gegen die Selig - und womöglich folgende Heiligsprechung JPIIs zu protestieren. Das kann ich mir dann ja jetzt sparen. :angry2:

 

Und da Josemaria Escriva für zu Recht sehr umstritten ist, ist das für mich eine Grosse Erleichterung.

 

Wenn ich in der Messe das Glaubensbekenntnis sprechen soll und an die Stelle komme "Gemeinschaft der Heiligen" dann schließe ich ihn in der Regel explizit aus. Das ist dann also legitim? :angry2:

bearbeitet von Theodora
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So wie ich es da geschrieben habe: Die Kirche schreibt nicht vor einen bestimmten Menchen zu verehren, nur weil heiliggesprochen worden ist.

 

Oh. das wusste ich nicht. Das ist eine gute Nachricht! Danke! Ich hatte ja schon sehr ernsthaft erwogen, entschieden gegen die Selig - und womöglich folgende Heiligsprechung JPIIs zu protestieren. Das kann ich mir dann ja jetzt sparen. :angry2:

 

Und da Josemaria Escriva für zu Recht sehr umstritten ist, ist das für mich eine Grosse Erleichterung.

 

Wenn ich in der Messe das Glaubensbekenntnis sprechen soll und an die Stelle komme "Gemeinschaft der Heiligen" dann schließe ich ihn in der Regel explizit aus. Das ist dann also legitim? :angry2:

Ich glaube Du unterliegst einem Irrtum.....die "Gemeinschaft der Heiligen" im Glaubensbekenntnis meint nicht die "Gemeinschaft der Heiliggesprochenen". Man bezeichnet vielmehr die Gemeinschaft der Menschen in der katholischen (nicht ident mit der römisch katholischen) Kirche oder wenn man Karl Rahner folgt, sogar die Gemeinschaft aller Menschen.

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Der hl. Josemaria hat uns insoweit ja auch vor Augen geführt, dass wir dazu berufen sind, diesem Ideal jeden Tag unserers Lebens nachzueifern!

 

Ja nee is klar - "Gesegnet sei der Schmerz"

Einen Satz aus dem Zusammenhang reissen- gute Methode einen Heiligen kennen zu lernen und zu verstehen. Ein anderes Zitat aus "Der Weg":

Laß dich nicht irre machen. Die Klugen dieser Welt haben die Werke Gottes schon immer für verrückt erklärt. Vorwärts, Kühnheit!

bearbeitet von Mariamante
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Die Kirche schreibt nicht vor einen bestimmten Menchen zu verehren, nur weil heiliggesprochen worden ist.

Allerdings muss ab dem liturgischen Grad "G", das heisst "gebotener Gedenktag" dieser Heilige in der Messe am Werktag gefeiert werden. Als Messbesucher ist man dann "genötigt", sich an der Verehrung zu beteiligen.

Zu deiner Beruhigung: In Österreich ist der 27. Juni, der Gedenktag des Heiligen Josemaria, nirgends verpflichtend, außer vermutlich in Kirchen des Opus Dei wie der Peters- oder der Karlskirche in Wien, wo es dich aber vermutlich eh nicht hinziehen wird.

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Hallo,

zugegeben, ein wenig zu spät, aber wer die Feiertagsdokumentation des ZDF zu Allerheiligen verpasst hat, kann sie hier noch ein paar Tage lang ansehen: http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/3...7393571,00.html

 

Die Sendung mit dem Titel "Hoffung, Tod und Auferstehung" wird von Nina Ruge moderiert, gedreht wurde in Erfurt: Interview mit Bischof Wanke, Interview mit einem konfessionslosen Biologen im Erfurter Kolumbarium (Allerheiligenkirche), Interview mit Pfarrer Neudert zum monatlichen Totengedenken für Christen und Nichtchristen.

 

Als ich zuerst hörte, dass Nina Ruge die Sendung moderiert, dachte ich zuerst, wie passt das zusammen, Allerheiligen und Ruge? Aber mir wurde von anderer Stelle gesagt, dass Ruge sich sehr für christliche bzw. katholische Themen interessiert und selbst gläubig sei. Sie hat für ZDF beispielsweise auch schon zu Mariä Himmelfahrt einen Beitrag aus Lourdes gedreht und den Katholischen Medienpreis moderiert.

 

Viel Vergnügen mit dem Filmchen, dauert nur 15 min.

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