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Sind psychische Krankheiten heilbar?


Tammy_D

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Ich schreibe heute, weil ich einfach mal ein paar positive Erfahrungsberichte brauche. Ich habe mehrere Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die bereits mehrfach wegen psychischer Erkrankungen (zumeist Depressionen) in Behandlung waren - medikamentös, beim Psychotherapeuten, teilweise auch in der Klinik - und keine dieser Personen würde ich als geheilt bezeichnen. Alle hatten bereits mehrere Rückfälle.

Ich kenne keinen einzigen Fall, in dem jemand in der Psychiatrie war und danach tatsächlich geheilt nach Hause ging (ich definiere jetzt mal "geheilt" als bis zum Ende seines Lebens bzw. mindestens seit 5 Jahren rückfallfrei.)

 

Kann mir jemand ein Gegenbeispiel aus eigener Erfahrung nennen?

Meine eine Freundin, die in von den letzten 10 Jahren mindestens 5 in psychiatrischen Einrichtungen verbracht hat, wird es wohl nie mehr schaffen, ganz gesund zu werden, aber vielleicht kann mir ja wenigstens jemand Hoffnung für die anderen machen...

 

P.S. ("Katholischer Bereich" ist vielleicht nicht die richtige Rubrik für dieses Thema, aber "Fragen und Antworten" trifft es eigentlich ganz gut, deshalb habe ich es hier eingestellt. Bitte ggf. verschieben. Danke.)

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Leider muss ich deine Erfahrungen bestätigen. Ich habe noch nie wirklich langfristige Erfolge erlebt. Höchstens, dass man Psychische Störungen mit Medikamenten unterdrückt, mit allen dazu gehörenden Nebenwirkungen.

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Da ich einen solchen Fall in der Familie habe, bin ich täglich damit konfrontiert. Es gibt Medikamente. Depressionen können verschiedene Ursachen haben. U. a. fehlt ein Stoff im Gehirn. Dieser kann natürlich medikamenttös gegeben werden. Gott sei Dank schreitet die Hirnforschung gewaltig voran und viele Ursachen hat man heute erkannt und kann schon eine Menge tun. Grundsätzlich glaube ich aber, dass dieser Zweig der Medizin immer noch in den Kinderschuhen steckt.

Wichtig ist: Ein verständnisvolles Umfeld und Zuspruch. Auf psychologischem Weg lässt sich viel erreichen. Aber Vorsicht! Behalte einen inneren Abstand, damit dich die Problematik der Person nicht selber auffrisst.

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Vielleicht sollte nicht "Heilung" das Ziel sein, wie will man das auch definieren? Vielleicht kommt man mit dem Anliegen, trotz der Erkrankung ein gutes Leben führen zu können, weiter?

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Was nennst Du "Heilung"? Wenn jemand ein verkrüppeltes Bein hat, so kann er durch Geh-Hilfen sich wieder bewegen und vielleicht ein Leben ohne größere Einschränkungen führen, aber geheilt ist er dann noch lange nicht.

 

Ich finde, die Leute verstehen dieses Jesuswort "Steh auf, nimm dein Bett und gehe" nicht richtig. Für mich steht das Bett, was ich nehmen soll in der Akzeptanz der Krankheit und im Führen eines erfüllten Lebens auch mit der Einschränkung. Ich glaube, mehr ist auch damals mit dem Lahmen an dem Teich Bethsada, oder wie der hieß nicht geschehen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Vielleicht sollte nicht "Heilung" das Ziel sein, wie will man das auch definieren? Vielleicht kommt man mit dem Anliegen, trotz der Erkrankung ein gutes Leben führen zu können, weiter?

 

Hm. Ich denke, bei allen Krankheiten sollte Heilung das primäre Ziel sein. Natürlich gibt es unheilbare bzw. chronische Krankheiten, bei denen das nicht möglich ist, aber ich persönlich fände die Diagnose "Depression" nicht so erschreckend, wenn ich wüßte, daß Aussicht auf Heilung besteht, als wenn ich mir denken muß "Das war's jetzt. Damit schlägt sich Dein Mann/Freund/Kind jetzt für den Rest seines Lebens rum".

 

Natürlich kann man Heilung definieren. Tut man z. B. bei Krebs ja auch:

"Erleidet der Patient innerhalb von fünf Jahren keinen Rückfall, hat er in 99 Prozent aller Fälle auch keinen mehr zu erwarten. Andere Krebsarten gelten nach drei Jahren als "geheilt". Ist diese Frist vorbei, beginnt das "Leben nach dem Krebs"." Quelle

 

Die Frage ist eben jetzt, ob ich Depression als chronische Krankheit betrachten muß.

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Hm. Ich denke, bei allen Krankheiten sollte Heilung das primäre Ziel sein. Natürlich gibt es unheilbare bzw. chronische Krankheiten, bei denen das nicht möglich ist, aber ich persönlich fände die Diagnose "Depression" nicht so erschreckend, wenn ich wüßte, daß Aussicht auf Heilung besteht, als wenn ich mir denken muß "Das war's jetzt. Damit schlägt sich Dein Mann/Freund/Kind jetzt für den Rest seines Lebens rum".

 

Natürlich kann man Heilung definieren. Tut man z. B. bei Krebs ja auch:

"Erleidet der Patient innerhalb von fünf Jahren keinen Rückfall, hat er in 99 Prozent aller Fälle auch keinen mehr zu erwarten. Andere Krebsarten gelten nach drei Jahren als "geheilt". Ist diese Frist vorbei, beginnt das "Leben nach dem Krebs"." Quelle

 

Die Frage ist eben jetzt, ob ich Depression als chronische Krankheit betrachten muß.

Was ist denn der Rückfall in eine Depression? Einen Tag Weltuntergangsstimmung? 2 Tage? Suizidgedanken? Ab wann ist derjenige rückfällig? Für psychische Krankheiten kann man meines Erachtens eben nicht die gleichen Maßstäbe ansetzen wir für Krebs. Und wie kommst du auf die Idee "Das war's jetzt", weil jemand als depressiv diagnostiziert wurde?

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Was nennst Du "Heilung"? Wenn jemand ein verkrüppeltes Bein hat, so kann er durch Geh-Hilfen sich wieder bewegen und vielleicht ein Leben ohne größere Einschränkungen führen, aber geheilt ist er dann noch lange nicht.

 

 

Also wieder die Aussage: Depression ist eine chronische Krankheit/ein Dauerschaden, der nicht heilbar ist?

 

 

Merkwürdigerweise behauptet die Psychiatrie jedoch, daß Depressionen heilbar seien (dafür gebe ich jetzt keine Quellen an - man suche einfach nach "Depressionen heilbar" im Internet), was mir bei verkrüppelten Beinen noch nicht untergekommen ist. - Lügen uns die Psychiater also an? Wecken sie falsche Hoffnungen? Warum? Weil sich die Patienten sonst gleich umbringen würden?

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Was ist denn der Rückfall in eine Depression?

 

Beispielsweise die erneute Verschreibung von Antidepressiva oder die erneute Aufnahme in eine psychiatrische Klinik.

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Also wieder die Aussage: Depression ist eine chronische Krankheit/ein Dauerschaden, der nicht heilbar ist?

 

 

Merkwürdigerweise behauptet die Psychiatrie jedoch, daß Depressionen heilbar seien (dafür gebe ich jetzt keine Quellen an - man suche einfach nach "Depressionen heilbar" im Internet), was mir bei verkrüppelten Beinen noch nicht untergekommen ist. - Lügen uns die Psychiater also an? Wecken sie falsche Hoffnungen? Warum? Weil sich die Patienten sonst gleich umbringen würden?

Die Depression gibt es nicht! Das ist ungefähr so, als wolltest du einen Antwort auf die Frage: Ist Krebs heilbar? Psychische Krankheiten sind so vielschichtig wie "körperliche Krankheiten" auch. Deine Frage ist nicht pauschal beantwortbar. Und das ist auch gut so.

Für die Psychiatrie gilt das übrigens genauso...

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Was ist denn der Rückfall in eine Depression?

 

Beispielsweise die erneute Verschreibung von Antidepressiva oder die erneute Aufnahme in eine psychiatrische Klinik.

Das heißt, Menschen sind nur depressiv, wenn sie Antidrepressivs nehmen oder in der Klinik sind? Ich glaub, Schubladen sind das letzte, was psychisch kranke Menschen gebrauchen können.
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Was nennst Du "Heilung"? Wenn jemand ein verkrüppeltes Bein hat, so kann er durch Geh-Hilfen sich wieder bewegen und vielleicht ein Leben ohne größere Einschränkungen führen, aber geheilt ist er dann noch lange nicht.

 

 

Also wieder die Aussage: Depression ist eine chronische Krankheit/ein Dauerschaden, der nicht heilbar ist?

 

 

Merkwürdigerweise behauptet die Psychiatrie jedoch, daß Depressionen heilbar seien (dafür gebe ich jetzt keine Quellen an - man suche einfach nach "Depressionen heilbar" im Internet), was mir bei verkrüppelten Beinen noch nicht untergekommen ist. - Lügen uns die Psychiater also an? Wecken sie falsche Hoffnungen? Warum? Weil sich die Patienten sonst gleich umbringen würden?

Kommt drauf an. Depression ist nicht Depression. Wenn ein Alkoholiker in Depression verfällt ist das etwas anderes, als wenn jemand manisch depressiv ist. Der Alkoholiker braucht nur die Krankheitseinsicht und kann dann seine Depressionen überwinden. Ja, ich kenne Leute, die sich in ihrem trockenen Leben fragen, warum sie eigentlich depressiv waren. Geheilt vom Alkoholismus werden sie aber nie, weil der die eigentliche Krankheit ist und nicht die Depression. Sie können nur die Krankheit zum Stillstand bringen und versuchen, ein erfülltes Leben zu haben. Siehe das Jesuswort aus der Bibel.

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Hallo Tammy,

 

Kann mir jemand ein Gegenbeispiel aus eigener Erfahrung nennen?

 

Ja, viele :)

Es ist natürlich wirklich auch Interpretationssache was Du unter geheilt verstehst.

 

Meine eine Freundin, die in von den letzten 10 Jahren mindestens 5 in psychiatrischen Einrichtungen verbracht hat, wird es wohl nie mehr schaffen, ganz gesund zu werden, aber vielleicht kann mir ja wenigstens jemand Hoffnung für die anderen machen...

 

Das gibt es leider, wie auch bei physischen Erkrankungen dass eine Chronifizierung eintritt und nur noch eine Linderung der Symptome erzielt werden kann.

 

Es gibt eine Menge verschiedener psychischer Erkrankungen und da eine Pauschalaussage zu treffen ist schwierig.

 

Aber ich glaube Dein Hauptanliegen ist: Gibt es überhaupt eine Aussicht auf Besserung? Geht die Krankheit jemals wieder weg?

Es kommt auf die Art der Erkrankung an. Aber bei vielen psychischen Erkrankungen ist die Prognose gut und selbst bei Rückfällen kann man dann gut therapieren, will heißen viele Patienten leben MIT der Erkrankung überwiegend gut :)

 

Nur Mut, B)

 

LG

JohannaP

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Ich schreibe heute, weil ich einfach mal ein paar positive Erfahrungsberichte brauche. Ich habe mehrere Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die bereits mehrfach wegen psychischer Erkrankungen (zumeist Depressionen) in Behandlung waren - medikamentös, beim Psychotherapeuten, teilweise auch in der Klinik - und keine dieser Personen würde ich als geheilt bezeichnen. Alle hatten bereits mehrere Rückfälle.

Ich kenne keinen einzigen Fall, in dem jemand in der Psychiatrie war und danach tatsächlich geheilt nach Hause ging (ich definiere jetzt mal "geheilt" als bis zum Ende seines Lebens bzw. mindestens seit 5 Jahren rückfallfrei.)

 

Kann mir jemand ein Gegenbeispiel aus eigener Erfahrung nennen?

Meine eine Freundin, die in von den letzten 10 Jahren mindestens 5 in psychiatrischen Einrichtungen verbracht hat, wird es wohl nie mehr schaffen, ganz gesund zu werden, aber vielleicht kann mir ja wenigstens jemand Hoffnung für die anderen machen...

 

P.S. ("Katholischer Bereich" ist vielleicht nicht die richtige Rubrik für dieses Thema, aber "Fragen und Antworten" trifft es eigentlich ganz gut, deshalb habe ich es hier eingestellt. Bitte ggf. verschieben. Danke.)

Liebe Tammy,

prinzipiell sind manche seelischen Störungen 'heilbar', allerdings ist die Prognose um so besser, je früher die Erkrankung erkannt wird. Konkret heißt das, dass die meisten psychischen Erkrankungen schon so lange bestehen, bevor sie erkannt werden, dass sie so manifest sind, dass kaum noch Heilungschancen im Sinne einer vollständigen Beseitigung bestehen. Manche seelischen Störungen sind aber auch organisch oder durch Außenumstände bewirkt, hier ist die Prognose ganz schlecht. Bipolare Störungen ('manisch-depressiv') gehören z.B. in diesen Bereich. Dazu kommt noch, dass es keine Grenze zwischen 'individuelle Eigenschaft' und 'Symptom einer Störung' gibt, das ist eine riesige Grauzone, so dass Menschen mit seelischen Störungen nicht ganz zu Unrecht befürchten, eine 'Heilung' nähme ihnen einen Teil ihrer Persönlichkeit. "Einen Autisten zu heilen, ist praktisch Mord", las ich einst in einem Asperger-Forum. Dies alles ist natürlich Heilung in einem technischen Sinn, d.h. Heilung wird als (Wieder-)Herstellen eines genormten Geistes- und Körperzustands definiert.

Etwas anders stellt sich die Sache jedoch dar, wenn 'Heilung' aus religiöser, insbesondere christlich-katholischer Sicht definiert wird. Menschen leben immer in einem Geflecht von Beziehungen zu anderen Menschen, die Zeiten, in denen ein Ausschluss aus der Gemeinschaft einem Todesurteil gleichkam, sind noch nicht allzulange her. Einzel- bzw. Isolationshaft wird auch heute noch als verschärfte Strafe verstanden und als Druckmittel eingesetzt. 'Heil' in christlichem Sinn besteht also in erster Linie aus einem heilen Beziehungsgeflecht. Seelische Störungen werden nun in der Regel dadurch diagnostiziert, indem der Diagnostiker feststellt, dass die Reaktionen des Probanden in bestimmten Kontexten sozial unangemessen sind. Bei seelisch Erkrankten ist also häufig die Fähigkeit eingeschränkt in ihrem sozialen Bindungsgeflecht mitzuwirken, oder, aus Sicht des Erkrankten, ist die Mitwelt unfähig, die Besonderheiten der eigenen Beziehungsbildung zu berücksichtigen oder sich darauf überhaupt einzulassen. Es ist müßig, von einem seelisch Erkrankten zu fordern, 'normale' Beziehungen aufbauen zu können, ja teilweise so unsinnig, wie von einem Armlosen zu fordern, sich gefälligst selbst die Schuhe zu binden. Was du aber tun kannst, wenn du es willst, ist dich auf die Beziehungsmöglichkeiten von seelisch Kranken einzulassen, eine zugebenermaßen nicht ganz einfache Sache, denn du musst in der Lage sein

  • dich klar abgrenzen zu können
  • auch abwegigste Gedanken vorübergehend für wahr zu halten
  • auf unangemessenes Verhalten angemessen zu reagieren
  • eine andere Person als etwas Eigenes und nicht als Spiegelbild deines Ego zu sehen
  • dir ein Grundwissen zu den jeweiligen Erkankungen anzueignen

Eine gute Portion Humor, ein gesunder Optimismus und eine Engelsgeduld sind auch kein Schade.

Falls du in einer größeren Stadt wohnst, ist die Chance groß, dass es Selbsthilfegruppen mit Betroffenen, Fachleuten und Angehörigen gibt. Es lohnt sich auch, in den Internetforen zu den jeweiligen seelischen Erkrankungen zu stöbern und sich auch anzumelden. Neben Medikamenten gibt es auch bestimmte Strategien und Techniken auch für Angehörige, mit bestimmten Symptomen der jeweiligen Erkrankungen umzugehen, so ist es für Depressive oft hilfreich, sie in Wut zu versetzen, denn Aggression ist gegenüber gar keinem Gefühl schon eine deutliche Verbesserung. So gesehen, scheinen natürlich Beziehungen zu seelisch Erkrankten deutlich anstrengender zu sein, aber im Wesentlichen sind sie anders, mitunter jedoch auch unerträglich anders.

'Heilen' kannst du deine Freunde, indem du ihnen hilfst, einen tragfähigen Kontext zu entwickeln, in dem die Besonderheiten deiner Freunde einen angemessenen Platz haben und einen angemessenen Umgang erhalten. Deine Freunde haben nicht nur eine seelische Erkrankung, zum Teil sind sie auch diese seelische Erkrankung. Das zu akzeptieren macht sie vielleicht nicht gesund, aber heil.

 

Viel Erfolg!

AndreasB

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Was nennst Du "Heilung"? Wenn jemand ein verkrüppeltes Bein hat, so kann er durch Geh-Hilfen sich wieder bewegen und vielleicht ein Leben ohne größere Einschränkungen führen, aber geheilt ist er dann noch lange nicht.

 

 

Also wieder die Aussage: Depression ist eine chronische Krankheit/ein Dauerschaden, der nicht heilbar ist?

 

 

Merkwürdigerweise behauptet die Psychiatrie jedoch, daß Depressionen heilbar seien (dafür gebe ich jetzt keine Quellen an - man suche einfach nach "Depressionen heilbar" im Internet), was mir bei verkrüppelten Beinen noch nicht untergekommen ist. - Lügen uns die Psychiater also an? Wecken sie falsche Hoffnungen? Warum? Weil sich die Patienten sonst gleich umbringen würden?

 

Grundsätzlich ist schon sehr viel machbar. Aber es gibt auch Fälle - wie meine Tochter und eine Bekannte von mir - die sind nicht heilbar, aber therapierbar. Sie werden also ihr Leben lang mit der Thematik konfrontiert werden, aber sie haben auch die Chance auf ein relativ normales Leben. Kritisch wird es bei persönlichen und beruflichen Rückschlägen. Diese Traumata müssen vom Körper verarbeitet werden und bei psychisch instabielen Menschen ist das oft ohne Hilfe nicht möglich.

 

Wie ich schon erwähnte wird sich sicherlich in den kommenden Jahren noch einiges tun. Ich persönlich halte von den meisten Psychologen nichts. Meine Erfahrung mit diesen Ärzten sind niederschmetternd und daher mein Vertrauen gleich null. Meine Tochter ist z. B. 3 Jahre lang mit den falschen Medikamenten vollgestopft worden.

Ein nicht unwestenlicher Faktor dabei ist die Art der Krankenversicherung, die man hat. Ist der Patient nur normal krankenversichert, dann wird er nie die Aufmerksamkeit bekommen, die ein Privatpatient bekommt. Es ist wie meistens im Leben: Je mehr Geld, desto bessere Leistung und desto bessere Chancen einer Genesung. Das ist Deutschland.

Edited by utah-r
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hallo miteinander, B)

 

da möchte ich mal auch was dazu sagen,

es gibt organische ursachen einer depression,so sollte sie medizinisch betreut u.behandelt werden,

doch

die meisten seelischen erkrankungen sind selbst o.vom umfeld gemacht..

ich spreche von eigener erfahrung

 

als ich lernte mit den 12 schritten(u.das muß man bei jedem schicksal wiederholen) umzugehn,ging mir es in vielen besser

 

dieses 12 schritteprogramm sind von den a-aalern

da gibt es verschiedene gruppen

auch angehörigengruppen von alkoholiker..

 

also meine erfahrung war u.ist immer wieder

ich muß

anfangen etwas zu tun u.nicht zu warten,daß andere etwas für mich tun

 

ich muß gott zu trauen,daß er viele lebensdinge für mich regelt

das heißt ich verlasse mich total auf IHN

(das ist nicht immer einfach u.oft ein kampf)

 

ich lerne

daß ich nicht alleine mit meinen seelischen verstimmungen,depressionen u.schicksal bin !!!

in dem,daß ich in eine gruppe gehe oder eine therapie mache..ambulant oder in der klinik

u.daß ich mich nicht nur in selbstmitleid bade..

nur so komme ich heraus aus meinem seelischen tief...

jeder hat so seine schwierigkeiten,dem einen sieht man es an,dem anderen nicht

aber in der gruppe o.sonst wo...bin ich nicht alleine...also geteiltes leid ist halbes leid...

u.ich sollte lernen mich selbst zu mögen,denn auch im gebot steht "du sollst deinen nächsten liebenwie dich selbst

ich darf mich lieben u.ich darf lernen ich werde geliebt von gott u.den menschen...

letztendlich darf ich wirklich glauben,daß ich geheilt werde[/b]

auch darf ich die krankensalbung auch bei seelischer erkrankung empfangen u.es gibt auch viele kath.therapeuten...wer will kann mich fragen

 

dann kann ich auch bei einem "rückfall" immer wieder neu anfangen u.die lässt mich ein mensch sein!!!

 

ich hoffe,daß ich ein paar geholfen habe

ihr dürft auch mir schreiben

 

u.habt keine angst jeder darf mal krank sein

 

seid gesegnet

 

mimare

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Bei Depressionen gibt es wirklich äußerst wirksame Medikamente, die viele Menschen dauerhaft nehmen und damit ein normales Leben führen können. Das finde ich schon sehr viel.

 

Laura

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Vielleicht sollte nicht "Heilung" das Ziel sein, wie will man das auch definieren? Vielleicht kommt man mit dem Anliegen, trotz der Erkrankung ein gutes Leben führen zu können, weiter?
genau. Du hast es auf den Punkt gebracht.

 

"mit meinem 'handicap' leben" - das isses.

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Vielleicht sollte nicht "Heilung" das Ziel sein, wie will man das auch definieren? Vielleicht kommt man mit dem Anliegen, trotz der Erkrankung ein gutes Leben führen zu können, weiter?
genau. Du hast es auf den Punkt gebracht.

 

"mit meinem 'handicap' leben" - das isses.

 

Und das ist bei vielen nicht-psychischen Erkrankungen doch genauso. Grüße, KAM

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es gibt nicht "die" depression. endogene depressionen wird man wohl ein lebelang mit medikamenten "gestalten" müssen. andere formen der depressionen kommen, etwas ungenau, aus unbewältigten lebenssituationen(konflikt zwischen empfundener äußerer leistungserwartung und empfundener mangelnder leistungsfähigkeit). diese formen sind grundsätzlich heilbar durch kombination aus psychotherapie und medikamenten. bei verbesserung des zustandes wird die behandlung durch den patienten häufig zu früh abgebrochen. das provoziert einen rückfall.

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Vielleicht sollte nicht "Heilung" das Ziel sein, wie will man das auch definieren? Vielleicht kommt man mit dem Anliegen, trotz der Erkrankung ein gutes Leben führen zu können, weiter?

 

ohne behandlung kann depression tödlich sein. mit behandlung empfinde ich mich allerdings als anderer mensch, vielleicht immer noch gehandicapt. dazu gehört mut und annahme auch der behandlung als langandauernde krücke.

 

da depression auch eine ihrer quellen in der persönlichkeitsstruktur und der umgebung hat, gibt es kein "abschalten" durch behandlung.

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Bei Depressionen gibt es wirklich äußerst wirksame Medikamente, die viele Menschen dauerhaft nehmen und damit ein normales Leben führen können. Das finde ich schon sehr viel.

 

Laura

da du dich weder als depressiver noch als behandelter "normal" fühlst, bleibt es ein lebensproblem.

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Bei Depressionen gibt es wirklich äußerst wirksame Medikamente, die viele Menschen dauerhaft nehmen und damit ein normales Leben führen können. Das finde ich schon sehr viel.

 

Laura

da du dich weder als depressiver noch als behandelter "normal" fühlst, bleibt es ein lebensproblem.

Man könnte es auch Herausforderung nennen.
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Bei Depressionen gibt es wirklich äußerst wirksame Medikamente, die viele Menschen dauerhaft nehmen und damit ein normales Leben führen können. Das finde ich schon sehr viel.

 

Laura

da du dich weder als depressiver noch als behandelter "normal" fühlst, bleibt es ein lebensproblem.

Man könnte es auch Herausforderung nennen.

ja, allerdings ist mit behandelter, auch dauerbehandelter depression ein konstruktiverer umgang möglich, für den kranken und auch für seine angehörigen. eine unbehandelte endet oft physisch tödlich bzw. tödlich in den beziehungen.

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ja, allerdings ist mit behandelter, auch dauerbehandelter depression ein konstruktiverer umgang möglich, für den kranken und auch für seine angehörigen. eine unbehandelte endet oft physisch tödlich bzw. tödlich in den beziehungen.
Wie andere Krankheiten auch.
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