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Gebetsapostolat


OneAndOnlySon

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OneAndOnlySon

Vor einigen Wochen war sonntags in "meiner" Stockholmer Gemeinde der internationale Sekretär des Gebetsapostolats als Prediger zu Gast. Seine Predigt war ein Werbevortrag über diese Gruppierung, ohne jeden Bezug zu den Lesungstexten des Tages. Er hat von Millionen Teilnehmern weltweit gesprochen und gegen Ende der Messe noch per Handzeichen abgefragt, wer dieser Bewegung schon angehöre. Das fand ich schon ziemlich strange. Die Gemeinde wird seelsorglich von Jesuiten betreut und mittlerweile habe ich auch herausgefunden, dass das Gebetsapostolat eine Initiative des Ordens ist.

 

An der Predigt hat mich dann noch ein Detail ziemlich gestört: Der Priester hat sehr ausführlich dazu geraten, jeden Abend im Gebet Gott dafür zu danken was man selbst gutes getan hat und sich bei Gott dafür zu entschuldigen, was schlecht gelaufen ist. Der Knackpunkt dabei ist ja, dass man selbst eigentlich nur für die Sünden verantwortlich ist und die Gründe für die eigenen positiven Seiten allein bei Gott suchen soll. Das damit vermittelte Menschenbild ist eigentlich nur negativ, denn das Schlechte käme vom Menschen, das Gute aber nicht.

Von einem Opus-Dei-Priester, der irgendeinem Modernismus doch sehr unverdächtig ist, habe ich aber schon als Jugendlicher gelernt, dass wir uns in einer Tagesreflektion auch ruhig bei Gott beschweren sollen, wenn etwas ohne unser Verschulden schlecht gelaufen ist und dass wir vor Gott auch das Stolz präsentieren können, was wir gut gemacht haben. Diese Grundhaltung drücken ja auch schon die Psalmen und Gebete Jesu aus. In den Ausführungen des Sekretärs wurde das aber ausgeschlossen.

 

Kennt ihr das Gebetsapostolat? Mit kam die ganze Veranstaltung/Messe sehr komisch vor und ich habe mich doch sehr an die hiesigen Berichte über das Neokatechumenat erinnert gefühlt.

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gouvernante

Ich halte das Gebetsapostolat zwar für etwas verstaubt, aber "ungefährlich". Was Du erlebt hast, scheint mir eher massive Ungeschicklichkeit seitens des Predigers (war wohl Alois Van Doren) zu sein.

 

Mehr Infos: hier, hier (Charta), hier (Liste de Verantwortlichen in Europa)

 

Zu dem "Detail", daß Dich gestört hat: ich vermute, der Prediger wollte das "Gebet der liebenden Aufmerksamkeit" (die ignatianische Form des Tagesrückblicks) erklären, und das ist ihm wohl mißlungen...

Edited by gouvernante
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An der Predigt hat mich dann noch ein Detail ziemlich gestört: Der Priester hat sehr ausführlich dazu geraten, jeden Abend im Gebet Gott dafür zu danken was man selbst gutes getan hat und sich bei Gott dafür zu entschuldigen, was schlecht gelaufen ist. Der Knackpunkt dabei ist ja, dass man selbst eigentlich nur für die Sünden verantwortlich ist und die Gründe für die eigenen positiven Seiten allein bei Gott suchen soll. Das damit vermittelte Menschenbild ist eigentlich nur negativ, denn das Schlechte käme vom Menschen, das Gute aber nicht.
Traditionelles Katholisches Lehrgut...
2008 Der Mensch hat nur deshalb im christlichen Leben bei Gott ein Verdienst, weil Gott in Freiheit verfügt hat, den Menschen mit seiner Gnade mitwirken zu lassen. Ausgangspunkt für dieses Mitwirken ist immer das väterliche Handeln Gottes, das den Anstoß für das freie Handeln des Menschen gibt, so daß die Verdienste für gute Werke in erster Linie der Gnade Gottes und erst dann dem Glaubenden zuzuschreiben sind. Das Verdienst des Menschen kommt im Grunde Gott zu, denn seine guten Taten gehen in Christus aus den zuvorkommenden und helfenden Gnaden des Heiligen Geistes hervor.
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wolfgang E.

An der Predigt hat mich dann noch ein Detail ziemlich gestört: Der Priester hat sehr ausführlich dazu geraten, jeden Abend im Gebet Gott dafür zu danken was man selbst gutes getan hat und sich bei Gott dafür zu entschuldigen, was schlecht gelaufen ist. Der Knackpunkt dabei ist ja, dass man selbst eigentlich nur für die Sünden verantwortlich ist und die Gründe für die eigenen positiven Seiten allein bei Gott suchen soll. Das damit vermittelte Menschenbild ist eigentlich nur negativ, denn das Schlechte käme vom Menschen, das Gute aber nicht.

Traditionelles Katholisches Lehrgut...
2008 Der Mensch hat nur deshalb im christlichen Leben bei Gott ein Verdienst, weil Gott in Freiheit verfügt hat, den Menschen mit seiner Gnade mitwirken zu lassen. Ausgangspunkt für dieses Mitwirken ist immer das väterliche Handeln Gottes, das den Anstoß für das freie Handeln des Menschen gibt, so daß die Verdienste für gute Werke in erster Linie der Gnade Gottes und erst dann dem Glaubenden zuzuschreiben sind. Das Verdienst des Menschen kommt im Grunde Gott zu, denn seine guten Taten gehen in Christus aus den zuvorkommenden und helfenden Gnaden des Heiligen Geistes hervor.

 

Wobei man immer mehr und genauer zwischen Lehrgut der Amtskirche und Glaubensgut der Menschen unterscheiden muß........

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OneAndOnlySon
Traditionelles Katholisches Lehrgut...
2008 Der Mensch hat nur deshalb im christlichen Leben bei Gott ein Verdienst, weil Gott in Freiheit verfügt hat, den Menschen mit seiner Gnade mitwirken zu lassen. Ausgangspunkt für dieses Mitwirken ist immer das väterliche Handeln Gottes, das den Anstoß für das freie Handeln des Menschen gibt, so daß die Verdienste für gute Werke in erster Linie der Gnade Gottes und erst dann dem Glaubenden zuzuschreiben sind. Das Verdienst des Menschen kommt im Grunde Gott zu, denn seine guten Taten gehen in Christus aus den zuvorkommenden und helfenden Gnaden des Heiligen Geistes hervor.
Ich halte das aber, bei allem Respekt vor dem KKK, für ziemlichen Blödsinn. Wenn der Mensch in erster Linie nicht selbst für die guten Taten verantwortlich wäre, dann auch nicht für die schlechten. Damit gäbe es dann auch keine echte persönliche Schuld und das bestreite ich ganz einfach.
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Du kannst das ja gerne für Blödsinn halten.

 

Ich lese den Absatz so (er steht im Zusammenhang mit der Rechtfertigung), daß die Wahl des Menschen zwischen Gut und Böse letztendlich die Wahl ist sich selbst Gott zu öffnen und Gott durch sich wirken zu lassen oder sich Gott zu verschließen und aus eigenen Motiven zu handeln.

 

Da nun Gott per Definitionem die Liebe und der Quell alles Guten ist, ist logisch, daß das von uns getane Gute schlussendlich das Werk Gottes ist, der uns mit Liebe füllt. Für Taten, die ohne Liebe sprich ohne Gott erledigt werden, kann Gott auch nicht verantwortlich gemacht werden.

 

Wir haben ja gerade erst Pfingsten gefeiert und bei uns wurden in den Liedern mehrfach die 7 Gaben des Heiligen Geistes besungen. Ungeachtet dessen, daß vmtl. kaum ein Messbesucher wusste, was sich genau dahinter verbirgt sind Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht genau die Werkzeuge, die uns lehren, wann eine Tat gut ist und wann böse.

 

Die Leistung des Menschen besteht also nur aus Anwendung und Ausführung und ist die Konsequenz aus dem Glauben und der Öffnung für Gott - der Ursprung ist aber Gott selbst.

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