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"Kopfgeld" für Taufe?


Julius

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2. bekommt die Kirche für jedes neue Mitglied ein "Kopfgeld" vom Staat bezahlt,

 

Wie bitte? In welcher Höhe denn?

 

 

Dieser thread wurde nicht von Julius eröffnet, sondern enstand durch splitten - gouvernante als mod

Edited by gouvernante
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2. bekommt die Kirche für jedes neue Mitglied ein "Kopfgeld" vom Staat bezahlt,

 

Wie bitte? In welcher Höhe denn?

 

Auf den Einzelnen gerechnet, nicht viel, aber die Masse machts ... die Zuwendungen sind AFAIK Länderabhängig, in Bayern, z.B. bekommen die Kirchen pro Kopf 10,22 € jährlich aus dem Landeshaushalt, rechnet man die Zuwendungen vom Bund noch hinzu sind es rund 25 € pro Jahr und Nase (Bei knapp 25 Mio Katholen sind das im Jahr 625 Mio €, was aber bei den Gesamtzuwendungen von 14-18 Mrd im Jahr eigentlich nichts ist.)

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... die Zuwendungen sind AFAIK Länderabhängig, in Bayern, z.B. bekommen die Kirchen pro Kopf 10,22 € jährlich aus dem Landeshaushalt, rechnet man die Zuwendungen vom Bund noch hinzu sind es rund 25 € pro Jahr und Nase (Bei knapp 25 Mio Katholen sind das im Jahr 625 Mio €, was aber bei den Gesamtzuwendungen von 14-18 Mrd im Jahr eigentlich nichts ist.)

 

Wofür? Und wo finde ich das im Landeshaushalt? Welche Zuwendungen vom Bund?

Edited by Julius
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... die Zuwendungen sind AFAIK Länderabhängig, in Bayern, z.B. bekommen die Kirchen pro Kopf 10,22 € jährlich aus dem Landeshaushalt, rechnet man die Zuwendungen vom Bund noch hinzu sind es rund 25 € pro Jahr und Nase (Bei knapp 25 Mio Katholen sind das im Jahr 625 Mio €, was aber bei den Gesamtzuwendungen von 14-18 Mrd im Jahr eigentlich nichts ist.)

 

Wofür? Und wo finde ich das im Landeshaushalt?

 

Für ihre Existenz ... die jüdische Gemeinde, z.B. bekommt pro Kopf über 200 € ...

Wie genau das geregelt ist, müßt ich mich erkundigen, ich weiß das auch nur, weil wir selbst nach der gleichen Regelung Gelder beziehen, müsste also irgendwo im Körperschaftsrecht geregelt sein ...

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GermanHeretic
Was die Gelder angeht: Dem Staat kommt es unterm Strich billiger, wenn es Katholiken gibt, die Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen finanzieren und er sich daran nur beteiligt. Ansonsten müsste er dies nämlich zu 100% machen.
Er macht es doch auch so zu fast 100%, betragen die staatlichen Zuwendungen zu allen diesen Einrichtungen doch so um die 96%. Diese Institutionen sind da ein schlechtes Beispiel, nimm lieber Menschen, die sich ehrenamtlich oder für 'nen Appel und Ei engagieren, da finden sich auch genügend Katholiken. Mönche & Nonnen z.B.
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Als Kleinkinder können sie sich noch nicht dagegen wehren.

 

Bei dieser Bemerkung kommen mir immer die Tränen. So einem armen späteren Atheisten wird gesagt, dass Gott, an den er sowieso nicht glaubt, ihn schon geliebt und als sein Kind angenommen hat, als er (der spätere A&A) nichts von ihm wusste. Tststs!

 

Und hinterher wird ihm noch zugemutet, dass die Taufe weiterhin Bedeutung habe, weil Gott, den es für ihn ja nicht gibt, ihn weiterhin liebe. So ein armer Teufel aber auch, der arme Atheist!

Und ich Dummerchen dachte schon, diese Zeremonie würde den Säugling dazu verpflichten, als Erwachsener Dein Gehalt zu zahlen.* Aber nein, natürlich wollt Ihr nur sein Bestes.

 

 

 

* Wenn der spätere Erwachsene das nicht möchte, kann er sich selbstverständlich für eine "Bearbeitungsgebühr" von nur bis zu 60€ von dieser Pflicht befreien.

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Da hast Du allerdings recht. Die 60 Euro würde ich meinen Eltern abknöpfen. Schließlich haben sie mir den Salat eingebrockt.

 

Das Kirchensteuerproblem hängt aber nicht an der Taufe, sondern an unserem speziellen Kirche-Staat-Verhältnis. Dies kann man durchaus kritisieren. Ansonsten kann es einem A&A doch wirklich an allen Körperteilen vorbei gehen, ob er nun getauft wurde, oder nicht.

 

Und dass seine Eltern für ihn das wollten, was sie für das Bestmögliche hielten, ist sogar ein Positivum - selbst dann, wenn der Täufling später der Meinung ist, dass das zwar gut gemeint, aber nicht in seinem Sinne gut gemacht wäre.

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GermanHeretic
Ansonsten kann es einem A&A doch wirklich an allen Körperteilen vorbei gehen, ob er nun getauft wurde, oder nicht.
So einfach ist das nicht. Natürlich hat der Akt der Taufe keinerlei magische Wirkung, die einen Nicht-Christen verstören sollte. Sie hinterläßt ja nicht wirklich für immer ein Kainsmal auf der Seele, auch wenn manche sowas glauben.

Das Problem ist aber, daß "getauft sein" eine Eigenschaft ist, die man zwar persönlich für sich in die Tonne kloppen kann, gesellschaftlich aber nicht unbedingt los wird. Auch nicht mit dem Wisch vom Amtsgericht, wie auch hier viele nicht müde werden zu betonen.

Das Prädikat "getauft sein" heftet einem ewig an, und das kann einen auf die Palme bringen. Ein Schalke-Fan, den seine Eltern bei der Geburt im Vereinsregister von Borussia Dortmund eingeschrieben haben, hört es auch nicht gerne, wenn die Leute sagen, er wäre unauslöschlich ein Borusse, schließlich lasse sich der Beitritt nicht ungeschehen machen. (Also nicht der Eintritt in den Verein, sondern der Eintritt in die Gemeinschaft der Schwatt-Gelben.)

Ich für meinen Teil fände es besser, diesen Schandfleck nicht in meinem Lebenslauf zu haben, auch wenn ich ihn mir so wenig aussuchen konnte wie meine Grundschule.

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Da sind wir dann doch wieder an dem Punkt angelangt, der mich zu Tränen rührt.

Du Armer, von Deinen Eltern Geschändeter!

Da haben doch diese Rabeneltern Dich glatt auf einen Weg gestellt, den Du später nicht gutgehießen hast. Und alle spotten Deiner perversen Kindheitsschande. Irreversibel!

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Da hast Du allerdings recht. Die 60 Euro würde ich meinen Eltern abknöpfen. Schließlich haben sie mir den Salat eingebrockt.

 

Das Kirchensteuerproblem hängt aber nicht an der Taufe, sondern an unserem speziellen Kirche-Staat-Verhältnis. Dies kann man durchaus kritisieren. Ansonsten kann es einem A&A doch wirklich an allen Körperteilen vorbei gehen, ob er nun getauft wurde, oder nicht.

 

Und dass seine Eltern für ihn das wollten, was sie für das Bestmögliche hielten, ist sogar ein Positivum - selbst dann, wenn der Täufling später der Meinung ist, dass das zwar gut gemeint, aber nicht in seinem Sinne gut gemacht wäre.

 

Ach, ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Kindstaufe für sich genommen ein wirkungsloses Ritual ist, kann ich sie durchaus als Teil einer Strategie sehen, die zum Ziel hat, eine mündige Entscheidung des Menschen über seine Weltanschauung zu erschweren.

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Die 60 Euro würde ich meinen Eltern abknöpfen. Schließlich haben sie mir den Salat eingebrockt.
Wobei (um noch mal auf das Eingangsposting zurückzukommen) in dem zur Debatte stehenden Fall nicht die Eltern gehandelt, sondern es sieht so aus, als ob das befreundete Ehepaar außer ihrem eigenen noch ein fremdes Kind mit in die Taufe gebracht hätten.

 

Was sagen die denn dazu? (Zumal es doch eigentlich Bilder von deren Taufe geben müsste - da könnte es doch Hinweise geben...)

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GermanHeretic
Da sind wir dann doch wieder an dem Punkt angelangt, der mich zu Tränen rührt.

Du Armer, von Deinen Eltern Geschändeter!

Da haben doch diese Rabeneltern Dich glatt auf einen Weg gestellt, den Du später nicht gutgehießen hast. Und alle spotten Deiner perversen Kindheitsschande. Irreversibel!

Du hast mich offenbar nicht ganz verstanden. Meinen Eltern mache ich gar keinen Vorwurf, die wußten es halt nicht besser, weil unsere ganze Gesellschaft durch und durch krank ist. Mich regen vielmehr die Leute auf, die steif und fest darauf beharren, daß man bei einem Ritual irgendwie verzaubert worden sei, und diesen Zustand könne man nicht ablegen.

Was man als harmlose Spinnerei abtun könnte, hätten diese Leute nicht unglaublich viel Macht in den Händen.

Dazu kommt noch, ich wurde gar nicht getauft, weil meine Eltern so fromm sind bzw. waren, sondern weil man das eben so macht, für den braven Spießbürger gehört das nunmal dazu, so als würde Ungetauften irgendetwas wichtiges fehlen, was einem die Kirchenfunktionäre zwecks Erhaltung ihres Macht- und Einkommensapparates ja auch gerne einreden. Man wird in den Moloch geworfen, um kein gesellschaftlicher Außenseiter zu werden. Bah.

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Wobei (um noch mal auf das Eingangsposting zurückzukommen) in dem zur Debatte stehenden Fall nicht die Eltern gehandelt, sondern es sieht so aus, als ob das befreundete Ehepaar außer ihrem eigenen noch ein fremdes Kind mit in die Taufe gebracht hätten.

Was sagen die denn dazu? (Zumal es doch eigentlich Bilder von deren Taufe geben müsste - da könnte es doch Hinweise geben...)

 

Wie kommst Du darauf????

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Du hast mich offenbar nicht ganz verstanden. Meinen Eltern mache ich gar keinen Vorwurf, die wußten es halt nicht besser, weil unsere ganze Gesellschaft durch und durch krank ist. Mich regen vielmehr die Leute auf, die steif und fest darauf beharren, daß man bei einem Ritual irgendwie verzaubert worden sei, und diesen Zustand könne man nicht ablegen.

Was man als harmlose Spinnerei abtun könnte, hätten diese Leute nicht unglaublich viel Macht in den Händen.

Dazu kommt noch, ich wurde gar nicht getauft, weil meine Eltern so fromm sind bzw. waren, sondern weil man das eben so macht, für den braven Spießbürger gehört das nunmal dazu, so als würde Ungetauften irgendetwas wichtiges fehlen, was einem die Kirchenfunktionäre zwecks Erhaltung ihres Macht- und Einkommensapparates ja auch gerne einreden. Man wird in den Moloch geworfen, um kein gesellschaftlicher Außenseiter zu werden. Bah.

Mich stört nicht, dass meine Eltern mich taufen ließen, als ich 8 Wochen jung war. Mich stört aber, dass die katholische Kirche auf der einen Seite behauptet, dass man aufgrund der Taufe unauslöschlich Mitglied der katholischen Kirche ist, ob man will oder nicht, auf der anderen Seite aber denjenigen, die aus der Kirche austreten, die Sakramente verweigert. Dadurch werden die Sakramente zu ordinären Dienstleistungen degradiert. Zu Luthers Zeiten gab es den Ablass, heute heißt das Kirchensteuer. Wer eine Beichte ablegen will, muss auch heute dafür zahlen. Und das nicht nur einmal sondern im Abonnement.

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Du hast mich offenbar nicht ganz verstanden. Meinen Eltern mache ich gar keinen Vorwurf, die wußten es halt nicht besser, weil unsere ganze Gesellschaft durch und durch krank ist. Mich regen vielmehr die Leute auf, die steif und fest darauf beharren, daß man bei einem Ritual irgendwie verzaubert worden sei, und diesen Zustand könne man nicht ablegen.

Was man als harmlose Spinnerei abtun könnte, hätten diese Leute nicht unglaublich viel Macht in den Händen.

Dazu kommt noch, ich wurde gar nicht getauft, weil meine Eltern so fromm sind bzw. waren, sondern weil man das eben so macht, für den braven Spießbürger gehört das nunmal dazu, so als würde Ungetauften irgendetwas wichtiges fehlen, was einem die Kirchenfunktionäre zwecks Erhaltung ihres Macht- und Einkommensapparates ja auch gerne einreden. Man wird in den Moloch geworfen, um kein gesellschaftlicher Außenseiter zu werden. Bah.

Na, wenn das so ist, dann stehe ich sowieso auf Deiner Seite. Bei magischen Zaubervorstellungen werde ich ja auch ärgerlich, und gegen den spießbürgerlichen Sakramentenempfang ziehe ich in meiner Gemeinde sowieso schon zu Felde. Bei einem Firmelternabend hab ich mir mal richtiggehende Prügel selbst in den Weg geworfen, weil ich da eine flammende Rede gehalten habe.

 

Aber letztlich ist das doch immer so. Und wenn Dich jemand für verzaubert hält, dann gestehe ihm das doch zu. Und wenn er aus der Verzauberung moralische Konsequenzen ableiten will, dann hätte er sich ohne diese Verzauberung einen anderen Vorwand gesucht. Ob Du das nun anhand der Taufe oder anhand anderer Vorwände durchdiskutierst, ist doch eigentlich völlig egal.

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Ach, ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Kindstaufe für sich genommen ein wirkungsloses Ritual ist, kann ich sie durchaus als Teil einer Strategie sehen, die zum Ziel hat, eine mündige Entscheidung des Menschen über seine Weltanschauung zu erschweren.

Die Taufe nimmt keine Mündigkeit. Wenn schon, dann tut dies die Erziehung. Die Taufe legt nur den Startpunkt fest, sozusagen die Verortung der Perspektive, von der aus man loslegt, um Mündigkeit zu erlangen.

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GermanHeretic
Aber letztlich ist das doch immer so. Und wenn Dich jemand für verzaubert hält, dann gestehe ihm das doch zu. Und wenn er aus der Verzauberung moralische Konsequenzen ableiten will, dann hätte er sich ohne diese Verzauberung einen anderen Vorwand gesucht. Ob Du das nun anhand der Taufe oder anhand anderer Vorwände durchdiskutierst, ist doch eigentlich völlig egal.
Da hast Du völlig recht.

Wie ich schon sagte, mich stört die gesellschaftliche Wahrnehmung der Taufe, nicht der Akt selbst. Daß einem das dann auf die eigene Person bezogen besonders nahe geht, ist doch wohl nicht so verwunderlich. Und deshalb fände es besser, wenn ich nicht getauft worden wäre (coniunctivus irrealis).

Man wurde zwar getauft, aber man ist nicht getauft. Dem Plebs diesen feinsinnigen und wohl besser mit der englischen Grammatik auszudrückenden Unterschied zu erklären, ist leider aussichtlichslos.

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Ach, ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Kindstaufe für sich genommen ein wirkungsloses Ritual ist, kann ich sie durchaus als Teil einer Strategie sehen, die zum Ziel hat, eine mündige Entscheidung des Menschen über seine Weltanschauung zu erschweren.

Die Taufe nimmt keine Mündigkeit. Wenn schon, dann tut dies die Erziehung. Die Taufe legt nur den Startpunkt fest, [...]

Die Taufe ist aber, wie ich schon sagte, Bestandteil dieser Strategie. Sozusagen der Startschuß. Du müßtest doch am besten wissen, was für Taufversprechen dabei Eltern und Paten abgerungen werden.

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Die Taufe ist aber, wie ich schon sagte, Bestandteil dieser Strategie. Sozusagen der Startschuß. Du müßtest doch am besten wissen, was für Taufversprechen dabei Eltern und Paten abgerungen werden.

Ja, die Taufe ist der Beginn, den Kindern einen Glauben zu vermitteln - falls es sich nicht um spießbürgerliches Taufen handelt, weil "man" das halt macht. Und so ist die Taufe auch von der Kirche gedacht. Der Glaube ist den Eltern wichtig. Und sie wollen, dass die Kinder diese wichtige Lebensweise kennen lernen. Und sie hoffen, dass die Kinder es wirklich kennen und schätzen lernen. Ich sehe daran nichts Schlimmes. Ich fände es sogar schlecht, wenn Eltern, die den Glauben schätzen, den Kindern das vorenthalten. Das wäre geradezu böswillig: "Ich hab was, aber das gönne ich meinen Kindern nicht!"

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Da hast Du allerdings recht. Die 60 Euro würde ich meinen Eltern abknöpfen. Schließlich haben sie mir den Salat eingebrockt.

 

Das Kirchensteuerproblem hängt aber nicht an der Taufe, sondern an unserem speziellen Kirche-Staat-Verhältnis. Dies kann man durchaus kritisieren. Ansonsten kann es einem A&A doch wirklich an allen Körperteilen vorbei gehen, ob er nun getauft wurde, oder nicht.

 

Und dass seine Eltern für ihn das wollten, was sie für das Bestmögliche hielten, ist sogar ein Positivum - selbst dann, wenn der Täufling später der Meinung ist, dass das zwar gut gemeint, aber nicht in seinem Sinne gut gemacht wäre.

 

Ach, ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Kindstaufe für sich genommen ein wirkungsloses Ritual ist, kann ich sie durchaus als Teil einer Strategie sehen, die zum Ziel hat, eine mündige Entscheidung des Menschen über seine Weltanschauung zu erschweren.

 

Das wäre auch Ziel einer Erziehung bei mir. Ich möchte die möglichen Weltanschauungen meiner Kinder soweit einschränken, dass ich am Ende sagen kann, Erziehung hilft.

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Ich fände es sogar schlecht, wenn Eltern, die den Glauben schätzen, den Kindern das vorenthalten. Das wäre geradezu böswillig: "Ich hab was, aber das gönne ich meinen Kindern nicht!"

 

Sicher wäre es das. "Der Glaube" ist aber nicht "die Taufe". Man muss seine Kindern nicht taufen lassen, um ihnen den eigenen Glauben nahezubringen. Man kann ihnen diese Entscheidung selber überlassen. Indem man die Kinder tauft, nimmt man ihre Entscheidung vorweg.

Da ist es dann auch egal, dass man "ja wieder austreten kann".

Aber bloß nicht, solange die Erbtante noch lebt...

 

Ich hab persönlich die Erfahrung gemacht, dass die Taufe nur durchgezogen wird, weil es 1. ja so eine schöne Feier ist, mit der ganzen Familie und 2. man es halt so macht.

Diese Leute haben ihre Kinder einem Bund anvertraut, den die andere Partei als ewig bindend betrachtet. Diese andere Partei hat gewisse Regeln und Vorstellungen. Denen würde zwar keiner der Taufeltern zustimmen, man hat vor-, un- und außerehelichen Sex, man schimpft auf Vatikan, Papst und Evangelikale, die Bibel nimmt man eh nicht so ernst (ist doch alles metaphorisch zu verstehen) etc. Kennst es ja.

 

Aber wenns um die Kinder geht, dann ist man plötzlich wieder ganz der gute Christ.

 

Heuchler alle miteinander

 

(Anwesende ausgeschlossen, euch kenn ich ja nicht)*6

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Die Taufe ist aber, wie ich schon sagte, Bestandteil dieser Strategie. Sozusagen der Startschuß. Du müßtest doch am besten wissen, was für Taufversprechen dabei Eltern und Paten abgerungen werden.

Ja, die Taufe ist der Beginn, den Kindern einen Glauben zu vermitteln - falls es sich nicht um spießbürgerliches Taufen handelt, weil "man" das halt macht. Und so ist die Taufe auch von der Kirche gedacht. Der Glaube ist den Eltern wichtig. Und sie wollen, dass die Kinder diese wichtige Lebensweise kennen lernen. Und sie hoffen, dass die Kinder es wirklich kennen und schätzen lernen. Ich sehe daran nichts Schlimmes. Ich fände es sogar schlecht, wenn Eltern, die den Glauben schätzen, den Kindern das vorenthalten. Das wäre geradezu böswillig: "Ich hab was, aber das gönne ich meinen Kindern nicht!"

Meinen Atheismus würde ich meinen Kindern auch in höchstem Maße gönnen. Aber warum sollte ich sie damit zu einem Zeitpunkt belästigen, zu dem sie sich für die Gottesfrage kein bißchen interessieren?

 

Nein, der hat genug Tragfähigkeit, daß ich einem kritisch denkenden Menschen (Erziehungsziel!) zutrauen kann, von sich aus zu den entsprechenden Einsichten und Erkenntnissen zu kommen. Da braucht es keine repetiven Gesänge und Rituale im Kindesalter, und keine Vermittlung Jahrtausende alter Mythen, als handele es sich um gesicherte historische Fakten.

 

Ihr könnt es drehen und wenden wie Ihr wollt: Der Grund, warum in erfolgreichen Religionssystemen die Glaubensübermittlung so früh stattfindet ist, daß sie einen erwachsenen Menschen i.d.R. einfach nicht überzeugen.

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Die Taufe ist aber, wie ich schon sagte, Bestandteil dieser Strategie. Sozusagen der Startschuß. Du müßtest doch am besten wissen, was für Taufversprechen dabei Eltern und Paten abgerungen werden.

Ja, die Taufe ist der Beginn, den Kindern einen Glauben zu vermitteln - falls es sich nicht um spießbürgerliches Taufen handelt, weil "man" das halt macht. Und so ist die Taufe auch von der Kirche gedacht. Der Glaube ist den Eltern wichtig. Und sie wollen, dass die Kinder diese wichtige Lebensweise kennen lernen. Und sie hoffen, dass die Kinder es wirklich kennen und schätzen lernen. Ich sehe daran nichts Schlimmes. Ich fände es sogar schlecht, wenn Eltern, die den Glauben schätzen, den Kindern das vorenthalten. Das wäre geradezu böswillig: "Ich hab was, aber das gönne ich meinen Kindern nicht!"

Meinen Atheismus würde ich meinen Kindern auch in höchstem Maße gönnen. Aber warum sollte ich sie damit zu einem Zeitpunkt belästigen, zu dem sie sich für die Gottesfrage kein bißchen interessieren?

 

Nein, der hat genug Tragfähigkeit, daß ich einem kritisch denkenden Menschen (Erziehungsziel!) zutrauen kann, von sich aus zu den entsprechenden Einsichten und Erkenntnissen zu kommen. Da braucht es keine repetiven Gesänge und Rituale im Kindesalter, und keine Vermittlung Jahrtausende alter Mythen, als handele es sich um gesicherte historische Fakten.

 

Ihr könnt es drehen und wenden wie Ihr wollt: Der Grund, warum in erfolgreichen Religionssystemen die Glaubensübermittlung so früh stattfindet ist, daß sie einen erwachsenen Menschen i.d.R. einfach nicht überzeugen.

 

Nur weil Deine "Religion" keine Bräuche kennt, musst Du sie unseren Kindern nicht vermiesen. Ohne Weihnachten und Geburtstagsbräuche ist es doch irgendwie trübe als Kind, oder?

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Meinen Atheismus würde ich meinen Kindern auch in höchstem Maße gönnen. Aber warum sollte ich sie damit zu einem Zeitpunkt belästigen, zu dem sie sich für die Gottesfrage kein bißchen interessieren?

Das liegt daran, dass Atheismus keine eigenständige Position, sondern nur eine Negation ist. Du kannst ihnen gar keinen Atheismus geben, weil das ja gar nichts ist.

Du lebst natürlich nicht vom Atheismus. Von einer Negation kann niemand leben. Aber normalerweise füllt sich der große Rahmen des Atheismus mit Positionen. Zum Beispiel Position für die Mündigkeit. Oder für Menschenliebe. Oder für Naturliebe, Gerechtigkeitssinn, ... all die Werte, die einem selbst wichtig sind.

 

Und wann fängt ein Atheist damit an, die Kinder in diese Positionen hineinzudrängen? Ihnen Vorgaben zu machen? Doch wohl so bald, wie das nur irgend möglich ist. Alles andere wäre ja auch verantwortungslos und für das Kind katastrophal.

 

Für die Gottesfrage interessieren sich Kinder natürlich nicht in dem Sinne, wie Erwachsene. Aber dass einer da ist, der sie beschützt, und der sie liebt, auch wenn Mama und Papa nicht da sind. Und der will, dass sie leben. Und der sich nicht sauer abwendet, wenn ihnen Missgeschicke passieren oder sie mal unartig waren. Und warum soll ein Gläubiger seinen Kindern das nicht mitgeben: "An den glaube ich. Er beschützt Dich und er beschützt mich. Und darum brauch ich keine Angst haben, wenn es dunkel ist. Er ist immer da."

 

Den Aspekt, dass "man" (oder zumindest viele) die Kinder dabei in ein seltsames Glaubenssystem hineinführen, gibt es sicher auch. Aber ich finde es noch schlimmer, die Kinder ohne diesen Glauben zu erziehen. Ihnen zu sagen, dass es eben Pech ist, wenn man im Leben Pech hat und man damit auf eigene Faust fertig zu werden hat. Da wäre keiner, der einem hilft, wenn kein Mensch mehr helfen kann. Da wäre niemand, der zu einem hält, wenn alle anderen gegen mich sind. In Wirklichkeit überfordert man hier das Kind und raubt ihm Hoffnung, die es zum Leben braucht.

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Die Taufe ist aber, wie ich schon sagte, Bestandteil dieser Strategie. Sozusagen der Startschuß. Du müßtest doch am besten wissen, was für Taufversprechen dabei Eltern und Paten abgerungen werden.

Ja, die Taufe ist der Beginn, den Kindern einen Glauben zu vermitteln - falls es sich nicht um spießbürgerliches Taufen handelt, weil "man" das halt macht. Und so ist die Taufe auch von der Kirche gedacht. Der Glaube ist den Eltern wichtig. Und sie wollen, dass die Kinder diese wichtige Lebensweise kennen lernen. Und sie hoffen, dass die Kinder es wirklich kennen und schätzen lernen. Ich sehe daran nichts Schlimmes. Ich fände es sogar schlecht, wenn Eltern, die den Glauben schätzen, den Kindern das vorenthalten. Das wäre geradezu böswillig: "Ich hab was, aber das gönne ich meinen Kindern nicht!"

Meinen Atheismus würde ich meinen Kindern auch in höchstem Maße gönnen. Aber warum sollte ich sie damit zu einem Zeitpunkt belästigen, zu dem sie sich für die Gottesfrage kein bißchen interessieren?

 

Nein, der hat genug Tragfähigkeit, daß ich einem kritisch denkenden Menschen (Erziehungsziel!) zutrauen kann, von sich aus zu den entsprechenden Einsichten und Erkenntnissen zu kommen. Da braucht es keine repetiven Gesänge und Rituale im Kindesalter, und keine Vermittlung Jahrtausende alter Mythen, als handele es sich um gesicherte historische Fakten.

 

Ihr könnt es drehen und wenden wie Ihr wollt: Der Grund, warum in erfolgreichen Religionssystemen die Glaubensübermittlung so früh stattfindet ist, daß sie einen erwachsenen Menschen i.d.R. einfach nicht überzeugen.

 

Nur weil Deine "Religion" keine Bräuche kennt, musst Du sie unseren Kindern nicht vermiesen. Ohne Weihnachten und Geburtstagsbräuche ist es doch irgendwie trübe als Kind, oder?

Möglicherweise trüber als mit. Aber ich bezweifle daß der Verzicht auf regelmäßiges Singen von

[...] unser versklavtes Ich ist ein Gefängnis, und ist gebaut aus Steinen unserer Angst [...]

dem Wohlbefinden eines Kindes abträglich ist.

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