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Eucharistische Anbetung


Niklas

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Mich interessiert zweierlei:

 

1. Gibt es das in Euren Gemeinden? Falls ja, wie ist die Anbetung gestaltet? Geht Ihr hin?

 

2. Ich habe am Rande mitbekommen, dass das Thema Anbetung - wie offenbar alles Liturgische - irgendwie "politisch" behaftet ist, d.h. als konservativ gilt. Mir ist allerdings ein Rätsel, warum das so ist. Kann mir das jemand erklären?

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Mich interessiert zweierlei:

 

1. Gibt es das in Euren Gemeinden? Falls ja, wie ist die Anbetung gestaltet? Geht Ihr hin?

 

2. Ich habe am Rande mitbekommen, dass das Thema Anbetung - wie offenbar alles Liturgische - irgendwie "politisch" behaftet ist, d.h. als konservativ gilt. Mir ist allerdings ein Rätsel, warum das so ist. Kann mir das jemand erklären?

 

In meiner Pfarrei gibt es ein Kloster mit ganztägiger stiller Eucharistischer Anbetung.

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OneAndOnlySon

Meine frühere Wohnortpfarrei hatte auf dem Tabernakel einen Glaskasten, in dem außer während der Gottesdienste immer das Allerheiligste ausgesetzt war. Das fand ich sehr schön, weil so der Herr in der Gestalt des Brotes nicht vor allen Augen verborgen in einem Tresor mit dicken Wänden und zusätzlich hinter einem Vorhang versteckt bleibt, sondern immer sichtbar für die Menschen ist. Die Gemeinde war für Kölner Verhältnisse modern eingestellt.

 

In meiner jezigen Pfarrei gibt es im Advent und in der Fastenzeit Abendandachten mit stiller Anbetung. Bei diesen Andachten wird das Allerheiligste ausgesetzt und ein Bibeltext zur Meditation vorgelesen. Dann ist Stille bis zum Segen. Auch diese Gemeinde ist eher fortschrittlich als konservativ.

 

Eucharistische Andachten im klassischen Stil (mit Priester, Weihrauch usw.) kenne ich außer an Fronleichnam allerdings nur in eher konservativen Gemeinden.

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Mich interessiert zweierlei:

 

Ich habe am Rande mitbekommen, dass das Thema Anbetung - wie offenbar alles Liturgische - irgendwie "politisch" behaftet ist, d.h. als konservativ gilt. Mir ist allerdings ein Rätsel, warum das so ist. Kann mir das jemand erklären?

 

Das dürfte stimmen, obwohl ich diese Zuordnung auch nicht ganz verstehen kann. Es könnte daran liegen, dass in dem Katholizismus der 70er und 80er Jahre, d.h. nach dem 2. Vatikanischen Konzil Anbetung keine große Rolle spielte und primär von alten Menschen praktiziert wurde - ich (Jahrgang 1967) kann mich z.B. an keine diesbezüglichen Angebote in meiner Kindheit und Jugend erinnern - eine Hinführung hierzu gab es nicht. Sie wird wiederbelebt - vor allem für Jugendliche - im Zuge der Weltjugendtage. Aber der "aufgeklärte" Katholik der 70er / 80er Jahre hat in der Regel hierzu keinen Bezug mehr - "Anbetung ist eben etwas für Alte und für die konservativen Jugendlichen". Das dürfte der Grund sein.

Soweit meine Meinung hierzu!

 

Laura

Edited by laura
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Das dürfte stimmen, obwohl ich diese Zuordnung auch nicht ganz verstehen kann. Es könnte daran liegen, dass in dem Katholizismus der 70er und 80er Jahre, d.h. nach dem 2. Vatikanischen Konzil Anbetung keine große Rolle spielte und primär von alten Menschen praktiziert wurde - ich (Jahrgang 1967) kann mich z.B. an keine diesbezüglichen Angebote in meiner Kindheit und Jugend erinnern - eine Hinführung hierzu gab es nicht. Sie wird wiederbelebt - vor allem für Jugendliche - im Zuge der Weltjugendtage. Aber der "aufgeklärte" Katholik der 70er / 80er Jahre hat in der Regel hierzu keinen Bezug mehr - "Anbetung ist eben etwas für Alte und für die konservativen Jugendlichen". Das dürfte der Grund sein.

Soweit meine Meinung hierzu!

 

Laura

Gibt es auch einen Sachgrund dafür? In anderen Fällen scheint mir das (eher) so zu sein: Die tridentinische Messe etwa wird kritisiert, weil der Priester mit dem Rücken zum Volk steht; das Rosenkranz-Gebet hat einen konservativen Touch, weil damit die ausufernde Marienfrömmigkeit vergangener Jahrhunderte assoziiert wird, bei der man sich fragt, ob Gott selbst dabei nicht vergessen geht. Aber bei der Anbetung?

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Vielleicht am ehesten, weil eucharistische Frömmigkeit oft etwas "süßlich" daher kommt, viele Darstellungen der Eucharistie in der Volksfrömmigkeit eher kitschig sind, so auch manche Lieder. Und vielleicht weil manche Eucharistiefrömmigkeit auch überzogen rüberkommt (z.B. Nüchternheitsgebote, Verbot, die Hostie zu kauen, Verbot der Handkommunion aus Angst, den Leib Christi zu berühren etc.). So könnte ich es mir erklären.

 

Laura

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OneAndOnlySon
Gibt es auch einen Sachgrund dafür? In anderen Fällen scheint mir das (eher) so zu sein: Die tridentinische Messe etwa wird kritisiert, weil der Priester mit dem Rücken zum Volk steht; das Rosenkranz-Gebet hat einen konservativen Touch, weil damit die ausufernde Marienfrömmigkeit vergangener Jahrhunderte assoziiert wird, bei der man sich fragt, ob Gott selbst dabei nicht vergessen geht. Aber bei der Anbetung?

 

Bei der Anbetung könnte es daran liegen, dass bis zum 2. vatikanischen Konzil der Kommunionempfang immer mehr durch die eucharistische Anbetung ersetzt wurde. Die sogenannte geistige Kommunion der Anbetung hatte die reale Kommunion ins Abseits gedrängt. Als dann empfohlen wurde, möglichst oft die Kommunion zu empfangen, schien die Anbetung als nicht mehr notwendig, was sie im Sinne eines Kommunionersatzes auch nicht mehr war. Dabei fiel aber der meditative Charakter (wie auch beim Rosenkranz) mit unter den Tisch. Unter Jugendlichen haben sich nicht erst durch den Weltjugendtag neue Meditations- und Anbetungsformen entwickelt. Herausragend ist hier die weltweite Bewegung, die von der Gemeinschaft in Taizé ausgeht. Die Weltjugendtage sind in den meisten Programmpunkten von den Jugendtreffen in Taizé inspiriert.

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1. Gibt es das in Euren Gemeinden? Falls ja, wie ist die Anbetung gestaltet? Geht Ihr hin?

 

2. Ich habe am Rande mitbekommen, dass das Thema Anbetung - wie offenbar alles Liturgische - irgendwie "politisch" behaftet ist, d.h. als konservativ gilt. Mir ist allerdings ein Rätsel, warum das so ist. Kann mir das jemand erklären?

 

Eine Kirche, in der ich von 1982 - 2001 beheimatet war ist Anbetungs- und Beichtkirche. Auch im Stefansdom ist in der "Eligiuskapelle" ganzen Tagen das Allerheiligste zur Anbetung ausgestellt.

 

Der Glaube an die wirklich, wesenhafte Gottes ist meiner Meinung nach nicht gerade gefördert worden. Möglicherweise ist das ein Mitgrund, warum Anbetung, eucharistische Andachten als "konservativ" gelten.

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Das dürfte stimmen, obwohl ich diese Zuordnung auch nicht ganz verstehen kann. Es könnte daran liegen, dass in dem Katholizismus der 70er und 80er Jahre, d.h. nach dem 2. Vatikanischen Konzil Anbetung keine große Rolle spielte und primär von alten Menschen praktiziert wurde - ich (Jahrgang 1967) kann mich z.B. an keine diesbezüglichen Angebote in meiner Kindheit und Jugend erinnern - eine Hinführung hierzu gab es nicht. Sie wird wiederbelebt - vor allem für Jugendliche - im Zuge der Weltjugendtage. Aber der "aufgeklärte" Katholik der 70er / 80er Jahre hat in der Regel hierzu keinen Bezug mehr - "Anbetung ist eben etwas für Alte und für die konservativen Jugendlichen". Das dürfte der Grund sein.

Soweit meine Meinung hierzu!

 

Laura

Gibt es auch einen Sachgrund dafür? In anderen Fällen scheint mir das (eher) so zu sein: Die tridentinische Messe etwa wird kritisiert, weil der Priester mit dem Rücken zum Volk steht; das Rosenkranz-Gebet hat einen konservativen Touch, weil damit die ausufernde Marienfrömmigkeit vergangener Jahrhunderte assoziiert wird, bei der man sich fragt, ob Gott selbst dabei nicht vergessen geht. Aber bei der Anbetung?

Na ja.

Manche haben halt ein Problem damit, "ein Stück Brot" anzubeten, statt es zu essen.

Ich persönlich halte letzteres an sich ja auch für den angemesseneren Umgang mit der Eucharistie. Ich kenne aber auch das andere in verschiedenen Formen: Bei der Fronleichnamsprozession, bei der Ölbergstunde nach der Gründonnerstagsmesse, ...

Unsere geistlichen Herren haben halt häufig das Problem, dass sie die goldene Mitte zwischen schweigender Anbetung und geschwätzigem Gebete-Ratschen nicht finden können.

Und: Irgendwas ist verloren gegangen. Beobachte mal Kirchbesucher! Die fromm sein Wollenden unter ihnen werfen sich vor dem Bild des Gekreuzugten nieder, aber den Tabernakel lassen sie buchstäblich links liegen.

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Hallo!

 

In einer benachbarten Gemeinde ist freitags um 09:00 Uhr Hl. Messe und jeden ersten (oder letzten?) ist mit Euch. Anbetung (zwischen Kommunion und Segen).

 

Für mich als Quereinsteiger war das erste Mal ein bißchen komsch, aber nach der Erklärung vom Pfarrer habe ich das dann verstanden.

 

Ich fand es immer schön.

 

Gruß uhu

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Mich interessiert zweierlei:

 

1. Gibt es das in Euren Gemeinden? Falls ja, wie ist die Anbetung gestaltet? Geht Ihr hin?

 

2. Ich habe am Rande mitbekommen, dass das Thema Anbetung - wie offenbar alles Liturgische - irgendwie "politisch" behaftet ist, d.h. als konservativ gilt. Mir ist allerdings ein Rätsel, warum das so ist. Kann mir das jemand erklären?

 

Ad 1) Ja und ich gehe gern dahin

Ad 2) Was spielt es für eine Rolle, mit welchem Etikett das Threma behaftet ist? Bete an und du merkst selber, ob das was für dich ist oder nicht. Dann ist das Etikett unwichtig.

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Ad 2) Was spielt es für eine Rolle, mit welchem Etikett das Threma behaftet ist? Bete an und du merkst selber, ob das was für dich ist oder nicht. Dann ist das Etikett unwichtig.

Der Hintergrund meiner Frage: Ich schätze die Anbetung sehr und gehe auch regelmässig hin. Mich hat einfach überrascht, dass ich deswegen mehrfach in die Schublade "konservativ" gesteckt wurde (ich bin ursprünglich nicht katholisch sozialisiert, deshalb war mir das neu).

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Ad 2) Was spielt es für eine Rolle, mit welchem Etikett das Threma behaftet ist? Bete an und du merkst selber, ob das was für dich ist oder nicht. Dann ist das Etikett unwichtig.

Der Hintergrund meiner Frage: Ich schätze die Anbetung sehr und gehe auch regelmässig hin. Mich hat einfach überrascht, dass ich deswegen mehrfach in die Schublade "konservativ" gesteckt wurde (ich bin ursprünglich nicht katholisch sozialisiert, deshalb war mir das neu).

 

Niklas,

 

ich bin alles andere als katholisch konservativ. Jeder, der mich kennt, wird das bestätigen. Komischerwiese liebe ich die Anebtung aber auch sehr und es ist mir sowas von egal ob das konservativ ist oder nicht.....

 

Ich liebe auch das Jesusgebet und die Kontemplation. Die wird nun wiederum von Konservativen oft verächtlich verpönt. Who cares......? ;-)

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Niklas,

 

ich bin alles andere als katholisch konservativ. Jeder, der mich kennt, wird das bestätigen. Komischerwiese liebe ich die Anebtung aber auch sehr und es ist mir sowas von egal ob das konservativ ist oder nicht.....

 

Ich liebe auch das Jesusgebet und die Kontemplation. Die wird nun wiederum von Konservativen oft verächtlich verpönt. Who cares......? ;-)

Mir ist das ja auch egal - meinethalben sollen mich die Leute halten, wofür sie wollen ... ich finde es nur bedauerlich, wenn in dieser Kirche wirklich aller Scheiss "politisch" ausgeschlachtet wird. Sei's drum.

 

Nennst Du Dich übrigens Theodora nach der Heiligen Theodora, die als Mönch im Kloster war, bis sie angeblich eine Frau geschwängert haben soll?

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Who cares......? ;-)
Damit bin ich sehr einverstanden. Die Schubladen, in die man aufgrund irgendeines Verhaltens gesteckt wird, sind das Problem des in-die-Schublade-steckenden.
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Mich interessiert zweierlei:

 

1. Gibt es das in Euren Gemeinden? Falls ja, wie ist die Anbetung gestaltet? Geht Ihr hin?

 

2. Ich habe am Rande mitbekommen, dass das Thema Anbetung - wie offenbar alles Liturgische - irgendwie "politisch" behaftet ist, d.h. als konservativ gilt. Mir ist allerdings ein Rätsel, warum das so ist. Kann mir das jemand erklären?

Bei uns in der Gemeinde gibt es am Samstag nachmittag die eucharistische Anbetung, leider jeweils nur eine Stunde. Ich gehe in der Regel hin, es ist mir egal, wer mich dabei sieht bzw. was der damit verbindet. Dinge, die du unter 2. beschreibst, habe ich allerdings noch nie gehört.

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Hallo!

 

In einer benachbarten Gemeinde ist freitags um 09:00 Uhr Hl. Messe und jeden ersten (oder letzten?) ist mit Euch. Anbetung (zwischen Kommunion und Segen).

 

 

es ist sicher der erste freitag im monat: der herz-jesu-freitag.

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Nennst Du Dich übrigens Theodora nach der Heiligen Theodora, die als Mönch im Kloster war, bis sie angeblich eine Frau geschwängert haben soll?

 

Nein!

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