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Hilfe bei der Beichte


Zita
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Hallo an alle,

 

ich bin neu hier im Forum, per Zufall darauf gestoßen, als ich im Netz zum Thema "Beichte" gesucht habte. Nach vielem Nachdenken werde ich demnächst konvertieren (bisher protestantisch). In der kath. Kirche habe ich nun tatsächlich das Gefühl, angekommen zu sein, Halt zu finden.

 

Aber natürlich habe ich - trotz intensiver Gespräche mit dem Pfarrer - dann doch noch ein paar Fragen, die mich immer wieder beschäftigen.

 

So soll ich vor der Erstkommunion noch das Bußsakrament ablegen. Und da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will. Vor etlichen Jahren war ich untreu und im nachhinein kann ich nicht nachvollziehen, was da in mich gefahren ist. In der Ehe hatten wir gerade eine Krise, da lief mir ein alter Freund über den Weg und so ist es dann irgendwie passiert. Ich kann es nicht ungeschehen machen.

 

Diesen "Fehltritt" will ich nun in meine Beichte mit einschließen, aber: wie sag ich es bloß? Und was passiert dann? Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???

 

Puh, das fällt mir echt nicht leicht, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen, Anregungen geben oder ähnliches?

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Hallo an alle,

 

ich bin neu hier im Forum, per Zufall darauf gestoßen, als ich im Netz zum Thema "Beichte" gesucht habte. Nach vielem Nachdenken werde ich demnächst konvertieren (bisher protestantisch). In der kath. Kirche habe ich nun tatsächlich das Gefühl, angekommen zu sein, Halt zu finden.

 

Aber natürlich habe ich - trotz intensiver Gespräche mit dem Pfarrer - dann doch noch ein paar Fragen, die mich immer wieder beschäftigen.

 

So soll ich vor der Erstkommunion noch das Bußsakrament ablegen. Und da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will. Vor etlichen Jahren war ich untreu und im nachhinein kann ich nicht nachvollziehen, was da in mich gefahren ist. In der Ehe hatten wir gerade eine Krise, da lief mir ein alter Freund über den Weg und so ist es dann irgendwie passiert. Ich kann es nicht ungeschehen machen.

 

Diesen "Fehltritt" will ich nun in meine Beichte mit einschließen, aber: wie sag ich es bloß? Und was passiert dann? Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???

 

Puh, das fällt mir echt nicht leicht, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen, Anregungen geben oder ähnliches?

 

Grüß dich, Zita. Das fällt freilich nicht leicht, aber du bist ja schon auf gutem Weg. Die Beichte gibts in der klassischen Form: Beichtstuhl, ziemlich anonym, zumal wenn du dazu in eine fremde Kirche gehst oder du wählst ein Beichtgespräch im Sprechzimmer des Pfarrers. Das ist Geschmackssache. Zum Ablauf: Es gibt im Gotteslob dazu etwas, auch einen Beichtspiegel zur Gewissenserforschung, aber es kommt nicht auf Formalitäten an. Für den Pfarrer hilfreich ist die Information, wann die letzte Beichte war oder in deinem Fall, daß es das erste Mal ist. Und dann sag einfach, was dich bedrückt. Grüße, KAM

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Aber natürlich habe ich - trotz intensiver Gespräche mit dem Pfarrer - dann doch noch ein paar Fragen, die mich immer wieder beschäftigen.

Ging mir damals auch so...

Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???

Hast du irgendwo ein "Gotteslob" (katholisches Gebetbuch) zur Hand? Da findest du den Ablauf unter Nr 60.

Puh, das fällt mir echt nicht leicht, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen, Anregungen geben oder ähnliches?

Warst du bei deiner Internetrecherche schon mal hier oder hier?

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Diesen "Fehltritt" will ich nun in meine Beichte mit einschließen, aber: wie sag ich es bloß? Und was passiert dann? Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???
So wie es passiert ist.

 

Oder vielmehr vom Allgemeinen ins Detail gehen, wenn es das Beichtgespräch erfordert (die Hintergründe werden weit mehr im Vordergrund stehen als die Details des Fehltritts - wenigstens, wenn es ein guter Seelsorger ist).

 

Wie die Beichte genau abläuft hängt davon ab welche Form (Beichtgespräch, klassische Beichtstuhlbeichte, etc.) Du wählst und was Du mit deinem Beichtvater (ich nehme an, daß das der Priester sein wird, der Deinen Konversionsweg begleitet hat) besprichst.

 

Rede doch einfach mal mit ihm über den Ablauf (vllt. findest Du auch jemanden, der schon mal bei ihm in der Beichte war und Dir ggf. einen Erfahrungsbericht geben kann).

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Hallo,

ich würde bzgl. der Beichte keinen Kopf drüber machen.

Gehe doch zu Deinen Pfarrer - vorausgesetzt ihr versteht Euch gut und Du kannst ihm vertrauen - spreche mit ihm darüber.

Sage ihm, dass Du keinen Bezug zu den "Beichtstühlen" hast und ein persönliches Beichgespräch bei ihm suchst.

Ein guter Pfarrer geht auf ein Gespräch ein und bindet damit auch die Beichte mit ein.

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Hallo an alle,

 

ich bin neu hier im Forum, per Zufall darauf gestoßen, als ich im Netz zum Thema "Beichte" gesucht habte. Nach vielem Nachdenken werde ich demnächst konvertieren (bisher protestantisch). In der kath. Kirche habe ich nun tatsächlich das Gefühl, angekommen zu sein, Halt zu finden.

 

Aber natürlich habe ich - trotz intensiver Gespräche mit dem Pfarrer - dann doch noch ein paar Fragen, die mich immer wieder beschäftigen.

 

So soll ich vor der Erstkommunion noch das Bußsakrament ablegen. Und da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will. Vor etlichen Jahren war ich untreu und im nachhinein kann ich nicht nachvollziehen, was da in mich gefahren ist. In der Ehe hatten wir gerade eine Krise, da lief mir ein alter Freund über den Weg und so ist es dann irgendwie passiert. Ich kann es nicht ungeschehen machen.

 

Diesen "Fehltritt" will ich nun in meine Beichte mit einschließen, aber: wie sag ich es bloß? Und was passiert dann? Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???

 

Puh, das fällt mir echt nicht leicht, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen, Anregungen geben oder ähnliches?

 

Zunächst ganz einfach: Frag den Pfarrer, wenn Du bei ihm beichten möchtest, welche Form er für die Beste hält.

 

Zu Deinem Fehltritt hat Flo schon das wesentliche gesagt - es wird eher um das warum als um das wie gehen (sollte der Pfarrer am wie mehr interessiert sein als am warum, dann wäre das für mich ein Grund, die Beichte zu beenden).

 

Du musst in der Beichte auf Dein Leben schauen: Was war gut, was war schlecht, wo hast du Zweifel - Beichtspiegel können da helfen, ich halte auch den zweiten Bande des Katholischen Erwachsenenkatechismus der Deutschen Bischöfe für sehr hilfreich, sofern Dir die Annäherung über dicke Bücher liegt. Ist ja nicht jedermanns/fraus Sache. Der zweite Band "Leben aus dem Glauben" versucht jenseits des abhakbaren BEichtspiegels darzulegen, wie Leben als Christ aussehen und gelingen kann.

 

Aber vor allem: Herzlich willkommen im Forum und viel Freude hier.

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(sollte der Pfarrer am wie mehr interessiert sein als am warum, dann wäre das für mich ein Grund, die Beichte zu beenden).
Im Prinzip ja - allerdings könnte je nach Konstellation das Wie durchaus ein Warum liefern... :angry2:
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Also, vielen, vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe natürlich gleich im Gotteslob nachgeschlagen und werde mir die entsprechenden Seiten einmal eingehender vornehmen. Außerdem natürlich auch im Katechismus nachlesen mit den dazugehörigen Querverweisen. Vielen Dank auch für die links.

Das wird sicherlich nicht meine letzte Frage gewesen sein, ich schau jetzt hier natürlich öfter rein.

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Das wird sicherlich nicht meine letzte Frage gewesen sein, ich schau jetzt hier natürlich öfter rein.
Willkommen :angry2:
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Hallo Zita,

 

bin 2006 auch konvertiert und "musste" dann auch irgendwann das erste Mal zur Beichte. Hab mir dafür einen Priester gesucht, der nicht aus meiner Gemeinde war. Tipp: die erste Beichte wird vermutlich ziemlich lang, und grad wenn man dann auch noch "ungeübt" ist, würd ich ein Beichtgespräch empfehlen. Auch solltest Du Dir dafür nen Priester aussuchen, mit dem die Chemie stimmt. Einfach bei dem beichten, der grad im Beichtstuhl sitzt, ist zwar auch völlig ok und ich mach das durchaus auch manchmal so, aber für die erste Beichte finde ich das schon wichtig. Und vielleicht magst Du auch zukünftig einen festen Beichtvater haben, hat schon was für sich.

 

Das Sakrament der Umkehr und Versöhnung ist jedenfalls was ganz tolles. Gut, vor dem Termin nicht, während des Beichtens vermutlich auch nicht, aber das Gefühl danach ist unbeschreiblich. Ein richtiger Neuanfang eben.

 

Alles Gute und herzlich Willkommen hier.

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Hallo an alle,

 

ich bin neu hier im Forum, per Zufall darauf gestoßen, als ich im Netz zum Thema "Beichte" gesucht habte. Nach vielem Nachdenken werde ich demnächst konvertieren (bisher protestantisch). In der kath. Kirche habe ich nun tatsächlich das Gefühl, angekommen zu sein, Halt zu finden.

 

Aber natürlich habe ich - trotz intensiver Gespräche mit dem Pfarrer - dann doch noch ein paar Fragen, die mich immer wieder beschäftigen.

 

So soll ich vor der Erstkommunion noch das Bußsakrament ablegen. Und da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will. Vor etlichen Jahren war ich untreu und im nachhinein kann ich nicht nachvollziehen, was da in mich gefahren ist. In der Ehe hatten wir gerade eine Krise, da lief mir ein alter Freund über den Weg und so ist es dann irgendwie passiert. Ich kann es nicht ungeschehen machen.

 

Diesen "Fehltritt" will ich nun in meine Beichte mit einschließen, aber: wie sag ich es bloß? Und was passiert dann? Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???

 

Puh, das fällt mir echt nicht leicht, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen, Anregungen geben oder ähnliches?

 

Zur Beichte kannst Du Dir einen Beichtvater aussuchen bei dem es Dir leicht fällt über all das zu reden. vielleicht ist eine Aussprache mit dem Beichtvater für dich sinnvoll. Mit wenigen Worten, ein kurzer Bericht und wie du heute zu dieser Tat stehst und inwieweit Du Deinem Ehepartner diese Sache anvertraut hast (das ist gewiß der schwierigste Teil)

 

Courage !

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Liebe Zita,

 

Willkommen im Forum.

 

Du sagst es:

...da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will.

Ja, genau dafür ist die Beichte da! - die Last begangener und bereuter Übeltat von Herz und Seele wegzunehmen.

 

Das ist es, was die Vergebung der Sünden - so sie aus tiefem Herzen verabscheut werden - leistet!

 

Beichte - und die Last ist weg.

 

 

Gruß

josef

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...da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will.

Ja, genau dafür ist die Beichte da! - die Last begangener und bereuter Übeltat von Herz und Seele wegzunehmen.

 

Das ist es, was die Vergebung der Sünden - so sie aus tiefem Herzen verabscheut werden - leistet!

 

Beichte - und die Last ist weg.

Hallo Josef,

 

da würde ich Dir gerne recht geben, aber die Frage ist: wie soll die Beichte das leisten können? Vorallem auch: wie kommt man mit sich selbst ins Reine?

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Liebes Jet,

 

...da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will.

Ja, genau dafür ist die Beichte da! - die Last begangener und bereuter Übeltat von Herz und Seele wegzunehmen.

 

Das ist es, was die Vergebung der Sünden - so sie aus tiefem Herzen verabscheut werden - leistet!

 

Beichte - und die Last ist weg.

da würde ich Dir gerne recht geben, aber die Frage ist: wie soll die Beichte das leisten können? Vorallem auch: wie kommt man mit sich selbst ins Reine?

Beichten: Unserem bösen Willen der uns Übeltaten begehen ließ, für alle Zeiten widersagen.

 

Nicht wir kommen mit uns in Reine darüber, sondern GOTT, unser VATER bringt uns ins Reine mit uns.

 

GOTT, unser VATER vergibt uns: Vergangenes ist vorbei und verziehen - "Wolle das Übel nie wieder". (Was seine Zeit braucht).

 

 

Gruß

josef

Edited by josef
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...da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will.

Ja, genau dafür ist die Beichte da! - die Last begangener und bereuter Übeltat von Herz und Seele wegzunehmen.

 

Das ist es, was die Vergebung der Sünden - so sie aus tiefem Herzen verabscheut werden - leistet!

 

Beichte - und die Last ist weg.

Hallo Josef,

 

da würde ich Dir gerne recht geben, aber die Frage ist: wie soll die Beichte das leisten können? Vorallem auch: wie kommt man mit sich selbst ins Reine?

 

Also ich komme mit mir ins Reine, wenn ich klipp und klar sage: das und dies und jenes ist schief gelaufen, und zwar, weil ich persönlich.... zu faul dazu war, oder boshaft einem eine reintreten wollte, oder mich nicht genügend informiert habe, oder mich leichtfertig zugesoffen habe.... oder oder oder. Dann weiß ich, was ich verbockt habe, und daß das nicht ok war. Und somit habe ich eine andere Ausgangsgrundlage, neu zu starten, weil ich mich selber reflektiert habe, und eingestanden habe, daß es nicht immer die anderen sind, sondern ich auch. Das ist ja auch nix neues, das geht allen so. Neu ist meistens, daß einer mal sagt: ich habe das verbockt. Meistens heißt es ja: die andern sind doof, und darum ist das so gelaufen.

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Also, vielen, vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe natürlich gleich im Gotteslob nachgeschlagen und werde mir die entsprechenden Seiten einmal eingehender vornehmen. Außerdem natürlich auch im Katechismus nachlesen mit den dazugehörigen Querverweisen. Vielen Dank auch für die links.

Das wird sicherlich nicht meine letzte Frage gewesen sein, ich schau jetzt hier natürlich öfter rein.

 

Ich habe das Gefühl, dass Du ziemlich verkrampft an die Sache gehst, weil Du alles "richtig" machen willst. Das ist nicht der Sinn des Katholischseins. Die Kirche stellt Dir keinen Zwangskäfig vor die Augen, in den Du Dich möglichst druckstellenfrei einpassen müsstest. Sondern sie stellt Dir Gnadenmittel zur Verfügung.

 

Wenn Du an Gott glaubst, ist das schon mal die entscheidende Grundlage. Mehr wirst Du sowieso nicht erreichen können. Dass Du für diesen Glauben die kirchlichen Hilfsmittel annimmst, um den Glauben zu stärken, ihn zu prägen und ihn für das Leben wirksam zu machen, ist natürlich der Weg. Wenn Du das allerdings verkrampft tust, dann kommt die Brühe teurer, als die Brocken: Was Du an Stärkung gewinnst wird dann durch das Gefühl der Befangenheit, des eigenen Ungenügens und womöglich am Ende der Skrupulösität mehr als aufgewogen. Die Schlussrechnung läge im Negativen: Du hättest Deinen Glauben mehr geschwächt, als gestärkt, mehr irregeführt, als gelenkt.

 

Das Entscheidende ist nicht die Beichte, sondern die Versöhnung mit Gott. Der Glaube, dass Gott Dir Deine Sünden vergibt, dass er Dich annimmt, auch wenn Du ein fehlerhafter Mensch bist, ist das Ziel. Die Beichte ist hierfür ein guter Weg. Und sie ist eine Bestätigung, wenn der Priester über Dir sagt: "Ich spreche Dich los von Deinen Sünden im Namen Gottes."

 

Und ebenso ist es mit all den anderen kirchlichen Hilfsmitteln. Wenn Du sie als angsterweckend und als Zwang erlebst (auch wenn es nur ein innerer Zwang ist) und Du die Zähne zusammen beißen musst, um sie überhaupt anzunehmen, dann läuft was schief. Und in diesem Falle besteht Deine Aufgabe erst einmal darin, dieses Gefühl loszuwerden. Nachzufragen, warum Du etwas als Zwang und nicht (wie es eigentlich gedacht ist) als Hilfe empfindest. Das gilt gleichermaßen für Beichte, alles Sakramente, Gottesdienste, Katechismus, Eintritt in katholische Gemeinschaften und für alles andere.

 

Locker werden. Und nachforschen: Wo und wie und durch wen will Gott mir helfen? Denn genau darauf kommt es ihm an. Deswegen ist er Mensch geworden. Deswegen hat sich Jesus den Menschen zugewandt. Und nicht darum, dass sie sich sklavisch an irgend etwas halten.

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Hallo Mecky,

 

ich versteh ja was Du schreibst, und finde das auch ok. Nur, wenn Zita eine totale "Anfängerin" ist, dann kann die von Dir bemerkte "Verkrampfung" einfach auch Unsicherheit sein.

 

Locker bleiben ist sicher richtig, aber auch, falls das geht, den richtigen Priester finden, bei dem die Chemie stimmt. Allerdings weiß ich nicht, ob das bei einer Konversion geht, ob das da nicht alles in einer Hand liegt, von wejen die Verwaltungssachen..

Edited by Schaefchen
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Hallo an alle,

 

ich bin neu hier im Forum, per Zufall darauf gestoßen, als ich im Netz zum Thema "Beichte" gesucht habte. Nach vielem Nachdenken werde ich demnächst konvertieren (bisher protestantisch). In der kath. Kirche habe ich nun tatsächlich das Gefühl, angekommen zu sein, Halt zu finden.

 

Aber natürlich habe ich - trotz intensiver Gespräche mit dem Pfarrer - dann doch noch ein paar Fragen, die mich immer wieder beschäftigen.

 

So soll ich vor der Erstkommunion noch das Bußsakrament ablegen. Und da gibt es auch etwas, was mir total schwer auf dem Herzen lastet und ich loswerden will. Vor etlichen Jahren war ich untreu und im nachhinein kann ich nicht nachvollziehen, was da in mich gefahren ist. In der Ehe hatten wir gerade eine Krise, da lief mir ein alter Freund über den Weg und so ist es dann irgendwie passiert. Ich kann es nicht ungeschehen machen.

 

Diesen "Fehltritt" will ich nun in meine Beichte mit einschließen, aber: wie sag ich es bloß? Und was passiert dann? Wie läuft so eine Beichte überhaupt ab???

 

Puh, das fällt mir echt nicht leicht, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen, Anregungen geben oder ähnliches?

Liebe Zita,

 

vergiss die so genannten Beichtspiegel und schau auf deine Beziehung zu Gott, zu dir selber und zum Nächsten. Was bereitet dir Unbehagen, belastet dich? Um dein eigenes Beispiel aufzugreifen: da haben wir einen Ehebruch. Frag dich, warum du die Ehe gebrochen hast und denk mal weiter als "der Freund war halt da". Der Freund war der Anlass, aber nicht die Ursache. Was war die Ursache? Wie kam es dazu? Hast du eine Mitschuld an der Krise in deiner Ehe? Usw.

 

Zum Ablauf: mach dir diesbezüglich keine Gedanken, der Priester kennt den Ablauf. Du selber hast auch nichts mehr zu tun, als zu sagen, was du sagen willst. Den Rest macht er.

 

LG

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Liebe Zita,

 

Mich alarmiert ein wenig der Ausdruck "das Bußsakrament ablegen".

Das ist keine Prüfung.

Du kannst nicht durchfallen.

Es gibt keine Formalitäten, die Du beachten musst.

Es gibt nichts, was Du "falsch" machen kannst.

 

Es gibt auch keinen "Sündenkatalog", den Du aufzählen musst.

Der Priester, der Dich auf den Übertritt vorbereitet hat oder jeder andere, dem Du sagst, dass es das erste Mal für Dich ist, wird Dich durch die Beichte führen, soweit es nötig ist.

 

Ich verstoße jetzt gegen meine eigene Signatur, aber ich sage es trotzdem und bitte Dich deswegen ausdrücklich, es nur als eine Möglichkeit zu überlegen, nicht als unfehlbares, allein gültiges Rezept:

 

Lass den Beichtspiegel außen vor.

Der zieht leicht auf die Spur, auf der man versucht, "Verstöße gegen Gott" zu sammeln und im Bekenntnis "abzuhaken".

Mach Dir, bitte!, keinen Perfektions-Stress.

 

Lass ruhig auch den Katechismus bleiben, soweit es um die Beichte geht.

Es ist nicht wichtig, ob es sich um lässliche Sünden, schwere Sünden oder Todsünden handelt.

Wenn Dir etwas vor Gott leid tut, dann fragst Du doch in Wahrheit nicht nach einer "amtlichen Einordnung".

Dann bist Du froh, wenn Du damit abschließen darfst und "ich spreche Dich los" (auch dafür) hörst.

Wenn dir etwas egal wäre oder Du es absolut richtig fändest, dann würdest Du Dir überhaupt nicht den Kopf darüber zerbrechen (und außerdem hätte das perfekteste Bekenntnis dann keinen Sinn.)

 

Ich habe den Glauben mein halbes Leben lang als Sakramental-Bürokratie und Katechismus-Stress betrieben und missverstanden.

Dass Gott Freiheit ist, auf diese Idee wäre ich absolut nicht gekommen.

(Ich glaube, das ist es auch, was Mecky im Sinn hat.)

Die Beichte war sowieso das allerärgste, die hatte etwas von Steuerprüfung oder Verkehrsamt. (Zuviele Punkte oder Punkte in der falschen Rubrik ergeben Führerscheinentzug).

 

Dann habe ich vor etwa zwei Jahren anlässlich meines Wiedereintritts in die katholische Kirche eine Beichte abgelegt, die rund achtzehn Jahre umfasste.

Und die war ganz leicht, ohne Druck und ohne jeden Prüfkatalog.

 

Das kann ganz zwanglos und selbstverständlich laufen.

Du redest einfach über Dein bisheriges Leben.

Du musst dein Leben nicht auf "Sünden" reduzieren.

Es geht um Dich vor Gott, und Du bist ein von ihm geliebter Mensch, nicht eine kritisch beäugte "Sündenproduzentin".

 

Meinen eigenen Beichtspiegel habe ich mir vom Papst persönlich entwerfen lassen - auch wenn er nichts davon weiß.

(Ja, so papsttreu kann ich sein!)

"Auf Christus schauen", empfiehlt der Papst ständig, und Recht hat er!

 

Wenn dieser liebevolle Blick auf mein Leben fällt, gefällt es mir dann noch so, wie es ist? - Das ist die entscheidende Frage.

 

(Ich gebe ja zu, der Blick ins eigene Innere kostet mich seither mehr Überwindung als früher, aber die Beichte selbst ist nie wieder stressig gewesen. Höchstens etwas länger wird sie. :angry2: )

 

Langer Rede kurzer Sinn:

Mach selbst nicht zu viel, lass lieber Gott machen.

 

Alles Liebe.

Edith

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Hallo Mecky,

 

ich versteh ja was Du schreibst, und finde das auch ok. Nur, wenn Zita eine totale "Anfängerin" ist, dann kann die von Dir bemerkte "Verkrampfung" einfach auch Unsicherheit sein.

 

Locker bleiben ist sicher richtig, aber auch, falls das geht, den richtigen Priester finden, bei dem die Chemie stimmt. Allerdings weiß ich nicht, ob das bei einer Konversion geht, ob das da nicht alles in einer Hand liegt, von wejen die Verwaltungssachen..

Ich finde es total wichtig, weil man sich "unlocker" alles versauen kann. Deswegen habe ich es auch auf die Gefahr hin geschrieben, dass Zita schon locker ist und meine Bemerkungen als bedrängende Unterstellung empfindet.

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Liebe Zita,

 

Mich alarmiert ein wenig der Ausdruck "das Bußsakrament ablegen".

Das ist keine Prüfung.

Du kannst nicht durchfallen.

Es gibt keine Formalitäten, die Du beachten musst.

Es gibt nichts, was Du "falsch" machen kannst.

 

Es gibt auch keinen "Sündenkatalog", den Du aufzählen musst.

Der Priester, der Dich auf den Übertritt vorbereitet hat oder jeder andere, dem Du sagst, dass es das erste Mal für Dich ist, wird Dich durch die Beichte führen, soweit es nötig ist.

 

----

 

Danke Dir Edith1 für Deine Zeilen!!

 

Ich lese dies heute, im Mai 09 etwa 1 Jahr nach meinem Wiedereintritt. Meine erste Beichte nach meiner Rekonzilitation war eher "grobstofflich".

Inzwischen merke ich Sachverhalte, die durchaus "beichtenswert" sind, die ich aber als solche erst zögernd zugelassen habe.

Dank Deines Beitrags werde ich mir wieder baldigst eine Beichtgelegenheit suchen, weil , JA es ist ein Sakrament der Versöhnung!

 

Ich gebe zu, es hat mich, aus einem nun fast 20jährigem säkularen Kontext kommend, Überwindung gekostet, meine erste Beichte im Rahmen meines Wiedereintritts zu tun. Aber mehr als alles andere ist es ein glückliches Gefühl, wenn man vor Gott "die Hosen runter gelassen hat" und der Priester

dies durch ein "Ego te absolvo.." bestätigt.

In diesem Kontext ist für mich die Liebe Gottes eindeutig fühlbar geworden.

 

Love & Peace

Teich

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