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Aus der Kirche austreten ist einfacher ...


Luzia
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Hallo liebe Forumsteilnehmer,

 

schön, dass es Euch und diese Möglichkeit des Austausch gibt. Wer meine früheren Beiträge gelesen hat weiss, dass ich mich die Frage "Konversion" ganz persönlich beschäftigt. Konkret geht es mir um den Wechsel aus der ev. in die rk Kirche. Inzwischen scheine ich für mich eine Antwort gefunden zu haben. Ich werde wohl wechseln. Es ist nur noch eine Frage des "wann". Hier möchte ich jedoch nichts überstürzen und zwinge mir selbst eine Bedenk- bzw. Wartezeit auf. In der Zwischenzeit werde ich weiterhin Gottesdienste beider Konfessionen besuchen.

 

Ganz bewusst kommuniziere ich meinen Entschluss nun auch in meinem Freundeskreis und stoße dort vielfach auf Unverständnis bis hin zur Ablehnung:

 

  • - Du kannst doch einfach weiter in den kath. Gottesdienst gehen, wenn's dir dort besser gefällt
    - Wie kannst du dieses weltfremde und lebensfeindliche System unterstützen (Papsttum, Rolle der Frau, Verhütung -> besonders in Entwicklungsländern, Diskussion um Pius-Bruderschaft, Ausgrenzung geschiedener, homosexueller .......) um nur einige Punkte zu nennen. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.
    - Eine Konversion hat eine Signalwirkung - Du spielst damit diesem "System" in die Hände ...

Hinzu kommt, dass mich mein (katholischer) Freund auf das Thema gebracht hat. Nicht um mich zu bekehren, nein, wir sprechen einfach über ganz viele Dinge und der Glaube spielt für uns beide eine große Rolle. Für meinen Freund spielt es keine Rolle, welcher Konfession ich angehöre. Im Gegenteil, wenn ich konvertieren wollte, nur weil er katholisch ist, dann täte ich damit weder ihm noch mir einen gefallen. Ich habe früher einfach nie über meine Konfession nachgedacht und mich nur sehr oberflächig mit der kath. Kirche beschäftigt. Außerdem sollte meine Entscheidung auch nach einem möglichen Ende unserer Partnerschaft für mich noch tragfähig sein. Auch deshalb bespreche ich viele meiner Überlegungen in diesem Zusammenhang ganz bewusst nicht mit meinem Freund - hier will und muss ich meinen ganz persönlichen und eigenen Weg finden... (Unterschwellig nimmt mir mein Freundeskreis dies wohl nur bedingt ab...)

 

Schon ganz schön anstrengend. Sobald jemand seine Religiösität oder seine Kirchenzugehörigkeit ernst nimmt, hat jeder eine Meinung dazu. Und wenn jemand der Kirche den Rücken kehrt und dies evtl. noch mit einem gerade publik gewordenen Skandal begründet, dann erntet diese Person eher noch ein verständnisvolles Nicken. Wenn dieser Schritt dann noch mit der Aussage gekoppelt wird "Es geht mir nicht ums Geld, das kann ich ja auch an eine geeignete Organisation spenden" ist sozial alles in Butter. Selbstverständlich werden dann auch keine Belege dafür gefordert, ob auch wirklich gespendet wird. Aber wenn ich erkläre, dass sich eine Konversion für mich einfach richtig "anfühlt", dann ist das viel zu wenig. Dann werden mir Verfehlungen des Papstes, der Kirche, seiner Priester und Bischöfe um die Ohren geworfen auf die ich nur bedingt reagieren kann und will. Wenn sich jemand in unserer oft scheinbar "grenzenlosen" Welt bewusst begrenzt, sich die Freiheit nimmt, nicht alle Freiheiten zu nutzen, dann wird er/sie argwönisch als altmodischer oder gar weltfremder Exot gesehen. Grenzen zu überschreiten erscheint da deutlich einfacher bzw. gesellschaftlich anerkannter

 

Wenn eine Firma wegen Börsenspielereien tausende von Mitarbeitern entlassen muss, ein Land seine Bürger unterdrückt und/oder ausbeutet, Bauern gezwungen werden, ihre Milch zu dumpingpreisen zu verschleudern, dann empören wir uns kurz aber kaufen kurze Zeit später dennoch deren Produkte, Unterstützen diese Länder durch unsere Urlaubsreisen oder die Ausbeutung der Bauern durch den Kauf der billigsten Milch. Warum dann aber dieses empörte "Geschrei", wenn eine Protestantin zur kath. Kirche übertreten will.

 

Ich bin nicht weltfremd. Unsere "Systeme" auf Erden sind von Menschen gemacht und werden durch Menschen geprägt. Und Menschen machen nun einmal Fehler.... Egal, welcher Konfession sie angehören - oder eben nicht angehören.

 

Mir geht es weder um ein politisches Statement, noch um ein uneingeschränktes und unkritisches "ja" zu einem bestimmten System. Mir geht es darum, was und woran ich glaube und was sich für mich richtig anfühlt. Auch geht es mir um Konsequenz, Klarheit und auch um Ökumene. Gerade wenn einem die Ökumene ernst und wichtig ist, dann muss man irgendwann auch einmal aufhören nur zu reden. Dann müssen Taten folgen. Dann muss man sich aufeinander zu bewegen und kann nicht nur immer darauf warten, dass der andere sich bewegt. Wenn man die Ökumene will, dann muss man auch zu Zugeständnissen bereit sein und dafür ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

 

Das musste/wollte ich einfach mal loswerden. Schön, dass das hier geht...

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Hallo Luzia,

 

ich wünsche Dir alles Gute mit Deiner Entscheidung.

Ich wünsche Dir Kraft, Deinen Weg zu gehen.

Ich wünsche Dir Freunde, die Deine Entscheidungen respektieren.

Ich wünsche Dir viel Freude am Dialog.

Ich wünsche Dir Liebe in Deiner Beziehung.

 

Steh zu Deiner Entscheidung,

lächle über die Kritiker, die ncihtige Beweggründe vorbringen.

lächle über die Kritiker, die Dir die falschen Beweggründe unterstellen.

lächle über die Kritiker, die Dir vorschreiben wollen, was man zu tun hat.

und erfreue Dich an denen, die Dich ernst nehmen.

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Mir geht es darum, was und woran ich glaube und was sich für mich richtig anfühlt.

Genau, und dem würde ich folgen. Als Anmerkung: solche Diskussionen gibt es immer mal wieder. Ich versuche sie selbst soweit wie möglich zu meiden, da sie in der Regel zu nichts führen. Zwar halte ich mich an Petrus: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“, das heißt aber nicht, daß ich am Abendbrottisch über Inquisition, Priesterzölibat, Reliquienfälschungen und Hexenverbrennung zuständig bin :angry2:.

Edited by Seraph
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Mir geht es darum, was und woran ich glaube und was sich für mich richtig anfühlt.

Genau, und dem würde ich folgen. Als Anmerkung: solche Diskussionen gibt es immer mal wieder. Ich versuche sie selbst soweit wie möglich zu meiden, da sie in der Regel zu nichts führen. Zwar halte ich mich an Petrus: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“, das heißt aber nicht, daß ich am Abendbrottisch über Inquisition, Priesterzölibat, Reliquienfälschungen und Hexenverbrennung zuständig bin :angry2:.

 

So ähnlich sehe ich das auch. Notfalls berufe ich mich auf mein Grundrecht der Meinungs- und Religionsfreiheit :angry2:

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Hallo Luzia,

 

ich wünsche Dir alles Gute mit Deiner Entscheidung.

Ich wünsche Dir Kraft, Deinen Weg zu gehen.

Ich wünsche Dir Freunde, die Deine Entscheidungen respektieren.

Ich wünsche Dir viel Freude am Dialog.

Ich wünsche Dir Liebe in Deiner Beziehung.

 

Steh zu Deiner Entscheidung,

lächle über die Kritiker, die ncihtige Beweggründe vorbringen.

lächle über die Kritiker, die Dir die falschen Beweggründe unterstellen.

lächle über die Kritiker, die Dir vorschreiben wollen, was man zu tun hat.

und erfreue Dich an denen, die Dich ernst nehmen.

 

Na ja wenn Luzia das Gegenteil erläutern würde: Daß sie erwägt aus der katholischen Kirche auszutreten, würdest du so nicht reden, vermute ich mal.

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Hallo Luzia,

 

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Ich wünsche Dir Kraft, Deinen Weg zu gehen.

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Ich wünsche Dir Liebe in Deiner Beziehung.

 

Steh zu Deiner Entscheidung,

lächle über die Kritiker, die ncihtige Beweggründe vorbringen.

lächle über die Kritiker, die Dir die falschen Beweggründe unterstellen.

lächle über die Kritiker, die Dir vorschreiben wollen, was man zu tun hat.

und erfreue Dich an denen, die Dich ernst nehmen.

 

Na ja wenn Luzia das Gegenteil erläutern würde: Daß sie erwägt aus der katholischen Kirche auszutreten, würdest du so nicht reden, vermute ich mal.

 

Doch, ich würde genau das selbe sagen.

Ich bin ungern mit Leuten zusammen in einer Kirche, die nie darüber nachgedacht haben, ob es ihre Kirche ist.

Wenn jemand feststellt, dass eine andere Kirche besser zu seiner Persönlichkeit oder seinem Glauben passt, soll er bitte wechseln.

Wenn jemand feststellt, dass er nicht mehr gläubig ist oder nicht kirchlich-gläubig ist oder zumindest kein Christ mehr ist, soll er austreten. Das ist die logische Konsequenz! Und dafür bin ich in jeder Lebenslage.

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Hallo Luzia,

 

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Steh zu Deiner Entscheidung,

lächle über die Kritiker, die ncihtige Beweggründe vorbringen.

lächle über die Kritiker, die Dir die falschen Beweggründe unterstellen.

lächle über die Kritiker, die Dir vorschreiben wollen, was man zu tun hat.

und erfreue Dich an denen, die Dich ernst nehmen.

 

Na ja wenn Luzia das Gegenteil erläutern würde: Daß sie erwägt aus der katholischen Kirche auszutreten, würdest du so nicht reden, vermute ich mal.

 

Doch, ich würde genau das selbe sagen.

Ich bin ungern mit Leuten zusammen in einer Kirche, die nie darüber nachgedacht haben, ob es ihre Kirche ist.

Wenn jemand feststellt, dass eine andere Kirche besser zu seiner Persönlichkeit oder seinem Glauben passt, soll er bitte wechseln.

Wenn jemand feststellt, dass er nicht mehr gläubig ist oder nicht kirchlich-gläubig ist oder zumindest kein Christ mehr ist, soll er austreten. Das ist die logische Konsequenz! Und dafür bin ich in jeder Lebenslage.

 

Sorry wenn ich dir unrecht getan habe, tut mir echt leid...

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Doch, ich würde genau das selbe sagen.

Ich bin ungern mit Leuten zusammen in einer Kirche, die nie darüber nachgedacht haben, ob es ihre Kirche ist.

Wenn jemand feststellt, dass eine andere Kirche besser zu seiner Persönlichkeit oder seinem Glauben passt, soll er bitte wechseln.

Wenn jemand feststellt, dass er nicht mehr gläubig ist oder nicht kirchlich-gläubig ist oder zumindest kein Christ mehr ist, soll er austreten. Das ist die logische Konsequenz! Und dafür bin ich in jeder Lebenslage.

 

 

Du sprichst mir aus der Seele!!!!!

 

und zu Luzia: ich bin gerade zu müde, um intensiv mitzulesen. Das mache ich dann morgen!

 

Liebe Grüße

 

Schaefchen

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Laß Dir auf jeden Fall Zeit damit.

 

Das Argument "Fühlt sich besser an" ist gewichtig, ich habe aus eigener Erfahrung gelernt, daß die persönliche Mentalität eine ganz zentrale Rolle spielt.

 

Und Konvertieren hat schwere Folgen: Ich war nicht einmal evangelisch erzogen, ich lebe nur in einer solchen Gegend. Ich war auch nur kurz evangelisch. Trotzdem ist eine Konversion Entwurzelung und man hat richtig danach zu tun. Überlege es Dir genau.

 

Denke auch daran, daß es sein kann, daß Du vielleicht irgendwann Pfarrer werden und Kinder haben möchtest. Karl Rahner hat über den Daumen gepeilt, daß das noch 50 Jahre bis dahin dauert. Da ist zwar einige Zeit seither vergangen, aber es sieht nicht danach aus, daß wir sehr viel näher gekommen sind inzwischen.

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Doch, ich würde genau das selbe sagen.

Ich bin ungern mit Leuten zusammen in einer Kirche, die nie darüber nachgedacht haben, ob es ihre Kirche ist.

Wenn jemand feststellt, dass eine andere Kirche besser zu seiner Persönlichkeit oder seinem Glauben passt, soll er bitte wechseln.

Wenn jemand feststellt, dass er nicht mehr gläubig ist oder nicht kirchlich-gläubig ist oder zumindest kein Christ mehr ist, soll er austreten. Das ist die logische Konsequenz! Und dafür bin ich in jeder Lebenslage.

 

Hallo Abigail,

unsere Positionen ähneln sich. Danke für Dein Feedback

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Laß Dir auf jeden Fall Zeit damit.

 

Das Argument "Fühlt sich besser an" ist gewichtig, ich habe aus eigener Erfahrung gelernt, daß die persönliche Mentalität eine ganz zentrale Rolle spielt.

 

Und Konvertieren hat schwere Folgen: Ich war nicht einmal evangelisch erzogen, ich lebe nur in einer solchen Gegend. Ich war auch nur kurz evangelisch. Trotzdem ist eine Konversion Entwurzelung und man hat richtig danach zu tun. Überlege es Dir genau.

 

Denke auch daran, daß es sein kann, daß Du vielleicht irgendwann Pfarrer werden und Kinder haben möchtest. Karl Rahner hat über den Daumen gepeilt, daß das noch 50 Jahre bis dahin dauert. Da ist zwar einige Zeit seither vergangen, aber es sieht nicht danach aus, daß wir sehr viel näher gekommen sind inzwischen.

 

Ich will und werde mir nicht nur Zeit nehmen, sondern auch das persönliche Gespräch sowohl mit meinen ev. Pfarrern als auch mit dem kath. Pfarrer suchen. Kritische Rückmeldungen aus meinem Umfeld sind zwar schwierig, aber auch sie helfen mir letztendlich dabei, die eigegen Position zu finden. Fühlt sich ein Wechsel auch dann noch richtig für mich an, wenn ich auf Unverständnis oder gar Ablehnung stoße? Es ist mein Leben und mein Glaube, meine Beziehung zu Gott und zur Kirche. Die aktive und persönliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen empfinde ich als Bereicherung. Es fühlt sich viel besser an, eine aktive Entscheidung zu treffen als einfach beim status quo zu bleiben, der sich irgendwann in meiner Vergangenheit gebildet hat. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schwieriger, aufzustehen und eine für den einen oder anderen möglicheweise kontroverse Position zu beziehen. Aber das ist es in jeder Lebensfrage..

 

Übrigens: Ich will gewiss niemals Pfarrerin werden und Kinder habe ich schon ;-)

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Hallo Luzia,

den Schritt, den Du vollziehen möchtest habe ich nach langem Hin und Her und einigen Umwegen gemacht.

Meine persönliche Erfahrung ist folgende:

Der Name "Evangelische Kirche" hat bedauerlicherweise mit "evangelisch" oder "dem Wort Gottes in allem treu sein" recht wenig zu tun. Eine deutsche Statistik die ich erst neuerlich las sagte, daß 30% der evang. Pfarrer nicht an die Auferstehung glauben. Diese schockierende Zahl ist an sich selbstredend. "Evangelische" die mir in persönlichen Gesprächen derartiges erklärten und dann eigentlich eingestanden daß sie an nichts glauben habe ich sehr viele kennengelernt.

Geistlichen Halt nach meiner Übersiedlung nach Griechenland vor 23 Jahren konnte ich in keiner evangelischen Kirche finden. Das Rezept "Glaube ist alles" funktionierte bei mir einfach nicht. Und Bibellesen hatte bei mir den einzigen Erfolg daß ich danach oder dabei schneller einschlafen konnte.

Es war gewiß Gottes Wille daß ich eine ernste Suche nach IHM begann (siehe Apg.17,27). Diese Suche führte mich ins Neokatechumenat der katholischen Kirche wo ich Christus kennenlernte, dann in eine Pfingstkirche wo ich die Heilige Schrift intensiv studierte und dann wieder zurück ins Neokatechumenat weil ich verstanden hatte daß das für mich das einzig richtige ist.

Mit meinem Wunsch zu konvertieren habe ich dann einen logischen Schritt getan um eine Suche zu beenden deren Ziel - den Auferstanden, Jesus, den Christus - ich teilweise bereits erreicht hatte.

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Laß Dir auf jeden Fall Zeit damit.

 

Das Argument "Fühlt sich besser an" ist gewichtig, ich habe aus eigener Erfahrung gelernt, daß die persönliche Mentalität eine ganz zentrale Rolle spielt.

 

Und Konvertieren hat schwere Folgen: Ich war nicht einmal evangelisch erzogen, ich lebe nur in einer solchen Gegend. Ich war auch nur kurz evangelisch. Trotzdem ist eine Konversion Entwurzelung und man hat richtig danach zu tun. Überlege es Dir genau.

 

Denke auch daran, daß es sein kann, daß Du vielleicht irgendwann Pfarrer werden und Kinder haben möchtest. Karl Rahner hat über den Daumen gepeilt, daß das noch 50 Jahre bis dahin dauert. Da ist zwar einige Zeit seither vergangen, aber es sieht nicht danach aus, daß wir sehr viel näher gekommen sind inzwischen.

 

Ich will und werde mir nicht nur Zeit nehmen, sondern auch das persönliche Gespräch sowohl mit meinen ev. Pfarrern als auch mit dem kath. Pfarrer suchen. Kritische Rückmeldungen aus meinem Umfeld sind zwar schwierig, aber auch sie helfen mir letztendlich dabei, die eigegen Position zu finden. Fühlt sich ein Wechsel auch dann noch richtig für mich an, wenn ich auf Unverständnis oder gar Ablehnung stoße? Es ist mein Leben und mein Glaube, meine Beziehung zu Gott und zur Kirche. Die aktive und persönliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen empfinde ich als Bereicherung. Es fühlt sich viel besser an, eine aktive Entscheidung zu treffen als einfach beim status quo zu bleiben, der sich irgendwann in meiner Vergangenheit gebildet hat. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schwieriger, aufzustehen und eine für den einen oder anderen möglicheweise kontroverse Position zu beziehen. Aber das ist es in jeder Lebensfrage..

 

Übrigens: Ich will gewiss niemals Pfarrerin werden und Kinder habe ich schon ;-)

 

Hallo Namens- ja, wie sagt man das eigentlich? Vetterin? Cousine?!

 

Was Du da geschrieben hast, finde ich richtig gut. Ich bin auch vor kurzem übergetreten (von evangelisch zu altkatholisch). Letztlich ist es doch eine ganz persönliche Entscheidung, aber ich denke, Gespräche (weniger hier im Forum, aber dafür mehr im realen Umfeld) sind trotzdem wichtig. Ich habe jeder kritischen und auch ermunternden Meinung innerlich lange nachgespürt um sicher zu sein, was sie in mir auslöst und bewegt (habe ich nichts verdrängt? dies bedacht, jenes gewürdigt?). Ich glaube, es hiflt ziemlich, wenn man die "Herkunftskirche" nicht verteufelt, wenn man nicht glaubt, durch den Übertritt an sich der Wahrheit irgendwie näher zu kommen, wenn man dankbar sein kann für die Vielfalt der unterschiedlichen Zugänge. Wenn man seinen eigenen Weg in der Gesamtheit letztlich als folgerichtig anerkennt und sich nicht im Nachhinein über lange Strecken im Irrtum wähnt. Denn die für einen selbst richtige Entscheidung hat ja immer eine lange Vorgeschichte.

 

Für Deinen Weg alles Gute!

 

Lucie

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Die Angelika

hallo Luzia,

 

sehe ich das richtig?

Du bist evangelisch, hast Kinder, bist geschieden und hast jetzt einen katholischen Freund?

Du möchtest zur katholischen Kirche konvertieren?

Du legst Wert darauf, dass deine Entscheidung auch dann tragfähig bleibt, wenn deine Beziehung zu deinem Freund nicht dauerhaft bleiben sollte?

 

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann bin ich momentan etwas geplättet.

Ist dir klar, was es für eine praktizierende Katholikin heißt, wenn sie geschieden einen Freund hat?

 

alles Liebe

 

Angelika

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Ist dir klar, was es für eine praktizierende Katholikin heißt, wenn sie geschieden einen Freund hat?

 

alles Liebe

 

Angelika

 

Hallo Angelika!

Ich glaub nicht, dass dieser Punkt ein Ausschlusskriterium sein sollte, um sich praktizierend katholisch zu nennen. Ich, als jemand, der von klein auf katholisch ist und mich selbst - wenn man es so nennen will - als praktizierend bezeichne, kann und will auch nicht alle Haltungen der katholischen Kirche akzeptieren und für mich auf mein persönliches Leben anwenden. Ich bin froh, dass wir in einem Land leben, in dem die meisten Menschen sich so weit von kirchlichen Regeln emanzipiert haben, dass sie sagen: Ich stimme zwar in dem und dem Punkt nicht mit der Kirche überein (Kommunionempfang Wiederverheirateter, Empfängisverhütung, Homosexualität,...), aber selbst wenn es auf mich selbst zutrifft, muss ich mit meinem eigenen Gewissen und meinem Gott im Reinen sein, und ziehe daraus die Konsequenz die ich für mich für richtig halte und verantworten kann (z.B. Kommunion dennoch empfangen). Deshalb bezeichne ich mich doch selber trotzdem als katholisch, denn dazu gehört doch einiges mehr!

Warum sollte also jemand, der aus eigenem Entschluss katholisch wird, mit ALLEM übereinstimmen müssen?!

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Die Angelika

hallo Simone,

 

grundsätzlich stimme ich dir zu. Dennoch können aber manche persönlichen Lebensumstände das Leben in der katholischen Kirche (abhängig von der jeweiligen konkreten Gemeinde) schon etwas schwer erträglich machen.

Ich bin selbst katholisch.

Ich weiß nicht, ob ich mich unter Luzias Umständen dem stellen wollen würde, was einem da in katholischen Gemeinden ereilen kann. Luzia sagt ja, dass es für sie vom Gefühl her stimmig sein muss. Nur denke ich, dass es sich eben in einer katholischen Gemeinde anders anfühlt, wenn man dort als eifriger evangelischer Kirchenbesucher erscheint, als wenn man dort als eifriger katholisches Gemeindemitglied ist.

 

alles Liebe

 

Angelika

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Aus der Kirche austreten ist bei uns in D'land leider immer noch unumgänglich wenn mann/frau die Konfession wechseln will. Warum wird es uns eigentlich so schwer gemacht? Warum muss ich eigentlich um die Konfession (rk zu ev, ak, oder umgekehrt) eigentlich den Umweg über den Atheismus wählen? Wir brauchen in D'land endlich die Trennumg von Staat und Kirche!

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Ist dir klar, was es für eine praktizierende Katholikin heißt, wenn sie geschieden einen Freund hat?

 

alles Liebe

 

Angelika

 

Hallo Angelika!

Ich glaub nicht, dass dieser Punkt ein Ausschlusskriterium sein sollte, um sich praktizierend katholisch zu nennen. Ich, als jemand, der von klein auf katholisch ist und mich selbst - wenn man es so nennen will - als praktizierend bezeichne, kann und will auch nicht alle Haltungen der katholischen Kirche akzeptieren und für mich auf mein persönliches Leben anwenden. Ich bin froh, dass wir in einem Land leben, in dem die meisten Menschen sich so weit von kirchlichen Regeln emanzipiert haben, dass sie sagen: Ich stimme zwar in dem und dem Punkt nicht mit der Kirche überein (Kommunionempfang Wiederverheirateter, Empfängisverhütung, Homosexualität,...), aber selbst wenn es auf mich selbst zutrifft, muss ich mit meinem eigenen Gewissen und meinem Gott im Reinen sein, und ziehe daraus die Konsequenz die ich für mich für richtig halte und verantworten kann (z.B. Kommunion dennoch empfangen). Deshalb bezeichne ich mich doch selber trotzdem als katholisch, denn dazu gehört doch einiges mehr!

Warum sollte also jemand, der aus eigenem Entschluss katholisch wird, mit ALLEM übereinstimmen müssen?!

 

Mit allem übereinstimmen ist sicher so oder so schwierig. Aber ich würde schon sagen, dass Nicht-Austreten was ganz anderes ist als Eintreten, also dass man als Konvertit doch schlecht in so vielen Punkten ganz anderer Meinung sein kann als die Kirche, der man sich anschließt.

 

Übrigens gab es hier mal eine Forantin, die diese Situation ganz bewusst auf sich genommen hat (also wegen Weiderverheiratung nicht zur Kommunion dürfen). Schau mal hier und hier. Die hat mich echt beeindruckt.

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hallo Simone,

 

grundsätzlich stimme ich dir zu. Dennoch können aber manche persönlichen Lebensumstände das Leben in der katholischen Kirche (abhängig von der jeweiligen konkreten Gemeinde) schon etwas schwer erträglich machen.

Ich bin selbst katholisch.

Ich weiß nicht, ob ich mich unter Luzias Umständen dem stellen wollen würde, was einem da in katholischen Gemeinden ereilen kann. Luzia sagt ja, dass es für sie vom Gefühl her stimmig sein muss. Nur denke ich, dass es sich eben in einer katholischen Gemeinde anders anfühlt, wenn man dort als eifriger evangelischer Kirchenbesucher erscheint, als wenn man dort als eifriger katholisches Gemeindemitglied ist.

 

alles Liebe

 

Angelika

 

 

Oder auch nicht. Ich kenne eine Gemeinde, in der die Frau eines geschiedenen - und jetzt mir ihr verheirateten - Mannes die Vorsitzende des PGR ist, und es wird auch nicht als Problem angesehen, dass sie die Kommunion austeilt.

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hallo Simone,

 

grundsätzlich stimme ich dir zu. Dennoch können aber manche persönlichen Lebensumstände das Leben in der katholischen Kirche (abhängig von der jeweiligen konkreten Gemeinde) schon etwas schwer erträglich machen.

Ich bin selbst katholisch.

Ich weiß nicht, ob ich mich unter Luzias Umständen dem stellen wollen würde, was einem da in katholischen Gemeinden ereilen kann. Luzia sagt ja, dass es für sie vom Gefühl her stimmig sein muss. Nur denke ich, dass es sich eben in einer katholischen Gemeinde anders anfühlt, wenn man dort als eifriger evangelischer Kirchenbesucher erscheint, als wenn man dort als eifriger katholisches Gemeindemitglied ist.

 

alles Liebe

 

Angelika

 

Da stimme ich Dir ohne Weiteres zu (wobei ich glaube, dass das bei der Thematik Wiederverheirateter, wenn man nicht grade in einem Dorf lebt, nicht so schwierig sein dürfte...), dass ich es mir an Luzias Stelle auch nochmal gut überlegen würde. Ich hatte Deinen Satz "Ist dir klar, was es für eine praktizierende Katholikin heißt, wenn sie geschieden einen Freund hat?" nur so verstanden, als würdest Du es so sehen, dass sie dann nicht richtig katholisch wäre, wenn sie sich daran nicht hielte... Aber dann ist ja alles geklärt und wir sind einer Meinung :angry2:

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hallo Luzia,

 

sehe ich das richtig?

Du bist evangelisch, hast Kinder, bist geschieden und hast jetzt einen katholischen Freund?

Du möchtest zur katholischen Kirche konvertieren?

Du legst Wert darauf, dass deine Entscheidung auch dann tragfähig bleibt, wenn deine Beziehung zu deinem Freund nicht dauerhaft bleiben sollte?

 

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann bin ich momentan etwas geplättet.

Ist dir klar, was es für eine praktizierende Katholikin heißt, wenn sie geschieden einen Freund hat?

 

alles Liebe

 

Angelika

 

Hallo Angelika,

du siehst das richtig. Auch über diesen Punkt habe ich länger nachgedacht. Ich sehe das Problem durchaus. Bliebe ich evangelisch wäre es einfacher. Keine Sorge vor "Spiessrutenlaufen", keine "juristischen Schwierigkeiten", auch am Abendmahl könnte ich problemlos teilnehmen und sollten mein Freund und ich womöglich irgendwann einmal mit dem Gedanken spielen zu heiraten, so wäre auch das einfacher.

Aber: Ich bin ev. luth. geprägt und habe dadurch in vielen meiner Positionen eh eine große Nähe zu den Inhalten des kath. Glaubensverständnis. Damit, dass meine (zumindest von meiner Seite) auf Dauer angelegte Ehe gescheitert ist musste ich auch erst einmal klar kommen. Auch das habe ich mir nicht leicht gemacht ...

 

Dennoch: Bei allem Bewusstsein für die Schwierigkeiten fühlt sich meine Entscheidung immer noch richtig an. Sollte ich mich hier wegen der größeren "juristischen Schlupfwinkel" gegen dieses Gefühl stellen? Unser Gott ist die Liebe. Die Liebe zu unseren Mitmenschen, zu unseren Familien, zur Schöpfung, zur Gemeinschaft, zur Kirche und zu unseren Partnern. Wer in der Liebe bleibt, der geht nicht fehl - egal, wohin unser Weg uns führt und egal, welche Steine und Schwierigkeiten unseren Weg beschwerlich machen.

Meine Kinder sind übrigens alt genug, ihre eigene Entscheidung zu treffen und ich will und werde ja auch nichts überstürzen...

Danke für Deinen Beitrag

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Die Angelika
hallo Simone,

 

grundsätzlich stimme ich dir zu. Dennoch können aber manche persönlichen Lebensumstände das Leben in der katholischen Kirche (abhängig von der jeweiligen konkreten Gemeinde) schon etwas schwer erträglich machen.

Ich bin selbst katholisch.

Ich weiß nicht, ob ich mich unter Luzias Umständen dem stellen wollen würde, was einem da in katholischen Gemeinden ereilen kann. Luzia sagt ja, dass es für sie vom Gefühl her stimmig sein muss. Nur denke ich, dass es sich eben in einer katholischen Gemeinde anders anfühlt, wenn man dort als eifriger evangelischer Kirchenbesucher erscheint, als wenn man dort als eifriger katholisches Gemeindemitglied ist.

 

alles Liebe

 

Angelika

 

 

Oder auch nicht. Ich kenne eine Gemeinde, in der die Frau eines geschiedenen - und jetzt mir ihr verheirateten - Mannes die Vorsitzende des PGR ist, und es wird auch nicht als Problem angesehen, dass sie die Kommunion austeilt.

 

 

tja, wie ich eben oben schrieb: abhängig von der jeweiligen konkreten Gemeinde

 

@Lucie:

mich macht nur hellhörig, dass Luzia eben schrieb, dass es sich für sie richtig anfühlen muss. Weil aber gerade sowas das Gefühlsleben dann schon gehörig in Mitleidenschaft ziehen kann, wollte ich darauf aufmerksam gemacht haben.

 

alles Liebe

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Die Angelika

hallo Luzia

 

Dennoch: Bei allem Bewusstsein für die Schwierigkeiten fühlt sich meine Entscheidung immer noch richtig an. Sollte ich mich hier wegen der größeren "juristischen Schlupfwinkel" gegen dieses Gefühl stellen?

 

nein, auf keinen Fall. Mir ging es nur darum, dich darauf noch aufmerksam zu machen. Wenn du dir dessen bewusst bist, dann ist alles in Ordnung. Ich wünsche dir Gottes Segen bei deiner Entscheidung

 

alles Liebe

 

Angelika

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Hallo Luzia,

ich gratuliere Dir dazu, in Deinem Leben fündig geworden zu sein. Du zählst somit nicht mehr zu den "Suchenden" dieser Welt.

Natürlich hast damit auch den steinigen Weg gewählt. Sagte aber nicht Jesus selbst: "Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwegen beschimpft, verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet."..... Matthäus-Evangelium, (Mt 5,1-12)

Glücklich der, welcher Kenntnis über diese Weisheit hat und Jesus nachfolgt.

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