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Gibt es einen katholischen Glauben?


pesce
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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

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Mantelteiler
frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?

Hi!

Was meinst du mit "reine Legende" bzw. "rein symbolisch"?

Du kannst die Geschichte vom kritisch nachfragenden Thomas als "Legende" betrachten (nicht: abtun).

Du kannst die Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt erst mal "symbolisch" betrachten (nicht: abtun).

Wenn das dich nicht befriedigt, weil da der schale Begeschmack eines "nur" bleibt, dann kannst du mal anfangen nachzuforschen:

Wie sind diese Geschichten/Begriffe entstanden...?

In welcher Welt lebten die Menschen damals?

In welcher Welt leben wir heute?

In welchen Welten lebten jeweils die Menschen, die diese Geschichten/Begriffe über die Jahrhunderte hin zu uns transportiert haben?

 

Und dann die Frage: Was hat das alles mit dir heute zu tun?

 

Ich weiß nicht, ob du technisch dazu in der Lage (=berechtigt) bist, den Titel dieses Thread nochmal zu ändern...

Wenn ich deine Frage besser verstehe, kann ich auch besser mit dir weiter diskutieren.

 

Auf Rückmeldungen sich freuend ...

grüße ich dich herzlich

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Ich kann es mir leicht machen und sagen: "katholisch ist was ein Katholik glaubt!"

Aber ist das wirklich die Richtschnur? Es gibt so viele Katholiken und jeder wird, zumindest in nuancen, seine eigene theologie haben mit mehr oder weniger grossen Schnittmengen.

 

katholiken sind in erster Linie Christen. Also sind Jesu Worte in erster Linie ausschlag gebend. Da wo ich damit nicht weiter komme wohl das Lehramt (namentlich der Papst, der Katechismus). Aber ich kann auch mein Hirn einschalten, bzw. mein gewissen befragen.

 

Gruß!

Frank

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Udalricus
Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?
Bloß nicht!

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

Ich denke, man kann exegetische Argumente und Aussagen des Lehramtes durchaus in einem konstruktiven Zusammenhang sehen und so zu einer gediegenen Sicht auf die Bibel kommen, in der viele historische Hintergründe erkannt und anerkannt werden, manches aber als literarische, stilistische Ergänzung gesehen werden muss. Die Schöpfungserzählungen haben eben einen ganz anderen Charakter als die Beschreibungen des Arztes Lukas, der - wie er selbst schreibt "allem sorgfältig nachgegangen ist"!
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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

 

 

Jeder sollte so damit umgehen, wie er es kann und den Respekt vor denen nicht verlieren, die es anderes auffassen. Beispiel: Jesus geht über den See. Ich gehe manchmal in die Geschichte hinein. Wortwörtlich. Und dann nehme ich an der Geschichte teil. Und zu anderen Zeiten nehme ich die Geschichte bildlich und sehe den unruhigen See als das Leben, das mich umgibt. Warum sollte ich mich für eines entscheiden? Beides kann zu Gott führen. Das, was nicht zu Gott führt, ist: einen Weg zu gehen und den Anderen, die es nur auf dem anderen Weg erfasssen zu können, den Weg zu Gott abzusprechen.

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Mariamante
Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

Zuerst herzlich willkommen im Forum. Wer (auch als getaufter Katholik) an Gott glaubt, an "ewige Werte" ist meiner Meinung nach immer "unzeitgemäß". Was die Entmystifizierungsmanöver auch im Umgang mit der Bibel betrifft (z.B. Leugnung der Wunder Jesu) sehe ich das als Kleinglauben. Wer Gottes machtvolles Wirken in seinem eigenen Leben erfährt, der wird die Wunder- Schilderungen der Schrift, die Erfahrungen der Apostel in der Apostelgeschichte nicht als fromme Legenden abtun.

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?
Nein.

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

Zu meiner Ansicht, dass Gott bei denen die einen starken Glauben haben zu allen Zeiten Wunder wirkt, komme ich auf Grund meines Glaubens - und weil ich Gottes wunderbare Liebe im eigenen Leben kraftvoll erleben durfte.

Edited by Mariamante
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frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

... vom "gläubigen Thomas"?

 

Thomas, genannt "Didymus": "Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe und nicht meinen Finger in das Mal der Nägel und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich es nicht"

 

Jesus: "Reich deinen Finger her und sieh meine Hände und reich deine Hand und lege sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!"

 

... das ist doch nur zu verständlich, - wie soll er denn einen Begriff wie "Auferstehung" in seinem naturwissenschaftlichen Weltbild unterbringen??

Edited by lh17
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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

Der Glaube der katholischen Kirche ist nicht "zeitgemäß" sondern zeitlos wahr.

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf.
Glaub' nicht jeden Mist, den man Dir erzählt. Versuch' erst mal zu verstehen, bevor Du Dir über "Buchstabentreue" Gedanken machst. Auch in Bibelausgaben kommenDruckfehler oder Übersetzungsfehler vor.
Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?
Das wäre nicht katholisch.

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten
Seit über 40 Jahren katholisch - mindestens 30 davon bewußt und gern; mit wachsender Begeisterung.
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gouvernante
Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf.
Glaub' nicht jeden Mist, den man Dir erzählt. Versuch' erst mal zu verstehen, bevor Du Dir über "Buchstabentreue" Gedanken machst. Auch in Bibelausgaben kommenDruckfehler oder Übersetzungsfehler vor.
Auch die Urtexte gewinnen nicht, wenn man versucht alles buchstabengetreu umzusetzen.
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Du hast mich völlig missverstanden.

 

Es kommt darauf an, den Geist der Schrift zu erfassen - wer mit der Haltung herangeht "ist ja eh bloß alles gelogen oder symbolisch gemeint", der sollte es besser gleich lassen.

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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

Der Glaube der katholischen Kirche ist nicht "zeitgemäß" sondern zeitlos wahr.

 

Ich möchte dir gerne recht geben. Für mich bleiben trotzdem viele Fragezeichen. Was genau beinhaltet der zeitlose Glaube? Wie eng/ offen bzw. eindeutig/vieldeutig sind Formulierungen wie "Auferstehung von den Toten" oder "Jesus als wahrer Gott und wahrer Mensch" ? Sind wir mit Worten (vgl. Bibel) überhaupt in der Lage die Unbegreiflichkeit Gottes je annähernd zu ertasten oder eher in Gefahr "Gott" miss zu verstehen und uns statt dem lebendigen Gott eher ein starres Götzenbild zu schaffen und dann zu verhängnisvollen Fehlurteilen zu gelangen?

 

Ich denke doch, dass es in diesen Fragen "zeitbedingte" Unterschiede gab und gibt. Oder glaubten denn nicht die ersten Apostel noch an eine baldige Widerkunft Christi und eine fleischliche Auferstehung ihrer eigenen Körper?

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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

Der Glaube der katholischen Kirche ist nicht "zeitgemäß" sondern zeitlos wahr.

 

Ich möchte dir gerne recht geben. Für mich bleiben trotzdem viele Fragezeichen. Was genau beinhaltet der zeitlose Glaube? Wie eng/ offen bzw. eindeutig/vieldeutig sind Formulierungen wie "Auferstehung von den Toten" oder "Jesus als wahrer Gott und wahrer Mensch" ? Sind wir mit Worten (vgl. Bibel) überhaupt in der Lage die Unbegreiflichkeit Gottes je annähernd zu ertasten oder eher in Gefahr "Gott" miss zu verstehen und uns statt dem lebendigen Gott eher ein starres Götzenbild zu schaffen und dann zu verhängnisvollen Fehlurteilen zu gelangen?

 

Ich denke doch, dass es in diesen Fragen "zeitbedingte" Unterschiede gab und gibt. Oder glaubten denn nicht die ersten Apostel noch an eine baldige Widerkunft Christi und eine fleischliche Auferstehung ihrer eigenen Körper?

Auch ich glaube an eine baldige Widerkunft Christi. Was allerdings "bald" in göttlichen Zeitmaßstäben heißt, kann ich nicht beurteilen. "Die Zeit kennt allein der Vater" sagt Jesus (oder so - ist aus dem Gedächtnis zitiert).

"credo in resurrectionem carnis" - ja, das ist das Glaubensbekenntnis. Auferstehung des "Fleisches". Das ist immer der Glaube der Kirche gewesen, davon ist nichts überholt. Aus den Evangelien ist uns allerdings auch bekannt, dass der Körper des Auferstandenen - ganz Mensch und ganz Gott - sich vom Körper des Lebenden Christus unterschied. Immerhin hatten Maria Magdalena ("Gärtner"?) und die Emmaus-Jüner zunächst Schwierigkeiten, den Herrn wiederzuerkennen. Wenn Christus ganz und gar auferstanden ist - nicht nur seelisch, sondern auch körperlich: Das Grab war leer! - warum soll das für uns anders sein?

 

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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

Der Glaube der katholischen Kirche ist nicht "zeitgemäß" sondern zeitlos wahr.

 

Ich möchte dir gerne recht geben. Für mich bleiben trotzdem viele Fragezeichen. Was genau beinhaltet der zeitlose Glaube? Wie eng/ offen bzw. eindeutig/vieldeutig sind Formulierungen wie "Auferstehung von den Toten" oder "Jesus als wahrer Gott und wahrer Mensch" ? Sind wir mit Worten (vgl. Bibel) überhaupt in der Lage die Unbegreiflichkeit Gottes je annähernd zu ertasten oder eher in Gefahr "Gott" miss zu verstehen und uns statt dem lebendigen Gott eher ein starres Götzenbild zu schaffen und dann zu verhängnisvollen Fehlurteilen zu gelangen?

 

Ich denke doch, dass es in diesen Fragen "zeitbedingte" Unterschiede gab und gibt. Oder glaubten denn nicht die ersten Apostel noch an eine baldige Widerkunft Christi und eine fleischliche Auferstehung ihrer eigenen Körper?

 

Etwas anderes als diese Worte können wir zunächst einmal nicht haben. Und ja, wie alles kann auch dies mißverstanden und mißbraucht werden.

 

Ja, diese Naherwartung bestand und sie hat sich in diesem Leben nicht erfüllt. Der Gedanke der fleischlichen Auferstehung bewahrt uns zunächst davor, unseren Körper gering zu schätzen (gute Seele, böser Körper). Oder mit anderer Perspektive: Wir nehmen unser ganzes gelebtes Leben mit.

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Gibt es einen katholischen Glauben?

 

Natürlich! :lol:

 

Warum sollte es ihn denn nicht geben? :unsure:

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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

 

Was heist zeitgemäß glaube? Jesus war und ist zeitgemäß.

Die Erleuchtung bekommt man durchs beten, der jenige wo um Erleuchtung bittet wird die Erleuchtung bekommen.

Die Taufe ist der Anfang, dann kommt die Erziehung und dann muss man es im Leben umsetzen.

Ich Glaube jeder hat irgendwann mal seine zweifel, aber wenn man aus tiefsten Herzen glaubt und man täglich betet, versteht man den Katholischen Glauben, man bekommt die Erleuchtung. Unser Ziel muss es sein Heilig zu werden und täglich neu zu beginnen.

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Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?
Bloß nicht!

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

Ich denke, man kann exegetische Argumente und Aussagen des Lehramtes durchaus in einem konstruktiven Zusammenhang sehen und so zu einer gediegenen Sicht auf die Bibel kommen, in der viele historische Hintergründe erkannt und anerkannt werden, manches aber als literarische, stilistische Ergänzung gesehen werden muss. Die Schöpfungserzählungen haben eben einen ganz anderen Charakter als die Beschreibungen des Arztes Lukas, der - wie er selbst schreibt "allem sorgfältig nachgegangen ist"!

es wäre aber besser gewesen andere hätten ihm diese sorgfalt bescheinigt.

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Gibt es einen katholischen Glauben?

 

Wieviele Katholiken gibt es? Über eine Milliarde alleine in der RKK. Dazu dann noch die Orthodoxen, die sich als Katholiken sehen, die Anglikaner und die Utrechter Altkatholiken, die sich als Katholiken verstehen, die unierten Ostkirchen, die was-weiß-ich-nicht-alles. Und natürlich die Pius-Brüder.

 

Unmengen also. So viele verschiedene "katholische Glauben" gibt es. Wobei die Richtungsgrenzen nicht mal unbedingt nur an den Konfessionsgrenzen verlaufen - es gibt genügend Altkatholiken, die viel "konservativer" sind als viele "Römer" und ich habe schon Piusse getroffen, die sich eine katholische Kirche ohne Pflichtzölibat für Priester vorstellen können.

 

Was will man da machen? Am Besten wird sein, sich zu überlegen, wie man selber leben will, wie man den katholischen Glauben selbst versteht. Da kann man dann die lehramtlichen Aussagen als Hinweis nehmen - aber letztlich ist es der individuelle Glaube, der die Oberhand gewinnt. Was hilft es mir, z.B. die Jungfrauengeburt Jesu durch Maria wörtlich zu nehmen, wenn ich es einfach nicht kann - ich kann mir tausendmal was vorsagen. Ehrlicher ist es dann, zu sagen, dass man das halt nicht glauben kann.

 

Und dann kann man sich noch die Frage stellen, wofür es Kirche gibt - die Gemeinschaft, die die Christen auf ihrem "pilgernden Weg" begleitet. In dieser ausgedehnten großen Gruppe ist für viele Platz. Nur keine Hektik. So lange Du die Kirche nicht völlig aus den Augen verlierst, musst Du Dir nicht viele Gedanken machen.

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Durchaus gibt es einen "katholischen Glauben", mit den Glaubensinhalten der Bibel und der Tradition der RKK, so wie sie das Lehramt der röm.kath. Kirche lehrt.

Der Katechismus der RKK beschreibt detailliert die Glaubensinhalte der Kirche.

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Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?
Bloß nicht!

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

Ich denke, man kann exegetische Argumente und Aussagen des Lehramtes durchaus in einem konstruktiven Zusammenhang sehen und so zu einer gediegenen Sicht auf die Bibel kommen, in der viele historische Hintergründe erkannt und anerkannt werden, manches aber als literarische, stilistische Ergänzung gesehen werden muss. Die Schöpfungserzählungen haben eben einen ganz anderen Charakter als die Beschreibungen des Arztes Lukas, der - wie er selbst schreibt "allem sorgfältig nachgegangen ist"!

es wäre aber besser gewesen andere hätten ihm diese sorgfalt bescheinigt.

Warum sollten andere glaubwürdiger sein als er selbst?
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Sam_Naseweiss
Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

Es gibt keinen Grund nicht an die Geschichte vom ungläubigen Thomas zu glauben.

Was uns daran zweifeln lassen könnte, ist im Grunde nur der materialistische Zeitgeist, der es uns als absurd erscheinen läßt, daß sich die Geschichte so zugetragen haben könnte.

Wenn man aber eh nicht von der Wahrheit des Materialismus überzeugt ist oder an diesem zweifelt, dann gibt es auch keinen Grund dafür, daß man Dinge für absurd befindet, weil sie mit der materialistischen Weltsicht nicht vereinen lassen.

Viele moderne Christen verschieben das Mystische in irgendeinen hinteren Winkel, der vor eigenen und fremden Reflektionen geschützt ist. Ohne einen mystischen Kern kommt aber kein Christ aus.

 

Man hat aber auch eigentlich keinen direkten Grund die Geschichte vom ungläubigen Thomas für wortwörtlich wahr zu halten.

Wie man dies letztendlich sieht, ist Resultat eines Prozesses, der bei jedem Christen etwas anders abläuft.

 

Wenn es für Gott wichtig gewesen wäre, daß wir an die Wahrheit dieser Geschichte glauben, dann hätte er wohl dafür gesorgt, daß wir dies tun.

Ich glaube nicht, daß es wichtig ist, was wir im Detail für wahr und richtig halten, sondern das wir das wesentliche erfassen und danach leben und dies halte ich dann für die Entscheidung für Gott, die für unsere Pilgerdasein relevant ist.

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EInen katholischen oder einen römisch-katholischen Glauben? Das sollte die erste Unterscheidung in der Fragestellung sein, verbunden mit dem Wissen darum, was katholisch (es ist ja nun mal keine deutsches Wort) im Grunde genommen bedeutet und was teilweise von außen hineininterpretiert wird.

 

Zudem geht die Frage an dem vorbei, was der Glaube bedeutet. Es gibt einen christlichen Glauben. Und der chistliche Glaube hat sich im Laufe der Zeit in verschiedene ins-Leben-Umsetzungsvarianten (leider? Gott sei Dank?) geteilt.

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Ich hätte dieses Statement meiner Eminenz wohl in wenigstens 3 aktuellen Threads posten können.

 

Das Schlimme: auf der einen Seite hat er nicht unrecht, auf der anderen Seite sind seine eigenen katechetischen Anwandlungen eher - nun ja - rar.

 

Seit 1955 kein neuer Metropolitankatechismus und nach dem Erscheinen des KKK-K die Empfehlung desselbigen als Katechesegrundlage. Das war's.

 

Angesichts seiner und seiner Vorgänger Weisungsbefugnis zu Fasten und Liturgie erscheint mir das ein wenig arg dünn.

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Hallo,

frage mich ernsthaft, ob ich als getaufter Katholik noch zeitgemäß glaube, wenn ich beispielsweise die Geschichte vom gläubigen Thomas nicht als reine Legende abtue?

 

Ich weiß, dass ich die Bibel nicht buchstabengetreu verstehen darf. Soll ich aber wirklich so weit gehen sämtliche Begriffe wie Auferstehung und Himmelfahrt rein symbolisch zu verstehen?

 

Welche Vorstellungen habt ihr dazu und wie kommt ihr zu eueren Ergebnissen bzw. Ansichten?

 

Danke für eurer Antwort.

Du darfst die Bibel ruhig wörtlich nehmen.

Du musst nur die Textsorten unterscheiden können:

Eine Sage ist auf andere Weise wörtlich zu nehmen als eine Verhaltensvorschrift. Ein Brief anders als ein Märchen, ein Gebet anders als ein Kriegsbericht, ein Gleichnis anders als eine Kultvorschrift.

 

Zeitgemäßer Glaube (Jeder Zeit gemäßer Glaube) erkennt die Kernpunkte: Nicht, ob die Geschichte vom (un)gläubigen Thomas genau so abgelaufen ist, ist wichtig, sondern sein Bekenntnis: Mein Herr und mein Gott!

Das ist nämlich ein Bekenntnis der Urkirche.

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Ich denke doch, dass es in diesen Fragen "zeitbedingte" Unterschiede gab und gibt. Oder glaubten denn nicht die ersten Apostel noch an eine baldige Widerkunft Christi und eine fleischliche Auferstehung ihrer eigenen Körper?

Na ja.

Ich schon auch. An beides. An die baldige Wiederkunft Christi auf Grund meines Alters. Übermäßig lang kann's nicht mehr dauern. 20 Jahre vielleicht, eher weniger. Jedenfalls innerhalb der Zeitspanne meines Lebens. Und an die fleischliche Auferstehung sowieso. Eine andere ist mir nicht vorstellbar und erscheint mir sinnlos. Ich und mein Körper, wir sind ja eins. Unterscheidbar, aber nicht trennbar.

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Ich denke doch, dass es in diesen Fragen "zeitbedingte" Unterschiede gab und gibt. Oder glaubten denn nicht die ersten Apostel noch an eine baldige Widerkunft Christi und eine fleischliche Auferstehung ihrer eigenen Körper?

Na ja.

Ich schon auch. An beides. An die baldige Wiederkunft Christi auf Grund meines Alters. Übermäßig lang kann's nicht mehr dauern. 20 Jahre vielleicht, eher weniger. Jedenfalls innerhalb der Zeitspanne meines Lebens. Und an die fleischliche Auferstehung sowieso. Eine andere ist mir nicht vorstellbar und erscheint mir sinnlos. Ich und mein Körper, wir sind ja eins. Unterscheidbar, aber nicht trennbar.

Hallo

Man kann als Herzens-Katholik allein vom persönlichen Verständnis vieler fixierter katholischer Lehrsätze durchaus so abweichen, dass man eigentlich nicht mehr spezifisch katholisch ist, sondern Christ. So ein Katholik bin ich.

 

Das heißt, mir sind Vorschriften und festgelegte Dogmen nicht mehr so bedeutsam, und das obwohl ich treu an bestimmte Dinge glaube. So glaube ich an die Berichte vom Thomas, der die Wundmale Jesu berührt, so die Tatsache der Auferstehung Jesu, so sein vielfaches Erscheinen bis zu seiner Himmelfahrt. Ich glaube auch an die vielen Wunder, die Jesus vollbracht hat, inklusive der Totenerweckung des Lazarus.

Gleichzeitig scheint mir neben dem Tatsächlichen in vielen Fällen auch mystische Offenbarung oder symbolische Bedeutung entgegen.

Eine mystische Offenbarung war z.B. Jesu Tauf am Jordan. Obwohl äußerlich geschildert, war die Stimme des Vaters vom Himmel und das Niederschweben des Hl.Geistes nicht für jeden sichtbar.

Die Auferstehung Jesu hat gleich mehrfache Bedeutung. Sie ist die reine Darstellung dessen, wie Fleisch vom Toten erweckt wird. Und das nicht am Ende der Zeit, beim Endgericht, sondern im Zusammenhang mit dem kürzlichen Tod.

 

Mein ganz von Lehrsätzen und Lehrmeinungen losgelöster Glaube ist, dass Jesus Christus seine Auferstehung auch beispielgebend für die Menschheit vollzog. Jesu Auferstehung betrifft nicht allein ihn, sie ist das Beispiel dafür, was mit jedem Menschen passiert. Jesus ist Beispiel. Sein Körper gehört zu ihm - dieser folgt ihm in eine höhere Schwingung nach. Jesus hat jetzt Körper, ist eine Einheit von Körper, Seele, Geist oder die Einheit von Vater, Sohn, Hl.Geist.

 

Urdu sagt, er ist mit seinem Körper eins. Ich sage das zwar nicht wörtlich so, aber ich sage, mein Körper ist unweigerlicher Bestandteil meines Seins. Wenn ich einmal sterben werde, folgt mir der Körper nach, er wird nach und nach in höhere Schwingungen übernommen - transzendiert. Die Auferstehung vollzieht sich, im Grab bei der Verwesung. Nicht allein bei mir - bei allen Menschen. Aber nicht erst in Ewigkeiten. Die Auferstehung als Beispiel Jesu ist mir enorm wichtig. Auch wir werden im Jenseits Körper, Seele und Geist haben.

 

Und ebenso ist es mit der baldigen Wiederkunft. Sie ist nicht irgendeine Zukunftsmusik. Jesus hat seine Jünger immer mehr erfüllt, ist zu ihnen gekommen. Jesus wohnt jetzt zur Stunde stets als Kräftigung der Seele ein. (Auch beim Verbrecher. Nur drängt ihn dieser zurück).

Weißt du, wie viele Gnadenstrahlungen oder Wiederkünfte du schon erlebt hast? Ich weiß es nicht. Ich ahne es nur, weil das höhere Vorgänge sind.

Ganz liebe Grüße - reinwiel

Edited by reinwiel
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