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katholisches Menschenbild


Eras
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der Mensch ist ...  

24 members have voted

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Abgesehen von dem, was in Philosophie- und Theologiebüchern zu lesen ist, interessiert mich, was Menschen in diesem Forum für ein Menschenbild haben? Ich leg mal vor:

:angry2: der Mensch an sich will leben oder ist des Lebens überdrüssig, aber er will auf jeden Fall geliebt sein (ernst genommen, wahr genommen werden); er ist auf Zuwendung und Gemeinschaft angewiesen (essen, trinken, schlafen reicht nicht); der Mensch interessiert sich und lernt, er strebt nach einem Ziel; ist es zuviel gesagt: er ist religiös. Sprache gehört zum Menschsein (es muss nicht geschriebene oder gesprochene Sprache sein). Menschen können so verschieden sein, dass sie einander nicht verstehen können, weil ihr Erscheinungsbild und ihre Äußerungen so unterschiedlich sind, dass sie einander permanent missverstehen. Alle Menschen gehören Gott.

Edited by Eras
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Chrysologus

Ähhh, gibt es das auch in ganzen Sätzen und offener formuliert?

 

Herzlich willkommen im Forum, aber ich werde aus deinen Alternativen nicht schlau!

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Da ergibt tatsächlich einiges keinen Sinn.

Vorschlag: Dieser Thread wird zur Generalprobe erklärt. Zur Premiere gibt es erstmal eine verkürzte Fassung, sprich: Nur eine gut ausformulierte Frage mit verschiedenen Antwortoptionen. Darüber lässt sich auch besser diskutieren als über eine Ansammlung verschiedenster Fragen.

Und Du musst Dir überlegen, ob Du nur Katholiken befragen willst (was in diesem Bereich "Glaubensgespräche" der Fall ist).

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Da ergibt tatsächlich einiges keinen Sinn.

Vorschlag: Dieser Thread wird zur Generalprobe erklärt. Zur Premiere gibt es erstmal eine verkürzte Fassung, sprich: Nur eine gut ausformulierte Frage mit verschiedenen Antwortoptionen. Darüber lässt sich auch besser diskutieren als über eine Ansammlung verschiedenster Fragen.

Und Du musst Dir überlegen, ob Du nur Katholiken befragen willst (was in diesem Bereich "Glaubensgespräche" der Fall ist).

Nunja, wenn du die leicht zu übersehende Titelzeile "Der Mensch ist ..." bei jeder Frage mitliest, erhält das schon seinen Sinn. Allerdings bin ich mit dem Antwortblock auf die erste Frage "(Der Mensch ist ...) ... die Spitze der biologischen Entwicklung" nicht ganz einverstanden. Mitnichten halte ich den Menschen für die "Spitze", biologisch nicht, weil es mindestens ein paar Millionen Arten (wenn nicht sogar Milliarden), die sowohl was ihre Ausbreitung als auch ihre Verweildauer auf diesem Planeten betrifft, uns deutlich überlegen sind und spirituell ("Krone der Schöpfung") auch nicht, nämlich weil wir weniger als gerechter Herrscher denn als plündernde, besserwisserische, raub-, mord- und blutrünstige Barbaren mit einem Hang zum pittoresk-musealen (Natur"schutz") agieren.

Die Neurobiologen, die ja gerne Gehirnumrisse so auf mit dem Thermolumineszenzverfahren gewonnene Bildchen legen, dass es zur Theorie passt, machen weitaus dickere Backen, als dass sie tatsächlich (pardon) Eier in der Hose haben. Die kochen noch nicht mal mit Wasser, sondern nur mit heißer Luft*.

Aber um noch auf die Frage mit dem Menschenbild einzugehen: nachdem Darwin den Menschen vom Sockel seiner biologischen Einmaligkeit gestoßen hatte und Freud die Verwandtschaft mit dem Biest noch vertieft hat, ist es nun an der Zeit für eine weitere Demütigung, die der Ratio. Damit meine ich nicht, dass sich die Menschen ihren Trieben und spontanen (Schnaps-)Ideen anheim geben, sondern dass wir uns eingestehen, dass manche bis viele der Entscheidungen, die wir für rational halten, in Wahrheit in ganz anderen Teilen des Gehirns getroffen wurden und uns von unserer Ratio als eben rational verkauft werden. An einigen Beispielen will ich das erläutern. Da gibt es einmal das Phänomen, das Menschen aufgrund derselben Fakten zu unterschiedlichen, ja sich komplett wiedersprechenden Entscheidungen kommen, wovon dieses Forum häufig beredt Zeugnis gibt. Sicher kann man dagegenhalten, dass eben nicht alle Fakten bekannt waren, ja, antworte ich dann, aber genau dieser Prozess der "Faktenschätzung" zeigt doch schon die Irrationalität der getroffenen Entscheidungen und den Mummenschanz der Ratio, der genau die Tatsache verschleiert, dass letztlich ein Teil der Entscheidungen eben nicht rational , sondern z. B. von "festverdrahteten Funktionen" in aus grauer Vorzeit stammenden Teilen des Gehirns getroffen wurden (die bei unterschiedlichen Menschen ja auch unterschiedlich "festverdrahtet" sein können, Diversität ist ja ein Selektionsvorteil für Arten). Als weiteres Beispiel seien hier Straftäter genannt, die ja häufig rationalisierende Erklärungen vorbringen mit denen sie ihr Verhalten von anderen und vor sich selbst(!) rechtertigen wollen, Grenzen setzen hier nur Intellig- und Eloquenz. Auch die Rechtfertigungen die gerne von Frauen für Flitter und Männern für Spielzeug vorbringen, sind diesem Mechanismus der Rationalisierung unterworfen. Nicht zuletzt gibt es jede Menge "rationaler" Gründe für das Autofahren, die aber dann wiederum Probleme betreffen, die ohne den motorsierten Individualverkehr gar nicht erst entstanden wären. So erkläre ich mir auch die Art und Weise, wie Politik gemacht wird und auch wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden (s. Opel). Nur wenn wir unserer Ratio misstrauen, kommen wir wirklich zu rationalen Entscheidungen, denn je mehr ein Mensch über sich selber reflektieren kann, desto leichter wird es ihm fallen, lediglich rational verkleidete Entscheidungen als solche zu erkennen, sie zu demaskieren und dann tatsächlich rational zu bewerten. Was ja letzlich auch der Sinn von Armut, Keuschheit und Demut ist.

(puh, schon 1/2 3, wenns morgen hier regnet gibt's vielleicht 'ne Fortsetzung)

_______________________

* ich gestehe, dass ich hier ganz unchristlicher Weise die Wahrheit auf dem (ausgerechnet) Altar der Polemik dahingeschlachtet habe. Es gibt durchaus eine Menge seriös forschender Neurobiologen, aber aus deren Ergebnissen lassen sich nur selten auflagenstärkende Artikel stricken.

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Ähhh, gibt es das auch in ganzen Sätzen und offener formuliert?

 

Herzlich willkommen im Forum, aber ich werde aus deinen Alternativen nicht schlau!

ich hab s halt mal versucht

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Da ergibt tatsächlich einiges keinen Sinn.

Vorschlag: Dieser Thread wird zur Generalprobe erklärt. Zur Premiere gibt es erstmal eine verkürzte Fassung, sprich: Nur eine gut ausformulierte Frage mit verschiedenen Antwortoptionen. Darüber lässt sich auch besser diskutieren als über eine Ansammlung verschiedenster Fragen.

Und Du musst Dir überlegen, ob Du nur Katholiken befragen willst (was in diesem Bereich "Glaubensgespräche" der Fall ist).

Ich hab mir überlegt, dass ich nur Katholiken befragen möchte, weil die Frage nach dem Menschenbild sowieso schon sehr breit beantwortet werden kann. Mir erscheint die Form sinnvoll. Mal sehen, ob noch andere was damit anfangen können.

Mir geht es bei dieser offenen Anfrage darum, von vornherein eine Lagerbildung zu vermeiden. Wahrscheinlich ist es leichter auf eine Definition des Menschenbildes zu antworten, die sich leicht als "links", "rechts", "agnostisch" oder sonstwie einordnen läßt. :angry2:

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Jede heute existierende Art stellt eine Spitze der biologischen Entwicklung dar.

 

Sorry, habe nicht gesehen daß dieser Thread in den GG steht.

Edited by Marmot
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Jede heute existierende Art stellt eine Spitze der biologischen Entwicklung dar.

Das bedeutet, dass alle Arten schützenswert sind? Oder dass wir in Konkurrenz zueinander stehen? Oder: was heute die Spitze ist, kann morgen schon tot sein und einer anderen Spitze Platz gemacht haben?

Eine solche Erkenntnis führt zur UNESCO, die zum Beispiel den Rheingau zum Welterbe erklärt, was zur Folge hat, dass wieder mehr kleinere Weinbergeinheiten angelegt werden. Ohne den offenen Geldhahn und die Touristenströme :angry2: auf dem Rheinsteig ginge das nicht. Die quasi darwinsche Alternative wäre: es entwickelt sich oder wie der Rheinländer sagt: et kütt wie et kütt.

Jedenfalls führt diese Aussage weg vom Anthropozentrismus. Aber im Beispiel des Welterbes Rheingau kommt der Anthropozentrismus durch die Hintertür wieder rein :angry2: , weil im Grunde nur der Mensch mit seinen Bedürfnissen bedient wird.

Edited by Eras
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Ob der Mensch die "Spitze" der biologischen entwicklung ist, wissen wir nicht. Gott hat die welt so angelegt, dass sie sich entwickelt. und wohin, wissen wir nicht. Biologisch gesehen, stellt unser Leben, unsere Entwicklung, verkürzt eine Entwicklung unserer Spezies dar. Also gehört wohl auch alt werden und sterben zur Entwicklung der Spezies, und den darauf folgenden Zustand (er) kennen wir ja nicht. Was sagt die Raupe über den schmetterling? Weiß sie, dass sie auch so einer wird? ...

 

Ich halte uns Menschen auch nicht für überfordert- die Antwortoption "ich sehe das nicht so" sollte da sein!

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Jede heute existierende Art stellt eine Spitze der biologischen Entwicklung dar.

Das bedeutet, dass alle Arten schützenswert sind? Oder dass wir in Konkurrenz zueinander stehen? Oder: was heute die Spitze ist, kann morgen schon tot sein und einer anderen Spitze Platz gemacht haben?

Im Prinzip ja, aber wovor sollen, die Arten denn geschützt werden?

Menschen stehen z. B. mit den Wespen in Nahrungskonkurrenz, schmarotzen aber z. B. an Forellen, ohne jetzt in direkter Konkurrenz zu diesen zu stehen und zu Pogonophoren haben Menschen ein ausgesprochen entspanntes Verhältnis, und diese zu uns. Manche Arten konkurrieren, manche Arten profitieren, manche Arten kooperieren und manche Arten ignorieren. Der evolutionäre Trend ist aber eher, das die Arten sich an besondere Nischen anpassen, denn direkte Konkurrenz ist ziemlich aufwendig. Der "Kampf ums Dasein" ist ein prädarwinistischer Topos. Und in der Tat kann, was heute Spitze ist, morgen schon passé sein, nicht weil eine neue Spitze die alte verdrängt hat (auch wg. hohem Aufwand eher selten), sondern weil der Ort der alten Spitze nicht mehr vorhanden ist (häufig bei isolierten Arten) oder weil sich die Bedingungen so geändert haben, dass eine andere Art besser damit zurechtkommt (der Regelfall). Das alles geschieht aber nicht so nur für sich allein, sondern immer im Wechselspiel mit anderen Arten, denen dasselbe passiert. Eine meiner (simplen) Metaphern für das, was wir so Natur nennen ist ein Uhrwerk, dessen Zahnräder (als Repräsentanten der Arten) sich laufend verändern, manche verschwinden ganz, andere ändern ihre Zahnung usw, ohne dass das Uhrwerk aufhört sich zu bewegen und, was gerne übersehen wird, auch die Menschheit ist ein solches Zahnrad. Und was eine Spitze ist, ist eine Frage des Kontextes, in der Lebenswelt des Tiefseekraken jedenfalls machen Menschen (insbesondere à la nature) keinen besonders spitzenmäßigen Eindruck.

Eine solche Erkenntnis führt zur UNESCO, die zum Beispiel den Rheingau zum Welterbe erklärt, was zur Folge hat, dass wieder mehr kleinere Weinbergeinheiten angelegt werden. Ohne den offenen Geldhahn und die Touristenströme :angry2: auf dem Rheinsteig ginge das nicht. Die quasi darwinsche Alternative wäre: es entwickelt sich oder wie der Rheinländer sagt: et kütt wie et kütt.

Jedenfalls führt diese Aussage weg vom Anthropozentrismus. Aber im Beispiel des Welterbes Rheingau kommt der Anthropozentrismus durch die Hintertür wieder rein :angry2: , weil im Grunde nur der Mensch mit seinen Bedürfnissen bedient wird.

Mal ganz abgesehen davon, dass es ohnehin kommt wie es kommt, vermeine ich hier doch einen m. E. weit verbreiteten Denkfehler zu erkennen, nämlich zwischen hie Mensch und da Natur zu unterscheiden. Menschen sind Teil der Natur, wie das Buschwindröschen, der Blauwal oder der Fußpilz. Deshalb halte ich auch den sog. Naturschutz im Grunde genommen für einen groben Unfug, wird doch in der Regel versucht, eine Art Schnappschuss eines Naturausschnitts zu erhalten, was einfach nicht funktionieren kann und zu solchen unsinnigen Verboten wie dem des Torfstechens, dem Verbot wilde Sand- oder Lehmgruben anzulegen, oder Kopfweiden zu beschneiden. Die topökologischen Hochmoore mit der tollen Artenvielfalt bedürfen des Torfstechens, damit sie nicht verlanden, wilde Sand und Lehmgruben stellten Biotope bereit, erstere Trockenbiotope, auf denen der mittlerweile in Süddeutschland fast völlig verschwundene Ameisenlöwe jagte, und letztere die bekannten Feuchtbiotope und Kopfweiden bleiben nur solange Kopfweiden, wie sie beschnitten werden, sonst werden sie zu normalen Weiden mit einem Knubbel im Stamm.

"Umweltschutz" hieße besser und ehrlicher "Menschenschutz", denn eine Art, die sich selbst als "sapiens" bezeichnet, und gleichzeitig ihre Lebensgrundlagen zerstört, hat m. E. ein massives Problem mit der Selbstwahrnehmung. Mal abgesehen davon, dass die gemeingefährlichen Spinner, die auf den Schelm "Umweltschutz" noch anderthalbe setzen mit der Behauptung, "Umweltschutz ist schlecht für die Wirtschaft", ihren Wahn nicht mehr so leicht verbreiten können. "Menschenschutz ist schlecht für die Wirtschaft" bringt es jedenfalls besser auf den Punkt.

Um einen Anthropozentrismus kommen wir ohnehin nicht herum, denn wir werden die Welt immer nur von unserem Standpunkt beurteilen können, um sie z. B. vom Standpunkt eines Pferdes beurteilen zu können muss man eben ein Pferd sein. Es ist nicht die Frage, ob wir unsere Bedürfnisse bedienen, sondern wie wir das tun. Parasitisch oder symbiontisch. Zu letzterem zu neigen halte ich für nachhaltiger.

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Wie wertet man diese Umfrage aus? Zum Beispiel: es gibt bei der Bewertung der Aussage: "der Mensch ist die Spitze der biologischen Entwicklung" einige, die "aber nicht jeder" angeklickt haben. Wie ist das zu bewerten? Wie bewerten die Menschen? Abhängig vom IQ? Ich hatte diese Formulierung bewußt gewählt. Hätte da gestanden "Menschen sind die Spitze der biologischen Entwicklung", hätte ich diese Klicks verstanden. Aber die Bezeichnung "der Mensch" meint ja, wie AndreasB richtig bemerkt hat, den homo sapiens in seiner Gänze.

Nochmal zu meinem Menschenbild: wir unterscheiden uns charakterlich und in unseren Lebenserfahrungen, wir sind uns sympathisch oder lernen uns nie kennen, aber wir sind alle Menschen, wir Menschen, und niemand ist mehr oder weniger wert als ein anderer. Aber nicht jeder sieht das so. So ein Menschbild hat ja Folgen. Ich bin dafür, Flüchtlinge aufzunehmen. Ich kann Faschismus nicht akzeptieren.

Edited by Eras
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