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Anglikaner und Katholiken


Rotgold
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Sind die Anglikaner die besseren Katholiken?

 

Sie bezeichnen sich selbst ja durchaus als katholisch - nur eben nicht als römisch.

 

Bei den Anglikanern dürfen die Priester heiraten, und Frauen dürfen auch Priesterin werden.

 

Ist doch besser.

 

Oder?

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Ich denke auch nicht das es die besseren Katholiken sind weil ihr doch was entscheidenes fehlt

 

um katholisch zusein der (Schlüssel Petri ) das Petrusamt

 

obwohl die römische kath. Kirche etwas davon lernen könnte das das Zöllibat zum Bspl. bei Priestern ein alter Zopf ist. :lol:

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Ich denke auch nicht das es die besseren Katholiken sind weil ihr doch was entscheidenes fehlt

 

um katholisch zusein der (Schlüssel Petri ) das Petrusamt

 

obwohl die römische kath. Kirche etwas davon lernen könnte das das Zöllibat zum Bspl. bei Priestern ein alter Zopf ist. :lol:

Leider können die Römer auch lernen, dass es Probleme geben kann mit einem ChefvomGanzen (Papst) und genauso auch ohne. Wobei man derzeit vermuten muss, ohne Chef kann es die schwerwiegenderen Probleme geben.

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Ich denke auch nicht das es die besseren Katholiken sind weil ihr doch was entscheidenes fehlt

 

um katholisch zusein der (Schlüssel Petri ) das Petrusamt

 

obwohl die römische kath. Kirche etwas davon lernen könnte das das Zöllibat zum Bspl. bei Priestern ein alter Zopf ist. :lol:

Oh, das Petrusamt lehnen die Anglikaner nicht ab.

Nur die Ausgestaltung desselben durch den Bischof von Rom....

 

Werner

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Tja, eigentlich ist ja die sog. Anglikanische Kirche (kein offizieller Name) keine Einheit, sondern ein ordentlicher Mischmasch von Riten und Praktiken. Die beinhaltet low church, broad church, high church (siehe z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Anglikanische_Kommunion), ordiniert (meistens auch) Frauen. Wobei eine hochkirchlich gefeierte Messe + enorme Liberalität (um nicht zu sagen: eine gewisse Gleichgültigkeit) in Glaubensfragen oft miteinander verbunden sind.

Also: sprechen wir von den Anglo-Katholiken? Sonst wir es zuuuu bunt!

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Ich denke auch nicht das es die besseren Katholiken sind weil ihr doch was entscheidenes fehlt

 

um katholisch zusein der (Schlüssel Petri ) das Petrusamt

 

Nein. Die anglikanische Kirche ist KATHOLISCH, aber nicht RÖMISCH-katholisch. Mit dem Papstamt hat das nicht zu tun.

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Die anglikanische Kirche ist KATHOLISCH ...

 

I second that! :lol:

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Tja, eigentlich ist ja die sog. Anglikanische Kirche (kein offizieller Name) keine Einheit, sondern ein ordentlicher Mischmasch von Riten und Praktiken. Die beinhaltet low church, broad church, high church (siehe z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Anglikanische_Kommunion), ordiniert (meistens auch) Frauen. Wobei eine hochkirchlich gefeierte Messe + enorme Liberalität (um nicht zu sagen: eine gewisse Gleichgültigkeit) in Glaubensfragen oft miteinander verbunden sind.

Also: sprechen wir von den Anglo-Katholiken? Sonst wir es zuuuu bunt!

 

Ein "katholisches Minimum" ist aber auch bei der "Low Church" zu finden. Und bei der "Broad Church" viel mehr als nur ein Minimum. "Mischmasch", "Gleichgültigkeit" - nein, das ist eine sehr oberflächliche Deutung. Du kennst die anglikanische Kirche anscheinend nicht.

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Vorne weg: Ich bin selbst aufgewachsener Anglikaner, würde mich auch als Anglo-Catholic und High Churchman bezeichnen.

 

Bei den Anglikanern dürfen die Priester heiraten, und Frauen dürfen auch Priesterin werden.

Letzteres stimmt nur bedingt. Die genaue Regelung ist Sache der diversen Ortskirchen -- es gibt keine Regelung "von oben". In manchen anglikanischen Ortskirchen dürfen Frauen zu Diakoninnen, nicht aber zu Priesterinnen oder Bischöfinnen geweiht werden; in anderen dürfen Frauen gar keine geistlichen Ämter ausüben; in anderen können sie gar Bischöfin (oder im Fall meiner Heimatkirche, die Episkopalkirche der USA, die Primassin) werden.

 

Es gibt aber nirgendwo in der Anglican Communion eine Zölibatspflicht, das stimmt. Heißt aber nicht, daß das Zölibat selbst abgeschafft wurde. Zum Beispiel, der Bischof der Church of England, der für das europäische Festland zuständig ist (+Geoffrey Rowell), lebt zölibatär.

 

Ob wir die "besseren Katholiken" sind: Wir sehen uns als katholische Kirche, aber eine, die die Reformation nicht durchweg ablehnte. Gewissermaßen sind wir sowohl als auch -- "catholic and reformed", wie es gerne formuliert wird. Das essentiell katholische wurde nie aufgegeben, z.B. das dreiteilige Amt, das Bischofsamt in apostolischer Sukzession, die Realpräsenzlehre in der Eucharistie, die sieben Sakramente, das konziliarische Verständnis der Kirche und so weiter.

 

Wir sind durchaus ökumenisch ausgelegt und suchen Beziehungen zu anderen katholischen Kirchen, wo es möglich ist -- sei es mit den Alt-Katholiken (mit ihnen besteht seit 1932 die volle Kirchengemeinschaft), mit den Thomaschristen in Indien, mit der Philippinischen Unabhängigen Kirche und so weiter. Einen (sehr interessanten!) Dialog mit Rom sowie mit der Orthodoxie gibt es auch.

 

Zwar kann man die Anglican Communion als "Mischmasch von Riten und Praktiken" abtun (wobei ich mich dabei frage, was die Römisch-Katholische Kirche ist -- denn sie hat genau so eine bunte Mischung von Riten und Praktiken!). Dennoch sehen wir in der Anglican Communion ein Modell, was für eine künftige vereinte Kirche aller katholischen Christen dienen könnte.

 

Wie Werner richtig anmerkt, wir lehnen das Petrusamt nicht ab, sondern nur die Art und Weise, wie dieses vom römischen Bischof verkörpert und ausgeübt wird. (Siehe hierzu die gemeinsame anglikanisch-römisch-katholische Erklärung "The Gift of Authority".)

 

Cheers,

 

Walsingham

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mit den Thomaschristen in Indien ...

 

Ein anderes imho hoch-interessantes Thema.

 

Kannst du da mehr davon erzählen?

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die sieben Sakramente,
Na über die Frage ob 2+5 wirklich 7 ist, wird man in diesem Zusammenhang wohl noch sprechen müssen.

 

Wie auch über Materie und Form der einzelnen Sakramente, wie z.B. der Beichte...

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die sieben Sakramente,
Na über die Frage ob 2+5 wirklich 7 ist, wird man in diesem Zusammenhang wohl noch sprechen müssen.

 

Wie auch über Materie und Form der einzelnen Sakramente, wie z.B. der Beichte...

Dann kann man auch gleich darüber sprechen, ob die Zahl 7 nicht ein magisches Element darstellt. Während 2/3 der Existenz der Kirche gab es diese zahlenmäßige Festlegung nicht, und bei den Orthodoxen gibt es sie bis heute nicht.

 

Werner

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Ist doch besser.

 

Ich gehöre ja einer Kirche an, die volle Kirchengemeinschaft mit den Anglikanern hat - das bedeutet, dass z.B. ein Anglikaner in einer altkatholischen Kirche als Kirchenvorstand tätig sein kann, ohne übertreten zu müssen. Und umgekehrt.

 

"Wir" sind nicht die besseren Katholiken - bei uns gibt es Mord, Totschlag, Kindstötung, das Scheitern von Ehen (ja, das ist schlecht), eine teilweise grauenhafte Vergangenheit als Kirche, die entweder einem Diktator nahestand oder menschenverachtende Kolonialisierungspolitik mitgetragen hat.

 

"Wir" sehen uns als Katholiken an - mit der entsprechenden Sakramentslehre, mit der Sukzession, mit dem Amtsverständnis - und gehen davon aus (natürlich), dass wir das kirchliche Erbe der Alten Kirche in einer angemesseneren Weise - aber dennoch natürlich unvollkommen - umsetzen als andere katholische Kirchen (z.B. die RKK oder die Orthodoxie).

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Na über die Frage ob 2+5 wirklich 7 ist, wird man in diesem Zusammenhang wohl noch sprechen müssen.

Wie auch über Materie und Form der einzelnen Sakramente, wie z.B. der Beichte...

 

Natürlich muss man das. Aber eben auch darüber, inwieweit diese Aussagen die Katholizität beeinflussen.

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die sieben Sakramente,
Na über die Frage ob 2+5 wirklich 7 ist, wird man in diesem Zusammenhang wohl noch sprechen müssen.

 

Wie auch über Materie und Form der einzelnen Sakramente, wie z.B. der Beichte...

Dann kann man auch gleich darüber sprechen, ob die Zahl 7 nicht ein magisches Element darstellt. Während 2/3 der Existenz der Kirche gab es diese zahlenmäßige Festlegung nicht, und bei den Orthodoxen gibt es sie bis heute nicht.

Eben. Alles, was die Kirche tut, ist sakramentaler Natur. Die Auflistung der "sieben" Sakramente ist eher ein Minimum, und keine Eingrenzung.

 

Abgesehen davon, die "zwei plus fünf" ist nur dafür da, um die beiden vom Herrn ausdrücklich verorndeten Großen Sakramente -- Taufe und Eucharistie -- hervorzuheben, weil diese eine besondere herausragende Stellung in der Kirche haben. Das heißt aber nicht, daß die anderen keine Sakramente seien.

 

Cheers,

 

Walsingham

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Tja, eigentlich ist ja die sog. Anglikanische Kirche (kein offizieller Name) keine Einheit, sondern ein ordentlicher Mischmasch von Riten und Praktiken. Die beinhaltet low church, broad church, high church (siehe z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Anglikanische_Kommunion), ordiniert (meistens auch) Frauen. Wobei eine hochkirchlich gefeierte Messe + enorme Liberalität (um nicht zu sagen: eine gewisse Gleichgültigkeit) in Glaubensfragen oft miteinander verbunden sind.

Also: sprechen wir von den Anglo-Katholiken? Sonst wir es zuuuu bunt!

 

Ein "katholisches Minimum" ist aber auch bei der "Low Church" zu finden. Und bei der "Broad Church" viel mehr als nur ein Minimum. "Mischmasch", "Gleichgültigkeit" - nein, das ist eine sehr oberflächliche Deutung. Du kennst die anglikanische Kirche anscheinend nicht.

 

Doch, aber einseitig. Unsere lutherische Kirche steht z. B. mit der Kirche von England in voller Kirchengemeinschaft (durch The Porvoo Common Statement). Auch die anglikanischen Gottesdienste finden hierzulande regelmässig statt und die besuche ich gerne (schön + nicht früh am Sonntag :lol: ). Aber was mich immer wundert, ist diese Gleichgültigkeit in dogmatischen Fragen (wenn man nur die Anglikaner mit der kath. od. luth. Kirche vergleicht).

Apropos, der "richtigen" High Church bin ich leider noch nicht begegnet. Ich wohne zu weit vom "Zentrum" Europas ...

 

Übrigens, was ist ein "katholisches Minimum"???

 

Grüsse,

Josepha

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die sieben Sakramente,
Na über die Frage ob 2+5 wirklich 7 ist, wird man in diesem Zusammenhang wohl noch sprechen müssen.

 

 

Die Unterscheidung zwischen "dominical sacraments" (Taufe und Eucharistie) und "minor sacraments" ist auch in der römisch-kath. Theologie bekannt, obwohl sie dort nicht so stark wie bei den Anglikanern, besonders bei den "Low church-Anglikanern, betont wird.

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Übrigens, was ist ein "katholisches Minimum"???

 

Grüsse,

Josepha

 

Im ersten Beitrag Walsinghams kannst Du das finden.

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Aber was mich immer wundert, ist diese Gleichgültigkeit in dogmatischen Fragen (wenn man nur die Anglikaner mit der kath. od. luth. Kirche vergleicht).

Ich glaube, Du verwechselst Umfang mit Gleichgültigkeit oder Beliebigkeit. Wir haben genau so die Heilige Schrift wie das Nizänum und Apostolicum als Fundament wie Ihr, und dadrin steckt eine ganze Menge. Abgesehen davon, wir haben eine gemeinsame liturgische Erbe, das Book of Common Prayer, und das markiert durchaus die Grenzen des Möglichen.

 

Am besten liest man den s.g. Chicago-Lambeth Quadrilateral durch, dann sieht man, was unsere Basis ist:

 

That, in the opinion of this Conference, the following Articles supply a basis on which approach may be by God's blessing made towards Home Reunion:

 

a. The Holy Scriptures of the Old and New Testaments, as "containing all things necessary to salvation," and as being the rule and ultimate standard of faith.

 

b. The Apostles' Creed, as the Baptismal Symbol; and the Nicene Creed, as the sufficient statement of the Christian faith.

 

c. The two Sacraments ordained by Christ Himself--Baptism and the Supper of the Lord--ministered with unfailing use of Christ's words of Institution, and of the elements ordained by Him.

 

d. The Historic Episcopate, locally adapted in the methods of its administration to the varying needs of the nations and peoples called of God into the Unity of His Church.

 

Und eine Katechese haben wir selbstverständlich auch:

http://anglicansonline.org/basics/catechism.html

 

Wir haben zwar keine Bekenntnisschrift wie Confessio Augustana oder Westminster Confession, aber ehrlich gesagt halte ich solches für überflüssig, gar kontraproduktiv. (Da das in solchen Gesprächen immer wieder vorkommt, sage ich vorne weg, die s.g. Thirty-Nine Articles sind definitiv nicht als Bekenntnisschrift wie Confessio Augustana gemeint.)

 

Cheers,

 

Walsingham

Edited by Walsingham
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Doch, aber einseitig. Unsere lutherische Kirche steht z. B. mit der Kirche von England in voller Kirchengemeinschaft (durch The Porvoo Common Statement).

 

Aha. Estland oder Litauen, Lettland ist ja nur Beobachter. :unsure:

 

Aber was mich immer wundert, ist diese Gleichgültigkeit in dogmatischen Fragen

 

Dogmatische Gleichgültigkeit? Ist mir eigentlich bisher nicht aufgefallen. Was meinst Du da konkret?

 

Apropos, der "richtigen" High Church bin ich leider noch nicht begegnet. Ich wohne zu weit vom "Zentrum" Europas ...

 

Das würde einen Billigflug-Ausflug (Tallinn oder Kaunas bieten sich an, da fliegt Ryanair) nach Großbritannien durchaus rechtfertigen. :lol:

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Aber was mich immer wundert, ist diese Gleichgültigkeit in dogmatischen Fragen (wenn man nur die Anglikaner mit der kath. od. luth. Kirche vergleicht).

Apropos, der "richtigen" High Church bin ich leider noch nicht begegnet. Ich wohne zu weit vom "Zentrum" Europas ...

 

Liebe Josepha,

 

ich gehöre zur Church of England und kann diese "Gleichgültigkeit" nicht feststellen.

 

Es ist wichtig, den Charakter des Anglikanismus zu verstehen. Niemals handelte es sich um eine Konfessionskirche. Auch die Trennung von Rom in 1534 ist nicht aufgrund von Lehrstreitigkeiten geschehen, sondern in erster Linie aufgrund von Jurisdiktionsfragen (ähnlich wie die Trennung der alten Utrechter Kirche von Rom, dies in die Richtung unserer alt-katholischen Brüder und Schwestern gesprochen).

 

In der Folge hat zwar die Reformation auch einige Auswirkungen in der Church of England gehabt, diese waren aber nicht so tiefgreifend wie in den protestantischen Kirchen des Kontinents. Vor allem kam es niemals zur Ausformulierung eines komplexen anglikanischen Lehrgebäudes wie im Luthertum oder im Calvinismus. Ebenso fehlte durch die Trennung von Rom und die Ablehnung eines Jurisdiktions- und Lehrprimates ein verbindliches Lehramt. Denn darin sind sich Rom und Wittenberg ja sein einig: Es gibt eine verbindliche Lehre - entweder legt Rom diese fest oder das Konkordienbuch. :lol:

 

Bei den Anglikanern war die Liturgie als Ausdruck der Lehre immer normativ, nicht aber andere Lehraussagen (die Bekenntnisse der Alten Kirche natürlich ausgenommen).

 

Mit herzlichem Gruß

JHN

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ich gehöre zur Church of England

 

 

Willkommen hier! :lol:

 

Bin Katholik, besuche aber gerne immer wieder anglikanische Gottesdienste.

 

Genauer:

 

Gottesdienste der "Episcopal Church" hier in Baden.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Episkopalkirc...ten_von_Amerika

 

Und fühle mich dort recht zuhause. :unsure:

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