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Gottes-Furcht & Gottes-Liebe


Martin
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Wie geht ihr mit Textstellen um, in denen von der Gottes-Furcht die Rede ist, z.B.:

 

Lk 1, 49-50

 

49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.

50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.

 

 

Wie verträgt sich das mit: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit ganzem Herzen, ... .

 

 

Vertragen sich Liebe und Furcht?

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Hallo Martin,

 

 

+++Vertragen sich Liebe und Furcht?+++

 

 

Ja.

Ist Lebenserfahrung:

Kinder lieben ihre Väter und fürchten sie zugleich.

 

 

 

Gruß

josef

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hallo martin,

 

gottesfurcht bedeutet m e nicht, angst zu haben vor gott, weil er ein bedrohlicher gott ist, sondern ihn zu achten und zu respektieren.und das in in seiner unbegreiflichkeit und unfassbarkeit. gott ist viel mehr als wir je verstehen können. daher bedeutet gottesfurcht für mich, achtung zu haben vor dem unbekannten, auch wenn vieles unverständlich bleibt. ich denke, in diesem verständnis steht gottesfurcht im einklang mit gottesliebe.

 

grüße, matti

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Viel problematischer finde ich die Stellen, an denen von "Gottes Zorn" die Rede ist. Ich persönlich interpretiere diesen Zorn als Strenge und letzlich Ausdruck von Liebe (ähnlich der Liebe einer Mutter, die ihr Kind auch manchmal hart angehen muss, damit es an der Seele keinen Schaden nimmt). Für völligen Blödsinn halte ich die Gleichsetzung des göttlichen Zorns mit menschlichen Zorn, der ja nur eine Art Wut aus einem Beleidigtsein heraus darstellt. Soetwas hat Gott wohl kaum nötig, wenn er über allem und jedem steht.

 

Gottesfurcht betrachte ich aus diesen Gründen als Ehrfurcht, wie sie auch zwischen Menschen vorhanden ist und sein muss, die sich aufrichtig lieben.

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Auf der Suche gefunden:

 

 

 

Was ist Gottesfurcht?

 

Im Bibellexikon lesen wir folgende Erklärung: Das Wort »fürchten«, das im Zusammenhang mit »Gott fürchten« verwendet wird, bedeutet ursprünglich, »vor jemandem oder etwas zurücktreten, einen räumlichen Abstand herstellen«. Da fällt mir doch sofort Mose vor dem brennenden Dornbusch ein (2.Mo 3). Der sollte auch zurücktreten. Weiter heißt es: »Sie bezeichnet eine Scheu vom Sich-schämen über Staunen bis in die Nähe der Furcht. Diese Haltung wird ausgelöst durch etwas Hohes, Erhabenes und die Gefahr der Verfehlung diesem gegenüber.«

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Die Psalmen, Kapitel 27

 

Die Gemeinschaft mit Gott

 

1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil: / Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: / Vor wem sollte mir bangen?

 

 

 

Gottesfurcht bewahrt vor Menschenfurcht?

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Hallo Martin,

 

 

+++Vertragen sich Liebe und Furcht?+++

 

 

Ja.

Ist Lebenserfahrung:

Kinder lieben ihre Väter und fürchten sie zugleich.

 

 

 

Gruß

josef

Hallo josef,

 

ich hoffe nicht, dass meine Kinder mich fürchten.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Hallo,

 

jetzt noch etwas Allgemeines zum Thema.

 

Das AT beschreibt die Gegenwart Gottes häufig als furchterregend. Der Mensch kann den Anblick Gottes nicht ertragen. Gott schafft sich allein durch seine Anwesenheit Raum. Gottesfurcht ist die normale menschliche Reaktion auf Gottes Gegenwart.

Gemeint ist mit der Gottesfurcht m.E., dass sich diese Gottesfurcht in den Alltag hinein verlängert. Gott ist der immer Größere und will auch so behandelt werden.

Dies widerspricht nicht der Gottesliebe. Denn andererseits fühlt sich der Mensch zur Gegenwart Gottes hingezogen. Gott ist nicht nur furchterregend, er gibt in seiner Macht auch Schutz und Geborgenheit.

Insofern ist das menschliche Gefühl gegenüber Gott immer ambivalent.

 

Gott ist gleichermaßen fürchterlich und anziehend, groß und klein, hart und zärtlich.

 

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Gott ist der immer Größere und will auch so behandelt werden.

Will er das wirklich, Matthias? Ist er uns nicht als einer von uns entgegengekommen, hat er sich nicht in unsere Hand gegeben, bis zum bitteren Ende?

 

Ist nicht sein erstes Wort an die Menschen "Fürchte Dich nicht!"

 

Hat die Furcht, die im AT immer wieder thematisiert wird, nicht ihre Ursache darin, daß Gott in der Tat als größer, als ganz anders empfunden wird - als un-heimlich, wie Heidegger sagen würde. Ist es nicht die Furcht, die mich befällt vor dem ganz anderen, daß ich nicht beherrschen kann, das ich mir nicht zu eigen machen kann? Hat es mit dieser Furcht nicht ein Ende, wenn ich tatsächlich glaube, daß ich Ihm, dem ganz anderen, in Christus begegne?

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Hallo Thomas,

 

ich denke, dass Du durchaus recht hast. Aber es gibt auch Aussagen von Gott, dass dieser nicht wie ein Mensch behandelt werden will, sondern wie Gott. Auch der entgegenkommende Gott verlangt eine andere Art von Respekt als ein Mensch,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Allein der Gedanke, in der Gegenwart dessen zu sein, der Himmel und Erde erschaffen hat, kann nicht anders als auch Furcht hervorrufen. Wenn ich Gott so klein mache, dass ich keine Furcht mehr empfinde, ist es möglicherweise nicht mehr Gott.

 

Wobei es möglicherweise nichts ist, was von Gott so gefordert wird, sondern etwas ist, dem wir kaum ausweichen können. Wir können uns dem lediglich stellen und dann vielleicht - über das Beherrschen der Furcht vor dem ganz Anderen - der Liebe zu Gott nähern.

 

Nachdenkliche Grüße

Martin

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