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Heiligsprechungen: Wurden schon mal welche zurückgenommen?


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Habe in letzter Zeit über die Unfehlbarkeit des Papstes nachgedacht. Meine Frage: Wurden schon mal Heiligsprechungen rückgängig gemacht und würde das nicht an der Unfehlbarkeitslehre zweifeln lassen?

Kennt sich jemand damit aus? Würde gerne diese Frage aus katholischer Sicht erklärt bekommen.

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Habe in letzter Zeit über die Unfehlbarkeit des Papstes nachgedacht. Meine Frage: Wurden schon mal Heiligsprechungen rückgängig gemacht und würde das nicht an der Unfehlbarkeitslehre zweifeln lassen?

Kennt sich jemand damit aus? Würde gerne diese Frage aus katholischer Sicht erklärt bekommen.

 

Die Heiligsprechungen haben nichts mit der Unfehlbarkeit zu tun - es geht um die Zulassung der allgemeinen und öffentlichen Verehrung, Irrtumsfreiheit wird da nicht unterstellt.

 

Eine formelle Rücknahe ist mir nicht bekannt, wohl gibt es immer wieder Heilige, deren Verehrung ausläuft. In der Kalenderreform nach dem II. Vatikanum hat man allerdings Heilige getilgt, deren Existenz doch sehr zweifelhaft war. Weiterhin wurde die Heiligsprechung Karls des Großen nie gesamtkirchlich anerkannt - was wenig bedeuten will wenn man bedenkt, dass meines Wissens Franzisklus der erste war, der nach einem formalen Verfahren Heilig gesprochen wurde.

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Ich glaube, Anderl von Rinn ist zurückgenommen worden. Und einige Heilige wurden vom Heiligenkalender gestrichen, da sie als nur legendenhaft und historisch nicht zu bezeugen waren. Zum Beispiel die Philomena, die Lieblingsheilige des Pfarrers von Ars.

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Zumindest in Tirol wurde er als Seliger verehrt, und der Bischof hat das verboten. Ein Seliger ist etwas Lokales, glaube ich.

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Zumindest in Tirol wurde er als Seliger verehrt, und der Bischof hat das verboten. Ein Seliger ist etwas Lokales, glaube ich.

Danke, aber meine Frage hast Du nicht beantwortet. Um eine Seligsprechung "zurücknehmen" zu können, muss sie wohl erstmal erfolgt sein. Also: wann bitte?

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Wikipedia sagt: Papst Benedikt XIV. erlaubte die Verehrung des Anderl durch die päpstliche Bulle „Beatus Andreas“ vom 22. Februar 1755 und nannte ihn „selig“ (beatus).

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Wikipedia sagt: Papst Benedikt XIV. erlaubte die Verehrung des Anderl durch die päpstliche Bulle „Beatus Andreas“ vom 22. Februar 1755 und nannte ihn „selig“ (beatus).

 

Wikipedia kann ich selber nachlesen. Ist aber auch keine Antwort auf die Frage, die ich gestellt habe. Trotzdem danke für Deine Bemühungen.

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Zumindest in Tirol wurde er als Seliger verehrt, und der Bischof hat das verboten. Ein Seliger ist etwas Lokales, glaube ich.

Danke, aber meine Frage hast Du nicht beantwortet. Um eine Seligsprechung "zurücknehmen" zu können, muss sie wohl erstmal erfolgt sein. Also: wann bitte?

 

 

 

Nicht notwendig. Das Selig- und Heiligsprechungsverfahren ist relativ jung - am Anfang standen schlich Verehrungen von Menschen, denen dann der Titel "beatus" beigefügt wurde. Später wurde dann noch zwischen beatus und sanktus differenziert, wobei der Beatus ein regional verehrter Heiliger, der Sanktus (die weiblichen Formen bitte mittdenken) ein kirchenweit verheirateter Mensch war. Am Anfang eine basisdemokratische Veransataltung, die in einen formalen (und teiren) Prozess unter päpstlichem Vorsitz endete. Eine Rückführung wäre hier uU möglich.

 

Doch zu deiner Frage. Wenn ein Kultus untersagt wird, dann kann das auche eine Art Aufhebung einer nie Ausgesprochenen Kanonisierung sein.

Edited by Chrysologus
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ein kirchenweit verheirateter Mensch

Was ist denn das? :lol:

 

Doch zu deiner Frage. Wenn ein Kultus untersagt wird, dann kann das auche eine Art Aufhebung einer nie Ausgesprochenen Kanonisierung sein.

Danke, das hilft mir erst mal weiter.

Edited by Julius
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ein kirchenweit verheirateter Mensch

Was ist denn das? :lol:

 

:lol: Hmm, zuviel Eherecht gemacht? Was sagen unsere Hobby- und Freizeitpsychos dazu?

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Ich zitier mich selbst aus einem Bericht für meine alte Schule aus einem Bericht über ein Klassentreffen:

Auf Widerspruch stieß bei mir die Bemerkung, der Niederaltaicher Abt Gottwald (965 – 1038) sei der erste Heilige Altbayers. Das müsste doch wohl der heilige Utto (747 – 829) sein. So meine Erinnerung aus der Mettener Zeit. Beim Nachprüfen zu Hause lese ich aber zu meinem Erstaunen: Von einer feierlichen Erhebung seiner Reliquien oder von einer Heiligsprechung melden die geschichtlichen Nachrichten bis zum J. 1646 nichts. Darum wir der in dem Mart. Bened. auch nicht »heilig«, sondern »selig« genannt.[Heiligen-Lexikon: Utto, B.. Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. 39481(vgl. HL Bd. 5, S. 632)http://www.digitale-bibliothek.de/band106.htm ] Aha!? Ich lese weiter und was finde ich: Der uns als selig tradierte Gamelbert (* Anfang 8. Jahrh.- +787 oder 800) ist dort als Heiliger geführt. Also gebührt das ius primi sancti doch Metten!

Und jetzt zitiert das Bistumsblatt die KNA und schreibt:

Schon bald nach ihrem Tod im 9. Jahrhundert wurden sie verehrt. Offiziell gestattet hat dies aber erst Pius X. vor genau hundert Jahren. Zum Fest des seligen Utto...
Ja was nun? Und deshalb noch ein Zitat aus dem Heiligenlexikon:
Unser Kloster soll als Reliquien des seligen/heiligen Utto in einem Glasschrein dessen Vorderfüße (sic!) aufbewahren.
:lol: Edited by Wunibald
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ein kirchenweit verheirateter Mensch

Was ist denn das? :lol:

 

:lol: Hmm, zuviel Eherecht gemacht? Was sagen unsere Hobby- und Freizeitpsychos dazu?

 

Ich hätte jetzt eher nachgesehen, ob es schon Bockbier gibt...

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ein kirchenweit verheirateter Mensch

Was ist denn das? :lol:

 

:lol: Hmm, zuviel Eherecht gemacht? Was sagen unsere Hobby- und Freizeitpsychos dazu?

 

Ich hätte jetzt eher nachgesehen, ob es schon Bockbier gibt...

 

Das schaut man nicht nach, das weiß man!

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... dass meines Wissens Franzisklus der erste war, der nach einem formalen Verfahren Heilig gesprochen wurde.
Falsch, das war mein Namenspatron, der Heilige Udalricus!
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... dass meines Wissens Franzisklus der erste war, der nach einem formalen Verfahren Heilig gesprochen wurde.
Falsch, das war mein Namenspatron, der Heilige Udalricus!

 

 

OK, falsche Erinnerung - sicher bin ich mir auch nicht, das Heiligsprechungsrecht ist eine brotlose Kunst, weil's keiner zahlen will. Allerdings kann man beim Hl., Udal noch den synodalen Charakter erkennne - es ist ein konzil, das tätig wird.

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... dass meines Wissens Franzisklus der erste war, der nach einem formalen Verfahren Heilig gesprochen wurde.
Falsch, das war mein Namenspatron, der Heilige Udalricus!

 

 

OK, falsche Erinnerung - sicher bin ich mir auch nicht, das Heiligsprechungsrecht ist eine brotlose Kunst, weil's keiner zahlen will. Allerdings kann man beim Hl., Udal noch den synodalen Charakter erkennne - es ist ein konzil, das tätig wird.

Also ich habe auch gelernt, dass Ulrich von Augsburg der Erste der formal Heiliggesprochenen war.

Edited by Elima
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... dass meines Wissens Franzisklus der erste war, der nach einem formalen Verfahren Heilig gesprochen wurde.
Falsch, das war mein Namenspatron, der Heilige Udalricus!

 

 

OK, falsche Erinnerung - sicher bin ich mir auch nicht, das Heiligsprechungsrecht ist eine brotlose Kunst, weil's keiner zahlen will. Allerdings kann man beim Hl., Udal noch den synodalen Charakter erkennne - es ist ein konzil, das tätig wird.

 

Es war der heilige Ulrich von Augsburg, der als erster kanonisiert wurde. So habe ichs von meinem Vater gelernt.

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... dass meines Wissens Franzisklus der erste war, der nach einem formalen Verfahren Heilig gesprochen wurde.
Falsch, das war mein Namenspatron, der Heilige Udalricus!

 

 

OK, falsche Erinnerung - sicher bin ich mir auch nicht, das Heiligsprechungsrecht ist eine brotlose Kunst, weil's keiner zahlen will. Allerdings kann man beim Hl., Udal noch den synodalen Charakter erkennne - es ist ein konzil, das tätig wird.

Also ich habe auch gelernt, dass Ulrich von augsburg der Erste der formal Heiliggesprochenen war.

 

Ich widerspreche ja gar nicht.

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Bei der Revision des Heiligenkalenders wurde so manches Gedenken an eher legendäre Heilige gestrichen. Aber natürlich gibt es auch mindestens eine Ausnahme: Agnes. Meines Wissens ist sie Stadtheilige von Rom und hatte deswegen ihre Lobby. Sie verlor, soweit ich das weiß, ihren zweiten Gedenktag (Hl. Agnes zum andern Male, das war wohl der Oktavtag, aber ich habe meinen alten Schott nicht zur Hand), aber einer blieb ihr.

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Bei der Revision des Heiligenkalenders wurde so manches Gedenken an eher legendäre Heilige gestrichen. Aber natürlich gibt es auch mindestens eine Ausnahme: Agnes. Meines Wissens ist sie Stadtheilige von Rom und hatte deswegen ihre Lobby. Sie verlor, soweit ich das weiß, ihren zweiten Gedenktag (Hl. Agnes zum andern Male, das war wohl der Oktavtag, aber ich habe meinen alten Schott nicht zur Hand), aber einer blieb ihr.

 

Caecilia hat auch überlebt, der Hl. Georg ist nicht verschwunden, und auch die Hl. Barbara gehört nicht zu den vollkommen belegten Heiligen. Aber eigentlich kommt es darauf auch nicht an.

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Franciscus non papa
Bei der Revision des Heiligenkalenders wurde so manches Gedenken an eher legendäre Heilige gestrichen. Aber natürlich gibt es auch mindestens eine Ausnahme: Agnes. Meines Wissens ist sie Stadtheilige von Rom und hatte deswegen ihre Lobby. Sie verlor, soweit ich das weiß, ihren zweiten Gedenktag (Hl. Agnes zum andern Male, das war wohl der Oktavtag, aber ich habe meinen alten Schott nicht zur Hand), aber einer blieb ihr.

 

 

stimmt, so hab ich es auch in erinnerung, und ich bin zu faul, den alten schott nun zu holen....

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@mods

Kann sich bitte jemand erbarmen, und aus dem "zurüchgenommen" ein "zurückgenommen" machen. Ich lese sonst immer zürichgenommen, und das ist schon völlig sinnlos. Außerdem reicht es, wenn ich immer lese "Ist mykath luftfeindlich".

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@mods

Kann sich bitte jemand erbarmen, und aus dem "zurüchgenommen" ein "zurückgenommen" machen. Ich lese sonst immer zürichgenommen, und das ist schon völlig sinnlos. Außerdem reicht es, wenn ich immer lese "Ist mykath luftfeindlich".

erledigt

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