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Predigt angesicht einer Zusammenlegung


Mecky
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Liebe Schwestern, liebe Brüder!

 

Unser Dekan hat uns Priester beim letzten Zusammentreffen informiert, dass unsere Pfarreiengemeinschaft mit einer weiteren zusammengelegt werden soll. Die Zusammenlegung soll in den nächsten Jahren erfolgen.

 

Warum müssen Seelsorgeeinheiten überhaupt zusammengelegt werden? Grund ist schlicht und ergreifend der Priestermangel. Die ganzen starken Priesterjahrgänge, die in den sechziger Jahren geweiht wurden, kommen momentan ins Pensionsalter. Und Nachwuchs ist Mangelware. Mit der Anzahl von Neupriestern, die wir im Moment haben, könnten wir höchstens ein paar Stätte anständig versorgen, nicht aber unsere ganze Diözese.

 

Seit Jahren sieht die Personalplanung so aus, dass man einem Pfarrer immer größere Gebiete zuweist. Erst wurden Pfarreien zusammengelegt, und nun beginnt man, ganze Pfarreiengemeinschaften zusammenzulegen.

 

Nach der Zusammenlegung wird sich eine völlig andere Situation ergeben. Im Gebiet der zukünftigen Pfarreiengemeinschaft wird es 11 Kirchen geben. Ich kann an jedem Wochenende drei Messen feiern, jeden Wochentag eine. Die überwiegende Zahl der Kirchen werden am Wochenende und erst recht während der Woche ohne Messe sein.

 

Am Donnerstag Abend habe ich mich mit dem ArLoNeMe-Team getroffen - das sind die Oberministranten unserer jetzigen Dörfer, die pfarreiübergreifende Aktionen für die Ministranten organisieren. Und da kamen bereits Fragen hoch. "Sollen wir dann nicht nur ArLoNeMe sein, sondern ArLoNeMeDöSeGeNaWiDeObIn?" und "Wie oft kommt man da als Ministrant noch dran? Ein Mal im Jahr?

 

Wir haben gute Strukturen. Wir haben bereits einen pfarreiengemeinschaftsweiten Pfarrgemeinderat. Das hat die andere Pfarreiengemeinschaft nicht. Wir können stolz sein. Aber ich frage mich: Können wir nicht diese schönen Strukturen vergessen? Wie soll ein Gremium arbeiten, das die Anliegen von elf Dörfern im Auge behalten soll?

Das gleiche Bild ergibt sich auch auf anderer Ebene. Jeden Dienstag treffen sich die Hauptamtlichen - im Moment sind wir sechs Personen. In einem solchen, kleinen Gremium lässt sich sehr sinnvoll schaffen. Wir fühlen uns trotzdem ganz hübsch gefordert. Was soll aber werden, wenn das Team auf fünfzehn Personen anschwillt? Das ist keine Teamsitzung mehr, sondern eine Konferenz!

 

Und nebenbei möchte ich bemerken, dass es nicht nur Priestermangel gibt, sondern die Bewerberzahl für Laientheologen - also Gemeindereferenten und Pastoralreferenten - und auch die Zahl der Diakonatsbewerber deutlich zurück gehen.

 

Wie immer eine Zukunft aussehen mag, sie wird mit drastisch weniger Hauptamtlichen auskommen müssen. Es wird weniger Pfarrer, weniger Gemeindereferenten, weniger Diakonen geben. Und damit wird es weniger heilige Messen geben, es wird eng bei der Spendung der Sakramente. Ob wir die Erstkommunion weiterhin jahrgangs- und dorfweise spenden können, bezweifle ich sehr. Auch andere Sakramente werden sich in ungewohntem Gewande zeigen. Es wird kaum möglich sein, die Taufe immer im eigenen Dorf und mit wenigen Kindern feiern zu können - natürlich zum Zeitpunkt, den man sich am liebsten wünscht.

Die Beerdigungen können nicht mehr alleine von Priestern gefeiert werden - ich kann nicht in elf Dörfern herumreisen und beerdigen. Das geht schon terminlich nicht, denn man muss mal nachzählen, wie viele Kommunen und Friedhofsverwaltungen sich da absprechen müssten.

 

Als wir Priester mit dem Dekan zusammen gekommen sind, war dies alles den Pfarrern und auch dem Dekan wohl bewusst. Einer meinte schließlich: "Oh ist das deprimierend. Aber lasst uns die Sache doch mal positiv sehen. Es gibt doch immer auch positive Ansatzpunkte!"

 

Gewissermaßen hat der Pfarrer natürlich Recht. Allein vom Rumjammern wird nichts besser. Allerdings ist das mit der Positivität nicht ganz so einfach. Es genügt ja nicht, einfach "Hurra!" zu schreien, und alles ist palletti. Always look on the bright side of life. Zum Realismus gehört dazu, dass es einen Zusammenbruch geben wird. Das ist Elend genug. Natürlich gibt es neben diesem Zusammenbruch auch positive Seite, die man nicht aus den Augen verlieren darf - sonst ist man nämlich nicht mehr wirklich realistisch, sondern pessimistisch. Und dann wird man lebensunfähig.

 

Also beende die Jammerei und versuche, möglichst realistisch auf positive Ansatzpunkte zu schauen.

 

Ich hoffe, dass man mich jetzt nicht gleich steinigt, wenn ich sage: "Ich sehe auch diesen Zusammenbruch als einen Ruf Gottes!"

Einen Ruf Gottes, hinein in unsere Kirche. Einen kritischen Ruf Gottes, der uns entgegentönt, dass wir uns mit zu vielen Dingen beschäftigt haben, die nicht wirklich zum Glauben gehören. Es ist der Ruf Gottes, dass wir uns nun ganz betont um den Glauben kümmern müssen und getrost so manches Beiwerk weglassen sollen.

 

Es ist meiner Meinung nach nicht wirklich glaubenswichtig, dass wir weiterhin all den Luxus behalten, den uns die letzten Jahrzehnte geboten haben. Sein Kind in deiner anderen Pfarrei taufen zu lassen, ist kein Glaubensverlust. Mitzubekommen, dass es auch zwei Dörfer weiter acht katholische Babys gibt, deren Eltern für ihr Kind die Taufe wollen, ist kein Glaubensverlust. Mit den anderen Katholiken aus anderen Dörfern Kontakt zu finden, ist kein Glaubensverlust. Im Gegenteil.

 

Wir hatten hier einen verführerischen Luxus.

In früheren Zeiten war es zum Beispiel nicht immer der Pfarrer, der eine Beerdigung feierte. In den Anden gibt es heute noch diesen Luxus nicht. Da kommt der Pfarrer einmal im Jahr. Ansonsten muss die Gemeinde das tragen. Oft war es der Bauer, der seine Angehörigen, seine Knechte und Mägde beerdigte - vielleicht nicht so geschliffen, wie das ein routinierter Pfarrer macht, aber vielleicht persönlicher und von tiefer Hoffnung auf den Erlöser getragen. Und der Bauer wurde damit zum Verantwortlichen für den Glauben an seinem Bauernhof. Ist das sooo schlecht? Soll das ein Glaubensverlust sein?

 

Wir werden viele Gewohnheiten der Gemeinden nicht mehr durch Hauptamtlichen pflegen können. Tendenzweise vermute ich: Was nicht aus der Gemeinde heraus lebt, das wird untergehen.

Und auch hierin sehe ich den Ruf Gottes. Was nämlich wirklich wichtig ist, das wird laufen - und zwar nicht durch professionelle Unterstützung, sondern weil es wichtig ist, weil es eine lebendige Ausgestaltung eines Dorfglaubens ist, der vielleicht nicht immer kirchenrechtlich korrekte Züge trägt, aber in den Herzen der Menschen verankert ist. Und man wird dies tun können, ohne dass einem der Pfarrer wieder dazwischenquatscht. Auch dies soll ja - bösen Gerüchten zufolge - seine Vorteile haben.

 

Ich höre den Ruf Gottes ganz besonders an die Einzelnen.

Ein Katholik wird sich bald nicht mehr deswegen als Katholik fühlen können, weil er im Fahrwasser des Pfarrers schwimmt, sich von ihm die Anweisungen holt und sie dann getreulich durchführt. Eine Veranstaltung wird schon bald nicht mehr dadurch scheinbar katholischer (per definitionem), weil der Pfarrer kommt und Kirche und Glaube repräsentiert. Sondern jeder Katholik wird sich verstärkt in der Verantwortung finden.

 

Das wird ganz sicher für viele ganz anstößig und schmerzhaft sein. Für manchen wird es vielleicht sogar ein Grund sein, sich nun endgültig von der Kirche zu verabschieden. Aber ich hoffe auf diejenigen, die die Herausforderung annehmen, die sich selbst um ihren Glauben bemühen, sich selbst Informationen anlesen, die selbst dorthin gehen, wo etwas für die Stärkung und Prägung des Glaubens zu erwarten ist, die selbst gute Werke tun, beten und womöglich sogar über dies hinaus noch für andere ihre so gewonnenen Reichtümer fruchtbar machen. Selbst den Glauben weitergeben.

 

Unsere Aufgabe wird sein, solche Menschen zu unterstützen und ihnen gute Möglichkeiten anzubieten.

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einem meiner evangelischen Pfarrer und einem sehr engagierten Team zusammengesetzt, um für den nächsten Herbst einen Glaubenskurs auf die Beine zu stellen. Einen ökumenischen Glaubenskurs.

Es kann natürlich sein, dass man sich, um an diesem Glaubenskurs teilnehmen zu können, ins Auto setzen muss. Eieie! Und noch schlimmer: Man könnte bei diesem Glaubenskurs sogar in Kontakt mit Evangelischen kommen. Eieiei! Und es könnten verschiedene Meinungen aufkommen. Eieie!

Und es könnte sein, dass man nach all diesen Schwierigkeiten (oder gerade wegen dieser Schwierigkeiten) hinterher bereichert und mit einer gestärkten eigenen Überzeugung nach Hause zurückkehrt und Material hat, das man von innen heraus vor sich selbst und vor anderen vertreten kann. Oder noch mehr: Material, von dem man zehren, leben und sein Leben gestalten kann. Ei . Ei. Ei.

 

Ich will damit sagen: Wer in Zukunft seinen Glauben fördern und prägen will, wird auch Möglichkeiten hierzu finden. Gute Möglichkeiten. Und das ist ganz wichtig. Womöglich sogar noch wichtiger, als die Ungemach mit dem Auto und den Evangelischen und den wüsten Andersdenkenden überhaupt.

 

Die neue Situation wird auch die Ökumene beschleunigen. Wenn lediglich in drei von elf Kirchen wochends die Messe gefeiert wird, dann stehen acht Kirchen offen für ökumenische Gottesdienste. Wir werden zusammenrücken müssen. Wir werden auf ein Zusammenleben angewiesen sein werden. Und das gibt ganz sicher Verdruss und Ärger. Die ganzen Meinungsverschiedenheiten mit den "Anderen", die momentan verborgen sind, weil man sich nicht zwischen den Konfessionen in Diskussionen verhakt, werden dann aufbrechen. Da könnte es Streit geben. Und positiv gewendet sage ich: Wo Streit ist, da ist auch Versöhnung möglich. Womöglich käme es zu einer echten Ökumene, so richtig mit gegenseitigem Respekt und Anerkenntnis der anderen Meinung, mit Einigung und gemeinsamen Handeln. Wer hier nicht den Ruf Gottes hört, ist so taub, dass er ihn sonst wohl auch geflissentlich überhört.

 

Und natürlich wird es verstärkt nichteucharistische Gottesdienste und Gebetszeiten geben, die von der Gemeinde getragen werden - und zwar in der hauptamtlichenfreien Zone. Nicht jeder ist schließlich so mobil, so flexibel und so informiert, dass er zur nächsten Messe fahren kann. Gerade ältere Menschen ...

Und dann wird es darauf ankommen, dass das jemand aus der Gemeinde in die Hand nimmt, sich Kompetenz aneignet, ein Gespür entwickelt. Und es wird darauf ankommen, dass die Leute aus der Gemeinde dies anerkennen. Erst mal hingehen! Kritisieren kann man ja immer noch. Auf die Dauer müssen solche Gottesdienste aber von der Gemeinde getragen werden.

Ich stelle mir diese Gottesdienste klein vor. 20 Leute, wenn es hochkommt. Manche können zur Messe fahren. Andere lassen sich fahren. Viele haben sowieso die Schnauze voll und schlafen aus oder gehen ins Schwimmbad. Aber mit 20 Leuten kann eine Gebetszeit oder ein nichteucharistischer Gottesdienst so richtig tief gehen.

 

Die, denen der Glaube wichtig ist, werden für sich eine Lösung finden. Die Zukunft wird uns nun mal vor die Entscheidung stellen:

 

Kleben wir am Weihrauch, kleben wir am Raum unserer Dorf- oder Stadtkirche, kleben wir an der Taufe im eigenen Ort, kleben wir an Dorftraditionen, kleben wir an der hoffnungslosen Forderung, die Kirche müsste uns wie in früheren Zeiten alles mundgerecht vor der Haustüre servieren?

 

Oder wollen wir schlichtweg GLAUBEN? Aus dem Glauben leben, aus dem Glauben unsere Lebenskraft beziehen, und ihn anderen Menschen weiterschenken?

Ersteres - das Kleben an dem, was wir uns bislang vorstellten - werden wir nicht halten können. Zweiteres - also der Glaube - ist unser Lebenselexier als Christen. Und so was geht, so es echt ist, nicht einfach verloren, wenn die Umstände schwieriger werden.

 

Und dies ist in meinen Augen der Ansatzpunkt für eine positive Zukunftssicht, die dennoch im Rahmen des Realismus verbleibt. Wir brauchen nicht zu großen Euphorikern werden und "Hurra" schreien und "Alles ist prima!". Wir können realistisch bleiben und dennoch sagen: "Die kirchliche Institution wird ihr Gesicht verändern, sie wir schrumfen. Aber Glauben können wir weiterhin. Und aus dem Glauben können wir weiterhin etwas gestalten und bewegen.

 

Und dies ist schließlich das eigentlich Zentrum. Darum geht es im Christsein. Und dies ist unser Auftrag Gottes - der Auftrag für uns und für unsere Welt. Und es ist nicht nur Auftrag, sondern auch inneres Anliegen. Und damit ist es Lust.

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Liebe Schwestern, liebe Brüder!

 

Unser Dekan hat uns Priester beim letzten Zusammentreffen informiert, dass unsere Pfarreiengemeinschaft mit einer weiteren zusammengelegt werden soll. Die Zusammenlegung soll in den nächsten Jahren erfolgen.

 

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Wir können realistisch bleiben und dennoch sagen: "Die kirchliche Institution wird ihr Gesicht verändern, sie wir schrumfen. Aber Glauben können wir weiterhin. Und aus dem Glauben können wir weiterhin etwas gestalten und bewegen.

 

Und dies ist schließlich das eigentlich Zentrum. Darum geht es im Christsein. Und dies ist unser Auftrag Gottes - der Auftrag für uns und für unsere Welt. Und es ist nicht nur Auftrag, sondern auch inneres Anliegen. Und damit ist es Lust.

Ohne Dir im Grundsatz widersprechen zu wollen, sei mir dazu eine Frage erlaubt:

 

Spielt in Deinen/Euren Überlegungen auch die Frage eine Rolle, was der einzelne Priester bzw. die einzelne Gemeinde denn tun könnte, um den von Dir aufgezeigten Entwicklungen entgegenzuwirken? Oder wird das "Schrumpfen" als gottgegeben hingenommen, ohne seine Ursachen zu hinterfragen?

 

Erst gestern habe ich andernorts im Netz von der Beobachtung gelesen, daß in den meisten Gottesdiensten hierzulande überdurchschnittlich viele Frauen und Mädchen zu finden sind, und die Männer eine klare Minderheit darstellen (das kenne ich auch aus meiner Umgebung so). Andererseits, so der Berichterstatter, finde man in "traditionalistischen" Gottesdiensten (was auch immer man dafür und davon halten mag) auffälligerweise oft eine Mehrheit an männlichen Teilnehmern, und viele davon zwischen 20 und 50 Jahren - also genau in dem Alter, das für eine Berufung zum Priesterdienst prädestiniert.

 

Ich weiß nicht, ob diese Beobachtung sich statistisch erhärten ließe, ich stelle sie hier nur mal in den Raum. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings anfügen, daß die Beobachtung nicht ganz von der Hand zu weisen ist, daß liturgisch "strenge" bzw. "konservative" Pfarreien über die Jahre oft mehr Priesternachwuchs hervorbringen als die vermeintlich "modernen", in denen alles mögliche erlaubt wird.

 

Gibt es denn bei Euch auch Priester, die solche Erfahrungen gemacht haben, oder die sich in diesem Sinne aktiv um die Förderung von Priesternachwuchs bemühen?

 

Gruß, Senestrey

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Es ist meiner Meinung nach nicht wirklich glaubenswichtig, dass wir weiterhin all den Luxus behalten, den uns die letzten Jahrzehnte geboten haben. Sein Kind in deiner anderen Pfarrei taufen zu lassen, ist kein Glaubensverlust. Mitzubekommen, dass es auch zwei Dörfer weiter acht katholische Babys gibt, deren Eltern für ihr Kind die Taufe wollen, ist kein Glaubensverlust. Mit den anderen Katholiken aus anderen Dörfern Kontakt zu finden, ist kein Glaubensverlust. Im Gegenteil.

 

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Wir werden viele Gewohnheiten der Gemeinden nicht mehr durch Hauptamtlichen pflegen können. Tendenzweise vermute ich: Was nicht aus der Gemeinde heraus lebt, das wird untergehen.

Und auch hierin sehe ich den Ruf Gottes. Was nämlich wirklich wichtig ist, das wird laufen - und zwar nicht durch professionelle Unterstützung, sondern weil es wichtig ist, weil es eine lebendige Ausgestaltung eines Dorfglaubens ist, der vielleicht nicht immer kirchenrechtlich korrekte Züge trägt, aber in den Herzen der Menschen verankert ist. Und man wird dies tun können, ohne dass einem der Pfarrer wieder dazwischenquatscht. Auch dies soll ja - bösen Gerüchten zufolge - seine Vorteile haben.

 

Ich höre den Ruf Gottes ganz besonders an die Einzelnen.

Ein Katholik wird sich bald nicht mehr deswegen als Katholik fühlen können, weil er im Fahrwasser des Pfarrers schwimmt, sich von ihm die Anweisungen holt und sie dann getreulich durchführt. Eine Veranstaltung wird schon bald nicht mehr dadurch scheinbar katholischer (per definitionem), weil der Pfarrer kommt und Kirche und Glaube repräsentiert. Sondern jeder Katholik wird sich verstärkt in der Verantwortung finden.

 

Das wird ganz sicher für viele ganz anstößig und schmerzhaft sein. Für manchen wird es vielleicht sogar ein Grund sein, sich nun endgültig von der Kirche zu verabschieden. Aber ich hoffe auf diejenigen, die die Herausforderung annehmen, die sich selbst um ihren Glauben bemühen, sich selbst Informationen anlesen, die selbst dorthin gehen, wo etwas für die Stärkung und Prägung des Glaubens zu erwarten ist, die selbst gute Werke tun, beten und womöglich sogar über dies hinaus noch für andere ihre so gewonnenen Reichtümer fruchtbar machen. Selbst den Glauben weitergeben.

Unsere Aufgabe wird sein, solche Menschen zu unterstützen und ihnen gute Möglichkeiten anzubieten.

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einem meiner evangelischen Pfarrer und einem sehr engagierten Team zusammengesetzt, um für den nächsten Herbst einen Glaubenskurs auf die Beine zu stellen. Einen ökumenischen Glaubenskurs.

Es kann natürlich sein, dass man sich, um an diesem Glaubenskurs teilnehmen zu können, ins Auto setzen muss. Eieie! Und noch schlimmer: Man könnte bei diesem Glaubenskurs sogar in Kontakt mit Evangelischen kommen. Eieiei! Und es könnten verschiedene Meinungen aufkommen. Eieie!

Und es könnte sein, dass man nach all diesen Schwierigkeiten (oder gerade wegen dieser Schwierigkeiten) hinterher bereichert und mit einer gestärkten eigenen Überzeugung nach Hause zurückkehrt und Material hat, das man von innen heraus vor sich selbst und vor anderen vertreten kann. Oder noch mehr: Material, von dem man zehren, leben und sein Leben gestalten kann. Ei . Ei. Ei.

 

Ich will damit sagen: Wer in Zukunft seinen Glauben fördern und prägen will, wird auch Möglichkeiten hierzu finden. Gute Möglichkeiten. Und das ist ganz wichtig. Womöglich sogar noch wichtiger, als die Ungemach mit dem Auto und den Evangelischen und den wüsten Andersdenkenden überhaupt.

 

Die neue Situation wird auch die Ökumene beschleunigen. Wenn lediglich in drei von elf Kirchen wochends die Messe gefeiert wird, dann stehen acht Kirchen offen für ökumenische Gottesdienste. Wir werden zusammenrücken müssen. Wir werden auf ein Zusammenleben angewiesen sein werden. Und das gibt ganz sicher Verdruss und Ärger. Die ganzen Meinungsverschiedenheiten mit den "Anderen", die momentan verborgen sind, weil man sich nicht zwischen den Konfessionen in Diskussionen verhakt, werden dann aufbrechen. Da könnte es Streit geben. Und positiv gewendet sage ich: Wo Streit ist, da ist auch Versöhnung möglich. Womöglich käme es zu einer echten Ökumene, so richtig mit gegenseitigem Respekt und Anerkenntnis der anderen Meinung, mit Einigung und gemeinsamen Handeln. Wer hier nicht den Ruf Gottes hört, ist so taub, dass er ihn sonst wohl auch geflissentlich überhört.

 

Und natürlich wird es verstärkt nichteucharistische Gottesdienste und Gebetszeiten geben, die von der Gemeinde getragen werden - und zwar in der hauptamtlichenfreien Zone. Nicht jeder ist schließlich so mobil, so flexibel und so informiert, dass er zur nächsten Messe fahren kann. Gerade ältere Menschen ...

Und dann wird es darauf ankommen, dass das jemand aus der Gemeinde in die Hand nimmt, sich Kompetenz aneignet, ein Gespür entwickelt. Und es wird darauf ankommen, dass die Leute aus der Gemeinde dies anerkennen. Erst mal hingehen! Kritisieren kann man ja immer noch. Auf die Dauer müssen solche Gottesdienste aber von der Gemeinde getragen werden.

Ich stelle mir diese Gottesdienste klein vor. 20 Leute, wenn es hochkommt. Manche können zur Messe fahren. Andere lassen sich fahren. Viele haben sowieso die Schnauze voll und schlafen aus oder gehen ins Schwimmbad. Aber mit 20 Leuten kann eine Gebetszeit oder ein nichteucharistischer Gottesdienst so richtig tief gehen.

 

Die, denen der Glaube wichtig ist, werden für sich eine Lösung finden. Die Zukunft wird uns nun mal vor die Entscheidung stellen:

 

Kleben wir am Weihrauch, kleben wir am Raum unserer Dorf- oder Stadtkirche, kleben wir an der Taufe im eigenen Ort, kleben wir an Dorftraditionen, kleben wir an der hoffnungslosen Forderung, die Kirche müsste uns wie in früheren Zeiten alles mundgerecht vor der Haustüre servieren?

 

Oder wollen wir schlichtweg GLAUBEN? Aus dem Glauben leben, aus dem Glauben unsere Lebenskraft beziehen, und ihn anderen Menschen weiterschenken?

Ersteres - das Kleben an dem, was wir uns bislang vorstellten - werden wir nicht halten können. Zweiteres - also der Glaube - ist unser Lebenselexier als Christen. Und so was geht, so es echt ist, nicht einfach verloren, wenn die Umstände schwieriger werden.

 

Und dies ist in meinen Augen der Ansatzpunkt für eine positive Zukunftssicht, die dennoch im Rahmen des Realismus verbleibt. Wir brauchen nicht zu großen Euphorikern werden und "Hurra" schreien und "Alles ist prima!". Wir können realistisch bleiben und dennoch sagen: "Die kirchliche Institution wird ihr Gesicht verändern, sie wir schrumfen. Aber Glauben können wir weiterhin. Und aus dem Glauben können wir weiterhin etwas gestalten und bewegen.

 

Und dies ist schließlich das eigentlich Zentrum. Darum geht es im Christsein. Und dies ist unser Auftrag Gottes - der Auftrag für uns und für unsere Welt. Und es ist nicht nur Auftrag, sondern auch inneres Anliegen. Und damit ist es Lust.

 

YES!

 

Mecky, Du machst die besten Threads!

Edited by jet
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Spielt in Deinen/Euren Überlegungen auch die Frage eine Rolle, was der einzelne Priester bzw. die einzelne Gemeinde denn tun könnte, um den von Dir aufgezeigten Entwicklungen entgegenzuwirken? Oder wird das "Schrumpfen" als gottgegeben hingenommen, ohne seine Ursachen zu hinterfragen?

Die Entwicklung zu verhindern ist entweder ein Thema von gestern oder von übermorgen. Die Realität im Moment sieht so aus, dass sieben oder acht Theologenjahrgänge so schwach besetzt sind, dass sich in nächster Zeit keine Wende kommen kann. Und über diese zahlenmäßig fixen Zukunftsaussichten schätze ich ganz unbe-zahlt die Lage so ein, dass es Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte gehen wird, bis eine wirkliche Trendwende kommt. Wenn überhaupt.

 

Überdies habe ich keine Lust, das alte System zu pflegen. Die Verquickung des Christseins mit allen möglichen Dorf- und Stadt- und Traditionsgewohnheiten halte ich sowieso für eher ungünstig. Ein neues Selbstverständnis muss her. Und die momentane Entwicklung treibt diesen Umbruch voran. Wie gesagt: Ich glaube, in den Entwicklungen den Ruf Gottes zu hören. Das war keine rhetorische Phrase und auch kein Zweckoptimismus, sondern ganz ernst gemeint.

 

Ich habe mir auch schon überlegt, ob man einfach andere Traditionen bemühen sollte. Im Austausch mit den früheren Traditionen einfach neue nehmen. Der Blick auf die Sinusstudie legt so etwas nahe. Aber auch dies halte ich für sehr begrenzt möglich. Die neuen Traditionen entwickeln sich so rasch und sind so kurzlebig, dass man wirklich auf den Einzelfall schauen muss.

 

In gewisser Weise stehe ich hier wieder einmal unserem Papst Benedikt sehr nahe, der sich gegen den Zeitgeist wehrt. Nur dass ich mich nicht gegen den Zeitgeist (was auch immer das sein mag ...) wehre, sondern offen für ihn bin - ohne ihm allerdings übergebührliche Bedeutung zuzumessen. Wenn die Leute heute lieber Synkopen hören, sollen sie ihre Synkopen bekommen. Mir doch egal. Christentum kann sich mit oder ohne Synkopen ausdrücken. Im Gegensatz zu Benedikt bin ich dabei allerdings ehrlich und lüge den Leuten nicht den Widerstand gegen einen bestimmten Zeitgeist (eben den heutigen) vor, während ich mich einem alten Zeitgeist bis zum Erstickungstod ins Hinterteil zwänge. Eine elende Weise, seine Lebendigkeit zu beenden, meine ich.

 

Ziel ist die Stärkung des Glaubens. Und dort, wo ich dieses Ziel erreiche, ist es mir so was von egal, ob das nun auf dem Hintergrund alter oder neuer oder ganz zeitunabhängiger Traditionen geschieht. Und wenn mir der Wind der Zeit durch einen Zusammenbruch dabei hilft, dieses Ziel zu erreichen, dann soll es mir recht sein - auch wenn ich natürlich unter dem Zusammenbruch leide. Ist ja nie besonders schön, so ein Zusammenbruch.

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Aber mit 20 Leuten kann eine Gebetszeit oder ein nichteucharistischer Gottesdienst so richtig tief gehen.

...

Oder wollen wir schlichtweg GLAUBEN? Aus dem Glauben leben, aus dem Glauben unsere Lebenskraft beziehen, und ihn anderen Menschen weiterschenken?

Ersteres - das Kleben an dem, was wir uns bislang vorstellten - werden wir nicht halten können. Zweiteres - also der Glaube - ist unser Lebenselexier als Christen. Und so was geht, so es echt ist, nicht einfach verloren, wenn die Umstände schwieriger werden.

 

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Aber Glauben können wir weiterhin. Und aus dem Glauben können wir weiterhin etwas gestalten und bewegen.

 

Und dies ist schließlich das eigentlich Zentrum. Darum geht es im Christsein. ...

1. Ich finde manchmal unsere riesige Dorfkirche als bedrückend, wenn sie Sonntags halb leer ist. Wenn ich den knallvollen kleinen Saal bei der freikirchlichen Gemeinde in meiner Nähe sehe und die Stimmung, die da aufkommt, würde ich mir wünschen, man könnte unsere Kirche einfach verkaufen.

 

2. Genau, wir wollen glauben! Denn darauf kommt es an. Und dann wissen wir auch wieder was wir eigentlich glauben!

 

Was ich mir nur noch wünschen würde ist die Abschaffung Kirchensteuer! Weg mit der Staatskirche!

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Die Realität im Moment sieht so aus, dass sieben oder acht Theologenjahrgänge so schwach besetzt sind, dass sich in nächster Zeit keine Wende kommen kann.

Das ist auch überhaupt nicht notwendig!

Warum bietet die Kirche nicht für Laien theologische Kurse an? Bestehend aus vielleicht 15 Wochenendkursen mit einer Seminarwoche, um in die Bibel und Lehre der Kirche und Seelsorge einzuführen?

 

Da sollten sich doch wohl genügend Laien finden und sich kirchliches Leben ausbilden.

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Wieviele Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern habt ihr denn schon ausgebildet?

 

Und wie viele gibt es längst, ohne dass sie irgendwer ausgebildet oder eingesetzt hätte?

Das ist nämlich auch ein Aspekt: Das Rosenkranzgebet organisieren sich die Gläubigen selber. Immer schon, seit es das gibt.

Die Gebräuche und Gebetsstunden rund um ein Begräbnis leitet ein "Vorbeter", der das meist von seinem Vater gelernt und das Amt geerbt hat, und ein Geweihter, ob Priester oder Diakon, ist da nicht dabei. Der tritt erst bei der Seelenmesse und der Grablege in Erscheinung. Wobei er bei letzterer auch nicht zwingend nötig wäre.

 

All das (Na, wenigstens: vieles), um dessen Einführung wir verzweifelt und händeringend flehen, gibt es nämlich längst, und das meiste mindestens seit Jahrhunderten.

Gut (oder vielmehr schlecht), in den Städten ist vieles abgestorben. Aber auf dem flachen (oder auch gebirgigen) Land lebt vieles davon noch und blüht im Verborgenen.

 

Und: Unsere Oberen wissen es ja eh und setzen durchaus vorbereitende Maßnahmen.

Das Buch "Wort-Gottes-Feier, Werkbuch für die Sonn- und Festtage, herausgegeben von den Liturgischen Instituten Deutschlands und Österreichs im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz und des Erzbischofs von Luxemburg" ist im Jahr 2004 erschienen.

Eigentlich können Katholiken überall dort, wo sie die Notwendigkeit sehen, loslegen. Das Rüstzeug ist vorhanden.

 

Wahrscheinlich wird's nicht jeder Bischof gern sehen. Meiner zum Beispiel. Dennoch steht auf dem Zertifikat, das ich nach Durchlaufen der entsprechenden Ausbildung bekommen habe: Verbunden mit dieser Teilnahmebestätigung ist die Beauftragung zum Wortgottesdienstleiter in der Diözese St. Pölten.

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Es kann natürlich sein, dass man sich, um an diesem Glaubenskurs teilnehmen zu können, ins Auto setzen muss. Eieie! Und noch schlimmer: Man könnte bei diesem Glaubenskurs sogar in Kontakt mit Evangelischen kommen. Eieiei! Und es könnten verschiedene Meinungen aufkommen. Eieie!

Und es könnte sein, dass man nach all diesen Schwierigkeiten (oder gerade wegen dieser Schwierigkeiten) hinterher bereichert und mit einer gestärkten eigenen Überzeugung nach Hause zurückkehrt und Material hat, das man von innen heraus vor sich selbst und vor anderen vertreten kann. Oder noch mehr: Material, von dem man zehren, leben und sein Leben gestalten kann. Ei . Ei. Ei.

 

An solchen Glaubenskursen hab ich schon vor Jahren teilgenommen. Ich wurde mit evangelischen Positionen konfrontiert. Ich habe mir den Staub von den Füßen geschüttelt, um danach, in meinem Glauben gestärkt eigene Positionen, (in diesem Fall katholische....Ei Ei Ei!) zu vertreten. Das stösst einigen katholischen und evangelischen Mitchristinnen und Mitchristen zwar sauer auf, aber ich zehre, lebe und gestalte mein Leben. Es ist ganz schön spannend katholisch zu sein und zu bleiben.

 

MfG

Stanley

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Die Realität im Moment sieht so aus, dass sieben oder acht Theologenjahrgänge so schwach besetzt sind, dass sich in nächster Zeit keine Wende kommen kann.

Das ist auch überhaupt nicht notwendig!

Warum bietet die Kirche nicht für Laien theologische Kurse an? Bestehend aus vielleicht 15 Wochenendkursen mit einer Seminarwoche, um in die Bibel und Lehre der Kirche und Seelsorge einzuführen?

 

Da sollten sich doch wohl genügend Laien finden und sich kirchliches Leben ausbilden.

 

Das alleine reicht auf Dauer nicht. Ich möchte solche Kurse nicht schlecht reden und das Engagement der Menschen die da eine Menge Herzblut hineinstecken - aber dies ist kein Ersatz für Theologen, so wie man auch nicht auf den Gedanken käme, einem (derzeit nicht zu erwartenden) Richtermangel mit Hilfe der der Volkshochschulen beikommen zu wollen. Kirchliches Leben - so wie wir es kennen - braucht theoogisch gebildete Menschen und auch Amtsträger.

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Kirchliches Leben - so wie wir es kennen - braucht theoogisch gebildete Menschen und auch Amtsträger.
Zustimmung, aber nicht nur die Zahl der Priesteramtskandidaten schrumpft rapide, sondern auch die der ausgebildeten Laientheologen, die für den kirchlichen Dienst infragekämen (was mich allerdings nicht wundert, man muß schon ziemlich mutig sein, sich für ein Minenfeld ausbilden zu lassen...).

In der konkreten Praxis eine Pfarreiengemeinschaft mit 11 Kirchen braucht es akut erst mal gangbare Lösungen, die nicht ca. 8 Jahre (Studium+Pastoralkurs) Anlaufzeit brauchen.

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In der konkreten Praxis eine Pfarreiengemeinschaft mit 11 Kirchen braucht es akut erst mal gangbare Lösungen, die nicht ca. 8 Jahre (Studium+Pastoralkurs) Anlaufzeit brauchen.

 

Wo sonst braucht man noch acht Jahre? Selbst Juristen sind heute viel schneller. Viele persönlich überzeugende Geistliche habe ich kennengelernt, die erst mal Mauer oä. gelernt, dann eine Art Schnellstudium gemacht haben. Die heutige Ausbildung läßt nur sehr intellektuelle Typen zu, keine fußballspielende Kapläne mehr...

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Es wird weniger Pfarrer, weniger Gemeindereferenten, weniger Diakonen geben. Und damit wird es weniger heilige Messen geben, es wird eng bei der Spendung der Sakramente.

Vor allem aber wird es auch weniger Gläubige geben. Damit wird es auch bei der Spendung der Sakramente lockerer: Taufen, Erstkommunionkinder, Firmlinge, Hochzeiten und kirchliche Begräbnisse werden auf Dauer weniger werden.

Das Problem ist die momentane Übergangszeit von der Volkskirche zur Entscheidungskirche, da bleibt das Pensum von früher erhalten, allerdings mit weniger Personal. Erst wenn die Volkskirche als "Potemkinsches Dorf" entlarvt ist und damit in sich zusammenstürzt, wird die Arbeit der Hauptamtlichen auch wieder so reduziert sein, dass sie ihre Aufgaben gerne erfüllen. Eine aktive und gesunde Kirchengemeinschaft wird immer wieder auch genügend Amtsträger hervorbringen, schrumpft diese, schrumpft auch die Zahl der Amtsträger, steigt die Zahl der Gläubigen, steigt auch die Zahl der daraus erwachsenen Berufungen. Knackpunkt ist also nicht der Priestermangel, sondern der Christenmangel, und der Umstand, dass dieser Christenmangel durch das künstliche Aufrechterhalten der "Volkskirchen-Fassade" kaschiert und ignoriert wird.

Freilich ist das Weniger-Werden kein ewiges Gesetz: Es können vielleicht auch mal wieder mehr werden, wenn der religiöse Eifer der Christen ansteckender wirkt.

Global gesehen aber findet einfach eine Harmonisierung der "Katholikendichte" statt: Dort, wo sie über dem Durchschnitt liegen (größer als 18% der Bevölkerung) schrumpft ihre Zahl, dort wo sie darunter liegen, steigt sie. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)

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Kirchliches Leben - so wie wir es kennen - braucht theoogisch gebildete Menschen und auch Amtsträger.
Zustimmung, aber nicht nur die Zahl der Priesteramtskandidaten schrumpft rapide, sondern auch die der ausgebildeten Laientheologen, die für den kirchlichen Dienst infragekämen (was mich allerdings nicht wundert, man muß schon ziemlich mutig sein, sich für ein Minenfeld ausbilden zu lassen...).

In der konkreten Praxis eine Pfarreiengemeinschaft mit 11 Kirchen braucht es akut erst mal gangbare Lösungen, die nicht ca. 8 Jahre (Studium+Pastoralkurs) Anlaufzeit brauchen.

 

 

Da stimme ich Dir ja auch zu - zumal man die Leute so einfach auch nicht ins Studium bringt. Ich wollte nur vor dem leider auch in bischöfliche Kreisen anzutreffen Irrtum warnen, man könne das fehlende hauptamtliche Personal leicht durch in theologischen Schnellkursen herangezogenen Volllaien in einer Weise ersetzen, die zu blühenden Gemeinden führt. Manche Ansprachen unseres ++Ludwig lassen den Eindruck aufkommen, als seien es die Priester und -Referenten aller Art gewesen, die seit 30 Jahren dem kirchlichen Aufschwung im Wege stünden.

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In der konkreten Praxis eine Pfarreiengemeinschaft mit 11 Kirchen braucht es akut erst mal gangbare Lösungen, die nicht ca. 8 Jahre (Studium+Pastoralkurs) Anlaufzeit brauchen.

 

Wo sonst braucht man noch acht Jahre? Selbst Juristen sind heute viel schneller. Viele persönlich überzeugende Geistliche habe ich kennengelernt, die erst mal Mauer oä. gelernt, dann eine Art Schnellstudium gemacht haben. Die heutige Ausbildung läßt nur sehr intellektuelle Typen zu, keine fußballspielende Kapläne mehr...

 

Auch die Juristen haben sich meines Wissens nicht vom BA/MA-Unfug anstecken lassen - und auch, wenn sie keine Akademiker sind :lol: , es braucht bis zum Staatsexamen doch 5 Jahre, zzgl. Referendariat müßten es 7 sein, oder?

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Manche Ansprachen unseres ++Ludwig lassen den Eindruck aufkommen, als seien es die Priester und -Referenten aller Art gewesen, die seit 30 Jahren dem kirchlichen Aufschwung im Wege stünden.
Vermutlich ist es für dieses board etwas zu böse, aber dennoch: Leute, die denken, analysieren und argumentieren können, sind eben unbequeme Zeitgenossen. Enthusiastisch-begeisterte mit Viertelahnung scheinen den Bischöfen (und so manchem Priester) da doch wesentlich leichter lenkbar zu sein (daß sie der Auseinandersetzung mit einer (auch religiös) pluralen Gesellschaft im Zweifel theologisch nicht gewachsen sind, will da zweitrangig erscheinen).
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Im übrigen - eine sehr gute Predigt!

 

Und sieh es positiv: Jesus hatte 12 Apostel - wenn du weiter brav bist, dann hast du bald 12 Kirchen, das hatte manch ein Bischof in der frühe Kirche nicht!

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In der konkreten Praxis eine Pfarreiengemeinschaft mit 11 Kirchen braucht es akut erst mal gangbare Lösungen, die nicht ca. 8 Jahre (Studium+Pastoralkurs) Anlaufzeit brauchen.

 

Wo sonst braucht man noch acht Jahre? Selbst Juristen sind heute viel schneller. Viele persönlich überzeugende Geistliche habe ich kennengelernt, die erst mal Mauer oä. gelernt, dann eine Art Schnellstudium gemacht haben. Die heutige Ausbildung läßt nur sehr intellektuelle Typen zu, keine fußballspielende Kapläne mehr...

 

Auch die Juristen haben sich meines Wissens nicht vom BA/MA-Unfug anstecken lassen - und auch, wenn sie keine Akademiker sind :lol: , es braucht bis zum Staatsexamen doch 5 Jahre, zzgl. Referendariat müßten es 7 sein, oder?

 

Heute gesteht man ihnen noch acht Semester zu plus gut zwei Jahren Staatsexamen. - Aber man sollte mal darüber nachdenken, ob das hierzulande übliche Leitbild des vollakademisch gebildeten Pfarrers nicht zu dem Phänomen einer Mittelstandskirche sehr beigetragen hat.

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In der konkreten Praxis eine Pfarreiengemeinschaft mit 11 Kirchen braucht es akut erst mal gangbare Lösungen, die nicht ca. 8 Jahre (Studium+Pastoralkurs) Anlaufzeit brauchen.

 

Wo sonst braucht man noch acht Jahre? Selbst Juristen sind heute viel schneller. Viele persönlich überzeugende Geistliche habe ich kennengelernt, die erst mal Mauer oä. gelernt, dann eine Art Schnellstudium gemacht haben. Die heutige Ausbildung läßt nur sehr intellektuelle Typen zu, keine fußballspielende Kapläne mehr...

 

Auch die Juristen haben sich meines Wissens nicht vom BA/MA-Unfug anstecken lassen - und auch, wenn sie keine Akademiker sind :lol: , es braucht bis zum Staatsexamen doch 5 Jahre, zzgl. Referendariat müßten es 7 sein, oder?

 

Heute gesteht man ihnen noch acht Semester zu plus gut zwei Jahren Staatsexamen. - Aber man sollte mal darüber nachdenken, ob das hierzulande übliche Leitbild des vollakademisch gebildeten Pfarrers nicht zu dem Phänomen einer Mittelstandskirche sehr beigetragen hat.

Man kann doch nicht hinter den Protestanten zurückstehen, bei denen haben die Pfarrer die längste Mindeststudienzeit in Deutschland (es war jedenfalls so). :lol:

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Man kann doch nicht hinter den Protestanten zurückstehen, bei denen haben die Pfarrer die längste Mindeststudienzeit in Deutschland (es war jedenfalls so). :lol:

 

Die Protestanten überlassen die Unterschicht sowieso der Heilsarmee und anderen Freikirchen. - Es ist natürlich fallweise schon vorgekommen, daß sich auch Akademiker mit einfachen Leuten gut unterhalten können, ... -

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Es wird weniger Pfarrer, weniger Gemeindereferenten, weniger Diakonen geben. Und damit wird es weniger heilige Messen geben, es wird eng bei der Spendung der Sakramente.

Vor allem aber wird es auch weniger Gläubige geben. Damit wird es auch bei der Spendung der Sakramente lockerer: Taufen, Erstkommunionkinder, Firmlinge, Hochzeiten und kirchliche Begräbnisse werden auf Dauer weniger werden.

Das Problem ist die momentane Übergangszeit von der Volkskirche zur Entscheidungskirche, da bleibt das Pensum von früher erhalten, allerdings mit weniger Personal. Erst wenn die Volkskirche als "Potemkinsches Dorf" entlarvt ist und damit in sich zusammenstürzt, wird die Arbeit der Hauptamtlichen auch wieder so reduziert sein, dass sie ihre Aufgaben gerne erfüllen. Eine aktive und gesunde Kirchengemeinschaft wird immer wieder auch genügend Amtsträger hervorbringen, schrumpft diese, schrumpft auch die Zahl der Amtsträger, steigt die Zahl der Gläubigen, steigt auch die Zahl der daraus erwachsenen Berufungen. Knackpunkt ist also nicht der Priestermangel, sondern der Christenmangel, und der Umstand, dass dieser Christenmangel durch das künstliche Aufrechterhalten der "Volkskirchen-Fassade" kaschiert und ignoriert wird.

Freilich ist das Weniger-Werden kein ewiges Gesetz: Es können vielleicht auch mal wieder mehr werden, wenn der religiöse Eifer der Christen ansteckender wirkt.

Global gesehen aber findet einfach eine Harmonisierung der "Katholikendichte" statt: Dort, wo sie über dem Durchschnitt liegen (größer als 18% der Bevölkerung) schrumpft ihre Zahl, dort wo sie darunter liegen, steigt sie. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)

 

in einem Punkt stimme ich Udalricus zu: die Zeit der Volkskirchen ist vorüber. Und je länger wir an dieser Utopie Volkskirche hängen, desto längerist die schmerzhafte Leidenszeit, wie sie Mecky beschreibt. Immer mehr Gemeinden werden zusammengeworfen - bis ein unübersichtliches Konglomerat entsteht. So wie es Mecky beschreibt: funtkionierende und eingespielte Gremien werden über den Haufen geworfen, weil neue Pfarreien mit eigenen Strukturen hinzukommen, die Arbeitsgremien werden unüberschaubar groß ... Diesem pastoralen Zentralismus liegt anheim, dass die Volkskirchlichen Strukturen (jede Gemeinde hat einen Priester als Leiter und Seelsorger) auf riesige Dimensionen aufgeblasen werden (denn wenn nur noch ein Priester da, ist er halt Leiter und Seelsorger von 5 Gemeinden). Das geht nicht gut!

 

Die Lösung ist aber nicht Udals Vision von "wir schrumpfen uns gesund - zurück bleibt nur der heilige Rest udn der strahlt dann wieder mit voller Glaubenskraft nach außen und zieht einst wiedre die Massen an"

Die Lösung sehe ich in einer Stärkung der Rolle und Eigenverantwortlichkeit der Gemeinde vor Ort. D.h. Leitung kann auch ein nicht-Priester übernehmen, warum nicht ein Gemeindereferent? Im Seelsorgebereich soll jede Gemeinde ihren Ansprechpartner haben, der sich um die Belange vor Ort kümmert, der für die Leute da ist und Kontakt zu ihnen hat und hält. Ganz einfach: der mit ihnen lebt. Auf Gemeindeebene werden im PGR Dinge geregelt und besprochen, die Diakonia und Koinonia betreffen; auf Seelsorgebereichsebende werden vorrangig Liturgia und Martyria geregelt und festgelegt: z.B. die Gottesdienstordnung, Sakramentenkatechese...

Letztlich geht mein Vorschlag auf eine klarere Definition der Strukturen hinaus: die Gemeinde ist der Ort, wo die Gemeinschaft gelebt wird, wo man sich trifft und wo man sich kennt, wo man Freud und Leid miteinander teilt, kurz: wo man das Leben teilt, während die Pfarrei eher ein Verwaltungskonstrukt ist.

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Es wird weniger Pfarrer, weniger Gemeindereferenten, weniger Diakonen geben. Und damit wird es weniger heilige Messen geben, es wird eng bei der Spendung der Sakramente.

Vor allem aber wird es auch weniger Gläubige geben. Damit wird es auch bei der Spendung der Sakramente lockerer: Taufen, Erstkommunionkinder, Firmlinge, Hochzeiten und kirchliche Begräbnisse werden auf Dauer weniger werden.

Das Problem ist die momentane Übergangszeit von der Volkskirche zur Entscheidungskirche, da bleibt das Pensum von früher erhalten, allerdings mit weniger Personal. Erst wenn die Volkskirche als "Potemkinsches Dorf" entlarvt ist und damit in sich zusammenstürzt, wird die Arbeit der Hauptamtlichen auch wieder so reduziert sein, dass sie ihre Aufgaben gerne erfüllen. Eine aktive und gesunde Kirchengemeinschaft wird immer wieder auch genügend Amtsträger hervorbringen, schrumpft diese, schrumpft auch die Zahl der Amtsträger, steigt die Zahl der Gläubigen, steigt auch die Zahl der daraus erwachsenen Berufungen. Knackpunkt ist also nicht der Priestermangel, sondern der Christenmangel, und der Umstand, dass dieser Christenmangel durch das künstliche Aufrechterhalten der "Volkskirchen-Fassade" kaschiert und ignoriert wird.

Freilich ist das Weniger-Werden kein ewiges Gesetz: Es können vielleicht auch mal wieder mehr werden, wenn der religiöse Eifer der Christen ansteckender wirkt.

Global gesehen aber findet einfach eine Harmonisierung der "Katholikendichte" statt: Dort, wo sie über dem Durchschnitt liegen (größer als 18% der Bevölkerung) schrumpft ihre Zahl, dort wo sie darunter liegen, steigt sie. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)

 

Das Ende der Volkskirche kommt oder ist schon da - je nach Region - und das muß nicht mal ein Nachteil sein. Ich halte Deine Analyse allerdings insofern für zu kurz greifend als dass Du außer Acht läßt, dass die Kirche in den verschiedenen Millieus sehr unterschiedlich schrumpft und in einigen Szenen gar nicht mehr wahrgenommen wird. Und das ist ein großes Problem. Wir gehen oft von der Gesellschaft aus und vergessen dabei, dass es die Gesellschaft so nicht gibt. Sie ist längst in viele verschiedene Szenen zerfallen - die Kirche hat sich in einige wenige Millieus zurückgezogen, und der Papst arbeitet dran, da noch weiter ein klares Profil zu zeigen.

 

Wenn wir aber den Missionsauftrag Jesu ernst nehmen, dann genügt es nicht, sich geruhsam auf Deine Position zurückzuziehen, Aktivitäten in Richtung "verlorener" Millieus gar nicht erst zu starten (wäre ja nur zu viel Arbeit, die Priester haben wir dafür gar nicht, und dann ist es nicht mehr so kuschelig in den Pfarreien) und den Niedergang einfach zu verwalten. Und die derzeitigen Bischöfe machen genau das: Sie starten Konzepte, die das immer gleiche Millieu ansprechen, und verwalten so den Niedergang. Sie bringen die katholische Kirche in dieselbe Sackgasse der verbürgerlichung, in der die Protestanten in Teilen schon stecken. Sie beäugen Gruppen in der Kirche, die in andere Millieus hinein wirken, kritisch, und preisen die, die dem klaren Profil des Millieus entsprechen.

 

Und die Frage fehlt mir dann auch in Meckys Predigt - so gut sie mir gefällt: Wie können wir diesen Prozess umkehren, wie können wir die wertschätzen, die noch missionarisch tätig sind in dem Sinne, als Kirche überhaupt noch präsent zu sein. Wobei ich einschränkend dsagen muss. Ich habe keine Ahnung, wo und wie Deine Pfarreien sind.

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Die Lösung ist aber nicht Udals Vision von "wir schrumpfen uns gesund - zurück bleibt nur der heilige Rest udn der strahlt dann wieder mit voller Glaubenskraft nach außen und zieht einst wiedre die Massen an"

Die Lösung sehe ich in einer Stärkung der Rolle und Eigenverantwortlichkeit der Gemeinde vor Ort. D.h. Leitung kann auch ein nicht-Priester übernehmen, warum nicht ein Gemeindereferent? Im Seelsorgebereich soll jede Gemeinde ihren Ansprechpartner haben, der sich um die Belange vor Ort kümmert, der für die Leute da ist und Kontakt zu ihnen hat und hält. Ganz einfach: der mit ihnen lebt. Auf Gemeindeebene werden im PGR Dinge geregelt und besprochen, die Diakonia und Koinonia betreffen; auf Seelsorgebereichsebende werden vorrangig Liturgia und Martyria geregelt und festgelegt: z.B. die Gottesdienstordnung, Sakramentenkatechese...

Letztlich geht mein Vorschlag auf eine klarere Definition der Strukturen hinaus: die Gemeinde ist der Ort, wo die Gemeinschaft gelebt wird, wo man sich trifft und wo man sich kennt, wo man Freud und Leid miteinander teilt, kurz: wo man das Leben teilt, während die Pfarrei eher ein Verwaltungskonstrukt ist.

Danke für diese wichtige Ergänzung. Das entspricht ja ganz meiner Vorstellung: Ich habe anderer Stelle - ich finde den Link nicht mehr - schon einmal geschildert, dass mir ein Modell vorschwebt, in dem zwar mehrere Pfarren zu einer Pfarrei zusammen gelegt werden und dann von einem Pfarrer als Leiter betreut werden, aber in den früheren Pfarren vor Ort eine ARt "Kirchenvater" oder "Kirchenmutter" eingesetzt wird, der/die das bewerkstelligt, was du eben beschrieben hast.

 

Im Übrigen bin ich gar kein Fan des Schrumpfens. In meiner Gemeinde wehre ich mich vehement gegen das Schrumpfen. Allerdings entscheiden das im Wesentlichen die Menschen, ob sie schrumpfen wollen oder nicht. Und diese Entscheidung kann ich ihnen nicht abnehmen. Wenn sie wachsen wollen, soll es mir nur recht sein.

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Wenn wir aber den Missionsauftrag Jesu ernst nehmen, dann genügt es nicht, sich geruhsam auf Deine Position zurückzuziehen, Aktivitäten in Richtung "verlorener" Millieus gar nicht erst zu starten (wäre ja nur zu viel Arbeit, die Priester haben wir dafür gar nicht, und dann ist es nicht mehr so kuschelig in den Pfarreien) und den Niedergang einfach zu verwalten. Und die derzeitigen Bischöfe machen genau das: Sie starten Konzepte, die das immer gleiche Millieu ansprechen, und verwalten so den Niedergang. Sie bringen die katholische Kirche in dieselbe Sackgasse der verbürgerlichung, in der die Protestanten in Teilen schon stecken. Sie beäugen Gruppen in der Kirche, die in andere Millieus hinein wirken, kritisch, und preisen die, die dem klaren Profil des Millieus entsprechen.
Natürlich soll die Kirche in alle Milieus hinein wirken - aber nicht in allen Milieus wird sie den selben Anklang finden. Und zum anderen wird es schwierig sein, in manchen Milieus zu wirken, ohne seine Identität zu verraten - ich denke da etwa an das "Rotlichtmilieu". Freilich: Auch Jesus verkehrte mit Dirnen, Zöllnern und Sündern, aber da braucht es das richtige Charisma, um nicht in der fragwürdigen Seite des jeweiligne Milieus aufzugehen.
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