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Über den Umgang mit Prophetie


Echo Romeo
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Prpheten und Prophetien haben wieder einmal Konjunktur. Ich möchte gerne in diesem Thread die Frage anregen, wie ihr es mit der Prophetie haltet.

 

In dem Thread »Was kommt auf uns zu?« schrieb ich:

 

… das ist meiner Ansicht nach die Verlockung, in visionäre Texte Aktuelles hineinzudeuten. Vermutlich bezieht sich Joschua auf Stellen aus dem Propheten Ezechiel, dreizehntes Kapitel.

 

Diese Deutungen sind besonders in evangelikalen Kreisen sehr im Schwange. Ich halte nicht viel von einer buchstäblichen Übertragung auf aktuelle Situationen, denn wenn man die Bibelstellen – auch hier hat Joschua nicht angegeben, auf welche Stellen er sich bezieht – mit Eindeutigkeit auf bestimmte Ereignisse festlegen will, dann muss man zuerst untersuchen, welche konkreten Personen und Ereignisse der Prophet im Sinn hatte.

 

Ohne dem im einzelnen nachgehen zu wollen, meine ich doch, dass solche Auffassungen sich eher in sektiererischen Kreisen halten, wo man halt ganz genau wissen möchte, was Sache ist …

 

Die durchgehende linie christlicher und christlich verstandener Apokalyptik – und hier wird’s dann wieder katholisch – ist übrigens nicht, WAS, sondern WER auf uns zukommt.

 

Die christliche Gemeinde hat in der Erwartung der Wiederkunft Christi immer den Trost und die Verheißung der Apokalyptik gesehen. Darin sind sich Evangelikale und Katholiken wieder einig.

 

Wie geht ihr mit der (christlichen) Prophetie um? Habt ihr Erfahrungen mit prophetischen Gaben? Ich meine an dieser Stelle nicht die übliche Nostradamus-Literatur.

 

(Geändert von Echo Romeo um 22:38 - 18.März.2003)

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Lieber Peter,

 

>>auch hier hat Joschua nicht angegeben, auf welche Stellen er sich bezieht<<

 

er hat wohl den guten, alten Daniel Kap 11. im Sinn.

 

 

>>Wie geht ihr mit der (christlichen) Prophetie um?<<

 

Es geht – auch im Christentum – letztlich um Israel. Alle Prophetien beziehen sich auf dieses Volk. Deswegen gilt mein persönlicher Blick auf dieses Land und die damit verbundenen Vorhersagen der Bibel - und da ist in letzter Zeit einiges von eingetroffen.

 

Ansonsten lehn ich mich zurück, schau zu, was so abgeht  und versuche mich von der momentanen Hysterie nicht anstecken zu lassen. Hab eh keinerlei Einfluss auf das Geschehen.

 

Lieben Gruß

Erich

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Ich habe keine Erfahrung damit, Peter. Wenn mir ein evangelisch freikirchlich geprägtes Buch in die Hände fällt, dann lese ich darüber, aber es ist mir fremd. Ich kann mir das nicht vorstellen, dieses: "Ich habe ein Wort von Gott für dich bekommen".

 

Indirekter, ja. Auf einmal nicht mehr für etwas beten zu können, und "die Antwort" zu haben, es ist schon geschehen, es bleibt "nur noch" Dank zu sagen. Aber auch das erscheint im Nachhinein "seltsam" wie so vieles, was in Folge des Gebetes geschieht.

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

 

(Geändert von Martin um 17:27 - 19.März.2003)

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Hallo Peter,

 

<<Wie geht ihr mit der (christlichen) Prophetie um?>>

 

Also spontan, fielen mir bei Deinem Thread so Namen wie David Wilkerson oder Rick Joyner ein. Einige Beiträge von denen findet man auf folgender page:

 

http://www.pray.de/

 

Ich persönlich lese das hin und wieder weil es mich interessiert, welche Sichtweise andere Christen haben. Ich bin überzeugt davon, daß Gott auch heute noch Menschen "prophetisch" wirken lässt. Das gab es ja zu allen Zeiten, warum sollte dies nicht auch zu unserer aktuellen Zeit geschehen? Wie die Botschaft Jesu Christi verkündet wird, kann ja sehr unterschiedlich sein...

 

 

gby

 

 

bernd

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Hallo,

 

man kann das Thema Prophetie in zweifacher Hinsicht diskutieren.

 

1. Visionäre Texte / Apokalyptik des AT

Diese Voraussagen haben in der Regel eine konkrete historische Situation vor Augen, nämlich die des Verfassers. Hier kann man wiederum zwischen verschiedenen Aussagerichtungen unterscheiden:

- Politische Aussagen (z.B. über das drohende Unheil durch Assyrer, Babylonier ...)

- Heilsvisionen (z.B. Erwartung der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil)

- Apokalyptik: In der AT-Apokalyptik werden Geschichten aus der Vergangenheit erzählt, die Voraussagen über die Gegenwart des Verfassers enthalten. Hier geht es auch zumeist um politische Erwartungen (dieser Punkt gilt auch für die NT-Apokalyptik)

 

2. Gegenwartsprophetie

Da kann man sich auch an das AT halten. Dort wusste man auch nicht, welchem Proheten zu trauen ist. Man hat sich dafür entschieden, den als echten Propheten zu bezeichnen, dessen Voraussagen eingetroffen sind,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Zunächst ganz herlichen ank für eure Antworten.

 

Lieber Bernd, du beziehst dich auf Beispiele der »Prophetenbewegung« aus den pfingstkirchlichen Bewegungen. Ich bin – allerdings vorläufig nur bei oberflächlicher Betrachtung, skeptisch bei der pray.de-Seite. Ich kann mich noch sehr gut an den Beginn der Bewegung erinnern. Gerhard Bially, zu dem Zeitpunkt nicht mehr Pastor am Düsseldorfer »Jesus-Haus«, aber Herausgeber der »Charisma«, feierte die neue Prophetenbewegung begeistert. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, sein Beispiel, eine Prophetie über den neuen Präsidenten der USA, Bill Clinton, aufzuheben. Darin wurde seiner Amtszeit eine »Salbung« für ihren späteren Verlauf zugesagt.

 

Aus meiner Sicht hat sich diese Prophetie nicht bestätigt, und auch die gegenwärtigen Aussagen der Freikirchen, die, wenn ich mich nicht irre, öfter Auslegungen visionärer Texte als Prophetien im eigentlichen Sinne sind, werden sich an dem Kriterium messen lassen, das Matthias anlegt.

 

Es ist ja nicht verwunderlich, dass biblische Texte immer dann auf ein Ereignis hin gedeutet werden, wenn es bereits geschehen ist – wie zum Beispiel mit dem Bild der rauchenden Stadt aus Offb 18.

 


15 Die Kaufleute, die durch den Handel mit dieser Stadt reich geworden sind, werden aus Angst vor ihrer Qual in der Ferne stehen und sie werden weinen und klagen:

16 Wehe! Wehe, du große Stadt, bekleidet mit feinem Leinen, mit Purpur und Scharlach, geschmückt mit Gold, Edelsteinen und Perlen.

17 In einer einzigen Stunde ist dieser ganze Reichtum dahin. Alle Kapitäne und Schiffsreisenden, die Matrosen und alle, die ihren Unterhalt auf See verdienen, machten schon in der Ferne Halt,

18 als sie den Rauch der brennenden Stadt sahen, und sie riefen: Wer konnte sich mit der großen Stadt messen?

19 Und sie streuten sich Staub auf den Kopf, sie schrien, weinten und klagten: Wehe! Wehe, du große Stadt, die mit ihren Schätzen alle reich gemacht hat, die Schiffe auf dem Meer haben. In einer einzigen Stunde ist sie verwüstet worden.

20 Freu dich über ihren Untergang, du Himmel - und auch ihr, Heilige, Apostel und Propheten, freut euch! Denn Gott hat euch an ihr gerächt.

21 Dann hob ein gewaltiger Engel einen Stein auf, so groß wie ein Mühlstein; er warf ihn ins Meer und rief: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hinabgeworfen werden und man wird sie nicht mehr finden.


 

Natürlich lassen sich bei diesem Bild hervorragend die Fernsehbilder der brennenden und einstürzenden Zwillingstürme in New York verbinden. Aber eben nicht nur. Dieser Eindruck kann sich bei jeder anderen Stadt aufdrängen, die irgendwann in der Weltgeschichte in Flammen aufgegangen ist – von antiken Rom bis zu den Städten, die im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurden.

 

Die Texte der Offenbarung stellen meiner Ansicht nach deutlich die Gerichtsreife des je gegenwärtigen Zeitalters heraus, und die scheinbar paradoxe Aufforderung, die wir ja schon aus dem Evangelium kennen, auch in den Gerichten Gottes eine Quelle der Freude zu finden, in dem Sinne, dass sich das Tageslicht bereits ankündigt, wenn die Nacht am kältesten ist.

 

(Geändert von Echo Romeo um 12:49 - 20.März.2003)

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Hallo Peter,

 

Prophetie ist schrecklich.

Sie macht schweigsam.

 

Es macht keine Freude, die gesehenen (und davor gewarnten) Schreckensbilder real verwirklicht zu sehen.

 

 

Prophetie ist ein Kreuz

 

gruss

peter

 

(Geändert von pmn um 9:13 - 21.März.2003)

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