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ziemlich alleingelassen in der neuen Gemeinde


SD
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Hi,

wie soll ich anfangen?

Ich bin seit fast anderthalb Jahren in einer neuen Gemeinde. Meine "alte" verließ ich schweren Herzens, weil ich umgezogen bin.

Nun müsst Ihr wissen, dass ich in die absolute Diaspora gezogen bin, und das im doppelten Sinne: einmal, weil mein Wohnort (südlich Berlin) eher Neuapostolisch und protestantisch geprägt ist (die aktive katholische Gemeinde ist nur etwa 20 Personen klein), zum Anderen, weil ich leider, trotz Suche, keinen Zugang zur Gemeinde finden kann.

Unser Gotteshaus ist eine kleine Kapelle, eng, aber nicht ohne einen gewissen Charme. Aber hier finde ich, worüber ich früher so oft gelächelt habe: "Eingeborene", die jeden Fremden mißtrauisch beäugen, das ist schon die einzige Aufmerksamkeit, die gezollt wird.

Sicher, ich bin mit einer hohen Erwartungshaltung in meinen neuen Kreis getreten: LERNE ETWAS NEUES KENNEN, das erweitert die Sicht.

2 kleine Beispiele, wie hier zelebriert wird: Ich kenne es aus meiner alten Gemeinde, dass, wenn man nicht hinknien kann, es durchaus iO ist, wenn man beim Gebet stehen bleibt und den Kopf senkt, oder, wenn auch nicht bei jedem Gottesdienst, der Friedensgruß ausgetauscht wird. Na, aber nicht in meiner neuen Gemeinde - ich bleibe stehen und versuchte ein paar Wochen am Anfang, den Friedensgruß: Reaktion bei beidem: Desinteresse ist das Netteste. Als ob ich ein Aussätziger bin. Auch wurde in anderthalb Jahren nicht ein einziges Mal vom Pfarrer zum Friedensgruß aufgefordert.

Die Gemeinde wird, scheints, patriarchalisch von einem Vorsteher geleitet, der seine Gunst tröpfchenweise verteilt. Auch der Pfarrer ist mir keine große Hilfe, meine Einladung zum Gespräch wird bestenfalls für ein paar Minuten angenommen (gut, er hat auch ein großes Einzugsgebiet).

Ich traue mich kaum, meinen Feuerwehr-Pieper mit in den Gottesdienst zu nehmen, damit ich auch dort im Notfalle alarmiert werden kann - vielleicht steinigen die mich wegen diesem Ding noch ;-)

Warum ich diesen Beitrag poste? Gute Frage... ich möchte ein paar Tips und Anregungen, wie ich mit diesem Problem (nach innen aber und gerade nach außen) umgehen könnte. Bitte nur ernst gemeinte Antworten,

 

Danke, Euer SD

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Hast du denn schon einmal mit dem Pfarrer und/oder dem Vorsteher über deine Probleme gesprochen? Vielleicht sind sie ja in der Lage und willens, bei den Gemeindemitgliedern darauf hinzuwirken, dass sie dich bereitwilliger in ihren Kreis (gibt es eigentlich bei den "Eingeborenen" überhaupt einen Zusammenhalt?) aufnehmen? U.U. wissen sie gar nicht, dass sie dich mit ihrem Verhalten ausgrenzen?

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Ich weiß ja nicht, was hinsichtlich sitzen, knien und stehen im Gottesdienst erlaubt bzw. verboten ist. Aber es sollte sich sicherlich niemand selbst verrenken müssen, nur um die anderen Gemeindemitglieder zufrieden zu stellen.

 

Wenn du in der Kirche keine Gemeinschaft finden kannst, würde ich mir an deiner Stelle die Gemeinschaft woanders suchen. Insofern Dich die andere Elemente des Gottesdienstes ansprechen, sollten diese auch ohne persönliche Integration in eine ausgrenzende Gemeinde, möglich sein.

 

Soweit zwar unkatholisch aber ehrlich gemeint.

 

Viele Grüße

Heidi

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Das klingt wirklich sehr verschlossen. Ich bin noch nie in solch eine Situation geraten. Um es ohne großes drumherum direkt auszusprechen: Ich würde mir  andere Gemeinden zumindest einmal ansehen. Wie weit sind die denn entfernt - du sprichst von Diaspora?

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Hi Heidi, Hi Martin,

ich habe ganz am Anfang, bevor ich umgezogen bin, mir die Gemeinden der Umgebung aller Sonntage mal angeguckt, es sind schon ein paar ... Nur, gerade, weil diese eine so klein ist, heute waren grad mal 16 Leute beim Gottesdienst (es war ja auch kein Wetter für Hobbychristen), hab ich mich dafür entschlossen. Und dabei spielten nicht nur rein statistische Erwägungen eine Rolle: ich drücke den Altersdurchschnitt sicher um ein paar Jahre, auch ist EINER bei 16 relativ mehr als EINER von 200.

Nein, auch, gerade dass man sich in 16 intensiver einbringen kann und auch mehr von den anderen hat - die Streuung ist nicht so groß. Scheine mich aber getäuscht zu haben...

 

 

 

(Geändert von SD um 14:04 - 27.Oktober.2002)

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Hi Ute,

wie gesagt, ich hab ab und an mit dem Pfarrer, ein lieber alter, in Ehren Ergrauter, reden wollen, aber der hat, aus nachvollziehbaren Gründen (Größe seines Einzugsgebietes, Überalterung der Struktur) kaum Zeit. Aber es ist ein denkbarer Ansatz: ich sollte vielleicht einfach mal in die Pfarrei fahren. Dann bin ich da und er muss sich einfach die Zeit nehmen.

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Ich bin auch immer davon ausgegangen, dass, wenn 2 oder 3 sich in Seinem Namen treffen, Er unter uns ist.

Allerdings habe ich mich in den letzten Wochen beim Gottesdienst dabei ertappt, dass immer weniger die Gedanken an Ihn dominieren, als vielmehr : "wenn Du jetzt das und das tust, was denken dann wohl die anderen?" Und ich habe, wenn es mir auffiel, mir gesagt, dass der Herr das schon verstehen wird.

Der Pfarrer meiner "alten" Gemeinde meinte, dass ich den anderen Zeit geben solle. Richtig !

Aber leider hat er das Maß vergessen - reinamtlich bin ich hier seit 70 Sonntagen, an denen ich regelmäßig zur Kirche gehe. Aber letztlich gehe ich für den Herrn zur Kirche und nicht für andere. Vielleicht sollte ich das Gewicht mal darauf legen...

 

(Geändert von SD um 14:34 - 27.Oktober.2002)

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Seit 70 Wochen machst du das schon mit? Dann allerdings sehe ich wenig Hoffnung, dass sich an dieser Situation noch etwas ändert. Deine Erwägung, dass du als einer von 16 ein größeres Gewicht hast denn als einer unter 200 ist richtig, aber eben auch im negativen Sinn: eine Abschottung fällt mehr auf. Unter 200 findest du eher ein paar, mit denen du gut kannst als unter 16. Und der in Ehren ergraute Pfarrer? Sieht so aus, als hätte er sich arrangiert. Kannst du nicht in eine bessere Gemeinde wechseln?

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Lieber SD,

jede Pfarrgemeinde hat doch ihren Pfarrgemeinderat. Normalerweise sind die Sitzungen öffentlich (wenn nicht gerade über Personal-Angelegenheiten gesprochen wird), vielleicht könntest Du Dir einfach mal an so einer Sitzung teilnehmen und Dein Problem schildern. Eine andere Möglichkeit wäre, daß Du ein Ehrenamt oder ein "Pöstchen" übernimmst - Kommunionhelfer, Lektor, Meßdiener z. B. - und auf diese Weise mit den "Kollegen" in Kotakt kommst. Vielleicht gibt es bei Euch ja auch katholische Vereine oder Verbände - KKV, Kolping, Malteser-Hilfsdienst, Caritas z. B. - daß Du über diese Vereine Anschluß findest?

 

Bei uns gibt's Weihnachten und Ostern ein gemeinsames Nachtessen bzw. Frühstück nach der Mette - ganz besonders für Alleinstehende. Gibt es bei Euch vielleicht ein Pfarrheim, wo so etwas organisiert werden könnte? Das wäre auch gleich eine Frage, mit der Du an den Pfarrgemeinderat herantreten könntest - für solche Dinge ist der nämlich zuständig.

 

Ich wünsch' Dir viel Erfolg - und viel Geduld.

 

Liebe Grüße,

Lucia

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Kommt irgendwann der Punkt, an dem man einen anderen Weg gehen muß, oder führt Geduld immer zum Ziel in derlei Fragen?

 

Gemeinden sind nicht gleich, sie haben andere Schwerpunkt, Stärken und Schwächen. Vielleicht läuft man in einer Gemeinde immer wieder vor die Wand und in einer anderen Gemeinde ist man tatsächlich in einer Gemeinschaft.

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>>ich habe ganz am Anfang, bevor ich umgezogen bin, mir die Gemeinden der Umgebung aller Sonntage mal angeguckt,<<

 

 

Ja, lieber SD,

 

wenn Du Dir Deine Gemeinde aussuchst, wie eine Konzertveranstaltung, dann sag ich Dir jetzt schon, dass diese Verbindung viel Frust bringen wird.

 

Frag Dich doch mal umgekehrt: Nicht – „was kann die Gemeinde mir geben“  sondern  „was kann ich, SD, der Gemeinde geben“

 

Gruß

Erich

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Ach Erich, ich weiß nicht, ob der Vorschlag irgendwie weiterhilft.

 

Hallo SD!

 

Ich schließe mich der Meinung der anderen an. Wenn dich die 15 seit 70 Sonntagen links liegen lassen, würde ich auch empfehlen, mir ne andere Gemeinde zu suchen. Das ist ja so kein Zustand! Ich wohne hier auch in der Diaspora, aber mir hat mein Gemeindewechsel sehr gut getan. Ich drück dir die Daumen!

lumieredeux

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Hi Erich,

ich bin zwar hier in einer ländlichen Gegend, habe aber Berlin direkt vor der Nase, also Kultur genug...

Ja, ich weiß, das geht am core vorbei: Ich habe, wenn Du Dir die Mühe gemacht hättest, es zu lesen, mehrmals gepostet, dass ich selbst auch einbringen will (ja, muss), aber gut abgeleitet von JFK...

Aus meiner "alten" Gemeinde kenne ich das jedenfalls so: da ist etwas, das erledigt werden muss auf der einen Seite und auf der anderen Seite ist da jemand, der befähigt ist, es zu erledigen (ad 1) und es auch macht (ad 2), ohne sich lange bitten zu lassen. Das lief ganz gut so, ich habe schon etwas drauf in Sachen Computer, aber auch Öffentlichkeitsarbeit und alles was zwischen den beiden interagiert. Das habe ich dort eingesetzt. Hier liegt, gerade was das anbelangt, einiges brach. Das alles ist bekannt. Mehr als anbieten kann ich meine Kraft und meinen Willen nicht.

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Lieber SD!

 

Nachdem es schon so lange geht, gibt es wohl kaum Hoffnung, dass sich von sich aus was ändern wird.

 

Entweder fährst Du von nun an weite Wege bis zur nächsten Gemeinde, wo vielleicht mehr los ist.

 

Oder du entschließt Dich, zu missionieren.

 

Linus Bopp (früherer freiburger Pastoraltheologe, leider auch dem 3. Reich sehr nahe stehend) hat (trotzdem) mal was ziemlich Gutes gesagt: (dumm war er nicht)

 

"Der Christ der Zukunft wird sich durch zwei Eigenschaften auszeichnen: Diasporafähigkeit und Missionsfähigkeit."

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Eine bestehende Gemeinde zu missionieren, das hat was. Nach dem glimmenden Docht zu suchen.

 

Aber reicht die Kraft dazu?

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Zitat von Martin am 8:26 - 30.Oktober.2002

Eine bestehende Gemeinde zu missionieren, das hat was.

 

"Katholiken missionieren Katholiken" ... ist tatsächlich ein geniales Unterfangen. Allerdings macht es auf mich den Eindruck als wenn ein Elefant eine Liebesbeziehung mit einem Nashorn eingehen wollte.

 

Für solch ein Projekt sollte man sich zu aller erst ein dickes Fell anschaffen.

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Es ist weniger das "dicke Fell", als vielmehr das Durchhaltevermögen. Auch die Frage des "wie" ist zu stellen. Meckern, Vorwürfe, Streit - all das sind Sackgassen.

 

Handeln, sich einbringen, Dienste übernehmen - da könnte man eher fündig werden. Aber das Echo ist dünn. Die Gefahr, daß es ausgeht nach dem Motto "einen Dummen gefunden", ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Es gilt zu suchen, wo die Dreh- und Angelpunkte sind.

 

Aber geht das, wenn man allein ist?

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Zitat von Martin am 9:30 - 30.Oktober.2002

Es ist weniger das "dicke Fell", als vielmehr das Durchhaltevermögen.

 

Durchhaltevermögen hat überhaupt keinen Wert, wenn nicht ein annehmbares, überzeugendes Konzept dahinter steht. Andernfalls handels es sich um bockigen Eigensinn, der sich aufdrücken will - sowas kommt selten zum Erfolg.

 

Und ein dickes Fell ist in jedem Fall nötig, weil Sturköpfe in der Regel zunächst agressiv gegenanhalten, bevor sie auch nur ansatzweise bereit sind, sich von ihrer Eingefahrenheit zu lösen.

 

- Hierbei beziehe ich mich logischerweise nicht auf Katholikenmissionierung sondern auf allgemeine Versuche Veränderungen in bestehenden Strukturen durchzusetzen.

 

Gezielte Missionierung halte ich im übrigen - auch wenn's sich um eine aus meiner Sicht recht spaßig anmutende innerkatholische Missionierung handelt, bei der sich der Unfug in den eigenen Grenzen abspielt - für ein Unding an sich.

 

Es beläuft sich in meinen Augen auf einen verkrampften Versuch der Manipulation des Anderen nach den eigenen Vorstellungen. Davon halte ich nicht viel.

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<<<Zitat von SD am 10:54 - 27.Oktober.2002

>>>

 

Ich kenne es aus meiner alten Gemeinde, dass, wenn man nicht hinknien kann, es durchaus iO ist, wenn man beim Gebet stehen bleibt und den Kopf senkt, oder, wenn auch nicht bei jedem Gottesdienst, der Friedensgruß ausgetauscht wird. Na, aber nicht in meiner neuen Gemeinde - ich bleibe stehen und versuchte ein paar Wochen am Anfang, den Friedensgruß: Reaktion bei beidem: Desinteresse ist das Netteste. Als ob ich ein Aussätziger bin. Auch wurde in anderthalb Jahren nicht ein einziges Mal vom Pfarrer zum Friedensgruß aufgefordert.>>>

 

Hierzu möchte ich anmerken, daß diverse "Bräuche" durchaus nicht üblich sind. Wenn Du nicht hinkniest, weil Du aus körperlichen Gründen nicht kannst, wird das - glaube ich - kaum ein Problem sein. Ich weiß aber, daß gerade in der älteren Generation das Knien zumindest während der Wandlung auch bei großen Schwierigkeiten in Kauf genommen wird. Eventuell - ich weiß nicht wie alt Du bist - erkennen die anderen nicht, daß Du nicht knien kannst, und es ist ihnen wichtig.

 

Was den Friedensgruß angeht: Ich empfinde es bei uns offengestanden manchmal als Belästigung, wenn ich kurz vor dem Empfang der Kommunion den Friedensgruß reichen soll. Es entsteht eine große Unruhe und Ablenkung ausgerechnet kurz vor der Kommunion. Das hat aber nichts damit zu tun, daß ich niemandem den Frieden wünsche, aber es ist ein Brauch, der von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist. Natürlich füge ich mich in meiner Gemeinde erwidere den Friedensgruß, ganz einfach, weil ich mich den Gewohnheiten der Gemeinde (als Hinzugezogener) so gut es geht anpasse.

 

<<<Ich traue mich kaum, meinen Feuerwehr-Pieper mit in den Gottesdienst zu nehmen, damit ich auch dort im Notfalle alarmiert werden kann - vielleicht steinigen die mich wegen diesem Ding noch ;-)>>>

 

Sicher ist es in der Zeit der Handies schwierig, das nötige vom unnötigen zu unterscheiden. Meinst Du nicht, Du könntest dies Deinem Pfarrer mitteilen, ggf. kann er dies dann auch klarstellen vor der Gemeinde.

 

Wie wär's, wenn Du versuchst, das Denken Deiner Gemeinde zu verstehen, und davon auszugehen, daß sich hier andere Wertigkeiten entwickelt haben als in Deiner ehemaligen? Gerade in der Diaspora bin ich immer wieder mal auf Gottesdienste gestoßen, die sich von denen in katholischen Regionen unterscheiden. Sehr oft findet man dort eine wohltuende Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit, die man in "normalen" Gemeinden oft vermissen kann. Mit anderen Worten: sie sind oft weniger pastoral ausgerichtet.

 

Gruß

jakob.

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Ich möchte aus eigener Erfahrung etwas sagen, da ich seit langer Zeit in der Diaspora lebe (allerdings nicht so krass): zuerst würde ich versuchen, auf die anderen Gemeindemitglieder zuzugehen und sie etwas näher kennenzulernen und sie zu verstehen.

Im Gottesdienst würde ich mich weiter so verhalten, wie es meinem Empfinden entspricht (aber es darf niemand stören! Stehen kann Knienden hinter mir den Blick auf den Altar verstellen).

 

Ich würde im Wechsel auch andere Gemeinden und vor allem Veranstaltungen, Kurse, Begegnungen besuchen und den Kontakt mit Gleichgesinnten pflegen. Das geht doch heute leicht.

 

Wenn Du das Vertrauen der Leute gewinnst, vielleicht kannst Du ihnen ein bißchen die Angst vor dem Fremden, dem Ungewohnten nehmen, ein Fenster öffnen, vorsichtig.

 

Viele gute Wünsche dazu,

Eli

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Ich möchte aus eigener Erfahrung etwas sagen, da ich seit langer Zeit in der Diaspora lebe (allerdings nicht so krass): zuerst würde ich versuchen, auf die anderen Gemeindemitglieder zuzugehen und sie etwas näher kennenzulernen und sie zu verstehen.

Im Gottesdienst würde ich mich weiter so verhalten, wie es meinem Empfinden entspricht (aber es darf niemand stören! Stehen kann Knienden hinter mir den Blick auf den Altar verstellen).

 

Ich würde im Wechsel auch andere Gemeinden und vor allem Veranstaltungen, Kurse, Begegnungen besuchen und den Kontakt mit Gleichgesinnten pflegen. Das geht doch heute leicht.

 

Wenn Du das Vertrauen der Leute gewinnst, vielleicht kannst Du ihnen ein bißchen die Angst vor dem Fremden, dem Ungewohnten nehmen, ein Fenster öffnen, vorsichtig.

 

Viele gute Wünsche dazu,

Eli

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Hallo SD,

 

ich habe Deine Anfangsfrage gelesen und so manche Antwort darauf überflogen.

Etwas genauer allerdings habe ich mir die Beiträge Erichs und Jakobs angesehen, weil sie Dir diejenigen Anregungen geben, die mir selbst beim Lesen Deiner Anfrage in den Sinn gekommen sind.

Da ich selbst in Berlin wohne, möchte ich deshalb das von Erich und Jakob Gesagte noch weiter unterstützen, und Dich bitten, doch auch mal nicht nur Deine eigenen Vorstellungen bezüglich des katholischen Kirchenbesuchs als absolut richtig hinzustellen, sondern vielleicht auch mal zu berücksichtigen, was eigentlich innerlich nötig ist zum Meßbesuch. Und dazu eben doch einige Punkte:

 

1.) Sicher wird man Dich nicht abweisen, wenn Du versuchst, Dir beim Pfarrer einen regelrechten Gesprächstermin geben zu lassen.

 

2.) Wenn Du aus physischen Gründen nicht zum Knien  in der Lage bist (aber dennoch bei der Feuerwehr tätig bist?), dann würde ich mir an Deiner Stelle nichts daraus machen, falls man Dich mißbilligend anschaut. Ich kenne eine solche Situation nur andersherum: Man wird in einer Gemeinde, die sich schon hinreichend weit von der katholischen Auffassung über die heilige Messe entfernt hat, böse angeblickt, wenn man sich hinkniet. Ja, sogar hier im Forum wurde ein solches Verhalten schon mehrfach gerügt, weil man meinte, knieende Gläubige würden gerne ihre (vermeintliche) Superfrömmigkeit zur Schau stellen.

 

3.) Ähnliches ist beim "Friedensgruß" zu vermerken, der in sehr vielen Gemeinden auch denjenigen Gläubigen aufgenötigt (übrigens auch in sehr vielen Gemeinden Berlins) wird, die in der heiligen Messe in erster Linie eben Gottesdienst und eben nicht Partyveranstaltung mit Händeschütteln und Küßchen sehen. Bitte akzeptiere die Haltung derjenigen, die sich kurz nach der hl. Wandlung eben nicht von Gott abwenden und sich ihrem Banknachbarn zuwenden wollen.

 

Katharina

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Hallo Sid,

 

 

Du:

+++"wenn Du jetzt das und das tust, was denken dann wohl die anderen?" +++

 

Sehe mich außerstande, Deine Beschwerde nachzuvollziehen.

 

Also kann ich nur von mir reden.

 

Für mich ist die Heilige Messe eine Feier zu Ehren JESU CHRISTI , anwesend mitten unter uns Feiernden .

 

Also verhalte ich mich so, wie ich es für eine Feier zu Ehren JESU angemessen halte.

 

Was die anderen machen interessiert mich nur insoferne als es feierlicher und daher besser ist als mein Verhalten.

Dann übernehme ich es.

 

 

 

Eine andere Sache ist:

Wie mit den anderen Gemeindemitgliedern in Kontakt kommen ?

 

Dafür ist die Heilige Messe nicht der richtige Platz.

Denn:

Während der Heiligen Messe ist JESUS die Hauptperson.

 

Nach der Heiligen Messe kann man versuchen die Gemeindemitglieder anzusprechen.

 

Mein Eindruck :

Das ist Dir mißlungen.

 

Was tun?

Schwierig zu sagen bei nur 20 Gemeindemitgliedern.

 

Die Heilige Messe ist nunmal ein Begegnungsort mit GOTT und nicht ein Treffpunkt der Menschen.

 

+++Aber letztlich gehe ich für den Herrn zur Kirche und nicht für andere. Vielleicht sollte ich das Gewicht mal darauf legen...+++

 

Meine ich auch.

 

Brauchst auf Begegnung mit Anderen nicht zu verzichten.

Sieh' doch mal nach,

was es sonst an Aktivitäten unter den Katholiken in und außerhalb Deiner Gemeinde gibt.

 

Der Pfarrer müßte es wissen.

Der Bischof weiß es sicher.

Frag' da mal nach.

 

 

 

Gruß

josef

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