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Was bedeutet "Ehebruch"?


noty1976

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Hallo liebe Foranten,

 

in mind. 2 Threads in diesem Forum (also in 2en lese ich mit) wird über Ehe, Ehescheidung, Unauflöslichkeit der Ehe etc. diskutiert.

 

Dabei bin ich wieder einmal über die Stelle in Mt 19 gestolpert:

9 Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.

 

Die Fragen, die sich mir stellen, sind folgende:

 

Was bedeutet "Ehebruch" denn genau? Kann eine gebrochene Ehe wieder geheilt werden? Wenn ja, wie?

 

Meine Überlegungen dazu (das sind jetzt fürs erste einmal nur Gedankenexperimente und stellen nicht meine tatsächliche Einstellung zur Ehe dar):

 

Die Ehe bleibt nach zB. dem Fremdgehen eines Partners solange gebrochen, solange die Eheleute sich nicht gegenseitig verzeihen und beiderseitig mit der Fortführung der Ehe einverstanden sind.

 

Wenn aber der eine Ehepartner, der fremdgegangen ist, nichts dergleichen tut oder will, dann könnte doch auch der Übriggebliebene eine neue Partnerschaft mit allem drum und dran eingehen, denn er kann ja eine gebrochene Ehe nicht nochmal brechen.

 

Wie seht ihr das?

 

Bitte um Kommentare bzw. Erläuterungen.

 

Danke!

 

lg

noty

 

Edit: wenn es dazu schon beiträge oder themen gibt, bitte ich um Hinweise. Mit der Suchfunktion bin ich nicht schlauer geworden.

bearbeitet von noty1976
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Die Fragen, die sich mir stellen, sind folgende:

 

Was bedeutet "Ehebruch" denn genau? Kann eine gebrochene Ehe wieder geheilt werden? Wenn ja, wie?

Da scheint es mir wichtig die Ehe im Lichte der christlichen Liebe zu sehen und zu verstehen. Bei Markus 10, 2-12 finden wir dazu wertvolle Hinweise:

 

2 Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. 3 Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? 4 Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und (die Frau) aus der Ehe zu entlassen. 5 Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. 6 Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. 7 Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, 8 und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. 9 Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. 10 Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. 11 Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. 12 Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

 

Ich halte es in diesem Zusammenhang für gut, die Ehe als Abbild der göttlichen Liebe und Treue zu sehen, die den Menschen eins mit Gott macht.

 

Die Ehe bleibt nach zB. dem Fremdgehen eines Partners solange gebrochen, solange die Eheleute sich nicht gegenseitig verzeihen und beiderseitig mit der Fortführung der Ehe einverstanden sind.

 

So wie die Beziehung zu Gott durch die Sünde (die ihren Grund in der inneren Einstellung hat) gebrochen ist, so gibt es den Bruch in der Ehe auch dort, wo er äußerlich nicht vollzogen ist: Wo der Ehepartner nicht geliebt wird, wo man nicht das Wohl des Ehepartners sucht, wo man den Ehepartner vernachlässigt - auch dort ist die Ehe gebrochen. Wenn man die Flamme der Liebe in der Ehe nicht nährt, dann kann es auch hier ein Erlöschen geben. Dass die gegenseitige Vergebung eine Basis jeder Beziehung ist- und in besonderer Weise in der Ehe- das stimmt.

 

Wenn aber der eine Ehepartner, der fremdgegangen ist, nichts dergleichen tut oder will, dann könnte doch auch der Übriggebliebene eine neue Partnerschaft mit allem drum und dran eingehen, denn er kann ja eine gebrochene Ehe nicht nochmal brechen.

 

Wenn wir die Worte Jesu bei Markus ernst nehmen, dass die Ehe aus zwei Menschen EINEN macht, dann ist es mit dem Eingehen einer neuen Partnerschaft (vor allem in Bezug auf das Versprechen einander treu zu bleiben, bis der Tod sie scheidet)nicht so einfach. Die Eheleute sollten diese Einheit und dieses Versprechen nicht vergessen.

bearbeitet von Mariamante
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...

 

Wenn wir die Worte Jesu bei Markus ernst nehmen, dass die Ehe aus zwei Menschen EINEN macht, dann ist es mit dem Eingehen einer neuen Partnerschaft (vor allem in Bezug auf das Versprechen einander treu zu bleiben, bis der Tod sie scheidet)nicht so einfach. Die Eheleute sollten diese Einheit und dieses Versprechen nicht vergessen.

 

Lieber Mariamante,

 

danke für Deine Antwort. Ich habe eine ähnliche Ansicht über die Ehe, wie Du sie hier geschildert hast.

 

Dass das Eingehen einer neuen Partnerschaft nicht so einfach ist, ist klar. Aber wenn jemand unschuldig sitzen gelassen wird, weil sein Ehepartner nichts von seinem Treuegelöbnis hält, hat er - der unschuldige - dann nicht trotzdem ein Recht darauf, glücklich zu werden, evtl. auch mit einem neuen Partner?

 

lg

noty

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Aber wenn jemand unschuldig sitzen gelassen wird, weil sein Ehepartner nichts von seinem Treuegelöbnis hält, hat er - der unschuldige - dann nicht trotzdem ein Recht darauf, glücklich zu werden, evtl. auch mit einem neuen Partner?

 

Das ist meine Meinung, das ist die Meinung der orthodoxen Ostkirchen, das ist die Meinung der Anglikaner und der meisten Protestanten.

 

Das ist allerdings nicht die kirchenrechtlich verfasste Meinung der Römisch-Katholischen Kirche. Allerdings geht auch die Mehrzahl der Priester vor Ort (und auch die Mehrzahl der Bischöfe) davon aus, dass man pastorale Lösungen für wiederverheiratete Geschiedene finden muss und dass ein Ausschluss von den Sakramenten eigentlich nicht gerechtfertigt ist.

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Legt jemand , der " Ehebruch " begangen hat, wissentlich begangen hat, also noch irgendwie gläubig ist, Wert auf den Empfang von Sakramenten??? Er müsste ja wissen, dass das nicht mehr geht. Oder doch??

 

das doch recht verwirrend findend...............tribald

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danke für Deine Antwort. Ich habe eine ähnliche Ansicht über die Ehe, wie Du sie hier geschildert hast.

 

Dass das Eingehen einer neuen Partnerschaft nicht so einfach ist, ist klar. Aber wenn jemand unschuldig sitzen gelassen wird, weil sein Ehepartner nichts von seinem Treuegelöbnis hält, hat er - der unschuldige - dann nicht trotzdem ein Recht darauf, glücklich zu werden, evtl. auch mit einem neuen Partner?

 

lg

noty

Dass man auf Grund der unterschiedlichen Voraussetzungen nicht alles über einen Kamm scheren kann ist mir schon klar. Die Kirche versucht m.Mng. nach den Menschen auch beizustehen. Es gibt ja die "Trennung von Tisch und Bett" und es gibt auch dort, wo die Voraussetzungen gegeben sind die Möglichkeit der Ehe- Annullierung. Ich persönlich frage mich sicher ob eine Ehe die zwar kirchlich geschlossen wird- aber hauptsächlich weil´s so schön ist- wirklich gültig ist. Es gibt natürlich noch ernsthafter Gründe, die dafür sprechen, dass eine Ehe gar nicht zustande kommt- wenn z.B. Kinder a priori abgelehnt werden.

 

Dort wo die Ehe gültig zustande kommt sehe ich vor allem diese Seite: Gott nimmt uns ernst - auch unsere Versprechungen. Es ist besser kein Versprechen abzugeben, als es zu brechen. Das bezieht sich auch und besonders auf das Eheversprechen, einander in guten und bösen Tagen treu zu sein, bis der Tod scheidet.

 

Deine Frage nach dem "Recht glücklich" zu sein muss ich allerdings mit einer Gegenfrage beantworten: Können wir wirklich nur mit einem (neuen) Partner glücklich werden- gibt es dazu ein Recht? Ich persönlich würde das Glücklich- werden nicht von einer Partnerschaft, einem Menschen abhängig machen - denn dort sind die Gefahren zu groß, dass man das Glück nicht dort sucht, wo es zu finden ist: bei Gott.

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Das ist meine Meinung, das ist die Meinung der orthodoxen Ostkirchen, das ist die Meinung der Anglikaner und der meisten Protestanten.

 

Das ist allerdings nicht die kirchenrechtlich verfasste Meinung der Römisch-Katholischen Kirche. Allerdings geht auch die Mehrzahl der Priester vor Ort (und auch die Mehrzahl der Bischöfe) davon aus, dass man pastorale Lösungen für wiederverheiratete Geschiedene finden muss und dass ein Ausschluss von den Sakramenten eigentlich nicht gerechtfertigt ist.

Auf "Meinungen" wird ein röm.kath. Christ weniger hören (wollen) als auf das, was die Kirche sagt. Die Kirche sind m.E. auch nicht jene dissidenten Priester, die sonderbare pastorale Möglichkeiten suchen, sondern das Lehr- und Hirtenamt. Der Katechismus als Richtschnur sagt dazu folgendes:

 

KKK 2318Ehescheidung

 

2382 Jesus betonte die ursprüngliche Absicht des Schöpfers, der wollte, daß die Ehe unauflöslich sei1. Er hob die Duldungen auf, die sich in das alte Gesetz eingeschlichen hatten [Vgl. Mt 19,7].

 

"Die gültig geschlossene und vollzogene Ehe" zwischen getauften Katholiken "kann durch keine menschliche Gewalt und aus keinem Grunde, außer durch den Tod, aufgelöst werden" (CIC 1141).

 

2383 Die Trennung der Gatten unter Beibehaltung des Ehebandes kann in gewissen Fällen, die das kanonische Recht vorsieht, berechtigt sein [Vgl. CIC, cann. 1151-1155].

 

Falls die zivile Scheidung die einzige Möglichkeit ist, gewisse legitime Rechte, die Sorge für die Kinder oder das ererbte Vermögen zu sichern, darf sie in Kauf 4 genommen werden und ist dann keine sittliche Verfehlung.

 

2384 Die Ehescheidung ist ein schwerer Verstoß gegen das natürliche Sittengesetz. Sie gibt vor, den zwischen den Gatten freiwillig eingegangenen Vertrag, bis zum Tod zusammenzuleben, brechen zu können. Die Ehescheidung mißachtet den Bund des Heiles, dessen Zeichen die sakramentale Ehe ist. Das Eingehen einer, wenn auch vom Zivilrecht anerkannten, neuen Verbindung verstärkt den Bruch noch zusätzlich. Der Ehepartner, der sich wieder verheiratet hat, befindet sich dann in einem dauernden, öffentlichen Ehebruch.

 

"Wenn der Gatte, nachdem er sich von seiner Frau getrennt hat, sich einer anderen Frau nähert, ist er ein Ehebrecher, denn er läßt diese Frau Ehebruch begehen; und die Frau, die mit ihm zusammenwohnt, ist eine Ehebrecherin, denn sie hat den Gatten einer anderen an sich gezogen" (Basilius, moral. reg. 73).

 

2385 Die Ehescheidung ist auch deshalb unsittlich, weil sie in die Familie und in die Gesellschaft Unordnung bringt. Diese Unordnung zieht schlimme

 

 

Folgen nach sich: für den Partner, der verlassen worden ist; für die Kinder, die durch die Trennung der Eltern einen Schock erleiden und oft zwischen diesen hin- und hergerissen werden; für die Gesellschaft, für die sie aufgrund ihrer ansteckenden Wirkung zu einer tiefen Wunde wird.

 

2386 Möglicherweise ist einer der beiden Gatten das unschuldige Opfer der durch das Zivilgesetz ausgesprochenen Scheidung. In diesem Fall vestößt er nicht gegen das sittliche Gebot. Es besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen dem Ehepartner, der sich redlich bemüht hat, dem Sakrament der Ehe treu zu bleiben, und ungerechterweise verlassen wird, und demjenigen, der durch ein schweres Vergehen eine kirchenrechtlich gültige Ehe zerstört [Vgl. FC 84].

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@Mariamante: der KKK ist eine Richtschnur für alle, die in der Katechese tätig sind. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Er sagt NICHTS über die pastorale Umsetzung aus.

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Auf "Meinungen" wird ein röm.kath. Christ weniger hören (wollen) als auf das, was die Kirche sagt.

 

Bin ich froh, dass meine Verwandtschaft, obwohl römisch-katholisch, keine römisch-katholischen Christen in Deiner Definition sind. Froh bin ich auch, dass die Mehrzahl der römisch-katholischen Priester, die ich persönlich kenne, dissident in Deinem Sinne sind - wenn ich es ehrlich betrachte, war das nur ein einziger Priester meines Bekanntenkreises nicht, und der hat dann auch prompt eine Gemeinde ruiniert mit seiner "Lehramtshörigkeit".

 

Ich rede gar nicht von mir, ich bin zwar auch katholisch, aber nicht römisch.

 

Die Kirche sind m.E. auch nicht jene dissidenten Priester,

 

"Die Kirche" sind alle Menschen guten Willens, die sich als Mitglieder der RKK (in diesem Falle) angeschlossen haben. Laien, Geistliche, das offizielle Lehramt, die pastoral wirkenden Priester, die Karteileichen, die Legio Mariae, die Liberalen, ... - alle eben.

 

Der Katechismus als Richtschnur sagt dazu folgendes:

 

Was der Katechismus sagt, weiß ich, da wiederholst Du nur meine Aussage.

 

Aber um zu einem vernünftigen Ergebnis für noty1976 zu kommen: Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit dem Problem umzugehen:

 

Man kann es machen wie die Mehrzahl der Menschen, und das Problem einfach leugnen. In sehr vielen rkk Gemeinden gibt es - wie schon erwähnt, Priester, die hier eine pastorale Lösung anbieten wollen und können.

 

Man kann ein Ehenichtigkeitsverfahren anstrengen, wir haben hier einen Kirchenrechtler, der kennt sich mit diesem Thema aus. Da werden dann individuelle Punkte berücksichtigt - und am Schluss steht - wenn das Verfahren positiv durchlaufen wurde, einer (erneuten) Heirat nichts im Wege.

 

Man kann nach der Trennung zölibatär leben. Auch das ist akzeptiert.

 

Man kann darauf verzichten, die Sakramente in Anspruch zu nehmen. Das halte ich für die schlechteste Lösung überhaupt, denn Kirche im katholischen Sinn ist ohne Sakramente zumindest mir nicht vorstellbar.

 

Ich würde einem Menschen, der sich an die RKK gebunden fühlt und die Kirche ansonsten mehr oder weniger akzeptiert, zu einem Ehenichtigkeitsverfahren raten, wenn eine pastorale Lösung nicht möglich ist oder nicht angemessen scheint.

 

Man kann natürlich auch aus der Kirche austreten und in eine andere Kirche wechseln, aber das halte ich nicht für eine Lösung der angesprochenen Frage.

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Immer wieder nett, wenn man zu hören bekommt, dass man nicht zur Kirche gehört.

bearbeitet von Edith1
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Vielen Dank erstmal für Euer Bemühen, mir zu antworten.

 

Meine Frage ist aber doch eher theoretischer Natur und zielt weniger auf die "pastorale Praxis" im Umgang mit geschiedenen, wiederverheirateten ab.

 

Die Frage ist, kann eine vom einen Ehepartner gebrochene Ehe (eben durch Fremdgehen) vom zweiten Ehepartner nochmal gebrochen werden? Und weiter, was bedeutet der von Mariamante zitierte KKK2386 genau? Welche Möglichkeiten hat das sog. "unschuldige Opfer"?

 

lg

noty

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Die Frage ist, kann eine vom einen Ehepartner gebrochene Ehe (eben durch Fremdgehen) vom zweiten Ehepartner nochmal gebrochen werden? Und weiter, was bedeutet der von Mariamante zitierte KKK2386 genau? Welche Möglichkeiten hat das sog. "unschuldige Opfer"?

Hallo Noty,

 

mein gesunder Menschenverstand sagt, dass wenn ein Partner die Ehe gebrochen hat, der andere gewissermaßen frei ist. So interpretiere ich auch den Satz aus dem Matthäusevangelium, der eine Ausnahme zum Entlassungsverbot vorsieht. Mir ist schon lange unklar, warum die römisch-katholische Kirche diese eindeutige Aussage des Evangelisten einfach ausblendet und rigoros an einem absoluten Scheidungsverbot festhält. Ich habe bereits einmal vor ein paar Jahren in diesem Forum nachgefragt, warum sich das historisch so entwickelt und festgefahren hat, jedoch habe ich keine vernünftige Antwort erhalten.

 

Die Hardliner (das Lehramt, Leute wie Mariamante, usw.) sind der Meinung, dass man auch dann der Ehe treu bleiben muss, wenn sich der Partner längst aus ihr verabschiedet hat, und dass auch eine einverständliche Trennung nicht möglich ist, weil versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen, es sei denn, man kriegt ein Eheannullierungsverfahren durch.

 

Wozu ich Mariamante jedoch ausnahmsweise zustimmen muss ist, dass man die Ehe auch ohne Fremdgehen zerstören kann, indem man dem Partner das Leben zur Hölle macht. Deswegen finde ich das deutsche Zivilrecht nachvollziehbar, das bei Scheidungen nicht mehr vom Schuld-, sondern vom Zerrüttungsprinzip ausgeht. Denk an folgendes Beispiel: ein Ehemann geht fremd, nachdem seine Ehefrau jahrelang keine Lust auf Sex mehr mit ihm hatte und jeden Tag wie Xanthippe rumgezetert hat. Hat nun der Mann die Ehe gebrochen, während die Frau das "unschuldige Opfer" ist?

 

Guido

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Bin ich froh, dass meine Verwandtschaft, obwohl römisch-katholisch, keine römisch-katholischen Christen in Deiner Definition sind.

Nicht ich definiere, was "römisch- katholisch" ist- sondern die Lehre der Kirche. Das mal vorweg. Was mich froh macht sind Menschen, die Gott aus ganzem Herzen lieben. Und dazu gehört dann auch: "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es der mich liebt". Wer daran glaubt, dass die röm.kath. Kirche die Kirche Jesu Christi auch in dem Sinne ist, dass der Heilige Geist ihr im Glauben und in der Sittenlehre beisteht, der wird sich bemühen, die Lehre der Kirche ernst zu nehmen. Deinen Versuch, auseinanderzudividieren halte ich für problematisch. Und das Froh- sein darüber, dass andere obwohl römisch- katholisch nicht römisch- katholisch in dem sind, dass sie die Lehre der Kirche in allem ernst nehmen ist grundsätzlich verfehlt.

Froh bin ich auch, dass die Mehrzahl der römisch-katholischen Priester, die ich persönlich kenne, dissident in Deinem Sinne sind - wenn ich es ehrlich betrachte, war das nur ein einziger Priester meines Bekanntenkreises nicht, und der hat dann auch prompt eine Gemeinde ruiniert mit seiner "Lehramtshörigkeit".

Breit ist der Weg ins Verderben und viele gehen ihn heißt es im Evangelium: Schmal ist der Weg zum ewigen Leben und wenige gehen ihn. Wenn auch nur wenige dem Evangelium und der Lehre der Kirche treu sind (was du in manipulatorischer Weise "Hörigkeit" statt Gehorsam nennst- (und darin liegt der Hund begraben bzw. das Diabolische) so entscheidet doch vor Gott die Treue zu seinen Geboten, zum Evangelium und seiner Kirche.

"Die Kirche" sind alle Menschen guten Willens, die sich als Mitglieder der RKK (in diesem Falle) angeschlossen haben. Laien, Geistliche, das offizielle Lehramt, die pastoral wirkenden Priester, die Karteileichen, die Legio Mariae, die Liberalen, ... - alle eben.

So weit ich glaube, hat Christus das Lehramt eingesetzt, um den Menschen Hilfe und Richtlinie auf den Weg zum Himmel zu geben. Wer hergeht und die Wegweiser zum Ewigen Leben für eine unnötige Ablenkung hält, dem ist schwer zu helfen. Dass die Spaltungen in der röm.kath. Kirche (weil viele ihren eigenen Vogel für den Heiligen Geist halten) ein Ärgernis sind- ist manchen schmerzlich bewußt. Ich halte die Versuche, die starke Lehre Christi auf einen möglichst niedrigen Level herabzuschrauben (mit dem Hinweis auf "pastorale Notwendigkeiten") und sozusagen eine Art "Gegenlehramt" aufzubauen nicht für den schmalen und steinigen Weg der zum Ewigen Leben führt- im Gegenteil.

bearbeitet von Mariamante
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mein gesunder Menschenverstand sagt, dass wenn ein Partner die Ehe gebrochen hat, der andere gewissermaßen frei ist.

Der "gesunde" Menschenverstand der Apostel war dass sie meinten, es wäre besser überhaupt nicht zu heiraten. Aber wäre das nicht der Versuch, auf einem leichten Weg voranzuschreiten? Die Treue in der Ehe ist nun mal kein leichter Weg.

 

So interpretiere ich auch den Satz aus dem Matthäusevangelium, der eine Ausnahme zum Entlassungsverbot vorsieht. Mir ist schon lange unklar, warum die römisch-katholische Kirche diese eindeutige Aussage des Evangelisten einfach ausblendet und rigoros an einem absoluten Scheidungsverbot festhält.

Die Kirche "blendet" nicht aus, sondern berücksichtigt auch die anderen Stellen der Schrift zu diesem Thema. Prinzipiell geht es um die Unauflöslichkeit der Ehe... und diese ist z.B. bei Markus 10, 1-12 noch deutlicher ausgedrückt als bei Matthäus.

 

Die Hardliner (das Lehramt, Leute wie Mariamante, usw.) sind der Meinung, dass man auch dann der Ehe treu bleiben muss, wenn sich der Partner längst aus ihr verabschiedet hat, und dass auch eine einverständliche Trennung nicht möglich ist, weil versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen, es sei denn, man kriegt ein Eheannullierungsverfahren durch.

Es geht nicht um Hardliner und Weichliner- sondern es geht darum: IST die Ehe unauflöslich, sind Versprechen ernst zu nehmen oder nicht. Wenn das Eheversprechen nur Dahergerede ist - was ist dann von unserem Versprechen, unserer Treue und Hingabe überhaupt zu halten? Ich denke schon, dass es hier an die Wurzel geht. Ich sehe ein, dass es in Beziehungen viel Schweres und große Tragik gibt. Ich kann mir auch vorstellen, dass Gott an unserem Verhalten (menschlich ausgedrückt) viel zu leiden hat - schließlich ließ er sich für uns kreuzigen. Aber Gott kündigt uns die Treue und Liebe auch dann nicht auf, wenn wir uns ihm gegenüber immer neu und oft sehr stark verfehlen. ER nimmt uns immer wieder an. Sollten sich Eheleute da nicht ein Beispiel nehmen können? So wie Gott uns gegenüber treu ist, auch wenn wir uns verfehlen - so sollte das Eheversprechen einander treu zu sein bis in den Tod mit Gottes Hilfe auch sehr ernst genommen werden.

bearbeitet von Mariamante
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Hallo an alle ...

 

@Guido: Ja, mein gesunder Menschenverstand sagt mir etwas Ähnliches, und auch ist mir klar, dass eine Ehe auch auf andere Weise gebrochen werden kann. Fremdgehen ist hier eben das offensichtliche.

 

Ein Aspekt, der von Mariamante gestern noch genannt wurde, hat mich am Abend zum Nachdenken gebracht, und ich denke, möglicherweise liegt darin eine Erklärung: Die Ehe als Abbild der Liebe Gottes zu den Menschen.

 

Gott sagt uns seine Liebe zu, egal was wir auch tun, wenn wir in Sünde leben und uns von Ihm dadurch entfernen. Wenn das nun auf die Ehe umgelegt wird, dann sollte der "unschuldige" Partner - um dem "Idealbild" zu entsprechen - trotz des Ehebruchs zur Ehe und damit zum "schuldigen" Partner stehen, um eine Rückkehr in den Stand der aufrechten Ehe zu ermöglichen. Würde auch der "unschuldige" Partner eine neue Beziehung eingehen, wäre diese Rückkehr wesentlich schwieriger (jedoch auch dann nicht unmöglich).

 

Nun sind wir aber alle sündige Menschen und können dem "Idealbild" nur schwer oder gar nicht entsprechen.

 

lg

noty

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Nicht ich definiere, was "römisch- katholisch" ist- sondern die Lehre der Kirche. Das mal vorweg. Was mich froh macht sind Menschen, die Gott aus ganzem Herzen lieben. Und dazu gehört dann auch: "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es der mich liebt". Wer daran glaubt, dass die röm.kath. Kirche die Kirche Jesu Christi auch in dem Sinne ist, dass der Heilige Geist ihr im Glauben und in der Sittenlehre beisteht, der wird sich bemühen, die Lehre der Kirche ernst zu nehmen. Deinen Versuch, auseinanderzudividieren halte ich für problematisch. Und das Froh- sein darüber, dass andere obwohl römisch- katholisch nicht römisch- katholisch in dem sind, dass sie die Lehre der Kirche in allem ernst nehmen ist grundsätzlich verfehlt.

 

Mariamante, Deine Kirchenliebe in Ehren und sehr zu unterstützen, aber die Kirche Jesu Christi auf die Römisch-Katholische Kirche zu reduzieren ist grundlegend falsch - und eigentlich Ergebnis des im Rahmen der Reformation entstandenen Konfessionalismus.

Entweder man gehört zur Kirche Jesu Christi oder nicht. Hier sind wir im Patriarchat von Rom (warum B16 den Titel "Patriarch des Abendlandes" abgelegt hat, werde ich nie verstehen), es gibt aber in der gleichen Kirche auch andere apostolische Traditionen, die Byzantiner ("Griechen"), die Chaldäer, die Syrer, um nur einige zu nennen. Auch diese sind - sofern sie in Communio mit dem Bischof von Rom stehen - voll in der Einen Kirche, haben aber zum Teil eine andere Praxis bezüglich des Ehesakramentes und einer möglichen Wiederheirat.

Inwiefern diese Praxis wirklich apostolischen Ursprunges ist - das ist das Kriterium - wird in Fachzirkeln debattiert. Papst B16 ist selber nicht besonders glücklich mit der jetzigen Situation in der römisch-katholischen Kirche, sieht aber wohl noch keine Möglichkeiten, diese zu verändern, ohne Jesus weniger ernst zu nehmen (zumindest gibt es nichts Offizielles) - er fragt aber auch die ostkirchliche Praxis an.

 

Auch hier ist eine Bausch-und-Bogen Verurteilung aber fehl am Platz, wenn einzelne Seelsorger (und kompetente Bischöfe) eine Änderung der Sichtweise einfordern.

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Franciscus non papa

ich will doch mal zeigen, dass mein satz, dass moraltheologie überflüssig ist, wenn man weiss, wie man richtig musik macht. :-)

 

musik kann niemals besser werden, als die vorstellung von dieser musik im kopf des aufführenden.

 

also gilt es zunächst mal durch intensives studium der partitur eine ideale vorstellung von der musik zu entwickeln. dabei steht die frage im zentrum: was wollte der komponist?

 

dann erst kann man loslegen und anfangen zu üben und zu proben.

 

natürlich kann sich dann auch im laufe der probenarbeit noch einiges an neuen erkenntnissen diesem idealbild hinzufügen.

 

in den proben muss gnadenlos daran gearbeitet werden, das idealbild zu erreichen.

 

 

jeder ehrliche musiker wird allerdings zugeben, dass es keine aufführung eines werkes geben kann, in dem man das alles erreicht.

 

ich überlasse es dem geneigten leser, dies auf das leben der menschen zu übertragen.

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Alle menschlichen Bemühungen können nicht verhindern, dass Ehen scheitern und dem Ideal nicht entsprechen. Eine Scheidung und Wiederverheiratung steht, wie sicher hier schon angeführt, im objektiven Widerspruch zu Gottes Gebot.

Die Frage nach der Schuld des Scheitern der einzelnen ist aber nicht allein nach objektiven Kriterien zu beurteilen und zu entscheiden. Meines Erachtens sind auch die subjektiven Momente der Zurechenbarkeit der Schuld in gleicher Weise einzubeziehen.

Deshalb gehörte es sich meiner Meinung nach bei Scheidung und Wiederverheiratung Menschen nicht automatisch vom Kommunionempfang auszuschließen sondern die persönliche Situation mit einzubeziehen. Wo bleibt denn sonst die Gerechtigkeit und die gerechtfertigte Barmherzigkeit?

Interessant dazu ist das Apostolische Schreiben " Familiaris consortio" von Papst Johannes Paul II.

Liebe Grüße,Gerlinde

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Ein Mensch aber, der geheiratet und durch Ungeschicklichkeit oder Ähnliches seine Ehe ruiniert hat - oder gar ein Mensch, der überhaupt nichts dazu kann, dass ihm sein Ehepartner weggelaufen ist, muss lebenslang zölibatär bleiben, so lange er seine ursprüngliche Ehe nicht wieder instandsetzen kann oder eben bis der erzwungene Ehepartner, der vielleicht schon in einer anderen Familie Kinder hat, für die er pflichtbewusst sorgt, stirbt.

 

Das kann nicht sein, das ist wider die Barmherzigkeit Gottes, das ist eine legalistische Engführung. Warum das so ist, darüber kann man spekulieren - es ist ja schon auffällig, dass praktisch alle Kirchen, die nicht an Rom gebunden sind - egal, ob kirchliche Gemeinschaften oder echte Teilkirchen - hier andere Lösungen haben.

Genau. Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat (Markus 2, 27). Ähnliches muss doch auch für die Ehe gelten.

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Der "gesunde" Menschenverstand der Apostel war dass sie meinten, es wäre besser überhaupt nicht zu heiraten.

Auch sehr richtig. Ich habe mich schon immer gefragt, ob die Apostel damit das Konkubinat im Sinne hatten, das ja für die Juden genauso wie die Polygamie akzeptiert war. Z.B. werden die zwölf Stämme Israels auf die zwölf Kinder Jakobs zurückgeführt, die er von zwei (gleichzeitigen) Ehefrauen und zwei Konkubinen bekommen hat. Ich wüsste schon lange gerne, wann und warum sich das Judentum historisch von der Polygamie verabschiedet hat. Die Monogamie ist ja eher eine römisch-griechische Tradition, die die katholische Kirche inkulturiert hat.

 

Alttestamentarisch ist Ehebruch in erster Linie eine Sünde, weil man als Mann einem anderen Mann etwas wegnimmt. In den zehn Geboten werden Ehefrauen in einem Atemzug mit Haus, Rindviechern, Sklaven und anderen Habseligkeiten genannt, die man weder stehlen noch begehren soll, wenn sie jemand anderem gehören. Zum außerehelichen Sex schweigt sich die Bibel jedoch ziemlich aus, es sei denn es handelt sich um Hurerei, die an verschiedene Stellen nicht gut geheißen wird.

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Alttestamentarisch ist Ehebruch in erster Linie eine Sünde, weil man als Mann einem anderen Mann etwas wegnimmt. In den zehn Geboten werden Ehefrauen in einem Atemzug mit Haus, Rindviechern, Sklaven und anderen Habseligkeiten genannt, die man weder stehlen noch begehren soll, wenn sie jemand anderem gehören. Zum außerehelichen Sex schweigt sich die Bibel jedoch ziemlich aus, es sei denn es handelt sich um Hurerei, die an verschiedene Stellen nicht gut geheißen wird.

Wenn in der Bibel angeblich zu außerehelichem Sex geschwiegen wird, was bedeutet dann Matthäus 5, 27, 15,19; 19,9; Johannes 8, 1-11 Römer 7, 3 1. Kor. 6,9 und wie ist 3.Mose 23,10 zu verstehen?

 

Gerade die Matthäusstelle 5,27 spricht klar gegen die lüsterne Begierde / außerehelichen Sex.

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Alttestamentarisch ist Ehebruch in erster Linie eine Sünde, weil man als Mann einem anderen Mann etwas wegnimmt. In den zehn Geboten werden Ehefrauen in einem Atemzug mit Haus, Rindviechern, Sklaven und anderen Habseligkeiten genannt, die man weder stehlen noch begehren soll, wenn sie jemand anderem gehören. Zum außerehelichen Sex schweigt sich die Bibel jedoch ziemlich aus, es sei denn es handelt sich um Hurerei, die an verschiedene Stellen nicht gut geheißen wird.

Wenn in der Bibel angeblich zu außerehelichem Sex geschwiegen wird, was bedeutet dann Matthäus 5, 27, 15,19; 19,9; Johannes 8, 1-11 Römer 7, 3 1. Kor. 6,9 und wie ist 3.Mose 23,10 zu verstehen?

 

Gerade die Matthäusstelle 5,27 spricht klar gegen die lüsterne Begierde / außerehelichen Sex.

Geordnete Familienverhältnisse waren schon deswegen nötig, weil kein Mann das Kind eines anderen aufziehen wollte. Deshalb verpflichtet das 6. Gebot ursprünglich auch nur die Frau zur Treue (Jesus sieht das dann anders).

Außerdem hatte der Mann ja für die Frau die Ketuba bezahlt. Die konnte er übrigens zurückfordern, wenn er sie aus einem schwerwiegenden Grund (Ehebruch, Kinderlosigkeit) entlassen hatte. Die Frau konnte den mann nicht entlassen, aber ihre Entlassung aus bestimmten Gründen fordern (ich erinnere mich, das in einem Aufsatz zum Thema gelesen zu haben).

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Alttestamentarisch ist Ehebruch in erster Linie eine Sünde, weil man als Mann einem anderen Mann etwas wegnimmt. In den zehn Geboten werden Ehefrauen in einem Atemzug mit Haus, Rindviechern, Sklaven und anderen Habseligkeiten genannt, die man weder stehlen noch begehren soll, wenn sie jemand anderem gehören. Zum außerehelichen Sex schweigt sich die Bibel jedoch ziemlich aus, es sei denn es handelt sich um Hurerei, die an verschiedene Stellen nicht gut geheißen wird.

Wenn in der Bibel angeblich zu außerehelichem Sex geschwiegen wird, was bedeutet dann Matthäus 5, 27, 15,19; 19,9; Johannes 8, 1-11 Römer 7, 3 1. Kor. 6,9 und wie ist 3.Mose 23,10 zu verstehen?

 

Gerade die Matthäusstelle 5,27 spricht klar gegen die lüsterne Begierde / außerehelichen Sex.

Matthäus 5,27: Ehebruch; 15,19: Ehebruch; 19,9: Ehebruch. Johannes 8,1-11: Ehebruch. Römer 7,3: Ehebruch. 1. Korinther 6,9: Ehebruch und Hurerei. QED. 3. Mose 23,10: irgendwas zur Ernte, hast Dich wohl vertan. Das hat mich jetzt etwas Zeit gekostet. Bitte demnächst recherchieren, bevor Du schreibst. Allerdings gebe ich zu, dass Paulus ab und zu mal von "porneia" = "Unzucht", was auch immer das sein mag, geschrieben hat. Deswegen habe ich "schweigt sich ziemlich aus" geschrieben. Das Hauptanliegen ist jedoch der Ehebruch, gefolgt in einem gewissen Abstand von der Hurerei.

 

Deshalb verpflichtet das 6. Gebot ursprünglich auch nur die Frau zur Treue

Es verpflichtet die Frau zur unbedingten Treue zu ihrem Mann, aber es verbietet auch dem Mann, Sex mit Frauen anderer Männer zu haben.

 

Die Frau konnte den mann nicht entlassen, aber ihre Entlassung aus bestimmten Gründen fordern

Sie konnte um Entlassung bitten, aber nicht einfordern. Das ist angeblich immer noch ein Problem im modernen Judentum: wenn ein Mann den Entlassungsbrief verweigert (z.B. als Vergeltung, weil er verlassen wurde), kann die Frau nicht einen anderen heiraten.

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Sowohl die hier als auch im "Kommunionhelfer Thread" geäusserten Argumente stammen in der Wurzel noch aus der Zeit da der Ehebruch in bürgerlichen Kreisen bei der Frau schrecklich war, während er beim Mann fast als der Normalfall angesehen wurde. Der Sexualakt zu Hause bei der eigenen Frau hatte möglichst unlustig und zum Zwecke der Kinderzeugung abzulaufen und das Vergnügen holten sich die Männer auswärts......dies alles kann man aus Literatur erfahren .......

 

Heute ist der sexuelle Akt, den man als Ehebruch bezeichnet sehr häufig der Schlusspunkt eines langsamen Ehezerfalls. Man soll nicht übersehen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten „bis dass der Tod euch scheidet“ sehr oft wenige Jahre bedeutete, während es heute problemlos 40 Jahre und mehr sind. Auf diesen Sachverhalt hat der Innsbrucker Moraltheologe und Jesuit Rotter schon vor 20 Jahren hingewiesen.

 

Man wird einfach bei der Betrachtung des Ehebruchs die typisch kirchliche Sexualfixierung hintanstellen müssen und ins Kalkül bringen, dass es viele andere wesentlich unspektakulärere Gründe gibt an denen eine Ehe zerbricht oder einfach zerbröselt.

 

Nietzsche hat schon geschrieben…….es ist besser Ehe zu brechen, als Ehe zu biegen Ehe zu lügen…….Ich meine dass man den Eheleuten die einander das Sakrament spenden auch die Möglichkeit geben muss festzustellen wann und dass das Sakrament nur mehr aus Heuchelei und Lüge besteht und sich einvernehmlich zu trennen

 

P.S. Zur Klarstellung möchte ich anführen, dass ich seit fast 42 Jahren verheiratet bin und meine Frau und ich drei Söhne haben.

bearbeitet von wolfgang E.
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Früher haben Leute mit 18 oder 20 geheiratet, heute 10 Jahre später. Und nicht alle waren "nur ein paar Jahre verheiratet".

 

Wenn man die Stories hört von Berlusconi, Sarkowsy oder Mitterand, dann bekommt man stark das Gefühlt, eine Geliebte zu haben oder bekannt dafür zu sein, dass man als Mann Frauen als Prestigeobjekte hat um seinen Erfolg zu beweisen, das ist heute noch genau so normal wie früher.

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