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Sterben und Auferstehung


Guest Corinna
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Guest Corinna

Ich mach's kurz und vor allen Dingen bequem, indem ich die Ankündigung des Heftes 1/2003 der Zeitschrift "Welt und Umwelt der Bibel" hier hereinkopiere.

 

Sterben und Auferstehen

 

Das unheimliche Wissen sterblich zu sein, hat Menschen seit jeher angetrieben, Bewältigungsstrategien zu finden. Eine Kultur des Todes entstand. Das Alte Testament spiegelt ein ganzes Jahrtausend dieses Ringens.

 

Ca. 300 v. Chr. lassen die Texte durchblicken, dass in Israel - bedingt durch geschichtliche Ereignisse - die Vorstellung aufkommt, der barmherzige Gott des Lebens JHWH werde die Toten auferwecken. Ein archäologischer Sonderteil stellt dazu die neuesten Forschungsergebnisse zur Bestattungskultur um die Zeitenwende vor.

 

So entsteht der Auferweckungsglaube der Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu in einem religions- und kulturgeschichtlichen Rahmen. Trotzdem bleibt ihr Osterglaube eine Herausforderung. Wir können uns an das Drama der Hinrichtung Jesu historisch herantasten, können Prozess und Todesstrafe am Kreuz rekonstruieren. Die Auferstehung selbst aber entzieht sich der Forschung.

 

Schon für Menschen im griechischen Kulturkreis klang die Botschaft, Gott habe einen Menschen auferweckt zur Erlösung aller von Tod und Sünden, merkwürdig. Dort halfen Philosophie und Mysterienkulte, die Angst vor dem Hades zu nehmen. Umso spannender, herauszufinden, an welche Vorstellungen die Verkünderinnen und Verkünder um Paulus anknüpfen konnten.

 

Neben Beiträgen zur Auferstehungsvorstellung in den Apokryphen, in Judentum und Islam finden Sie aktuelle archäologische Meldungen (u. a. zum Jakob-Ossuarium) und eine weitere Folge unserer Serie zur Entstehung der Schrift.

 

Bemerkenswert an dem Heft ist eine umfangreiche Linkliste zu diesem Thema, die Ihr auch auf der Homepage des kath. Bibelwerkes (unter Angebot - Zeitschriften - Welt und Umwelt der Bibel) findet. Ich bin mit dem Stöbern noch nicht fertig. Einen Link (den zum Carlebach-Institut in Israel) habe ich in einem anderen Thread (Erlöst) schon gepostet.

 

http://www.bibelwerk.de

 

(Geändert von Corinna um 21:33 - 2.März.2003)

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Hallo Corinna,

 

man sollte allerdings noch hinzufügen, dass nach alttestamentlichem Glauben (die Texte aus dem Buch Daniel, auf die der von Dir zitierte Artikel anspielt, ausgenommen) Tod nicht bedeutet, dass man nicht mehr ist.

Vielmehr gelangt der Tote in ein Totenreich (Scheol), dass man sich als unwirtlich und in der Wüste liegend vorstellte. Auf dieser Vorstellung basieren auch kulitische Praktiken, zu den Gräbern zu gehen, dort die Toten zu bewirten und mit ihnen ein festliches rituelles Totenmahl zu halten. Da dies verbunden war mit der Vorstellung, die verstorbenen Ahnen würden zu Göttern, haben die Propheten gegen diese Praxis massiv polemisiert.

D.h., die Vorstellung, dass mit dem Ende des Lebens nicht das Ende der eigenen Identität verbunden ist, gab es schon immer im AT. Allerdings gab es in dieser Vorstellung keinen im Jenseits Recht schaffenden Gott, sondern das Schicksal der Verstorbenen wurde unabhängig von der Lebensführung des Einzelnen für alle als gleich angesehen.

Im Ägyptischen war dies übrigens nicht der Fall. Dort gab es zunächst für den Pharao und dann auch für alle Menschen die Vorstellung, dass man am Ende des Lebens auf einer Waage gewogen wird. Diese Waage findet sich auf vielen Darstellungen in ägyptischen Gräbern. Die Götter schaffen dadurch ewige Gerechtigkeit. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die spät-alttestamentlichen Vorstellungen des richtenden und ewiges Leben schenkenden Gott von diesen Vorstellungen beeinflusst war.

Bei Daniel kommt aber noch hinzu, dass hier die Vorstellung JHWHs als Festsetzer von Ordnung und Zeit besonders betont wird. Dieser trägt die Taten des Menschen in ein Buch, nach dem man dann beurteilt wird.

Allerdings glauben bis heute längst nicht alle Juden an eine Auferstehung nach dem Tod. Die Vorstellung des Daniel ist im AT singulär.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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