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Laien in der Liturgie


Alex Michel

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Wer kann mir helfen und einige Tipps geben?

 

Sollen an Wortgottesdienste, die von Laien geleitet werden, Kommunionfeiern angeschlossen werden? Wenn ja, wann kommunizieren die Leiter bzw. die Kommunionhelfer? Vor oder nach der Austeilung an die Gemeinde? Nachher, um einen Unterschied zur Messe deutlich zu machen?

Handwaschung, ist es sinnvoll, diese bei der Eucharistiefeier ebenso wie beim Priester auch bei den Kommunionhelfern durchzuführen?

 

Ich bin für jegliche Tipps und Infos aus der Praxis sehr aufgeschlossen und würde nicht auch über Hinweise auf Literatur zu diesem Thema sehr freuen.

 

Liebe Grüße, Alex

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Guest Juergen

Literatur zum Thema:

 

Michael Kunzler: Zum Lobe Deiner Herrlichkeit : Zwanzig neue Lektionen für Männer und Frauen in liturgischen Laiendiensten. Paderborn : Bonifatius, 1996.

 

Dies Buch ist eine Neufassung von:

Michael Kunzler: Berufen, dir zu dienen : 15 Lektionen "Liturgik" für Laienhelfer im Gottesdienst. Paderborn : Bonifatius, 1989.

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Hallo Alex,

 

das "waschen der Hände" tauchte bei uns als hygienische Frage auf. Priesterhände wurden für sauber gehalten, die von Kommunionhelfern weniger, vor allen Dingen, wenn der Friedensgruß ausgetauscht wurde. Ein Waschbecken und Seife wurden als sinnvoll angesehen, aber es sollte die Verwechslungsgefahr mit einer rituellen Handlung vermieden werden. Geschehen ist aber nichts in dieser Richtung. Wie so vieles ist es im Sande verlaufen.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Hallo Alex,

 

 


Sollen an Wortgottesdienste, die von Laien geleitet werden, Kommunionfeiern angeschlossen werden?.

 

Laien sollten sich weder an Altar noch Kanzel stellen.

Und den Leib CHRISTI nicht austeilen.

 

Der HEILIGE GEIST erwählt nach jahrelanger Erprobung und Bewährung, Christen die gemäß den Forderungen JESU in Lukas 14,25-35 leben wollen um Jünger JESU zu sein, und macht sie zu Hirten des Christenvolkes und zu Priestern.

 

An Hirten und Priester will sich der einfache Gläubige halten.

Und nicht an "Laien".

 

 

Der einfache Gläubige wird sich der reichlich verfügbaren Verkehrsmittel bedienen um dort hinzugelangen wo ein Hirte und Priester die Heilige Messe feiert.

 

Und wird Laien-Wortgottesdienste meiden.

 

 

 

Gruß

josef

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josef,

das steht im Widerspruch zur Realität, Lehre und Geschichte der Kirche. Schon mal was vom Heiligen Tarzisius gehört, der als Laie anderen die Kommunion überbrachte?

 

kopfschüttelnde Grüße,

Lucia

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Zitat von josef am 10:51 - 11.Februar.2003

 

 

Der einfache Gläubige wird sich der reichlich verfügbaren Verkehrsmittel bedienen um dort hinzugelangen wo ein Hirte und Priester die Heilige Messe feiert.

 

Und wird Laien-Wortgottesdienste meiden.

 


 

...und die Gemeinde als sichtbares Zeichen der Frohen Boschaft in seinem unmittelbaren Lebensumfeld zu Grabe tragen.

 

Eine andere Frage ist, ob ein von Laien geleiteter Wortgottesdienst immer mit Kommunionausteilung gefeiert werden sollte. Bischof Kamphaus hat in seinem Bistum mit guten Argumenten darum ersucht, dies möglichst nicht zu tun. Dabei ging es ihm darum, einerseits die Eigenständigkeit des Wortgottesdienstes als liturgische Form zu betonen, andererseits aber genauso die Kostbarkeit der Eucharistiefeier, die eben nicht durch einen noch so guten Wogo zu ersetzen ist.

 

Vielleicht weiß jemand von den "Limburgern", ob bzw. wo diese Kamphaus-Briefe im Netz sind. Sonst wäre ich, lieber Alex, gern bereit, Dir Kopien zu schicken oder zu faxen (Adresse/Fax. Nr. bitte per PM).

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Hallo,

 

wollte mich mal bei allen für Ihre Einträge bedanken.

 

Wäre schön, noch etwas aus der Praxis zu erfahren.

 

Alex

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Kommunionfeier innerhalb von Wortgottesdiensten (egal ob mit oder ohne Priester) ist ein Unfug.

 

Die Gefahr sehe ich darin, dass die Kommunionausteilung von ihrem Sinnzusammenhang getrennt wird. Ich befürchte zwar (noch) nicht, dass die Gläubigen nicht wissen, was es mit der Hostie auf sich hat. Aber ich befürchte eine "Verselbständigung der Hostie". Damit meine ich: Es geht dann nicht mehr um die Feier des Sakramentes, den lebendigen Bezug zur Hingabe Jesu an uns; es geht nicht mehr darum, die Erbschaft Jesu anzutreten, sondern darum, einen heilig(st)en Gegenstand zu empfangen. Das ist mir zu wenig. Die Hostie wird zu einer heiligen Pille.

 

Auch ist die Verführung groß, dass - um dieser Folge zu wehren - eucharistieähnliche Wortgottesdienste gefeiert werden, die aber eben doch keine Eucharistiefeier sind. Dadurch wird für viele unklar, worin das Wesen der Messe besteht.

 

Eine andere Fragerichtung ist allerdings: Wie erklär ich das gerade älteren Leuten? Für sie ist oft ein Gottesdienst nur ein "richtiger" Gottesdienst, wenn sie die Kommunion empfangen können. Und das Bedürfnis nach einer heiligen Messe ist ja durchaus richtig - gerade in Zeiten des Priestermangels.

 

Eine rigorose Ablehnung von Wortgottesdiensten mit Eucharistiefeier scheint mir deshalb - trotz der dadurch erreichbaren Bewusstseinsbildung - nicht immer sinnvoll. Aber es muss Aufklärung betrieben werden. Am besten wäre es, wenn diese Aufklärung in die Wortgottesdienste integriert wird, z.B. bei der Überleitung in die Kommunionfeier. Ein Standarttext wie:

 

"Wir haben das Wort Gottes gehört, wir haben gebetet und gesungen. Dies hat seinen eigenen Wert, denn in alledem begegnet uns Gott selbst mit seiner heilenden und wegweisenden Kraft.

Wir werden nun Gelegenheit haben, Jesus Christus in der Kommunion in uns aufzunehmen. Wir tun dies im Gedenken an die heilige Messe, die am (letzten) Sonntag in unserer Gemeinde gefeiert wurde."

 

ist sinnvoll, löst aber auch nicht alle Probleme.

 

Das praktische Problem ergibt sich auch daraus, dass von den Diözesen in den letzten Jahren eine Wortgottesdienstideologie verbreitet wurde. In liturgischen Kursen wurde den Teilnehmern eingebläut, dass ein Wortgottesdienst genau so wertvoll sei, wie eine heilige Messe. Ich vermute, man wollte das Selbstwertgefühl der liturgisch Aktiven stärken.

 

Ein weiteres Problem ist, dass in der Praxis die Wortgottesdienste oftmals gar keine Wortgottesdienste sind. Ein Wortgottesdienst soll sich ganz klar um das Wort Gottes drehen - und nicht um den kleinen Prinzen, nicht um die Maus Frederik, nicht um Friede-Freude-Eierkuchen, nicht um Gerechtigkeit-Friede-Bewahrung-der-Schöpfung, nicht um die Partnerschaft zur dritten Welt. Dies alles KANN sich zwar ergeben, aber das Zentrum des Wortgottesdienstes muss erkennbar das Wort Gottes sein.

Hierfür fehlt es aber oft an Vorlagen und an Ausbildung.

 

Aber genau diese Wertschätzung des Wortes Gottes wäre der sinnvolle Inhalt. Und er wäre der legitime Grund für die Gemeinde, auch Wortgottesdienste wertzuschätzen.

 

Und am Abschluss eines solchen Gottesdienstes wäre es sinnvoll auf die Messe zu verweisen: "Wir haben uns vom Wort Gottes heilen und anleiten lassen. Am (nächsten) Sonntag werden wir wieder die heilige Messe feiern und uns dann - durch die heutige Feier vorbereitet - mit Jesus Christus im Sakrament verbinden."

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Noch ne Story, die ich gehört habe, und die einiges zum Problem "Laien in der Liturgie" erzählt.

 

In einer Pfarrei hat die Gemeindereferentin (unerlaubterweise) selbst getauft, und der Pfarrer hat ihr ministriert.

In Wortgottesdiensten hatte sie eine Albe an, bei der links und rechts eine senkrechte Borte war, so dass es von weitem einer Stola glich.

Außerdem waren einige der Auffassung, dass sie dem Pfarrer gesagt hat, was in der Pfarrei zu tun sei.

 

Daraufhin hat die Diözese reagiert. Der Pfarrer wurde scharf gerügt und versetzt. Nach zwei Wochen Vakanz kam ein neuer Pfarrer. Der ist ein hochgescheiter, etwas konservativ-linientreuer Priester, der sein Leitungsamt sehr ernst nimmt.

Die sowieso gespaltene Gemeinde (pro und contra für den alten Pfarrer) tat sich schwer. Als es zu Schwierigkeiten kam (war ja wohl vorprogrammiert) ist er übel in der Zeitung herumgeschmiert worden (Rita Kimmkornstil: Wenig Fakten, viel Meinungen, die subjektiv vom Redakteur ausgewählt waren. Ohne jegliche Lüge ein unzutreffendes Bild erzeugt.)

 

Solche überzogenen Praktiken, wie sie die Gemeindereferentin und der frühere Pfarrer pflegten, richten schweren Schaden an. Und die Leidtragenden sind dann oft gutwillige und umsichtige engagierte Laien, die sich liturgisch für ihre Gemeinden einsetzen und die dann in Verruf kommen.

 

Und leidtragend war auch der neue Pfarrer. Er wurde nämlich mit den beiden Hardlinern aus Bilfingen auf eine Stufe gestellt, womit ihm Unrecht getan wird.

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Hallo Mecky,

 

inhaltlich stime ich Dir fast 100%ig zu, ich würde bloß Kommunionausgabe nicht so restriktiv sehen (allerdings halte ich Deine Hinweise innerhalb des GD für sehr wichtig).

 

Doch das Hauptproblem bei Wortgottesdiensten sind sicherlich weder fehlende Vorlagen noch Ausbildung.

 

Was fehlt ist Demut (ein Schmähwort heutzutage, ähnlich der für alle geltenden Aufforderung zur Heiligung des eigenen Lebens).

 

Ein Wortgottesdienst verdient deswegen den Namen so selten, weil es zumeist darum geht, die versammelte Gemeinde mit der eigenen "Spritualität" des Gestalters des GD zu beglücken. Und bei manchem steht eben Der Kleine Prinz höher im Kur als ach so schlimme Texte aus der Hl. Schrift. Gottesdienst weichgespült.

 

Was die Wertigkeit des Wortgottesdienstes angeht, so bin ich zwar durchaus der Meinung, dass die Eucharistie "wichtiger" ist, mich stört aber ebenso das Scheuklappendenken à la "Wir haben ein Recht auf die Eucharistie!!". Es fällt dabei unter den Tisch, dass eine Christusbegegenung eben nicht nur direkt im geheiligten Brot, sondern auch im direkt neben mir sitzenden Nächsten stattfinden kann (wo zwei oder drei...). Das Bewusstsein dafür wäre ja einem besseren Umgang untereinander nicht gerade abträglich. Orientiert man sich aber nur an der Eucharistie, wird Christusbeziehung zum Egotrip.

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Guest Juergen

Aus dem o.g. Buch (Kunzler , S. 298):

...Ein priesterloser Gottesdeinst kann naturgemäß immer nur ein Wortgottesdienst sein, wobei die Fachleute darüber alles andere als einig sind, ob er grundsätzlich mit der Spendung der heiligen Kommunion verbunden sein soll, oder nur ab und zu oder überhaupt nicht. In der Tat gilt durch die Liturgiereform der Kommunionempfang glücklicherweise wieder als integraler Bestandteil der Eucharistiefeier, so daß eine von der Messe losgelöste Kommunionfeier diesen Zusammenhang wieder verdunkeln würde. Wäre die Kommunion außerhalb der Messe gar regelmäßige Praxis, dann würde sie sich in der Frömmigkeitspraxis der Menschen so festsetzen, daß ihr Ausnahmecharakter - und mit ihr auch der des priesterlosen Gottesdienstes überhaupt! - nicht mehr gesehen würde. Andererseits trägt die Kommunionausteilung wesentlich dazu bei, daß ein solcher Ersatzgottesdienst von der Gemeinde auch angenommen wird, und gar kein Gottesdienst statt der nicht gefeierten Sonntagsmesse darf keine Alternative sein!

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Guest Corinna

Ist zwar nicht mehr ganz neu, gilt aber immer noch bei uns (Diözese Rottenburg-Stuttgart):

 

Die Männer und Frauen, die solche Wort-Gottes-Feiern leiten, werden auf Vorschlag des Pfarrers und des Kirchengemeinderats nach entsprechender Vorbereitung vom Bischof zu diesem Dienst beauftragt. Denn auch Wortgottesdienste sind Gottesdienst der Kirche und darum an die kirchliche Ordnung gebunden.

 

(die "kirchliche Ordnung" ist vom Ordinariat festgelegt)

 

http://www.kirchen.de/drs/bischof/19980605.htm

 

 

 

(Geändert von Corinna um 23:27 - 14.Februar.2003)

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Interessante sache. Was ich nicht wusste, ist, dass bei einem wortgottesdienst ohne eucharistiefeier (Eucharistie, die; -,-n (rel.) 1. Sakrament des Abendmahls 2. die Opfergaben Brot und Wein) ebenfalls kommuniziert werden kann.

Wie geht das ohne wandlung durch einen priester? Nimmt man hiefür bereits "gewandeltes" brot aus dem tabernakel und gibt jenes den kommunikanten?

Bitte um aufklärung.

Danke

Max

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ganz genau, Max.

Es werden konsekrierte Hostien von einer früheren Messe verwendet. Dasselbe geschieht auch, wenn einem Kranken von einem Kommunionhelfer die Krankenkommunion gebracht wird; es gibt spezielle Gefäße dafür, die den Leib des Herrn aufnehmen können. In der Kirche wird dies die übliche Hostienschale (manchmal auch in Kelchform) sein, die im Tabernakel aufbewahrt wird, für die Krankenkommunion wird ein verschließbares Gefäß benutzt.

 

Gruß,

Lucia

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Besten dank für die info. Aber wenn ich genau nachgedacht hätte, hätte ich auch selber draufkommen können: Denn der priester wandelt ja nicht in jeder messe eine grosse anzahl von hostien neu, sondern nimmt sie aus dem tabernakel.

Trotztdem, danke ;-)))

Max

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