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Marienerscheinung in der orthodoxen Welt


Ralf
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Ein Hallo an alle Orthodoxie-Experten, solche, die es gerne wären und überhaupt an alle! :)

 

Also, der Untertitel stellt schon die Frage. Weiß jemand von euch, ob es in der Orthodoxie von autokephalen Kirchen bzw. der Gesamtorthodoxie anerkannte Marienerscheinungen gegeben hat? Oder gab/gibt es zumindest Berichte darüber, die dann nicht anerkannt wurden?

 

Danke,

Ralf

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Franciscus non papa

na wenn das mal kein beweis für unsere alleinseeligmachenden katholen ist?

 

maria geht grundsätzlich nur bei uns auf tournee :-)

 

f-jo

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Guest Juergen

Aus LThK (3. Aufl.) Bd. 6, Sp. 1369: Marienerscheinungen

Nach der (unkrit.) Auflistung v. Hierzenberger-Nedomansky gibt es, beginnend mit dem Jahr 41, 918 Berichte, v. denen 106 ins 19. Jh., 427 ins 20 Jh. (insg. 58%) fallen.

 

Die zitierte Literatur ist:

Hierzenberger-Nedomansky: Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria. Augsburg 1993.

 

Evtl. läßt sich darin ja was zum Thema finden; - liegt mir aber nicht vor.

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Einziger für mich zur Zeit auffindbarer Hinweis:

 

  • Olivier Clément hat mir einmal gesagt: »Für die katholische Tradition sind Erscheinungen natürlich.« – »Und für uns?« fragte ich. »Die Orthodoxen haben dafür die Ikonen«, war seine Antwort.
     
    Tatjana Goritschewa
    Unaufhörlich sucht der Mensch das Glück,
    Reisetagebuch

 

Tatjana Goritschewa, russische Christin.

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"So weiß die russische Kirche auch um zahlreiche Marienerscheinungen, zum Beispiel von Andreij Bogoljubskij († 1175), Sergij von Radonesh († 1392), Kyrill vom Weißen See († 1427), Parthenios von Kiev († 1855) und vor allem von Seraphim von Sarov († 1833), dem Lieblingsheiligen der Russen (keine Kirche, in der nicht wenigstens eine Ikone von ihm ist)."

 

Hanswerner Reißner, Russland–Marienland, Eine Pilgerfahrt (1992). Quelle.

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Guest Ketelhohn
Ja, inzwischen habe ich auch solche Beispiele erfahren. Auf Mariens Erscheinung bei Sergij von Radonesch geht letztlich die Swjato-Troizkaja Sergijewa Lawra von Sergijew Posad zurück. Dem heiligen Starzen Seraphim von Sarow erschien Maria mehrmals, einmal sogar in Begleitung der Apostel Petrus und Johannes.
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Hallo nochmal!

 

Danke für Eure Antworten. Meein Interesse wurde durch diesen Artikel hier geweckt, in dem die Autorin nicht nur mit der umstrittenen Medjugorje-Erscheinung - von der sie so schreibt, als sei sie bereits anerkannt - sondern mit allen hart ins Gericht geht.

 

OT: Noch fehlerhafter, Jahrzehnte hinter der aktuellen Franziskus-Forschung, sind die Ansichten hier über dessen Stigmatisierung.

 

Ich habe leider keine Zeit, hier den Verfassern zu einem oder beiden Themen einen ausgiebigen Kommentar zu schreiben, aber wer sich bemüßigt fühlt, den würde ich geistig unterstützen.

 

Paz y bien,

Ralf

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Danke Ralf.

 

Das werde ich mir später einmal durchlesen.

 

An dich, Robert, die Frage, ob Marienerscheinungen in der orthodoxen Welt überhaupt einen derartig populären Charakter annahmen wie in der Katholishcen Kirche. Ich denke da besonders an Lourdes und Fatima, die sich zu großen Pilgerorten entwickelten.

 

Übrigens ist es – fällt mir da gerade ein – auch interessant, dass die Erscheinungen Mariens in Fatima besonders mit Blick auf Russland geschehen sind.

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Guest Ketelhohn

Lieber Ralf, solche auf blanker Unkenntnis beruhenden, vorurteilsbeladenen Texte sind leider kein Einzelfall. Nicht selten scheint da protestantisch-antikatholische Polemik des neunzehnten Jahrhunderts durch, was nicht verwundern darf, hatte der russische Staat doch seit Peter dem Großen – und besonders auch unter Katharina der Großen – mit allen Mitteln den orthodoxen Moskauer Patriarchat nicht bloß zu unterwerfen versucht, sondern auch theologisch zu protestantisieren. Aus diesem Geist entstandenes Schrifttum des neunzehnten Jahrhunderts wird seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vielfach neu aufgelegt – in der Meinung, man kehre zur Tradition zurück – und vergiftet die Geister.

 

Auf katholischer Seite ist aber oft genug ebensolche Ignoranz anzutreffen. Hier tut tatsächlich der Dialog not, das Gespräch, das zum gegenseitigen Kennenlernen und dann vielleicht, hoffentlich, auch zum besseren Verständnis führen kann. Das Vorgehen der katholischen Seite sind derzeit leider so wenig weiterführend wie dasjenige der russisch-orthodoxen Seite. Die Erhebung der Apostolischen Administraturen in Rußland zu Diözesen etwa war eine solche Maßnahme, die – so berechtigt sie an sich in der Sache auch ist – zur Unzeit kam und die Atmosphäre weiter vergiftet hat. Hier sehe ich leider grenzenlose Ignoranz im Staatssekretariat, das mit der Ernennung des ehemaligen Substituten Re zum Präfekten der Bischofskongregation unseligerweise auch diese gleichsam erobert hat.

 

Wenn dann ein Kasper sich hinstellt und mit unschuldiger Miene verkündet, er könne die Aufregung gar nicht verstehen, es handele sich doch bloß um einen reinen Verwaltungsakt, ob Administratur oder Bistum sei gar kein wesentlicher Unterschied, dann schlägt das dem Faß den Boden aus. Als ob Bistümer nichts als Verwaltungseinheiten der römischen Zentrale wären und die Bischöfe die Verwaltungsbeamten in der Provinz!

 

Daß Kasper eine verkorkste Ekklesiologie hat – wenn überhaupt eine –, das ist ja bekannt. Aber wenn so jemand der offizielle Beauftragte des Papstes zum Dialog ausgerechnet mit den Orthodoxen und ausgerechnet über ekklesiologische Fragen ist, dann muß das die Vorurteile der orthodoxen Seite und deren Zweifel an der Rechtgläubigkeit der Katholiken nähren. Zu Recht, kann ich hier bloß sagen und mich vor den Orthodoxen schämen.

 

Die Artikel zu zerpflücken, auf die du hinweist, Ralf, habe ich leider keine Zeit. Wichtig wäre es aber, die schiefen Ansichten geradezurücken und wieder an den Fakten auszurichten. Aber immer im Geiste der Liebe zur Ostkirche, alles andere wäre kontraproduktiv.

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Guest Ketelhohn

»An dich, Robert, die Frage, ob Marienerscheinungen in der orthodoxen Welt überhaupt einen derartig populären Charakter annahmen wie in der Katholischen Kirche. Ich denke da besonders an Lourdes und Fatima, die sich zu großen Pilgerorten entwickelten« (Peter E.).

 

Lieber Peter, bloß noch ganz kurz in Eile: Ich habe denselben Eindruck. Die Marienerscheinungen als solche hatten wohl nie solche öffentliche Wirkung – vielleicht auch, weil’s im Marienland der Rus einfach selbstverständlicher ist. Wallfahrten beziehen sich, so scheint mir, in der orthodoxen Welt eher auf Gnadenbilder, so in Kasan oder Pleskau oder an vielen andern Orten. Das ist ja auch bei uns nicht unbekannt, im Gegenteil. Denk nur an Altötting oder Tschenstochau.

 

Wenn Maria dem heiligen Seraphim von Sarow erschienen ist, dann ist dies Teil der Geschichte Seraphims, der überall im Land verehrt wird, ganz besonders natürlich in seinem Kloster Diwejewo, wohin seine Reliquien nach der Wiederauffindung 1991 gebracht wurden. Einen spezifischen Kult an Erscheinungsorten gibt es aber nicht, soweit ich weiß.

 

Auf der andern Seite erwacht bei orthodoxen Russen und Ukrainern durchaus Interesse an den Erscheinungen der Gottesmutter im Westen, vor allem an Fatima. Unsere häusliche Fatima-Madonna zum Beispiel ist ein Hochzeitsgeschenk meiner orthodoxen Schwiegermutter.

»Übrigens ist es – fällt mir da gerade ein – auch interessant, daß die Erscheinungen Mariens in Fatima besonders mit Blick auf Rußland geschehen sind.«

 

In der Tat, finde ich auch. Zumal die verheißene Bekehrung Rußlands gewiß noch nicht eingetreten ist. Da steht noch was aus.

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