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Berufung


connie
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Hallihallochen! :ninja:

 

Es geht mir um die Frage der Berufung.

So imm allgemeinen;

Ich hoffe ich drücke mich nicht zu ungeschickt aus; ich sehe es also nicht als Wortklauberei, wenn jemand fragt, wie genau ich das oder jenes jetzt meine(nur Mut mich in Frage zu stellen)

 

Meine eigentliche Frage, wie nehmt ihr den Ruf wahr? Was seht ihr als Zeichen? Ist es nur so, wie wenn man in sich geht und dann eine klare Antwort bekommt, man soll einer Berufung nachgehen? Oder ist es euch vielleicht so passiert, dass ihr bemerkt habt, dass alles in eurem Leben sich auf eben jenes Ziel ausrichtet? Ich meine damit selbst belanglose, alltägliche Dinge, die die meisten wahrscheinlich nicht alles Gottes Zeichen sehen würden, kennt ihr so etwas? Und wie interpretiert ihr das, ist das der Ruf? Und wie unterscheidet man solche Zeichen von gesellschaftlichen Zwängen?

 

Freue mich auf eure Antworten

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Franciscus non papa

eine "berufung" zu etwas - und das gilt nicht nur für den geistlichen bereich - darunter verstehe ich, dass etwas bestimmtes auf irgendeine weise zur person gehört.

 

ich z.b. bin musiker. das bin ich nicht nur, wenn ich arbeite, sondern auch unter der dusche, beim essen - immer.

 

ich rate den menschen, die mich fragen, ob sie musik studieren sollen: wenn du es willst, wirst du es tun, es wird dir keine ruhe lassen. unabhänig davon, wie gut oder schlecht die berufsaussichten sein mögen.

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Oh ich habe mich diesem Ruf lange recht erfolgreich entzogen - es gab eine geradezu aggressive Auseinandersetzung mit Kirche Karlheinz Deschner

und Heinz Herrmann - ich habe mich dem Ruf entzogen und bin davor weggerannt. Gefallen, auifgestanden und weitergerannt, seit ich mich wieder auf die Kirche zu und in ihr bewege ist mein Leben gehaltvoller, ruhiger, liebevoller.

 

Berufung heißt, daß Du Dich mit dem was Du tust komlett wohlfühlst und das tue ich, wenn ich über Gott rede, hier schreibe oder mich mit dieser Thematik befasse. Mir ist es möglich interpreationen zu Bibelstellen zu geben, die rein intuitiv, den positiven, warmen, menschenfreundlichen Aspekt der Botschaft herausstellen, das kann ich und dieses Können und meine Eloquenz biete ich der Kirche an, wenn ich dem Ruf folge. Immer wieder ahbe ich mich abgelenkt und dennoch in noch so agiler Auseinandersetzung mit einem Thema/Hobby doch keine Ruhe gefunden

 

Eigentlich spiegelt sich vieles in diesen Liedzeilen wieder:

 

2. Das Schiff geht still im Triebe,

es trägt ein teure Last;

das Segel ist die Liebe,

der Heilig Geist der Mast.

 

Den rechten Wind in das Segel gibt uns Gott aber wir können natürlich an unserem perönlichen Ruder reißen und einen anderen Kurs anstreben - in seiner Güte wird Gott uns ziehen lassen - aber ein Auge auf uns und seine Hand über uns halten.

 

Es ist zumindest bei mir ein längerer Prozeß, der mich von anderen alternativen Tätigkeiten und Literatur wegführt(e) hin zu katholischer Lektüre und Beschäftigung mit dem Glauben ob das schon eine Berufung ist, kann ich Dir nicht sagen. In den nächsten Wochen stehen Gespräche über die Idee eines Ständigen Diakonates an im Ordinariat.

 

Auf jeden Fall war es keine spontane Eingebung, sondern es brauchte Zeit bei mir 25 Jahre Wegrennen und seit gut einem Jahr hinhören....

 

Vielleicht konnte ih Dir helfen,

Edited by Gorg
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Berufung herausfinden: Trial and error.

 

...vielleicht was die Form betrifft in der man die Berufung umsetzt - oder was meinst Du?

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Halihallo :ninja:

 

Danke für eure prompten Antworten.

Besonders interessiert mich, dass ihr den Ruf doch als einen Prozess wahrzunehmen scheint und nicht als etwas Einmalig, Einschneidendes.

Ich bin noch relativ jung und denke oft darüber nach wo mich wohl das Leben, welches mir Gott geschenkt hat, hinführen mag. Manchmal frage ich mich ob es etwas außergewöhnliches sein muss, oder ob es nicht auch reicht der Stein des Anstoßes für andere zu sein, sozusagen ein kleines Rädchen.

Darf ich mich mit soetwas begnügen, oder denkt ihr mache ich es mir doch zu einfach wenn ich mich führen lasse?

 

PS an Gorg, was ist das für ein Lied aus dem du zitiert hast?

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Halihallo :ninja:

 

Danke für eure prompten Antworten.

Besonders interessiert mich, dass ihr den Ruf doch als einen Prozess wahrzunehmen scheint und nicht als etwas Einmalig, Einschneidendes.

Ich bin noch relativ jung und denke oft darüber nach wo mich wohl das Leben, welches mir Gott geschenkt hat, hinführen mag. Manchmal frage ich mich ob es etwas außergewöhnliches sein muss, oder ob es nicht auch reicht der Stein des Anstoßes für andere zu sein, sozusagen ein kleines Rädchen.

Darf ich mich mit soetwas begnügen, oder denkt ihr mache ich es mir doch zu einfach wenn ich mich führen lasse?

 

PS an Gorg, was ist das für ein Lied aus dem du zitiert hast?

 

Gotteslob 114:

http://de.wikipedia.org/wiki/Es_kommt_ein_Schiff_geladen

 

Laß Dir Zeit und laß Dir nichts einreden! Dort wo Dein Herz Dich hinführt, dort wirst Du gebraucht, es gibt Kardinäle die kirchenhistoprisch viel, aber mitmenschlich wenig bewegt haben ud nimmDamian deVeuster ( http://de.wikipedia.org/wiki/Damian_de_Veuster ) oder Maximilian Kolbe ( http://www.maximilian-kolbe-werk.de/44778.html ), wobei gerne der Zynisimus vergessen wird, daß der "Geflohenen"später auf dem Grund der Lagerlatrine gefunden wurde - ob die Insassen des Hungerbunkers zu dem Zeitpunkt noch lebten, habe ich ncoh nicht herausgefunden. Aber keiner von ihnen wollte mehr als ein kleiens Rädchen sein udnsie ahben viel bewirkt - plane niht jetzt schon Deine eigene Heiligsprechung! :lol: :lol: ..laß es auf Dich zukommen - ganz ruhig und mit Bedacht. Es muß nie etwas radikales oder besonderes sein, es muß nur zu DIR passen, und Du solltest unbedingt das Gefühl haben, Dich nie zu etwas zwingen zu müssen!

 

Stein des Anstoßes für andere zu sein ist immer gut - als wandelnder Denkanstoß, daß kannst du als BWLerin mit viel Geld bewirken, in dem Du bescheiden lebst und viel spendest oder als kleine Angestellte, die sich in der Telefonseelsorge engagiert oder als Sozialarbeiterin im Obdachlosenbereich, als kluge Verwalterin im Pfarrgemeinderat, als Musikerin im Kirchenmusikkreis, als Chormitglied, Lektorin oder Meßdienerin, als Nonne oder als jemand der im Personalbüro ein Auge auf die Mitarbeiter hat und nicht nur HR (human resources) verwaltet...

...das Feld ist so groß - und Du wirst etwas finden!

Edited by Gorg
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Hollochen :ninja: Gorg,

ich kann deinen Ansatz nachvollziehen, denn obwohl sich mein Einfluss scheinbar klein darstellt, ich habe immerhin in meiner Familie bei den Jüngeren eine Disskussion bewirkt. Besonders bei meinen Cousinen und ihren Partnern, die sich manchmal scherzhaft, und manchmal leise ernsthaft mit Religion zu beschäftigen begannen;

Aber ich frage mich, ist das schon alles, oder sollte ich mich von mir aus auch zur Mitarbeit bemühen, in der Gemeinde(nicht nur der Gläubigen, sondern einfach der Gemeinschaft meines Dorfes)??

Wie meint ihr hierzu; denn meine Nächsten haben eine sehr einseitige Meinung zu diesem Thema. ???

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Oder ist es euch vielleicht so passiert, dass ihr bemerkt habt, dass alles in eurem Leben sich auf eben jenes Ziel ausrichtet? Ich meine damit selbst belanglose, alltägliche Dinge, die die meisten wahrscheinlich nicht alles Gottes Zeichen sehen würden, kennt ihr so etwas?

 

Das trifft es schon ganz gut. Man stellt eine Grundorientierung im Handeln fest, die gleichzeitig Maßstab für alles ist: "es zieht an einem". Es ist fast wie verliebt sein. Du kannst nicht ohne und es gibt keine Alternative.

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Hi, :ninja:

Der Vergleich vom Verliebtsein gefällt mir sehr;

Wenn ich es kurz formulieren müsste wie ich den Ruf erlebe würde ich wohl auf auf das zurückgreifen, auf die seltsame Fügung die einen bestimmt ohne dass man sich bestimmt fühlt;

Was ich nur so irritieren finde ist, dass einige meiner Bekannten ihre Berufung so deutlich als einmaliges Erlebnis beschreiben können.

 

Ist Gottes Weisung wirklich immer so direkt?

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Ist Gottes Weisung wirklich immer so direkt?
Nein.

Aber: Alles was auf Dauer (also über Jahre hinweg) und im Ganzen (sprich in meinem ganzen Leben, nicht allein in Teilbereichen (Gebet, Arbeit, Freizeit...)) zu mehr Freude, Gelassenheit, (Nächsten-)Liebe, Ehrfurcht, Vertrauen, Standfestigkeit, Barmherzigkeit, Mut, Gemeinschaftssinn... führt, kann man als Wink Gottes, als Hinweis für die eigene Berufung betrachten.

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Hallo Connie,

Meine eigentliche Frage, wie nehmt ihr den Ruf wahr? Was seht ihr als Zeichen? Ist es nur so, wie wenn man in sich geht und dann eine klare Antwort bekommt, man soll einer Berufung nachgehen?
Eine gute Frage!

 

Bei mir würde ich sagen, den "großen" Ruf habe ich (noch) nicht gehört. Für mich heißt "dem Ruf Gottes folgen" vielen kleinen Rufen folgen. Dazu gehören auch meine Talente und Interessen (ich habe z.B. das studiert, was ich gerne studiert habe, und das war gut so!) und viele "kleine" Entscheidungen.

 

Gott geht einen langen Weg mit mir, und er geht ihn in meinem Tempo. Manches dauert lange, und darf lange dauern: Ich gehöre inzwischen zu einer neuen geistlichen Gemeinschaft, und dieses "Ja" meinerseits hat mehr als zehn Jahre des Wachstums gebraucht, und wächst immer noch.

 

Mit Geduld können auch ganz unerwartete Dinge wachsen: Fremdsprachen fand ich in der Schule immer schrecklich, und ich hatte entsprechend schlechte Noten. Inzwischen lerne ich spanisch, weil Gott in mir den Wunsch wachsen ließ, mich auch international in meiner Gemeinschaft verständigen zu können, ohne auf Übersetzungen angewiesen zu sein - und alle freuen sich, wenn ich versuche, spansich zu reden, und niemand gibt mir schlechte Noten :ninja: .

 

Für mich ist der Ruf Gottes an mich nicht ein Ruf, der mir für immer meine Richtung gibt, sondern viele kleine Rufe, viele kleine Entscheidungen, was mich (laut Ignatius von Loyola) zur je größeren Freude führt. Und auch "trial and error", maches muß ich einfach ausprobieren, um herauszufinden, ob es zu meinem Weg gehört.

 

Was mir auch hilft, meinen Weg zu erkennen, ist der Austausch mit anderen Menschen, die meinen Weg begleiten. Manchmal sehen andere etwas, was mir nicht auffällt.

 

Eigentlich sehe ich erst im Rückblick, daß mein Lebensweg ein von Gott geschenkter Weg ist; und das gibt mir das Vertrauen, daß ER mich auch auf meinem weiteren Lebensweg begleiten wird.

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