Jump to content

Recommended Posts

Geschrieben
vor 15 Minuten schrieb iskander:

"Kein Bischof soll gegen seinen Willen eingesetzt werden."

 

Sorry: eher: "Kein Bischof soll Unwilligen aufoktroyiert werden." 

 

Von dieser Vorschrift ist die Kirche heute Lichtjahre entfernt.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 20 Minuten schrieb Domingo:

 

Sorry: eher: "Kein Bischof soll Unwilligen aufoktroyiert werden." 

 

Von dieser Vorschrift ist die Kirche heute Lichtjahre entfernt.

Komm bloß nicht mit einem Verweis auf die Bischofseigenschaften gemäß den Apostolischen Konstitutionen. Garantiert kommt dann wieder einer um die Ecke und will dann auch die Bußpraxis wieder haben.

bearbeitet von Flo77
Geschrieben (bearbeitet)

  

vor 7 Minuten schrieb Domingo:

 

Sorry: eher: "Kein Bischof soll Unwilligen aufoktroyiert werden." 

 

Von dieser Vorschrift ist die Kirche heute Lichtjahre entfernt.

 

 

Ja, das klingt plausibel - ich vertraue Dir da außerdem. Mein Latein ist ziemlich eingerostet. 

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb iskander:

  ich vertraue Dir da außerdem.

 

Du kannst das wohl selbst bestätigen. Ich selber habe am Anfang fast "invitus" gelesen, was ja Deine Überseztung ergeben würde. Da es dort aber "invitis" steht, muss es "(den) Unwilligen" heißen.

Geschrieben (bearbeitet)
Am 23.12.2025 um 21:52 schrieb iskander:

Es gab ja mal die folgenden Grundästze:

 

"Als Ideal und Norm darf die oft zitierte Stelle aus einem Brief Leos des Großen (440-461) gelten: All die dürfen nicht für einen Bischof gehalten werden, qui nec a clericis sunt electi, nec a plebibus expetiti, nec a comprovincialibus episcopis cum metropolitani iudicio consecrati.4 Und schon bei Coelestin I. (422-432) hieß es: Nullus invitis detur episcopus. Cleri, plebis et ordinis consensus ac desiderium requiratur.5"

https://forhistiur.net/legacy/seminar/0205sperber.htm

 

Auf Deutsch: "Diejenigen, die nicht vom Klerus gewählt, dem Volk willkommen und von den Provinzialbischöfen mit Zustimmung des Metropoliten geweiht werden", sollten keine Bischöfen werden. Und: "Kein Bischof soll gegen seinen Willen eingesetzt werden. Die Zustimmung und der Wunsch des Klerus, des Volkes und der Kirchenordnung sind erforderlich."

 

Alles längst Geschichte. Heutzutage setzt der Papst fast auf der ganzen Welt (wo nicht spezielle Sonderregelungen gelten) die Bischöfe nach Gutdünken ein; und ob sie dem Klerus vor Ort oder gar dem dahergelaufenen Pöbel willkommen sind, spielt natürlich keine Rolle mehr.  

Aber woher denn.

Da der Man im weißen Kleidchen „die Kirche“ ist (gemäß einem bekannten Zitat des Gründers der neu-katholischen Kirche, Giovanni Maria Ferretti, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Pius IX), ist somit die Zustimmung des Volkes, der Bischöfe und des Metropoliten automatisch gegeben, denn all das ist ja der Weißbekleidete in persona.

 

Also alles in bester Ordnung. Und komm dich bitte nicht mit so altem Quatsch aus den ersten Jahrhunderten. Erst seit dem 19. Jhdt existiert die wahre römisch-neu-katholische Kirche.

 

Werner

bearbeitet von Werner001
Geschrieben

Wortlaut Predigt von Papst Leo XIV. beim Te Deum am 31.12.2025

 

Schwestern und Brüder, in unserer Zeit spüren wir das Bedürfnis nach einem weisen, wohlwollenden und barmherzigen Plan. Nach einem Vorhaben, das frei ist und frei macht, das Friede verheißt und treu ist – so wie es die Jungfrau Maria in ihrem Magnifikat, ihrem Lobgesang, verkündet hat: „Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten“ (Lk 1, 50).

 

Andere Pläne jedoch beeinflussen heute wie gestern die Welt. Es sind leider Strategien, die darauf abzielen, Märkte, Gebiete und Einflussbereiche zu erobern. Bewaffnete Strategien, die sich in heuchlerische Reden verhüllen, ideologische Parolen und mit falschen religiösen Beweggründen.

 

Doch die Selige Mutter Gottes, die kleinste und zugleich die erhabenste unter den Geschöpfen, sieht die Dinge mit dem Blick Gottes: Sie sieht, dass der Höchste mit der Macht seines Armes die Pläne der Hochmütigen zerstreut, die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht, die Hungrigen mit Gütern erfüllt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1, 51-53).

 

Mitunter könnte auch ein Blick in das Alte Testament nicht schaden. Denn dort wird berichtet wie Gott die arroganten stolzen Nationen der Vernichtung preisgibt.

Geschrieben

Wortlaut: Neujahrs-Predigt von Papst Leo XIV.

 

Im Übrigen war das Volk Israel, dem dieser Segen galt, ein Volk von Befreiten, von Männern und Frauen, die nach langer Sklaverei dank des Eingreifens Gottes und der großzügigen Antwort seines Knechtes Moses wieder neu geboren worden waren. Es war ein Volk, das in Ägypten eine gewisse Sicherheit genossen hatte – es mangelte nicht an Nahrung, es gab ein Dach über dem Kopf und eine gewisse Stabilität –, allerdings um den Preis des Sklavendaseins, der Unterdrückung durch eine Tyrannei, die immer mehr verlangte und immer weniger gab (vgl. Ex 5,6-7).

Nun, in der Wüste, waren viele der früheren Sicherheiten verloren gegangen, aber dafür gab es Freiheit, die konkret wurde in einem offenen Weg in die Zukunft, in der Gabe eines weisen Gesetzes und in der Verheißung eines Landes, in dem man ohne Fesseln und Ketten leben und wachsen konnte: kurz gesagt, in einer neuen Geburt.

 

Diese Freiheit war den Israeliten aber ziemlich egal, so egal, dass sie aufständisch wurden und sich "die gute alte Zeit" zurückwünschten. Der Leo als Ultra-Idealist schrammt hier knapp an Geschichtsfälschung vorbei.

 

So erinnert uns die Liturgie zu Beginn des neuen Jahres daran, dass jeder Tag für jeden von uns dank der großzügigen Liebe und Barmherzigkeit Gottes und dank unserer freien Antwort der Beginn eines neuen Lebens sein kann.

 

Man kann sich auch daran erinnert fühlen, dass Gott den Menschen - wie den Israeliten in der Wüste - viel abverlangt und viel von ihnen fordert, ganz anders wie "großzügige Liebe und Barmherzigkeit" zu insinuieren scheint also und dass "der Beginn eines neuen Lebens" also mit Entbehrungen verbunden ist.

 

Geschrieben (bearbeitet)

Angelus: Für immer der Gott-mit-uns

 

Wenn Gott Mensch geworden sei, dann seien wir dazu aufgerufen, vom „Fleisch Jesu her neu über Gott nachzudenken und nicht indem wir von einer abstrakten Lehre ausgehen.“ Dazu sei es notwendig die Spiritualität und Ausdrucksformen des Glaubens stets zu überprüfen, damit sie wirklich inkarniert seien. Dann wären wir fähig, den Gott zu denken, „der uns in Jesus begegnet: nicht einen fernen Gott, der in einem perfekten Himmel über uns wohnt, sondern einen nahen Gott, der in unserer zerbrechlichen Welt wohnt.“

 

Er will also "neu über Gott nachdenken" und "nicht ... von einer abstrakten Lehre ausgehen" um "Gott zu denken, der uns in Jesus begegnet", um also einen "nahen Gott" zu denken. Wenn die Alternative zur gedachten Inkarnation - wie er zu insinuieren scheint - tatsächlich wäre einen fernen Gott nur denken zu können, dann würde ich folgern, dass es an seinem, also Leo's Denken liegt. Denn mir scheint überhaupt nichts dagegen zu sprechen auch ohne Inkarnation einen nahen Gott zu "denken" ... wobei mein "denken" mehr vom Glauben zu haben scheint als Leo's Denken, der mal wieder sehr "verkopft" unterwegs zu sein scheint.

Was allerdings die "Ausdrucksformen des Glaubens" (Liturgie u.ä.) angeht, da scheint mir auch eine Überprüfung angezeigt: ob diese nicht unnötigerweise eine Ferne produzieren, wo gar keine ist.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben
Am 2.1.2026 um 09:25 schrieb SteRo:

Es war ein Volk, das in Ägypten eine gewisse Sicherheit genossen hatte – es mangelte nicht an Nahrung, es gab ein Dach über dem Kopf und eine gewisse Stabilität –, allerdings um den Preis des Sklavendaseins, der Unterdrückung durch eine Tyrannei, die immer mehr verlangte und immer weniger gab

Da sind mir spontan Assoziationen gekommen, die ich hier allerdings nicht diskutieren kann

 

Werner

Geschrieben

Papst beim Konsistorium: „Nicht die Kirche zieht an, sondern Christus“

 

Die Kirche wachse nicht durch „Proselytismus“ (Abwerbung), sondern durch „Anziehung“. Er präzisierte diesen Gedanken jedoch mit einem deutlichen theologischen Akzent: „Tatsächlich ist es nicht die Kirche, die anzieht, sondern Christus.“ Wenn eine kirchliche Gemeinschaft anziehend wirke, dann nur, weil durch sie die „Lebenskraft der göttlichen Liebe“ aus dem Herzen des Erlösers fließe.

Daraus kann man dann doch auch folgern, dass die Leute aus der Kirche austreten, weil "durch sie" eben "keine „Lebenskraft der göttlichen Liebe“ aus dem Herzen des Erlösers" fließt.

 

„Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“, so der Pontifex.

 

Geschrieben

Der arme Leo ...

 

Leo an Diplomaten: Christen stehen der Politik nicht fremd gegenüber

 

Papst zur Weltlage: „Kurzschluss“ der Menschenrechte

 

Papst beklagt: „Krieg ist wieder in Mode gekommen“

 

... fast hab ich den Eindruck, er will gegen die Wirklichkeit anpredigen. Aber aus der Geschichte seiner Kirche sollte er doch wissen, dass das gesprochene Wort nur im Glauben viel vermag und selbst da nur, wenn Gott wirksame Gnade schenkt, die freiwillig angenommen wird. Und manche verwirft Gott auch und wenn solche Verworfenen Macht über andere Menschen bekommen, was dann?

Geschrieben

Aber jetzt

 

Papst Leo XIV. würdigt das Erbe des heiligen Franziskus

 

„Was für eine Illusion wäre es zu glauben, man könne den Frieden allein mit menschlichen Kräften aufbauen!“, schreibt der Papst mit Blick auf die aktuelle Weltlage. ... Leo XIV. betont, dass der Friede zwar ein Geschenk „von oben“ sei, aber dennoch ein „aktives Geschenk“, das jeden Tag neu angenommen und gelebt werden müsse.

 

Der Heilige Vater ruft zu einer „universalen Versöhnung“ auf, die den Schutz der Schöpfung als integralen Bestandteil der christlichen Berufung begreift.

 

Geschrieben (bearbeitet)

Papst an Familien des Neujahrsunglücks: Prüfung im Glauben

 

„Da fragt man oft: ,Warum, Herr?` Jemand hat mich an einen ähnlichen Moment bei einer Trauermesse erinnert, wo der Priester statt einer Predigt eine Art Dialog mit Gott führte, mit dieser Frage, die uns immer begleitet: ,Warum, Herr, warum?`".  Diese drängende Frage könne auch ein Papst nicht beantworten, gestand Leo XIV.: 

 

„Ich kann Euch nicht erklären, Brüder und Schwestern, warum von Euch und Euren Lieben eine solche Prüfung verlangt wird.

 

Er spricht es tatsächlich aus: eine Prüfung. Damit sagt er auch, dass Gott durch solches unermessliches Leid die Leidenden prüft. Ist ihm wirklich klar, was er da sagt? Ich mein, ich bin ganz auf seiner Linie, da ich bereits wiederholt den Sinn des Leidens benannt habe (s. Wozu Leid? ) Prüfung und/oder Strafe und/oder Belehrung und/oder Leid als Weg. Aber es ist ein Unterschied, ob man dies theologisch weiß oder ob man dies vom Leid Betroffenen sagt.

Das Mitgefühl und die Worte, die ich heute an Euch richte, scheinen sehr begrenzt und ohnmächtig. Andererseits bekräftigt der Nachfolger Petri, den ihr heute treffen wolltet, überzeugt und kraftvoll: Eure Hoffnung, Eure Hoffnung ist nicht vergebens, denn Christus ist wirklich auferstanden!"
Das versteh mal einer ... ich verstehs nicht. Das eigene Kind ist verbrannt und er bezieht sich auf etwas, was damit nur um ein paar theologische Ecken herum was zu tun hat.
Aber wenigstens:
Es sei sehr schwierig, in dieser Lage Trost zu finden, sagte der Papst ...

 

... und erinnerte an die Worte Jesu am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?". Die Antwort habe drei Tage auf sich warten lassen - doch dann sei Jesus von den Toten auferstanden.

Schon wieder kommt er mit Jesu Auferstehung ... befremdlich. Er muss da theologisch auf einem ganz anderen Gleis unterwegs sein. Als Betroffenem würden mir seine Worte wirklich nichts bringen.

 

„Der Glaube, der in uns ist, erleuchtet auch die dunkelsten und schwersten Momente mit einem unersetzbaren Licht, das uns hilft, mutig unseren Weg zum Ziel fortzusetzen. Jesus geht uns auf diesem Weg des Tods und der Auferstehung voran, der Geduld und Beharrlichkeit von uns verlangt. Seid Euch seiner Nähe und seiner Zärtlichkeit sicher: Er ist nicht fern von dem, was Ihr durchlebt, im Gegenteil, er teilt es und trägt es mit Euch." 

Das macht wieder Sinn und zielt auf "Leid als Weg" ... aber doch nicht als Weg zur Auferstehung der eigenen verbrannten Kinder oder von den Eltern selbst wie seine anderen Worte zu insinuieren scheinen. Vielmehr als Weg zur Befreiung im Hier und Jetzt.

 

 

Als Fazit: Angesichts derartigen Leids findet auch ein Papst nicht immer die passenden Worte ... im Gegenteil: seine Worte wirken zT verstörend. Dass er Prüfung als Prüfung benennt ist ein starkes Stück, weil es ohne Prüfungswillen Gottes keine Prüfung geben kann und Gottes Wille damit als Ursache unermesslichen Leids den vom Leid Betroffenen nahegebracht wird. Nochmal: Leid als Prüfung, Strafe, Belehrung, Weg ... ist alles theologisch in Ordnung, aber den vom Leid Betroffenen gegenüber sollte man damit zurückhaltend sein. Die Verbindung des eigenen Leids mit dem Jesus Christi erscheint mir dagegen vollkommen zumutbar und für Gläubige am ehesten hilfreich ... zur Befreiung im Hier und Jetzt ... nicht um über Auferstehung zu spekulieren.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb SteRo:

„Ich kann Euch nicht erklären, Brüder und Schwestern, warum von Euch und Euren Lieben eine solche Prüfung verlangt wird.

Das musst der Papst auch nicht. Hierfür haben wir doch den dreifach gehopften Astralwissenschaftler und Begründer des Basler Landfriedens am Birkenkreuz, @iskander. Schießen sie los, Herr Russe, was sagen Sie?

 

Geschrieben (bearbeitet)
Am 16.1.2026 um 09:50 schrieb SteRo:

Papst an Familien des Neujahrsunglücks: Prüfung im Glauben

 

„Da fragt man oft: ,Warum, Herr?` Jemand hat mich an einen ähnlichen Moment bei einer Trauermesse erinnert, wo der Priester statt einer Predigt eine Art Dialog mit Gott führte, mit dieser Frage, die uns immer begleitet: ,Warum, Herr, warum?`".  Diese drängende Frage könne auch ein Papst nicht beantworten, gestand Leo XIV.: 

 

„Ich kann Euch nicht erklären, Brüder und Schwestern, warum von Euch und Euren Lieben eine solche Prüfung verlangt wird.

 

Er spricht es tatsächlich aus: eine Prüfung. Damit sagt er auch, dass Gott durch solches unermessliches Leid die Leidenden prüft. Ist ihm wirklich klar, was er da sagt? Ich mein, ich bin ganz auf seiner Linie, da ich bereits wiederholt den Sinn des Leidens benannt habe (s. Wozu Leid? ) Prüfung und/oder Strafe und/oder Belehrung und/oder Leid als Weg. Aber es ist ein Unterschied, ob man dies theologisch weiß oder ob man dies vom Leid Betroffenen sagt.

Das Mitgefühl und die Worte, die ich heute an Euch richte, scheinen sehr begrenzt und ohnmächtig. Andererseits bekräftigt der Nachfolger Petri, den ihr heute treffen wolltet, überzeugt und kraftvoll: Eure Hoffnung, Eure Hoffnung ist nicht vergebens, denn Christus ist wirklich auferstanden!"
Das versteh mal einer ... ich verstehs nicht. Das eigene Kind ist verbrannt und er bezieht sich auf etwas, was damit nur um ein paar theologische Ecken herum was zu tun hat.
Aber wenigstens:
Es sei sehr schwierig, in dieser Lage Trost zu finden, sagte der Papst ...

 

... und erinnerte an die Worte Jesu am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?". Die Antwort habe drei Tage auf sich warten lassen - doch dann sei Jesus von den Toten auferstanden.

Schon wieder kommt er mit Jesu Auferstehung ... befremdlich. Er muss da theologisch auf einem ganz anderen Gleis unterwegs sein. Als Betroffenem würden mir seine Worte wirklich nichts bringen.

 

„Der Glaube, der in uns ist, erleuchtet auch die dunkelsten und schwersten Momente mit einem unersetzbaren Licht, das uns hilft, mutig unseren Weg zum Ziel fortzusetzen. Jesus geht uns auf diesem Weg des Tods und der Auferstehung voran, der Geduld und Beharrlichkeit von uns verlangt. Seid Euch seiner Nähe und seiner Zärtlichkeit sicher: Er ist nicht fern von dem, was Ihr durchlebt, im Gegenteil, er teilt es und trägt es mit Euch." 

Das macht wieder Sinn und zielt auf "Leid als Weg" ... aber doch nicht als Weg zur Auferstehung der eigenen verbrannten Kinder oder von den Eltern selbst wie seine anderen Worte zu insinuieren scheinen. Vielmehr als Weg zur Befreiung im Hier und Jetzt.

 

 

Als Fazit: Angesichts derartigen Leids findet auch ein Papst nicht immer die passenden Worte ... im Gegenteil: seine Worte wirken zT verstörend. Dass er Prüfung als Prüfung benennt ist ein starkes Stück, weil es ohne Prüfungswillen Gottes keine Prüfung geben kann und Gottes Wille damit als Ursache unermesslichen Leids den vom Leid Betroffenen nahegebracht wird. Nochmal: Leid als Prüfung, Strafe, Belehrung, Weg ... ist alles theologisch in Ordnung, aber den vom Leid Betroffenen gegenüber sollte man damit zurückhaltend sein. Die Verbindung des eigenen Leids mit dem Jesus Christi erscheint mir dagegen vollkommen zumutbar und für Gläubige am ehesten hilfreich ... zur Befreiung im Hier und Jetzt ... nicht um über Auferstehung zu spekulieren.

 

Natürlich bin ich noch schuldig geblieben die Erläuterung zu "Befreiung im Hier und Jetzt". Welche Befreiung meine ich? Die Befreiung von verzweifelter Hoffnungslosigkeit. Vielleicht liegts nur an der Übersetzung der Rede Leos, dass dies nicht rüberkommt ... ein Gedanke, welcher mir übrigens jedes Mal kommt, wenn ich über vermeintliche Worte Leos stolpere, die ja nur die Worte des Übersetzers oder der für die Übersetzung genutzten KI sind.

Wenn man die Auferstehung im Kontext "Hoffnung" verwendet, dann entsteht damit idR die Vorstellung von "Hoffnung auf Auferstehung". Aber so kann die Befreiung von der Hoffungslosigkeit in Zeiten tiefsten Leides gar nicht funktionieren, weil die Hoffnung auf Auferstehung eine sehr kreatürliche selbstbezogene Hoffnung des Haben- oder Erreichen-Wollens ist.

Wie sollte in Zeiten abgrundtiefen Leides eine Hoffnung auf die Auferstehung in einer unbestimmten Zukunft des eigenen verbrannten KIndes oder auf die eigene Auferstehung die verzweifelte Hoffnungslosigkeit des abgrundtiefen Leides über den grausamen Verlust des Kindes im Hier und Jetzt beseitigen können?

Die Hoffnung, die Befreiung ist, ist notwendigerweise die übernatürliche Hoffnung, welche im Verbund mit dem übernatürlichen Glauben und der übernatürlichen Liebe wirkt. Diese übernatürliche Hoffnung aber ist keine Hoffnung auf {irgendwas in der Zukunft}, sondern ist sie Vertrauen und Zuversicht im Hier und Jetzt, welche sich aus Glauben und Liebe speist.

So wird dann das Leid, von welchem nicht befreit werden kann, tatsächlich zu einem Weg des Heiles, zum Weg den der Mensch Jesus Christus vorgelebt hat.

In der Ansprache an die Leidenden kann man sich dann nur bemühen, Worte zu finden, damit die Leidenden ihre leidenden Herzen dem leidenden und zugleich liebenden Herzen Jesu Christi öffnen, sich mit ihm verbinden und von seiner Liebe mitgezogen werden. Der Schmerz bleibt, aber Vertrauen und Zuversicht befreien von der verzweifelten Hoffnungslosigkeit.

In diesem Kontext kann dann Leo's Hinweis auf die Auferstehung Jesu Christi verstanden werden als Hinweis auf "Jesus Christus lebt" und also als Ermutigung sich mit dem lebenden Jesus Christus zu verbinden.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben (bearbeitet)

Wortlaut: Papst Leo beim Angelus am 18.1.2026

 

Der Täufer ist ein Mann, der von den Massen sehr geliebt wird, ... Es wäre für ihn leicht gewesen, diesen Ruhm für sich zu nutzen, doch er gibt der Versuchung des Erfolgs und der Beliebtheit in keiner Weise nach. Jesus gegenüber erkennt er seine eigene Niedrigkeit und gibt dessen Größe Raum. Er weiß, dass er gesandt wurde, dem Herrn den Weg zu bereiten (Mk 1,3; vgl. Jes 40,3), und als der Herr kommt, erkennt er mit Freude und Demut dessen Gegenwart und zieht sich zurück.

 

Wie wichtig ist sein Zeugnis für uns heute! Tatsächlich wird der Anerkennung, der Zustimmung, der Sichtbarkeit oft eine übermäßige Bedeutung beigemessen, ... In Wirklichkeit brauchen wir solchen „Glücks-Ersatz“ nicht. Unsere Freude und unsere Größe beruhen nicht auf vergänglichen Illusionen von Erfolg und Ruhm, sondern darauf, dass wir uns von unserem Vater im Himmel geliebt und gewollt wissen.
Hier würde ich dann aber doch den Schwerpunkt anders setzen:
"und unsere Größe" würde ich streichen, weil selbst wenn das Nachfolgende angemessen ausgedrückt wäre, würde daraus niemals "unserer Größe" folgen, welche mit der vermeintlichen illusorischen Größe durch Erfolg und Ruhm vergleichbar wäre. Denn letztere beruht auf sündhaft egozentrischer Einbildung und das kann doch niemals aus "von unserem Vater geliebt und gewollt" folgen, denn folgte es daraus, dann wäre es ja der Beleg für das genaue Gegenteil, nämlich, dass wir nicht "von unserem Vater geliebt und gewollt" sind. Denn wen Gott verderben will, den straft er mit solch einer egozentrischen Einbildung und den Sünden, welche aus ihr folgen.

 

Aber welchen Beleg gibt es eigentlich dafür, dass wir "von unserem Vater im Himmel geliebt und gewollt" sind? Darauf könnte man dann antworten "So sehr hat er die Welt [und uns Menschen geliebt], dass er seinen eigenen Sohn ... etc". Aber ist das mehr als eine intellektuelle Konstruktion?

Wie nimmt man wahr, dass man von Gott geliebt wird? Indem einem alles im Leben gelingt? Das kann mal eine Weile gutgehen bis es nicht mehr so ist ... ist das dann Liebesentzug? Ist es Liebesentzug, wenn die eigenen Kinder im Feuer verbrennen, wenn man eine Krebsdiagnose bekommt, wenn man in einem Unfall verkrüppelt wird, man den Job verliert etc etc?

 

Wie nimmt man also wahr, dass man von Gott geliebt wird? Ich würde sagen, dass man es dadurch wahrnimmt, dass man selbst Gott lieben kann. Warum? Weil die Gottesliebe selbst ein Geschenk Gottes ist. Allerdings würde das dann bedeuten, dass wenn ich selbst Gott nicht mehr lieben kann, weil mir eines der o.g. Unglücke widerfährt, dass Gott mich dann auch nicht mehr liebt (er mir sein Geschenk der Gottesliebe wieder entzogen hat). Das führt also in letzter Konsequenz auch nicht weiter, wenn ich nicht postuliere, dass wahre Gottesliebe jedes irdische Unglück überdauert und also der einzige Beleg dafür ist, dass Gott mich liebt.

Was aber bleibt ist: Wenn ich nicht zuerst Gott lieben kann, dann gibt es keine Grundlage dafür zu behaupten, dass Gott mich lieben würde. Ich denke, dass ich mich mit dieser meiner Position vielen pastoralen Aussagen entgegenstelle. Aber ich muss aufrichtig bleiben und habe keine andere Wahl. Denn die Gottesliebe ist das erste Gebot.

 

Verschwenden wir keine Zeit und Energie damit, dem nachzujagen, was nur Schein ist.

Wo er recht hat, hat er recht.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben
Am 18.1.2026 um 14:50 schrieb SteRo:

Verschwenden wir keine Zeit und Energie damit, dem nachzujagen, was nur Schein ist.

Wo er recht hat, hat er recht.

Wenn das ein Papst sagt, kann es schnell zum Bumerang werden.

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)

Generalaudienz: Die Katechese im Wortlaut

 

Der sprachliche Ausdruck ist echt faszinierend. Die Subjektivität des Papstes als Katechese.

Vor dem Hintergrund des Dogmas "zwei Naturen-eine Person in Jesus Christus" muss man mal versuchen, seine Worte objektivierbar zu machen und darf gespannt sein, um wieviel Ecken herum man denken muss, um auch nur eine seiner subjektiven Aussagen objektiv bestätigen zu können.

 

Brüder und Schwestern, wenn wir dem Weg Jesu bis zum Ende folgen, gelangen wir zu der Gewissheit, dass uns nichts von der Liebe Gottes trennen kann: ...

Man beachte die konditionale Aussage: Wenn wir dem Weg Jesu bis zum Ende folgen, [dann] gelangen wir ... Aber das ist doch eine Binse! Jesus verlor seine göttliche (!!) Liebe zum Vater nicht ... bis in den Tod ... und wenn uns das ebenso gelingt, dann ist die göttliche Liebe, die wir für Gott empfinden, da sie von Gott erhaltenes Geschenk ist, zugleich Gottes Liebe zu uns. Die göttliche Liebe ist ein und dieselbe Objektivität und "unsere (göttliche) Liebe" oder "seine (göttliche) Liebe" ist lediglich Ausdruck der Zuweisung dieser einen göttlichen Liebe zu verschiedenen Subjekten, die durch die eine (göttliche) Liebe vereint sind.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Flo77:

Eli, Eli lama sabachtani...

Das ist ja nicht das Ende der göttlichen Liebe, falls du dies so missverstehst.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 17 Minuten schrieb SteRo:

Das ist ja nicht das Ende der göttlichen Liebe, falls du dies so missverstehst.

Nein, es ist nur wieder ein Hinweis, daß Markus, der alte Häretiker, von Jesus nicht das geglaubt hat, was der Papst glaubt. Mehr nicht.

 

Davon mal ab: Entweder ist die Übersetzung nicht besonders gut, oder ich nehme Leo noch nicht mal ab, daß er selbst versteht, was er da predigt. Oder er ist einfach zu sehr Amerikaner, der viel redet ohne jemals zum Punkt zu kommen. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft mir beim Lesen jetzt "Ja, UND?", "Wie denn?", "Was soll das bedeuten?", "Worin besteht die Konsequenz?" und "Nein, das hättest du wohl gerne so?" durch den Kopf geschossen ist, aber wie so häufig bei kirchlichen Verlautbarungen stehe ich am Ende auch bei Leo da wie Romeo unter Julias Balkon.

bearbeitet von Flo77
Geschrieben
vor 9 Minuten schrieb Flo77:

Nein, es ist nur wieder ein Hinweis, daß Markus der alte Häretiker über Jesus nicht das geglaubt hat, was der Papst glaubt. Mehr nicht.

 

Davon mal ab: Entweder ist die Übersetzung nicht besonders gut, oder ich nehme Leo noch nicht mal ab, daß er selbst versteht, was er da predigt. Oder er ist einfach zu sehr Amerikaner, der viel redet ohne jemals zum Punkt zu kommen. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft mir beim Lesen jetzt "Ja, UND?", "Wie denn?", "Was soll das bedeuten?", "Worin besteht die Konsequenz?" und "Nein, das hättest du wohl gerne so?" durch den Kopf geschossen ist, aber wie so häufig bei kirchlichen Verlautbarungen stehe ich am Ende auch bei Leo da wie Romeo unter Julias Balkon.

 

Der liebe Karol verwendet in seiner Redemptor hominis eine ganz ähnlich subjektive Sprache und auch dieses Schreiben soll ja "belehren". Das Privileg der Päpste scheint zu sein, dass sie ihre Subjektivität in dem Rang einer Lehre erheben können, obgleich das Ausgedrückte als Subjektivität ja gar nicht gelehrt werden kann. "Lehre" setzt eben Wissenschaftlichkeit, im vorliegenden Fall [Geistes-]Wissenschaftlichkeit, voraus und Wissenschaftlichkeit gründet auf Objektivierbarkeit (entweder körper-sinnlich oder begrifflich).

Aus meiner Perspektive kann es aber im Kontext Jesus Christus keine Lehre geben, eben weil es bzgl. Jesus Christus auch keine [geistes-]wissenschaftliche Theologie gibt und Jesus Christus also ausschließlich subjektiv "Sinn" ergeben kann.

Aber als Meditationstexte sind solche Verlautbarungen der Päpste hervorragend geeignet. Meditationstexte sind aber ergebnisoffen und keine Lehre.

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb SteRo:

Aber als Meditationstexte sind solche Verlautbarungen der Päpste hervorragend geeignet. Meditationstexte sind aber ergebnisoffen und keine Lehre.

"Ergebnisoffen" ist keine legitime Kategorie des kirchlichen Denkens in Glaubenssachen.

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Neu erstellen...