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Armut der Urgemeinde wegen der Naherwartung?


jet
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Die Tage hab ich einen Vortrag eines Neutestamentlers gehört.

 

Der bemerkte ganz nebenbei, dass die Armut in der Urgemeinde, die ja Anlaß für die Sammlung des Paulus war wie z.B. in Gal 2 erwähnt, verursacht wurde durch die Naherwartung, dass Jesus doch sehr bald wiederkommt.

 

Die haben einfach alles verhökert und am Schluß standen sie dumm da.

 

Zwingende Schriftstellen hab ich nicht finden können. Apg 4,32ff lassen das vielleicht erahnen.

 

Könnte jemand bessere Schriftstellen nennen?

 

Irgendwie kommen mir da ungute Assoziationen mit den Zeugen Jehovas und ihrem Weltuntergang von 1975 hoch. Da haben sich auch Leute auf die gleiche Weise und aus demselben Grund ruiniert. Uaaah. :ninja:

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theologie-der-vernunft.de

Dieser buchstäblichen Auswertung des biblischen Geschehens nach heutiger Hypothese, die von einem als Messias erhofften bzw. vergötterten Guru ausgeht, wie er in halbaufgeklärten Kurz-schluss vielen Neutestamentlern als der hist. Jesus gilt, spricht für sich.

 

Auch wenn heute die Evangelien als Christologie in Geschichtsform gelten, alles Geschehen längst als theologische Bedeutungs-Aussage ausgelegt wird, so schließt die Vorstellung eine verherrlichten bzw. als Gott zu geltenden Gutmenschen, auf den man angeblich vergeblich seine Hoffnung setzte, das vernüftige Denken aus.

 

Ein Erkennen der Heiswirkung, die vom Logos (monistisch-logischer Welterkärung) als lebendiges, den anfänglichen Monotheismus begündende Wort in menschlich-kulturgerechter Ausdrucksweise ausging, kann so nicht vorkommen.

 

Was bei heutiger Hypthese von einem Heilsprediger bleibt ist dann Uaaah, statt ein kulturgerechter, aufgeklärter Neuanfang.

 

Gerhard

Edited by theologie-der-vernunft.de
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Die Tage hab ich einen Vortrag eines Neutestamentlers gehört.

 

Der bemerkte ganz nebenbei, dass die Armut in der Urgemeinde, die ja Anlaß für die Sammlung des Paulus war wie z.B. in Gal 2 erwähnt, verursacht wurde durch die Naherwartung, dass Jesus doch sehr bald wiederkommt.

 

Die haben einfach alles verhökert und am Schluß standen sie dumm da.

 

Zwingende Schriftstellen hab ich nicht finden können. Apg 4,32ff lassen das vielleicht erahnen.

 

Könnte jemand bessere Schriftstellen nennen?

 

Irgendwie kommen mir da ungute Assoziationen mit den Zeugen Jehovas und ihrem Weltuntergang von 1975 hoch. Da haben sich auch Leute auf die gleiche Weise und aus demselben Grund ruiniert. Uaaah. :ninja:

 

Ich habe eien solche Spekulation noch nie gelesen und aus Apg. 2, 44-47 geht doch die ehrenwerte Motivation deutlich hervor.

Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. 45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. 46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen 47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

 

Da steht nichts von der Parusie als Motivation sondern nur vom Wunsch des geschwisterlichen Teilens.

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Von einer solchen These erzählte mir mal ein befreundeter Pfarrer. Er bezog es aber eher auf "verkauft all euren Besitz und folgt mit nach". Eine belastbare Quelle habe ich aber leider auch nicht.

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Die Tage hab ich einen Vortrag eines Neutestamentlers gehört.

 

Der bemerkte ganz nebenbei, dass die Armut in der Urgemeinde, die ja Anlaß für die Sammlung des Paulus war wie z.B. in Gal 2 erwähnt, verursacht wurde durch die Naherwartung, dass Jesus doch sehr bald wiederkommt.

 

Die haben einfach alles verhökert und am Schluß standen sie dumm da.

 

Zwingende Schriftstellen hab ich nicht finden können. Apg 4,32ff lassen das vielleicht erahnen.

 

Könnte jemand bessere Schriftstellen nennen?

 

Irgendwie kommen mir da ungute Assoziationen mit den Zeugen Jehovas und ihrem Weltuntergang von 1975 hoch. Da haben sich auch Leute auf die gleiche Weise und aus demselben Grund ruiniert. Uaaah. :ninja:

Die These insgesamt halte ich für ziemlich spekulativ, wenn es auch möglich ist, dass es dergleichen Strömungen gegeben hat (Die Mahnungen des Paulus(?) im 2. Thessalonicherbrief, 3, 10f sprechen dafür).

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Wenn es ein öffentlicher Vortrag war - wer war der NTler denn?

 

Es gibt die These, dass die Urgemeinde in einer ziemlichen Naherwartung lebte - schon in den Evangelien finden sich Belege dafür. Diese These ist durchaus nicht neu, sondern meines Wissens Stand der Forschung.

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Wenn es ein öffentlicher Vortrag war - wer war der NTler denn?

 

Es gibt die These, dass die Urgemeinde in einer ziemlichen Naherwartung lebte - schon in den Evangelien finden sich Belege dafür. Diese These ist durchaus nicht neu, sondern meines Wissens Stand der Forschung.

Ja, das ist altbekannt.

 

Mir war nur die Verbindung zu der Armut der Urgemeinde neu.

 

Den Namen des NTlers möchte ich aus Gründen des Vertrauensschutzes nicht nennen.

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Wenn es ein öffentlicher Vortrag war - wer war der NTler denn?

 

Es gibt die These, dass die Urgemeinde in einer ziemlichen Naherwartung lebte - schon in den Evangelien finden sich Belege dafür. Diese These ist durchaus nicht neu, sondern meines Wissens Stand der Forschung.

Ja, das ist altbekannt.

 

Mir war nur die Verbindung zu der Armut der Urgemeinde neu.

 

Den Namen des NTlers möchte ich aus Gründen des Vertrauensschutzes nicht nennen.

?? Wo fand denn der Vortrag statt? In einer Freimaurerloge?

 

Normalerweise sind Vorträge ja für die Öffentlichkeit bestimmt.

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Verzeih mir, ich spreche jetzt hier nicht im Namen anderer. Einen Beleg im Netz hab ich nicht finden können.

 

Die letzte der möglichen Erklärungen

ist da interessant. Allerdings wird dann kein Zusammenhang mit der Kollekte hergestellt.

 

Trotzdem drängt sich die og. These auf. Wofür muss Paulus sammeln, wenn die Jerusalemer so schön alles miteinander teilen?

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Vor rund 20 Jahren meinte unser Religionslehrer im Unterricht, dass der Verkauf der Güter, und das Teilen der Erlöse aufgrund der Naherwartung geschah, und dass es sinnvoller gewesen wäre, die Dinge nicht zu verkaufen, sondern zu verpachten, um so langfristig einen regelmäßigen Erlös zum Teilen und zur Unterstützung der Armen zu haben. Er war auch der Meinung, dass die Gemeinde dadurch verarmt sei, stellte aber (soweit ich mich erinnern kann) keinen Bezug zu den Kollekten der Paulus her - wobei ich mich schon immer gefragt habe, warum die Jerusalemer Gemeinde das Geld so nötig hatte.

Von daher halte ich die Theorie des nicht namentlich genannten NT'lers für plausibel.

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Vor rund 20 Jahren meinte unser Religionslehrer im Unterricht, dass der Verkauf der Güter, und das Teilen der Erlöse aufgrund der Naherwartung geschah, und dass es sinnvoller gewesen wäre, die Dinge nicht zu verkaufen, sondern zu verpachten, um so langfristig einen regelmäßigen Erlös zum Teilen und zur Unterstützung der Armen zu haben. Er war auch der Meinung, dass die Gemeinde dadurch verarmt sei, stellte aber (soweit ich mich erinnern kann) keinen Bezug zu den Kollekten der Paulus her - wobei ich mich schon immer gefragt habe, warum die Jerusalemer Gemeinde das Geld so nötig hatte.

Von daher halte ich die Theorie des nicht namentlich genannten NT'lers für plausibel.

 

Wenn ich mir das so anhöre, was heute im banalbuchstäblichen Verständnis über die arme Urgemeinde gedacht wird, dann kann ich die Armut unerfüllter Naherwartung in der Davidstadt nachvollziehen. Um das, was König des bildlosen Kultes war, den wahren Sohn/das hervorbringende Wort des Unsagbaren, das in durch die Kirche in menschlicher Gestalt präsent wurde, kann es bei diesen Spekulationen nicht gehen.

 

Doch ob die Probleme mit Geld zu beheben ist? Müssen wir Paulus, der für das aus der Synagoge verwiesene neue, nun universale Paradigma des jüd. Monotheismus, jenseits des Gesetzesbuchstabenglaubens steht, das auf das lebendigen Wort/Weisheit in menschlicher Person (Rolle/Aufgabe) gründete, bitten, auf der ewigen Reise nach Jerusalem wieder im Heidenland auf Kollektentour zu gehen?

 

Gerhard

Edited by theologie-der-vernunft.de
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