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Der Angst den Rücken kehren


Schatir
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Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren. ...

 

Dieser Satz, hier zu finden hat mich stutzig gemacht.

 

Wie ist das konkret zu verstehen? Ist es eigentlich möglich?

 

Schatir

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Das hängt mE von der Form der Angst ab. Angst hat primär eine wichtige Schutzfunktiion für unser Überleben. Aber sekundär gibt es pathologische Formen von Angst, die Leben eher verhindern als schützen. Diese Ängste zu überwinden (und dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen), kann lebensfördernd wirken.

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Klar: Plötzlich auftretende, situationsbezogene Angst, die Stress auslöst und damit Kräfte mobilisiert um der konkreten Gefahrensituation zu entkommen, wird wohl nicht gemeint sein.

 

Aber wie soll Glaube Engheit und Angst nehmen; vor allem dauerhaft nehmen? Da er ja auch Ängste schafft - z. B. die Angst, vor der Sünde; also den Ansprüchen nicht zu genügen und so sein Leben letztendlich zu verwirken.

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Aber wie soll Glaube Engheit und Angst nehmen; vor allem dauerhaft nehmen?
Glaube (als Vertrauen) wird das bewirken können, das Maß hängt aber vermutlich davon ab, wie mein Gottesbild "gefärbt" ist.

Ist mein Gottesbild das eines kleinlichen, rachsüchtigen Buchhalters, dann wird Vertrauen nicht befreiend wirken. Ist mein Gottesbild dagegen zB von der Vaterfigur des Gleichnisses vom barmherziger Vater "gefärbt", wird befreiendes Vertrauen schon sehr viel mehr Ängste lösen können.

Und noch etwas: Gottesbilder "erlernen" wir. Und wir können sie auch "verlernen" bzw. wachsen und reifen lassen. Die Betrachtung der Person Jesu (in der Schrift) und gute geistliche Begleitung kann da eine Hilfe sein.

Edited by gouvernante
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Das hängt mE von der Form der Angst ab. Angst hat primär eine wichtige Schutzfunktiion für unser Überleben. Aber sekundär gibt es pathologische Formen von Angst, die Leben eher verhindern als schützen. Diese Ängste zu überwinden (und dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen), kann lebensfördernd wirken.

zwischen schutz und pathologie gibt noch viel spielraum.*diesesganzangstfreigesagt*

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Aber wie soll Glaube Engheit und Angst nehmen; vor allem dauerhaft nehmen? Da er ja auch Ängste schafft - z. B. die Angst, vor der Sünde; also den Ansprüchen nicht zu genügen und so sein Leben letztendlich zu verwirken.

Wenn im Glaubensunterricht (gleich welcher Form) nur so von Sünde gesprochen wird, dass Angst entsteht, dann stimmt da was nicht, zumindest wenns um den christlichen Glauben geht. Vergebung ist in diesem Glauben nicht auf magische Weise zu erlangen (ich sündige nicht mehr -> ich werde errettet), zum einen weil es eh kaum ein Mensch schafft gar nicht mehr zu sündigen, zum anderen weil Gott vollkommen souverän ist (wir also letztlich gar nichts tun können, um ihn zu etwas zu zwingen) und vor allem andern deshalb, weil er uns Menschen liebt und wir ihm daher vertrauen können. Wer das alles verstanden hat und trotzdem einen Dreck auf ihn gibt, erst der ist wirklich in Gefahr, sagt der Glaube. Also kaum irgendwer.

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Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren. ...

 

Dieser Satz, hier zu finden hat mich stutzig gemacht.

 

Wie ist das konkret zu verstehen? Ist es eigentlich möglich?

 

Schatir

Wir vertrauen auf einen Gott der uns liebt. Wir bauen auf einen Gott, der auch aus dem Bösen Gutes hervorgehen läßt. Wir bauen auf einen Gott, dessen Weisheit unser Leben zum Guten führt, wenn wir uns ihm überlassen. Wir glauben an einen Gott, der uns ewiges Leben schenkt. Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, weil wir nicht vor Sorge um das Zeitliche, Irdische und die damit verbunden Probleme vergehen.

Edited by Mariamante
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... Wir vertrauen auf einen Gott der uns liebt. Wir bauen auf einen Gott, der auch aus dem Bösen Gutes hervorgehen läßt. Wir bauen auf einen Gott, dessen Weisheit unser Leben zum Guten führt, wenn wir uns ihm überlassen. Wir glauben an einen Gott, der uns ewiges Leben schenkt. Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, weil wir nicht vor Sorge um das Zeitliche, Irdische und die damit verbunden Probleme vergehen.

ich habe angst, ich kann nicht vertrauen, ich kann nicht auf gott bauen, ich kann nicht glauben, ich habe einfach angst.

 

und jetzt kommst du und sagst:

 

"...Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, ..."

 

das kann münchhausen, sich an seinen haaren aus dem sumpf ziehen.

Edited by helmut
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... Wir vertrauen auf einen Gott der uns liebt. Wir bauen auf einen Gott, der auch aus dem Bösen Gutes hervorgehen läßt. Wir bauen auf einen Gott, dessen Weisheit unser Leben zum Guten führt, wenn wir uns ihm überlassen. Wir glauben an einen Gott, der uns ewiges Leben schenkt. Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, weil wir nicht vor Sorge um das Zeitliche, Irdische und die damit verbunden Probleme vergehen.

ich habe angst, ich kann nicht vertrauen, ich kann nicht auf gott bauen, ich kann nicht glauben, ich habe einfach angst.

 

und jetzt kommst du und sagst:

 

"...Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, ..."

 

das kann münchhausen, sich an seinen haaren aus dem sumpf ziehen.

Viele sagen ja, es sei eine Gnade, glauben zu können. Ist nicht jedem gegeben. Wenn jemand zum Beispiel kein Vertrauen kennt, wie soll er dann Gott vertrauen können? Die Vorstellung, solchen Menschen könnte Gott die Gnade des Glaubens verweigern, wäre beängstigend. Also bin ich vorsichtig damit, auf Deinen Einwand zu sagen "tja, Glaube ist nun mal auch eine Gnade".

 

Dennoch ist es umgekehrt doch nachvollziehbar, oder? -> Ich habe Vertrauen, glaube (mal mehr, mal weniger, aber im Großen und Ganzen) dass Gott mich liebt und das ewige Leben für mich bereithält -> dann kann mir doch nichts wirklich essentiell Schlimmes passieren (mehr als irdische Annehmlichkeiten und das irdische Leben werde ich nicht verlieren).

 

Damit das nun nicht allzu zynisch aufgefasst wird, sei noch bemerkt, dass hier ein Seelenzustand beschrieben wird, weniger ein physischer. Selbstverständlich soll der Mensch zusehen, dass es ihm gut geht, selbstverständlich soll er sich gesund und am Leben erhalten. Er soll nur nicht seelisch zerbrechen müssen, wenn es mal nicht so gut läuft. Und er soll Trost finden können, selbst wenn es richtig schlimm kommt. Nicht zuletzt darum ist Gott der "Ich bin da" und der, der Mensch geworden ist. Und nein, das bedeutet nicht, dass wer in schlimmsten Situationen vom Zweifel übermannt wird, automatisch das Heil verliert (=Gott nicht mehr bei ihm ist). (Denn Gott ist immer bei uns, das ist die Botschaft und das können wir immerhin versuchen stets in Erinnerung zu behalten).

Edited by Kirisiyana
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Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren. ...

 

Dieser Satz, hier zu finden hat mich stutzig gemacht.

 

Wie ist das konkret zu verstehen? Ist es eigentlich möglich?

 

Selbstverständlich, wenn man es richtig macht. Ängste sind emotional erlernte Reaktionen auf tatsächliche oder auch nur vorgestellte Gefahren. Nehmen wir eines von vielen möglichen Beispielen: Bei uns haben einige Menschen Angst vor Spinnen. Nun gibt es in Europa (speziell Mitteleuropa) keine Spinnen, die einem Menschen in irgendeiner Form gefährlich werden können, daher ist eine Angst davor aus Überlebenssicht überflüssig. Wir haben es also mit einer erlernten Angst vor einer vorgestellten Gefahr zu tun. Das Wissen darum ist aber insofern nutzlos, weil es die Angst nicht beseitigt - rational weiß man, dass die Spinne einem nichts tun kann, emotional ist die Reaktion trotzdem Angst.

 

Man muss diese Zusammenhänge kennen, dann kann man sie auch beseitigen. Dafür gibt es zwei Verfahren, die wissenschaftlich erprobt sind: Zum einen die kognitive Verhaltenstherapie und die Methode der systematischen Desensibilisierung mit einer Erfolgsquote von mehr als 99%. Allerdings braucht man dazu ein Minimum von 10 Sitzungen. Oder aber, als Alternative, die "Fast Phobia Cure" und Hypnosetherapie. Ich garantiere Dir, nach einer einzigen Sitzung weißt Du zwar noch als blasse Erinnerung, dass Du mal Angst vor Spinnen hattest, aber Du fragst Dich, wie das überhaupt möglich sein konnte, vor Spinnen Angst zu haben. Die frühere Angst scheint irgendwie irreal zu sein.

 

Die Fast Phobia Cure benutzt Reframing, um der erlernten Reaktion quasi einen neuen Rahmen zu verpassen und löst so das alte Reiz-Reaktions-Schema auf (Reiz: Spinne, Reaktion: Angst). So wie man Angst erlernen kann, kann man sie auch wieder verlernen. Nur ist verlernen mit bewusster Anstrengung schwierig (durch die Wiederholung verstärkt man eher noch die Assoziation zwischen Reiz und Reaktion), manchmal sogar sehr schwierig. Hypnose geht an die Wurzel der Angst, das im Unterbewusstsein gespeicherte Reiz-Reaktions-Schema und "überschreibt" die Assoziation zwischen Reiz und Reaktion.

 

Das aber hat mit Glauben nichts zu tun, es wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt. Es funktioniert mit Ängsten aller Art, ohne dass man dabei die Schutzfunktion der Angst verliert (bei einer wirklich gefährlichen Tarantula wird man dann doch lieber Reißaus nehmen).

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Viele sagen ja, es sei eine Gnade, glauben zu können. Ist nicht jedem gegeben. Wenn jemand zum Beispiel kein Vertrauen kennt, wie soll er dann Gott vertrauen können?

Nur weil jemand kein Vertrauen in einen Gottglauben hat, heißt das nicht, daß er Vertrauen nicht kennt. Vielleicht sogar im Gegenteil.

 

Ich habe Vertrauen, glaube (mal mehr, mal weniger, aber im Großen und Ganzen) dass Gott mich liebt und das ewige Leben für mich bereithält -> dann kann mir doch nichts wirklich essentiell Schlimmes passieren (mehr als irdische Annehmlichkeiten und das irdische Leben werde ich nicht verlieren).

Mehr als irdische Annehmlichkeiten und das Leben kannst du auch dann nicht verlieren, wenn du nicht glaubst. :ninja:

Edited by Marcellinus
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Viele sagen ja, es sei eine Gnade, glauben zu können. Ist nicht jedem gegeben. Wenn jemand zum Beispiel kein Vertrauen kennt, wie soll er dann Gott vertrauen können?

Nur weil jemand kein Vertrauen in einen Gottglauben hat, heißt das nicht, daß er Vertrauen nicht kennt. Vielleicht sogar im Gegenteil.

Das hat Kiri ja auch nicht behauptet.

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Viele sagen ja, es sei eine Gnade, glauben zu können. Ist nicht jedem gegeben. Wenn jemand zum Beispiel kein Vertrauen kennt, wie soll er dann Gott vertrauen können?

Nur weil jemand kein Vertrauen in einen Gottglauben hat, heißt das nicht, daß er Vertrauen nicht kennt. Vielleicht sogar im Gegenteil.

Das hat Kiri ja auch nicht behauptet.

Ich wollte auch nicht widerlegen, nur ergänzen. :ninja:

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Grüß euch,

 

erstmal vorweg: Ich hab dieses Thema nich eröffnet, um mit einer persönlichen Angst umgehen zu lernen. Angst kenne ich z. Z. zum Glück nicht mehr und nicht weniger als jeder durchschnittliche Mensch.

 

Mir stellt sich eben die Frage: Was steckt hinter solchen Sätzen wie: "Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren.", ganz konkret? Ist es tatsächlich so, dass Christen mehr Lebensqualität und weniger Ängste haben, also befreiter leben?

 

Damit dieser Satz wirklich wahr werden kann, bräuchte man doch eine Lebensphilosophie wie : Ich kann an meinem Lebens nichts ändern, wenn es mir schlecht geht, ist das der Wille von oben. Der da oben wird es schon richten.

 

Aber was ist, wenn es nicht besser wird? Kommen dann irgendwann Gedanken wie: Ich bin selbst schuld, dass es mir so dreckig geht. Warum lässt Gott zu, dass ich es so schlecht habe, andere aber sooo viel besser? Bin ich selbst dran schuld? Muss ich noch mehr glauben? Was mache ich falsch?

 

Oder bewirkt diese Einstellung: Ich selbst brauche mich nicht anzustrengen, Gott wird alles gut machen? Ich kann mich also einfach treiben lassen.

 

Oder sind das einfach Floskeln, die psychologische Wirkung haben sollen, ähnlich wie Volker die Methoden beschrieben hat, mit Phobien fertig zu werden? Floskeln, die einlullen?

 

Vor allem frage ich mich, ob nicht ein Ahtheist, der nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, ebenso angstfrei leben kann, denn er muss am Ende seines Lebens nicht mit dem jüngsten Gericht rechnen. Kein Christ weiß, wie dies abläuft.

 

Schatir

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Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren. ...

 

Dieser Satz, hier zu finden hat mich stutzig gemacht.

 

Wie ist das konkret zu verstehen? Ist es eigentlich möglich?

 

Selbstverständlich, wenn man es richtig macht. Ängste sind emotional erlernte Reaktionen auf tatsächliche oder auch nur vorgestellte Gefahren. Nehmen wir eines von vielen möglichen Beispielen: Bei uns haben einige Menschen Angst vor Spinnen. Nun gibt es in Europa (speziell Mitteleuropa) keine Spinnen, die einem Menschen in irgendeiner Form gefährlich werden können, daher ist eine Angst davor aus Überlebenssicht überflüssig. Wir haben es also mit einer erlernten Angst vor einer vorgestellten Gefahr zu tun. Das Wissen darum ist aber insofern nutzlos, weil es die Angst nicht beseitigt - rational weiß man, dass die Spinne einem nichts tun kann, emotional ist die Reaktion trotzdem Angst.

 

Man muss diese Zusammenhänge kennen, dann kann man sie auch beseitigen. Dafür gibt es zwei Verfahren, die wissenschaftlich erprobt sind: Zum einen die kognitive Verhaltenstherapie und die Methode der systematischen Desensibilisierung mit einer Erfolgsquote von mehr als 99%. Allerdings braucht man dazu ein Minimum von 10 Sitzungen. Oder aber, als Alternative, die "Fast Phobia Cure" und Hypnosetherapie. Ich garantiere Dir, nach einer einzigen Sitzung weißt Du zwar noch als blasse Erinnerung, dass Du mal Angst vor Spinnen hattest, aber Du fragst Dich, wie das überhaupt möglich sein konnte, vor Spinnen Angst zu haben. Die frühere Angst scheint irgendwie irreal zu sein.

 

Die Fast Phobia Cure benutzt Reframing, um der erlernten Reaktion quasi einen neuen Rahmen zu verpassen und löst so das alte Reiz-Reaktions-Schema auf (Reiz: Spinne, Reaktion: Angst). So wie man Angst erlernen kann, kann man sie auch wieder verlernen. Nur ist verlernen mit bewusster Anstrengung schwierig (durch die Wiederholung verstärkt man eher noch die Assoziation zwischen Reiz und Reaktion), manchmal sogar sehr schwierig. Hypnose geht an die Wurzel der Angst, das im Unterbewusstsein gespeicherte Reiz-Reaktions-Schema und "überschreibt" die Assoziation zwischen Reiz und Reaktion.

 

Das aber hat mit Glauben nichts zu tun, es wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt. Es funktioniert mit Ängsten aller Art, ohne dass man dabei die Schutzfunktion der Angst verliert (bei einer wirklich gefährlichen Tarantula wird man dann doch lieber Reißaus nehmen).

 

Jo, und viele Gläubige denken, ihr Glauben sei ein Ersatz für die kognitive Verhaltenstherapie. Dnek da jetzt nicht so sehr an die Spinnen-Phobie, sondern eher an die soziale Phobie.

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... Hypnose geht an die Wurzel der Angst, das im Unterbewusstsein gespeicherte Reiz-Reaktions-Schema und "überschreibt" die Assoziation zwischen Reiz und Reaktion.

...es wirkt auch, wenn man nicht daran glaubt. Es funktioniert mit Ängsten aller Art....

du bist wirklich ein simpel.

 

ich denke nicht dass du diese ängste mit deiner garantierten therapie beseitigen kannst:

 

du meintest sicher phobien

 

für phobien ist auch der glauben nicht zuständig. für verlassenheit, einsamkeit wird dir ein reframing oder eine hypnose nicht helfen.

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... Wir vertrauen auf einen Gott der uns liebt. Wir bauen auf einen Gott, der auch aus dem Bösen Gutes hervorgehen läßt. Wir bauen auf einen Gott, dessen Weisheit unser Leben zum Guten führt, wenn wir uns ihm überlassen. Wir glauben an einen Gott, der uns ewiges Leben schenkt. Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, weil wir nicht vor Sorge um das Zeitliche, Irdische und die damit verbunden Probleme vergehen.

ich habe angst, ich kann nicht vertrauen, ich kann nicht auf gott bauen, ich kann nicht glauben, ich habe einfach angst.

 

und jetzt kommst du und sagst:

 

"...Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? Der Glaube an die Liebe Gottes, das Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint - und die Hoffnung auf das ewige Leben können uns von Engheit und Angst befreien, ..."

 

das kann münchhausen, sich an seinen haaren aus dem sumpf ziehen.

Viele sagen ja, es sei eine Gnade, glauben zu können. Ist nicht jedem gegeben. Wenn jemand zum Beispiel kein Vertrauen kennt, wie soll er dann Gott vertrauen können? Die Vorstellung, solchen Menschen könnte Gott die Gnade des Glaubens verweigern, wäre beängstigend. Also bin ich vorsichtig damit, auf Deinen Einwand zu sagen "tja, Glaube ist nun mal auch eine Gnade".

 

Dennoch ist es umgekehrt doch nachvollziehbar, oder? -> Ich habe Vertrauen, glaube (mal mehr, mal weniger, aber im Großen und Ganzen) dass Gott mich liebt und das ewige Leben für mich bereithält -> dann kann mir doch nichts wirklich essentiell Schlimmes passieren (mehr als irdische Annehmlichkeiten und das irdische Leben werde ich nicht verlieren).

 

Damit das nun nicht allzu zynisch aufgefasst wird, sei noch bemerkt, dass hier ein Seelenzustand beschrieben wird, weniger ein physischer. Selbstverständlich soll der Mensch zusehen, dass es ihm gut geht, selbstverständlich soll er sich gesund und am Leben erhalten. Er soll nur nicht seelisch zerbrechen müssen, wenn es mal nicht so gut läuft. Und er soll Trost finden können, selbst wenn es richtig schlimm kommt. Nicht zuletzt darum ist Gott der "Ich bin da" und der, der Mensch geworden ist. Und nein, das bedeutet nicht, dass wer in schlimmsten Situationen vom Zweifel übermannt wird, automatisch das Heil verliert (=Gott nicht mehr bei ihm ist). (Denn Gott ist immer bei uns, das ist die Botschaft und das können wir immerhin versuchen stets in Erinnerung zu behalten).

es geht mit nicht um spinnenphobie, klaustrophobie oder ähnliches.

 

mir ging es in erster linie um eine gegendarstellung der simplen behauptung "...Wenn wir uns also wirklich Gott radikal hingeben - wovor sollten wir Angst haben? ..."

 

angstfrei zu leben ist eine gnade. nicht die geschenkte gnade eines absoluten herrschers, gegeben oder genommen nach willkür. angstfrei leben ist auch kein verdienst eines willens den man nur haben muß oder eines tuns das im eigenen belieben steht.

die angst ist dir gekommen in kindheit, vielleicht frühester kindheit und jugend. wenn du sie als solche erkannt hast und eine dir zutreffende behandlungsmöglichkeit gefunden hast, gibt es eine chance sie zu verlieren.

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für verlassenheit, einsamkeit wird dir ein reframing oder eine hypnose nicht helfen.

Gegen Verlassenheit und Einsamkeit helfen nur andere Menschen - oder manchmal ein Hund.

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für verlassenheit, einsamkeit wird dir ein reframing oder eine hypnose nicht helfen.

Gegen Verlassenheit und Einsamkeit helfen nur andere Menschen - oder manchmal ein Hund.

du kannst auch zu zweit sehr einsam sein. verlassenheitsängste kommen gerade aus einer existierenden beziehung.

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für verlassenheit, einsamkeit wird dir ein reframing oder eine hypnose nicht helfen.

Gegen Verlassenheit und Einsamkeit helfen nur andere Menschen - oder manchmal ein Hund.

du kannst auch zu zweit sehr einsam sein. verlassenheitsängste kommen gerade aus einer existierenden beziehung.

Ich habe nicht gesagt, daß anderen Menschen eine Garantie sind und Verlassenheitsängste (womit du vermutlich die Angst meinst, verlassen zu werden) sind noch einmal etwas anderes.

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für verlassenheit, einsamkeit wird dir ein reframing oder eine hypnose nicht helfen.

Gegen Verlassenheit und Einsamkeit helfen nur andere Menschen - oder manchmal ein Hund.

du kannst auch zu zweit sehr einsam sein. verlassenheitsängste kommen gerade aus einer existierenden beziehung.

Ich habe nicht gesagt, daß anderen Menschen eine Garantie sind und Verlassenheitsängste (womit du vermutlich die Angst meinst, verlassen zu werden) sind noch einmal etwas anderes.

 

Man kann mit der Angst, verlassen zu werden, emotional umgehen, und hat dabei die Gefahr, dass es zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu werden. Man kann damit schein-rational umgehen und sich in Grübelzirkel verlieren, was auch in einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird. Man kann sich aber auch frage, was die Ursachen sind und dann dort ansetzen. Wenn der Weg, diese Ängste loszuwerden, darüber führt, sich ändern zu wollen, kann auch hier die Hypnose helfen. Hypnose ist nichts anders als eine Verschiebung in der Art, die Realität wahrzunehmen, und eine Verschiebung von Reiz-Reaktions-Schemata. Und ja, deswegen ist auch Hypnose ein Weg, mit den Verlassenheitsängsten fertig zu werden, nur wird die Vorgehensweise an das Problem anzupassen sein, so dass man hier keinen generellen Weg skizzieren kann.

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Grüß euch,

 

erstmal vorweg: Ich hab dieses Thema nich eröffnet, um mit einer persönlichen Angst umgehen zu lernen. Angst kenne ich z. Z. zum Glück nicht mehr und nicht weniger als jeder durchschnittliche Mensch.

 

Mir stellt sich eben die Frage: Was steckt hinter solchen Sätzen wie: "Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren.", ganz konkret? Ist es tatsächlich so, dass Christen mehr Lebensqualität und weniger Ängste haben, also befreiter leben?

 

Es gibt keine Untersuchung darüber, dass Christen weniger an Ängsten leiden als andere Menschen. Auch in einer sehr christlichen Gesellschaft wie den USA sind Depressionen auf dem Vormarsch, sogar stärker als in anderen Gesellschaften - und das ist nur ein Symptom von vielen.

 

Selbst beim Sterben sind Christen im Schnitt nicht besser dran als etwa Atheisten: Wegen der Ungewissheit, was nach dem Tod kommt, sind sie oft sogar schlechter dran. Das gilt verstärkt für die fundamentalistischen Varianten mit Angst vor der Hölle. In "Society without God" von Zuckerman wird eine Krankenschwester zitiert, die beobachtet hat (in Schweden), dass Atheisten deswegen meist sogar leichter sterben.

 

Damit dieser Satz wirklich wahr werden kann, bräuchte man doch eine Lebensphilosophie wie : Ich kann an meinem Lebens nichts ändern, wenn es mir schlecht geht, ist das der Wille von oben. Der da oben wird es schon richten.

 

Diese Art von Fatalismus ist äußerst kontra-produktiv. So etwas ist fast schon ein Risikofaktor für Depressionen! Positiver ist die Philosophie: "Ich kann mich ändern, und ich kann die Fähigkeiten entwickeln, mit denen ich die Hindernisse anpacken und beseitigen kann".

 

Aber was ist, wenn es nicht besser wird? Kommen dann irgendwann Gedanken wie: Ich bin selbst schuld, dass es mir so dreckig geht. Warum lässt Gott zu, dass ich es so schlecht habe, andere aber sooo viel besser? Bin ich selbst dran schuld? Muss ich noch mehr glauben? Was mache ich falsch?

 

Noch mehr Glauben wird diese Denkweise eher noch verstärken. Ich sehe nicht, wo religiöser Glauben einem dabei helfen sollte - wichtiger wäre es, an sich selbst zu glauben, daran fehlt es Menschen mit Depressionen meist. An sich selbst zu glauben ist im Christentum aber nicht vorgesehen, der größte Teil Christentums hat ein eher negatives Menschenbild (ich bin ein Sünder, ich kann nichts tun ohne Gottes Willen, ich bin schwach, ohne göttliche Hilfe geht gar nichts, ich brauche den Glauben an X, ich muss mich mehr anstrengen, um zu glauben, ich muss richtig glauben - alles das sind negative Suggestionen und eher noch zusätzliche Probleme, die man sich aufhalst, als ob man nicht schon genu Sorgen hätte).

 

Oder bewirkt diese Einstellung: Ich selbst brauche mich nicht anzustrengen, Gott wird alles gut machen? Ich kann mich also einfach treiben lassen.

 

Das ist ebenso fatal.

 

Oder sind das einfach Floskeln, die psychologische Wirkung haben sollen, ähnlich wie Volker die Methoden beschrieben hat, mit Phobien fertig zu werden? Floskeln, die einlullen?

 

Was ich mache, hat mit Floskeln nichts zu tun! Floskeln helfen nicht.

 

Vor allem frage ich mich, ob nicht ein Ahtheist, der nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, ebenso angstfrei leben kann, denn er muss am Ende seines Lebens nicht mit dem jüngsten Gericht rechnen. Kein Christ weiß, wie dies abläuft.

 

Ja, das ist unser großer Vorteil - am Schluss gibt es keine Angst vor der Abrechnung, gemachte Fehler lösen keine Ängste aus, eher bedauern.

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eine meinung zur hypnose

 

von heilpraktikern, sogenannten kleinen heilpraktikern, sind abweichende meinungen zu finden.

 

Universitätsklinikum Ulm

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Horst Kächele

Helping Alliance als Prädiktor für Therapie-Outcome

in stationärer Psychotherapie

Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin

der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm

Wolfgang Hans Duba

Neuhausen auf den Fildern

2007

 

 

 

"...Die Arbeitsbeziehung zwischen Patient und Therapeut war schon in den Anfängen von

Psychotherapie und Psychoanalyse bzw. in modifizierter Form auch bei deren Vorläufer,

der Hypnose, ein unverzichtbarer und von den damaligen Pionieren hervorgehobener

Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung. Während in der Frühphase der hypnotischen

Beeinflussung von Franz Anton Mesmer (1779) noch die Beziehung eher metaphorisch als

„animalischer Magnetismus“ beschrieben wurde und später in der Blütezeit der Hypnose

der „Rapport“, letztlich eine Art Unterwerfungsbeziehung eines suggestiblen Patienten

unter den Willen und die Suggestionsfähigkeiten eines kundigen Therapeuten darstellte..."

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ich habe angst, ich kann nicht vertrauen, ich kann nicht auf gott bauen, ich kann nicht glauben, ich habe einfach angst.

 

Fast fürchte ich, dass das nicht stimmt- sondern dass du an einem Pfeil bastelst. Aber bitte: Natürlich kann es auch psychische Veranlagung zu Skrupeln und Ängsten geben, die einer psychologischen Hilfe bedürfen. Der Mensch ist vielfach verwundet. Wenn Kinder z.B. in der Frühzeit von ihren Eltern verlassen wurden oder es schwer traumatische Ereignisse gab, die Ängste auslösen, bedarf es einer Aufarbeitung solcher seelischen Verletzungen, um von diesen Ängsten freier zu werden.

 

Zur Münchhausen- Aussage: Das ist es eben, was Kirche und Glauben ausmacht: Wir sind in unserem Glauben nicht allein. Christus bietet uns seine Gnade an- und Gott wirkt durch die Kirche, durch die Menschen. Die heiligen Sakramente (vor allem die Beichte) will uns von Ängsten befreien- die hl. Kommunion will uns im Vertrauen auf Gott stärken. Nicht Münchhausen zieht uns heraus, sondern die Gnade Gottes. Die Gnade Gottes auch in den Sakramenten anzunehmen- dazu gehört freilich eine innere Bereitschaft.

 

Weiters sind wir in unserem Glauben nicht allein: Nicht in Münchhausenmanier ziehen wir uns aus unseren Nöten und Ängsten heraus, sondern Gott schenkt uns auch durch Menschen konkrete Hilfen. Wir leben in der "Gemeinschaft der Heiligen"- d.h. wir haben sowohl irdische als auch himmlische Helfer.

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Mir stellt sich eben die Frage: Was steckt hinter solchen Sätzen wie: "Gottes Liebe will uns von Engheit und Ängsten befreien. Daher würde ich Dir zuerst raten, der Angst den Rücken zu kehren.", ganz konkret? Ist es tatsächlich so, dass Christen mehr Lebensqualität und weniger Ängste haben, also befreiter leben?

 

Christen glauben an Jesus Christus als Er- löser. Nietzsche schrieb mal: "Erlöster müssten sie (die Christen) aussehen, damit ich an ihren Erlöser glaube." Dieser kritische Vorwurf hat seine Berechtigung. Ich las mal einen Spruch wo es ungefähr hieß: ein halbes Opfer blutet, ein ganzes brennt.

 

Jesus hat den Aposteln immer wieder vor Augen gehalten: Wenn euer Glaube nur so klein wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr Berge versetzen. An einer anderen Stelle heißt es: "Wird der Menschensohn noch Glaube finden, wenn er wieder kommt?" Es geht also um die Kraft des Glaubens. Wenn wir einen Minimalglauben haben, werden wir von vielerlei Ängsten geplagt sein. Wenn unser Glaube stark ist, dann werden wir auch dann von Gott Hilfe und einen guten Ausgang erhoffen, wenn es mal äußerlich schlimm aussieht. Da sich der Glaube vom Gebet, von der lebenden Beziehung zu Gott nährt, können wir meiner Einschätzung nach auch etwas beitragen, im Glauben zu wachsen.

 

Bemerken möchte ich auch noch, dass der Glaube nicht bedeutet, unsere Verantwortung, unser eigenes Mitwirken mit der Gnade abzugeben. Eine Beziehung zu Gott - die mit vielen Kämpfen verbunden ist, da Gott eben nicht unser Willensvollstrecker ist und manches zulässt, das wir nicht gleich verstehen- muss eigentlich jenseits der Floskeln sein.

 

Vor allem frage ich mich, ob nicht ein Ahtheist, der nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, ebenso angstfrei leben kann, denn er muss am Ende seines Lebens nicht mit dem jüngsten Gericht rechnen. Kein Christ weiß, wie dies abläuft.

 

Da könnte man mit der gleichen Berechtigung wie du nach Floskeln fragst auch nachfragen, ob nicht die Atheisten die Verantwortung vor Gott leugnen, um Ängsten zu entfliehen........

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