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Hatte/habe ich Pech?!?


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Mt 15, 24

Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

 

-> Für die betreffende Frau und ihr Kind geht die Sache ja gut aus, weil sie einen großen Glauben hat.

 

Mt 15, 28

Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

 

 

-> Bedeutet das für mich, dass ich Pech habe, weil mein Glaube vielleicht nicht so groß ist wie der Glaube dieser Frau?!?

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Mt 15, 24

Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

 

-> Für die betreffende Frau und ihr Kind geht die Sache ja gut aus, weil sie einen großen Glauben hat.

 

Mt 15, 28

Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

 

 

-> Bedeutet das für mich, dass ich Pech habe, weil mein Glaube vielleicht nicht so groß ist wie der Glaube dieser Frau?!?

 

Nein. Die Kategorien "Glück" und "Pech" passen nicht. Gnade wird geschenkt, man kann sie nicht erarbeiten und auch nicht "erglauben".

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Mt 15, 24

Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

 

-> Für die betreffende Frau und ihr Kind geht die Sache ja gut aus, weil sie einen großen Glauben hat.

 

Mt 15, 28

Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

 

 

-> Bedeutet das für mich, dass ich Pech habe, weil mein Glaube vielleicht nicht so groß ist wie der Glaube dieser Frau?!?

 

Nein. Die Kategorien "Glück" und "Pech" passen nicht. Gnade wird geschenkt, man kann sie nicht erarbeiten und auch nicht "erglauben".

 

Ok, dann habe ich die Frage wohl zu flapsig formuliert und ich stelle sie neu:

Wie ist die Aussage "Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt." zu verstehen?

Was bedeutet diese Aussage für mich?

Und: hat die Frau die Gnade nicht doch "erglaubt"?

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Franciscus non papa

für mich ist diese erzählung der bericht über einen lernprozess des menschen jesus.

 

auch als erwachsener nimmt er zu an weisheit. und er erkennt am glauben dieser frau, daß es eben nicht nur um "die verlorenen schafe des hauses israel" gehen kann und muss, sondern um alle menschen guten willens.

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Ok, dann habe ich die Frage wohl zu flapsig formuliert und ich stelle sie neu:

Wie ist die Aussage "Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt." zu verstehen?

Was bedeutet diese Aussage für mich?

Die Beschränkung auf Israel als Zielgruppe kommt noch an anderer Stelle vor.

 

Wie Franziskus schon schrieb wird hier ein Lernprozess des Menschen Jesus beschrieben.

 

In einem Vortrag, den ich mal besucht habe, legte der Referent die Stelle vorallem im Hinblick auf die Sündlosigkeit des Menschen Jesus aus.

 

Vorurteile zu haben (wie hier gegen die Syrophönizier an sich und gegen Frauen im allgemeinen) ist demnach schon schlimm - aber Sünde wäre es in ihnen zu verharren. Aber genau das tut Jesus nicht, sondern revidiert sein Urteil und kommt zu dem Schluss, daß der Glaube wichtiger ist als alles andere.

 

Ähnlich z.B. auch die Geschichte um den Knecht des römischen Hauptmanns, der einen ähnlichen Effekt auslöst.

 

Glauben halte ich auch nicht für eine erbring- und abrufbare Leistung, sondern für eine Grundhaltung. Für das Bestreben und die Bereitschaft Gottes Gegenwart im eigenen Leben zu sehen, zu suchen und sich ansprechen zu lassen.

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Ok, dann habe ich die Frage wohl zu flapsig formuliert und ich stelle sie neu:

Wie ist die Aussage "Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt." zu verstehen?

Was bedeutet diese Aussage für mich?

Und: hat die Frau die Gnade nicht doch "erglaubt"?

"Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt" heißt erst einmal: ich bin für andere Völker als die Juden nicht zuständig, meine Botschaft gilt nur für sie.

Das würde, so allein stehen gelassen, für Dich und mich bedeuten: Unser "Heiden-Christentum" können wir vergessen, so war das nicht geplant.

Dass aber Jesus selbst später lernt bzw. revidiert, dass es doch mehr auf den Glauben als auf die zufällige Volkszugehörigkeit ankommt, nämlich bei dieser Frau und auch in der Geschichte vom barmherzigen Samariter, legitimiert sozusagen dann doch das Heiden-Christentum.

 

Ein quasi magischer Automatismus, bei dem der Mensch durch Glauben Gottes Gnade erzwingt, wird von Jesus nicht propagiert. Es ist umgekehrt eine Zusage Gottes, dass der Glaubende von ihm Gnade erfährt. So sind auch die Sakramente zu verstehen. "Glauben" bedeutet bei Jesus auch nicht, dass bestimmte Handlungen vonnöten sind, sowas wie Frömmigkeitsübungen, sondern es geht um das Vertrauen. - Dass derjenige, der Gott vertraut, dadurch auch meist richtig handelt, ist Ergebnis, aber nicht Voraussetzung der Gnade (auch das Glauben selbst sehen Christen ja als Gnade Gottes an).

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Danke für Eure helfenden Antworten.

Wie das nun mal mit Antworten so ist: sie bringen neue Fragen hervor.

 

In diesem Fall Frage ich mich:

"Musste" Jesus erst noch lernen?

Kam er nicht schon wesenseins mit Gott, gottgleich, als Gottes Sohn - also auch "vollkommen" - in unsere Welt?

 

:(

Ich muss wohl noch viel lernen!

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"Musste" Jesus erst noch lernen?
Er war ganz Mensch, kam als Säugling zur Welt und nach der Schrift fragte er die Weisen im Tempel und nahm zu an Alter und Weisheit.

 

Der Mensch ist ein Lernender, insofern wäre es seltsam gewesen, wenn Jesus da eine Ausnahme gewesen wäre.

 

Kam er nicht schon wesenseins mit Gott, gottgleich, als Gottes Sohn - also auch "vollkommen" - in unsere Welt?
Hier gebe ich mal eine Eiswarnung raus, weil ich im Folgenden erstmal nur meiner Intuition folge: Das "Wesen" Gottes umfasst für mich die Summe seiner Eigenschaften, seiner Wünsche und seines Handelns.

An diesem Wesen hat Jesus vollkommenen Anteil, soweit es seine menschliche Natur zunächst zulässt (nach der Auferstehung liegen die Dinge eh anders). D.h. in seiner Persönlichkeit findet sich das z.B. all das schöpferische, liebende, allumfassende, weise, heilbringende was Gott ausmacht, aber das Menschsein hat eine natürliche Grenze der Erkenntnisfähigkeit, weshalb ich von einer "gemeinsamen Erinnerung" von Vater und Sohn nicht ausgehe. Der Vater hat z.B. nicht selbst am Kreuz gelitten, sondern hat das Leiden allenfalls mit dem Sohn mitempfunden.

bearbeitet von Flo77
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Franciscus non papa

Danke für Eure helfenden Antworten.

Wie das nun mal mit Antworten so ist: sie bringen neue Fragen hervor.

 

In diesem Fall Frage ich mich:

"Musste" Jesus erst noch lernen?

Kam er nicht schon wesenseins mit Gott, gottgleich, als Gottes Sohn - also auch "vollkommen" - in unsere Welt?

 

:(

Ich muss wohl noch viel lernen!

 

 

alle menschen haben zeit ihres lebens viel zu lernen, nicht nur du und ich, auch jesus, denn er war ganz mensch.

 

das tut seiner göttlichkeit durchaus keinen abbruch, diese wesensart jesu wird im konzil von chalcedon als "unvermischt" bezeichnet. man darf die menschlichen und göttlichen eigenschaften jesu eben nicht durcheinanderwerfen.

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Er war ganz Mensch, kam als Säugling zur Welt und nach der Schrift fragte er die Weisen im Tempel und nahm zu an Alter und Weisheit.

 

Der Mensch ist ein Lernender, insofern wäre es seltsam gewesen, wenn Jesus da eine Ausnahme gewesen wäre.

 

 

Hallo Flo,

 

das ist fast wörtlich das, was ich heute dazu in der Predigt eines Dogmatikprofs gehört habe.

 

Was fast einen eigenen Thread Wert wäre: er hat bei seiner Predigt viel Augenmerk darauf gelegt, dass die "Lehrerin" Jesu in diesem Fall eine Frau war!!

 

Gruß - Boris

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Er war ganz Mensch, kam als Säugling zur Welt und nach der Schrift fragte er die Weisen im Tempel und nahm zu an Alter und Weisheit.

 

Der Mensch ist ein Lernender, insofern wäre es seltsam gewesen, wenn Jesus da eine Ausnahme gewesen wäre.

 

 

Hallo Flo,

 

das ist fast wörtlich das, was ich heute dazu in der Predigt eines Dogmatikprofs gehört habe.

 

Was fast einen eigenen Thread Wert wäre: er hat bei seiner Predigt viel Augenmerk darauf gelegt, dass die "Lehrerin" Jesu in diesem Fall eine Frau war!!

 

Gruß - Boris

 

In der Tat ein Beleg dafür, welche Wirkung Frauen in der Kirche haben können, ganz ohne Amt. - Aber die Form des Gesprächs zwischen Frau und Jesus könnte einer üblichen antiken Form des Lehrgesprächs nachgebildet sein, zumal das Thema Heidenchristen vs. Judenchristen ja zur Zeit der Textentstehung schon virulent war. Es ist von daher nicht gewiß, daß es dem Schreiber des Textes um einen Lernprozeß Jesu ging.

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die Form des Gesprächs zwischen Frau und Jesus könnte einer üblichen antiken Form des Lehrgesprächs nachgebildet sein,

 

 

War es in der Antike eine übliche Form des Lehrgesprächs, dass eine Schülerin ihren Meister (mit Erfolg) belehrt?

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die Form des Gesprächs zwischen Frau und Jesus könnte einer üblichen antiken Form des Lehrgesprächs nachgebildet sein,

 

 

War es in der Antike eine übliche Form des Lehrgesprächs, dass eine Schülerin ihren Meister (mit Erfolg) belehrt?

 

Das weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, daß der Evangelist hier eine Geschichte erzählt, die an ein wirkliches Ereignis anknüpft. In der Überformung der Geschichte geht es ihm aber primär um die Frage, die seine Zeitgenossen bewegt, nämlich ob Heiden sofort ohne den Umweg übers Judentum Christen werden könnten. Eine isolerte Betrachtung dieser Geschichte kann zu Überinterpretationen führen.

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Glauben halte ich auch nicht für eine erbring- und abrufbare Leistung, sondern für eine Grundhaltung. Für das Bestreben und die Bereitschaft Gottes Gegenwart im eigenen Leben zu sehen, zu suchen und sich ansprechen zu lassen.

 

Danke!!

Diese Formulierung habe ich gesucht.

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