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Christi Himmelfahrt


Woge

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Hallo,

 

bei der gestrigen Lesung fiel mir folgende Passage auf (Apg 1,4-6): "Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft. Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?"

 

Warum denken die Apostel auch noch nach der Auferstehung an eine politische Dimension bei Jesus? Haben sie noch nicht begriffen, dass mit Seinem, dem messianischen Reich kein Staat gemeint ist, der wiederhergestellt werden wird?

 

Viele Grüße,

Wolfgang

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Zitat von Woge am 15:16 - 10.Mai.2002

Hallo,

 

bei der gestrigen Lesung fiel mir folgende Passage auf (Apg 1,4-6): "Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt. Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft. Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?"

 

Warum denken die Apostel auch noch nach der Auferstehung an eine politische Dimension bei Jesus? Haben sie noch nicht begriffen, dass mit Seinem, dem messianischen Reich kein Staat gemeint ist, der wiederhergestellt werden wird?

 

Viele Grüße,

Wolfgang


Lieber Wolfgang,

 

ich denke, das siehst du mit deiner letzten Frage ganz richtig so. In der gesamten Zeit zwischen der Kreuzigung und Pfingsten werden die Apostel als zweifelde, uneinsichtige und anderen Zielen nachhängende Figuren dargestellt, in der nur ganz kurzzeitige Lichtblitze des Glaubens auftraten, z.B. bei den Emmaus-Jüngern, bei Thomas oder bei Petrus. Vielleicht soll daran auch deutlich werden, dass sie erst durch den Hl. Geist zu Pfingsten auf den rechten Weg gebracht wurden.

 

In einem anderen Punkt hatten selbst die Evangelisten nur wenig hinzugelernt, nämlich im Punkt der sogenannten Naherwartung, dass nämlich die Zeit bis zur Wiederkunft, von der gesprochen wird, für die ersten Gemeinden maximal einige Generationen umfasste.

 

Das war auch der Grund, warum man zunächst kaum Aufzeichnungen machte, um sie den folgenden Generationen weiterzugeben, weil man glaubte, dass bis zur Widerkunft noch Augenzeugen überleben, die von den Taten Jesu, von dessen Auferstehung und Himmelfahrt berichten könnten. Erst als das nicht geschah, wurde die Evangelien für die Nachwelt festgehalten, in der der Glaube an eine baldige Wiederkunft immer noch sehr deutlich war.    

 

Dass Jesus das Reich Israel nicht wieder hergestellt hat, ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum die Juden ihn bis heute nicht als Erlöser anerkennen. Bis heute ist der Glaube der Juden weniger von den 10 Geboten als von den Begriffen des auserwählten Volks und des gelobten Landes geprägt, Ein Messias, der sie davon abzubringen versucht, konnte bei ihnen kein Gehör finden, selbst wenn er sich noch so sehr auf die alten Schriften beruft.

 

Wenn die Apostel gerade in dieser Weise nachfragen, dann stehen sie für die Hauptfragen die die Juden auch an die jungen Christengemeinden gerichtet haben. Die Antworten, die Jesus gibt, sind somit antworten, die auch an diese skeptischen und einen anderen Messias erwartenden Juden gerichtet sind. Sie sollen zeigen, dass auch die Apostel urspründlich nicht anders gedacht haben, dass aber die Erleuchtung des Geistes sie zum Glauben an Jesus bekehrt und erst zur Einsicht in seine andere Art der Botschaft geführt hat.

 

freundliche Grüße vom Zwilling

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Ein alter Thread, doch aktuelles Thema:

 

Zur Erinnerung, morgen feiern wir Christi Himmelfahrt

 

 

 

"Christi Himmelfahrt

Vierzig Tage nach Ostern: am Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern.

Die "Himmelfahrt Christi" (andere Namen für Christi Himmelfahrt sind: Ascensio domini, Auffahrtstag, Goldene None, Gots auffartstag, Gots offertag, Helgethorsdag oder hellig thorsdag (Skand.), Hemelvart, Himmelfahrt Christi (Gottes, unseres Herrn), Schöner Nontag, Schönnontag, Nona aurea, Nontag, Nuntag, Mindeste Kreuzgang, Offartstag, Offertstag, Uffartstag, Uffertstag) gehört zum Urbestand christlichen Glaubens. Der Auferstandene erscheint vierzig Tage lang nach der Auferstehung mit verklärtem Leib als der Erhöhte und beweist sich damit als der Existenzweise Gottes teilhaftig. Die Präsenz Christi zeigt ihn nicht als der Welt entrückt, sondern auf eine neue Art und Weise in ihr (Anwesende. Mit der Auferstehung hat Christus den Himmel als Dimension des Einsseins von Gott und Mensch überhaupt erst begründet. Als "zur Rechten Gottes sitzend" ist er das machtvolle Haupt der Kirche, die als sein Leib zwar noch in der Welt besteht, aber schon an der Erhöhung teilhat.

 

Im Bewusstsein um den Zusammenhang zwischen Himmelfahrt Christi und Geistsendung haben die Christen bis weit in das 4. Jahrhundert Christi Himmelfahrt Pfingsten mitgefeiert. Wahrscheinlich erst im Nachgang zum Nicänum (325), als der Osterfeststreit beilegt wurde, verlagerte sich das Verständnis von den vierzig Tagen: Ursprünglich theologisch als Zwischenzeit vor einem Neubeginn verstanden, wurden sie nun zu einem historischen Fixpunkt vierzig Tage nach der Auferstehung. Seit 370 kann das Fest Christi Himmelfahrt als eigenständiges Fest vierzig Tage nach Ostern nachgewiesen werden. Gefeiert wird es am Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern."

 

Quelle: (Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln)

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