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Vater unser im HIMMEL


Martin
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Wo ist Gott? Im Himmel.

Wo ist der Himmel? Da wo Gott ist.

 

Schön. Gott hat den Himmel erschaffen. Wenn er im Himmel ist, kann er ihn dann auch verlassen, oder ist er daran gebunden? Würde sich ein gebundener Gott mit unseren Vorstellungen vereinbaren lassen?

 

... der Himmel und Erde erschaffen hat.

 

Sind beide geschaffenen Ebenen "räumlich" gemeint? Oder ist der Himmel ein Gegensatz zur räumlichen(-zeitlichen ?) Welt?

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Lieber, ewig fragender Martin

 

>> Gott hat den Himmel erschaffen.<<

 

und alle sichtbaren und unsichtbaren Dinge

 

 

>>Wenn er im Himmel ist, kann er ihn dann auch verlassen, oder ist er daran gebunden? <<

 

er hat den Himmel verlassen und ist Mensch geworden in Jesus Christus. Eine andere Stelle, wo er als 3 Männern dem Abraham erschein ist Gen 18. Außerdem gibt es noch den brennenden Dornbusch, die Wolke am Sinai etc.

 

 

>>Würde sich ein gebundener Gott mit unseren Vorstellungen vereinbaren lassen?<<

 

Ich weiß nur aus der Offenbarung, daß der Teufel gebunden werden wird.

Gott binden wollen nur die Materialisten, indem sie behaupten, dass es keine Wunder gibt. (=Gott hat keinen Einfluß auf die Materie)

 

>>Sind beide geschaffenen Ebenen "räumlich" gemeint? Oder ist der Himmel ein Gegensatz zur räumlichen(-zeitlichen ?) Welt?<<

 

Wir bekommen doch nur das mit, was unser ZNS durchlässt. Wie groß ist die Filterwirkung dieses Organs. Nebenbei, Du hast keine Sinne für Radioaktivität oder magn. Felder – dennoch gibt es sie.

 

Ich finde die Worte der Offenbarung schön, wo geschrieben steht: Offg 16, 14„ Der Himmel entschwand wie eine Buchrolle, die man zusammenrollt.“ Wenn das geschieht, wird sichtbar, was hinter allem steckt

 

Lieben Gruß

Erich

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Lieber des öfteren eine Antwort für mich geben könnender Erich,

 

zunächst also, Gott ist nicht nur im Himmel, er läßt sich auch auf der Erde blicken. Leuchtet mir ein.

 

Soll "der Himmel und Erde" erschaffen hat dann bedeuten, daß er ALLES erschaffen hat?

 

Über allem steht aber immer noch für mich die Frage:

Wo oder was ist Himmel?

 

Was hat es dann in diesem Zusammenhang mit Transzendenz im Immanenz auf sich?

 

Herzliche Grüße

Martin

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Wo ist der Himmel?

 

Nicht im Raum-Zeitkontinuum.

Er ist auch keine andere Dimension im physikalischen Sinn.

Der Himmel ist ein Gedankenwechsel Gottes:

Genauso wie das ganze Universum nur ein Gedanke Gottes ist, also nur in ihm existiert, und Du so schon jetzt in Gott existierst, ist es mit dem Himmel auch:

Auch eine Existenz in Gott, aber in größerer Nähe zu ihm, an seinem Herzen.

Es ist ziemlich egal, wie das nun räumlich-zeitlich organisiert ist.

 

(Geändert von Steffen um 17:20 - 25.April.2002)

 

 

(Geändert von Steffen um 17:21 - 25.April.2002)

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Hallo Martin,

 

ich habe grad was gefunden:

 

"Wo wohnt Gott?

Fragt man die verschiedenen Religionen, so geben sie sehr unterschiedliche Antworten.

'Gott wohnt in der Schönheit aller Dinge und Lebewesen der Natur ringsum' antworten die Hindus.

'Gott wohnt in der Tiefe deines Herzens, wenn du dich darein versenkst bis zu dem Ort, wo die Fluten deines Herzens sich beruhigen und alles durchsichtig wird bis zum Grund' antworten die Buddhisten.

'Gott ist jenseits der Höhe des Firmaments, das die ganze Erde einhüllt und mit seiner stählern blauen Kuppel uns unendlich überragt', antworten die Moslems.

'Gott ist unser Begleiter und unser Ziel auf dem Weg zu einer gemeinsamen Menschlichkeit, zu einer Weltbrüderschaft aller Völker und aller Mensachen als Teilen eines Volkes' antworten die Juden.

Wir Christen meinen und sagen dies alles auch, und dennoch fügen wir eine sonderbare, zentrale Erfahrung hinzu: Nur wenn wir einem anderen Menschen begegnen, in dessen Gegenüber wir selbst unser eigenes Wesen finden, finden wir auch zu Gott."

(Aus: Eugen Drewermann, Leben, das dem Tod entwächst)

 

Liebe Grüße,

Gabriele

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Liebe Gabriele,

 

danke auch für diese Antworten - es klingt sehr poetisch. Ich muß mal in Ruhe darüber nachdenken und die Anregungen verarbeiten.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Liebe Gabriele

 

Ganz spontan beim Lesen,haben mir deine Antworten zunächsteinmal sehr gut gefallen.(Aus Drewerman,Leben,das dem Tod entwächst)

 

Aber beim Drübernachdenken der einzelnen Zitate, ist mir dann aufgefallen:Gott muss sehr weit weg wohnen.Diese "poetische Nähe zu Gott" ,oder zu "seinem Wohnort", spüre ich leider nicht.Es scheint,dass ich da noch mehr suchen muss.

 

lieben Gruss

Moni

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Als ich nochmals über Gabrieles Antwort(en) nachdachte, fiel mir folgendes auf:

 

>Wir Christen meinen und sagen dies alles auch,

und dennoch fügen wir eine sonderbare, zentrale Erfahrung hinzu<

 

 

Das würde es nicht eingrenzen, sondern eher öffnen.

 

Oder ist das zu beliebig?

 

 

Herzliche Grüße

Martin

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Zitat von Martin am 14:07 - 25.April.2002

Wo ist Gott? Im Himmel.

Wo ist der Himmel? Da wo Gott ist.

Ja. Aber der Himmel ist nicht himmelblau, der Himmel ist eine Metapher, ein Bild - ein Wort, weil wir das "richtige" göttliche Wort dafür nicht kennen. Ein "Ort", eine "Daseinsform", der unserem Wahrnehmen und Erfahren (noch) nicht zugänglich ist.

 


  • Schön. Gott hat den Himmel erschaffen. Wenn er im Himmel ist, kann er ihn dann auch verlassen, oder ist er daran gebunden? Würde sich ein gebundener Gott mit unseren Vorstellungen vereinbaren lassen?


Er ist allmächtig, also hat er auch die Macht den "Himmel" zu verlassen.

 


  • ... der Himmel und Erde erschaffen hat.
     
    Sind beide geschaffenen Ebenen "räumlich" gemeint? Oder ist der Himmel ein Gegensatz zur räumlichen(-zeitlichen ?) Welt?


nicht "räumlich" im Sinne von Physik, und vermutlich auch kein Gegensatz - eher ein Komplement (Ergänzung, Vervollständigung); und das vielleicht noch zu Milliarden anderer Welten. Gott ist die Liebe, das Licht der Welt, der Weg, die Wahrheit und das Leben - SEIN Reich (gemeint als "Himmel" - nicht im Sinne von Herrschaft, wie in "Dein Reich komme" ) läßt sich hier und jetzt schon ein klein wenig erahnen. Im Menschen. Nach seinem Bilde schuf er ihn ...
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Wo wohnt Gott

 

Rabbi Meir war zu Gast bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: "Wo wohnt Gott?" Sie lachten über ihn: "Was redet ihr! Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit voll!" Er aber beantwortete seine eigene Frage: "Gott wohnt, wo man ihn einlässt."

                        (Martin Buber)

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Liebe Hansjo,

 

"Ich bin da, (wo ihr seid)." Darin habe ich mich schon einmal regelrecht verloren. Im positiven Sinn.

 

Um die Frage auszuweiten, wo war Gott, bevor er den Himmel erschaffen hat?

 

Herzliche Grüße

Martin

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Lieber Martin,

 

ich würde die Frage eher so stellen:

Wo war Gott bevor er den Menschen erschaffen hat?

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Ich weiß nicht, hansjo, ob die Frage so Sinn macht. Sie würde nur Sinn machen, wenn Gott ohne den Menschen nicht denkbar wäre oder anders, wenn Menschen Gott erdacht hätten.

 

Gott hat den Menschen erschaffen, also war er vorher da. Wenn er all-umfassend ist, dann ist er nicht nur im Menschen, sondern überall. Er kann auch im Menschen von uns erkannt werden.

 

???

 

Herzliche Grüße

Martin

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Klar war Gott vorher da, - er hat den Menschen erschaffen und er ist all- umfassend.

 

>Um die Frage auszuweiten, wo war Gott, bevor er den Himmel erschaffen hat? >

 

Wenn Gott aber überall ist, dann verstehe ich deine Frage  nicht.

Was bedeutet (für dich) „Himmel“?

Was macht es für einen Sinn danach zu fragen?

Kann jemand darauf eine Antwort haben?

 

 

Zum Thema „Gott ist überall“ gibt es auch ein Zitat von Martin Buber das ich sehr mag.

 

Als Rabbi Jizchak von Meir ein kleiner Junge war, brachte ihn seine Mutter einmal zum Maggid von Kosnitz. Da fragte ihn jemand: "Jizchak Meir, ich gebe dir einen Gulden, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt." Er antwortete: "Und ich gebe dir 2 Gulden, wenn du mir sagst, wo er nicht wohnt."

 

Ich weiß nicht worauf du hinaus willst mit deinen Fragen?

Versuch doch bitte mal es mir zu erklären, ja!

 

Liebe Grüße

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Gerne hansjo. Warum geht es mir.

 

Unser wichtigstes Gebet beginnt: Vater unser im Himmel. Wenn "im Himmel" nicht von Belang wäre, stände es nicht dort. Wenn Gott überall ist, warum beginnen wir das Vaterunser mit "im Himmel"?

 

 

Wir glauben an Gott, den Vater, der Himmel und Erde erschaffen hat.

 

Gleicher Beginn (Vater), und dann "Himmel" noch vor Erde.

 

 

Ich versuche zu verstehen, was hinter dem Wort Himmel steht. Besonders an diesem markanten Stellen.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Hallo Martin,

 

dann erzähl doch mal, was für dich hinter dem Wort Himmel steht.

 

Liebe Grüße

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Ich habe das Gefühl, nur Fragmente in der Hand zu halten, hansjo. Ich fühle mich unsicher und habe kein Bild vor mir. Ich versuche, in unserem Gespräch näher heranzukommen.

 

Herzliche Grüße

Martin

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In einem Jugendliederbuch in Spanien waren mehrere Vater Unser-Lieder enthalten. Zu den üblichen Vater Unser-Liedern gab es noch ein weiteres, das so anfing:

  • "Vater Unser, der Du bist auf Erden, geheiligt werde Dein Name"...

Und als ob das nicht genug sei, war noch ein weiteres Lied abgedruckt, das in der folgenden Weise anfing:

  • "Vater Unser im Himmel und auf Erden, geheiligt"...

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Hallo hansjo,

 

als erstes fiel mir das Bild der Paternosterkirche am Ölberg in Jerusalem auf. An diese Stelle würde ich mich gerne einmal setzen und mich (wieder) im Vaterunser verlieren. Schön.

 

Der Gedanke zum Himmel - das würde dem Gegenteil, vielleicht aber auch der Ergänzung, zur Erde entsprechen. Unerreichbar, fern. Gott ist uns nah, und doch fern. Gott ist derjenige, in dem die Gegensätze zusammenfallen. Wir können nicht allein über diese Grenze, nur er kann es. Er ist in der Personheit Jesu Christie über diese Grenze gegangen.

 

So langsam, wird es in meinem Denken "runder". Es holpert zwar noch, aber Danke für die Anregungen.

 

Un-rund ist es noch beim Glaubensbekenntnis. Ich will da zunächst etwas darüber nachdenken. Vielleicht komme ich allein weiter.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Zitat von Martin am 20:14 - 27.April.2002

Gerne hansjo. Warum geht es mir.

 

Unser wichtigstes Gebet beginnt: Vater unser im Himmel. Wenn "im Himmel" nicht von Belang wäre, stände es nicht dort. Wenn Gott überall ist, warum beginnen wir das Vaterunser mit "im Himmel"?

 

 

Wir glauben an Gott, den Vater, der Himmel und Erde erschaffen hat.

 

Gleicher Beginn (Vater), und dann "Himmel" noch vor Erde.

 

 

Ich versuche zu verstehen, was hinter dem Wort Himmel steht. Besonders an diesem markanten Stellen.


Lieber Martin,

wie wär's damit: "Erde" ist das, wo wir sind, unsere Welt, der "Käfig", den wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können.

 

Darüber hinaus gibt es aber noch was: "Himmel" - das Reich Gottes. Jesus hat doch gesagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Also von einer "anderen Welt". Es gibt noch etwas anderes, außerhalb dessen, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können.

 

Reicht Dir das als Erklärung?

 

Liebe Grüße,

Lucia

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Schon, Lucia,

 

ích hänge am Glaubensbekenntnis fest, ... der Himmel und Erde erschaffen hat ...

 

Wo war er vorher (mir kommt die Frage fast selber zu kleinkrämerisch vor, aber sie geht mir nicht aus dem Kopf)?

 

Warum hat er getrennt?

 

Herzliche Grüße

Martin

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Guten Abend Martin

 

>>Warum hat er getrennt>>

 

Die Frau verliert ihr Kind in dem Augenblick, in dem sie es bekommt.

Alle Schöpfung ist Trennung.

 

Lieben Gruß

Erich

PS: Die Liebe verlangt Persönlichkeit; darum verlangt Liebe Trennung.

 

(Geändert von Erich um 20:59 - 28.April.2002)

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