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Ordnungstheologie


Kirisiyana
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Heute habe ich zu einer Freundin gesagt: Mit Ordnungstheologie kann ich nichts anfangen. Die Lehre von der Schöpfungsordnung wurde heute in der Predigt von unserem Pastor erwähnt. Da möchte ich die Gelegenheit beim Schopfe greifen und doch noch einmal einen Versuch starten, hier mehr zu begreifen. Angefangen mit der Frage, was das genau ist. Wann und wie und warum ist sie entstanden? Kann mir jemand weiterhelfen?

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Heute habe ich zu einer Freundin gesagt: Mit Ordnungstheologie kann ich nichts anfangen. Die Lehre von der Schöpfungsordnung wurde heute in der Predigt von unserem Pastor erwähnt. Da möchte ich die Gelegenheit beim Schopfe greifen und doch noch einmal einen Versuch starten, hier mehr zu begreifen. Angefangen mit der Frage, was das genau ist. Wann und wie und warum ist sie entstanden? Kann mir jemand weiterhelfen?

Ich versuchte grad mal danach zu googeln, aber da stellt sich grad die Frage: Gibt's das denn überhaupt? So spontan finde ich keinen Artikel im Netz.

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Heute habe ich zu einer Freundin gesagt: Mit Ordnungstheologie kann ich nichts anfangen. Die Lehre von der Schöpfungsordnung wurde heute in der Predigt von unserem Pastor erwähnt. Da möchte ich die Gelegenheit beim Schopfe greifen und doch noch einmal einen Versuch starten, hier mehr zu begreifen. Angefangen mit der Frage, was das genau ist. Wann und wie und warum ist sie entstanden? Kann mir jemand weiterhelfen?

Ich versuchte grad mal danach zu googeln, aber da stellt sich grad die Frage: Gibt's das denn überhaupt? So spontan finde ich keinen Artikel im Netz.

Da solltest Du bei den Protestanten graben. Ein namhafter Vertreter der protestantischen Ordnungstheologie war Paul Althaus. Ist aber ein ziemlich schmierseifiges Feld, aus der Schöpfungsordnung eine Staatsordnung herzuleiten, bei Paul Althaus hat das dazu geführt ... naja, Du entdeckst es im Wiki-Eintrag ... (liegt schon ziemlich lange zurück, dass ich mich damit beschäftigt habe und ist mir augenblicklich zu mühsam, dazu was Ausführlicheres aus dem Gedächtnis zu graben).

Edited by Julius
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vielen dank schonmal!

nee, ich merk schon, das ist es gar nicht, was mich so interessiert. gibts denn in der katholischen theologie sowas wie eine lehre von der göttlichen schöpfungsordnung? also schöpfungordnung als begriff, das gibt es doch?

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vielen dank schonmal!

nee, ich merk schon, das ist es gar nicht, was mich so interessiert. gibts denn in der katholischen theologie sowas wie eine lehre von der göttlichen schöpfungsordnung? also schöpfungordnung als begriff, das gibt es doch?

 

Die Naturrechtslehre?

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Franciscus non papa

meine erfahrung: fast immer, wenn jemand das wort schöpfungsordnung in den mund nimmt, kommt nichts gescheites dabei raus.

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Im katholischen Bereich wird das unter dem Schlagwort "Naturrecht" abgehandelt - und das ist ein mehr als komplexes Thema, das zudem auch sehr schnell ideologielastig wird...

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vielen dank schonmal!

nee, ich merk schon, das ist es gar nicht, was mich so interessiert. gibts denn in der katholischen theologie sowas wie eine lehre von der göttlichen schöpfungsordnung? also schöpfungordnung als begriff, das gibt es doch?

Ich glaube, das was Du meinst, heißt im katholischen Bereich "Ordotheologie" und wurde von Thomas von Aquin auf der Grundlage von Aristoteles entwickelt. Die Grundidee ist in dem Satz niedergelegt "Omnes est propter suam operationem" und meint dass jedem Geschöpf ein artgemäßes Plansoll zu erreichen hat und in dieser Erreichung stellt alles lebendige in bestimmter Weise das Göttliche dar ("representatio dei"). Ihr Bewegungsziel ("Woraufhin")ist es der göttlichen Ähnlichkeit nachzustreben (Thomas von Aquin, Summe contra gentiles III, 22)

Und:

...bei jedem Ding [besteht] die Natur vorzüglich in dem Bestimmungsgrund (forma) nach dem das Ding seine Art ("spezies") gewinnt. Der Mensch aber wird durch die geistige Seele in seiner Art begründet. Wer sich deshalb gegen die Vernunftordnung stellt, geht eigentlich gegen die Natur des Menschen, insoferne er Mensch ist. Was aber vernunftgemäß ist, das ist auch naturgemäß für den Menschen soferne er Mensch ist. Nun besteht aber für den Menschen das Gute in dem vernunftgemäßen Verhalten und das Böse in einem Verhalten das außerhalb der Vernunft liegt.., Und darum ist die Tugend des Menschen die ihn selbst und sein Werk gut macht insofern der Menschennatur entsprechend, als sie der Vernunft entspricht. Das Laster aber ist insoferne gegen die Natur des Menschen, als es zur Ordnung der Natur im Gegensatz steht. (Thomas v. Aquin, Summa theol. I qu.103,art8 resp.)

Es ist also unschwer zu erkennen, dass das Ordo Motiv bei Thomas zu einer in der Schöpfungsordnung verankerten ontologischen Begründung einer Naturrrechtsethik führt.

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ui, vielen Dank, geist, das scheint in die richtige richtung zu gehen!

gouvernante, du spricht ein problem an: ideologielastigkeit. kannst du das genauer erkären?

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ui, vielen Dank, geist, das scheint in die richtige richtung zu gehen!

gouvernante, du spricht ein problem an: ideologielastigkeit. kannst du das genauer erkären?

Guten Morgen

Zu Ideologielastigkeit.

 

Es ist ja nicht eindeutig bestimmbar, was unvernünftig und daher wiedernatürlich ist. So hat z.B. die Amtskirche anlässlich der Familienrechtsreform in Österreich in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die endlich eine rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau brachte argumentiert, die Abschaffung der Idee, dass der Mann das Haupt der Familie sei gegen die natürliche Ordnung ja sogar gegen die göttliche Ordnung.

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Also unterscheidet man zwischen natürlicher und göttlicher ordnung? wie das?

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Also unterscheidet man zwischen natürlicher und göttlicher ordnung? wie das?

 

M.E. gebraucht das Kirchenrecht beide Ausdrücke synonym...wer sonst als Gott sollte nach christlicher Vorstellung die natürliche Ordnung festlegen...aber die Naturrechtsidee ist deutlich älter als das Christentum - Thomas von Aquin hat die Gedanken von Aristoteles übernommen. Zudem gibt im Bereich der Juristerei auch heute noch Anhänger des Naturrechts die sich nicht auf Gott beziehen möchten.

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