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Gemeinden von Morgen?


Flo77
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Kommt die Idee für die Zukunft aus Asien bzw. Afrika?

 

In Ländern mit einem weitaus schlechteren Priester-Gläubigen-Verhältnis wurde ein Konzept entwickelt, daß in Asien unter der Bezeichnung ASIPA bekannt ist, in Deutschland als "Kleine Christliche Gemeinde" anscheinend schon in einigen Bistümern ausprobiert wird.

 

Grundgedanke ist in seiner Nachbarschaft oder seiner Peergroup eine Gemeinschaft zu institutieren, die im Kleinen liturgisch, katechetisch und caritativ aktiv ist. Dabei bleiben diese Gemeinden selbstverständlich Teil der Pfarrgemeinden, die als Gemeindeverbund verstanden werden.

 

Das Konzept beruht wohl (unter anderem) auf den Aussagen von VatII zur Ekklesiologie.

 

Hat jemand mit diesem Konzept schon mal praktische Erfahrungen gesammelt?

 

http://www.missio-aachen.de/angebote-medien/bildungsangebote/asipa/Was_ist_AsIPA.asp#0

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bei uns wurde vor einigen jahren versucht etwas ähnliches zu etablieren.

der arbeitstitel war "kirche in der nachbarschaft."

das problem sehe ich darin, dass die "gläubigen-dichte" in der unmittelbaren echten nachbarschaft meist nicht groß genug ist, damit das in der nachbarschaft funktionieren kann.

jetzt könnte man ja solche gruppen auch unabhängig von konkreter nachbarschaft bilden.

du lädst leute ein, ich lade leute ein ... mal sehen, wer kommt.

das halte ich für praktikabler.

bei diesem modell ist dann meines erachtens selbstdisziplin und ein wachsames auge gefragt, damit es nicht so weit kommt, dass ich "nur" die menschen einlade, mit denen ich eh gut kann.

es entstehen dann schnell "intime" kreise, die nicht mehr einladend für (noch) aussenstehende erscheinen.

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Was mich ein bisschen abschreckt ist das doch sehr in den Vordergrund geschobene Bibelteilen.

 

Nichts gegen eine solide Kenntnis der Schrift, aber das erscheint mir doch etwas überbetont.

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Hat jemand mit diesem Konzept schon mal praktische Erfahrungen gesammelt?

Ich kenne eine Diözese, die es versucht hat. Paßt nicht zur hiesigen Mentalität, bzw. die zwei Gruppen, die liefen bekamen in 0,nix Einkapselungstendenzen.

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Was mich ein bisschen abschreckt ist das doch sehr in den Vordergrund geschobene Bibelteilen.

 

Nichts gegen eine solide Kenntnis der Schrift, aber das erscheint mir doch etwas überbetont.

 

das ist in meinen augen zum einen geschmackssache und zum anderen würde ich das nicht so "dogmatisch" sehen.

sicher ist es legitim, dass sich jede gruppe selbst eigene schwerpunkte setzt und die konkrete umsetzung abspricht.

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Hat jemand mit diesem Konzept schon mal praktische Erfahrungen gesammelt?

Ich kenne eine Diözese, die es versucht hat. Paßt nicht zur hiesigen Mentalität, bzw. die zwei Gruppen, die liefen bekamen in 0,nix Einkapselungstendenzen.
Ich würde mich ja gerne mal mit dieser Dame aus Hildesheim unterhalten - interessant finde ich das Konzept schon.

 

(Und irgendeine Alternative zu unseren Großgemeinden wird sich wohl entwickeln müssen.)

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Hat jemand mit diesem Konzept schon mal praktische Erfahrungen gesammelt?

Ich kenne eine Diözese, die es versucht hat. Paßt nicht zur hiesigen Mentalität, bzw. die zwei Gruppen, die liefen bekamen in 0,nix Einkapselungstendenzen.
Ich würde mich ja gerne mal mit dieser Dame aus Hildesheim unterhalten - interessant finde ich das Konzept schon.

 

(Und irgendeine Alternative zu unseren Großgemeinden wird sich wohl entwickeln müssen.)

 

Welche Dame?

Edited by mbo
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Hat jemand mit diesem Konzept schon mal praktische Erfahrungen gesammelt?
Ich kenne eine Diözese, die es versucht hat. Paßt nicht zur hiesigen Mentalität, bzw. die zwei Gruppen, die liefen bekamen in 0,nix Einkapselungstendenzen.
Ich würde mich ja gerne mal mit dieser Dame aus Hildesheim unterhalten - interessant finde ich das Konzept schon.

 

(Und irgendeine Alternative zu unseren Großgemeinden wird sich wohl entwickeln müssen.)

Welche Dame?
Gabriele Viecens, die Mitautorin dieses Artikels.
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Was mich ein bisschen abschreckt ist das doch sehr in den Vordergrund geschobene Bibelteilen.

 

Nichts gegen eine solide Kenntnis der Schrift, aber das erscheint mir doch etwas überbetont.

Nun ja, die Bibel als Grundlage christlichen Handelns, warum nicht?

Oder weißt Du was besseres?

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Natürlich!

 

Der Katechismus der katholischen Kirche.

Der beantwortet uns alle Fragen, er ist die Richtschnur für unser (rechtes) katholisches Leben.

 

Wozu Bibelteilen? Die Verfasser des RKK haben das für uns schon erledigt.

 

SCNR

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naja ... es gibt ja auch einen unterschied zwischen "KEINE bibel" und (subjektiv) "zu viel bibel."

um klarer zu machen was ich meine: man kann sich auch so viel mit der bibel beschäftigen, dass keine zeit mehr bleibt, sich um den nächsten zu kümmern - keine zeit mehr für liturgie, diakonie und katechese.

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naja ... es gibt ja auch einen unterschied zwischen "KEINE bibel" und (subjektiv) "zu viel bibel."

um klarer zu machen was ich meine: man kann sich auch so viel mit der bibel beschäftigen, dass keine zeit mehr bleibt, sich um den nächsten zu kümmern - keine zeit mehr für liturgie, diakonie und katechese.

Das wiederum ist nicht die Idee des Bibelteilens der kleinen christlichen Gemeinschaften. Da geht es nach dem lesen der Bibel auch immer um das Hören auf Gottes Ruf darin, und dann um die Konkretionen im eigenen Leben: Bibel Teilen in sieben Schritten.

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dem stimme ich zu, Moriz.

dennoch sehe ich es so: wenn jemandem zb das TÄGLICHE bibelteilen "zu viel" ist, sollte man ihn dazu auch nicht nötigen.

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Hmmm, ich hab' jetzt ein paar Tage ins Land gehen lassen ... und komme heute zu demselben Ergebnis wie zu Beginn: Für MICH wäre das nichts, mir stellen sich beim Durchlesen der Konzeption auch heute morgen noch die Stacheln auf. Vor allem "Bibelteilen" ... grrr, grrr, grrr. Die Sucht ist hier herum ja auch schon ausgebrochen, wo man hinschaut "Bibelteilen" (ich war EINMAL da und werde da nie wieder hingehen), und wer schlicht und ergreifend einen Bibelkurs machen will, um sein Bibelwissen zu erweitern, muss entweder einen Fernkurs belegen oder zu den Evangelen gehen (was allerdings nicht das schlechteste ist). Irgendwo, bei passender Gelegenheit, habe ich deswegen mal gemotzt: "Bibelteilen" sei so schön "niedrigschwellig", hieß es da. Naja, die mit höherschwelligen Interessen sind dann halt irgendwann mal weg ... eigentlich jetzt schon, wenn mich mein Eindruck nicht trügt. Nachbarschaftshilfe: hammer schon, ganz ohne Kirche(n) zuwege bekommen sogar (auch wenn die Kirchen mitmachen), und, und, und ... ich hasse den Gedanken, in ein Konstrukt "kleine Gemeinschaft" eingebunden zu werden, wie es hier dargestellt wird.

Kann aber auch sein, ich hab' das Konzept (noch) nicht verstanden.

Edited by Julius
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Nachbarschaftshilfe: hammer schon, ganz ohne Kirche(n) zuwege bekommen sogar (auch wenn die Kirchen mitmachen), und, und, und ... ich hasse den Gedanken, in ein Konstrukt "kleine Gemeinschaft" eingebunden zu werden, wie es hier dargestellt wird.

Kann aber auch sein, ich hab' das Konzept (noch) nicht verstanden.

Oh nein. Eine Verpflichtung. Ein soziales Gefüge, das wohlmöglich mit einem Kontakt aufnehmen will. Vade Retro! Ist ja ganz, ganz, ganz furchtbar.

 

Nachbarschaftshilfe ist etwas, was vielerorts einfach nicht mehr funktioniert (Mobilität, berufliche Inanspruchnahme, etc.). In ländlichen Regionen vermutlich noch eher als in den Städten.

 

Insofern finde ich es eigentlich völlig logisch, daß sich die Gläubigen in den Großgemeinden (wie sie in Essen, Aachen und Köln aus dem Boden gestampft werden) wieder ein kleineren, persönlicheren Kreisen zusammenfinden um gemeinsam Liturgie, Caritas und Koinoia nachzuvollziehen.

 

Ich pers. fände einen Kreis Gleichgesinnter mit dem man tatsächlich Projekte starten kann wie z.B. echte Nachtwachen in Oster- und Christnacht (mit Gebet, Essen und Übernachtung) oder regelmäßige Treffen zur Laudes u./o. Komplet oder WoGoDi's wie weiland Luther sie schon empfahl an allen Tagen an denen keine Messe gehalten wird oder Nachbarschaftstreffs (die berufsmäßig organisierten sind meiner Meinung nach eher schwierig) oder Kreise in denen ein Erstkommunionkind/Firmand nicht nur seine Tischmutter/Katechetin hat, sondern auch mit den Alltagskatholizismus anderer Erwachsener kennenlernen kann, oder, oder, oder.

 

Zum Initiator solcher Gruppen fühle ich mich nunmal leider nicht wirklich befähigt.

 

Bei jedem Treffen erstmal 7-Stufen-Bibelteilen durchzuziehen halte ich allerdings auch für eher unsinnig.

Edited by Flo77
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Nachbarschaftshilfe ist etwas, was vielerorts einfach nicht mehr funktioniert (Mobilität, berufliche Inanspruchnahme, etc.). In ländlichen Regionen vermutlich noch eher als in den Städten.

Eben, und deswegen gibt es inzwischen (mehr oder weniger gut) organisierte Nachbarschaftshilfe, bei der jeder, der es möchte, sich auch engagieren kann. Da brauch' ich keine kirchliche Kleingruppe zu.

Aber vielleicht versteh' ich's einfach noch immer nicht.

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OneAndOnlySon
In Ländern mit einem weitaus schlechteren Priester-Gläubigen-Verhältnis wurde ein Konzept entwickelt, daß in Asien unter der Bezeichnung ASIPA bekannt ist, in Deutschland als "Kleine Christliche Gemeinde" anscheinend schon in einigen Bistümern ausprobiert wird.

 

Grundgedanke ist in seiner Nachbarschaft oder seiner Peergroup eine Gemeinschaft zu institutieren, die im Kleinen liturgisch, katechetisch und caritativ aktiv ist. Dabei bleiben diese Gemeinden selbstverständlich Teil der Pfarrgemeinden, die als Gemeindeverbund verstanden werden.

Ich stehe diesen Reformkonzepten zunehmend skeptisch gegenüber. Fast alle haben gemeinsam, dass die gewachsenen Strukturen der letzten Jahrzehnte zerschlagen oder zumindest geschwächt werden. Dabei ist mir der Grund nicht ganz klar. Ich kenne viele Gemeinden mit einer aktiven Jugendarbeit, mit Senioren- und Familienaktivitäten, Chor, Band und so weiter. Diese Gemeinden funktionieren hervorragend. Wieso muss man ihnen in Großpfarreien die Eigenständigkeit nehmen oder sie in Hauskreise zerpflücken? Wozu soll das gut sein?

 

Das Hauskreis-Konzept verstärkt außerdem die Tendenz, dass die Kirche nur in wenigen Milieus präsent ist. Wenn die Hauskreise hauptsächlich in ihren Peergroups aktiv sind, muss es geradezu zum Ausschluss ganzer Milieus aus der Kirche kommen. Die starken Milieus werden weiter gestärkt, die anderen endgültig vertrieben. Man müsste doch eher die Frage stellen, wie wir die Gemeindearbeit integrativer gestalten können.

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Wieso muss man ihnen in Großpfarreien die Eigenständigkeit nehmen oder sie in Hauskreise zerpflücken? Wozu soll das gut sein?
Man muss es nicht. Mir wäre es auch lieber, man organsierte die Seelsorge um die Gemeinden herum und nicht umgekehrt.

 

Was allerdings nichts daran ändert, daß eine bestimmte Spiritualität unter Umständen nur in einem Kreis der über die Gemeindegrenzen hinausgeht lebbar ist.

 

 

Man müsste doch eher die Frage stellen, wie wir die Gemeindearbeit integrativer gestalten können.
Da bin ich dann wieder der falsche Ansprechpartner.
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OneAndOnlySon
Was allerdings nichts daran ändert, daß eine bestimmte Spiritualität unter Umständen nur in einem Kreis der über die Gemeindegrenzen hinausgeht lebbar ist.

Das ist natürlich so und ich will im umgekehrten Fall auch nichts gegen Hauskreise sagen. Ich kenne mehrere Menschen, die sich in ihren jahrzehntealten Hauskreisen sehr wohl fühlen und viel Kraft aus ihnen schöpfen. Das sind Menschen, die gleichzeitig in der Gemeinde sehr aktiv sind.

 

Was mich an dem vorgelegten Konzept stört ist, dass darin die heutige Gemeinde kaum noch vorkommt. Dabei funktioniert sie doch in den allermeisten Fällen ganz hervorragend.

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Was mich an dem vorgelegten Konzept stört ist, dass darin die heutige Gemeinde kaum noch vorkommt. Dabei funktioniert sie doch in den allermeisten Fällen ganz hervorragend.

Tun sie das wirklich?

 

Ich sehe im Konzept der kleinen christlichen Gemeinschaften auch keinen Ersatz der Gemeinden, sondern eine Möglichkeit, innerhalb einer Gemeinde sein Christsein intensiver zu leben, wenn man das möchte.

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Was mich an dem vorgelegten Konzept stört ist, dass darin die heutige Gemeinde kaum noch vorkommt. Dabei funktioniert sie doch in den allermeisten Fällen ganz hervorragend.

 

Bei der Gruppe, die ich kenne, ist das kein Problem.

Sie gehen in der Regel Sonntags in die Messe der Gemeinde, engagieren sich beim Pfarrfest, in der Gemeindebucherei, an St. Martin, .... für diese Gruppe ist die Gemeinde ein unabdingbarer Teil ihres Glaubenslebens.

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Oh nein. Eine Verpflichtung. Ein soziales Gefüge, das wohlmöglich mit einem Kontakt aufnehmen will. Vade Retro! Ist ja ganz, ganz, ganz furchtbar.

Noch eine Verpflichtung, noch ein soziales Gefüge ... an beidem hab ich eigentlich keinen Mangel. - Und verstanden hab ich das Konzept noch immer nicht. Ich glaube, ich geb's auf.

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Was mich an dem vorgelegten Konzept stört ist, dass darin die heutige Gemeinde kaum noch vorkommt. Dabei funktioniert sie doch in den allermeisten Fällen ganz hervorragend.

 

Bei der Gruppe, die ich kenne, ist das kein Problem.

Sie gehen in der Regel Sonntags in die Messe der Gemeinde, engagieren sich beim Pfarrfest, in der Gemeindebucherei, an St. Martin, .... für diese Gruppe ist die Gemeinde ein unabdingbarer Teil ihres Glaubenslebens.

Ich glaube nur so kanns gehen, ohen das Konzept gelesen zu haben... Wenn die Kleinen Gemeinden die klassische Pfarrei weder ersetzen noch zerstören sollen muss es Veranstaltungen geben wo die gesamte Gemeinde zusammen kommt... und da denke ich nicht nur an die Messe, die sollte selbstverständlich sein... eher an was das zum Sonntagsgottesdienst dazu kommt

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OneAndOnlySon

Ich glaube nur so kanns gehen, ohen das Konzept gelesen zu haben... Wenn die Kleinen Gemeinden die klassische Pfarrei weder ersetzen noch zerstören sollen muss es Veranstaltungen geben wo die gesamte Gemeinde zusammen kommt... und da denke ich nicht nur an die Messe, die sollte selbstverständlich sein... eher an was das zum Sonntagsgottesdienst dazu kommt

Die Messe wird in Zukunft aber nicht mehr jeden Sonntag in der Gemeinde stattfinden, sondern auf Großpfarrei-Ebene. Umso wichtiger ist es, dass sich Menschen auf Gemeinde-Ebene weiterhin für die Liturgie engagieren.

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