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Unsere Liebe Frau vom Carneval


Pompeo

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Liebe Streitgemeinde,

machen wir es uns doch einfach gemütlich und lehnen uns im Ohrensessel zurück.

 

Passend zur Jahreszeit gibt es nun eine Geschichte. Von Gertrud von Le Fort.

Aber keine Angst, es wird nicht allzu mystisch. Oder vielleicht doch?

 

(Muss mal eben den ersten Theyl rauskramen …)

Lissie, könntest du vielleicht etwas Gebäck aus dem Betaforum herüberbringen?

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Was wäre ein Doge ohne Venedig, die Königin der Meere.

Und darum eröffne ich hic et nunc das virtuelle Venedig.

Ich habe vor, euch zunächst eine Geschichte zu erzählen, von Rosabella und dem unsteten Pompeo d’Oro, eine Geschichte, die zur Zeit des Karnevals in Venedig spielt, und die ich in einem antiquarisch erstandenen Büchlein fand.

Aus diesem kleinen Zufallsfund wurde meine Diplomarbeit. Daher gibt’s hier auch häppchenweise Bilder zu schauen.

Eure gewohnt qualifizierten Kommentare sind mir sehr wichtig. Also bitte: Zwischenrufe, Hinzudichtungen, Bilder …

Willkommen in der erstaunlichsten Stadt des Universums! Willkommen in Venedig!

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Hochgepostet, damit Herr Pompeo mal dran erinnert wird, dass die Geschichte weitergehen muss!

 

*kurz anfeuer*

LOS! LOS! LOS!

 

:)

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Auja, fein!

 

Hier ein paar virtuelle Quarkbällchen!

 

* * * *

 

*=Platzhalter für Quarkbällchen

 

Viele Grüße

 

Tifs

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*böörps*

 

 

 

 

(Geändert von Echo Romeo um 15:25 - 21.Februar.2003)

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Wie wird es weitergehen????

 

*mitspannungwart*

 

Liebe Grüsse und allen einen schönen sonnigen Sonntagnachmittag!

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Also... übermorgen fängt ja nun Karneval an, wie wäre's denn mit einer kleinen Fortsetzung, nettester Pompeo?

 

*bittebittebittebittebittteeeeeeeemitnettemAugenaufschlag*

 

* * * <--- Bestechungsversuch

 

Viele Grüsse :)

 

Tifs

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salon.jpg

 

Na gut. Ihr habt ja recht. Sonst kommen wir nie zu Potte. Allerdings ist der Krankenstand hier recht hoch …

 

Nun gut. Pompeo lässt sich entschuldigen. Es geht weiter, auch ohne ihn.

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miracoli_front.jpg

 

Hier sehen wir das kleine Renaissance-Prachtstück – Santa Maria dei Miracoli. Unsere Liebe Frau von den Wundern. Die Venezianer haben seltsame Marienpatronate … So geht zum Beispiel Santa Maria Formosa auf eine Vision zurück, in der die Mutter Gottes erschien. Was allein nicht sonderlich bemerkenswert wäre. Sie war allerings »gut im Futter« – formosa halt.

 

Aber Venedig ist die erstaunlichste Stadt des Universums, wenn man von Xrfz67b‘gronz in einem westlichen Auslüfer von Beteigeuze absieht.

 

(Geändert von Echo Romeo um 10:28 - 25.Februar.2003)

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Unterdessen hatte diejenige, auf die er wartete, ihr Gebet beendet, und als sie nun mit ihren kleinen würdevollen und zugleich kindlichen Schritten durch das Schiff der Kirche kam, fiel es wie Schuppen von den Augen des Paters, und er sagte sich, daß er die Unerfahrene wohl ganz anders hätte belehren und zurichten müssen.

 

«Siehe da, Donna Rosabella!» rief er, sie scheinbar überrascht begrüßend. «Mit Wohlgefallen erblicke ich Euch in Gottes Haus, während alle Welt von nichts anderem erfüllt ist wie von den Freuden des Karnevals. Wie wohl würde es Pompeo Doro anstehen, eine so fromme Gemahlin zu haben! Ihr solltet Euch nicht allzusehr von ihm zurückziehen, denn, wie ich höre, ist er aus Gram über Eure Kühle auf dem besten Wege, Donna Lelia Vendramin zu verfallen.»

 

Die kleine Rosabella wurde bei diesen Worten so weiß wie das Linnen ringsum auf den Altären, so daß der Pater nicht im Zweifel darüber war, daß er seine Worte richtig gewählt hatte. «Ihr werdet heute abend beim Karneval leicht Gelegenheit finden, Eurem Freunde neue Hoffnung zu geben», sagte er bedeutsam und in der festen Meinung, daß er die Kindliche nun vortrefflich unterwiesen habe.

 

Aber er hatte zum zweiten Mal nicht mit der Herzenseinfalt der kleinen Rosabella gerechnet. Anstatt dem Rat des klugen Paters zu folgen, eilte sie, sobald sie allein war, zu dem eben verlassenen Altar zurück und warf sich abermals vor dem gnadenreichen Bildnis nieder. Aber in der Angst ihres armen liebenden Herzens waren ihr plötzlich all die strengen Anklagen entfallen, mit denen sie noch eben die Heilige Frau unterhalten hatte, und sie fand immer wieder nur die stammelnden Worte: «Ich habe ihn lieb, Heilige Mutter Gottes! Ich habe ihn lieb, aber ich kann nicht zu ihm auf den Karneval gehen, denn ich habe Dir gelobt, bei Dir zu bleiben! Mache nun Du, daß er mir und nicht Lelia Vendramin anhängt!»

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Hihi, jetzt wird unsere kleine Geschichte mystisch:

 

Da ging in dem Antlitz der Heiligen Frau abermals eine Veränderung vor. Sie schüttelte zwar wiederum ein wenig den Kopf wie staunend und halb unwillig über das Gelübde der kleinen Rosabella, aber zugleich schien es auch, als käme sie ein Rühren an über so viel Einfalt, Treue und Unerfahrenheit, und sie neigte sich mütterlich zu der Weinenden nieder, als wolle sie sagen: «0 du armes unberatenes Kind, weißt du denn, um was du bittest?» Der kleinen Rosabella wurde es leichter ums Herz, sie fühlte sich erhört und getröstet, und dann fiel eine süße Müdigkeit auf sie, und sie schlief zu Füßen des gnadenvollen Bildes ein. Nicht lange danach trat eine feine hohe Frauengestalt aus der Türe der Kirche Santa Maria dei Miracoli in den dämmerigen Abend hinaus. Aufmerksam spähte sie über den schwarzen Kanal hin, auf dem von Zeit zu Zeit von Fackeln beleuchtete Gondeln mit goldblitzenden Masken gefüllt vorüberglitten. Schließlich kam auch eine leere Gondel zurück. Die Frau an der Kirchentür winkte dem Gondoliere, der an der Treppe anlegte und sie einsteigen ließ. Sie reichte ihm einige Münzen, deren Schwere den Mann betroffen machte, und als er die Geldstücke im Scheine der Fackel prüfte, sah er, daß sie aus purem Gold und von der Art gewisser frommer Medaillen waren, die zuweilen den Heiligen geopfert wurde. Unwillkürlich blickte er die Frau schärfer an, aber kaum war es geschehen, als ihm ganz sonderbar zu Mut wurde. Er mußte sich bekreuzigen und ein Ave Maria sprechen, obwohl er noch eben die allerweltlichsten Gedanken gehabt hatte. Und jedesmal, wenn unterwegs sein Blick das Antlitz seines Fahrgastes streifte, überkam ihn derselbe Drang, er wußte nicht warum.

 

Unterdessen blickte die Frau aufmerksam um sich, und es schien dem Gondoliere, daß sie aussähe, als ob sich ihre Augen an der prächtigen Seltsamkeit der Lagunenstadt wie an etwas Ungewohntem erfreuten. Ja manchmal, wenn die Barke an einem besonders magischen Palast vorüberglitt, entfuhr ihr ein Ausruf, als sei sie geneigt, diese wasserentstiegenen Gemäuer mit ihren muschelgrauen Filigranen und Ornamenten gar nicht für menschliche Behausungen zu halten, sondern viel eher für wundersame Korallengebilde und Meeresgewächse. Er meinte, sie sei wohl fremd am Ort, schließlich aber mußte sie sich doch besser auskennen, als er dachte. Denn als sich die Gondel der Piazza näherte, bat sie ihn, daß er sie aussteigen lasse und auf ihre Rückkehr warte, sie wolle sich etwas kaufen, dessen man in Venedig in diesen Tagen dringend benötige. Und als sie nach einer Weile wiederkam, hatte sie tatsächlich eine kleine Maske vor das Gesicht gebunden. Der Gondoliere aber, der ihre Augen aus der Umrahmung der schwarzen Seide auf sich gerichtet fühlte, konnte sich nicht helfen, er mußte abermals den Englischen Gruß hersagen, so wunderlich er sich auch dabei vorkam.

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Hier übrigens Santa Maria Formosa … allerdings zum Kanal hin, und nicht die Schaufassade. Heutzutage befindet sich dort auch ein kleiner Zeitungskiosk, wenn ich mich nicht irre …

 

Da kann man dann »Il Gazzetino« kaufen, oder den »Corriere«, oder irgendwelchen netten kleinen Tand, Plastikmasken vielleicht.

 

formosa1.jpg

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