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"Lebendiger" Glaube


Martin
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Ich habe Pedrino gegenüber im Gespräch die Bezeichnung "lebendiger Glaube" erwähnt. Und nun fragt Pedrino, was ich denn damit sagen will. Zunächst einmal ganz einfach: Es ist kein toter, erstarrter Glaube.

 

Pedrinos Bild vom "lebendigen Glauben" geht davon aus, daß ich damit meine Glaubenspraxis meine und daß dieses nichts Besonderes sein. In Bezug auf Teil zwei seiner Feststellung stimme ich ihm zu. Ich denke aber, daß es nicht nur meine Glaubenspraxis betrifft.

 

Daher die Frage von mir an meine Mitchristen: Was versteht ihr unter "Lebendigem Glauben".

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Hallo,

ich denke, dass 'lebendiger' Glaube etwas mit der Gottesbeziehung zu tun hat.

Grundlegend dafür ist

1. Dass ich davon ausgehe, dass Gott existiert

2. Dass ich davon ausgehe, dass Gott beziehungsfähig ist

3. Dass ich davon ausgehe, dass Gott in meinem Leben wirkt.

Insgesamt ist die Grundlage des lebendigen Glaubens, dass ich Gott in mein Leben integrieren kann, dass meine Gottesbeziehung ein tragfähiges Konzept meines Lebensweges bietet.

 

Lebendig bedeutet für mich in diesem Zusammenhang, dass meine Gottesbeziehung sich in einerseits in allen Situationen als tragfähig erweist und andererseits, das ich in der Lage bin, meine Gottesbeziehung zu pflegen. Wenn ich das nicht tue, stirbt der 'lebendige' Glauben.

 

Wäre ich Nichtglaubender, würde ich das, was ich hier geschrieben habe, für kompletten Blödsinn halten oder zumindest für vollkommen unverständlich. Voraussetzung für diese Frage ist, ob ich grundsätzlich bereit bin, an einen Gott zu glauben,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Lebendiger Glaube, lieber Pedrino, erschließt sich mir im Gebet. Heute nacht z.B. als ich wach wurde, habe ich gebetet. EIne Stunde? Nicht um damit jezt anzugeben, sonder einfach nur mal, um es zu beschreiben. In dieser Stunde habe ich meine Glauben als lebendig empfunden. Ich habe mich an meinen Gedanken, die auf mich einstürmen wenn ich still sein will vorbeigearbeitet - das dauert ein paar Minuten - und dann aus der Ruhe und Stille heraus, habe ich gebetet. Zwiesprache mit Gott gehalten. Gedacht und geschwiegen und empfunden. Bemerkt, welche Gedanken in mir aufsteigen, wie ich darauf reagiere.

 

Es gibt Phasen, in denen in meinen Körper nicht mehr wahrnehme, andere, in denen ich Licht und Wärme empfinde. Worte tauchen auf wie das Wasser einer Quelle, die nicht verschüttet werden kann. Wasser, das immer wieder abgelagerten Sand wegspült, sagar ganze Erdrutsche durchsteigt. Nähe, Vertrauen, Geborgenheit. Ein Empfinden von Gott, der uns seinen Namen genannt hat mit "ich bin da". Offenheit, Weite. Quelle des Lebens. Jesus, Heiliger Geist, Gott. Eins, nicht drei.

 

Und dann der immer wieder neu gewagte und immer wieder nur unvollkommene Versuch, das in den Alltag zu übernehmen. Dort, wo Dornen wachsen und ersticken.

 

Jeden Morgen der neue Versuch. Immer wieder und immer wieder. Auferstehung jeden Tag.

 

Herzliche Grüße

Martin

 

 

PS: Fragen und Antworten? Kein mir absprechen dessen, was ich gesagt habe? Ist das möglich?

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Hallo,

 

für mich bedeutet lebendiger Glauben:

 

- Glauben an eine Person, Jesus Christus, und nicht (nur) an eine Botschaft;

 

- das Handeln Gottes in meinem persönlichen Leben zu erfahren,

  sein Wirken in meinem eigenen Leben zu erkennen;

 

- Kommunikation mit Gott: Gespräch (Gebet), Hören auf ihn, eine Antwort bekommen;

 

- Gottes Nähe spüren: ein Gefühl von völligem Frieden,

  unbeschreiblichen Glücks und tiefer Geborgenheit.

 

Das hört sich jetzt alles ziemlich theoretisch an, in der "Praxis" ist vor allem Punkt 4 einfach überwältigend!

 

Liebe Grüße

Angelika

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Lieber Martin,

 

ich kann Dir nur Recht geben - ein lebendiger Glaube kann nur im Gebet und im ständigen Gespräch mit Gott existieren. Er wird dann dadurch lebendig, dass wir nicht nur Glauben, sondern unseren Glauben auch als richtig und wahr erfahren. Es ist diese Bestätigung, die uns in unserem Glauben erst richtig stark macht.

 

"In den Büchern suchen wir Gott, im Gebet finden wir ihn"

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Lieber Gastovski,

 

ich habe einfach mal versucht, zu beschreiben, wie ich Gebet empfinde. Nicht jedes Gebet erreicht diese Tiefe. Aber es geschieht erstaunlich häufig. Ich warte immer noch "Wüstenzeiten", in denen das Gebet schal wird, nicht zur Freude, sondern zur Mühsal gerät. Das ist mir bisher nur einmal für ganz kurze Zeit passiert.

 

Ein Austausch mit Angelika oder dir stellt uns offensichtlich vor keine Verständigungsschwierigkeiten, wir wissen, worüber der andere redet, aber ich traue mich kaum mir vorzustellen, wie das Geschriebene auf Nicht-Gläubige wirkt.  

 

Herzliche Grüße

Martin

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>Ein Austausch mit Angelika oder dir stellt uns offensichtlich vor keine Verständigungsschwierigkeiten, wir wissen, worüber der andere redet, aber ich traue mich kaum mir vorzustellen, wie das Geschriebene auf Nicht-Gläubige wirkt. < (Martin)

 

Hallo Martin,

 

auch als Nicht-Gläubige kann ich die Beschreibung deiner Erfahrungen durchaus nachvollziehen - bis zu einem gewissen Grad zumindest. Ähnliches erlebt man auch beim autogenen Training oder bei Meditationen (die ja nicht zwangsläufig religiös motiviert sein müssen), und, wenn ich meiner Mutter glauben darf, auch Tai-Chi-Chuan (eine Art Meditation "in motion" ).

 

Wo es bei mir mit dem Verständnis aufhört, ist schlicht der Bezug zu Gott. Das kann ich schwer nachempfinden.

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>> Wer ist Gott? << (Martin)

 

Wenn man über Lebendige oder Verstorbene Näheres erfahren will, greift man am besten zu einer Biographie:

 

Gott , eine Biographie

von Jack Miles

dtv Verlag Nr 3071 bzw Hanser Verlag

sehr gutes Buch über den Gott des Alten Testamentes

Der amerikanische Theologe und ehemalige Jesuit Jack Miles, ausgezeichneter Kenner der alten Religionen und Kulturen des Vorderen Orients, legt die Biographie dessen vor, der von sich sagt: "Ich bin, der ich bin." Alle Glaubensfragen und bibelwissenschaftlichen Aspekte außer acht lassend, stellt er das Alte Testament als eine der wichtigsten Literaturschöpfungen der Menschheit dar und zeichnet einen Gott, der mit einer großen Verwandlungsfähigkeit in Erscheinung tritt.

Das Buch hat den amerikanischen Pulitzer-Preis erhalten

 

(von: http://de.wikipedia.com/wiki.cgi?Gott )

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Für mich ist ein Glaube (Glaube hier im Sinne von Religion) dann "lebendig", wenn er  inspirierend genug auf eine Kultur wirkt, daß große künstlerische Leistungen daraus resultieren.

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Zitat von Cano am 14:49 - 17.September.2002

Das Buch hat den amerikanischen Pulitzer-Preis erhalten.


 

Ist auch ein nettes Buch. Erich und Konsorten dürften damit jedoch stark überfordert sein.

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Corinna,

 

weiß eigentlich Dein Mann davon, dass Du bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit an mich denkst?

 

Gruß

Erich

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Ich dachte schon, Du wärst Corinnas Mann, Erich - so wie Ihr stichelt, tun das gewöhnlich alte Ehepaare.

 

Der "Hornochse" würde auch gut dazu passen.

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>>Ich dachte schon, Du wärst Corinnas Mann, Erich <<

 

dieser Kelch ging an mir vorüber

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Zur Vermeidung von Mioßverständnissen: Der "Hornochse" bezog sich auf die tatsache, daß Corinna Erich einen solchen geheißen hat. Ich gebe hiermit zu Protokoll, daß ich damit nicht ausdrücken wollte, daß nur ein Honrochse mit Corinna verheiratet sein kann.

 

Wehrhaft sollte der Glückliche allerdings schon sein...

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>>Ich gebe hiermit zu Protokoll, daß ich damit nicht ausdrücken wollte, daß nur ein Honrochse mit Corinna verheiratet sein kann<<

 

na, ja, wenn man das schon ausdrücklich zu Protololl geben muß, dann......

 

Halt Dich senkrecht, alter Knabe. Corinnas Rache wird schrecklich sein.

 

Lieben Gruß + möge die Corinna Dich leben lassen

 

Erich

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Mal wieder was zum Thema....

 

 

Hallo,

 

ehrlich gesagt, habe ich keine Lust hier einen Glaubensstriptease abzulegen.

 

Wie ich andernorts (wie viele von euch Gläubigen auch) bereits geschrieben habe, ist Glaube für mich Beziehung, mit einem real existierenden, lebendigen Gegenüber, und dies schon Zeit meines Lebens. Diese Beziehung ist mir sehr heilig, das heiligste überhaupt in meinem Leben, und die evtl. kommenden spöttischen Kommentare würden mich zu sehr treffen. - Das ist meine Achillisferse, dann würde ich wirklich sehr zornig werden – leider kann ich mir selbst Zorn sehr schlecht verzeihen, und denjenigen, die ihn ausgelöst haben, kann ich noch weniger vergeben.  

Deswegen lieber Martin, so wichtig es ist, vom persönlichen Weg mit dem lebendigen Gott zu erzählen, möchte ich nur im wirklichen Leben, und da auch nur auf Nachfrage, über meinen „lebendigen Glauben“ berichten.

 

Lieben Gruß

lara

 

 

 

(Geändert von lara um 23:00 - 17.September.2002)

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Ihr habt natürlich alle recht, jedenfalls die, die lebendigen Glauben kennen.

Glaube ist für mich  Beziehung zu einer Person, zu unserem dreieinigen Gott. Er ist lebendig, weil Gott kommuniziert

und uns zum kommunizieren auffordert - im Gebet.

 

ER ist auch deshalb lebendig, weil das Wort Gottes lebendig ist. Das haben hier sicher viele schon erfahren.

Wer dieses "Brot des Lebens", das Evangelium ,

erlebt, weiß, daß er eine Speise hat, die jenseits

unserer irdischen ERnährung liegt.

 

Er ist lebendig, weil wir es mit dem Heiligen Geist zu tun

haben, der in uns lebt. In dieser Kraft erleben wir

Gott, der sich uns offenbart, in kleinen oder größeren Ereignissen.

Gott, der sich uns als seinen Tempel ausgesucht hat...

 

Glaube ist eben nicht, trockenes Bücherwissen oder

frommes Getue ohne Kraft.  

Lebendigen Glauben kann man sehen, denke ich.

Menschen, die ihn haben, sind anders, reden anders,

sehen anders aus,a ls Christen, die nur noch von

staubtrockenen Ritualen und Traditionen leben.

 

(Die kommen aber in jeder Kirche vor, zweifellos.)

 

gruss,jeru

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Liebe Jeru,

 

noch eine Korrektur:

 

>>Wer dieses "Brot des Lebens", das Evangelium ,

erlebt, weiß, daß er eine Speise hat, die jenseits

unserer irdischen ERnährung liegt.:<<

 

das Evangelium ist die „frohe Botschaft“ das „Brot des Lebens“ ist die Eucharistie, von der Jesus in Joh 6 sagt:

 

53 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr kein Leben in euch.

54 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und den werde ich auferwecken am Jüngsten Tag.

55 Denn mein Fleisch ist eine wahre Speise und mein Blut ein wahrer Trank.

 

57Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich durch den Vater lebe, so wird auch der, der mich ißt, durch mich leben.

 

Lieben Gruß

Erich

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So wichtig  mir Gebet als Beziehung zu Gott auch ist, allein das Gebet ist es nicht. Ein anderer Aspekt ist die Gemeinschaft mit den Menschen.

 

Ist die Gemeinde lebendig in ihrer Gemeinschaft? Ist sie als Gemeinschaft von Christen zu erfahren, oder könnte sie auch mit einem Folklore-Verein verwechselt werden, deren Protagonisten sich einmal wöchentlich treffen, um ein altes Schauspiel aufzuführen? Ist der Gottesdienst "lebendig", oder vertrocknetes, verstaubtes Ritual?

 

Ich möchte allerdings nicht mißverstanden werden, was diese Lebendigkeit der Gemeinde und des Gottesdienstes angeht. Ich erwarte kein umfangreiches, abwechslungsreiches Programm, keine ständig neuen "Drehbücher" für den Gottesdienst, sondern die Teilnahme an der Eucharistie aus dem Glauben heraus.

 

Und alles nicht statisch, sondern in Bewegung, als Wandlung des Lebens auf Gott hin auf der Basis vom 1 Kor 13.

 

Gebet und Gemeinschaft, erfahrbar als Begegnung mit dem lebendigen Gott, als Wandlung des eigenen Lebens auf Gott hin, erfahrbar für andere als Segen, so würde ich versuchen, "Lebendiger Glaube" in Worte zu fassen.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Lebendiger Glaube

 

 

immer wieder kosten vom Wasser des Lebens, hineintauchen in das Meer der Liebe Gottes - welches sich auftut in Jesus Christus.

 

Kurze intensive Begegnungen - ein Verstandenwissen - ein Erkennen - oft erst im nachhinein - um dann die nächsten Schritte zu setzen.

 

Eine Beziehung - die intensiver nicht sein kann - die kein Mensch bieten kann. Ein Gespräch ohne grosse Worte.

 

Eine Gemeinschaft, die nur ER herstellt - und täglich neue Erfahrungen und Unmöglichkeiten. Wunder die unser Verstand nicht erfassen kann - ein Anbeten und in das Licht Seiner Heiligkeit treten. Ein Ruhen vor IHM. Ein Getröstet wissen - Geborgenheit in Seinem Schutz.

 

Lebendiger Glaube - das andocken an Seiner überströmenden Liebe!

 

gby

 

bernd

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