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[UMT] Interpretationen des Göttlichen


GermanHeretic

  

16 Stimmen

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Im Polytheismus, besonders dem europäischen, ist es üblich, Götter aus anderen Religion, Kulturen und Pantheonen mit den eigenen zu identifizieren (z.B.: Odin = Merkur, Hera = Frigg, Mithras = Sol Invictus, ...). Die Römer nannten das interpretatio Romana. Im Monotheismus alter Schule wird sowas ja nicht so gerne, da ist bei enger Auslegung nur der eigene der einzig richtige, in toleranteren ist der Gott der anderen derselbe, man betrachtet ihn nur anders. Wobei letzteres von der polytheistischen Interpretation nicht so weit weg ist, läßt man mal die Zahlen weg. Zumal 1:1-Beziehungen da meistens selten sind, meistens hat man Mischungen von göttlichen Aspekten.

 

Meine Frage nun, wie seht Ihr Christen das hier und heute? Ist eine solche Interpretation Eures Gottes akzeptabel, oder stößt Euch das sauer auf? Oder ist das völlig egal?

 

Als Hinweis: Der christliche Vater-Gott würde dann z.B. mit Zeus, Jupiter und Tyr/Ziu (der vormittelalterlichen Variante) identifiziert werden, Jesus mit Baldr.

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Ich bin unentschieden.

 

Auf der einen Seite könnte man den Spruch des Vat2 über die auch in anderen Religionen vorhandenen Wahrheiten so deuten, daß der Polytheismus nur ein Missverstehen des einen Gottes ist.

 

Auf der anderen ist die Frage, ob nicht die Römer mit ihrer Angleicherei einem Trugschluss aufsaßen und etwas für identisch hielten, was gar nicht identisch war/ist.

 

Die Analogie Jesus/Baldr zeigt, daß es eigentlich um Äpfel und Birnen geht.

bearbeitet von Flo77
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Im Polytheismus, besonders dem europäischen, ist es üblich, Götter aus anderen Religion, Kulturen und Pantheonen mit den eigenen zu identifizieren

 

Ist ja auch irgendwie naheliegend, sobald man Religionen miteinander vergleicht. Eigentlich ist es mir egal, wenn sowas gemacht wird - ich habe ja meine Sicht auf Gott nicht für mich alleine gepachtet. Es wird nicht immer so ohne weiteres gehen, da die verschiedenen Pantheons (wie heißt da bitteschön die Mehrheit) nicht den gleichen Regeln unterliegen.

 

Ich habe erst dann ein Problem, wenn ich andere damit vereinnahme. Wenn ich zu einem Moslem sage, der muslimische Allah sei mit dem christlichen Gott identisch, dann mag es sein, dass der Moslem das akzeptiert (die, die ich getroffen habe, sahen das alle ebenfalls so bzw. brachten diesen Vergleich sogar auf), aber eventuell auch nicht. Solche Vergleiche wären für mich persönlich etwas - bzw. nun in Deinem Beispiel für Dich (Du hast ja den Vergleich aufgebracht), man sollte es aber nicht als Wahrheit verallgemeinern (na ja, damit sollte man allemal vorsichtig sein).

 

Prinzipiell halte ich solche Vergleiche für legitim, wenn man sie für sich selbst oder für seine eigene Religionsgruppe macht.

 

Ich würde es nicht tun - ich würde lediglich versuchen, die Bekenntnisse zu Gott miteinander zu vergleichen. Die sind nämlich für mich erkennbar, Gott selbst ist es nicht.

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Auf der einen Seite könnte man den Spruch des Vat2 über die auch in anderen Religionen vorhandenen Wahrheiten so deuten, daß der Polytheismus nur ein Missverstehen des einen Gottes ist.

 

Nostra Aetate geht ziemlich weit - es wird davon ausgegangen, dass aus katholischer Sicht Christen, Juden und Muslime den gleichen Gott anbeten.

 

Die Analogie Jesus/Baldr zeigt, daß es eigentlich um Äpfel und Birnen geht.

 

Äpfel und Birnen sind ziemlich nah verwandt. ;)

Will sagen: Viel ähnlicher wird man bei nicht verwandten Glaubenssystemen allemal nicht zusammenkommen.

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Das Thema lässt mich nicht besonders emotional werden. Aus der Betrachtung wer oder wie ist Gott lehne ich als Christ eine solche Betrachtungsweise für (meinen) Gott ab. Hingegen Götter zu vergleichen, oder Vorstellungen über Gott oder Götter zu vergleichen / Religiöse Vorstellungen zu vergleichen, das tue ich. Ich denke aber dass man vor allem über Gedanken über seine eigene Gottesvorstellung machen sollte.

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Im Polytheismus, besonders dem europäischen, ist es üblich, Götter aus anderen Religion, Kulturen und Pantheonen mit den eigenen zu identifizieren (z.B.: Odin = Merkur, Hera = Frigg, Mithras = Sol Invictus, ...). Die Römer nannten das interpretatio Romana. Im Monotheismus alter Schule wird sowas ja nicht so gerne, da ist bei enger Auslegung nur der eigene der einzig richtige, in toleranteren ist der Gott der anderen derselbe, man betrachtet ihn nur anders. Wobei letzteres von der polytheistischen Interpretation nicht so weit weg ist, läßt man mal die Zahlen weg. Zumal 1:1-Beziehungen da meistens selten sind, meistens hat man Mischungen von göttlichen Aspekten.

 

Meine Frage nun, wie seht Ihr Christen das hier und heute? Ist eine solche Interpretation Eures Gottes akzeptabel, oder stößt Euch das sauer auf? Oder ist das völlig egal?

 

Als Hinweis: Der christliche Vater-Gott würde dann z.B. mit Zeus, Jupiter und Tyr/Ziu (der vormittelalterlichen Variante) identifiziert werden, Jesus mit Baldr.

 

sorry, ohne die heidnischen "götter" herabsetzen zu wollen..., aber paralellen zwischen dem baldr und jesus zu ziehen enspricht nicht mal dem berüchtigten äpfel-birnen vergleich. die beiden haben genau so viel gemein wie ein apfel- und ein kabelbaum.

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Auf der anderen ist die Frage, ob nicht die Römer mit ihrer Angleicherei einem Trugschluss aufsaßen und etwas für identisch hielten, was gar nicht identisch war/ist.

Identisch trifft es ja auch nicht. Ich denke, das war auch den Römern bewußt. Es geht um Entsprechungen auf gewissen Teilgebieten, für die der Gott sozusagen "zuständig" ist. Das macht es bei einem monotheistischen Gott natürlich arg schwer bis sinnlos, da er ja für so ziemlich alles "zuständig" ist. Da es unter den vielen Aspekten aber solche gibt, die als besonders wichtig erachtet werden, kann man trotzdem Bezüge aufstellen. So werden die Entsprechungen zu Gemeinsamkeiten. Man sucht Gemeinsamkeiten statt das Trennende. Für die Römer war es ein Teil der pax Romana, heute würde man es wohl "interkulturelle Integration" nennen.

Das heißt ja nicht, daß man die Unterschiede übertüncht oder weglügt. Aber über die Interpretation hat man eine gemeinsame Basis, auf der man sogar gemeinsam Rituale feiern kann, wenn man für die Dauer einer solchen Zusammenkunft die Unterschiede übersieht und sich auf das gemeinsame konzentriert. Beispiel: Wenn die Kelten bzgl. Cernunnos und der Großen Göttin zelebrieren, denkt der Germane einfach an Freyr und Freya und kann mitfeiern. Das wird schwierig, wenn man auf die Unterschiede pocht und so andere Sichtweisen (Interpretationen halt) abblockt.

Und bei allen Unterschieden zwischen Baldr und Jesus, die beiden haben viele Gemeinsamkeiten. Sie werden beide durch widrige und intrigante Umstände umgebracht, fahren daraufhin beide in eine jenseitige Welt, wo sie eigentlich nicht hingehören und sorgen beide dafür, daß das Jenseits für alle ein besserer Ort wird. (Auch wenn das bei Baldr weit komplizierter ist und einem völlig unterschiedlichen Muster als bei Jesus folgt, was direkt mit dem unterschiedlichen Welt- und Menschenbild zusammenhängt.) Es geht um den mythologischen Archetyp, wie eine göttliche Instanz für ein Leben nach dem Tod eine bessere jenseitige Welt bereitet, bzw. den Weg dahin. Mit den Erläuterungen drumherum, warum und wieso.

Und wenn jetzt Leute aus verschiedenen Religionen z.B. auf einer Trauerfeier für einen gemeinsamen Freund denken, wo er jetzt sein mag, dann ist der Wunsch, er möge an Jesus' Seite oder an Baldrs Seite sitzen, vielleicht doch absolut identisch. Man schaut auf dasselbe - nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Und wenn es wie in diesem Beispiel um das gemeinsame Gedenken an etwas oder jemanden geht, das oder der einem gemeinsam wichtig ist, sind dann solche Gemeinsamkeiten nicht wichtiger als die popeligen Unterschiede? Über die kann man sich in theologischen Diskussionen streiten. (In Internetforen oder so...)

bearbeitet von GermanHeretic
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Es geht um Entsprechungen auf gewissen Teilgebieten, für die der Gott sozusagen "zuständig" ist. Das macht es bei einem monotheistischen Gott natürlich arg schwer bis sinnlos, da er ja für so ziemlich alles "zuständig" ist.

Ich denke, genau da liegt der Hund begraben. Als Monotheistin kommt mir diese Frage obsolet vor. Und auch wenn man Christen einen versteckten Tritheismus vorwerfen wollte, so zeigt der doch "verehrungstechnisch" keine Konsequenzen.

Irgendwelche "Zuständigkeiten" haben sich dann eher im Blick auf die Heiligen entwickelt, die ja aber explizit keine Göttergestalten sind.

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Ich finde so einen Ansatz sinnlos, weil schon der Begriff "Gott" nicht gleich gedacht wird. Beim Vergleich mehrerer polytheistischer Systeme mag das angehen. Historisch wurden polytheistische Gottheiten im Christentum eher mit Dämonen identifiziert.

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Es geht um Entsprechungen auf gewissen Teilgebieten, für die der Gott sozusagen "zuständig" ist. Das macht es bei einem monotheistischen Gott natürlich arg schwer bis sinnlos, da er ja für so ziemlich alles "zuständig" ist.

Ich denke, genau da liegt der Hund begraben. Als Monotheistin kommt mir diese Frage obsolet vor. Und auch wenn man Christen einen versteckten Tritheismus vorwerfen wollte, so zeigt der doch "verehrungstechnisch" keine Konsequenzen.

Irgendwelche "Zuständigkeiten" haben sich dann eher im Blick auf die Heiligen entwickelt, die ja aber explizit keine Göttergestalten sind.

 

Zustimmung. Aber die Frage wird dadurch nicht überflüssig.

 

Hier liegen zwei verschiedene Gottesbegriffe zugrunde. Im Monotheismus semitischer Prägung ist Gott der, von dem alles kommt. Dieser Gott ist allmächtig, was bedeutet, er ist nichts unterworfen, auf das er keinen Einfluss hat. Dieser Gott steht außerhalb dessen, was GH mit Schicksalsnetz bezeichnet. Daher gibt es hier keine Übereinstimmung mit einem polytheistischen Pantheon. So mächtig die Götter auch sind, sie sind doch Regeln unterworfen.

 

Eine Übereinstimmung gibt es, wie Gouvernante schon schreibt bei den Heiligen. Die werden zwar katholischerseits nicht als Göttergestalten gesehen, sind aber wie Du, ich und Odin im Schicksalsnetz gefangen. Verabschieden wir uns von Begriffen, sehen wir uns die Sachen an wie sie verstanden werden, so sehen wir, das Pantheon hat überlebt, wächst und gedeiht.

 

Bleibt die Frage, sind die monotheistischen Götter gleich?

 

Für gleich sind sie zu unterschiedlich, aber vielleicht ist es ja derselbe?

bearbeitet von Higgs Boson
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Und wenn jetzt Leute aus verschiedenen Religionen z.B. auf einer Trauerfeier für einen gemeinsamen Freund denken, wo er jetzt sein mag, dann ist der Wunsch, er möge an Jesus' Seite oder an Baldrs Seite sitzen, vielleicht doch absolut identisch. Man schaut auf dasselbe - nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Und wenn es wie in diesem Beispiel um das gemeinsame Gedenken an etwas oder jemanden geht, das oder der einem gemeinsam wichtig ist, sind dann solche Gemeinsamkeiten nicht wichtiger als die popeligen Unterschiede? Über die kann man sich in theologischen Diskussionen streiten. (In Internetforen oder so...)

 

Phänomenologisch mag das so sein - Christen können sich Gott sehr anthropomorph vorstellen, und Heiden mögen in ihrem Götterbild mehr christliche Tradition mit sich herumtragen, als sie sich eingestehen würden. Die Frage ist für daher zuerst die, auf welcher Ebene du eine Klärung herbeiführen willst.

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Auf der anderen ist die Frage, ob nicht die Römer mit ihrer Angleicherei einem Trugschluss aufsaßen und etwas für identisch hielten, was gar nicht identisch war/ist.

Identisch trifft es ja auch nicht. Ich denke, das war auch den Römern bewußt. Es geht um Entsprechungen auf gewissen Teilgebieten, für die der Gott sozusagen "zuständig" ist. Das macht es bei einem monotheistischen Gott natürlich arg schwer bis sinnlos, da er ja für so ziemlich alles "zuständig" ist. Da es unter den vielen Aspekten aber solche gibt, die als besonders wichtig erachtet werden, kann man trotzdem Bezüge aufstellen. So werden die Entsprechungen zu Gemeinsamkeiten. Man sucht Gemeinsamkeiten statt das Trennende. Für die Römer war es ein Teil der pax Romana, heute würde man es wohl "interkulturelle Integration" nennen.

Das heißt ja nicht, daß man die Unterschiede übertüncht oder weglügt. Aber über die Interpretation hat man eine gemeinsame Basis, auf der man sogar gemeinsam Rituale feiern kann, wenn man für die Dauer einer solchen Zusammenkunft die Unterschiede übersieht und sich auf das gemeinsame konzentriert. Beispiel: Wenn die Kelten bzgl. Cernunnos und der Großen Göttin zelebrieren, denkt der Germane einfach an Freyr und Freya und kann mitfeiern. Das wird schwierig, wenn man auf die Unterschiede pocht und so andere Sichtweisen (Interpretationen halt) abblockt.

Und bei allen Unterschieden zwischen Baldr und Jesus, die beiden haben viele Gemeinsamkeiten. Sie werden beide durch widrige und intrigante Umstände umgebracht, fahren daraufhin beide in eine jenseitige Welt, wo sie eigentlich nicht hingehören und sorgen beide dafür, daß das Jenseits für alle ein besserer Ort wird. (Auch wenn das bei Baldr weit komplizierter ist und einem völlig unterschiedlichen Muster als bei Jesus folgt, was direkt mit dem unterschiedlichen Welt- und Menschenbild zusammenhängt.) Es geht um den mythologischen Archetyp, wie eine göttliche Instanz für ein Leben nach dem Tod eine bessere jenseitige Welt bereitet, bzw. den Weg dahin. Mit den Erläuterungen drumherum, warum und wieso.

Und wenn jetzt Leute aus verschiedenen Religionen z.B. auf einer Trauerfeier für einen gemeinsamen Freund denken, wo er jetzt sein mag, dann ist der Wunsch, er möge an Jesus' Seite oder an Baldrs Seite sitzen, vielleicht doch absolut identisch. Man schaut auf dasselbe - nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Und wenn es wie in diesem Beispiel um das gemeinsame Gedenken an etwas oder jemanden geht, das oder der einem gemeinsam wichtig ist, sind dann solche Gemeinsamkeiten nicht wichtiger als die popeligen Unterschiede? Über die kann man sich in theologischen Diskussionen streiten. (In Internetforen oder so...)

 

um für die dauer des leichenschmaus´, eine wohlwollende und behagliche atmosphäre zu erleben bzw. zu sichern ist so ein ansatz durchaus denkbar. wenn auch ich mir nicht wirklich vorstellen kann wie man diese spekulationen/gedankengänge am tisch kommunizieren könnte. es sei denn auf nonverbaler also telepathischer ebene.

mir fehlt da echt die phantasie für. hab wahrscheinlich bei meiner taufe ´nen schluck wasser in den rachen bekommen. :)

bearbeitet von plerique
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auf nonverbaler also telepathischer ebene.

 

 

Ah ja.

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Es geht um Entsprechungen auf gewissen Teilgebieten, für die der Gott sozusagen "zuständig" ist. Das macht es bei einem monotheistischen Gott natürlich arg schwer bis sinnlos, da er ja für so ziemlich alles "zuständig" ist.

Ich denke, genau da liegt der Hund begraben. Als Monotheistin kommt mir diese Frage obsolet vor. Und auch wenn man Christen einen versteckten Tritheismus vorwerfen wollte, so zeigt der doch "verehrungstechnisch" keine Konsequenzen.

Irgendwelche "Zuständigkeiten" haben sich dann eher im Blick auf die Heiligen entwickelt, die ja aber explizit keine Göttergestalten sind.

 

Zustimmung. Aber die Frage wird dadurch nicht überflüssig.

 

Hier liegen zwei verschiedene Gottesbegriffe zugrunde. Im Monotheismus semitischer Prägung ist Gott der, von dem alles kommt. Dieser Gott ist allmächtig, was bedeutet, er ist nichts unterworfen, auf das er keinen Einfluss hat. Dieser Gott steht außerhalb dessen, was GH mit Schicksalsnetz bezeichnet. Daher gibt es hier keine Übereinstimmung mit einem polytheistischen Pantheon. So mächtig die Götter auch sind, sie sind doch Regeln unterworfen.

 

Eine Übereinstimmung gibt es, wie Gouvernante schon schreibt bei den Heiligen. Die werden zwar katholischerseits nicht als Göttergestalten gesehen, sind aber wie Du, ich und Odin im Schicksalsnetz gefangen. Verabschieden wir uns von Begriffen, sehen wir uns die Sachen an wie sie verstanden werden, so sehen wir, das Pantheon hat überlebt, wächst und gedeiht.

 

Bleibt die Frage, sind die monotheistischen Götter gleich?

 

Für gleich sind sie zu unterschiedlich, aber vielleicht ist es ja derselbe?

Naja, wenn Monotheismus heißt, dass (ich glaube, dass)es nur einen Gott gibt, dann ist esblogischerweise der Selbe. Wenn ich mir aus einem Pantheon einen zur alleinigen Verehrung 'raussuche, natürlich nicht.

Allerdings variiert das Gottesbild ja auch im AT schon , und da ist ja nun eindeutig der Selbe gemeint.

Wie Gott gesehen wird, hängt ja auch immer von der Zeit, Kultur, Lebensumständen etc ab.

bearbeitet von mn1217
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Die Frage ist für daher zuerst die, auf welcher Ebene du eine Klärung herbeiführen willst.

Ich möchte gerne eruieren, wie das gesehen wrid. Ein Stimmungsbild sozusagen, für bestimmte Situationen. Vielleicht passiert es Christen ja zu selten, auf nichtchristlichen religiösen Veranstaltungen zu sein, aber wenn man so etwas macht, vor allem bei einem ernsthaften Anlaß, wie z.B. wenn Freunde heiraten, sterben, Taufe usw., dann möchte man doch auf einer ordentlichen Basis teilhaben. Oder nicht?

Natürlich gibt es da mehrere Wege. Der einfachste ist, einfach alles zu ignorieren, was passiert. Nach dem Motto, die haben sowieso unrecht und ich bin hier aus sozialen Gründen, bis auf den geht mir alles weit am hinteren Ende vorbei. Kann man machen, habe ich auch jahrelang so gemacht, das geht ja lustigerweise auf monotheistischer und atheistische Sichtweise aus exakt gleicht. Ich halte das nur heute nicht für ganz richtig, im Sinne von nicht wirklich befriedigend.

Und wie sieht man Leute anderer Religionen auf den eigenen Veranstaltungen? Potentielle Misisonierungsopfer, leicht unpassende Störfaktoren, im Idealfall zu ignorieren, Schulterzucken - ist halt so? Auf einer unpersönlichen Massenveranstaltung ja alles ok, aber in o.g. Fällen auch nicht so fein.

Ich weiß, wie ich das sehe und wie ich damit umgehe. Nun interessiert es mich, wie andere das sehen (oder gar machen). Was hält ein Christ davon, wenn jemand eine Marienstatue als Isis interpretiert, so man denn in gewissen Situationen gemeinsam vor einer steht? Was macht ein Christ, wenn er auf einer andersartigen Feier anwesend ist, sp ihm denn nach einem gemeinsamen Erleben gelegen ist? Wo ich ja jetzt gemein behaupten könnte, bei all den Schwierigkeiten, die sich und anderen die Monotheisten bei sowas machen, liegt es keinem an Gemeinschaften oder Freundschaften, die über den eigenen winzigen Tellerrand hinausgehen.

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Naja, wenn ich Freunde/Verwandte habe, die einer anderen religion angehören als ich, mich aber zu ihrer Feier einladen, dann gehe ich natürlich hin. A weil sie meine Freunde/Verwandte/Bekannte sind und mich dabei haben wollen und B weil ich gerne feiere.

Und dann befolge ich schon aus purem Respekt die regeln, die die jeweilige Religion vorsieht. Und wenn ich nicht genau weiß, wie diese Regeln sind, informiere ich mich vorher.

Eine Isissatue würde ich aner, wie im Museum, als das sehen,was sie ist, nämlich eine Isisstatue. Ich interpretiere das nicht um. Höchstens in die Richtung, dass ich Isis als einene Aspekt Gottes ansehe. Da meiner Meinung nach der Polytheismus den monotheistischen Gott "aufspaltet".

Ein religiöses oder moralisches Problem hätte ich vermutlich mit Kannibalismus, aber an sich sehe ich es so, dass Gott Gemeinschaft will und immer bei den Menschen ist.

 

Umgekehrt, wenn ich Menschen anderer Religionen einlade, dann nehme ich, wa sSpeisenplnung zB angeht, Rücksicht auf diese- wie bei Vegetariern oder Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten auch.

Und natürlich erwarte ich einen gewissen Respekt gegenüber der religiösen zeremonie- also, dass das Taufwasser nicht getrunken wird oder mit diesem die Osterkerze gelöscht wird. Aber sowas macht ja ohnehin keiner.

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Hi GermanHeretic,

 

was wir wohl wissen ist, dass wir Menschen immer versucht haben, Gott zu beschreiben, und diese Beschreibungen eigentlich immer sehr unzulänglich waren. Auch in der christlichen Geschichte gab es teilweise sehr naive Gottesvorstellungen. Die Kirche hat nie ein Geheimnis darum gemacht, dass auch die Natur ein Hinweis auf Gott sein kann.

 

Was sollte uns daran hindern, die polytheistischen Götterbeschreibungen als einen Versuch, Gott zu beschreiben, zu betrachten? So gut/schlecht/begrenzt/komplex wie auch der Mensch.

 

Gruss, visionaire

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Meine Frage nun, wie seht Ihr Christen das hier und heute? Ist eine solche Interpretation Eures Gottes akzeptabel, oder stößt Euch das sauer auf? Oder ist das völlig egal?

 

Als Hinweis: Der christliche Vater-Gott würde dann z.B. mit Zeus, Jupiter und Tyr/Ziu (der vormittelalterlichen Variante) identifiziert werden, Jesus mit Baldr.

 

Ich würde noch einwerfen, dass unser Monotheismus exkludierend ist. Das heißt er schließt die anderen Götter aus. Andererseits haben wir in den Zuschreibungen "allmächtig, allwissend, gütig" etwas, das uns Gott unbegreiflich macht. Die verschiedenen Beschreibungen in der Geschichte würde ich ebenso als Ausdruck der Unbegreiflichkeit sehen: weil sich viele Aspekte widersprechen, macht sie sich der Mensch greifbarer, indem er sie verschiedenen Göttern zuordnet. Damit fängt der Mensch an, zu sortieren und die Dinge greifbar zu machen.

Der "exkludierende Monotheismus" lehnt meiner Meinung nach die Denkweise in Einzelaspekten ab,und damit auch die anderen Götter, er sieht Gott als nicht definierbares Mysterium.

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Lieber German,

 

 

 

 

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Im Polytheismus, besonders dem europäischen, ist es üblich, Götter aus anderen Religion, Kulturen und Pantheonen mit den eigenen zu identifizieren (z.B.: Odin = Merkur, Hera = Frigg, Mithras = Sol Invictus, ...). Die Römer nannten das interpretatio Romana.

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Als Hinweis: Der christliche Vater-Gott würde dann z.B. mit Zeus, Jupiter und Tyr/Ziu (der vormittelalterlichen Variante) identifiziert werden, Jesus mit Baldr.

JESUS = Baldr?

Das ist doch Unfug.

 

Da gibt es doch überhaupt keine Gemeinsamkeiten.

 

 

Meine Frage nun, wie seht Ihr Christen das hier und heute? Ist eine solche Interpretation Eures Gottes akzeptabel, oder stößt Euch das sauer auf?

Solche Interpretationen sind schlicht und einfach nicht wahr.

 

Die Wahrheit spottet der Irrtümer.

 

Wenn sich Menschen eigenmächtig Gedanken über GOTT machen dann kann zu allen Zeiten nur Irrtum herauskommen.

 

 

Geht es um GOTT, den Menschen und die Welt, dann kann nur GOTT selbst die Wahrheit offenbaren - und sonst niemand.

 

 

 

Gruß

josef

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