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Spirituelle Praxis


Shubashi
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Ich greife mal einen Tip von Gouvernante auf, hier ein neues Thema zu eröffnen. Was mich interessiert, ist die gelebte spirituelle Praxis des Alltags in der Kirche.

Für mich ist das das eigentlich wichtige Element des lebendigen Glaubens, nicht nur die "offizielle" Statistik über Kirchenmitgliedschaft oder Gottesdienstbesuche.

Welche spirituellen Praktiken inspirieren persönlich oder werden ausgeübt?

Wie unterscheidet sich diese Spiritualität in katholischen Kerngebieten und der Diaspora?

 

Um ein konkretes Beispiel zu geben:

Ich interessiere mich neuerdings für den Rosenkranz, für mich bisher ein rein theoretisches Wissen.

Hier fand ich dazu keinen Eintrag. Ist das völlig ausgestorben?

Welche anderen Praktiken sind im täglichen Leben wichtig oder wert, wieder entdeckt zu werden?

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ich rede jetzt mal über mich.

das wichtigste für mich ist das Jesusgebet. kann ich immer. In der Trambahn, in der S-Bahn, immer und überall. Franz Jalics hat mir das beigebracht.

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Ob der Rosenkranz wirklich ausstirbt kann ich nicht beurteilen.

 

Soweit ich weiß, entstand der Rosenkranz als Alternative für jene, die für das Stundengebet zu wenig Zeit und/oder zuwenig Bildung mitbrachten, die aber der alten Aufforderung "Betet ohne Unterlaß" folgen wollten (die Didache fordert zum gleichen Zweck lediglich 3 Vaterunser am Tag).

 

Bei der Suche nach einer passenden Frömmigkeitsform würde ich an deiner Stelle zunächst klären wollen, wohin das führen soll.

 

Je nachdem, ob der Schwerpunkt nun beim Dank, beim Deal, bei der Koinonia, der Katechese, der Buße o.ä. liegt dürfte sich auch das Mittel der spirituellen Praxis empfehlen.

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Ich interessiere mich neuerdings für den Rosenkranz, für mich bisher ein rein theoretisches Wissen. Hier fand ich dazu keinen Eintrag. Ist das völlig ausgestorben?

 

Ich habe lange Zeit täglich den Rosenkranz gebetet, es war für mich was Besonderes, weil er für mich ein "neues" Gebet war (nicht vorbelastet aus der Kindheit) und ich entdeckte darin viel Raum für "eigenes Beten", das hinter bzw. unter dem laut Gebeteten zu laufen begann. Der Rosenkranz war quasi der Schutzraum, dass mein Beten nicht in Nachdenken und Hirngequatsche überging. (Ich musste ihn aber halblaut beten). Ich glaube nicht, dass er ausgestorben ist. Ich kenne mehr Menschen, die ihn nicht mögen, als solche, die ihn mögen. Wenn du ihn beten magst, stimmt er für dich.

 

 


Welche anderen Praktiken sind im täglichen Leben wichtig oder wert, wieder entdeckt zu werden?

 

Mir tun die Perlen des Lebens http://www.perlen-des-lebens.com/produktsortiment/inzwischen sehr gut, sie begleiten mich. Ich mag es, dass ich "schnell durch" bin damit. Zu den kurzen Texten im verlinkten Buch hat sich für mich ganz von selber jeweils eine Melodie zu den großen Perlen ergeben, die ich summe. Inzwischen summt es die entsprechende Melodie bei manchen Gelegenheiten von selber in mir.

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...

 

Bei der Suche nach einer passenden Frömmigkeitsform würde ich an deiner Stelle zunächst klären wollen, wohin das führen soll.

 

Je nachdem, ob der Schwerpunkt nun beim Dank, beim Deal, bei der Koinonia, der Katechese, der Buße o.ä. liegt dürfte sich auch das Mittel der spirituellen Praxis empfehlen.

 

Das ist eine interessante Frage, die ich als gar nicht so einfach zu beantworten ansehe.

Denn für mich ist eine spirituelle Frage auch immer die danach "Was ich will?" und "Was Du willst?"

 

Ich weiß gar nicht, ob ich das beantworten möchte: "Was will ICH erreichen?" oder "Herr, wohin führst Du mich?"

 

Übrigens ist das schon sehr speziell und individuell. Im Moment bin ich eigentlich eher neugierig, wie lebendig individuelle Spiritualität ist und wie sie in Alltag integriert wird.

Welche Impulse ich dabei entdecken kann. Wie z.B. Erneuerung damit verbunden ist und wie man das Abgleiten in Routine vermeidet.

 

Von daher würde ich gerne noch sammeln.

 

Mit dem Rosenkranz muss ich z.B. auch erst Erfahrung sammeln, weshalb ich neugierig geworden bin, was ich sonst alles so möglicherweise übersehen habe.

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Ich habe Rosenkranz ausprobiert und das Stundengebet auch - letztlich kann aber selbst Brotbacken ein spiritueller Akt sein.

 

Ich bin im Moment etwas Angenendt-dominiert, was mit sich bringt, daß die Frage "Was bete ich und warum?" recht zentral ist.

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Dass unser alltägliches Tun zur Spiritualität werden kann, ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt (dieses Jahr soll bei mir das Brauen und das "Verwursten" des mühselig erbeuteten Fleisches dazukommen).

 

Das Problem dabei ist aber, es nicht immer wieder zu etwas Unaufmerksam-lieblosem verkommen zu lassen.

 

(Ich denke, die generellen "Phasen"von Spiritualität, das "Auf-und-Nieder" sind ebenfalls ein umfassender Aspekt. Ebenso wie das Gleichgewicht von "Explizitem" und Implizitem")

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Evangelist Lukas

Ich interessiere mich neuerdings für den Rosenkranz, für mich bisher ein rein theoretisches "Wissen.

Hier fand ich dazu keinen Eintrag. Ist das völlig ausgestorben?

"Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir es vergelten öffentlich (. . .) Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet." (Mt 6,6/8)

 

Welche anderen Praktiken sind im täglichen Leben wichtig oder wert, wieder entdeckt zu werden?

"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen." (Mt. 6,7)

 

Diese Belehrung Jesu, sehe ich als Widerspruch zum Rosenkranz. . . Da aber wir nicht wissen, ob Jesus so was gesagt haben soll, können wie ruhig den Rosenkranz weiterhin nutzen, weiterhin plappern, und versuchen damit was zu erreichen, oder?

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Norbert Franek

"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen." (Mt. 6,7)

ich bin zwar evangelisch aber ich denke, dass das "Vater Unser" das eigentliche und wesentliche Gebet ist, das Jesu gelehrt habe und auch selbst gebetet habe.

Wichtig sei auch das "Suchen" - Lest doch einfach die Jesu-Sprüche, sucht nach dem Sinn und bittet die Dreifaltigkeit um Klärung, vielleicht wird dann vieles klarer!

 

mhg. Norbert Franek

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Ob der Rosenkranz unter das Plapperverbot fällt (abgesichts der Wortlastigkeit unserer Gottesdienste ohnehin eine schwierige Fragestellung), würde ich an der Motivation des Betenden festmachen. Geht es darum Zeit mit Gott zu verbringen oder ihm Zeit zu "opfern" dürfte sicherlich nichts gegen diese Form der Meditation sprechen. Will man damit einen "Gebetssturm" entfachen, der Gott zu einem bestimmten Handeln überreden soll, erschiene mir das zugrundeliegende Gottesbild als römisch-germanisch infiltriert.

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Evangelist Lukas

Ob der Rosenkranz unter das Plapperverbot fällt (. . .), würde ich an der Motivation des Betenden festmachen. (. . .) Will man damit einen "Gebetssturm" entfachen, der Gott zu einem bestimmten Handeln überreden soll, erschiene mir das zugrundeliegende Gottesbild als römisch-germanisch infiltriert.

Wenn ich um Vergebung bitte, ersuche ich bestimmtes Handeln Gottes - die Vergebung.

Was mit "römisch-germanische" Infiltration kaum was zu tun hat.

 

Sei denn, mit dem "Handeln" meinst du den Reiz welche Geschäftsmacherei mit Gott anzugehen,

wie Pharisäer damals (inklusiv auch Paulus) versuchten, und viele Christen heute immer noch versuchen.

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Übrigens ist das schon sehr speziell und individuell. Im Moment bin ich eigentlich eher neugierig, wie lebendig individuelle Spiritualität ist und wie sie in Alltag integriert wird.
Meine Erfahrung: völlig egal, was man aus dem breiten Angebot der geistlichen Übungen aus dem Schatz unserer Kirche wählt (Stundengebet, Rosenkranz, Jesusgebet, Schriftbetrachtung der verschiedensten Ausprägung (benediktinisch, karmelitanisch, ignatinaisch), Examen, Andachten, Stoßgebete usw.), die meisten werden nur durch lange Übung und manche Durststrecke hindurch fruchtbar.

Einer meiner Professoren im Studium meinte einmal, man müsse sieben Jahre lang Rosenkranz beten, um zu wissen, ob es für einen paßt...

Den Schluß, den ich daraus für mich gezogen haben: es lohnt, in "guten Zeiten" anzufangen, damit das Geländer in rauheren Lebensphasen bereits gutes Fundament hat.

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Ob der Rosenkranz unter das Plapperverbot fällt (abgesichts der Wortlastigkeit unserer Gottesdienste ohnehin eine schwierige Fragestellung), würde ich an der Motivation des Betenden festmachen. Geht es darum Zeit mit Gott zu verbringen oder ihm Zeit zu "opfern" dürfte sicherlich nichts gegen diese Form der Meditation sprechen. Will man damit einen "Gebetssturm" entfachen, der Gott zu einem bestimmten Handeln überreden soll, erschiene mir das zugrundeliegende Gottesbild als römisch-germanisch infiltriert.

Naja.

Hätte aber auch im letzten Fall durchaus eine biblische Grundlage. Es gibt da ein paar Gleichnisse, in denen Jesus geradezu empfiehlt, dem lieben Gott auf die Nerven zu gehen, wenn man ein wichtiges YAnliegen hat. ;)

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Wenn ich um Vergebung bitte, ersuche ich bestimmtes Handeln Gottes - die Vergebung.

Was mit "römisch-germanische" Infiltration kaum was zu tun hat.

 

Sei denn, mit dem "Handeln" meinst du den Reiz welche Geschäftsmacherei mit Gott anzugehen,

wie Pharisäer damals (inklusiv auch Paulus) versuchten, und viele Christen heute immer noch versuchen.

 

Oder wie der Stammvater Abraham, der versucht hat, Gott die Anzahl der Gerechten herunterzuhandeln, die nötig sind um Sodom und Gomorrha zu retten.

Gott war da ziemlich entgegenkommend bei diesem versuchten Schacher.

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Evangelist Lukas

 

Wenn ich um Vergebung bitte, ersuche ich bestimmtes Handeln Gottes - die Vergebung.

Was mit "römisch-germanische" Infiltration kaum was zu tun hat.

 

Sei denn, mit dem "Handeln" meinst du den Reiz welche Geschäftsmacherei mit Gott anzugehen,

wie Pharisäer damals (inklusiv auch Paulus) versuchten, und viele Christen heute immer noch versuchen.

Oder wie der Stammvater Abraham, der versucht hat, Gott die Anzahl der Gerechten herunterzuhandeln, die nötig sind um Sodom und Gomorrha zu retten.

Gott war da ziemlich entgegenkommend bei diesem versuchten Schacher.

 

Geschäft ist Geschäft. . . Weiter so!

 

Eine Frage noch.

Von wem kaufte Jesus euren Seelen ab?

 

Ersichtlich ist "euer" Gott nicht in der Lage jeden zu retten, wem er nur will.

Und ist sogar verpflichtet, die nicht geretteten Seelen an jemanden abzugeben.

Meine diejenige, die überzeugt sind durch "paulinescher Blutbad" gerettet zu sein. . .

 

Ich mache keinem Geschäft mit Gott.

Bin dankbar dafür, was ich habe und bette um Vergebung.

Weil das was ich habe, nicht immer richtig nutze!

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Wenn ich um Vergebung bitte, ersuche ich bestimmtes Handeln Gottes - die Vergebung.

Was mit "römisch-germanische" Infiltration kaum was zu tun hat.

 

Sei denn, mit dem "Handeln" meinst du den Reiz welche Geschäftsmacherei mit Gott anzugehen,

wie Pharisäer damals (inklusiv auch Paulus) versuchten, und viele Christen heute immer noch versuchen.

 

Oder wie der Stammvater Abraham, der versucht hat, Gott die Anzahl der Gerechten herunterzuhandeln, die nötig sind um Sodom und Gomorrha zu retten.

Gott war da ziemlich entgegenkommend bei diesem versuchten Schacher.

 

nö, das war anders. das war nicht Abraham, das war Mose.

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Wenn ich um Vergebung bitte, ersuche ich bestimmtes Handeln Gottes - die Vergebung.

Was mit "römisch-germanische" Infiltration kaum was zu tun hat.

 

Sei denn, mit dem "Handeln" meinst du den Reiz welche Geschäftsmacherei mit Gott anzugehen,

wie Pharisäer damals (inklusiv auch Paulus) versuchten, und viele Christen heute immer noch versuchen.

 

Oder wie der Stammvater Abraham, der versucht hat, Gott die Anzahl der Gerechten herunterzuhandeln, die nötig sind um Sodom und Gomorrha zu retten.

Gott war da ziemlich entgegenkommend bei diesem versuchten Schacher.

 

nö, das war anders. das war nicht Abraham, das war Mose.

 

nö, das war Abraham: Gen 18,20ff

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Wenn ich um Vergebung bitte, ersuche ich bestimmtes Handeln Gottes - die Vergebung.

Was mit "römisch-germanische" Infiltration kaum was zu tun hat.

 

Sei denn, mit dem "Handeln" meinst du den Reiz welche Geschäftsmacherei mit Gott anzugehen,

wie Pharisäer damals (inklusiv auch Paulus) versuchten, und viele Christen heute immer noch versuchen.

 

Oder wie der Stammvater Abraham, der versucht hat, Gott die Anzahl der Gerechten herunterzuhandeln, die nötig sind um Sodom und Gomorrha zu retten.

Gott war da ziemlich entgegenkommend bei diesem versuchten Schacher.

 

nö, das war anders. das war nicht Abraham, das war Mose.

 

nö, das war Abraham: Gen 18,20ff

 

danke, Gouvernante.

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Von wem kaufte Jesus euren Seelen ab?

 

Von niemand. Seelen sind weder käuflich noch verkäuflich.

 

 

 

 


Ersichtlich ist "euer" Gott nicht in der Lage jeden zu retten, wem er nur will.

Ersichtlich hast Du keine Ahnung von „unserem” Glauben.

 

 

 

 


Ich mache keinem Geschäft mit Gott.

Ich auch nicht. Ich lasse mich beschenken. Das ist nicht das, was man gemeinhin unter „Geschäft” versteht.

 

Zum Thema:

 

Wenn ich meine steinalten Eltern besuche, die sehr schwierig und inzwischen körperlich und geistig stark beeinträchtigt sind, dann sage ich immer: „das ist eine geistliche Übung”. Und das stimmt.

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Welche spirituellen Praktiken inspirieren persönlich oder werden ausgeübt? Wie unterscheidet sich diese Spiritualität in katholischen Kerngebieten und der Diaspora?
musik, auch in der diaspora eines ice oder zahnarztwarten möglich.
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Helmut ... Bitte beantworte diese Anmerkung nicht. Es ist nur ein Hinweis, kein Versuch, eine Diskussion zu beginnen.

Diesen Spruch sollte ich in meiner Signatur unterbringen! :lol: Edited by Marcellinus
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