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Leseprobe


GerhardIngold

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GerhardIngold

Prolog

 

Todessehnsucht hatte Marion schon fast immer gekannt. Mit zwölf schnitt sie sich erstmals am Handgelenk. Zwar nicht besonders tief. Doch von da an tat sie es regelmäßig. Aber es war ein Unterschied, den Tod zu wüschen oder ihm ausgeliefert zu sein. Krebs hatten die Ärzte diagnostiziert. Den Bauch wollte man ihr gar nicht mehr aufschneiden. Inoperabel sei der Lebertumor, mit Ablegern in der Lunge, hatten sie gesagt und ihr eine Chemotherapie angeboten. Mumpitz war dieser Vorschlag. Als Pflegefachfrau wusste sie nur zu gut, dass wohl ihre Lebenserwartung etwas verlängert worden wäre. Die noch verbliebene Zeit aber wäre mehr Hölle denn Leben gewesen. Ihre schönen Haare wären ihr in Büscheln ausgefallen; sie hätte sich vielleicht oft übergeben müssen und wäre ständig müde gewesen. Nein, auf all das konnte sie verzichten. Wie lange sie noch zu leben hätte, hatte sie gefragt. Die Ärzte wollten sich nicht festlegen. „Drei Monate, ein Jahr oder auch mehr“, hatten sie geantwortet.

Ihre Gedanken flossen immer weiter. Die vergangenen Wochen und Monate fasste sie wie bei einem Zeitraffer zusammen. Die Berner Laube mit ihren unzähligen Läden nahm sie kaum wahr. Eigentlich war sie extra wegen diesen nach Bern ins Zentrum gefahren. Sie hatten sie seit jeher angezogen. Doch genießen konnte sie heute deren Reiz nicht. Selbst die Heiliggeistkirche besuchte sie nicht. Dort hatte sie vor kurzem Kunstwerke ausgestellt gesehen. Eines hatte sie besonders phantastisch gefunden. Der Todeskampf Jesus war in abstrakten Farben dargestellt: Erschreckend und doch seltsam harmonisch. Sie blieb auf der gegenüberliegenden Seite und ging am Einkaufszentrum Loeb vorbei. Beinahe wäre sie über einen Bettler gestolpert. Dieser saß mit gesenktem Kopf auf dem Boden und hatte einen alten Hut vor sich stehen. Einige kleine Münzen lagen darin. Sie legte einen Franken dazu. Eine Geste, die sie oft machte. Arm sein, ist kein Schleck. Und widersprüchlich die Politiker: Die Sozialausgaben kürzen und die Bettler vertreiben.

Beim Kindlifresserbrunnen auf dem Kornhausplatz blieb sie stehen. Im weit aufgerissenen Maul der Skulptur steckte ein Kinderkopf. Fasziniert und gleichzeitig verabscheuend blickte sie diese an. Erschreckende Erinnerungsbilder löste sie aus: Von ihrem eigenen Vater war sie im übertragenen Sinne gefressen und von ihrem Onkel ebenso missbraucht worden. Hätte man sie gefragt, wieso sie dennoch immer wieder stehen blieb, hätte sie darauf keine Antwort gefunden. Vielleicht weil sie sich beim Anblick in Wut steigern konnte. Wut, die sich in letzter Zeit immer mehr gegen den eigenen Mann richtete. Hass, der sich eigentlich am Vater hätte rächen wollen und diesen nun auf den einzigen Menschen bündelte, welcher ihr echte Liebe und Zuneigung gab.

Auf der Kornhausbrücke blickte sie wie oft schon sehnsüchtig über die steinerne Brüstung. Ein Sprung nur und alles wäre vorbei. Doch sie widerstand dieser Regung wie jedes Mal, wenn das Gefühl der Leere, des Ausgeliefertseins über sie kam. Sie wollte sich am zugefügten Unrecht rächen und wäre es auch nur an ihrem Mann. Dieser hatte nicht auf ihren sehnlichsten Wunsch nach einem Kind eingehen wollen. Auf den Psychiater hatte er mehr gehört als auf sie. Dass sie sich anfangs ihrer Beziehung mit dem Rat des Arztes einverstanden erklärt hatte, blendete sie aus.

Ihre Liebe, die sie immer noch zu Xaver hinzog, fegte sie aus ihrem Tumor geplagten Kopf weg. Ihr teuflischer Plan nahm Gestalt an. Ihn wollte sie in den kommenden Tagen vorbereiten.

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Todessehnsucht hatte Marion schon fast immer gekannt. Mit zwölf schnitt sie sich erstmals am Handgelenk. Zwar nicht besonders tief. Doch von da an tat sie es regelmäßig. Aber es war ein Unterschied, den Tod zu wüschen oder ihm ausgeliefert zu sein.

 

Hört sich irgendwie nach Borderlinesyndrom an, obwohl Todessehnsucht ist nicht unbedingt typisch für diese psychische Erkrankung. Das Gefühl der Leere, des Ausgeliefertseins passt da m.M.n. eher zu. Aber deine Protagonistin ist ja an Krebs erkrankt und nicht am Borderlinesyndrom.

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GerhardIngold

 

Todessehnsucht hatte Marion schon fast immer gekannt. Mit zwölf schnitt sie sich erstmals am Handgelenk. Zwar nicht besonders tief. Doch von da an tat sie es regelmäßig. Aber es war ein Unterschied, den Tod zu wüschen oder ihm ausgeliefert zu sein.

 

Hört sich irgendwie nach Borderlinesyndrom an, obwohl Todessehnsucht ist nicht unbedingt typisch für diese psychische Erkrankung. Das Gefühl der Leere, des Ausgeliefertseins passt da m.M.n. eher zu. Aber deine Protagonistin ist ja an Krebs erkrankt und nicht am Borderlinesyndrom.

 

Mein Kriminalroman trägt den Titel "Borderline". Todessehnsucht kennen viele Borderline-Erkrankte. Ist aber meist ein seelischer Hilferuf. Da aber die Selbstmordversuche oft wirkliche zum Tode führen, sind Signale nicht zu unterschätzen. Die Todessehnsuch entspingt dem Gefühl der Leere, des Ausgeliefertseins, dem Wunsch diesen Gefühlen zu entfliegen. Doch das Schnippeln ist viel bekannter. Ich habe erlebt, wie Erkrankte sich nicht nur Schnittwunden zufügten sondern auch Scherben, Mikado-Stäbchen usw. in den Unterleib gestossen haben.

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Wenn ein dicker Wolken-Nebel alles in einem zudeckt und im Grunde nichts mehr an und in einen dringen kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit noch irgendwas zu spüre/erleben/wahrzunehmen der Schmerz. Egal wie. Er durchbricht für einen winzig-tiefen Moment diesen Wolken-Nebel. Für einen kurzen Moment ist man lebendig. Spürt. Fühlt. Ist.

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GerhardIngold

Wenn ein dicker Wolken-Nebel alles in einem zudeckt und im Grunde nichts mehr an und in einen dringen kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit noch irgendwas zu spüre/erleben/wahrzunehmen der Schmerz. Egal wie. Er durchbricht für einen winzig-tiefen Moment diesen Wolken-Nebel. Für einen kurzen Moment ist man lebendig. Spürt. Fühlt. Ist.

 

Stammt diese Formulierung von Dir. Eindrücklich.

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Wenn ein dicker Wolken-Nebel alles in einem zudeckt und im Grunde nichts mehr an und in einen dringen kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit noch irgendwas zu spüre/erleben/wahrzunehmen der Schmerz. Egal wie. Er durchbricht für einen winzig-tiefen Moment diesen Wolken-Nebel. Für einen kurzen Moment ist man lebendig. Spürt. Fühlt. Ist.

 

Stammt diese Formulierung von Dir. Eindrücklich.

 

Jepp sind gedanklich-gefühlte Eigenworte meinerseits.

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Todessehnsucht hatte Marion schon fast immer gekannt. Mit zwölf schnitt sie sich erstmals am Handgelenk. Zwar nicht besonders tief. Doch von da an tat sie es regelmäßig. Aber es war ein Unterschied, den Tod zu wüschen oder ihm ausgeliefert zu sein.

 

Hört sich irgendwie nach Borderlinesyndrom an, obwohl Todessehnsucht ist nicht unbedingt typisch für diese psychische Erkrankung. Das Gefühl der Leere, des Ausgeliefertseins passt da m.M.n. eher zu. Aber deine Protagonistin ist ja an Krebs erkrankt und nicht am Borderlinesyndrom.

 

Mein Kriminalroman trägt den Titel "Borderline". Todessehnsucht kennen viele Borderline-Erkrankte. Ist aber meist ein seelischer Hilferuf. Da aber die Selbstmordversuche oft wirkliche zum Tode führen, sind Signale nicht zu unterschätzen. Die Todessehnsuch entspingt dem Gefühl der Leere, des Ausgeliefertseins, dem Wunsch diesen Gefühlen zu entfliegen. Doch das Schnippeln ist viel bekannter. Ich habe erlebt, wie Erkrankte sich nicht nur Schnittwunden zufügten sondern auch Scherben, Mikado-Stäbchen usw. in den Unterleib gestossen haben.

 

 

Borderline ist nur ein winziger Ausschnitt aus der "Depri-Nebel-Welt". Es ist nur eine der Möglichkeiten aus dieser "Depri-Nebel-Welt" auszubrechen. Die Eingangssequenz deines Romans eignet sich allerdings nicht dafür. Entweder in der "Depri-Dunkel-Welt" gefangen mit diversen "lichten Momenten", die zu Rachegedanken befähigen oder im Grunde bereits jenen "Depri-Dunkel-Wolken" entkommen und daher fähig zu kontrolliert-rachegeführten Gedanken und Taten.

 

Entweder brauche ich diesen körperlichen Schmerz um "wach" zu sein oder ich habe ein erweitertes Stadium jenseits jeden körperlichen Schmerzes erreicht.

 

Wenn ich in jenem "erweiterten" Stadium bin, dann habe ich die Freiheit mich rein gedanklich in Schmerz - auch zugefügtem - oder auch in Logik im Sinne von: Den mach ich rein gesellschaftlich fertig oder bringe ihn um - zu verwandeln.

 

Letzlich bleibt aber womöglich die Erkenntnis, dass der eigene Schmerz nicht durch den Schmerz eines anderen (des "Täters") negiert wird, sondern bestehen bleibt.

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Wenn ein dicker Wolken-Nebel alles in einem zudeckt und im Grunde nichts mehr an und in einen dringen kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit noch irgendwas zu spüre/erleben/wahrzunehmen der Schmerz. Egal wie. Er durchbricht für einen winzig-tiefen Moment diesen Wolken-Nebel. Für einen kurzen Moment ist man lebendig. Spürt. Fühlt. Ist.

"Gesegnet sei der Schmerz" ;)

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Wenn ein dicker Wolken-Nebel alles in einem zudeckt und im Grunde nichts mehr an und in einen dringen kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit noch irgendwas zu spüre/erleben/wahrzunehmen der Schmerz. Egal wie. Er durchbricht für einen winzig-tiefen Moment diesen Wolken-Nebel. Für einen kurzen Moment ist man lebendig. Spürt. Fühlt. Ist.

"Gesegnet sei der Schmerz" ;)

 

Danke, wem oder was auch immer, dass Du marrams Post nicht verstanden hast.

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Wenn ein dicker Wolken-Nebel alles in einem zudeckt und im Grunde nichts mehr an und in einen dringen kann, dann bleibt als letzte Möglichkeit noch irgendwas zu spüre/erleben/wahrzunehmen der Schmerz. Egal wie. Er durchbricht für einen winzig-tiefen Moment diesen Wolken-Nebel. Für einen kurzen Moment ist man lebendig. Spürt. Fühlt. Ist.

"Gesegnet sei der Schmerz" ;)

 

Danke, wem oder was auch immer, dass Du marrams Post nicht verstanden hast.

 

Seit einigen Jahren kenne ich einen Menschen der zur Gruppe der "Borderliner" gehört. Deshalb glaube ich schon marrams Post verstanden zu haben, sehe aber in dem Sich selbst Schmerz zufügen keine Lösung. Für Angehörige von "Borderlinern" ist es oft sehr schwer mit dieser Erkrankung umzugehen. Schon die kleinste Unachtsamkeit oder Missachtung kann zu Wutausbrüchen, oder depressiven Anfällen bis hin zu einem "Gemetzel" führen. Oftmals wird BDS nicht, oder nicht früh genug erkannt.

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Seit einigen Jahren kenne ich einen Menschen der zur Gruppe der "Borderliner" gehört.

Selbstverletzendes Verhalten ist aber nicht auf Borderline beschränkt. Das kommt auch bei Depressionen vor. Häufig ist es bei Menschen, die in ihrer Kindheit depriviert wurden (z.B. weil sie zwischen Pflegefamilien und Heimen herumgereicht wurden oder weil sie in Krankenhäusern - damals oftmals ohne ausreichenden Besuch durch die Eltern - untergebracht waren).

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Seit einigen Jahren kenne ich einen Menschen der zur Gruppe der "Borderliner" gehört.

Selbstverletzendes Verhalten ist aber nicht auf Borderline beschränkt. Das kommt auch bei Depressionen vor. Häufig ist es bei Menschen, die in ihrer Kindheit depriviert wurden (z.B. weil sie zwischen Pflegefamilien und Heimen herumgereicht wurden oder weil sie in Krankenhäusern - damals oftmals ohne ausreichenden Besuch durch die Eltern - untergebracht waren).

 

Oder Mißbrauch.

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Oder Mißbrauch.

Das habe ich deswegen nicht erwähnt, weil das heute relativ häufig im Fokus liegt - im Gegenteil, manchmal hört man sogar den Rückschluss "die ritzt sich, also muss sie Missbrauch erlebt haben". Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für Selbstverletzendes Verhalten, und auch sehr verschiedene Formen.

 

Marram hat eine bestimmte Art beschrieben, häufig sind auch Selbstbestrafungen. Ich würde mal - zwar als teilweise Selbstbetroffener, als auch als Co-Betroffener - aber dennoch als psychiatrischer Laie natürlich mit der entsprechenden Vorsicht - manche Formen der Anorexie als Arten der SVV ansehen wollen.

 

Hier Stereotypien zu bedienen verhindert mehr eine Auseinandersetzung mit den Ursachen, als dass es hilft.

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Oder Mißbrauch.

Das habe ich deswegen nicht erwähnt, weil das heute relativ häufig im Fokus liegt - im Gegenteil, manchmal hört man sogar den Rückschluss "die ritzt sich, also muss sie Missbrauch erlebt haben". Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für Selbstverletzendes Verhalten, und auch sehr verschiedene Formen.

 

Marram hat eine bestimmte Art beschrieben, häufig sind auch Selbstbestrafungen. Ich würde mal - zwar als teilweise Selbstbetroffener, als auch als Co-Betroffener - aber dennoch als psychiatrischer Laie natürlich mit der entsprechenden Vorsicht - manche Formen der Anorexie als Arten der SVV ansehen wollen.

 

Hier Stereotypien zu bedienen verhindert mehr eine Auseinandersetzung mit den Ursachen, als dass es hilft.

 

Es ist häufig im Fokus, weil es häufig vorkommt.

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Oder Mißbrauch.

Das habe ich deswegen nicht erwähnt, weil das heute relativ häufig im Fokus liegt - im Gegenteil, manchmal hört man sogar den Rückschluss "die ritzt sich, also muss sie Missbrauch erlebt haben". Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für Selbstverletzendes Verhalten, und auch sehr verschiedene Formen.

 

Marram hat eine bestimmte Art beschrieben, häufig sind auch Selbstbestrafungen. Ich würde mal - zwar als teilweise Selbstbetroffener, als auch als Co-Betroffener - aber dennoch als psychiatrischer Laie natürlich mit der entsprechenden Vorsicht - manche Formen der Anorexie als Arten der SVV ansehen wollen.

 

Hier Stereotypien zu bedienen verhindert mehr eine Auseinandersetzung mit den Ursachen, als dass es hilft.

 

Es ist häufig im Fokus, weil es häufig vorkommt.

 

Aber nicht alle Missbrauchsopfer werden zu Borderlinern oder versinken in der "Depri-Nebel-Welt".

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Zunächst einmal es ist gut, dass wir im Hier und Jetzt leben und das unsere Psychologen und Psychiater für fast jede Verhaltensauffälligkeit ein „Syndrom“ verantwortlich machen können. Es ist auch gut, dass man solche „Syndrome“ therapieren kann, wenngleich sie auch z.T. nicht heilbar sind. Aber wer von uns leidet eigentlich nicht an irgendeinem Syndrom das dringend therapiert werden müsste? In früheren Zeiten hätte man Leute die an sich herumschnitzen in die Klapse gesteckt, Depressiven hätte man empfohlen „stell dich nicht so an“ und wenn sie männlich waren hätte man ihnen „so etwas“ spätestens beim Militär ausgetrieben. Mir ist schon klar, dass es sich bei BDS um eine schwere psychische Störung handelt. Ob es aber richtig ist einen intelligenten jungen Menschen mit Psychopharmaka voll zu stopfen und als „Erwerbsgemindert“ zu verrenten und ihn dann mit Bastelarbeiten in einer Behinderteneinrichtung zu beschäftigen halte ich persönlich für einen verfehlten Therapieansatz.

 

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GerhardIngold

 

 

 

Oder Mißbrauch.

Das habe ich deswegen nicht erwähnt, weil das heute relativ häufig im Fokus liegt - im Gegenteil, manchmal hört man sogar den Rückschluss "die ritzt sich, also muss sie Missbrauch erlebt haben". Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für Selbstverletzendes Verhalten, und auch sehr verschiedene Formen.

 

Marram hat eine bestimmte Art beschrieben, häufig sind auch Selbstbestrafungen. Ich würde mal - zwar als teilweise Selbstbetroffener, als auch als Co-Betroffener - aber dennoch als psychiatrischer Laie natürlich mit der entsprechenden Vorsicht - manche Formen der Anorexie als Arten der SVV ansehen wollen.

 

Hier Stereotypien zu bedienen verhindert mehr eine Auseinandersetzung mit den Ursachen, als dass es hilft.

 

Es ist häufig im Fokus, weil es häufig vorkommt.

 

Aber nicht alle Missbrauchsopfer werden zu Borderlinern oder versinken in der "Depri-Nebel-Welt".

 

Was versteht ihr unter der "Depri-Nebel-Welt"? Depressionen?

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GerhardIngold

Sommerzeit und anfangs Juni war’s, da blieb die Sonne noch lange hoch. Dennoch neigte sie sich schon bedenklich weit dem Westen zu und sah aus, wie wenn sie dort ihr Ruhebett suchen würde. Eine Wolke schob sich vor das Licht und zog weiter. Dieses Spiel hatte das Wetter fast den ganzen Tag gespielt. Zwischendurch hatte es geregnet. Warm war es trotzdem. Zu warm für anfangs Juni, sagten die Meteorologen. Alles schien messbar und konnte mit anderen Jahren oder Jahrzehnten verglichen werden. Doch das kümmerte die Wolken nicht. Sie zogen ihre Bahn, von unsichtbarem Windhauch dorthin gesogen, wo der tiefste Luftdruck war.

Das Haus, in welchem Marion mit ihrem Mann Xaver lebte, lag in Muri an der Hasenmatte ideal. Unter ihm floss die Aare. Von hier oben sah sie aus, wie wenn sie träge fließen würde. In Wirklichkeit zieht sie zügig talwärts. Es scheint fast so, wie wenn sie nicht warten könnte, sich in Koblenz mit dem Rhein zu vereinen.

Marion schaute aus dem riesigen Fenster der Wohnstube zum Fluss hinunter. Wald, im jungen Blätterkleid des zu Ende gehenden Frühlings, säumte das Ufer und verdeckte die Sicht auf das Wasser fast gänzlich. Nur Stellenweise glitzerte es hervor. Die Badeanstalt in der Nähe war trotz dem Wolkenspiel der vergangenen Tage belebt. Einige planschten im Nichtschwimmerbecken, andere zogen ihre Bahnen im größeren, nur wenige schwammen im noch zu kalten Fluss und die meisten Badegäste lagen auf ihren Tüchern. Marion genoss die Aussicht immer wieder. Ihr kam ihr Heim bei Sommer oder Winter wie eine Oase vor. Ihr Vater hatte ihr das Haus zur Hochzeit geschenkt. Vielleicht wollte dieser damit etwas von seiner Schuld abtragen. Sie und ihr Mann hätten sich diese sündhaft teure Lage nie leisten können. Doch ihren Vater nach dem Grund des Hochzeitsgeschenkes zu fragen, hätte sie sich niemals getraut. Zu tief saß noch die Angst vor diesem. Nach außen gab er sich jovial, doch alle in der Familie hatten Angst vor ihm. Als ihre Mutter mal dazu kam, wie er bei ihr im Bett lag, begehrte sie kaum auf. Mit leeren Versprechen ließ sie sich abspeisen.

Marion betrachtete sich im Spiegel. Mit ihren fünfunddreißig Jahren fand sie sich immer noch attraktiv. Doch bei ihr stimmte der Spruch, außen fix und innen nix. Zumindest fast nichts mehr war innen so, wie es hätte sein sollen. Sie verzog ihren Mund zu einem hämischen Grinsen. Ihre braunen, fast schwarzen Augen funkelten Hass erfüllt auf. Ihr schönes Gesicht verzog sich zur Fratze. Einer Schauspielerin gleich schlüpfte sie in eine andere Person. Dabei hatte sie nie Schauspielunterricht genommen. Daran hatte sie als junges Mädchen zwar tatsächlich gedacht. Sie hatte aber dann beschlossen, ihren Traumberuf zu erlernen und wurde Krankenschwester.

Sie zog ihre Lippen mit einem sanften Rot nach. Mehr brauchte es nicht. Diese waren immer noch voll. Der Lippenstift betonte das Vollkommene nur.

Nackt, wie sie war, band sie sich eine Küchenschürze um. So mochte es ihr Mann.

Sie hörte ihn kommen. Mit schwingenden Hüften ging sie ihm mit einem strahlenden Lächeln entgegen. Fast glich sie einem verliebten jungen Mädchen, das noch keine Enttäuschungen kannte.

„Machen wir uns einen schönen Abend“, schnurrte sie zärtlich.

Xaver blickte verwundert auf. Es war schon lange her, dass sie ihn so empfangen hätte. Dabei begehrte er sie noch wie eh und je. Jetzt war sie wieder wie damals, als er sie in der Psychiatrie kennen gelernt hatte: Betörend und Liebreiz strahlend. Wie ein Wesen aus einer anderen Welt war sie ihm damals vorgekommen. Ihre Stimmungsschwankungen hatte er erst viel später kennen gelernt. Irritiert war er gewesen, als sie teils wie ausgetauscht war. Sie wirkte dann jeweils wie eine andere Person.

Er schob die Gedanken weg. Was war, wollte er vergessen Nur der Augenblick zählte. Ihn wollte er festhalten. Wie lange er dies noch konnte, wusste er nicht. Jeder Tag konnte der letzte sein. Vom Hass in ihr, welcher sie ähnlich wie das andere Geschwür auffraß, hatte er keine Ahnung.

Fünf Jahre waren es her, seit sie verheiratet waren. In der Psychiatrie hatte er sie vor sechs Jahren kennen gelernt. Wie er, war sie wegen Alkoholmissbrauch dort gewesen.

Der Tisch war schmuck gedeckt. Sogar eine Kerze brannte. Selbst an rote und gelbe Rosen hatte sie gedacht. Rot entsprach ihrer und gelb seiner Lieblingsfarbe. Alles sah perfekt aus. Sie schob ein Besteck beiseite, zog ihn zu sich und begann an seinem Gürtel zu nesteln. Sie legte sich auf den leer gefegten Tischteil und zog ihre weiße Schürze hoch.

Es war schon lange her, seit sie das letzte Mal Sex zugelassen hatte. Vor vier Jahren machte sie gar den Vorschlag, in einen Swingerclub zu gehen. Von ihm jedoch wollte sie kaum mehr etwas wissen. Dort konnte sie sich gehen lassen, wie anfangs Ehe bei ihm. Sie warf sich lustvoll hin und her. Sie war begehrt. Eifersucht empfand er, wenn er sie erregt mit einem Fremden sah. Doch er hatte sich mit ihr arrangiert. Zu sehr liebte er sie, als dass er ihr einen Wunsch abgeschlagen hätte und wäre der noch so daneben gewesen. Den Schmerz, sie zu verlassen, hätte er ihr nie angetan. Er wusste, wie sehr sie doch an ihm hing. „Ich hass dich, verlass mich nicht“, hatte er einst gelesen. Das Buch mit diesem Titel hatte auf ihrem Nachttisch gelegen. Dieser passte zu ihr.

Er schob die störenden Gedanken beiseite. Sie stöhnte auf, begann sich auf dem Tisch hin und her zu werfen, wie sie es in alten Zeiten getan hatte.

Er drang in sie ein und kam mit ihr.

„Später mehr“, sagte sie verheißungsvoll. Dabei hätte er abends zu einem Schachkollegen gehen wollen. Er telefonierte diesem und sagte ab. Schließlich war er nachmittags schon auf seine Kosten gekommen: Bei einem Meisterschaftsspiel gegen einen anderen Klub hatte er mitgespielt. Zwar hatte er nicht gewonnen. Er konnte aber ein Remis erzwingen. Dort im Klubraum, an der Kramgasse, war er oft. Fast jeden Abend ging er hin. Nur Alkohol rührte er keinen mehr an. Ihm hatte dieser seine erste Ehe gekostet. Erst nach dem fünften Anlauf in der Psychiatrie schaffte er es, sich von diesem zu befreien. Jetzt war er schon sechs Jahre trocken.

Nach einem Jahr Ehe war Marions Stimme hart geworden, und sie hatte seine Zärtlichkeit abzuweisen begonnen. Ein Arzt hatte ihnen von einem Kinderwunsch abgeraten. Sie waren damit beide einverstanden gewesen: Er, weil er damals schon fünfundvierzig Jahre alt war und aus der ersten Ehe drei Kinder hatte. Für diese musste er noch immer Alimente bezahlen. Sie, weil sie den Grund des Arztes kannte und seinen Rat akzeptierte. Doch nach wenigen Wochen lag sie ihm doch in den Ohren und erbettelte ein Kind. Selten schlug er einen ihrer Wünsche aus. Ihrer gemeinsamen Vergangenheit zuliebe, blieb er dieses eine Mal hart. Nach fast einem Jahr ließ er sich sterilisieren. Sie hatte eingewilligt. Dennoch kam der Einschnitt ihrer Beziehung kurz darauf. Fortan sah er ihr zweites Gesicht oft. Dieses wirkte dann jeweils hart wie Stein.

Vielleicht ist doch noch Hoffnung, sind doch noch Tage, Wochen gar Jahre möglich, die, wie einst sein könnten, dachte er. Dass es keinen neuen Tag mehr mit ihr geben sollte, konnte er nicht wissen.

Er ging ins Bad, rasierte und duschte sich und kehrte nackt in die Küche zurück. Er war noch schlank. Nur um die Hüfte hatte er paar überflüssige Pfunde zugelegt. Mit seinen fünfzig Jahren fand er sich noch ansehnlich. Das Alter eben und wenn er sich mit seinen ehemaligen Schulkollegen verglich oder andere in seinem Alter sah, konnte er zufrieden sein. Dafür tat er aber auch etwas. Zweimal die Woche ging er ins Fitnesscenter. Als Bankkaufmann saß er meistens. Die paar Schritte, welche er dort machen musste, fand er kaum erwähnenswert. Darum war für ihn der Ausgleich wichtig. Er konnte so inneren Druck abbauen. Früher ließ ihn dieser zur Flasche greifen. Versuchte ihn jetzt jemand zu einem Glas Alkohol einzuladen, sagte er jeweils gleich, er sei ein trockener Alki. Ein Glas könne ihn zurück fallen lassen. Nach jedem Entzug brannte in seinem Kopf mit einem Glas die Sicherung durch. Bald musste er dann schon am Morgen Alkohol konsumieren und es folgte darauf der nächste Fürsorgerische Freiheitsentzug (FFE). Diese Auszeiten in der Psychiatrie brachten ihn für kurze Zeit zur Besinnung. Bis mit einem einzigen Glas wieder alles von vorne begann. Den Glauben an sich hatte er längst verloren geglaubt. Die Scheidung trug das Übrige bei. Dann trat Marion in sein Leben ein. Sie gab ihm neuen Sinn. Darum schloss er mit ihr an den letzten Entzug eine einjährige Therapie an. Danach hatten sie geheiratet.

Auf dem Tisch standen zwei gefüllte Weingläser.

„Wie kann sie nur?“, ging es ihm durch den Kopf.

Sie sah seinen Blick.

„Ach komm, nur heute wieder einmal ein Glas. Mir zuliebe. Bitte.“ Sie küsste ihn auf den Mund. Schnurrte süß und lächelte ihn strahlend an.

„Schon gut, schon gut“, sagte er. „Für dich tue ich alles. Selbst wenn ich mich dadurch in Gefahr begebe.“ Er lächelte warm. Vielleicht könnte es doch wieder wie zur Anfangszeit werden. Er liebte sie noch immer heiß. Daran hatte ihr zweites Gesicht nie etwas geändert. So litt er mir ihr, wie der Krebs sie zerfraß. Äußerlich sah man nichts davon. Doch viel Zeit würde ihr nicht bleiben. Vielleicht war auch das der Grund, dass er einem Glas zustimmte.

Sie stießen an und tranken.

„Ist dein Wein auch so bitter?“, fragte er.

Sie lächelte geheimnisvoll. Dann liebten sie sich noch einmal.

„Ich bin hundemüde“, lallte er danach. „Ich muss ins Bett. Ich kann mich kaum noch aufrecht halten. − Das muss am Wein liegen“, fügte er an. „Bitte halt mich, sonst falle ich noch um.“

Ihre Augen sah er nicht. Die zweite Person hatte wieder Besitz von ihr ergriffen. Dies bemerkte er nicht. Dazu war er zu müde. Kaum lag er im Bett, schlief er auch schon ein.

Edited by GerhardIngold
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Long John Silver

Vielleicht reicht es, wenn du den Klappentext veroeffentlichst?

 

"'Ob mit Lust oder ohne Lust: Maria, die Mutter Jesus, wurde vorehelich und damit ausserehelich geschwängert.' Seit sich der junge Polizist Michael Matter von freikirchlichen Glaubensmustern befreit, kommen solche Gedanken ungerufen. Die damit verbundenen ethischen Konsequenzen schockieren ihn. Der Jahre dauernde kritische Weg beginnt zeitgleich mit einem Tötungsdelikt: Im mondänen Berner Vorort Muri wird Marion Greiffbühler von ihrem Ehemann Xaver tot aufgefunden. Bald deutet alles auf diesen als Täter hin. Daran zweifelt Michael. Obschon der aufgefundene Dolch als angebliche Tatwaffe ausscheidet, gibt es jedoch immer noch genügend belastende Fakten. Im Prozess wird Xaver verurteilt. Drei Jahre später stirbt die Schwester Marions auf mysteriöse Weise. Indizien weisen daraufhin, dass Michaels Zweifel vor drei Jahren richtig gewesen waren. Weitere zwei Jahre später ereignet sich in Belp ein Tötungsdelikt, dessen Parallelen zum Ersten in Muri frappant sind."

 

Das Buch hat 244 Seiten.

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Oder Mißbrauch.

Das habe ich deswegen nicht erwähnt, weil das heute relativ häufig im Fokus liegt - im Gegenteil, manchmal hört man sogar den Rückschluss "die ritzt sich, also muss sie Missbrauch erlebt haben". Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für Selbstverletzendes Verhalten, und auch sehr verschiedene Formen.

 

Marram hat eine bestimmte Art beschrieben, häufig sind auch Selbstbestrafungen. Ich würde mal - zwar als teilweise Selbstbetroffener, als auch als Co-Betroffener - aber dennoch als psychiatrischer Laie natürlich mit der entsprechenden Vorsicht - manche Formen der Anorexie als Arten der SVV ansehen wollen.

 

Hier Stereotypien zu bedienen verhindert mehr eine Auseinandersetzung mit den Ursachen, als dass es hilft.

 

Es ist häufig im Fokus, weil es häufig vorkommt.

 

Aber nicht alle Missbrauchsopfer werden zu Borderlinern oder versinken in der "Depri-Nebel-Welt".

 

Was versteht ihr unter der "Depri-Nebel-Welt"? Depressionen?

 

Frag marram..

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Oder Mißbrauch.

Das habe ich deswegen nicht erwähnt, weil das heute relativ häufig im Fokus liegt - im Gegenteil, manchmal hört man sogar den Rückschluss "die ritzt sich, also muss sie Missbrauch erlebt haben". Das kann zwar sein, muss aber nicht. Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für Selbstverletzendes Verhalten, und auch sehr verschiedene Formen.

 

Marram hat eine bestimmte Art beschrieben, häufig sind auch Selbstbestrafungen. Ich würde mal - zwar als teilweise Selbstbetroffener, als auch als Co-Betroffener - aber dennoch als psychiatrischer Laie natürlich mit der entsprechenden Vorsicht - manche Formen der Anorexie als Arten der SVV ansehen wollen.

 

Hier Stereotypien zu bedienen verhindert mehr eine Auseinandersetzung mit den Ursachen, als dass es hilft.

 

Es ist häufig im Fokus, weil es häufig vorkommt.

 

Aber nicht alle Missbrauchsopfer werden zu Borderlinern oder versinken in der "Depri-Nebel-Welt".

 

Was versteht ihr unter der "Depri-Nebel-Welt"? Depressionen?

 

Frag marram..

 

Versuch ener Erklärung:

 

Ich meine damit eine ganz bestimmte Art der Wahrnehmung der Umwelt.

 

Ich hatte ziemlich heftige depressive Phasen. Ich war nicht mehr fähig meine Umwelt irgendwie "normal" wahrzunehmen. In meiner Wahrnehmung war irgedwie alles "gefiltert". Gefiltert durch die Depression. Und mit Depression meine ich jetzt nicht eine kurzzeiteige Wahrnehmensveränderung, sondern eine über Monate dauernde Filterung.

 

Aufgefallen ist mir das anhand meiner Tagebücher. Je stärker ich in eine Depression reinschlitterte desto stärker haben sich meine Tagebucheinräge verändert. Ich habe im Grunde genommen nicht mehr wahrgenommen was um mich herum geschah, sondern ich habe jegliche Wahrnehmung gefiltert und nur noch das in den Tagebüchern niedergeschrieben was mich in meiner depressiven Sicht betätigt hat. Was viele vergessen: Eine Depression äußert sich nicht nur in "Tief-Phasen", sondern auch in "Euphorisch-Phasen". Und in solchen Phasen fand ich alles gut und beglückend. Auch da fehlt jegliche Differenzierung und Hinterfragung in meine Tagebüchern.

 

Interessant dabei ist, dass es in nicht-depressiven Zeiten genügend Tagebucheintragungen von mir gibt, die mit Fragezeichen versehen sind. So nach dem Motto: Muss ich nochmal drüber nachdenken, muss ich nochmal hinterfragen usw. In Depri-Phasen - egal ob Hoch- oder Tiefphasen - finde ich derartige Fragezeichen nicht. Da hatte ich ein eher "geschlossenes" Weltbild ohne Hinterfragungen.

 

Selbst das Schriftbild meiner Tagebucheintragungen hat sich in solchen Hoch-/Tiefphasen verändert.

 

Daher der Begriff "Nebel". Da hat sich was auf meine Wahrnehmung, meinen Verstand, meine Seele gelegt. Die Welt um mich herum hat sich nicht verändert. Aber ich habe mich in der Wahrnehmung der Welt um mich herum stark verändert

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