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Jan94

Politisches Engagement und Religion

16 Beiträge in diesem Thema

Hallo allerseits,

 

ich wollte mir mal mehrere verschiedene Meinungen beziehungsweise auch gerne Erfahrungen von Euch anhören..

Und zwar geht es um das Thema Politik, beziehunsweise politisches Engagement..

 

Ich bin momentan dabei mich politisch zu interessieren und zu engagieren, in der Partei "DIe Linke".

Allerdings sind viele "linke" nicht gerade die religiösesten Menschen und viele "gläubige" auch nicht gerade gut auf diese zu sprechen..

Engagiert ihr euch auch politisch ? Und was denkt ihr so, kann man sehr weit links sein und dennoch ein guter katholik ?

 

Ich möchte natürlich keinen Streit und daher kann ich nur darum beten, egal was hier geschrieben wird (Ob AfD, DIe Linke...CDU usw ) bitte einfach nur sachlich bleiben und niemanden anmachen für seine eigene Meinung.

 

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Bei uns in der Kirchengemeinde gilt das ungeschriebene, aber ausgesprochene Gesetz, dass wir "in der Kirche" nicht politisch sind, sondern als Privatleute unsere politischen Vorstellungen vertreten.

 

Halte ich für einen guten Ansatzpunkt, denn in unserer Kirchengemeinde sind derzeit Mitglieder von fünf, wenn nicht sogar sechs Parteien vertreten. Sollen die sich jetzt gegenseitig politisch missionieren - vielleicht sogar noch unter Bezugnahme auf Gott?

 

Du bist derjenige, der festlegt, ob eine bestimmte politische Ansicht und eine bestimmte Konfession mit Deinem Gewissen in Einklang zu bringen ist.

 

Ich schreibe hier im übrigen nicht über meine parteipolitischen Vorstellungen. In meiner Kirchengemeinde dürften die teilweise bekannt sein, mehrheitlich wohl nicht.

 

Sollte ich im Einzelfall eine bestimmte politische Konsequenz aus meinen Glaubensvorstellungen ableiten wollen, kann ich das auch ohne Bezugnahme auf die Richtung einer Partei tun. Was den Vorteil hat, dass man mir nicht vorwerfen kann, mich hinter einem Parteiprogramm verstecken zu wollen.

 

Ich empfehle Dir jedoch sehr dringend, keine direkten Ableitungen aus dem Glauben hin zu einer bestimmten politischen Partei zu machen - das kommt nicht gut und führt zu Streit.

 

Und ganz nebenbei: Parteimitgliedschaften sind Kompromisse.

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Hallo allerseits,

 

ich wollte mir mal mehrere verschiedene Meinungen beziehungsweise auch gerne Erfahrungen von Euch anhören..

Und zwar geht es um das Thema Politik, beziehunsweise politisches Engagement..

 

Ich bin momentan dabei mich politisch zu interessieren und zu engagieren, in der Partei "DIe Linke".

Allerdings sind viele "linke" nicht gerade die religiösesten Menschen und viele "gläubige" auch nicht gerade gut auf diese zu sprechen..

Engagiert ihr euch auch politisch ? Und was denkt ihr so, kann man sehr weit links sein und dennoch ein guter katholik ?

 

Ich möchte natürlich keinen Streit und daher kann ich nur darum beten, egal was hier geschrieben wird (Ob AfD, DIe Linke...CDU usw ) bitte einfach nur sachlich bleiben und niemanden anmachen für seine eigene Meinung.

 

Du kannst dich ruhig bei der Linken engagieren, die ist mittlerweile schon auf den gleichen Schmusekurs zu den Kirchen gegangen, wie die restlichen Parteien auch ... bearbeitet von Gallowglas

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Man muss prüfen, inwiefern die Agenda der Linken mit dem Werten und Normen der Katholischen Kirche übereinstimmt. Stimmt sie nicht oder zu großen Teilen nicht mit diesen überein, verbietet sich ein Engagement des Katholiken grundsätzlich.

 

Eine heranzuziehende Analogie findet sich in der Verurteilung des Kommunismus durch die Päpste.

 

Saluti cordiali,

Studiosus.

bearbeitet von Studiosus

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Ein Engagement für die Gemeinschaft auch außerhalb der Kirche halte ich für Christenpflicht (Salz der Erde). In einer Demokratie sind Parteien nun mal notwendiges Übel und es gibt keine, die völlig mit der kirchlichen Lehre übereinstimmt. Da muß man Kompromisse machen. Ich wähle ja auch FDP, obwohl da etliche Programmpunkte fragwürdig sind.

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Dass wie auch immer geartete politische Partizipation Christenpflicht sei, halte ich allerdings für eine recht neue Entwicklung.

 

Allerdings stimme ich zu, dass man Kompromisse eingehen muss, wenn man unbedingt politisch aktiv sein will. Ich würde es auf eine Gewissensfrage herunterbrechen: wie weit kann ich mich beugen, ehe ich Gefahr laufe meinen Glauben aufs Spiel zu setzen.

 

Saluti cordiali,

Studiosus.

bearbeitet von Studiosus

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Man muss prüfen, inwiefern die Agenda der Linken mit dem Werten und Normen der Katholischen Kirche übereinstimmt. Stimmt sie nicht oder zu großen Teilen nicht mit diesen überein, verbietet sich ein Engagement des Katholiken grundsätzlich.

 

Eine heranzuziehende Analogie findet sich in der Verurteilung des Kommunismus durch die Päpste.

 

Saluti cordiali,

Studiosus.

Eine Sichtweise, welche einige Katholiban teilen und weswegen sie Franzi auch gern vom Thron jagen würden, Papst hin oder her ... ;)

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Ein Engagement für die Gemeinschaft auch außerhalb der Kirche halte ich für Christenpflicht (Salz der Erde). In einer Demokratie sind Parteien nun mal notwendiges Übel und es gibt keine, die völlig mit der kirchlichen Lehre übereinstimmt. Da muß man Kompromisse machen. Ich wähle ja auch FDP, obwohl da etliche Programmpunkte fragwürdig sind.

 

Die fdp hat ein Programm? Ich meine eins, das anders lautet als "wir möchten wieder in den Bundestag"? Sag nicht sowas! :D

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Hallo Jan,

zunächst mal bin ich der Meinung, dass politisches Engagement und Glauben gut zusammenpassen. Ich vermute, dass du Mitte 20 bist, oder? In dem Alter fand ich auch vieles gut, was aus dem linken Lager kam. Ich glaube, wenn man jung ist, idealistisch ist und eine ausgeprägte soziale Ader hat, ist das fast schon normal.

Und was denkt ihr so, kann man sehr weit links sein und dennoch ein guter katholik ?

Hm... Was heißt "sehr weit links"? Meine persönliche Meinung ist, dass die Extreme (nicht nur politisch) selten gut sind. Reicht das als Antwort? Im Grunde musst du für dich selber schauen, was alles reinpasst in dein Weltbild, in dein Gottesbild... Du musst schauen, ob das für dich stimmig ist. Ob dein Glaube und deine linken Ansichten unter einen Hut zu kriegen sind.

Andere Meinungen sind bei dieser Suche aber natürlich oft hilfreich. Darum denke ich, fragst du hier.
Vielleicht ist dieser Artikel für dich interessant. Frau Wagenknecht und Erzbischof Schick sprechen über Gerechtigkeit und sind sich offenbar in vielen Punkten einig.

Liebe Grüße
Michaela

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Vielleicht ist dieser Artikel für dich interessant. Frau Wagenknecht und Erzbischof Schick sprechen über Gerechtigkeit und sind sich offenbar in vielen Punkten einig.

Wenn Eminenz und Frau von Storch über Familie sprechen, dürften sie auch in vielen Punkten einig sein

 

Werner

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Vielleicht ist dieser Artikel für dich interessant. Frau Wagenknecht und Erzbischof Schick sprechen über Gerechtigkeit und sind sich offenbar in vielen Punkten einig.

Wenn Eminenz und Frau von Storch über Familie sprechen, dürften sie auch in vielen Punkten einig sein

 

Werner

 

 

Ja eben!

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Vielleicht ist dieser Artikel für dich interessant. Frau Wagenknecht und Erzbischof Schick sprechen über Gerechtigkeit und sind sich offenbar in vielen Punkten einig.

 

Wenn Eminenz und Frau von Storch über Familie sprechen, dürften sie auch in vielen Punkten einig sein

Werner

Ja eben!

Das alles würde mir zu denken geben! ;)

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Als Katholik - wenn man das ganze Paket akzeptiert - ist man parteipolitisch ziemlich aufgeschmissen.

 

Wirtschaftspolitisch schrieb ein gewisser Joseph Ratzinger in einem großen Artikel der ZEIT, daß die katholische Soziallehre sehr große Konvergenzen mit einem demokratischen Sozialismus hätte - allerdings ist das Menschen- und Gesellschaftsbild (was die Familie und alles drumrum beinhaltet) extrem weit von sozialistischen Vorstellungen entfernt.

 

Persönlich neige ich klassisch liberalen Vorstellungen zu, davon eher den sozialliberalen. Ich frage mich bspw. wieso ein säkularer Staat aus theologischer Sicht(!!!) die Aufgabe haben sollte - solange nicht Individualrechte beschnitten werden - die Rechtsordnung nach katholischen Vorstellungen zu gestalten.

Und prinzipiell habe ich was gegen staatl. Vorschreiberitis und Verordnungswut. Lang lebe die Subsidiarität!

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Das alles würde mir zu denken geben! ;)

Das gibt mir insoweit zu denken, als es mich darin bestätigt, dass man Glaube und Parteipolitik nicht leichtfertig zusammenschmeißen darf.

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Ein Engagement für die Gemeinschaft auch außerhalb der Kirche halte ich für Christenpflicht (Salz der Erde).

Man muss nur vorsichtig sein, dass man nichts versalzt.

 

Werner

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