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613 Gebote des AT


Scapula
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Salve, 

 

sind alle nicht-rituellen (d.h. alle sittlichen Charakters - abgesehen von jenen die in der Bergpredigt explizit berichtigt/verschärft werden) Gebote des AT (Maimonides Liste: 613 Gebote)  für Katholiken bindend? 

(Bitte keine Ausführungen über Gesetzesreligionen versus ... es interessiert mich nur was von Seiten der katholischen Kirche (Konzil, Papa) dazu festgelegt wurde ,  da im KKK nur die  5 Kirchengebote und der Dekalog abgehandelt werden und sicher nicht alle aus diesen 10 abzuleiten sind)  

 

Beste Grüße,

Scapula 

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Kommt  darauf an, was dir lieber ist, das was die Kirche sagt, oder das, was Jesus gesagt hat.

 

Geht es nach der Kirche, wie Spadafora geschrieben hat, gilt nur, was man braucht um ggf anderen damit ans Bein pissen zu können.

 

Geht es nach den Aussagen Jesu, gelten alle, bis auf die, welche er selbst aufgehoben oder geändert hat, unverändert weiter bis zum Ende aller Tage  ... Auch wenn sie unangenehm sind. 

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Die Mitzwoth gelten für das Volk Israel. Da seit dem Apostelkonzil niemand mehr zum Judentum konvertieren muss um Christ zu werden, stellt sich die Frage nicht.

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vor 4 Stunden schrieb Gallowglas:

Geht es nach den Aussagen Jesu, gelten alle, bis auf die, welche er selbst aufgehoben oder geändert hat, unverändert weiter bis zum Ende aller Tage  ... Auch wenn sie unangenehm sind. 

 

Es wundert mich irgendwie, dass Du als Atheist der Auffassung bist, Jesus hätte die biblisch überlieferten Aussagen tatsächlich so gesagt. Das glaube ja nicht mal ich als irgendwie kirchlicher Mensch...

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vor 4 Stunden schrieb Gallowglas:

Kommt  darauf an, was dir lieber ist, das was die Kirche sagt, oder das, was Jesus gesagt hat.

 

Geht es nach der Kirche, wie Spadafora geschrieben hat, gilt nur, was man braucht um ggf anderen damit ans Bein pissen zu können.

 

Geht es nach den Aussagen Jesu, gelten alle, bis auf die, welche er selbst aufgehoben oder geändert hat, unverändert weiter bis zum Ende aller Tage  ... Auch wenn sie unangenehm sind. 

Nein.

Warum?

Ganz einfach: Zurzeit Jesu gab es im Judentum verschiedene Richtungen, unter anderem die Pharisäer und Sadduzäer.

Erstere entwickelten den Zaun um das Gesetz, waren die tragende Gruppe nach der Zerstörung des Tempels und entwickelten die 613 Einzelgesetze.

Die Sadduzäer dagegen hielten nur die Tora für verbindlich, die unter anderem den Tempelkult regelt.

 

1. Jesus kann weder den Pharisäern noch den Sadduzäern zugerechnet werden.

2. Selbst innerhalb des Judentums damals als auch heute gibt es verschiedene Strömungen. Man kann z.B. nicht auf Jesus zurückführen, dass Christen am Sabbat keinen Lichtschalter betätigen dürfen.

3. Was genau die Pharisäer damals lehrten, ist ebenfalls nicht bekannt.

4. Wenn wir in die Zeit Jesu zurückgehen und diese Zeit verbindlich wäre, stellte sich die Frage nach den täglichen Opferungen, die Jesus eben nicht ausdrücklich ablehnt. Müssten wir morgens, mittags und abends eine Ziege schlachten?

5. Das Judentum selbst hat die gewaltsame Beendung des Tempelkultes überwunden und spiritualisiert. Im wörtlichen Verständnis der Tora sind sie da einige Millionen Ziegen im Rückstand. Sollen wir diese Entwicklung mittragen, obwohl wir uns dazu nicht auf Jesus berufen können?

 

 

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De Widerspruch scheint ja manchen doch aufgefallen zu sein :D

 

Dennoch ist es so: es gelten die Regeln und Gesetze des AT weiter, mit denen Katholiban (und auch andere christliche Sekten) anderen ans Bein pissen können, ohne aber das Risiko einzugehen, selbst davon betroffen zu sein.

Selbes gilt natürlich auch für die Aussagen eines gewissen Jesus ... Nächstenliebe & Co ... ok, is unverbindlich, lassen wir gelten ... "Verkauf dein Hab und Gut und gib es den Armen" .. ähm, nope, sicher nicht, spinnt der ?

 

Oder eben Matthäus 5,18ff ...

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vor 32 Minuten schrieb Gallowglas:

...anderen ans Bein pissen...

 

Die Möglichkeit besteht immer. Es gibt Leute, die so etwas tun und sie werden immer einen Anlass finden. Ich persönlich habe dazu meine ganz private Meinung: Wenn der Glaube nicht dazu dient, frei und froh zu machen (ich schreib das mal so - etwas infantil, gebe ich zu), dann ist es nicht der richtige Glaube für mich. Das Ding heißt ja nun nicht Evangelium ("Freudenbotschaft"), weil es die Menschen unterjochen soll - oder?

 

In den letzten 22 Jahren habe ich in "meiner" Kirche nichts anderes erlebt, in den 11 Jahren zuvor als Freikirchler habe ich es leider anders erlebt (was für mich einer der Gründe war, mich dort zu vertschüssen), und davor in der RKK habe ich es auch nur positiv erlebt. Die RKK Priester, die ich persönlich kenne (was natürlich fast so aussagekräftig ist wie eine Privatoffenbarung) vertreten auch einen frei machenden Glauben.

 

Ans Bein pinkeln lass ich mich nicht. Zumindest nicht von der Kirche. Das ist nicht ihre Aufgabe. Und wenn einzelne Menschen das mit mir machen wollen - nun ja, so lange das verbal passiert, muss man es wohl hinnehmen.

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Marcellinus

Die Gläubigen, die ich bisher getroffen haben, suchten in ihrem Glauben aber nicht Freiheit, sondern Sicherheit.

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vor 7 Minuten schrieb Marcellinus:

Die Gläubigen, die ich bisher getroffen haben, suchten in ihrem Glauben aber nicht Freiheit, sondern Sicherheit.

 

Es tut mir wirklich leid (das meine ich ernst), aber diesen Menschen kann ich nicht helfen. Möglicherweise habe ich zwar früher mal Sicherheit im Glauben gesucht, aber das funktionierte bei mir überhaupt nicht.

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Marcellinus
vor 10 Minuten schrieb Lothar1962:

 

Es tut mir wirklich leid (das meine ich ernst), aber diesen Menschen kann ich nicht helfen. Möglicherweise habe ich zwar früher mal Sicherheit im Glauben gesucht, aber das funktionierte bei mir überhaupt nicht.

 

Wenn ich dich richtig verstanden habe, suchst du in deiner Kirche aber auch eher Gemeinschaft mit anderen, weniger Glaube.

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vor 2 Stunden schrieb Marcellinus:

Die Gläubigen, die ich bisher getroffen haben, suchten in ihrem Glauben aber nicht Freiheit, sondern Sicherheit.


:huh:
*michwunder*

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vor 2 Stunden schrieb Marcellinus:

Wenn ich dich richtig verstanden habe, suchst du in deiner Kirche aber auch eher Gemeinschaft mit anderen, weniger Glaube.

 

Da ist was dran. Mir kommt es darauf an, dass man gemeinsam feiern kann - dazu sind durchaus gewisse gemeinsame Basics nötig, wenn man nicht unverständig daneben stehen will.

 

vor 15 Minuten schrieb Ennasus:

*michwunder*

 

Das kommt dann darauf an, wo man sich befindet. Ist man bei den Altkatholiken oder in der RKK bei einem typischen "liberalen" Priester aktiv, dann sucht man vermutlich eher nicht Sicherheit. 

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Marcellinus
vor 9 Minuten schrieb Ennasus:

Es hat beides mit meinem Glauben kaum was zu tun.Und mich wundert, dass du das so wahrnimmst.

 

Ich sprach über Gläubige, die ich getroffen habe, also über solche, die ihren Glauben mir gegenüber ausgedrückt haben. Dabei ging es genau immer darum: um Gewißheit in einer ungewissen Welt, um Sicherheit in all den Unsicherheiten des Lebens, um Vertrauen in jemanden, der unbedingt zu einem stehe, wo doch alle Menschen so unzuverlässig seinen, und was immer der Allgemeinplätze mehr sind. Ja, so habe ich das wahrgenommen, und so nehme ich es immer noch wahr. Du magst dich darin nicht wiederfinden, und du warst auch nicht gemeint. Es war niemand persönlich gemeint. Wenn ich jemanden persönlich meine, sage ich das.

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Unabhängig von mir - genau das hatte ich überlegt: Glauben hat sehr viel mit Vertrauen zu tun - aber vertrauen und Sicherheit haben wollen, das passt für mich nicht zusammen. Entweder ich vertraue oder ich sichere mich ab.

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Marcellinus
vor 54 Minuten schrieb Ennasus:

Unabhängig von mir - genau das hatte ich überlegt: Glauben hat sehr viel mit Vertrauen zu tun - aber vertrauen und Sicherheit haben wollen, das passt für mich nicht zusammen. Entweder ich vertraue oder ich sichere mich ab.

 

Es ist immer Vertrauen auf etwas Unbedingtes, auf etwas Absolutes, im Gegensatz zu den Unsicherheiten der beobachtbaren Wirklichkeit. So wird es mir immer beschrieben. 

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Der entscheidende Punkt ist das Vertrauenschenken. Wenn ich dir verspreche, dass ich dich 100% sicher auffange, wenn du springst, kann das noch so sehr stimmen - es bleibt dir - wenn die einzige Möglichkeit, das zu überprüfen, der Sprung ist - , nicht erspart, dich zu entscheiden, ob du mir traust oder nicht.

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Marcellinus
vor 12 Minuten schrieb Ennasus:

Der entscheidende Punkt ist das Vertrauenschenken. Wenn ich dir verspreche, dass ich dich 100% sicher auffange, wenn du springst, kann das noch so sehr stimmen - es bleibt dir - wenn die einzige Möglichkeit, das zu überprüfen, der Sprung ist - , nicht erspart, dich zu entscheiden, ob du mir traust oder nicht.

 

Siehst du, ich sehe das anders. Wenn ich weiß, daß es ein 100%ig sicheres Auffangen in einer bestimmten Situation nicht geben kann, dann ist es nicht mehr eine Sache von Vertrauen. Wenn ich auf einem 100stöckigen Hochhaus stehe, dann ist es aus meiner Sicht unsinnig, nach einer absoluten Sicherheit vor den Folgen eines Sprunges in die Tiefe zu suchen, ganz egal, was mir jemand verspricht. Daß es eine solche absolute Sicherheit nicht geben kann, ist keine Frage mangelnden Vertrauens, sondern schlicht eine von Wissen.

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Marcellinus
vor 13 Minuten schrieb Ennasus:

Dann bist eigentlich du der, der die sichere Position wählen will - nicht die, die den unsinnigen Sprung machen.

 

Ja, fein beobachtet! Gerade weil ich die Illusion einer absoluten Sicherheit, die Illusion einer absoluten Gewißheit ablehne, wähle ich die sicherere, weil realistischere Position. Der Preis ist der Verzicht auf absolute Gewißheiten, unbegrenzte Hoffnungen und den Traum, am Ende werde alles "gut". Das unterscheidet mich wohl von den Gläubigen.

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vor einer Stunde schrieb Marcellinus:

 

Ja, fein beobachtet! Gerade weil ich die Illusion einer absoluten Sicherheit, die Illusion einer absoluten Gewißheit ablehne, wähle ich die sicherere, weil realistischere Position. Der Preis ist der Verzicht auf absolute Gewißheiten, unbegrenzte Hoffnungen und den Traum, am Ende werde alles "gut". Das unterscheidet mich wohl von den Gläubigen.

Eines Tages fallen wir alle aus dem Hochhaus, Das ist Tatsache.

Dass wir aufgefangen werden von Gott, das ist Glauben.

Der Osterglaube.

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Ein Satz der von Vaclav Havel stammt (oder stammen soll, so genau weiss ichs nicht): "Hoffnung ist nicht die Überzeugung das alles gut ausgeht, sondern die Gewissheit das etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."

Mit solchen Sinnsprüchen hab ich so meine Probleme, weil sie zu schnell zur inhaltsleeren Worthülse ausgelutscht werden. Aber, ich denke an diesem ist doch was dran.

 

Wenn ich den viel zu frühen Tod meiner Ma als Beispiel nehme: Sorry wenn ich das so sage, aber meine Ma hat den Abgang gemacht bevor ihre Lungenkrankheit ihre hässliche Fratze zeigen konnte.

Nein, das sie mit Anfang sechzig starb war nicht gut. Und sie fehlt. (Das soll jetzt nicht pietätlos klingen, wenn ich das so ironisch sag, ich will nur nicht auf die Tränendrüse drücken, dafür gibts keinen Grund, aber das mir seit dem zum Schlossfest der Schlafplatz in Neuburg fehlt is schon Scheiße) Aber das ihr, durch die Krankheit mit angegriffenes Herz einfach stehen geblieben ist hatte zu mindest den Sinn das ihr größeres Leid erspart blieb.

 

Hier ist es offensichtlich, manchmal kann man den Sinn hinter etwas "egal wie es ausgeht" nur im Licht des Glaubens sehen. Manchmal auch nicht mal dann oder zumindest nicht sofort.

 

Nein, ich kann nicht tiefer fallen als in die Arme Gottes. Das heisst aber nicht "alles wird gut" sondern so wie es ist hat es seinen Sinn.

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vor 9 Stunden schrieb Marcellinus:

 

Wenn ich auf einem 100stöckigen Hochhaus stehe, dann ist es aus meiner Sicht unsinnig, nach einer absoluten Sicherheit vor den Folgen eines Sprunges in die Tiefe zu suchen, ganz egal, was mir jemand verspricht.


Eben. Dessen sind sich auch die Gläubigen bewusst. Drum wunderte mich ja auch, dass du meinst, sie suchen Sicherheit. Glauben hat wirklich nichts mit Sicherheit im Sinn "absoluter Gewissheit" zu tun, ganz im Gegenteil. Zu meinen, dass es die gäbe, wäre wirklich eine Illusion.

 

Zitat

Daß es eine solche absolute Sicherheit nicht geben kann, ist keine Frage mangelnden Vertrauens, sondern schlicht eine von Wissen.


Auch das ist ein Wissen, das ziemlich sicher die meisten, die sich gläubig nennen, haben.

Was sie von dir unterscheidet ist das, was Nanny Ogg und Frank auch geschrieben haben: Dass sie trotz allem Hoffnung auf Sinn haben und sich (viele immer wieder neu) dazu durchringen, ihr Vertrauen darauf zu setzen, dass es letztlich etwas verlässlich Tragendes gibt, das einen hält und auffängt; an dem man sich festhalten und auf das man bauen kann.

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