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Neue EÜ: Warum „Christus“ statt „Messias“?


Rosario
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In der neuen Einheitsübersetzung steht im NT immer als Übersetzung für das griechische „christos“ „der Christus“ anstatt wie vorher „der Messias“. Ich finde das ziemlich irritierend, weil in unserem Sprachgebrauch doch „Christus“ eher wie ein Eigenname Jesu verwendet wird (mit unterschiedlichen Nuancen), aber nicht als ein allgemeiner Titel (der theoretisch auch auf andere angewendet werden könnte). Wenn z. B. Petrus bekennt: „Du bist der Christus, der in die Welt kommen soll.“, klingt das in meinen Ohren viel weniger als Bekenntnis wie: „Du bist der Messias, ...“. 

 

Hat jemand für diese Neuerung eine überzeugende Erklärung, die darüber hinausgeht, dass da im Griechischen halt auch „christos“ steht?

Edited by Karfunkel
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Ich könnte mir - auch in Anlehnung an die Diskussion im anderen Thread - vorstellen, dass hier eine ökumenistische Absicht zugrunde liegt: Die Wiedergabe mit dem hebräischen Messias könnte zu Irritationen unter Juden führen, die Jesus Christus eben gerade nicht als Messias anerkennen, ja diesem Anspruch widerstreiten. 

 

Die christlich geprägte, wenn auch gleichbedeutende, Titulatur als Christus könnte ein Kompromiss gewesen sein. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus
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Ökumenismus.

 

Aber ich will mich korrigieren: Der richtige Begriff ist interreligiöser Dialog. Leider kann ich das in meinem obigen Beitrag nicht mehr editieren.

 

Bei meiner Vermutung, dass man die Revision genutzt hat, um der jüdischen Gemeinde entgegenzukommen und Irritationen hinsichtlich des Messiasbekenntnisses zu vermeiden, bleibe ich jedoch.

 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus
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Und noch eine Frage zur neuen EÜ:

 

Dass das Tetragramm grundsätzlich nicht mehr mit „Jahwe“ wiedergeben wird, sondern in Großbuchstaben als „HERR“ übersetzt wird, ist ja klar. Aber manchmal ist mir nun auch schon „GOTT“ (in Großbuchstaben geschrieben) z. B. in Jes 3,15 begegnet, ohne Erklärung. Weiß jemand dazu Bescheid? 

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vor 2 Stunden schrieb Rosario:

manchmal ist mir nun auch schon „GOTT“ (in Großbuchstaben geschrieben) z. B. in Jes 3,15 begegnet, ohne Erklärung. Weiß jemand dazu Bescheid? 

 

Das Tetragramm יְהוִ֖ה = JHWH steht auch an diesen Stellen im hebräischen Text. Allerdings nicht allein, sondern in unmittelbarer Kombination mit אֲדֹנָ֥י = adonai. Und da "Herr HERR (Zebaoth)" in der Übersetzung ziemlich bescheuert aussieht, hat man einen anderen Weg gesucht und mit GOTT gefunden.

 

Andere Übersetzungen lösen das Problem anders. Die aktuelle Luther-Übersetzung formuliert beispielsweise "Gott, der HERR Zebaoth". Richtiger - mit Blick auf den hebräischen Text - ist das auch nicht. 

 

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vor 2 Stunden schrieb Fidelis:

Andere Übersetzungen lösen das Problem anders. Die aktuelle Luther-Übersetzung formuliert beispielsweise "Gott, der HERR Zebaoth". Richtiger - mit Blick auf den hebräischen Text - ist das auch nicht. 

 

In der Buber-Rosenzweig-Übersetzung ist an dieser Stelle, einer göttlichen Gerichtsszene, von "IHM, dem Umscharten" die Rede. So auch schon im ersten Vers des 2. Jesaja-Kapitels: "Ja, wohlan, der Herr, ER der Umscharte entfernt von Jerusalem Stützstab und Stützkrücke, alle brotgleiche Stütze und alle wassergleiche Stütze ..."

 

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Unser Pfarrer wollte sich das Geld sparen, aber unser Kardinal spendiert jeder Pfarrei einen Set neuer Lektionare. Ich habe schon Bilder gesehen - von außen sind sie dem 70ger-Jahre- Charme der alten bei Weitem überlegen.

 

Ab dem ersten Advent geht es los.

 

Ich persönlich bin einerseits skeptisch, die Texte in einer anderen Übersetzung zu hören, aber auch gespannt. Wie wird es sein, wenn es an Weihnachten heißt "Er ist der Christus, der Herr!"?

 

 

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In meiner Pfarrei werden wir sie erst einführen, wenn auch das Evangeliar publiziert sein wird, denn sonst ist das Bemühen der neuen EÜ, die AT-Bezüge auch sprachlich klarer zu machen, für die Katz.

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